Difference between revisions of "Länderdossier Japan"

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(Gütermarktmultiplikator im Vergleich zu Deutschland)
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Im nächsten Schritt wird die Formel um die jeweiligen Gleichungen für die Parameter C, I, G, IM und X ersetzt und wiederum nach der inländischen Produktion umgestellt. Dabei wird die Bewegung des realen Wechselkurses außenvor gelassen, er wird zur Vereinfachung daher auf 𝜀 = 1 gesetzt (Blanchard, Illing 2009, Seite 587-588):
 
Im nächsten Schritt wird die Formel um die jeweiligen Gleichungen für die Parameter C, I, G, IM und X ersetzt und wiederum nach der inländischen Produktion umgestellt. Dabei wird die Bewegung des realen Wechselkurses außenvor gelassen, er wird zur Vereinfachung daher auf 𝜀 = 1 gesetzt (Blanchard, Illing 2009, Seite 587-588):
  
<math>Y=\left [ \frac{1}{1-(c1+d1-im1)} \right ](c0+d0+c1T-d2r+G+x1Y*)</math>
 
 
[[Datei:Inländische Produktion.png|left|frameless]]
 
[[Datei:Inländische Produktion.png|left|frameless]]
  
Y=[](c<sub>0</sub>+d<sub>0</sub>+c<sub>1</sub>T-d<sub>2</sub>r+G+x<sub>1</sub>Y*)
 
 
<math>Y=\left \lceil \frac{1}{1-(c_1+d_1-im_1} \right \rceil\(c_0+d_0+c_1T-d_2r+G+x_1Y*)</math>
 
  
 
Der Fokus dieser Ausarbeitung liegt dabei auf dem ersten Term, dem Multiplikator. Dieser stellt den Gütermarktmultiplikator dar, wobei c<sub>1</sub> für die Konsumneigung und d<sub>1</sub> für die Investitionsneigung steht. Die Variable im<sub>1</sub> stellt währenddessen die marginale Importneigung dar, welche angibt, „in welchem Ausmaß die Importnachfrage eines Landes bei einer Zunahme des Bruttoinlandprodukts (BIP) um eine marginale Einheit zunimmt.“ (Gabler Verlag, 2018) An Hand dieser Gleichung des Multiplikators wäre es nun zum Beispiel möglich, die Auswirkungen von Veränderungen der autonomen Ausgaben zu beschreiben. Die autonomen Ausgaben werden dabei durch die Summe des zweiten Terms der Gleichung, dem Multiplikand, dargestellt.
 
Der Fokus dieser Ausarbeitung liegt dabei auf dem ersten Term, dem Multiplikator. Dieser stellt den Gütermarktmultiplikator dar, wobei c<sub>1</sub> für die Konsumneigung und d<sub>1</sub> für die Investitionsneigung steht. Die Variable im<sub>1</sub> stellt währenddessen die marginale Importneigung dar, welche angibt, „in welchem Ausmaß die Importnachfrage eines Landes bei einer Zunahme des Bruttoinlandprodukts (BIP) um eine marginale Einheit zunimmt.“ (Gabler Verlag, 2018) An Hand dieser Gleichung des Multiplikators wäre es nun zum Beispiel möglich, die Auswirkungen von Veränderungen der autonomen Ausgaben zu beschreiben. Die autonomen Ausgaben werden dabei durch die Summe des zweiten Terms der Gleichung, dem Multiplikand, dargestellt.
  
 
Zunächst werden jedoch die Auswirkungen der Importe auf den Gütermarktmultiplikator analysiert. Dafür müssen diese ins Verhältnis zum Einkommen gesetzt werden.
 
