Difference between revisions of "Wettbewerbsfähigkeit Frankreich 2008"

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(Dynamische Analyse der Außenhandelsstruktur)
 
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'''Frankreich''' (amtlich République Française) liegt im Westen Europas und besitzt mit ihren Nachbarländer Deutschland, Spanien, Niederlande und Belgien weitreichende wirtschaftliche Beziehungen. Mit einer Landesfläche von 547.026 qkm (ohne Übersee-Departements) ist Frankreich das größte Land Europas und bietet mit seinen 64,1 Millionen Einwohner ein hohes Potential für den Verbrauchermarkt.  
 
'''Frankreich''' (amtlich République Française) liegt im Westen Europas und besitzt mit ihren Nachbarländer Deutschland, Spanien, Niederlande und Belgien weitreichende wirtschaftliche Beziehungen. Mit einer Landesfläche von 547.026 qkm (ohne Übersee-Departements) ist Frankreich das größte Land Europas und bietet mit seinen 64,1 Millionen Einwohner ein hohes Potential für den Verbrauchermarkt.  
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 2 248 Milliarden US-Dollar (2006; Dienstleistungen 77,2 Prozent, Industrie 20,8 Prozent, Landwirtschaft 2 Prozent); daraus errechnet sich ein BIP pro Einwohner von 36 699,60 US-Dollar. Die Inflationsrate liegt bei 2,30 Prozent (2006) und das Wirtschaftswachstum bei 2 Prozent (2006). 4 Prozent der Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft beschäftigt, 24,6 Prozent in der Industrie und 71 Prozent im Dienstleistungssektor (2004).  
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Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 2 248 Milliarden US-Dollar (2006; Dienstleistungen 77,2 Prozent, Industrie 20,8 Prozent, Landwirtschaft 2 Prozent); daraus errechnet sich ein BIP pro Einwohner von 36 699,60 US-Dollar. Die Inflationsrate liegt bei 2,30 Prozent (2006) und das Wirtschaftswachstum bei 2 Prozent (2006). 4 Prozent der Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft beschäftigt, 24,6 Prozent in der Industrie und 71 Prozent im Dienstleistungssektor (2004).<ref>http://www.diplomatie.gouv.fr/de/frankreich_3/frankreich-entdecken_244/frankreich-im-uberblick_246/index.html</ref>
 
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Abzulesen ist das durchschnittliche Weltexportwachstum in Höhe von 16,458% und der durchschnittliche Weltmarktanteil Frankreichs mit 4,156%. Anhand der Daten ist weiterhin ersichtlich, dass Luft- und Raumfahrzeuge mit einem Leergewicht von mehr als 15000 kg die größte wertmäßige Bedeutung im Bereich Export haben. Ihr Weltmarktanteil liegt bei 22,76% bei einem unterdurchschnittlichen Weltexportwachstum von 14,63%. Seit 2002 verlor dieser Sektor  2,02%. Ebenfalls im Bereich der Achievers in adversity (unterdurchschnittliches Exportwachstum bei überdurchschnittlichem Marktanteil) befindet sich der Sektor Fahrzeuge mit Diesel- oder Halbdieselmotoren (Hubraum zwischen 1500cm³ bis 3000cm³). Dieser Wirtschaftszweig ist zwar erfolgreich  mit einem Exportvolumen von 11257,67 US$ Million und besitzt auch einen relativ hohen Marktanteil, befindet sich aber in einem abnehmenden Sektor und verlor in den letzten  Jahren 12,53 %.
  
Abzulesen ist das durchschnittliche Weltexportwachstum in Höhe von 16,458% und der durchschnittliche Weltmarktanteil Frankreichs mit 4,156%. Diese Werte (in der Grafik als Linien dargestellt) teilen das strukturelle  Portfolio in 4 Quadraten:  Champions, Achievers in adversity, Underachievers und declining industries.  Jedoch bei der dynamischen Analyse wird in Winners in declining sectors, Winners in growing sectors, Losers in growing sectors und Loseres in declining sectors unterschieden.
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Auffällig sind außerdem die wertmäßig kleineren Wirtschaftzweige Wein aus frischen Trauben und Duftstoffe und Duftwässer, da sie die höchsten Weltmarktanteile Frankreichs besitzen (bis zu 68,98%), aber deutlich hinter dem durchschnittlichen Weltexportwachstum zurück bleiben. Der Marktanteil der Weine hat sich in den letzten Jahren fast nicht verändert, da Frankreich zwar gute und große Weinanbaugebiete besitzt, aber auch diese begrenzt sind. Der hohe Marktanteil und das hohe Wachstum Franfreichs im Bereich der Duftstoffe und Duftwässer um 9,74% begründet sich durch die zahlreichen staatlichen Fördermaßnahmen und das große Know How auf diesem Gebiet.
  
Anhand der Daten ist ersichtlich, dass Luft- und Raumfahrzeuge mit einem Leergewicht von mehr als 15000 kg die größte wertmäßige Bedeutung im Bereich Export haben. Ihr Weltmarktanteil liegt bei 22 ,76% bei einem unterdurchschnittlichen Weltexportwachstum von 14,63%. Seit 2002 verlor dieser Sektor  2,02%. Ebenfalls im Bereich der Achievers in adversity (unterdurchschnittliches Exportwachstum bei überdurchschnittlichem Marktanteil) befindet sich der Sektor Fahrzeuge mit Diesel- oder Halbdieselmotoren mit einem Hubraum von mehr als 1500cm³ bis 3000cm³.  Dieser Wirtschaftszweig ist zwar erfolgreich  mit einem Exportvolumen von 11257,67 US$ Million und besitzt auch einen relativ hohen Marktanteil, befindet sich aber in einem abnehmenden Sektor und verlor in den letzten  Jahren 12,53 %.
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Die Wirtschaftzweige pharmazeutische Erzeugnisse und elektrischer Strom gehören zwar zu den Champions, haben aber in den Jahren von 2002 bis 2006  Marktanteile verloren. Wobei zu erwähnen ist, dass der Sektor Strom ein hohes Weltexportwachstum von 25,14% hat, da es mehr und mehr aufstrebende und bevölkerungsreiche Nationen wie China und Indien gibt, die immer größere Mengen an Energie benötigen. Jedoch hat Frankreich in diesem Bereich den größten Marktanteilsverlust von 17,23% erlebt. Der absolute Gewinner in den wachsenden Sektoren ist der Bereich Fahrzeuge mit Diesel- oder Halbdieselmotoren mit einem Hubraum 1500cm³ und weniger (Weltmarktanteil 25,69% und Weltexportwachstum 36,4%). Er hat in den letzten Jahren um 8,22% zugelegt.
 
 
[[Bild:Dynamische_Analyse.JPG|thumb|central|300px|Exportnach HS 6 dynamische Analyse <ref> http://www.investmentmap.org/invmap/en/index.aspx?prg=0/</ref>]]
 
 
 
Auffällig sind außerdem die wertmäßig kleineren Wirtschaftzweige Wein aus frischen Trauben und Duftstoffe und Duftwässer, da sie die höchsten Weltmarktanteile Frankreichs besitzen (bis zu 68,98%), aber deutlich hinter dem durchschnittlichen Weltexportwachstum zurück bleiben. Der Marktanteil der Weine hat sich in den letzten Jahren fast nicht verändert, da Frankreich zwar gute und große Weinanbaugebiete besitzt, aber auch diese begrenzt sind. Der hohe Marktanteil und das hohe Wachstum Franfreichs im Bereich der Duftstoffe und Duftwässer um 9,74% begründet sich durch die zahlreichen staatlichen Fördermaßnahmen und das große Know How auf diesem Gebiet.
 
