Wiwiwiki.net:Internationale Makroökonomie

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Zahlungsbilanz und Auslandsvermögen

Lernziele

Sie lernen

Im Ergebnis dieser Lerneinheit können sie verstehen, untersuchen und beurteilen,

  1. wie gesamtwirtschaftliche Ersparnis, Investition und Leistungsbilanz einer offenen Volkswirtschaft zusammenhängen
  2. welche Rolle der Saldo öffentlicher Haushalte im Zusammenhang zwischen gesamtwirtschaftlicher Ersparnis und Investition einer offenen Volkswirtschaft einnimmt
  3. wie die Leistungsbilanz mit dem Auslandsvermögens einer offenen Volkswirtschaft zusammenhängt
  4. wie das Auslandsvermögen einer Volkswirtschaft Einkommen und Einkommensverteilung beeinflusst.

Schlüsselbegriffe

  1. Zahlungsbilanz
  2. Handelsbilanz
  3. Dienstleistungsbilanz
  4. Zahlungsbilanz
  5. Primäreinkommen
  6. Sekundäreinkommen
  7. Bruttonationaleinkommen
  8. Vermögensübertragungen
  9. Kapitalbilanz
  10. Auslandsvermögensstatus
  11. Gesamtwirtchaftliche Erparnis
  12. Statistische Diskrepanz
  13. Exportüberschuss
  14. Kapitalexport

Untersuchungsfrage:

Inwiefern hängen die Vermögenseinkommen in der Leistungsbilanz von der Kapitalbilanz und dem Auslandsvermögensstatus einer Volkswirtschaft ab?

Makroökonomie offener Gütermärkte

Lernziele

Im Ergebnis dieser Lerneinheit können sie verstehen, untersuchen und beurteilen,

  1. wie in einer offenen Volkswirtschaft die Produktion des Gütermarktes bestimmt wird
  2. wie die Einkommensentwicklung im In- und Ausland die Handels- und Leistungsbilanz beeinflusst
  3. welchen Einfluss die Öffnung des Gütermarktes auf die Wirkung der Fiskalpolitik hat
  4. wie die Entwicklung des realen effektiven Wechselkurses Handels- und Leistungsbilanz beeinflusst
  5. in welchem Zusammenhang die Entwicklung der Lohnstückkosten mit dem realen effektiven Wechselkurs steht.


Schlüsselbegriffe

  1. Wechselkurs
  2. Aufwertung
  3. Abwertung
  4. Realer Wechselkurs
  5. Realer effektiver Wechselkurs
  6. Inländische Nachfrage (Absorption)
  7. Einfuhrnachfrage
  8. Ausfuhrnachfrage
  9. inländische Nachfrage nach inländischen Gütern
  10. Binnennachfrage
  11. ausländische Nachfrage nach inländischen Gütern
  12. Gesamtnachfrage
  13. Zahlungsbilanzbeschränktes Wachstum
  14. Marshall-Lerner-Bedingung
  15. J-Kurve

Dossier: Die J-Kurve der Leistungsbilanz

Schauen Sie sich den realen Wechselkurs und die Leistungsbilanz für Ihr Untersuchungsland seit 2007 an: Besteht ein statistisch signifikanter zwischen diesem Index und der Leistungsbilanz? Ist die Marshall-Lerner-Bedingung erfüllt? Gibt es Anzeichen für einen J-Kurve-Effekt, wenn die Währung real an Wert verliert?

Wirtschafts- und Währungspolitik offener Volkswirtschaften

Lernziele

Sie lernen, Im Ergebnis dieser Lerneinheit können sie verstehen, untersuchen und beurteilen,

  1. wie die Wirtschaft- und Währungspolitik einer offenen Volkswirtschaft Produktion sowie Einkommen und Beschäftigung in kurzer Frist beeinflusst
  2. was sich für die Geldpolitik ändert, wenn sie durch ihre Zinspolitik den Wechselkurs beeinflussen kann
  3. wie sich die Wirkung der Fiskalpolitik unterscheidet, je nachdem, ob die Geldpolitik einen festen Wechselkurs verteidigt oder ihn frei am Devisenmarkt bilden lässt
  4. welche Koordinationsprobleme für die Geldpolitik entstehen, wenn sich die Wechselkurse frei bilden
  5. wie makroökonomische Projektionen die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank leiten.

