Libra

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Libra ist ein Krypto-Token (Deutsche Bundesbank 2019), auch Kryptowährung oder Internetwährung genannt, den die Libra Association, unter Führung von Facebook, plant (Libra Association 2019b)[1]. Das von der Libra Association postulierte Ziel ist es, mit Libra eine globale Kryptowährung für einen unkomplizierten und kostengünstigen Währungsaustausch zu schaffen (Libra Association 2019a). Mit der Blockchain Technologie (Libra Association 2019a, 5), soll eine finanzielle Infrastruktur geschaffen werden, die es Millionen Menschen ermöglicht über das Internet die Libra zu nutzen und auszubauen. Im Unterschied zu Bitcoin, soll die Libra als Stable-Coin (Deutsche Bundesbank 2019, 6) eingeführt werden. Die digitale Währung soll durch eine Mischung von Staatsanleihen gedeckt werden (Libra Association 2019a). Damit soll sichergestellt werden, dass die Libra stabil und einer geringen Inflationsrate ausgesetzt ist. Mit diesem Prinzip erhofft sich die Libra Association Akzeptanz und Vertrauen in die neue Internetwährung (Libra Association 2019a). Die Einführung der Währung ist für das erste Halbjahr 2020 geplant, im Moment befindet sie sich in der Beta- und Testphase, an welcher jeder freiwillig teilnehmen kann. Allerding stößt der Libra auf viel Kritik und Skepsis. So ist noch nicht klar, ob dieses Projekt von Facebook und seinen Partnern tatsächlich realisiert wird (Bürgerbewegung Finanzwende 2019).