  
Die Wirtschaftzweige pharmazeutische Erzeugnisse und elektrischer Strom gehören zwar zu den Champions, haben aber in den Jahren von 2002 bis 2006  Marktanteile verloren. Wobei zu erwähnen ist, dass der Sektor Strom ein hohes Weltexportwachstum von 25,14% hat, da es mehr und mehr aufstrebende und bevölkerungsreiche Nationen wie China und Indien gibt, die immer größere Mengen an Energie benötigen. Jedoch hat Frankreich in diesem Bereich den größten Marktanteilsverlust von 17,23% erlebt. Der absolute Gewinner in den wachsenden Sektoren ist der Bereich Fahrzeuge mit Diesel- oder Halbdieselmotoren und einem Hubraum von 1500cm³ und weniger ( Weltmarktanteil 25,69% und Weltexportwachstum 36,4% ). Er hat in den letzten Jahren um 8,22% zugelegt.
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Zu den schwachen Wirtschaftszweigen in den wachsenden Sektoren zählen Mineralöle und Erzeugnisse ihrer Destillation, mineralische Brennstoffe, Sende- bzw. Empfangsgeräte für Radio und Telefon und elektronisch integrierte Schaltungen. Die Mineralöle haben einen Marktzuwachs von 3,94%, da sie wie die Duftstoffe und Duftwasser zu den Luxusartikeln zählen und somit auch staatlich gefördert wurden. Wohingegen die anderen 2 Sektoren der Underachievers beide über 5% Marktanteil verloren haben. In dem Bereich Deciling industries mit den schlechtesten Exportchancen befindet sich 2006 nur der Sektor Fahrzeuge mit Hubraumverbrennungsmotor mit Fernzündung (Hubraum zwischen 1500 und 3000cm³) mit einem Exportvolumen von 7784,58 US$ Million. Dieser schwache Wirtschaftszweig hat ein Weltexportwachstum von 7,26% und ist um 12,9% auf 3,9% Marktanteil gefallen und gehört somit zu den Verlierern in den abnehmenden Sektoren.
  
Zu den schwachen Wirtschaftszweigen in den wachsenden Sektoren zählen erstens Mineralöle und Erzeugnisse ihrer Destillation, bituminöse Stoffe, mineralische Brennstoffe und Mineralwachse, zweitens Sende- bzw. Empfangsgeräte für Radio und Telefon und drittens elektronisch integrierte Schaltungen. Die Mineralöle haben einen Marktzuwachs von 3,94%, da sie wie die Duftstoffe und Duftwasser zu den Luxusartikeln zählen und somit auch staatlich gefördert wurden. Wohingegen die anderen 2 Sektoren der Underachievers beide über 5% Marktanteil verloren haben. In dem Bereich Deciling industries mit den schlechtesten Exportchancen befindet sich 2006 nur der Sektor Fahrzeuge mit Hubraumverbrennungsmotor mit Fernzündung und Hubraum von mehr als 1500 bis 3000cm³ mit einem Exportvolumen von 7784,58 US$ Million. Dieser schwache Wirtschaftszweig hat ein Weltexportwachstum von 7,26% und ist um 12,9% auf 3,9% Marktanteil gefallen und gehört somit zu den Verlierern in den abnehmenden Sektoren.
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'''Triebkräfte und Erklärungsfaktoren des Außenhandels'''
  
 
[[Bild:Terms_of_Trade_FR.JPG|thumb|right|250px|Terms of Tarde <ref> http://ec.europa.eu/economy_finance/indicators/annual_macro_economic_database/ameco_applet.htm/</ref>]]  [[Bild:Arbeitsproduktivität_FR.JPG|thumb|left|250px|Arbeitsproduktivität <ref> http://ec.europa.eu/economy_finance/indicators/annual_macro_economic_database/ameco_applet.htm/</ref>]]
 
[[Bild:Terms_of_Trade_FR.JPG|thumb|right|250px|Terms of Tarde <ref> http://ec.europa.eu/economy_finance/indicators/annual_macro_economic_database/ameco_applet.htm/</ref>]]  [[Bild:Arbeitsproduktivität_FR.JPG|thumb|left|250px|Arbeitsproduktivität <ref> http://ec.europa.eu/economy_finance/indicators/annual_macro_economic_database/ameco_applet.htm/</ref>]]
 
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Die Produktivität und speziell die Arbeitsproduktiviät ist ein wichtiges Kriterium für die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes. Bei der Berachtung der Arbeitsproduktivität für Frankreich ist ersichtlich ,dass diese seit 2002 stetig gestiegen ist und auch im internationalen Vergleich sehr gut abschneidet. Zu dem hat Frankreich mit einer Erwerbstätigenquote von 63%<ref>http://www.eds-destatis.de/de/press/download/07_07/102-2007-07-20.pdf/</ref> und als größtes Land Europas beste Voraussetzungen, um auch im internationalen Vergleich in Zukunft Wettbwerbsfähig zu bleiben.
Die Produktivität und speziell die Arbeitsproduktiviät ist ein wichtiges Kriterium für die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes.
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In der rechts abgebildenten Grafik sind die Terms of Trade ( TOT ) von Frankreich in den Jahren 2002 bis 2006 dargestellt. Bei der Betrachtung des Kurvenverlaufs ist ersichtlich, dass die TOT bis zum Jahr 2004 schwach, 2004 bis 2005 stark und bis zu Jarhr 2006 wieder schwach gefallen sind. Diese Entwicklung begründet sich durch einen schnelleren Anstieg der Importpreise, als den der Exportpreise.
 
 
In der rechts abgebildenten Grafik sind die Terms of Trade ( TOT ) von Frankreich in den Jahren 2002 bis 2006 dargestellt. Bei der Betrachtung des Kurvenverlaufs ist ersichtlich, dass die TOT bis zum Jahr 2004 schwach, 2004 bis 2005 stark und bis zu Jarhr 2006 wieder stark gefallen sind. Diese Entwicklung begründet sich durch einen schnelleren Anstieg der Importpreise, als den der Exportpreise.
 
  
 
==Sektorale Standortattraktivität==
 
==Sektorale Standortattraktivität==
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==='''Attraktivität der Industriezweige für ADI'''===
 
==='''Attraktivität der Industriezweige für ADI'''===
In wirtschaftlich schwierigem und wettbewerbsstarktem Kontext hält Frankreich ein hohes Niveau durch arbeitsplatzschaffende ausländische Direktinvestitionen. Mit einem Zufluss von absoluten ausländischen Direktinvestitionen in Höhe von 81.073,5 mio. US$ und einem Investitionsbestand von 627.930,8 mio. US $ belegt Frankreich somit Rang 3 im Rennen um ADI im Jahr 2006. Somit zählt Frankreich zu den attraktivsten Länder für ADI's. Vor allem Zielregionen wie Ile de France, Rhône- Alpes und Midi- Pyrénées waren besonders beliebt.
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In wirtschaftlich schwierigem und wettbewerbsstarktem Kontext hält Frankreich ein hohes Niveau durch arbeitsplatzschaffende ausländische Direktinvestitionen. Mit einem Zufluss von absoluten ausländischen Direktinvestitionen in Höhe von 81.073,5 mio. US$ und einem Investitionsbestand von 627.930,8 mio. US $ belegt Frankreich somit Rang 3 im Rennen um ADI im Jahr 2006. Somit zählt Frankreich zu den attraktivsten Länder für ADI's. Vor allem Zielregionen wie Ile de France, Rhône- Alpes und Midi- Pyrénées waren besonders beliebt.<ref>http://www.diplomatie.gouv.fr/de/frankreich_3/frankreich-entdecken_244/portrat-frankreichs_247/die-wirtschaft_256/die-groben-wirtschaftssektoren_84.html</ref>
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Durch eine branchenbezogene Spezialisierung in dem Bereich Chemie konnte Frankreich weitere Investoren anlocken und erreichte einen Vorteil.  
 
Durch eine branchenbezogene Spezialisierung in dem Bereich Chemie konnte Frankreich weitere Investoren anlocken und erreichte einen Vorteil.  
 
Auf den ersten Blick ist in dem Bereich Geschäftstätigkeit kein komparativer Vorteil zu erkennen, da es für diesen keine Außenhandelswerte gibt. Weiterhin fällt ein Beurteilung dies bezüglich schwer, da in den Bereich Geschäftstätigkeit sämtliche Dienstleistungen für Gastronomie, Werbung  
 
Auf den ersten Blick ist in dem Bereich Geschäftstätigkeit kein komparativer Vorteil zu erkennen, da es für diesen keine Außenhandelswerte gibt. Weiterhin fällt ein Beurteilung dies bezüglich schwer, da in den Bereich Geschäftstätigkeit sämtliche Dienstleistungen für Gastronomie, Werbung  
und Übernahmen miteinbezogen werden. Für ein Beurteilung könnte jedoch die französische Dienstleistungsbilanz herangezogen werden. Mit einen Überschuss von 2,0 Mrd. Euro lässt sich ein komparativer Vorteil erklären und stellt somit ein positiven Aspekt für die Attraktivität des Bereiches Geschäftstätigkeit dar.
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und Übernahmen miteinbezogen werden. Für ein Beurteilung könnte jedoch die französische Dienstleistungsbilanz herangezogen werden. Mit einen Überschuss von 2,0 Mrd. Euro lässt sich ein komparativer Vorteil erklären und stellt somit ein positiven Aspekt für die Attraktivität des Bereiches Geschäftstätigkeit dar.<ref>http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Frankreich/Wirtschaft.html</ref>
  