Zunächst werden jedoch die Auswirkungen der Importe auf den Gütermarktmultiplikator analysiert. Dafür müssen diese ins Verhältnis zum Einkommen gesetzt werden.
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[[Datei:Importe in Relation zum Einkommen in Japan .png|thumbnail|Importe in Relation zum Einkommen in Japan 2000 - 2017]]
  
 
Die Grafik zeigt eine tendenziell negative Steigung der Importfunktion (m = -0,3862), auch wenn die einzelnen Werte erkennbar streuen. Die negative Trendlinie lässt dennoch erkennen, dass Japan bei steigendem Einkommen, mehr Güter und Dienstleistungen importiert. Damit nimmt auch die marginale Importneigung Japans zu. Die wichtigsten Importgüter für Japan stellen dabei mineralische Brennstoffe, elektronische Geräte wie Audiogeräte und Fernseher und mechanische Geräte wie beispielsweise Kernreaktoren dar (ITC 2020).
 
Die Grafik zeigt eine tendenziell negative Steigung der Importfunktion (m = -0,3862), auch wenn die einzelnen Werte erkennbar streuen. Die negative Trendlinie lässt dennoch erkennen, dass Japan bei steigendem Einkommen, mehr Güter und Dienstleistungen importiert. Damit nimmt auch die marginale Importneigung Japans zu. Die wichtigsten Importgüter für Japan stellen dabei mineralische Brennstoffe, elektronische Geräte wie Audiogeräte und Fernseher und mechanische Geräte wie beispielsweise Kernreaktoren dar (ITC 2020).
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Dieser Vorgang ist anhand des Gütermarktmultiplikators sehr einfach zu berechnen:
 
Dieser Vorgang ist anhand des Gütermarktmultiplikators sehr einfach zu berechnen:
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[[Datei:Gütermarktmultiplikator.png|left|frameless|150x150px|Gütermarktmultiplikator]]
  
ΔY=[]ΔG
 
  
 
Dabei stellt ΔG die Erhöhung der Staatsausgaben dar, welche mit dem Multiplikator verrechnet werden. Betrachtet man dafür eine große Volkswirtschaft, wie es sowohl in Japan als auch in Deutschland der Fall ist, fällt die Steigerung der Produktion deutlich höher als das Handelsbilanzdefizit aus. Würde es sich hier wiederum um ein kleines Land handeln, wäre der umgekehrte Effekt zu verzeichnen. (Blanchard, Illing 2009, S. 589)
 
Dabei stellt ΔG die Erhöhung der Staatsausgaben dar, welche mit dem Multiplikator verrechnet werden. Betrachtet man dafür eine große Volkswirtschaft, wie es sowohl in Japan als auch in Deutschland der Fall ist, fällt die Steigerung der Produktion deutlich höher als das Handelsbilanzdefizit aus. Würde es sich hier wiederum um ein kleines Land handeln, wäre der umgekehrte Effekt zu verzeichnen. (Blanchard, Illing 2009, S. 589)

Revision as of 22:21, 23 May 2020


Die makroökonomische Lage Japans

Makroökonomische Basisdaten

Bruttoinlandsprodukt von Japan

Bruttoinlandsprodukt von 2000 bis 2019

Das Bruttoinlandsprodukt zeigt den prozentualen Anteil aller Güter, Waren und Dienstleistungen, die innerhalb eines Jahres in einer Volkswirtschaft hergestellt wurden und dem Endverbrauch dienen. Güter, die nicht direkt weiterverwendet werden, sondern auf Lager gestellt sind, gelten ebenfalls als Endprodukt (vgl. wiwiwiki.net, 04.2020). Das BIP gilt als die wichtigste Größe einer Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. Es dient zur Bestimmung einer wirtschaftlichen Leistung der Volkswirtschaft in einem bestimmten Zeitraum (vgl. wiwiwiki.net, 04.2020).

In der nebenstehenden Abbildung kann man die Entwicklung in dem Zeitraum von 2000-2019 des Bruttoinlandsprodukts von Japan im Vergleich mit Deutschland und den USA sehen.