Libra als Internet-Token

Libra soll als Stable Coin eingeführt werden. Diese Stable Coins sind Krypto-Token, deren Wert häufig an eine bestehende Währung (oder einen Währungskorb) gekoppelt und durch entsprechende Sicherheiten gedeckt ist (Deutsche Bundesbank 2019, 6). Für die Sicherung der Stable Coins kommen mehrere Optionen in Frage. Eine Option sind die Off-Chain Sicherheiten sind reale Sicherheiten, wie Rohstoffe, Gold oder Vermögenswerte (Deutsche Bundesbank 2019). Eine weitere Möglichkeit Internet-Token zu sichern ist über die On-Chain Hinterlegung, hierbei handelt es sich bei den Sicherheiten um virtuelle Vermögenswerte. Virtuelle Vermögenswerte sind weitere Kryptowährungen, die auf Blockchain-Basis entstehen und gehandelt werden. Teilweise müssen weiter Maßnahmen zur Stabilisierung von Krypto-Token vorgenommen werden, wie die Überbesicherung des Stable Coins oder ein Anreizmechanismen zum aktiven Management (Deutsche Bundesbank 2019). Eine andere Art von Stable Coins basiert auf der algorithmischen Angebotssteuerung. Hierbei gibt es keine Sicherungen, weder real noch virtuell, sondern die Angebotsmenge wird direkt über die Veränderung des Blockchain-Protokolls oder der Smart-Contracts gesteuert werden (Deutsche Bundesbank 2019). Veränderungen des Blockchain-Protokolls erfolgen, wenn auf die Blockchain zugegriffen wird und verändert zum Beispiel durch Transaktionen. Smart Contracts basieren auf einer Blockchain, die alle Werte und Daten digital fälschungssicher und einsehbar speichert und jede Prozessveränderung festhält (Deutsche Bundesbank 2019). Dies erfordert mehrere Voraussetzungen unteranderem standardisierte Verträge, gemeinsame genutzte Plattformen und präzise definierte Zugangsberechtigungen für die Beteiligten (Deutsche Bundesbank 2019). Wenn diese Voraussetzungen jedoch erfüllt sind, wäre ein Netzwerk geschaffen bei dem eine schnelle Bearbeitung, Auszahlung etc. von zum Beispiel Handelsfinanzierungen möglich ist und neue Möglichkeiten erschließt (Deutsche Bundesbank 2019). Die Libra wird durch Off-Chain Sicherheiten gestützt. Der Plan ist, dass Libra aus ausgewählten Vermögenswerten, wie kurzfristige Staatsanleihen in Währungen von stabil angesehenen Zentralbanken gesichert wird und nicht von Gold (Libra Association 2019a) Aus welchen Sicherheiten sich der Währungskorb zusammen setzten wird, ist bis jetzt noch nicht bekannt. Stable Coins sollen wie reale Währungen im Internet genutzt werden können, das heißt es soll möglich sein jegliche Transkationen vornehmen zu können. Für die Bestimmung des Wertes des Tokens spielen mehrere Faktoren eine Rolle. In Betracht wird gezogen die Wertstabilität der Sicherheiten auf der die Kryptowährung basiert, aber auch die Frage nach der Konvertibilität des Tokens in reale Währungen (Deutsche Bundesbank 2019). Die Konvertibilität wird oft durch rechtliche Rahmenbedingungen festgelegt, im Fall der Internet-Token fehlen diese zumeist und dadurch sollte der Käufer ein Vertrauen in die Kryptowährung, wie auch in die Sicherheiten haben. Wenn Emittenten sich nicht zu einem Rücktausch der Libra in eine reale Währung verpflichten, hat der Besitzer keinen rechtlichen Anspruch darauf (Deutsche Bundesbank 2019). Den größten Vorteil den Stable Coins bringen ist Effizienz. Durch den Token wird der globale Währungsaustausch vereinfacht und auch kostengünstiger. Rechtsgeschäfte, die eine Zug-um-Zug-Erfüllung erfordern, können einfacher abgeschlossen werden, genauso wird die Übertragung von Wertpapieren schneller und effizienter ablaufen können (Deutsche Bundesbank 2019). Fraglich ist jedoch, wie Geschäftsbanken mit Internet-Token umgehen werden. De facto fehlen die rechtlichen Rahmenbedingungen um Internetwährungen und deren Sicherheit im Falle einer Insolvenz des Anbieters regeln und Anleger schützen. Solange dies nicht gewährleistet ist, sind die Stable Coins eher als spekulative Anlage zu sehen, anstatt als vergleichbare Alternative zu realen Währungen. Aufgrund dessen, dass man noch nicht abschätzen kann, wie sich eine oder mehrere Kryptowährungen ausbreiten und von Anlegern angenommen wird, ist noch unklar, welche Auswirkungen Stable Coins wirklich auf die finanziellen Strukturen von Volkswirtschaften, die Geldpolitik und die Wirtschaft genau haben werden. Es ist davon auszugehen, dass vor allem in der Anfangsphase entwickelte Länder mit stabilen Währungen keine großen Veränderungen spüren werden (Deutsche Bundesbank 2019). Für globale Handelsbeziehungen bieten Kryptowährung eine große Chance, diese effizienter und kostengünstiger zu gestalten. Nicht nur das Überweisen von Geld wird vereinfacht. Der Zugang zu einer Kryptowährung über das Internet kann unter Umständen einfacher sein, als ein Bankkonto anzulegen. Internet-Token können es theoretisch mehr Menschen ermöglichen, am Welthandel teilzunehmen, insbesondere in Ländern mit schwächeren Währungen. Dafür bedarf es einer stabilen Kryptowährung, die sich geringen Wertschwankungen ausgesetzt sieht und sich als Zahlungsmittel attraktiv darstellt, anstatt als spekulative Anlage gesehen zu werden. Falls dies Libra gelingen sollte, kann es passieren, dass es zu Verschiebungen innerhalb im Wechselkursgefüge kommt (Deutsche Bundesbank 2019). Sollte sich Libra als Zahlungsmittel etablieren, kann es als Substitut für Giralgeld wirken. Das gilt vor allem, wenn die virtuellen Token attraktiver als Sichteinlagen bei Geschäftsbanken werden würden(Deutsche Bundesbank 2019). Solange eine ausreichende Nachfrage nach Zentralbankgeld verbleibt, wäre die Geldpolitik weiterhin in der Lage, ihre Ziele effektiv zu erreichen. In einem durch Stable Coins veränderten Finanzsystem wäre auch zu berücksichtigen, dass im Falle von wirtschaftlichen Schwierigkeiten oder Gefährdungen der Reputation einzelner Herausgeber von Stable Coins die Tokennachfrage sehr volatil werden kann. (Deutsche Bundesbank 2019, 8). Wenn es der Libra möglich ist, sich als Zahlungsmittel zu etablieren, könnte durch die Libra auch größere Transaktionen und komplexere Sachverhalte abgewickelt werden, wie zum Beispiel Handelsfinanzierungen auf Basis von Smart Contracts.. All diese Optionen können dazu führen, dass mehr Menschen Zugang zum Zahlungsverkehr und Weltmarkt haben, was wiederum die gesamtwirtschaftliche Wohlfahrt fördern könnte (Deutsche Bundesbank 2019).