 
==Analyse der ausländischen Direktinvestitionen im Untersuchungland==
 
==Analyse der ausländischen Direktinvestitionen im Untersuchungland==
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'''''Bezug zu Frankreich'''''
 
'''''Bezug zu Frankreich'''''
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Nach Informationen der UNCTAD flossen im Jahr 2006 insgesamt 81073,5 Mio. US$ in Form von ausländischen Direktinvestitionen nach Frankreich. Der größte Anteil davon, genauer 35094,2 Mio US$ wurden in den Tertiärsektor investiert. Innerhalb dieses Sektors wurden hauptsächlich Ausgaben für Geschäftstätigkeiten (21565,8 Mio. US$), aber auch für Transport, Lager und Kommunikation (4009,3 Mio. US$) getätigt. Diese Investitionsströme sind dem market-seeking Motiv zuzuordnen. Aufgrund seiner sehr zentralen und günstigen Lage in Europa befindet sich Frankreich auf Rang 3 der höchsten ausländischen Direktinvestitionen insgesamt. Ein großer Teil der ADIs Frankreichs kommt von den angrenzenden Nachbarländern, die von Kostenvorteilen durch die unmittelbare Nähe Gebrauch machen. Den zweitgrößten Anteil der ausländischen Direktinvestitionen in Frankreich macht der sekundäre Sektor mit 35094,2 Mio. US $ aus. Dieser beinhaltet zum größten Teil Lebensmittel, Getränke, Tabak (6691,4 Mio. US$), Chemikalien und Metallprodukte, aber auch Kohle, Petroleum und nukleare Brennstoffe (407,7 Mio. US$), welche aus Sicht der Investoren zum ressources-seeking, teilweise aber auch market-seeking  Motiv gehören. Weiterhin dem beschaffungsorientierten, aber auch zum effizeinorientierten Motiv zuzuordnen sind die zum Tertiärsektor gehörenden Investitionen (1983,3 Mio. US $) für Elektrizität, Gas und Wasser. Der Primärsektor macht mit ausländischen Direktinvestitionen in Höhe von 2776,2 Mio. US$ den geringsten Anteil aus. Die darin enthaltenen Geldströme für Petroleum (2737,3 Mio. US$), Landwirtschaft und Jagd (40,1 Mio. US$) wurden aus beschaffungsorientierten Motiven in Frankreich investiert. Zusammenfassend ist zu sagen, dass Frankreich im Jahr 2006 einen sehr hohen Inflow an ausländischen Direktinvestitionen hatte, was seine hohe Wettbewerbsfähigkeit durch seine attraktive Lage in Europa und seine guten wirtschaftlichen Voraussetzungen unter Beweis stellt.
 
Nach Informationen der UNCTAD flossen im Jahr 2006 insgesamt 81073,5 Mio. US$ in Form von ausländischen Direktinvestitionen nach Frankreich. Der größte Anteil davon, genauer 35094,2 Mio US$ wurden in den Tertiärsektor investiert. Innerhalb dieses Sektors wurden hauptsächlich Ausgaben für Geschäftstätigkeiten (21565,8 Mio. US$), aber auch für Transport, Lager und Kommunikation (4009,3 Mio. US$) getätigt. Diese Investitionsströme sind dem market-seeking Motiv zuzuordnen. Aufgrund seiner sehr zentralen und günstigen Lage in Europa befindet sich Frankreich auf Rang 3 der höchsten ausländischen Direktinvestitionen insgesamt. Ein großer Teil der ADIs Frankreichs kommt von den angrenzenden Nachbarländern, die von Kostenvorteilen durch die unmittelbare Nähe Gebrauch machen. Den zweitgrößten Anteil der ausländischen Direktinvestitionen in Frankreich macht der sekundäre Sektor mit 35094,2 Mio. US $ aus. Dieser beinhaltet zum größten Teil Lebensmittel, Getränke, Tabak (6691,4 Mio. US$), Chemikalien und Metallprodukte, aber auch Kohle, Petroleum und nukleare Brennstoffe (407,7 Mio. US$), welche aus Sicht der Investoren zum ressources-seeking, teilweise aber auch market-seeking  Motiv gehören. Weiterhin dem beschaffungsorientierten, aber auch zum effizeinorientierten Motiv zuzuordnen sind die zum Tertiärsektor gehörenden Investitionen (1983,3 Mio. US $) für Elektrizität, Gas und Wasser. Der Primärsektor macht mit ausländischen Direktinvestitionen in Höhe von 2776,2 Mio. US$ den geringsten Anteil aus. Die darin enthaltenen Geldströme für Petroleum (2737,3 Mio. US$), Landwirtschaft und Jagd (40,1 Mio. US$) wurden aus beschaffungsorientierten Motiven in Frankreich investiert. Zusammenfassend ist zu sagen, dass Frankreich im Jahr 2006 einen sehr hohen Inflow an ausländischen Direktinvestitionen hatte, was seine hohe Wettbewerbsfähigkeit durch seine attraktive Lage in Europa und seine guten wirtschaftlichen Voraussetzungen unter Beweis stellt.
 
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==Sektoraler Wettbewerb um ausländische Direktinvestitionen==
 
==Sektoraler Wettbewerb um ausländische Direktinvestitionen==
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= Quellen =
 
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== Einzelnachweise ==
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== Literaturquellen ==
 
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* Paul Krugman: “Competitiveness: A Dangerous Obsession” http://www.cema.edu.ar/~agaletto/krugman_competitiveness.pdf
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* Claudia Mitschke: „Konzeptionen zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit – Ein Überblick“ http://www-1.mtk.ut.ee/varska/2000/Mitschke.pdf
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* ITC International Trade Centre (May 2007), ''Investment Map: User Guide'', Geneva: ITS. http://www.intracen.org/mat/UserGuide.aspx
  
 
== Weblinks ==
 
== Weblinks ==
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* http://www.cema.edu.ar/~agaletto/krugman_competitiveness.pdf
 
* http://www.cema.edu.ar/~agaletto/krugman_competitiveness.pdf
 
* http://www-1.mtk.ut.ee/varska/2000/Mitschke.pdf
 
* http://www-1.mtk.ut.ee/varska/2000/Mitschke.pdf
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* http://www.competitivite.gouv.fr
 
* http://www.competitivite.gouv.fr
 
* http://www.bfai.de
 
* http://www.bfai.de
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* http://www.unctad.org/en/docs/wir2006_en.pdf
  
== Einzelnachweise ==
 
  
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Latest revision as of 10:30, 2 June 2008

Frankreich (amtlich République Française) liegt im Westen Europas und besitzt mit ihren Nachbarländer Deutschland, Spanien, Niederlande und Belgien weitreichende wirtschaftliche Beziehungen. Mit einer Landesfläche von 547.026 qkm (ohne Übersee-Departements) ist Frankreich das größte Land Europas und bietet mit seinen 64,1 Millionen Einwohner ein hohes Potential für den Verbrauchermarkt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 2 248 Milliarden US-Dollar (2006; Dienstleistungen 77,2 Prozent, Industrie 20,8 Prozent, Landwirtschaft 2 Prozent); daraus errechnet sich ein BIP pro Einwohner von 36 699,60 US-Dollar. Die Inflationsrate liegt bei 2,30 Prozent (2006) und das Wirtschaftswachstum bei 2 Prozent (2006). 4 Prozent der Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft beschäftigt, 24,6 Prozent in der Industrie und 71 Prozent im Dienstleistungssektor (2004).[1]

Frankreich

Gruppenaufgabe

Internationale Wettbewerbsfähigkeit

[2] [3] [4] Der Begriff „Internationale Wettbewerbsfähigkeit“ kann aufgrund von verschiedenen Sichtweisen nicht eindeutig definiert werden. Dennoch gibt es relevante Merkmale, die bei der Erläuterung zu beachten sind. Zudem sollen sämtliche Kosten möglichst gering gehalten werden um einen möglichst hohen komparativen Vorteil zu erhalten.


Ability to sell: Um im internationalen Vergleich einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen, ist es vor allem wichtig, Produkte auf ausländischen Märkten absetzen zu können. Eine andere Sichtweise definiert die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes als „die Summe der Wettbewerbsfähigkeit aller Unternehmen“ dieses Landes. Dabei ist zu beachten, dass die Konkurrenzfähigkeit einer Nation nicht mit der eines einzelnen Unternehmens gleichgesetzt werden kann, da eine Volkswirtschaft im Vergleich dazu nicht insolvent gehen kann.