Die drei wirtschaftsstarken Länder, die gleichzeitig auch G7 Mitgliedsstaaten sind, haben einen ähnlichen Kurvenverlauf. Man erkennt deutlich das Anfang der Jahrtausendwende alle drei Länder mit einem fallenden Bruttoinlandsprodukt zu kämpfen hatten. Japan sowie auch die USA haben sich ab dem Jahr 2002 gefangen und einen Zuwachs bzw. Kontinuität in ihre Wirtschaft gebracht. Alle drei Länder sind ab 2008 mit einem sehr stark fallenden Bruttoinlandsprodukt konfrontiert, dies liegt an dem Ausmaß der Weltwirtschaftskrise. Ein Rekordtief von -5,416 % muss Japan 2009 hinnehmen. Auch hier gilt der Außenhandel als Motor der Wirtschaft, Exporte bremsten gerade hier die Wirtschaft ein (t-online, 01.2011). Ab 2010 legte das Bruttoinlandsprodukt wieder deutlich zu. Die Kaufkraft der Menschen ist hier so stark wie nie im untersuchten Zeitraum. Auch dadurch pendelt sich das BIP in Japan wieder sehr stabil ein und schwankt immer wieder im positiven Bereich zwischen 2% und zuletzt 0,654%.

Produktionslücke

Produktionslücke 2014 - 2021

Es gilt hier einen Vergleich zwischen den Ländern Japan, Deutschland und Kanada bezüglich der Produktionslücke zu ziehen. Die Produktionslücke definiert die Abweichung des Produktionspotenzials eines Landes. „Das Produktionspotenzial ist ein Maß für die gesamtwirtschaftlichen Produktionskapazitäten, die mittel- und langfristig die Wachstumsmöglichkeiten einer Volkswirtschaft determinieren“ (vgl. Bundesfinanzministerium).

Eine positive Produktionslücke bedeutet, dass die Wirtschaft in der Lage ist, das aktuelle Produktionsniveau aufgrund einer hohen Nachfrage aufrechtzuerhalten. Eine negative Lücke hingegen, dass ein Überangebot vorhanden ist, also Kapazitätsreserven oder eine Konjunkturschwäche dominieren und eine schwache Nachfrage vorherrscht (Vgl. Bank of Canada).

Bei der Betrachtung der Entwicklung der letzten Jahre zeigen sich starke Abweichungen in den Kurvenverläufen.  Während Japan einen hohen Anstieg bei der Differenz zur  eigenen Produktionskapazität aufweist, verringert sich der Wert  Deutschlands seit 2018 zu  einer ausgeglichenen Auslastungsrate hin .Bei  positiven Produktionslücken liegt also der derzeitige Output über dem Produktionspotenzial, was oft auf ein starkes Wirtschaftswachstum hinweist. Kanada hingegen weist eine negative Produktionslücke auf, sodass folglich die Produktion unter den nachhaltigen Produktionsmöglichkeiten zu liegen scheint.

Inflation, durchschnittliche Verbraucherpreise

Inflation von Japan, Deutschland und den USA von 2000 - 2018

Im Folgenden wird die makroökonomische Lage Japans anhand der Inflation, der Verbraucherpreise, im Vergleich zu Deutschland und den USA untersucht.

Als Inflation wird ein anhaltender Anstieg des allgemeinen Preisniveaus verstanden. (Vgl. Blanchard; Illing, 60) Hier steht Inflation für die prozentuale Veränderung des Verbraucherpreisindex zum Vorjahreswert. Dieser Index misst die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte für Konsumzwecke kaufen.

Die nebenstehende Abbildung zeigt, für die Zeit von 2000 bis 2018, für Japan, Deutschland und die USA jeweils die prozentuale Änderung der Verbraucherpreise zum Vorjahr. Auffällig ist, dass bei allen drei Ländern ein ähnlicher Verlauf der Inflation erkennbar ist. Die einzige Ausnahme verzeichnet Japan, in den Jahren 2013 bis 2015. Hier steigt die Inflation stark bis zu einer Spitze an und fällt dann wieder, während sie in den USA und Deutschland kontinuierlich abnimmt. Insgesamt verzeichnet Japan, selbst mit einem kurzzeitigen Spitzenwert von 2,76%, eine deutlich geringere Höhe der Inflation als Deutschland oder die USA. Zeitweise ist Japans Inflation, über mehrere Jahre hinweg, negativ. Deutschland hingegen hat im gesamten Beobachtungszeitraum keine negative Inflation zu verzeichnen.