Schlüsselbegriffe

  1. Offene Finanzmärkte
  2. Zinsarbitrage
  3. Zinsparitätenbeziehung
  4. Terminkurs
  5. Kassakurs
  6. Mundell-Fleming-Modell
  7. Zinskanal
  8. Wechselkurskanal
  9. Flexibler Wechselkurs
  10. Währungspolitik
  11. Währungsregime
  12. Trilemma des Währungsregimes
  13. Disinflation
  14. Produktionslücke
  15. Koordination der Geldpolitik
  16. makroökonomische Projektion
  17. Europäische Zentralbank

Dossier: Geldpolitik in der offenen Volkswirtschaft

Geldpolitische Kontraktion, also ein Zurückbleiben der Geldmenge hinter der Geld-nachfrage, führt - wie eine fiskalpolitische Expansion - voraussichtlich zu einer Zinserhöhung, jedoch – anders als expansive Fiskalpolitik –zu sinkender Produktion, und bei einem vollkommenen Devisenmarkt zu einer Aufwertung der eigenen Wäh-rung: der Effekt auf die Leistungsbilanz ist unklar, weil einerseits die sinkende Produktion auch die Importnachfrage vermindert, zugleich aber der steigende Devisenkurs zu einer Verminderung der Exportnachfrage führt. Um die negativen Effekte auf Produktion und Einkommen zu vermeiden, ist es im Rahmen der oben genannten Modelle auch denkbar, kontraktive Geldpolitik mit expansiver Fiskalpolitik zu einem policy mix zu kombinieren. Identifizieren Sie verschiedene Perioden unterschiedlicher policy mixes mit Hilfe der Trendab-weichungen des Saldos der öffentlichen Haushalte sowie der Wachstumsraten der Geldmenge (jeweils gemessen am BIP) und analysieren Sie die Entwicklung von BIP, Zinssätzen und Leistungsbilanz in diesen Perioden, um die Voraussagen der Theorie zu überprüfen:

  1. Worin bestanden die voraussagbaren Risiken dieser Kombination von Geld- und Fiskalpolitik für den realen Wechselkurs und den Handelsbilanzsaldo?
  2. Sind andere Kombinationen von Geld- und Fiskalpolitik denkbar, die diese Risiken nicht mit sich bringen?
  3. Gab es in Ihrem Untersuchungsland vergleichbare Perioden, in denen ein starker Einfluss von Geld- und Fiskalpolitik auf realen Wechselkurs und Handelsbilanz zu beobachten waren?
  4. Interpretieren Sie eine dieser Perioden in Ihrem Untersuchungsland mit den o.a. Modellen!

Das globale Finanzsystem

Lernziele

Im Ergebnis dieser Lerneinheit können Sie verstehen, untersuchen und beurteilen,

  1. wodurch das globale Finanzsystem definiert ist
  2. worin die Wertschöpfung des Finanzsystems besteht
  3. welche Vorteile internationale Portfolio-Diversifikation aufweisen kann und an welche Grenzen sie stößt
  4. woran Integration und Leistung internationaler Finanzmärkte gemessen werden kann.
  5. wodurch Wachstum und Instabilität der globalen Finanzmärkte angetrieben werden
  6. in welcher Wechselbeziehung Regulierung und Aufsicht zur Entwicklung internationaler Finanzmärkte stehen.

Schlüsselbegriffe

  1. Globales Finanzsystem
  2. Internationale Finanzmärkte
  3. Wertschöpfung
  4. Vermögenseinkommen
  5. Intertemporaler Handel
  6. Portfolio-Diversifikation
  7. Offshore-Finanzgeschäfte
  8. Finanzmarkt-Regulierung
  9. Regulierungsarbitrage
  10. Finanzmarkt-Integration
  11. Finanzmarkt-Effizienz
  12. Unvollständige Substituierbarkeit
  13. Unvollständiger Markt
  14. Kreditzyklen
  15. Finanzmarkt-Stabilität
  16. Finanzmarkt-Aufsicht

Dossier: Prognosefehler bei unvollständigen Finanzmärkten

Unter der stark vereinfachenden Annahme, dass der zu Beginn erwartete Wechselkurs identisch ist mit dem nach Ablauf der drei Monate tatsächlich gemessenen, können wir den Prognosefehler u gleich setzen mit einer impliziten Risikoprämie ρ (überprüfen Sie das, indem Sie Gleichung 20.3 nach R-R* auflösen und mit Gleichung 21.4 aus Krugman/Obstfeld/Melitz 2015 gleichsetzen). Die Risikoprämie ρ wiederum lässt sich als Funktion der Differenz der von der Öffentlichkeit gehaltenen Staatsanleihen B und der von der Zentralbank gehaltenen Staatsanleihen A interpretieren: Je größer der Umfang der Staatsanleihen ist, der nicht von der Zentralbank gehalten wird, umso größer ist die Risikoprämie ρ (vgl. Krugman/Obstfeld/Melitz 2015, Anhang I zu Kapitel 18):

  1. Überprüfen Sie diese Theorie, indem Sie die für Ihr Untersuchungsland gemes-sene implizite Risikoprämie ρ (analog der Abbildung 18AI.1 in Krug-man/Obstfeld/Melitz 2015, 687) in ein Verhältnis setzen zum Nettoangebot an Staatsanleihen B-A, dass von den Geschäftsbanken gehalten wird (IFS-Zeilen 22a minus 26d). Möglicherweise ist es sinnvoll, diese Differenz ins Verhältnis zum gesamten Nettoangebot an Staatsanleihen (IFS-Zeile 32an) zu setzen, um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten.
  2. Wie eng ist der statistisch messbare Zusammenhang zwischen ρ und B-A, wenn Sie Monatsdaten zugrunde legen?

