Ricardo-Modell mit mehr als 2 Gütern

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Das Ricardo-Modell mit mehreren Gütern ist eine Erweiterung des ursprünglichen Ricardo-Modell, bei dem nur zwei Güter produziert und konsumiert werden. Im hier thematisierten Mehrfaktormodell wird dargestellt wie sich der komparative Vorteil in einem Modell mit mehr als zwei Gütern auswirkt.


Grundlegende Annahmen des Mehrfaktormodells

Auch in der Erweiterung des Ricardo-Modells geht man davon aus, dass die Welt aus zwei Ländern besteht. Inland und Ausland haben jeweils nur den Produktionsfaktor Arbeit und können eine beliebig große Menge an Gütern konsumieren und produzieren. Der Arbeitskoeffizient des jeweiligen Landes (Fehler beim Parsen (Konvertierungsfehler. Der Server („https://en.wikipedia.org/api/rest_“) hat berichtet: „Cannot get mml. TeX parse error: Double subscripts: use braces to clarify“): {\displaystyle a_{L}_{i}} im Inland bzw. Fehler beim Parsen (Konvertierungsfehler. Der Server („https://en.wikipedia.org/api/rest_“) hat berichtet: „Cannot get mml. TeX parse error: Double subscripts: use braces to clarify“): {\displaystyle a_{L}^{*}_{i}} im Ausland) erfasst den technologischen Stand des jeweiligen Landes. Die Struktur des Handels hängt ausschließlich von dem Verhältnis der Inlandslöhne zu den Auslandslöhnen ab. Je nach dem wo die Güter billiger produziert werden, findet die Weltproduktion entweder im Inland oder im Ausland statt.

Ein Gut wird somit im Inland produziert, wenn das Verhältnis der Arbeitskoeffizienten größer ist als das Verhältnis der Lohnsätze Fehler beim Parsen (Konvertierungsfehler. Der Server („https://en.wikipedia.org/api/rest_“) hat berichtet: „Cannot get mml. TeX parse error: Double subscripts: use braces to clarify“): {\displaystyle (a_{L}^{*}_{i}/a_{L}_{i}>w/w^{*})} . Hingegen wird das Gut bei dem die Relation der Arbeitskoeffizienten kleiner ist als die der Lohnsätze im Ausland hergestellt Fehler beim Parsen (Konvertierungsfehler. Der Server („https://en.wikipedia.org/api/rest_“) hat berichtet: „Cannot get mml. TeX parse error: Double subscripts: use braces to clarify“): {\displaystyle (a_{L}^{*}_{i}/a_{L}_{i}<w/w^{*})} . Daraus ergibt sich, dass eine Art Abgrenzung vorhanden sein muss, die von dem Verhältnis der Löhne bestimmt wird. Die Güter, die links von dieser Grenze liegen werden im Inland produziert und analog dazu die Güter rechts von der Grenze im Ausland. Das Verhältnis des inländischen Lohnsatzes zu dem des Auslands bestimmt welche Güter in welchen Land hergestellt werden. Bei den Gütern, bei denen die relative Produktivität höher ist als der relative Lohn hat das Inland einen Kostenvorteil, bei den restlichen das Ausland. Die Kosten, die bei der Herstellung eines Gutes anfallen resultieren aus der Multiplikation von Arbeitskoeffizient und Lohnsatz.


Bestimmung des relativen Lohns

Bei den bisherigen Überlegungen wurde der relative Lohn als gegeben angesehen, nun soll beschrieben werden wie man den relativen Lohn bestimmen kann. Zur Ermittlung des relativen Lohns muss man die relative Nachfrage nach Gütern und die damit verbundene relative Nachfrage nach Arbeit betrachten. Wobei mit der relativen Nachfrage nach Arbeit in diesem Zusammenhang die abgeleitete Nachfrage als Resultat der Nachfrage nach Gütern, die durch Arbeit erzeugt werden gemeint ist.

Wenn die Inlandslöhne in Relation zu den Auslandslöhnen stärker steigen, so sinkt die relative Nachfrage nach Inlandsarbeit. Eine der Ursachen dafür ist, dass die im Inland hergestellten Güter im Verhältnis teurer werden, weil das Ansteigen der Inlandslöhne auch die Arbeitskosten steigen lässt und die Weltnachfrage nach diesen Gütern fällt. Dadurch kommt es zu einem Absinken der Nachfrage nach Arbeit im Inland. Außerdem ist das Sinken der relativen abgeleiteten Nachfrage nach Arbeit im Inland auch darin begründet, dass im Inland bei steigenden Inlandslöhnen weniger Güter produziert werden, hingegen im Ausland mehr. Das liegt daran, dass die Produktion für die Güter im Ausland billiger ist als im Inland. Dies bedeutet dann letztendlich, dass die Nachfrage nach Inlandarbeit weiter abfällt.