Arbeitslosenquote von Japan

Arbeitslosenquote - Vergleich Japan/Deutschland/USA 1992 - 2019

Die Arbeitslosenquote zeigt den prozentualen Anteil der Arbeitslosen zu den Erwerbspersonen eines Landes. Die Erwerbspersonen schließen sowohl Arbeitslose als auch Erwerbstätige mit ein.  (vlgl. destatis.de, 2020)

In der rechten Abbildung kann man die Entwicklung der Arbeitslosenquote für Japan in dem Zeitraum von 1992 und 2019 sehen.

Zunächst soll die Betrachtung des Verlaufes der Arbeitslosenquote in Japan erfolgen. Ab dem Jahr 1992 bis 2001 kann man eine streng monotone Steigung der Arbeitslosenquote bis hin zu 5,5% betrachten. Diese sinkt im Jahr 2007 auf unter 4%. Diese Zahlen werden jedoch nach diesem Ausschlag um einiges geringer. Man kann eine Art Wellenverlauf erkennen. Ursache dieser doch sehr niedrigen Arbeitslosenquote ist das enorme Arbeitsangebot in diesem Land. Statistisch gesehen kommen auf 100 Arbeitssuchende 148 frei Stellen. Aufgrund diese doch sehr hoher Fachkräftemangels in Japan ist das Wachstum in der Volkswirtschaft stark erschwert und nahezu zum Erliegen gekommen. (vgl. Janz,2017) Dies ist eines der vielen Probleme, welches durch die niedrigen Geburtenraten in Japan verursacht werden. (vgl. dw.com, 2019). Vergleichend mit Deutschland und den USA ist Japan bis auf die Jahre 1998 bis 2002 Führender in Sache niedriger Arbeitslosigkeit. In diesem kurzen Zeitraum hat USA die niedrigste Arbeitslosenquote im Vergleich der drei Nationen. Im Jahre 2009 haben alle drei Nationen einen starken Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. USA trifft es hierbei wie in der Abbildung zu sehen am stärksten und Deutschland schafft es Ab diesem Zeitpunkt eine stetig geringere Arbeitslosenquote als die USA zu erreichen.

Länderinformationen des IMF

Für dieses Kapitel wurden die die sechs wichtigsten Punkte der „Article IV Consultation-Press Release 2019“ für das Land Japan jeweils studiert und anschließen zusammengefasst wiedergegeben.

Jüngste wirtschaftliche Entwicklung

Die Wirtschaft in Japan wächst moderat, obwohl das sich abschwächende globale Wachstum die Export-, Produktions- und Geschäftsstimmung beeinflusst hat.

Die Volkswirtschaften in Übersee sind schwach, die Unternehmensgewinne bleiben hoch.

Der Beitrag zum realen BIP in Japan wurde in den letzten drei Quartalen des Jahres 2019 verringert. Das Wachstum wurde jedoch in den ersten drei Quartalen im Jahr 2019 durch den privaten Konsum und die öffentlichen Ausgaben unterstützt.

Der Reallohn und der reale Konsum haben gestiegen, aber blieb schwach. Private Investitionen in den ersten drei Quartalen im Jahr 2019 nehmen allmählich zu. Der private Konsum bleibt davon unberührt, und Unternehmensinvestitionen, insbesondere im Zusammenhang mit der Technologie zur Steigerung der Arbeitskräfte, haben private Investitionen unterstützt. Die realen Importe waren volatil. Exporte und exportgetriebene Investitionen haben sich in der Entwicklung mit den schwächeren externen Bedingungen und der zunehmenden Unsicherheit abgeschwächt. Japans Exporte an die meisten seiner wichtigsten Handelspartner gingen im Jahr 2019 zurück.

Das Wirtschaftswachstum liegt trotz externer nachteiliger Faktoren besteht, aber der Inflationsdynamik über dem Potenzial bleibt bescheiden.

Inflationsentwicklung

Von einer Inflation spricht man, wenn das Preisniveau von Gütern, Dienstleistungen, etc. kontinuierlich steigt. Hierbei kommt es zu einer Veränderung des Austauschverhältnisses von Geld zu anderen Gütern, dies geschieht zu Lasten des Geldes (vgl. Wiwiwiki.net, 04 2020).

