Difference between revisions of "Wettbewerbsfähigkeit Irlands 2008"

From Wiwiwiki.net
Jump to navigationJump to search
(Dynamische Analyse der Außenhandelsstruktur)
(Dynamische Analyse der Außenhandelsstruktur)
Line 69: Line 69:
 
Schlechte Exportaussichten/-chancen bestehen bei den Produktgruppen im Quadranten der „Declining Industries“. Hier stagnieren die Exporte und der Marktanteil liegt unter dem Durchschnitt aller Produkte. Unterstützungen des Handels ergeben kaum bzw. keine positiven Veränderungen mehr.
 
Schlechte Exportaussichten/-chancen bestehen bei den Produktgruppen im Quadranten der „Declining Industries“. Hier stagnieren die Exporte und der Marktanteil liegt unter dem Durchschnitt aller Produkte. Unterstützungen des Handels ergeben kaum bzw. keine positiven Veränderungen mehr.
  
[[Bild:Labour Productivity.jpg|thumb|center|600px|]]<br style="clear:both;" clear="all" />
+
[[Bild:Labour Productivity.jpg|thumb|center|600px|]]<br style="clear:both;" clear="all" /> [[Bild:Terms of Trade.jpg|thumb|center|600px|]]<br style="clear:both;" clear="all" />
  
 
==Sektorale Standortattraktivität==
 
==Sektorale Standortattraktivität==

Revision as of 13:34, 23 May 2008

Celtic Tiger

Einleitung

Im Internationalen Vergleich befindet sich Irland auf Rang 14 in der Bewertung der Internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Der Begriff Internationale Wettbewerbsfähigkeit ist in diesem Zusammenhang als Wettbewerbsfähigkeit einzelner Volkswirtschaften zu betrachten. Wettbewerbsfähigkeit bezogen auf Nationen ist derzeit einerseits noch ein sehr unkonkreter, andererseits jedoch vielseitig definierbarer Begriff.
Anders als bei einer einzelnen Unternehmung kann eine gesamte Volkswirtschaft nicht plötzlich vom Weltmarkt verschwinden, nur weil sie sich nicht als wettbewerbsfähig erweist. Demnach gibt es zahlreiche Ansichten nach denen der Begriff Wettbewerbsfähigkeit nicht auf ganze Volkswirtschaften bezogen werden kann.
Jedoch macht das stetig weitere Zusammenrücken internationaler Märkte, geprägt von raschem wirtschaftlich-technologischen Fortschritt sowie der rasanten Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologie, sowie dem damit steigenden internationalen Wettbewerb, die Existenz des Begriffes internationale Wettbewerbsfähigkeit unabdingbar. Vielmehr als um Konkurrenz der Länder handelt es sich bei der Wettbewerbsfähigkeit der Volkswirtschaften um ein gegenseitiges Ausschöpfen des jeweiligen komparativen Vorteils eines Landes und der anschließenden globalen Ergänzung mit anderen Ländern. Erst dadurch wird die globale Weltwirtschaft ermöglicht. Nach zahlreichen anderen Meinungen hat der Begriff Wettbewerbsfähigkeit vier verschiedene Facetten.
Die erste Facette beschreibt die „Ability to sell“. Grundlage dieser Komponente ist die Annahme, dass sich die Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft aus der Summe der Wettbewerbsfähigkeiten aller Unternehmen des Landes definiert. Ein Land gilt als konkurrenzfähig, wenn es in der Lage ist, seine Produkte auf ausländischen Märken zu verkaufen. Die Messung der Wettbewerbsfähigkeit erfolgt im Zeitablauf anhand erreichter Veränderungen, nicht Zeitpunkt gerichtet. Die Exportfähigkeit Irlands ist seit Anfang der neunziger Jahre enorm gestiegen. Heute beträgt das Pro-Kopf-Exportvolumen Irlands siebenmal so viel wie das der USA und viermal soviel wie das Großbritanniens.
Eine weitere Ausrichtung stellt die „Ability to earn“ dar. Hierbei wird die internationale Wettbewerbsfähigkeit als die Fähigkeit, ein möglichst hohes Realeinkommen zu erzielen definiert. Hinter dieser Definition steht die Auffassung, einen möglichst hohen und gleichzeitig steigenden Lebensstandard der Bevölkerung zu erzielen. In den letzten fünf Jahren war das Wirtschaftswachstum in Irland etwa dreimal so hoch wie in den übrigen EU-Ländern. Das Volkseinkommen Irlands ist hinter Luxemburg das zweithöchste in der EU.
Dritte Auffassung ist die „Ability to adjust“. Eine besondere Rolle spielt hier die Anpassungsfähigkeit einer Volkswirtschaft an Marktentwicklungen und Marktanforderungen. Je schneller ein Land sich gegenüber seinen Konkurrenten entwickelt, desto dynamischer und effizienter ist es und erhält dadurch einen besonderen Vorteil für die Wettbewerbsfähigkeit. Irland zeichnet sich durch eine besonders reaktionsfähige und flexible Wirtschaft aus. Die Ursachen der schnellen Anpassungsfähigkeit sind in der geringen Größe des Landes zu suchen.
Die letzte Facette der Wettbewerbsfähigkeit spiegelt sich in der „Ability to attract“ wieder. Hierbei spielt die Attraktivität eines Wirtschaftsstandortes für Investoren, insbesondere für ausländische Direktinvestitionen, eine große Rolle. Irland befindet sich im Ranking um ausländische Direktinvestitionen auf Rang 7, hierbei übernimmt die USA 70% aller nach Irland fließenden Direktinvestitionen. Besonders attraktiv sind die Pharma-, Medizin und Kommunikationsindustrie sowie die Softwareentwicklung.
Heute werden die vier Ausprägungen der Wettbewerbsfähigkeit zumeist in Verbindung betrachtet um schließlich die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes in seiner Gesamtheit beurteilen zu können.
Weitere Kriterien für die internationale Wettbewerbsfähigkeit Irlands ergeben sich zum einen aus der geographischen Lage Irlands innerhalb Europas sowie der stabilen Wirtschaft seit Anfang er 90er Jahre. Irland konzentriert sich auf Innovation, ist äußerst reaktionsfähig auf veränderte Marktanforderungen und überwiegend zukunftsorientiert.
Ein weiteres Argument für die Wettbewerbsfähigkeit Irlands ist die junge gut ausgebildete Bevölkerung mit weitgehend internationaler Einstellung welche somit ein sehr flexibles Arbeitskräftepotential darstellt.