1. Preisliche Indikatoren: Diese messen die Attraktivität der Güter über den Preis, wie z.B.:

  • reale effektive Wechselkurse
  • Leistungsbilanzsaldo
  • Großhandelspreise
  • Exportdurchschnittswerte

2. Nicht-preisliche Indikatoren: Betrachten vor allem qualitative Kriterien, beispielsweise:

  • Weltmarktanteile
  • Welthandelsanteile


Ability to earn: Bei diesem Ansatz ist das Realeinkommen, welches ein Indikator für den Lebensstandard und die Kaufkraft der Bevölkerung darstellt, von großer Bedeutung.

  • Realeinkommen
  • Pro-Kopf-Einkommen
  • Anpassungsgeschwindigkeit
  • Arbeitsproduktivität
  • Kapitalproduktivität
  • Außenhandelsüberschuss
  • Exportvolumen
  • Importvolumen


Ability to adjust: Weiterhin ist es für eine Volkswirtschaft von Bedeutung, sich schneller und effizienter an neue Umweltbedingungen anzupassen als Konkurrenzländer. Diese ability wird zum Beispiel erreicht durch hohe Innovationskraft und technologisches Know-How. Außerdem sind die Kriterien der „ability to earn“ in die Betrachtung mit einzubeziehen. Indikatoren für die „ability to adjust“ sind:

  • Unternehmensneugründungen
  • Faktorausstattung
  • politische Rahmenbedingungen (Abgabenquote, politische Stabilität, Rechtssicherheit)
  • Anpassungsgeschwindigkeit
  • hohes Realeinkommen+Lebensstandard


Ability to attract: Dabei ist vorwiegend die Attraktivität des Standorts und der Standortfaktoren zu betrachten, ausschlaggebende Indikatoren dafür sind:

  • (in- und ausländische) Direktinvestitionen
  • Arbeitslosigkeit
  • quantitative Faktoren: Abgabenquote, Lohnkosten
  • qualitative Faktoren :sozialer Frieden, Gesundheitsvorsorge, politische Stabilität
  • Infrastruktur

Die aussagekräftigsten Kriterien für die Bestimmung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Frankreichs, im Vergleich zu Deutschland (Stand 2006) sind:

Indikatoren Frankreich Deutschland
BIP pro Kopf ( in €) 28226 27400
Inflationsrate (in %) 1,9 1,8
Arbeitslosenquote (in %) 9,4 11,8
ausländische Direktinvestitionen (Mill. US$) 81073,5 42874,2
Exporte (Mill. US$) 479,013 1,121,962
Kaufkraft pro Kopf (in Euro) 17653 18140

Einzelaufgaben

Sektoralen Leistungsfähigkeit im Außenhandel

Ausfuhrüberschuss

Der Ausfuhrüberschuss[5] (Net trade in value) gibt die Exportmenge abzüglich der Importmenge der verschiedenen Sektoren wieder. Die drei Sektoren mit dem höchsten Ausfuhrüberschuss sind für Frankreich folgende:

HS 2 Bezeichnung Net Trade (in Mill. US$)
88 Luft- und Raumfahrzeuge, Teile davon 16,026 Mill.
HS 4 Bezeichnung Net Trade (in Mill. US$)
88 02 andere Luft- (Zb. Hubschrauber u Starrflügelflugzeuge) und Raumfahrzeuge (Satelliten) 20,331 Mill.
88 01 Ballone, Luftschiffe, Segelflugzeuge, Hanggleiter -1,278 Tausend
88 04 Fall- und Gleitschirme, Zubehör, Teile davon -4,121 Tausend

Auffallend im HS2 Sektor 88 ist, dass sein großer Außenhandelsüberschuss lediglich durch den Sektor 8802( andere Luft- und Raumfahrzeuge) erreicht wird. Alle anderen Bereiche dieses Sektors haben einen negativen Net Trade, das heißt, es wird mehr importiert als exportiert.

HS 2 Bezeichnung Net Trade (in Mill. US$)
22 Getränke, alkoholhaltige Flüssigkeiten, Essig 10,496 Mill.
HS 4 Bezeichnung Net Trade (in Mill. US$)
2204 Weine aus frischen Weintrauben 7,218 Mill.
2208 Branntwein, Likör, andere alkoholhaltige Getränke 2,425 Mill.
2201 Wasser und kohlensäurehaltiges Wasser 921,634 Tausend

Nur eine relativ kleine Menge der Sektor 22- Güter wird importiert. Allerdings ist auch zuerkennen, das verhältnismäßig wenig exportiert wird. Somit lässt sich schlussfolgern, das ein Grossteil dieser produzierten Güter für den inländischen Verbrauch genutzt wird.

HS 2 Bezeichnung Net Trade (in Mill. US$)
33 Ätherische Öle, zubereitete Riech-, Körperpflege- Schönheitsmittel 8,536 Mill.
HS 4 Bezeichnung Net Trade (in Mill. US$)
3304 Schönheitsmittel, Erzeugnisse zum Schminken und Zubereitung zur Haupflege( Sonnenschutz und Bräunungsmittel), Zubereitung zur Hand- und Fußpflege 3,926 Mill.
3303 Duftstoffe und Duftwässer 3,738 Mill.
3305 Zubereitete Harrbehandlungsmittel 783,382 Tausend

Der Net Trade Frankreichs, ist gerade in den Bereichen am höchsten, in denen die französischen Produkte eine exklusive Stellung genießen. An den Sektoren 22 (Wein) und 33 (Parfüme) erkennt man, das die insgesamt produzierte Menge dieser Produkte nicht sehr hoch ist, aber auch nur sehr wenig importiert wird. Somit wird gerade mit diesen Gütern ein relativ hoher Außenhandelsüberschuss erzielt.

wichtigste Außenhandelspartner (berechnet am Umsatz (EX+IM))

überhaupt

Überhaupt meint, nicht geordnet nach den Sektoren mit dem größten Net Trade, sondern aller Sektoren im Überblick.

Land Umsatz (in Mill. US$)
Deutschland 155,561 Mill.
Italien 88,358 Mill.
Spanien 83,556 Mill.

Mit diesen Ländern betreibt Frankreich den größten Außenhandel, das heißt es wird sowohl importiert als auch exportiert( zb. Mit Deutschland: Export 479,013 Mill. Import 529,902). Wie an diesen Beispiel schon zu erkennen ist, importiert Frankreich insgesamt mehr(ca 50,889 Mill.) als es exportiert.

in stärksten Sektoren

Sektoren Land Umsatz (in Mill. US$)
88 USA 9,578 Mill.
Deutschland 7,717 Mill.
China 3,372 Mill.
22 USA 2,782 Mill.
Großbritannien 2,891 Mill.
Deutschland 1,549 Mill.
33 Deutschland 2,148 Mill.
Großbritannien 1,592 Mill.
Italien 1,427 Mill.

Spezifisch auf die drei stärksten Sektoren bezogen, sind die Außenhandelspartner andere als im vorangegangenen Abschnitt, da diese Sektoren auf der Grundlage des Außenhandelsüberschusses (EX-IM) basieren.

komparativer Vorteil Frankreichs

RCA- Index

RCA4.jpg

Um den offenbarten komparativen Vorteil zu berechnen, benötigt man den RCA- Index( revealed comparative advantage of international trade. In folgender Tabelle wird der RCA[6] für die verschiedenen HS2 von Frankreich dargestellt. Im Falle Frankreich ist der aggregierte Außenhandels-Koeffizienten A negativ. Es herrscht also ein Handelsbilanzdefizit. Dieses Defizit ist der Grund dafür, das die RCA- Werte niedriger gewichtet werden, da A kleiner 0 ist.

  • A= (alle EX-alle IM)/(alle EX+ alle IM)
  • A= -0,05044
  • RCA= (Gi-A)*(100/1-A)
  • 100/1-A= 95,1982

Besonders auffällig ist der HS 2 Sektor 88, welcher den deutlich größten Ausfuhrüberschuss erziehlt, jedoch bei der RCA- Gewichtung (im Vergleich mit allen Sektoren) nur einen der unteren Plätze erreicht.Der offenbarte komparative Vorteil ist demnach wesentlich niedriger.

Ricardo- Modell

Diagrammarbeitsprod.JPG

Das Ricardo- Modell[7] besagt, das der Handel für ein Land dann von Vorteil ist, wenn es die Güter exportiert, wo es einen komparativen Vorteil besitzt. In diesem Fall ist der komparative Vorteil auf die Arbeitsproduktivität zurückzuführen, da unterschiedliche Arbeitsproduktivität auf verschiedene Opportunitätskosten bei der Produktion von Gütern schließen lässt.Folgende Tabelle zeigt die Arbeitsproduktivität (BIP je Erwerbstätiger)auf. [8]

Land 2004 2005 2006
Frankreich 122,2 125,4 125,3
Luxemburg 169,8 175,7 184,1
Spanien 102,2 102,0 103,1

Im EU- Ländervergleich hat Frankreich eine sehr hohe Arbeitsproduktivität.Frankreich erzielt im Ranking des Jahres 2006 den dritten Platz, vor den größten Außenhandelspartnern( Deutschland, Spanien, Italien). Man kann also sagen, Frankreich nutzt den Produktionsfaktor Arbeit sehr effizient aus.