Japan gilt als ein Land, das über Jahre kontinuierlich eine sehr niedrige Inflation zu verzeichnen hat. Das Land hatte teilweise sogar eine so niedrige Inflation, die im Zeitraum von 2009 bis einschließlich 2012 in eine Deflation überging (vgl. statista.com, 04.2020) . Betrachtet man den Zeitraum von Jan 2017- Ende 2019 isoliert, so ist gerade die niedrige Wachstumsrate bei Lebensmitteln und Energieerzeugnissen auffällig, hier schwanken die Werte zwischen einer kurzzeitigen Deflation und maximal 0,5%. Sprich in Japan sind die Preise für Lebensmittel in den letzten zwei Jahren um 1% gestiegen. Doch warum? Japan gilt immer noch als eines der reichsten und wirtschaftsstärksten Länder, jedoch Tendenz fallend. Das Land hat zwar eine sehr geringe Arbeitslosigkeit, besitzt jedoch mit 48,8 Jahren im Durchschnitt die älteste Weltbevölkerung. Japan kann seine Fertilitätsrate nicht ausgleichen, da das Untersuchungsland in der Vergangenheit eine restriktive Zuwanderungspolitik verfolgte (vgl. statista.com, 20.01.2020). Die Wurzel der konstant niedrigen Inflationsentwicklung liegt in der weiteren Vergangenheit. Das Land hat große Probleme aus der einmal begonnen Tiefzinspolitik wieder herauszukommen (Handelszeitung, 19.09.2019).

Arbeitsmarkt und Lohnentwicklung

In Japan ist heute mit fortschreitender Alterung der Bevölkerung ein Rückgang der Zahl zu verzeichnen von Menschen in der arbeitenden Generation, die die Gesellschaft unterstützen. In dieser Art von Gesellschaft ist es gewünscht, dass ältere Menschen weiterarbeiten, um die Gesellschaft zu unterstützen. Die Anzahl der Unternehmen, die das „Rentenalter“ verlängert oder abgeschafft haben, war zunehmend. Unter 159 989 Unternehmen mit 31 oder mehr Mitarbeitern, die darüber berichteten, Beschäftigungsbedingungen zum 1. Juli 2018 hatten 18,1% das Rentenalter auf festgelegt 65 Jahre oder älter und 2,6% haben ein obligatorisches Rentenalter für insgesamt abgeschafft 20,7%.

Arbeitslosenquote in Japan (sowohl für männliche als auch für weibliche) sinkt weiter. Der Anstieg des Verhältnisses von offenen Stellen zu Bewerbern hat aufgehört und die Leerstandsquote wurde gesenkt. Die angespannten Beschäftigungsbedingungen im verarbeitenden Gewerbe haben sich abgeschwächt. Der Erhöhung der Vollzeitbeschäftigung seit der Krise im Jahr 2009 wurde auf Nicht-Fertigungssektoren konzertieret, während der Anstieg der Teilzeitmitarbeiter dominant geblieben ist. Das Beschäftigungswachstum ist im Wesentlichen gefallen, hauptsächlich aufgrund des schrumpfenden Wachstums in Vollzeitarbeitern.

Das Wachstum des Reallohns pro Arbeiternehmer bleibt schwach. Der Lohn pro Stunde wächst jedoch aufgrund weniger Stunden pro Arbeiternehmer. Der Rückgang der Stunden durch den durchschnittlichen Teilzeitmitarbeiter ist wahrscheinlich auf niedrige Stunden lang von neu zugesetzten Arbeitern zurückzuführen, aber er der Rückgang der Arbeitsstunden, der von Vollzeitarbeitern tätig ist, scheint die niedrigere Nutzung der Arbeit zu wiederspiegeln. Inmitten einer rückläufigen Bevölkerung, weibliche Beteiligung der Arbeitskräfte, hat sich aufgenommen, während die Markteinkommens Ungleichheit erhöht hat.