Sektorale Leistungsfähigkeit im Außenhandel

Die Entwicklung Irlands seit Anfang der 90er Jahre ist beispielhaft für die positiven Auswirkungen der Globalisierung. Irland trat 1972 als ärmstes Mitglied in die EWG ein, heute weist es das zweithöchste Prokopfeinkommen in der EU vor. Nach dem EU-Beitritt durchlebte Irland eine rasante Entwicklung vom landwirtschaftlich geprägten Staat zur Industrienation. Diese Entwicklung wurde durch das „Program for Prosperity and Fairness“ ermöglicht. Der Staat versprach hierbei Steuersenkungen zur Entlastung von Haushalten und Unternehmen, im Gegenzug dazu verpflichteten sich die Gewerkschaften zur Zurückhaltung bei Lohnforderungen und zu Streikverzicht. Weiterhin begünstigten zahlreiche EU-Beihilfen seit Beginn der 90 Jahre die positive Entwicklung Irlands. Diese Maßnahmen zur Wirtschaftsförderung sind der Grundstein für den offenbarten komparativen Vorteil Irlands sowohl gegenüber seinen Nachbarländern innerhalb der EU als auch weltweit. Es gelang Irland durch die stetige Förderung offener Handelsbeziehungen besonders günstige Investitionsbedingungen mit niedrigen Steuersätzen zu schaffen. Sehr schnelle und unkomplizierte Genehmigungsverfahren für Industrieansiedelungen sowie der garantierte Tariffrieden lassen Irland zu einem besonders attraktiven Investitionsstandort werden. So befinden sich heute 570 namhafte US-Unternehmen wie beispielsweise Intel, Apple und Microsoft, die einen maßgeblichen Anteil am Außenhandelsüberschuss aufweisen, in Irland. Weiterhin ist es Irland gelungen eine sehr erfolgreiche Bildungspolitik zu betreiben, in der es Ziel ist, eine hochqualifizierte aber schnell ausgebildete junge Bevölkerung auf den Arbeitsmarkt zu bringen. Die schnelle Entwicklung der Hochtechnologien und Industrien sowie die gut qualifizierte Bevölkerung haben zu einem kontinuierlichen Wirtschaftwachstum seit den 90er Jahren um jährlich ca. 5% geführt. Dadurch bedingt herrscht mit nur noch knapp 4% ALQ in Irland annährend Vollbeschäftigung, das Prokopfeinkommen stieg seit 1998 um 140% und liegt heute um 37% über dem der BRD. Der somit erreichte hohe Lebensstandard in Irland führte zu einem starken Anstieg der Heirats- und Geburtenrate und folglich zu einer sehr positiven demographischen Entwicklung. Weitere bedeutende Vorteile Irlands sind die geringe Größe des Landes sowie die Bevölkerungszahl von nur 4,1 Mio. Menschen, welche dem Land einen sehr hohen Flexibilitäts- und Anpassungsgrad verleihen. Neben der starken Abhängigkeit vom Außenhandel ist es Irland gelungen im Außenhandel hochgradig konkurrenzfähig zu sein. (Heute werden ca. 90% des BIP durch Export von Waren und Dienstleistungen erzielt.) Im Ranking um die Platzierung im internationalen Außenhandel belegte Irland 2006 Platz 29, 2007 bereits Rang 14, Tendenz weiter steigend. Der durch den Export bedingte Handelsüberschuss betrug 2006 32.342.326 USD bei einer gesamten Exporthöhe vom 108.851.929 USD. Weltweit exportiert Irland 2367 Produkte auf 185 Märkte. (ausschließliche Betrachtung von Märkten und Produkten mit einem Exportvolumen > 100.000 USD). Entsprechend dem zweistellig harmonisierten System erwirtschaftet Irland den größten Handelsüberschuss in den modernen Industrien. Die biochemische Industrie, sowie die Pharma- und Kosmetikindustrie erwirtschaften alleine einen Handelsüberschuss von 120% und kompensieren somit die Handelsdefizite anderer Wirtschaftssektoren, wie bspw. der Kraftfahrzeugindustrie. Im Bereich der biochemischen Industrie befindet sich Irland mit 7% des gesamten Weltmarktexports dieser Branche auf Rang 4, hinter