Gravitationsmodell

[9] Nach dem Gravitationsmodell, sind die Aktivitäten eines Landes Außenhandel zu betreiben, im Wesentlichen von seinem Bruttoinlandsprodukt, sowie der geografischen Entfernung zu den jeweiligen Partnerländern abhängig. Das BIP Frankreichs ist von 1707,5 Mrd. € im Jahre 2005 auf 1777,3 Mrd. € in 2006 gestiegen. Dies entspricht einer Wachstumsrate von 2,0%. Ein positives Wirtschaftswachstum bedeutet für ein Land somit auch steigende Exporte und Importe. Weiterhin ist im Fall Frankreich zu erkennen, das die wichtigsten Außenhandelspartner Deutschland, Italien und Spanien sind. Das Prinzip, umso geringer die Entfernung umso höher die Außenhandelsaktivitäten, trifft hier also zu, denn Frankreich verfügt über direkte Grenzen mit allen drei Ländern. Diese große geografische Nähe ist von Vorteil denn durch EU- Partnerländer entfallen umfassende Zölle sowie Grenzkontrollen, außerdem sind die Transportkosten weniger hoch.

Heckscher-Ohlin-Modell

[10] Nach diesem Modell ist Außenhandel dann von Vorteil, wenn ein Land gerade die Produkte exportiert, bei denen ein reichlich vorhandener Produktionsfaktor intensiv genutzt wird. Im Gegenzug werden Produkte, für die gering vorhandene Produktionsfaktoren benötigt werden, importiert. Folgende Tabelle stellt die bedeutensten Produktionsfaktoren im Vergleich zu zwei Nachbarländern dar.

Land PF Boden (in Km²) PF Arbeit (Einwohner) PF Kapital (im Durchschnitt) Boden/ Arbeit (Km²/ Einwohner)
Frankreich 547026 61875822 23,77 0,00884
Deutschland 349223 82400996 20,77 0,00424
Italien 294020 58150000 21,98 0,00506

Dynamische Analyse der Außenhandelsstruktur

Im nachfolgenden Abschnitt wird die Dynamik und die Struktur des Außenhandels von Frankreich mittels einer absatzorientierten Portfolio-Matrix der Investment Map (nach HS 6) genauer untersucht. Bei der strukturellen Analyse ist der Weltmarktanteil Frankreichs bezogen auf das Jahr 2006 dem Weltexportwachstum seit 2002 gegenübergestellt. Dies ist eine zeitpunktbezogene Betrachtung. Wohingegen bei der dynamischen Analyse die beiden eben genannten Größen im Zeitraum von 2002 bis 2006 dargestellt sind. Auffällig bei der Betrachtung der Matrix ist, dass alle Exportgüter , bis auf den elektrischen Strom, aus dem Sekundärbereich stammen.


Export nach HS 6 strukturelle Analyse [11]
Exportnach HS 6 dynamische Analyse [12]

Abzulesen ist das durchschnittliche Weltexportwachstum in Höhe von 16,458% und der durchschnittliche Weltmarktanteil Frankreichs mit 4,156%. Anhand der Daten ist weiterhin ersichtlich, dass Luft- und Raumfahrzeuge mit einem Leergewicht von mehr als 15000 kg die größte wertmäßige Bedeutung im Bereich Export haben. Ihr Weltmarktanteil liegt bei 22,76% bei einem unterdurchschnittlichen Weltexportwachstum von 14,63%. Seit 2002 verlor dieser Sektor 2,02%. Ebenfalls im Bereich der Achievers in adversity (unterdurchschnittliches Exportwachstum bei überdurchschnittlichem Marktanteil) befindet sich der Sektor Fahrzeuge mit Diesel- oder Halbdieselmotoren (Hubraum zwischen 1500cm³ bis 3000cm³). Dieser Wirtschaftszweig ist zwar erfolgreich mit einem Exportvolumen von 11257,67 US$ Million und besitzt auch einen relativ hohen Marktanteil, befindet sich aber in einem abnehmenden Sektor und verlor in den letzten Jahren 12,53 %.

Auffällig sind außerdem die wertmäßig kleineren Wirtschaftzweige Wein aus frischen Trauben und Duftstoffe und Duftwässer, da sie die höchsten Weltmarktanteile Frankreichs besitzen (bis zu 68,98%), aber deutlich hinter dem durchschnittlichen Weltexportwachstum zurück bleiben. Der Marktanteil der Weine hat sich in den letzten Jahren fast nicht verändert, da Frankreich zwar gute und große Weinanbaugebiete besitzt, aber auch diese begrenzt sind. Der hohe Marktanteil und das hohe Wachstum Franfreichs im Bereich der Duftstoffe und Duftwässer um 9,74% begründet sich durch die zahlreichen staatlichen Fördermaßnahmen und das große Know How auf diesem Gebiet.

Die Wirtschaftzweige pharmazeutische Erzeugnisse und elektrischer Strom gehören zwar zu den Champions, haben aber in den Jahren von 2002 bis 2006 Marktanteile verloren. Wobei zu erwähnen ist, dass der Sektor Strom ein hohes Weltexportwachstum von 25,14% hat, da es mehr und mehr aufstrebende und bevölkerungsreiche Nationen wie China und Indien gibt, die immer größere Mengen an Energie benötigen. Jedoch hat Frankreich in diesem Bereich den größten Marktanteilsverlust von 17,23% erlebt. Der absolute Gewinner in den wachsenden Sektoren ist der Bereich Fahrzeuge mit Diesel- oder Halbdieselmotoren mit einem Hubraum 1500cm³ und weniger (Weltmarktanteil 25,69% und Weltexportwachstum 36,4%). Er hat in den letzten Jahren um 8,22% zugelegt.

Zu den schwachen Wirtschaftszweigen in den wachsenden Sektoren zählen Mineralöle und Erzeugnisse ihrer Destillation, mineralische Brennstoffe, Sende- bzw. Empfangsgeräte für Radio und Telefon und elektronisch integrierte Schaltungen. Die Mineralöle haben einen Marktzuwachs von 3,94%, da sie wie die Duftstoffe und Duftwasser zu den Luxusartikeln zählen und somit auch staatlich gefördert wurden. Wohingegen die anderen 2 Sektoren der Underachievers beide über 5% Marktanteil verloren haben. In dem Bereich Deciling industries mit den schlechtesten Exportchancen befindet sich 2006 nur der Sektor Fahrzeuge mit Hubraumverbrennungsmotor mit Fernzündung (Hubraum zwischen 1500 und 3000cm³) mit einem Exportvolumen von 7784,58 US$ Million. Dieser schwache Wirtschaftszweig hat ein Weltexportwachstum von 7,26% und ist um 12,9% auf 3,9% Marktanteil gefallen und gehört somit zu den Verlierern in den abnehmenden Sektoren.

Triebkräfte und Erklärungsfaktoren des Außenhandels

Terms of Tarde [13]
Arbeitsproduktivität [14]

Die Produktivität und speziell die Arbeitsproduktiviät ist ein wichtiges Kriterium für die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes. Bei der Berachtung der Arbeitsproduktivität für Frankreich ist ersichtlich ,dass diese seit 2002 stetig gestiegen ist und auch im internationalen Vergleich sehr gut abschneidet. Zu dem hat Frankreich mit einer Erwerbstätigenquote von 63%[15] und als größtes Land Europas beste Voraussetzungen, um auch im internationalen Vergleich in Zukunft Wettbwerbsfähig zu bleiben. In der rechts abgebildenten Grafik sind die Terms of Trade ( TOT ) von Frankreich in den Jahren 2002 bis 2006 dargestellt. Bei der Betrachtung des Kurvenverlaufs ist ersichtlich, dass die TOT bis zum Jahr 2004 schwach, 2004 bis 2005 stark und bis zu Jarhr 2006 wieder schwach gefallen sind. Diese Entwicklung begründet sich durch einen schnelleren Anstieg der Importpreise, als den der Exportpreise.