Achten Sie darauf, dass Sie ρ nur im Nachhinein als implizite Risikoprämie feststellen können: Sie müssen also das (absolute/relative) Nettoangebot an Staatsanleihen zugrunde legen, das zu Beginn der drei Monate von den Geschäftsbanken gehalten wurde.

Optimale Währungsräume und Europäische Währungsunion

Lernziele

Im Ergebnis dieser Lerneinheit können sie verstehen, untersuchen und beurteilen,

  1. wieso sich die EU mit der Schaffung des Binnenmarktes zugleich für die Einführung einer gemeinsamen Währung entschied
  2. welche makroökonomischen Besonderheiten das Konzept der Eurozone gegenüber anderen Volkswirtschaften aufweist
  3. in welchem Umfang Länder, die an der Eurozone teilnehmen oder teilnehmen wollen, den Kriterien der Theorie optimaler Währungsräume genügen.

Schlüsselbegriffe

  1. Währungsunion
  2. Integrationsprozess
  3. Binnenmarkt
  4. Finanzmarkt-Integration
  5. Europäisches Währungssystem
  6. Optimaler Währungsraum
  7. Arbeitsmobilität
  8. Produktdiversifikation
  9. Fiskaltransfers
  10. Solidarität
  11. Homogenität der Präferenzen
  12. Europäische Währungsunion
  13. Europäische Zentralbank

Dossier: Optimaler Währungsraum

In Kapitel 21.3 von Krugman/Obstfeld/Melitz 2015 wird die Theorie der optimalen Währungsräume erläutert. Sie sollen nun untersuchen, ob sich Ihr Untersuchungsland in einem optimalen Währungsraum befindet. Überprüfen Sie die verfügbaren Daten über

  1. die Verflechtung Ihres Untersuchungslandes mit der Region, in der es sich befindet
  2. die Offenheit, gemessen an der Außenhandelsquote, ihres Untersuchungslandes
  3. das Verhältnis der terms of trade zum realen effektiven Wechselkurs: in wel-chem Zusammenhang steht dieses Verhältnis zu der wirtschaftlichen Offenheit Ihres Untersuchungslandes.

Finanzkrisen im globalen Kontext

Lernziele

Schlüsselbegriffe

  1. Weltwirtschaftskrise
  2. New Deal
  3. Zielwohlstand
  4. Vermögenserwartungen
  5. Goldenes Zeitalter des Kapitalismus
  6. Gütermarkt-Arbeitsmarkt-Modell
  7. Stagflation
  8. Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik
  9. Finanz-Akzelerator
  10. Finanzkrise
  11. Adverse Selection
  12. Moral Hazard
  13. Bankenkrise

Der Euro im globalen Finanzsystem

Schlüsselbegriffe

  1. Eurozone
  2. Integration
  3. Desintegration
  4. Wirtschaftswachstum
  5. Einkommenskonvergenz
  6. Investitionsquote
  7. Lohnquote
  8. Lohnstückkosten
  9. Arbeitslosigkeit
  10. Inflation
  11. Staatschulden
  12. Haushaltssaldo
  13. Zweisäulenstrategie der Europäischen Zentralbank
  14. Bilanz des Eurosystems
  15. Leitzinsen
  16. Finalität
  17. Goldautomatismus
  18. Geld ohne Staat
  19. Europäische Souveränität
  20. Währungssouveränität

Literaturverzeichnis

  • Blanchard, Olivier und Gerhard Illing, Makroökonomie, 7. Aufl., München: Pearson, 2017. ISBN 978-3-86894-308-5.
  • Jäger, Johannes und Elisabeth Springler. 2013. Ökonomie der internationalen Entwicklung: Eine kritische Einführung in die Volkswirtschaftslehre. 2. Aufl. Reihe 14. Wien: Mandelbaum. ISBN 978-3-85476-386-4.
  • Krugman, Paul R.; Maurice Obstfeld und Marc J. Melitz, Internationale Wirtschaft: Theorie und Politik der Außenwirtschaft, 11. Aufl., München: Pearson, 2019. ISBN 978-3-86894-365-8.
  • Mishkin, Frederic S. 2019. The economics of money, banking, and financial markets. Twelfth edition, global edition. The Pearson series in economics. Upper Saddle River: Pearson. ISBN 978-1-292-26885-9.
  • Palgrave Macmillan, Hg. 2019. The new Palgrave dictionary of economics. Living edition. [1]. ISBN 978-1-349-95121-5.
  • Rochon, Louis-Philippe und Sergio Rossi, Hg. 2016. An Introduction to Macroeconomics: A Heterodox Approach to Economic Analysis. Cheltenham, UK, Northampton, MA, USA: Edward Elgar Publishing. ISBN 978-1-782549376.
  • The Core Team. The Economy. 2017. Oxford, New York: Oxford University Press. https://www.core-econ.org/. ISBN 978-0-19-881024-7