den USA, Deutschland und Belgien. Irland ist auf 65 Märkten mit 92 Produkten vertreten. Im Bereich des vierstellig harmonisierten Systems erzielen besonders heterozyklische Verbindungen mit nitrogen Heteroatom und nuklearischen Säuren und Salzen mit 50% den größten Anteil am Handelsüberschuss im Sektor der Biochemie. Größter Abnehmer irischer Biochemie-Produkte sind mit 34% die USA. Der zweitgrößte Sektor ist die Pharmaindustrie. Der Anteil am gesamten Handelsüberschuss beträgt 44%, innerhalb des Sektors erwirtschaftet die traditionelle Produktgruppe der dosierten Pharmazeutika 87% des Überschusses. Im weltweiten Vergleich befindet sich Irland mit 5% Weltmarktanteil auf Rang 7 hinter Frankreich und Großbritannien. Marktführer in diesem Sektor sind Deutschland und Belgien. Auf dem Markt der Pharmaprodukte vertreibt Irland 26 Produkte in 106 verschiedenen Ländern. Auch hier sind die USA wichtigster Handelspartner mit einem Abnahmevolumen von 18,5%. Eine bedeutende Rolle kommt der zweitgrößten Produktgruppe zu. Beim Export von menschlichem und tierischem Blut, Antisera, Giften, Impfstoffen und mikroorganischen Kulturen handelt es sich um so genannte Star-Produkte. Der Handelsüberschuss beträgt nur noch etwa 5%, allerdings ist davon auszugehen, dass diese Produktgruppe in den nächsten Jahren einen enormen Aufschwung erfahren wird. Den drittgrößten Handelsüberschuss erwirtschaftet Irland mit 17% in der Kosmetikindustrie. Weltweit befindet sich Irland mit 10% Marktanteil auf Rang 4. Irland exportiert 24 verschiedene Produkte in 127 Länder. Die Produktgruppe der Duftstoffe, welche innerhalb der Industrie als Rohstoffe verwendet werden, erzielt innerhalb des Sektors einen Handelsüberschuss von 107% und stellt somit das einzig profitable Exportgut innerhalb des Sektors dar und kompensiert andere Defizitprodukte. Auch in diesem Sektor sind die USA wichtigster Handelspartner Irlands mit einem Abnahmevolumen von über 30%. Die USA haben als wichtigster Handelspartner Irlands eine bedeutende Rolle. Die USA sind mit ihren zahlreichen Direktinvestitionen maßgeblich am wirtschaftlichen Aufschwung und der positiven Entwicklung Irlands beteiligt und fördern durch die Abnahme der irischen Produkte die Kontinuität der Wirtschaft. Ursachen der starken Verbundenheit der USA mit Irland sind besonders in der gemeinsamen Historie zu suchen. Besonders im 17. und 18. Jahrhundert wanderten viele Iren auf Grund der beginnenden Industrialisierung und später noch einmal auf Grund der großen Hungersnöte nach Amerika aus. Durch die starke kulturelle Verbindung bekommt die kilometermäßige Ferne eine starke Nähe, somit ist die relative Lage der Länder zueinander bei den Handelsbeziehungen zwischen Irland und Amerika bedeutungslos. Die anderen bedeutenden Handelspartner in den oben genannten Sektoren befinden sich allesamt auf dem europäischen Festland und damit in geographischer und wirtschaftlicher Nähe. Der Außenhandel auf dem europäischen Festland ist durch die zunehmende Vereinheitlichung des europäischen Wirtschaftsraumes einfach und unkompliziert. Gegenüber den Ländern der EU hat Irland in den genannten Sektoren einen relativen Produktivitätsvorsprung sowie den Vorteil der Relativen Faktorausstattung. Dieser Vorsprung liegt zum einen in der Natur der EU begründet, die vorsieht, dass jedes Land seine eigenen Gegebenheiten ausschöpft und der restliche Güterbedarf über europäischen Austausch stattfindet. Zum anderen hat Irland gegenüber den europäischen Ländern jedoch den entscheidenden Vorteil, dass es von der hohen Entwicklung der USA stetig profitiert.