Sektorale Standortattraktivität

Erklärung ADI

Als ausländische Direktinvestitionen, ADI, (engl. Foreign Direct Investment, FDI) wird die Vergabe von Investitionen eines Investors in ein ausländisches Unternehmen bezeichnet. Dabei nimmt der Investor die Rolle einer Muttergesellschaft und das ausländische Unternehmen die Rolle der Tochtergesellschaft ein. Über Beteiligungen sollen mögliche Markteintrittsbarrieren umgangen und neues Wissen erschlossen werden. Weiterhin bilden Direktinvestitionen einen Indikator für die Globalisierung der Welt.

Attraktivität der Industriezweige für ADI

In wirtschaftlich schwierigem und wettbewerbsstarktem Kontext hält Frankreich ein hohes Niveau durch arbeitsplatzschaffende ausländische Direktinvestitionen. Mit einem Zufluss von absoluten ausländischen Direktinvestitionen in Höhe von 81.073,5 mio. US$ und einem Investitionsbestand von 627.930,8 mio. US $ belegt Frankreich somit Rang 3 im Rennen um ADI im Jahr 2006. Somit zählt Frankreich zu den attraktivsten Länder für ADI's. Vor allem Zielregionen wie Ile de France, Rhône- Alpes und Midi- Pyrénées waren besonders beliebt.[16]


Industriezweig Absolute ausländische Investitionen 2006 (in m US$) jährliche prozentuale Veränderung seit 2003 Weltrangliste (nach absoluten Zufluss geordnet)
Tertiary 35094,2 -3,3% 4
Secondary 26598,8 46,8 % 3
Primary 2776,2 263,8% 9


Die Abbildung 1 zeigt nachfolgend in welche Sektoren die meisten ADI im Jahr 2006 flossen. Mit 35.094,2 Millionen US$ war der tertiäre Sektor am erfolgreichsten. Dies ist nicht nur darauf zurück zuführen das dieser Sektor 75% des BIP erwirtschaftet, sonder auch 70% der Arbeitsplätze bereitstellt. Durch stetige Investitionen werden in den Bereichen Gaststättengewerbe, Handel und Bankenbereich neue Arbeitsplätze geschaffen, womit die marktbestimmenden Dienstleistungen ansteigen. Dabei ist aber zu beachten, dass der tertiäre Sektor keine großen Veränderungen bei den Zuflüssen erfahren hat. Hier ist der primäre Sektor von Vorteil. Mit einem Zufluss von 2776,2 Millionen US$ liegt dieser Sektor weit hinter den Anderen. Betrachtet wir aber die Änderungsraten liegt der primäre Sektor mit 263,8 % vor dem tertiären Sektor ( -3,3 %). Frankreich befindet sich unter den größten Exporteuren von landwirtschaftlichen Nahrungsmitteln und befindet sich somit auf einem sehr dynamischen Markt. Obwohl dieser Bereich nur 6 % des BIP erwirtschaftet und nur 2 % aller Erwerbstätigen beinhaltet, konnten in den vergangen Jahren Erträge durch erhebliche Modernisierungsprozesse stark erhöht werden.

Industriezweig Absolute ausländische Investitionen 2006 (in m US$) Investitionsbestand 2006 (in m US$) jährliche prozentuale Veränderung seit 2003 Investitionen je Einwohner (in US$) Gütergruppen-Außenhandels-Koeffizient Weltmarkt Anteil Weltrangliste (nach absoluten Zufluss geordnet)
Business Akttivities 21565,8 197531,4 -16,5% 355 1
Unspecified Secondary 11309,2 24957,7 45,9% 183 2
Food,beverages and tobacco 6691,4 24804,4 74,8% 110 11,00% 7,40% 2
Chemicals and chemical products 6316,3 60069,2 48,4% 104 6,00% 6,10% 4


Bei einer näheren Betrachtung der Bereiche wird ersichtlich, dass Frankreich seine höchsten ausländische Direktinvestitionen in den Sektoren „Business Activities“ (Geschäftstätigkeit), „Unspecified secondary“, „Food, baverages and tobacco“ ( Nahrungsmittel, Getränke und Tabak) sowie „Chemicals and chemical products“ (Chemie) erhalten hat.


Mit einem Zufluss von 21.565,8 Millionen US$ und einem Bestand an Investitionen von 197.531,4 Millionen US$ stellt der Bereich „Business Activities “ mit Abstand den attraktivsten für ausländische Direktinvestitionen dar. Die Bereiche „Food, baverages and tobacco“ und „Chemicals and chemical products“ weisen einen geringeren Zufluss an ADI auf. Hier erhält Frankreich 6691,4 und 6316,3 Millionen US$ und erlangt lange nicht das Niveau des Bereiches „Business Activities“.

Beachtlich ist die Tatsache, dass Frankreich im Bereich „Food, beverages and tobacco“ die höchste Steigerungsrate von allen betrachteten Bereichen aufweist. Im Vergleich übertrifft dieser mit 74,8 % die Bereich Lebensmittel (48,4 %) und Geschäftstätigkeit (-16,5 %). Deutlich wird dieser Aspekt bei der Vergabe des Weltranges. Bei den Zuflüssen von ADI belegt Frankreich im Bereich Lebensmittel, Getränke und Tabak den 2. Rang hinter den USA. Die negative Entwicklung der Zuflüsse im Bereich Geschäftstätigkeit lässt sich schwer beurteilen, da diese über die Jahre hinweg leicht ab- und zunahmen. Trotz dieser Tatsache belegt dieser Bereich den 1. Rang in der Weltrangliste vor den USA mit 19.615 Millionen US$. Exemplarisch beschreibt dies wieder die Attraktivität Frankreichs Direktinvetitionen in dieses Land zu tätigen.

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Komparativer Vorteil nach David Ricardo

Die Theorie von Ricardo besagt allgemein, dass jedes Land die Güter produzieren soll, bei dene es die geringsten Kosten besitzt und somit einen koparativen Vorteil hat. Wie aus der obigen Tabelle ersichtlich wird, besitzen die Bereiche Chemie und Lebensmittel positive Gütergruppen-Außenhandels-Koeffizienten mit jeweils 6 % und 11 %. In diesem Fall der positiven Koeffizienten, kann von einem komparativen Vorteil gesprochen werden, da die Exporte größer als die Importe sind. Ein Nachteil würde dann entstehen falls der Koeffizient negativ wäre, also Exporte kleiner als Importe. Wie eingangs schon erwähnt lässt sich der Vorteil im Bereich Lebensmittel vor allem aus der Modernisierung der Landwirtschaft ableiten. Durch Ertragssteigerung durch eine kostengünstigere Produktion erhält Frankreich ein Attraktivität für ausländische Direktinvestitionen aufgrund des resultierenden Vorteils gegenüber anderen Länder. Durch eine branchenbezogene Spezialisierung in dem Bereich Chemie konnte Frankreich weitere Investoren anlocken und erreichte einen Vorteil. Auf den ersten Blick ist in dem Bereich Geschäftstätigkeit kein komparativer Vorteil zu erkennen, da es für diesen keine Außenhandelswerte gibt. Weiterhin fällt ein Beurteilung dies bezüglich schwer, da in den Bereich Geschäftstätigkeit sämtliche Dienstleistungen für Gastronomie, Werbung und Übernahmen miteinbezogen werden. Für ein Beurteilung könnte jedoch die französische Dienstleistungsbilanz herangezogen werden. Mit einen Überschuss von 2,0 Mrd. Euro lässt sich ein komparativer Vorteil erklären und stellt somit ein positiven Aspekt für die Attraktivität des Bereiches Geschäftstätigkeit dar.[17]

Analyse der ausländischen Direktinvestitionen im Untersuchungland

Um die ausländischen Direktinvestitionen genauer untersuchen zu können, ist es hilfreich, die Motive dafür zu betrachten. Diese werden dazu in vier Gruppen unterteilt:

Market-seeking:

Das market-seeking Motiv, auch absatzorientiertes Motiv genannt, ist das bedeutsamste der vier Motive für ausländische Direktinvestitionen. Zur Erklärung sollte hier das Gravitationsmodell mit herangezogen werden. Absatzorientierte Motive sind vorzufinden bei Investoren mit dem Ziel, neue Märkte im Ausland zu erschließen, aber auch in bereits bestehende Märkte einzudringen und dem damit verbundenen Aufbau eines festen Kundenstamms und der letztendlichen langfristigen Sicherung der Wettbewerbsposition. Ausschlaggebend ist dabei auch die Größe des betreffenden Marktes. Aufgrund des leichtereren Zugangs und der Nähe zu Markt und Kunden ist das absatzorientierte Motiv häufig bei Investitionen in Nachbarländer vorzufinden, vor allem zu Beginn der grenzüberschreitenden Tätigkeit. Dadurch sollen z.B. Handelsbarrieren umgangen und hohe Transportkosten vermieden werden. Das market-seeking Motiv ist vorwiegend in der Chemikalien-, Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie vorzufinden, aber auch in Finanz-, Transport- und Kommunikationsbranchen.