Steuerliche Entwicklung und Entwicklung der Nachhaltigkeit

Der Article IV Consultation-Press Release zeigt anhand der bereits vergangenen Jahre und 2019 Prognosen zur steuerlichen Entwicklung sowie der Entwicklung der Nachhaltigkeit in Japan auf. Im Ergebnis hat das Land einen sehr großen Spielraum für Steuererhöhungen zur Verfügung. Diese werden in den nächsten Jahren auch zwingend notwendig werden, um die fortlaufend ansteigenden Kosten des Gesundheits- und Pflegewesens, welche aus der immer älter werdenden Bevölkerung resultieren, tragen zu können. Während diese 2020 noch bei etwa 10% des Bruttoinlandsproduktes liegen beträgt die Prognose der Kosten für das Jahr 2060 schon etwa 16% des Bruttoinlandsproduktes. Ebenso steigt die öffentliche Verschuldung, welche mit der gegenwärtigen Politik nicht mehr haltbar ist. Der Haushaltssaldo verzeichnet 2019 weiterhin ein Defizit, dieses wird sich durch die Erhöhung des Verbrauchssteuersatzes sowie durch das Auslaufens des Konjunkturpakets im Dezember 2019 verbessern. Zurzeit herrscht in Japan ein günstiges Finanzierungsumfeld, dies wird unteranderem durch die JGB-Bestände der Bank of Japan und die Vorliebe der Inländischen Investoren in das eigene Land zu investieren ermöglicht. Die Investitionen in Übersee verzeichnen eine steigende Tendenz sind in der Summe aber sehr gering. Im Vergleich zu anderen Ländern wie Deutschland, die USA oder Dänemark hat Japan am wenigsten Ausgaben für nicht-soziale Sicherheit. Diese lagen 2018 bei etwa 20% des Bruttoinlandsproduktes. (International Monetary Fund 2020)

Demographie

Die Demographie eines Landes gibt dessen Struktur bezüglich der Entwicklung der Bevölkerung wieder. Hierbei stehen besonders die Geburtenrate und die Sterberate in der Beobachtung. Aus diesen beiden Raten lassen sich anschließend die Langlebigkeit und die Alterung bzw. Altersverteilung des Landes feststellen. (Bundesministerium des Inneren, 2017)

In dem Article IV Consultation-Press Release sind bezüglich der japanischen Bevölkerung und deren Zusammensetzung Zahlen bis 2065 veröffentlicht worden. Zusammengefasst kann gesagt werden, dass die japanische Bevölkerung über die Jahre immer älter wird und im Gesamten im Jahr 2065 auf bis zu 90 Millionen abnehmen wird. Dies bedeutet zu unserem heutigen Stand eine Differenz um 30 Millionen Menschen. (International Monetary Fund, 2020). Des Weiteren ist das Altersabhängigkeitsverhältnis von Japan abgebildet. Diese Kennzahl gibt an wie das Verhältnis zwischen den Personen in den Altersgruppen 0-15/65-… und der arbeitenden Bevölkerung zwischen 15 und 65 ist. (TheGlobalEconomy.com, 2020) Im Jahr 2075 wird dieser Wert voraussichtlich über 75% liegen. Dies bedeutet, dass die japanische Population zu 75% jünger als 15 oder älter 65 sein wird und somit nicht zur arbeitenden Bevölkerung wird. Mit diesem sehr hohen Wert übertrifft Japan vergleichbare Länder um mehr als 10%. Zuletzt kann noch die Erwerbsquote untergliedert nach Geschlecht in Japan von 2002 bis ins Jahr 2018 betrachtet werden. Der Datensatz zeigt, dass die japanischen Männer im Alter 15-65 eine Erwerbsquote von ca. 85% mit leicht steigender Tendenz haben. Die Frauen hingegen haben seit dem Jahr 2002 bis ins Jahr 2018 einen Anstieg von 60% auf 70% in der gleichen Altersgruppe. (International Monetary Fund 2020)

Geschlechterungleichheit

Das Beschäftigungsverhältnis von Frauen und Männern in der japanischen Wirtschaft ist nach wie vor sehr defizitär, jedoch befindet es sich durch die eingreifende Politik der letzten fünf Jahre, in einem ausgleichenden Trend. Auch die Lohndifferenz zwischen Frauen und Männern ist in jüngster Vergangenheit gesunken.