Branche Produkte EX IM EX-IM Anteil in % am Gesamten Handelsüberschuß Anteil in % im jeweiligen Sektor

Dynamische Analyse der Außenhandelsstruktur

Die Portfolio-Analyse stellt dem Weltnachfragewachstum dynamisch den nationalen Zuwachs an Irlands Weltmarktanteil und strukturiert Irlands’ Marktanteil gegenüber.

Diese Analyse (dynamisch/strukturiert) ist in vier Quadranten aufgeteilt: „Winners in growing sectors“/„Champions“(rechts oben), „Winners in declining sectors“/„Achievers in adversity“ (rechts unten), „Losers in growing sectors“/„Underachievers“ (links oben) und „Losers in declining sectors“/„Declining industries“ (links unten).

Bubble Chart dynamisch.png


Bubble Chart strukturell.png



Durch die dynamische und strukturierte Portfolio-Analyse der 20 meist-exportierten Produktgruppen Irlands wird ersichtlich, dass sich die wichtigsten Exporte auf die Faktoren des Sekundärmarktes beschränken, d.h. neben der verarbeitenden Industrie mit 31,99%, werden im Primärsektor Buntmetall-Erze, mit 51,73% am stärksten exportiert. Der Dienstleistungssektor profitierte von der lebhaften Inlandsnachfrage, und sowohl konsum- als auch unternehmensorientierte Dienstleistungen setzten ihren Aufschwung fort.