Die Libra Association, ihre Funktion, Struktur und Mitglieder

Libra Association

Die Libra Association ist eine Non-Profit-Organisation mit momentanem Hauptsitz in Genf, Schweiz. Unter ihr soll der Libra eingeführt und verwaltet werden. Geplant ist, dass die Libra Association mit Hilfe der Mitglieder und Stakeholder die Libra und das dazugehörende Netzwerk, die Blockchain, verwaltet. Dies soll auf zwei Ebenen geschehen. Einmal auf der technischen Ebene, bei der das Ziel ist, eine offene Gemeinschaft zu werden, bei der jeder an der Blockchain mitarbeiten kann. Zu Beginn, geplant sind die ersten 5 Jahre, wird es sich jedoch um ein geschlossenes Netzwerk handeln (Libra Association 2019a). Neben der technologischen Ebene gibt es zudem die finanzielle Ebene, die die Verwaltung der Reserven, sowie die Gelder die eingesetzt werden soll um soziale Einflüsse in der mit der Libra zusammenstehenden Umgebung zu fördern (Libra Association). Zu Beginn und mindestens bis zu der Einführung der Libra wird die Association noch weiter Funktionen übernehmen, wie die Gewinnung weiterer Mitglieder, dem Aufbau des Netzwerkes sowie dem Hinzufügen von Validator-Nodes (Libra Association 2019a). Validator Nodes bilden das Netzwerk der Libra, sie sind Teile der Blockchain die für die Übereinstimmung und Ausführung von Anfragen verantwortlich sind und kümmern sich um den Verlauf der getätigten Transaktionen (Libra Association 2019c). Mitglied wird in Association wer zu den Validator Nodes gehört (Libra Association).

Gremien der Association

Die Libra Association besteht aus zwei Gremien, dem Libra Association Council und dem Libra Association Board. Das Council besteht jeweils aus einem Vertreter jedes Mitglieds. Als Mitglied gilt, wer als Stakeholder mit seinem Anteil finanziellen Einfluss auf den Erfolg der Libra hat. Bei den ersten Mitgliedern des Gremiums handelt es sich um die Gründungsmitglieder. Um als Validator nodes ein Stimmrecht zu bekommen, müssen mindestens $10 Millionen eingebracht werden. Für jede $10 Millionen gibt es ein Stimmrecht (Libra Association). Momentan sind 28 Partner bekannt die zu den Gründungsmitgliedern gehören, bis 2020 sollen es 100 sein. Die Partner stammen aus unterschiedlichen Branchen, bis jetzt sind bekannt: Zahlungsdienstleistungen, Technologieunternehmen, Telekommunikation Branche, Blockchainunternehmen, Risikokapitalbranche, gemeinnützige Organisationen und akademische Institute (Libra Association 2019a). Zu den Aufgaben des Council gehören unter anderem: Wahlen des Libra Association Board, Bestimmung des Managing Direktors, Genehmigung des Budgets, Erteilen von Erlaubnissen für Aufgaben der Libra Association, Zusammenarbeit mit den Entwicklern des Libra protocol, Veto bei Entscheidungen des Libra Association Board (Libra Association). Das Council wird sich zweimal pro Jahr treffen (Libra Association). Für grundlegende Änderungen bedarf es einer Dreiviertelmehrheit (Libra Association). Das Libra Association Board wird aus mindestens 5 bis maximal 19 Mitgliedern bestehen und vom Council für ein Jahr gewählt, neben den gewählten Mitgliedern ist der Managing Direktor Mitglied im Board. Die Rolle des Boards ist es ein Kontrollgremium für das Libra Association Council darzustellen und Hilfestellung für das executive team der Association zu bieten (Libra Association). Als dritte Institution der Association ist das Social Impact Advisory Board (SIAB) vorgesehen, dessen Rolle darin besteht, in sozialen Fragen zu beraten. Es besteht aus 5 bis 7 Mitgliedern, dem Managing Direktor und Mitglieder aus non-profit Organisationen, sowie akademischen Institutionen (Libra Association). Für den alltäglichen Geschäftsbetrieb, wie Entwicklung des Netzwerks, Operationalisierung der Reserve und Verteilung der Gelder zurück an die Gründungsmitglieder, wird das Association Executive Team zuständig sein. Es wird zusammengestellt und geleitet von dem Managing Direktor (MD). Der Managing Direktor wird alle 3 Jahre von dem Council gewählt. Die Aufgaben des MD bestehen in der Verwaltung des Libra Netzwerk, dem Management der Libra Reserve, der Überwachung der wirtschaftlichen Entwicklung, Gewinnung neuer Mitglieder, Incentive-Management und der Verwaltung des Budget, sowie die Administration (Libra Association). Sobald eine konstitutive Sitzung möglich sein wird, werden das Board und der MD gewählt. Von der Libra Association erklärt, dass alle Mitglieder dieselben Rechte und Pflichten haben werden und keines der Gründungsmitglieder spezielle Vorteile oder ähnliches haben wird (Libra Association 2019a). Allerdings wird Facebook, in Verbindung mit seinem Tochterunternehmen Calibra, bis 2019 eine Führungsrolle beibehalten, sobald aber Libra in Betrieb genommen wird, wird Facebook bzw. Calibra, keine außergewöhnlichen Aufgaben mehr behalten. Auch jetzt müssen alle Entscheidungen, die von die Facebook bzw. Calibra getroffen werden, von der Association genehmigt werden.