Es wurden Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie ergriffen und somit der Anreiz für Arbeitgeber sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor gegeben entsprechende Aktionspläne zur Umsetzung zu formulieren.

Firmen mit mehr als 100 Mitarbeitern sind dadurch verpflichtet mindestens zu einem der folgenden Punkte Informationen zu veröffentlichen:

  1. Bereitstellung von Arbeitsplätzen
  2. Konzepte zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, z.B. Prozentsatz der Arbeitnehmer, die Elternzeit in Anspruch genommen haben

Des Weiteren wurde 2016 die Eruboshi-Zertifizierung eingeführt für jene Unternehmen, die besondere Leistungen in der Firmenpolitik zur Förderung und Umsetzung der besseren Integration von Frauen in der Arbeitswelt geleistet haben. Diese Zertifizierung enthält unter anderem folgende Kriterien:

  1. Formulierung eines konkreten Aktionsplans
  2. Dokumentation und Umsetzung des Aktionsplans innerhalb der Unternehmung
  3. Dokumentation der erfolgreichen Implementierung
  4. Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen des Aktionsplans, Zusammenarbeit mit der Regierung und Ministerien

Seit dem Inkrafttreten der Zertifizierung im April 2016, unterzeichnete die Regierung ca. 13.600 Verträge mit Eruboshi-zertifizierten Unternehmen.

Investition, Ersparnis und Leistungsbilanz

Ersparnis und Investition in offenen Volkswirtschaften

Japan war früher eines der Länder mit der höchsten Sparquote der Welt, die eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der japanischen Wirtschaft spielte. Der Bedarf an Kapital von Unternehmen zur Aufrüstung von Geräten und von Banken für Investitionen hängt zunehmend von den Ersparnissen ab. In diesem Kapitel wird die Beziehung zwischen Investitionen und Ersparnissen in Japan untersucht. (Einschließlich des Zusammenhangs zwischen der inländischer Investitionsnachfrage und den ausländischen Ersparnissen Japans.) Außerdem wird die Rolle der Leistungsbilanz bei der Investition und beim Sparen erläutert. Diese Schlussfolgerung basiert auf Daten zu Japans Gesamtinvestitionen, Ersparnissen und dem Anteil der Leistungsbilanz am BIP.

Leistungsbilanz, Ersparnis und Investition in Japan 2000 - 2019

Der Zusammenhang zwischen Investition und Ersparnis in Japan

1)      Investition

Gesamtinvestition ausgedrückt als die Gesamtinvestitionen in Prozent des BIPs in der aktuellen lokalen Währung. Seit dem Jahr 2000 sind Japans Gesamtinvestitionen zwischen 20% und 30% des BIPs. Bis zum dem Jahr 2008 waren die Schwankungen groß. Aufgrund der globalen Finanzkrise im Jahr 2008, sind die Gesamtinvestitionen (in Prozent aus BIP) gesunken. Es begann im Jahr 2010 allmählich zuzunehmen.

2)      Ersparnis

Ersparnis ist das Einkommen einer Volkswirtschaft abzüglich des Konsums der privaten Haushalte und des Staates. Ersparnisse (im Prozent aus BIP) liegen seit dem Jahr 2000 unter 30%. Aufgrund der Finanzkrise im Jahr 2008, sind die Ersparnisse stark gesunken. Nach dem Jahr 2008, stiegen die Ersparnisse. Wegen der Lockerung der Geldpolitik der Regierung (Abe Shinzo) und der Erhöhung der Verbrauchsteuer im Jahr 2014, sanken die Ersparnisse erheblich. Nachdem erhöhten sich die Ersparnisse wieder. Die Ersparnisse sind seit dem Jahr 2014 stetig gewachsen. (Statistics Bureau of Japan (2020): Statistical Handbook of Japan 2019.)