Dynamisch gesehen ist die Produktgruppe mit dem höchsten Zuwachs an Marktanteil (+29,23%) und stärkstem Exportwachstum (31,99%) die Raffinerie von Gas-Produkten/Erdöl. Diese Produktgruppe hat darüber hinaus auch einen sehr dynamischen Welthandelszuwachs. Der höchste Marktanteil in Irland, mit 4,92%, wird durch die Herstellung von chemischen Produkten erreicht. Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind neben den Erzen auch Transportmittel und Maschinen, Textilien und chemische Erzeugnisse. Diese gehen direkt in den Export und werden daher nicht auf dem Binnenmarkt gehandelt. Neben den traditionellen Textil-, Nahrungsmittel-, und Getränkeproduktionsbetrieben sind die wichtigsten Industrien Metallverarbeitung, Maschinenbau, aber auch die chemische und pharmazeutische Industrie. Sehr dynamisch sind auch Bergbau und die Gewinnung von Naturstein, Erdöl, Recycling und die Raffinerie von Gas-Produkten/Erdöl. Die Produktgruppe mit dem niedrigsten Zuwachs an Marktanteilen (-29,56%) und einem allgemein sehr niedrigen Marktanteil von 0,35% ist die Fertigung von Fernseh- und Radio-Funksendern. Strukturell gesehen, hat die Fertigung von Spezial-Maschinerie den geringsten Marktanteil (0,14%). Die Warenausfuhr litt zum Teil unter branchenspezifischen Schwächen, aber auch unter dem fortgesetzten Wettbewerbsdruck. In günstigem Licht erschien der Export von Nahrungsmitteln und Getränken. Moderne Wirtschaftssektoren wie Chemie und Informations- und Kommunikationstechnik zeichneten sich eher wenig aus. Der hohe Produktionszuwachs hat zum Aufbau von Lagern geführt und innerhalb der Eurozone wirkt die irische Inflationsdynamik kontraproduktiv. Zwischen 2003 und 2006 sind die Terms of Trade für Irland immer wieder gesunken. D.h., dass die Preise der Importgüter schneller als die Preise der Exportgüter gestiegen sind. Das Verlagswesen („Publishing“) nimmt aus Sicht der Exporte mit 5,69% am geringsten zu.

In beiden Fällen gute Werte, also hoher Marktanteil und relativ starker Exportzuwachs, sind in den Bereichen der Fertigung von alkalischen Chemikalien (Marktanteil: 3,84%; Exportzuwachs: 17,82%), der Herstellung von medizinischen Vorrichtungen, Instrumenten und Messgeräten (Marktanteil: 2,23%; Exportzuwachs: 14,36%) und bei der Herstellung von sonstigen Nahrungsmittel-Produkten (Marktanteil: 2,64%; Exportzuwachs: 12,31%) vertreten. Nur zwei Produktgruppen (Herstellung von alkalischen Chemikalien und anderen Chemie-Produkten) haben ein hohes Potential dazu, ein „Champion“ zu werden, d.h. hohen Marktanteil und zugleich hohen Exportzuwachs zu erwirtschaften. Das bedeutet, dass sie schneller als der Welthandel wachsen würden und Irland sich, aufgrund des hohen Marktanteils, auf diese Produktgruppen spezialisieren könnte. Als Herausforderung für Irland sind Produktgruppen wie die Fertigung von opitschen Instrumenten und Fotografie-Ausstattung oder die Raffinerie von Gas-Produkten/Erdöl anzusehen, da sie trotz ihres relativ hohen Exportzuwachses einen sehr geringen Marktanteil aufweisen. Bei diesen Gruppen sollten Strategien entwickelt werden, um den Marktanteil zu steigern. Dazu müssten Quellen für entstandene Angebotsengpässe gefunden und Möglichkeiten für eine eventuelle Produktdiversifikation geprüft werden. Büro-, Buchhaltungs- und allgemeine EDV-Maschienerie und die Herstellung von Milchprodukten als Beispiel, erbringen wiederrum einen hohen Marktanteil für Irland, allerdings sinkt hier die Weltnachfrage bzw. wächst sie nicht über den Weltdurchschnitt hinaus. Hier sollten demnach bestimmte Marketingstrategien gefunden werden, die sich auf die besten Produkte der sinkenden Produktgruppen richten. Schlechte Exportaussichten/-chancen bestehen bei den Produktgruppen im Quadranten der „Declining Industries“. Hier stagnieren die Exporte und der Marktanteil liegt unter dem Durchschnitt aller Produkte. Unterstützungen des Handels ergeben kaum bzw. keine positiven Veränderungen mehr.