Partner der Libra Association

Bis zur Einführung der Libra möchte die Libra 100 Partner haben, bis jetzt sind 28 bekannt (Libra Association 2019a). Darunter finden sich PayPal, Mastercard, Visa, Spotify, Uber, Lyft, Vodafone Group, Women`s World Banking, Union Square Venutres und viele mehr (Libra Association 2019a). Bis zum Zeitpunkt der Einführung soll Facebook eine größere Rolle als andere Partner spielen, dies soll sich aber mit der Einführung der Libra einstellen. Um zu vermeiden, dass ein Konflikt zwischen sozialen Medien und den Finanzen entsteht, hat Facebook Calibra gegründet. Calibra ist eine Tochtergesellschaft von Facebook und dient als digital Wallet (Calibra), (Libra Association 2019a). Genauere Informationen werden mit dem Verlauf der Einführung der Libra bekannt.

Kritik an den Libra-Plänen und Entgegnungen

Mit der Vorstellung der Libra von der Libra Association wurde eine Diskussion angestoßen. Die Meinungen zur Libra sind nicht nur positiv, einige, wie zum Beispiel der Bericht der Deutschen Bank (Heike Mai 2019) sind zurückhaltend, um abzuwarten, welche Dimensionen Libra wirklich annehmen wird, andere wie zum Beispiel die (Bürgerbewegung Finanzwende 2019) fordern jetzt das Verbot von Libra. Sie begründet ihre Forderung mit vier wesentliche Argumenten: Der erste Punkt ist der Datenschutz (Bürgerbewegung Finanzwende 2019). Facebook Inc. ist in die Entwicklung der Libra mit eingebunden, wie weit, ist von außen schwer zu erkennen, es ist davon auszugehen, dass es gerade bis zur Einführung eine federführende Rolle spielen wird. Fakt ist, dass Facebook eine große Menge an Daten seiner Nutzer besitzt, fraglich ist in wie weit Facebook mit der Gewinnung der Daten umgehen wird, wenn Facebook-Nutzer zum Beispiel über den Messenger die Libra nutzen werden. Zweitens wird befürchtet, dass die Libra unsicher sein könnte und für Nutzer ein Risiko besteht (Bürgerbewegung Finanzwende 2019). Ein Risiko könnte darin bestehen, dass die Libra von den Sichcherungen nicht genügend gestützt ist und im Falle eines Kursverfalls oder Insolvenz damit nicht mehr sichergestellt wäre, dass die Libra in reale Währungen getauscht werden kann. Die Libra wird von der Libra Association ist ein Unternehmen mit beschränkter Haftung und wird nicht ,wie andere Währungen, von einer Zentralbank gestützt (Bürgerbewegung Finanzwende 2019). Drittens wird die Frage nach den finanziellen Interessen der Partner von der Libra Association gestellt. Aufgrund dessen, dass die virtuelle Währung keinen rechtlichen Pflichten oder öffentlicher Kontrolle wie Zentralbanken unterliegt, könnte sich ein privates Geldmonopol herausbilden (Bürgerbewegung Finanzwende 2019). Als letzter Punkt wird aufgezeigt, dass die Libra das Potential habe, zu einem Systemrisiko zu werden (Bürgerbewegung Finanzwende 2019). Dies ist dann der Fall, wenn die Libra von den Nutzern schnell angenommen wird und in unübersehbarer Geschwindigkeit verbreitet, sodass von der Politik kein Einfluss mehr genommen werden kann. Es ist unbekannt wie sich eine digitale Währung, aus privater Hand, auswirken wird und welche Problematiken in Bezug auf die Wirtschaft, die Sicherheit der realen Währungen und den Schutz der persönlichen Daten auftreten werden (Bürgerbewegung Finanzwende 2019).