Efficiency-seeking:

Das efficiency-seeking Motiv, auch effizienzorientiertes Motiv, ist neben dem absatzorientierten Motiv eines der wichtigsten für ADIs. Das Ziel der ausländischen Investoren hierbei ist vor allem, die Kosten so gering wie möglich zu halten und somit die Effizienz in der betreffenden Branche möglichst zu erhöhen. Dies wird erreicht durch Einsparungen im Bereich der Produktion- und Personalkosten, Steuern und Zölle, aber auch anderen Kostenvorteilen wie Verbundeffekte oder Fixkostendegresssion durch Massenproduktionen. Zur besseren Erläuterung sollte hier das Ricardo-Modell betrachtet werden. Das effizienzorientierte Motiv ist häufig vorzufinden in Entwicklungsländern oder anderen Nationen mit sehr geringem Einkommen. Vorzufinden ist dieses Motiv zum Beispiel in der Elektikindustrie oder im IT- Service.

Ressources-seeking:

Das ressources-seeking Motiv, auch beschaffungsorientiertes Motiv, betrachtet den Zugang, die Erschließung und Sicherung von (vor allem knappen) Ressourcen aus Sicht der investierenden international tätigen Unternehmen. Das beschaffungsorientierte Motiv findet hauptsächlich Anwendung bei Investitionen im Primärsektor, z.B. Gas und Öl. Weitere theoretische Ansätze dazu liefert das Heckscher-Ohlin-Modell. Ziel der investierenden Länder ist dabei, die Ressourcen möglichst effizient und kostengünstig zu beschaffen.

Asset-seeking:

Beim (created-) asset-seeking Motiv, deutsch wertorientierten Motiv, verfolgt der ausländische Investor strategische Ziele, mit denen er das betreffende Unternehmen im Auslandsmarkt integrieren will. Es ist als eine taktische Strategie zu verstehen, bei der in die Entwicklung neuer Technologien und technischem Know-How investiert wird um eine Vorrangstellung auf dem Markt zu erreichen und Konkurrenten abzudrängen. Dieses Motiv tritt häufig in Kombination mit einem oder mehreren anderen Motiven auf und kommt im Technologie- und Forschung & Entwicklungsberich vor.

Bezug zu Frankreich

Verteilungsektoren.jpg

Nach Informationen der UNCTAD flossen im Jahr 2006 insgesamt 81073,5 Mio. US$ in Form von ausländischen Direktinvestitionen nach Frankreich. Der größte Anteil davon, genauer 35094,2 Mio US$ wurden in den Tertiärsektor investiert. Innerhalb dieses Sektors wurden hauptsächlich Ausgaben für Geschäftstätigkeiten (21565,8 Mio. US$), aber auch für Transport, Lager und Kommunikation (4009,3 Mio. US$) getätigt. Diese Investitionsströme sind dem market-seeking Motiv zuzuordnen. Aufgrund seiner sehr zentralen und günstigen Lage in Europa befindet sich Frankreich auf Rang 3 der höchsten ausländischen Direktinvestitionen insgesamt. Ein großer Teil der ADIs Frankreichs kommt von den angrenzenden Nachbarländern, die von Kostenvorteilen durch die unmittelbare Nähe Gebrauch machen. Den zweitgrößten Anteil der ausländischen Direktinvestitionen in Frankreich macht der sekundäre Sektor mit 35094,2 Mio. US $ aus. Dieser beinhaltet zum größten Teil Lebensmittel, Getränke, Tabak (6691,4 Mio. US$), Chemikalien und Metallprodukte, aber auch Kohle, Petroleum und nukleare Brennstoffe (407,7 Mio. US$), welche aus Sicht der Investoren zum ressources-seeking, teilweise aber auch market-seeking Motiv gehören. Weiterhin dem beschaffungsorientierten, aber auch zum effizeinorientierten Motiv zuzuordnen sind die zum Tertiärsektor gehörenden Investitionen (1983,3 Mio. US $) für Elektrizität, Gas und Wasser. Der Primärsektor macht mit ausländischen Direktinvestitionen in Höhe von 2776,2 Mio. US$ den geringsten Anteil aus. Die darin enthaltenen Geldströme für Petroleum (2737,3 Mio. US$), Landwirtschaft und Jagd (40,1 Mio. US$) wurden aus beschaffungsorientierten Motiven in Frankreich investiert. Zusammenfassend ist zu sagen, dass Frankreich im Jahr 2006 einen sehr hohen Inflow an ausländischen Direktinvestitionen hatte, was seine hohe Wettbewerbsfähigkeit durch seine attraktive Lage in Europa und seine guten wirtschaftlichen Voraussetzungen unter Beweis stellt.

Sektoraler Wettbewerb um ausländische Direktinvestitionen

Im Wettbewerb um ausländische Direktinvestitionen (ADI) werden im Folgenden die verschiedenen Sektoren des Landes Frankreich, mit denen ihre Wettbewerber verglichen. In den letzten Jahren konnte sich Frankreich zu einem der attraktivsten Investitionsstandorte entwickeln, da sich die Wirtschaft internationalisiert hat. Der Bestand an ADI im Verhältnis zum Bruttosozialprodukt beträgt in Frankreich 41,8%. Frankreich belegt im Wettbewerb um ADI weltweit Platz 3, in der Eurozone sogar Platz 1.[18] Wichtigste Investoren für Frankreich sind und bleiben die USA, Deutschland, Großbritannien, Schweden, Schweiz und die Niederlande. Die USA, Deutschland, China und Großbritannien sind die größten Wettbewerber im Kampf um ADI. Dazu werden die Veränderungen der ausländischen Direktinvestitionen in den Jahren 2003 bis 2006 betrachtet. Die Sektoren mit den höchsten ausländischen Direktinvestitionen sind:

  • Lebensmittel, Getränke & Tabak
  • Chemikalien und chemische Erzeugnisse
  • Transport, Lagerung und Kommunikation
  • Kraftfahrzeuge und andere Transportmittel

Diese 4 Sektoren der Volkswirtschaft sind für die Investoren besonders attraktiv geworden. Grund hierfür sind die weiterentwickelten und verbesserten Attraktivitätsfaktoren. Maßnahmen, um die Standortattraktivität zu steigern sind die Reform der Gewerbesteuer, die Vereinfachung des administrativen und juristischen Umfelds, vereinfachte Aufenthaltsmodalitäten für Forscher, die Einführung einer konkurrenzfähigen Steuerpolitik sowie ein starkes Engagement im Bereich der Forschung und Innovation. Weiterhin sollen Entbürokratisierungsmaßnahmen folgen, um die Intensivierung der Beziehungen zwischen Unternehmen, Forschung und Universitäten sowie der 13 thematische Forschungsnetzwerke zu fördern.[19] Diese Entwicklungen, die Qualität der Arbeit, die Anwendung hoch entwickelter Technologien und die gemäßigten Produktionskosten schätzen ausländische Investoren sehr.


Zufluss von ADI in die einzelnen Sektoren (Zahlen in Mio US $):

Sektoren 2003 2004 2005 2006
Lebensmittel, Getränke & Tabak 92,6 2,718.0 5,571.3 6,691.4
Chemikalien und chemische Erzeugnisse 1,466.1 - 6,855.3 7,643.1 6,316.3
Transport, Lagerung und Kommunikation 1,974.0 3,547.5 766.1 4,009.3
Kraftfahrzeuge und andere Transportmittel - 1,935.8 - 2,518.3 - 641.0

[20]

Wettbewerber Frankreichs um ADI:

Sektoren (Stand 2006) Frankreich USA Großbritannien China Deutschland
Lebensmittel, Getränke & Tabak
Platz weltweit 2 1 3 6 18
Platz Wettbewerber 2 1 3 4 5
Chemikalien und chemische Erzeugnisse
Platz weltweit 4 1 5 7 2
Platz Wettbewerber 3 1 4 5 2
Transport, Lagerung und Kommunikation
Platz weltweit 4 2 1 9 61
Platz Wettbewerber 3 2 1 4 5
Kraftfahrzeuge und andere Transportmittel
Platz weltweit 26 27 3 1 2
Platz Wettbewerber 4 5 3 1 2

Sektor Lebensmittel, Getränke und Tabak

Im Industriezweig der Lebensmittel, Getränke und Tabak stiegen die ADI zwischen 2003 von 92,6 Mio US$ auf 6,691.4 Mio US$ 2006 an. Der Weinanbau ist in der Bourgogne, Champagne, Loiretal und dem Elsass von großer Bedeutung. Die Weinerzeugnisse belaufen sich auf 53,2 Mio Hektoliter p.a, damit ist Frankreich 2-größter Produzent weltweit sowie in der EU nach Italien. Haupterzeugnisse im Lebensmittelbereich sind Getreide, Milch und Ölpflanzen.