Grafische Darstellung

Bestimmung des relativen Lohns

Wenn man die Bestimmung der relativen Löhne in einem Diagramm darstellt bilden die Achsen den relativen Lohn und den relativen Arbeitseinsatz (also die relative Menge an Arbeit) ab. Die relativen Löhne in einem Ricardo-Modell mit mehreren Gütern ergeben sich durch den Schnittpunkt der abgeleiteten Kurve der relativen Nachfrage nach Arbeit RD (d.h. der Weltnachfrage nach Arbeit im Inland im Verhältnis zur Nachfrage nach Arbeit im Ausland) und dem relativen Angebot RS (also das Weltangebot an Arbeit im Inland im Verhältnis zur Arbeit im Ausland).

Wenn man beim relativen Angebot an Arbeit davon ausgeht, dass Lohnschwankungen keinen Einfluss auf die zur Verfügung stehende Menge an Personenstunden hat, wirkt sich der relative Lohn nicht auf das relative Arbeitsangebot aus. Somit stellt das relative Angebot RS eine senkrechte Linie im Diagramm dar. Wiederum ist die relative Nachfrage nach Arbeit RD stufenförmig. Das kann man dadurch erklären, dass wenn man den Lohn für Inlandsarbeit im Verhältnis zur Arbeit im Ausland erhöht, die relative Nachfrage nach im Inland hergestellten Gütern sinkt und somit ebenfalls die Nachfrage nach Arbeit im Inland. Außerdem werden als Folge des Ansteigens des relativen Lohns im Inland Waren im Ausland kostengünstiger produziert und dadurch kommt es kommt es zum abrupten Sinken der relativen Nachfrage nach Arbeit im Inland.

Somit ändert sich der Verlauf der beiden Kurven zwischen kontinuierlich fallenden Abschnitten (bei denen es keine Veränderung der Spezialisierungsstruktur gibt) und den flachen Abschnitten. Bei diesen Abschnitten verschiebt sich die Spezialisierungsstruktur und dadurch verändert sich die relative Nachfrage schlagartig. Solche ebenen Teilabschnitte kommen dort vor, wo der relative Lohn bei einem der Güter mit dem Verhältnis der Inlandsproduktivität zur Auslandsproduktivität übereinstimmt. Der Schnittpunkt, der sich durch das Zusammentreffen der beiden Kurven ergibt legt fest, wo der relative Lohn sein Gleichgewicht hat. Das Ergebnis wird einmal durch die relative Größe der Länder bestimmt, wobei die Lage von RS entscheidend ist und von der relativen Nachfrage nach Gütern, was den Verlauf sowie die Lage von RD beeinflusst.

Schneiden sich RD und RS auf einen der flachen Abschnitte stellen beide Länder das Gut her, welches zu diesem Abschnitt gehört.


Anwendungsbeispiel

Diese Erkenntnisse kann man jetzt anhand eines Beispiels veranschaulichen. Wenn man festlegt, dass im Inland der Lohnsatz 3,5 Mal so hoch ist wie der im Ausland, würden im Inland Äpfel, Bananen und Brot hergestellt werden, dagegen im Ausland Kartoffeln und Wein. Würde jetzt der relative Lohn im Inland von dem Niveau von 3,5 auf 3,99 steigen, dann gäbe es keinerlei Veränderungen in der Spezialisierungsstruktur. Aber da die im Inland hergestellten im Verhältnis kostenintensiver werden, fällt die relative Nachfrage ab und somit auch die relative Nachfrage nach Arbeit im Inland.

Wenn der relative Lohn nun nochmals etwas ansteigt und die Grenze von 4 übersteigt (z.B. von 3,99 auf 4,01), dann würde diese geringfügige Steigung eine Verschiebung der Spezialisierungsstruktur des Inlandes bewirken. Das bedeutet in diesem konkreten Beispiel, dass die Herstellung von Brot vom Inland in das Ausland verlagert wird, weil die Produktion dort nun billiger ist. Steigt der relative Lohn weiter, geht die relative Nachfrage nach Inlandsarbeit weiter zurück, bis sie bei einem relativen Lohn von 8 wieder abrupt abfallen wird, weil dann wiederum die Produktion von Bananen in das Ausland verlagert wird.

Der relative Lohn befindet sich im Schnittpunkt von RD (relative Nachfrage nach Arbeit) und RS (relatives Angebot) im Gleichgewicht, welches in der Grafik bei 3 liegt. Hier in diesem Fall stellt das Inland bei einem solchen Lohnsatz Äpfel, Bananen und Brot her, hingegen werden im Ausland Kartoffeln und Wein produziert.


Literatur

  • Krugman, Paul R. und Obstfeld, Maurice, Internationale Wirtschaft: Theorie und Politik der Außenwirtschaft, 7. Aufl., München: Pearson, 2006