Ein weiterer Punkt ist, dass man nicht weiß in welchem Maße die Libra angenommen wird. Sollte sich die Mehrheit aller Nutzer von Facebook, Mastercard, PayPal etc. dafür entscheiden, die Libra zu nutzen, gäbe es mehr Teilnehmer als auf dem jetzigen deutschen Bankenmarkt (Krempl 2019). Auch muss beachtet werden, falls die Libra im großen Stil angenommen wird, dass die Möglichkeit besteht, dass es zu Liquiditätsengpässen kommen kann (Frühauf 2019). Diese Befürchtungen werden auch von dem Ministern der G7 Staaten anerkannt, aber erst im Oktober 2019 bei dem jährlichen Treffen der Weltbank wollen diese ihre Empfehlungen aussprechen (G7 summit 2019).

Eine weitere Gefahr könnte dann entstehen, wenn die Libra anonym genutzt werden kann. Dies eröffnet Zahlungsmöglichkeiten für illegale Geschäfte, bei der die Verfolgung erschwert wird. Weiter besteht ein Problem, wenn die Libra dezentral gehandelt wird, dass somit Geldwäsche gefördert werden könnte (Deutsche Bundesbank 2019).

Ausblick

Bis jetzt ist die Libra in Planung und noch nicht konkret umgesetzt. Es ist wesentlich, jetzt den Verlauf der Planung zu verfolgen und zu schauen, in wie weit die reale Umsetzung stattfindet. Für jeden abgewickelten Schritt, der von der Libra Association getätigt wird, sollte auch eine Evaluierung dazu erfolgen, um sicherzustellen, dass die Libra wirklich im globalen Wirtschaftsverkehr hilft und nicht eventuell sogar Wirtschaftssysteme schädigt. Wenn man früh Probleme bemerkt, besonders in der Testphase, ist es einfacher, sie zu beheben, als wenn die Libra als Kryptowährung in einer offenen Blockchain mehr oder weniger jedem zur Verfügung steht. Nach den Plänen der Libra Association soll die Libra global gehandelt werden und damit weltweiten Einfluss auf Zahlungssysteme haben. Damit sollte eventuell überlegt werden ob eine nationale Rechtsprechung noch ausreichend ist und auch sollte sich die Politik damit auseinandersetzen, ob für diesen neuen Sachverhalt auch eine neue internationale, gemeinsam verfasste Rechtsprechung notwendig wird. Die Erfahrungen mit Kryptowährungen sind gering und man kann sich auf keine Erfahrungswerte verlassen, da es bis jetzt auch keine Kryptowährung geschafft hat, sich als globales Zahlungsmittel zu etablieren. Daher sollte der Verlauf der Libra stetig beobachtet werden, von der Wirtschaft, den Banken und den Kunden. Von den Zentralbanken muss verfolgt werden, dass die Geldstabilität gegeben bleibt und sich keine Gefahr rapide entwickeln kann. Die Aufgabe von der Libra Association besteht bis zur Einführung auch noch darin, die Kritikpunkte zu entkräften, so dass es nicht möglich ist Libra zur Geldwäsche zu nutzen oder als Risiko für Währungssysteme anzusehen.

Literatur

Bürgerbewegung Finanzwende. 2019. „No Libra - Argumente gegen die Facebook-Währung.“ Zugriff: 13. August 2019. https://www.finanzwende.de/themen/no-libra/?L=0.

Calibra. „Digital Wallet for Libra Cryptocurrency.“ Zugriff: 30. August 2019. https://calibra.com/.

Deutsche Bundesbank. 2019. „Krypto-Token im Zahlungsverkehr und in der Wertpapierabwicklung.“ Monatsbericht der Deutschen Bundesbank (Juli): 39–58. Zugriff: 15. August 2019.

Frühauf, Markus. 2019. „Digitales Geld: Bundesbank zieht rote Linien für Libra & Co.“ Zugriff: 15. August 2019. https://www.faz.net/aktuell/finanzen/bundesbank-setzt-regeln-fuer-facebooks-libra-und-digital-waehrungen-16297180.html#click=https://t.co/1kjeflecai.

G7 summit. 2019. „G7 Chair's summary.“ Zugriff: 21. August 2019.

Krempl, Stefan. 2019. „Gegenwind für Facebooks Libra.“ Zugriff: 15. August 2019. https://www.heise.de/ct/artikel/Gegenwind-fuer-Facebooks-Libra-4483381.html.

Libra Association. „The Libra Association.“. ———. 2019a. „Einführung in Libra.“ Zugriff: 13. August 2019. ———. 2019b. „Libra.“ https://libra.org/en-US/. ———. 2019c. „Glossary · Libra.“ Zugriff: 28. August 2019. https://developers.libra.org/docs/reference/glossary#validator-node.

Mai, Heike 2019. „Libra - eine globale Herausforderung im Zahlungsverkehr und für Zentralbanken?“.

  1. balgaskjgas