Sektor Kraftfahrzeuge und andere Transportmittel

Dieser Sektor hat einen Anteil von 28% am Sozialprodukt in Frankreich. Mit einem Jahresumsatz von 109 Mill € zählt die Automobilindustrie zu einem der leistungsstärksten Industriezweige. Renault und PSA (Peugeot und Citroén) sind die größten Gruppen mit 5.955.600 hergestellten Fahrzeugen 2005, damit ist Frankreich 4–größter PKW-Exporteur weltweit. Diese Entwicklung ist auch anhand der ADI erkennbar. Diese sanken seit dem Jahre 2003 von 1,935.8 Mio US $ auf -641.0 Mio US $ 2006 ab, dennoch ist ein Aufwärtstrend erkennbar. In der Luft- und Raumfahrtindustrie, welche ebenfalls zu diesem Sektor gehören, wurde 2006 ein Umsatz von 32,1 Mill € erzielt. Zu den größten Unternehmen zählen EADS(Airbus, Eurocopter), Arianespace und Dassault Aviation.Deutsche Investitionen waren in Unternehmen der Luft- und Raumfahrtbranche und dem Eisenbahn- und Schiffsbau mit 17,6% (Stand 2005) am stärksten vertreten, in der Automobilindustrie nur zu 15,5%. Die ADI-Entwicklung ist von sektoraler Natur. Dies ist auf die gute Qualifizierung des Personals, die geografische Lage sowie die Position als wichtiger Handelspartner zu anderen Ländern zurückzuführen.

Sektor Transport, Lagerung und Kommunikation

Im diesem Bereich ist ein Jahresumsatz von 45 Mill.€ und ein ständiger Anstieg der ADI zu verzeichnen. Im Sektor Kommunikation deckt France Telecom 47 % des frz. Marktes, Legetel-SFR 35,8 % und Bouygues Telecom 17,2 % ab. Alcatel-Lucent ist der 4-größte Hersteller von Telekommunikationsinfrastrukturen und Weltführer im Bereich von Übertragungssystemen und unterseeischen Kabelnetzen. In diesem Bereich ist der Vorteil allgemeiner und sektoraler Natur, da es dort qualifizierte und gut ausgebildete Spezialisten gibt. Vorteil Frankreichs im Bereich des Transports ist die gute geografische Lage mit Meerzugang. Aufgrund kurzer Verbindungen nach Großbritannien, Irland und Spanien ist Frankreich eine Drehscheibe des internationalen und europäischen Handels.

Sektor Chemikalien und chemische Erzeugnisse

Die Branche zählt zu den wichtigsten Industriebereichen des Landes. Die ADI stiegen auch in diesem Sektor 2003 von 1,466.1 Mio US $ auf 6,316.3 Mio US $ 2006 stetig an. Dieser Anstieg, welcher von sektoraler Natur ist, ist darauf zurückzuführen, dass der frz. Chemiemarkt hoch entwickelt und äußerst internationalisiert ist. Neben Pharmazeutika und Kunststoffwaren ist die organische Chemie ein bedeutender Bereich. L´Oréal und Air Liquide sind Weltmarktführer, Total gehört zu den Weltweitführenden in der Erdöl – und Petrochemiebranche und Sanofi-Aventis ist Europas umsatzstärkster Pharmakonzern.

Die verschiedenen Maßnahmen zur Entwicklung des Standortes Frankreich zieht Investoren an und zeigt den allgemeinen und sektoralen Vorteil gegenüber ihren Mitbewerbern auf.

Fazit

Ein Indikator für die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes ist die Fähigkeit, Produkte auf ausländischen Märkten zu verkaufen. Frankreich erzielte 2006 einen Export von 479,013 Mill. US$. Die Zahl der importierten Güter überwiegt jedoch, somit liegt ein Handelsbilanzdefizit in Höhe von -50,889 Mill. US$ vor. Positiv ist die ansteigende Tendenz des Exportwachstums (2006: 8%). Trotz alledem stellt der negative Net Trade ein Hemmnis der Wettbewerbsfähigkeit Frankreichs dar. Kein Sektor Frankreichs ist stark genug, die überwiegenden Importe auszugleichen. Zwar haben die Sektoren Fahrzeuge mit Kolbenverbrennungsmotoren mit Selbstzündung (Hubraum 1500cm³ oder weniger ), Mineralöle und Erzeugnisse ihrer Destilate bzw. mineralische Brennstoffe und Kernreaktoren, Kessel ,Maschienen u.ä. die zum Antrieb von Fahrzeugen aus Kapitel 87 verwendet werden an Weltmarktanteil zugenommen, dennoch reichte ihr Wachstum nicht um den Verlust in anderen Bereichen auszugleichen. Zu den großen Verlierern gehören u.a. Luft- und Raumfahrzeuge mit einem Leergewicht von mehr 1500kg (als Frankreichs größter Exportsektor), Fahrzeuge mit Hubkolbenverbrennungsmotor mit Fernzündung (Hubraum zwischen 1500 und 3000cm³) und Fahrzeugen mit Diesel- oder Halbdieselmotor (Hubraum zwischen 1500 und 2500cm³). Dennoch ist anhand der ausländischen Direktinvestitionen zu erkennen, dass Frankreich einen sehr attraktiven Standort darstellt. Im Ranking der ADI erzielt Frankreich den dritten Platz. Zurückzuführen ist dies zum Einen auf die gute geografische Lage und die hervorragende Arbeitsproduktivität und zu Anderen auf hohe Investitionen im Bereich Forschung und Entwicklung, sowie zahlreiche Maßnahmen zur Standortverbesserung (z.B. Gewerbesteuerreformen). Dies sind Anzeichen für die Position Frankreichs als Drehscheibe des europäischen und internationalen Handels, gegenwärtig als auch in der näheren Zukunft. Außerdem entwickelte Frankreich in seinen exklusiven Sektoren, wie Duftstoffe und Wein, über die Jahre ein hohes Know How und damit einen hohen Spezialisierungsgrad und wird auch zukünftig auf wachsenden Märkten (z.B. Naturkosmetik) Potentiale aufbauen können und somit Investoren anziehen.

Quellen

Einzelnachweise

  1. http://www.diplomatie.gouv.fr/de/frankreich_3/frankreich-entdecken_244/frankreich-im-uberblick_246/index.html
  2. http://www-1.mtk.ut.ee/varska/2000/Mitschke.pdf/
  3. http://www.cema.edu.ar/~agaletto/krugman_competitiveness.pdf/
  4. http://www.imd.ch/research/centers/wcc/upload/Fundamentals.pdf/
  5. http://www.intracen.org/countries/
  6. http://www.wiwiwiki.net/index.php?title=RCA-Index/
  7. http://www.wikipedia.org/wiki/Ricardo-Modell/
  8. http://www.wko.at/statistik/eu/europa-arbeitsproduktivitaet.pdf
  9. http://www.wikipedia.org/wiki/Gravitationsmodell/
  10. http://www.wikipedia.org/wiki/Heckscher-Ohlin-Theorem/
  11. http://www.investmentmap.org/invmap/en/index.aspx?prg=0/
  12. http://www.investmentmap.org/invmap/en/index.aspx?prg=0/
  13. http://ec.europa.eu/economy_finance/indicators/annual_macro_economic_database/ameco_applet.htm/
  14. http://ec.europa.eu/economy_finance/indicators/annual_macro_economic_database/ameco_applet.htm/
  15. http://www.eds-destatis.de/de/press/download/07_07/102-2007-07-20.pdf/
  16. http://www.diplomatie.gouv.fr/de/frankreich_3/frankreich-entdecken_244/portrat-frankreichs_247/die-wirtschaft_256/die-groben-wirtschaftssektoren_84.html
  17. http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Frankreich/Wirtschaft.html
  18. Vrgl.http://www.ambafrance-de.org/article.php3?id article=2242&var recherche=direktinvestitionen/
  19. Vrgl.http://www.ambafrance-de.org/article.php3?id article=2242&var recherche=direktinvestitionen/
  20. Vrgl.http://http://www.investmentmap.org/invmap/en/index.aspx?prg=0/

Literaturquellen

Weblinks


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