Labour Productivity.jpg


Terms of Trade.jpg


Sektorale Standortattraktivität

Analyse der ausländischen Direktinvestitionen im Untersuchungsland

Sektoraler Wettbewerb um ausländische Direktinvestitionen

Irland besitzt eine hohe Standortattraktivität in den Sektoren der Holzproduktion, elektrischen und elektronischen Geräte (Radio, TV, Kommunikation; Büromaschinen, Computer) sowie der Herstellung von Chemikalien und chemischen Produkten. Der Sektor der Holzproduktion zog mit US$ 1.596.800 im Jahr 2005 die meisten ausländischen Direktinvestitionen an. Weiterhin interessant für derartige Investitionen sind die Elektro- und Chemiesektoren, da sie sich durch hohe Im- und Exporte auszeichnen. Im Jahr 2006 beliefen diese sich auf US$25.564.600 Export und US$ 20.090.000 Import im Bereich der elektrischen und elektronischen Geräte sowie auf US$ 52.004.200 Export und US$ 9.536.700 Import im Chemiesektor.

Der internationale Vergleich zeigt, dass Irland im Jahr 2005 nach Frankreich mit US$ 2.014.600 die meisten ausländischen Direktinvestitionen im Bereich der Holzproduktion anziehen konnte. Nur wenig geringer fielen die Investitionen in Schweden mit US$ 1.116.700 aus. Im selben Jahr betrugen die Investitionen im Elektroniksektor US$ 518.600 was Irland auf Platz 7 brachte. Die vorderen Plätze belegen China mit US$ 7.711.200, die USA mit US$ 5.341.000 und Frankreich mit US$ 3.345.300. Der Chemiesektor war in Irland bis einschließlich 2004 von im internationalen Vergleich konstant hohen Investitionen geprägt. So belegte Irland 2004 noch Platz 2 mit US$ 5.708.000 vor China mit US$ 2.655.600 während 2005 die ausländischen Direktinvestitionen erstmals negativ waren (US$ -6.234.100) was Irland auf Platz 37 zurückfallen lies. Seit 1997 konnten die USA jährlich (mit Ausnahme des Jahres 2002) die meisten internationalen Investitionen in diesem Sektor anziehen (Bsp. 2005: US$ 15.528.000). Frankreich, die USA und China können also für die genannten Sektoren als die wichtigsten Wettbewerber identifiziert werden. Welche Faktoren begründen nun die international gute Position Irlands im Wettbewerb um ausländische Direktinvestitionen? Laut dem „Index of Economic Freedom 2008“ der “Heritage Foundation & Wall Street Journal”, welcher die Offenheit einer Volkswirtschaft bewertet, belegt Irland mit 82,4% Wirtschaftsfreiheit (dies entspricht der Kategorie „Frei“) den dritten Rang im internationalen Vergleich nach Hong Kong und Singapur. Die USA belegen in diesem Ranking Platz 5 mit 80,6% (gleiche Kategorie), Frankreich mit 65,4% Platz 48, was der Kategorie „Mittelgradig Frei“ entspricht, und China Platz 126 mit 52, 8% Freiheit (Kategorie „Größtenteils Unfrei“). Im europäischen Vergleich befindet sich Irland gar auf dem ersten Rang. In 8 der 10 Faktoren dieses Rankings erlangte Irland Werte teilweise weit über dem internationalen sowie dem europäischen Durchschnitt. Besonders hoch sind die Unternehmensfreiheit (92,2%), die Investitionsfreiheit (90%) und die Finanzfreiheit (90%). So ist es in Irland relativ problemlos ein Unternehmen zu gründen, zu führen sowie auch wieder zu beenden. Beispielsweise werden im Mittel nur 13 Tage für eine Unternehmensgründung benötigt, im Vergleich zum internationalen Durchschnitt von 43 Tagen. Die Regulierung der Wirtschaft durch den Staat ist gering. Ebenso sind die Inflation mit 2,2% wie auch die Arbeitslosigkeit mit 4,3% relativ niedrig (Werte von 2005). Weiterhin sind ausländische Investitionen nur in wenigen Sektoren eingeschränkt. In- und ausländische Investoren genießen gleiche Freiheiten. Die Finanzmärkte sind transparent und offen für ausländische Konkurrenz. Hervorzuheben ist der strenge Schutz der Eigentumsrechte. So bietet Irland einen der umfangreichsten rechtlichen Rahmen Europas für den Schutz von intellektuellem Eigentum. Die für sich genommen niedrigsten Ergebnisse erzielte Irland in den Bereichen Steuerfreiheit (71,5%) und Freiheit vom Staat (64,5%). Eine hohe Einkommenssteuerrate (42% max.) und eine niedrige Körperschaftssteuer (mit bis zu 12,5% liegt diese weit unter europäischem Durchschnitt) führen zu einer Bewertung der Steuerfreiheit 3% unter dem internationalen Durchschnitt. Weiterhin sind die Staatsausgaben (inklusive Verbrauchs- und Transferzahlungen) insgesamt hoch (2005: 34,4% des BIP) und da der Staat trotz erheblicher Privatisierungsprozesse die Kontrolle über einige Schlüsselsektoren der irischen Wirtschaft hält, liegt die Freiheit in diesem Bereich ebenfalls 3% unter internationalem Durchschnitt. Insgesamt bietet Irland eines der global unternehmensfreundlichsten Umfelder, insbesondere für Investitionen. Wegen seiner pro-wirtschaftlichen Regierungspolitik erhält Irland einen erheblichen Teil der U.S.-Investitionen in der Europäischen Union. In den USA stark sind die Unternehmensfreiheit (91,7%), die Arbeitsfreiheit (92,3%) und der Schutz der Eigentumsrechte (90,0%). Besonders hervorzuheben sind die offenen Finanzmärkte, die die dynamischsten und modernsten der Welt darstellen. Negativ fallen die hohen Steuersätze auf. So betragen die Einkommens- sowie die Körperschaftssteuer bis zu 35% was die USA in diesem Punkt weniger attraktiv für ausländische Investitionen macht als Irland. Frankreichs beste Werte in punkto Wirtschaftsfreiheit liegen bei der Unternehmensfreiheit (87,1%), der Handelsfreiheit (81,0%) sowie der Währungsfreiheit (81,2%) was auf die Zugehörigkeit zur Europäischen Union zurückzuführen ist. Ebenso sichert dies eine niedrige Inflationsrate von zuletzt 1,9%. Schlusslichter bilden die Steuerfreiheit (53,2%) und die Freiheit vom Staat (13,2%). Seit 2006 betragen die Einkommenssteuer bis zu 40% sowie die Körperschaftssteuer bis zu 33,8%. China erzielt in 7 von 10 Bereichen Werte teilweise weit unter dem internationalen Durchschnitt. Besonders gering sind der Schutz der Eigentumsrechte (20,0%), die Finanz- und Investitionsfreiheit mit jeweils 30,0% sowie die Korruptionsfreiheit mit lediglich 33,0%. Die größte Freiheit erzielt China im Bereich der Abhängigkeit von Staatsausgaben (89,7% Freiheit). Diese sind mit 18,5% des BIP im Vergleich niedrig. Weiterhin wird immer noch viel wirtschaftliche Aktivität vom Staat geleitet. An zweiter Stelle steht die Währungsfreiheit mit 76,5%, gefolgt von der Handelsfreiheit mit 70,2%. Ausländische Investitionen werden stark kontrolliert und reguliert. Ebenso ist das Rechtssystem in hohem Maße politisiert. Der Finanzsektor steht unter strenger Kontrolle durch den Staat, dem direkt oder indirekt alle Banken unterstellt sind. Wichtige Standortfaktoren, die Irland attraktiv für Investitionen machen, sind zusammengefasst das günstige Steuerklima, die geographische Lage, wirtschaftliche Integrationen, internationale Telekommunikation, internationales Networking (aktives Engagement in internationalen Organisationen), Kostenvorteile (direkte Lohn- und Kapitalkosten), Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften, weniger restriktives und leicht verständliches Arbeitsrecht sowie die direkte staatliche Unterstützung für die Ansiedlung neuer ausländischer Unternehmen durch Fördergelder. Diese Faktoren machen Irland zu einem konkurrenzfähigen Standort, von dem aus internationale Märkte beliefert werden können. Alle dargestellten Faktoren sind allgemeiner Natur, da jeder Wirtschaftssektor von ihnen positiv oder negativ beeinflusst wird. Sie wirken sich nicht nur auf einen bestimmten Sektor aus, was bei sektoralen Faktoren der Fall wäre.

Zusammenfassung

Weblinks

Quellen