3)      Zusammenhang

Ersparungen und Investitionen sind miteinander verbunden und voneinander abhängig. Ersparnisse sind die direkte Quelle für Investmentfonds. Investitionen sind die Verwendung von Ersparnissen. Die Höhe der Ersparnisse bestimmt die Größe der Investitionen. Japans hohe Ersparnisse bieten ausreichend Mittel für Investitionen, was wiederum zu hohen Investitionsquoten führt.

Eine wichtige Funktion der Ersparnisse ist eine Finanzierungsquelle für Investitionen und zukünftigen Verbrauch. Wenn Anleger erfolgreich Finanzmittel aus anderen Quellen wie dem Kapitalmarkt erhalten können, nimmt die Sparneigung der Menschen ab.

Die hohe Sparquote hat zu einer hohen Investitionsquote geführt, und große Investitionen in zivile Ausrüstung haben eine solide materielle Grundlage für die wirtschaftliche Entwicklung geschaffen, die den Ausbau der Produktionskapazitäten in großem Maßstab gefördert und die hohe Investitionsquote zu hohen Wirtschaftswachstumsraten geführt hat.

Der Zusammenhang zwischen der inländischen Investitionsnachfrage in Japan und den ausländischen Ersparnissen

Japan ist die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt, die eine die steigende ausländische Ersparnis hat. Japanische ausländische Ersparnisse setzen sich hauptsächlich aus ausländischen Wertpapieren, Einlagen, Gold und anderen Fremdwährungsaktiva zusammen. Wenn ein Land ein Handelsdefizit aufweist, bedeutet dies, dass Geld aus dem Ausland in das Inland gelangt und als Teil der Bereitstellung von Finanzkapital betrachtet wird.

Aufgrund des jahrelangen Anstieges des internationalen Handelsüberschusses in Japan, sind die verwendeten ausländischen Ersparnisse für inländische Investitionen zurückgegangen.

Seit dem Jahr 2000 sind die ausländischen Ersparnisse Japans rasant gewachsen und haben sich nach dem Jahr 2005 allmählich verlangsamt.

Im Jahr 2005 wechselte die japanische Regierung von nationalen Auslandsinvestitionen zu privaten Auslandsinvestitionen und bot privat diversifizierte Investitionsmöglichkeiten an, um die Risiken von ausländischen Ersparnissen zu diversifizieren. Gleichzeitig haben sich die Investitionsmethoden mit ausländischen Ersparnissen allmählich diversifiziert, was das Wachstum der Gesamtinvestitionen vorantreibt. (Fatum,R,and M. Hutchison. (2003): Effectiveness of Official Daily Foreign Exchange Market Intervention Operations in Japan.)

Die Verwendung der ausländischen Ersparnisse kann die gesamten nationalen Ersparnisse erhöhen. Dies können auch die Beschränkungen für inländische Investitionen, durch unzureichende inländische Ersparnisse verursacht, verringert werden. Aber mit steigenden inländischen Ersparnissen würde ausländisches Finanzkapital weniger benötigt, um den Investitionsbedarf zu decken.

Investitionen können sowohl durch inländische als auch ausländische Ersparnisse getätigt werden, jedoch wird in allen Ländern der Großteil der Investitionen aus inländischen Mittel finanziert.

Welche Rolle spielt die Leistungsbilanz dabei?

Die Leistungsbilanz (LB) umfasst in der Volkswirtschaftslehre alle Ausgaben und Einnahmen einer Volkswirtschaft, darunter auch die Importe und Exporte von Gütern und Dienstleistungen in der volkswirtschaftlichen Zahlungsbilanz. Teilbilanzen der Leistungsbilanz sind die Handelsbilanz (HB), die Dienstleistungsbilanz (DLB) und die Übertragungsbilanz (ÜB).

Die wirtschaftliche Bedeutung des Leistungsbilanzkontos ist die internationale Kreditaufnahme. Aus makroökonomischer Sicht ist das Auftreten internationaler Kreditaufnahmen auf die niedrige inländische Sparquote zurückzuführen, und wenn die Ersparnisse geringer sind als die Investitionen, tritt das Leistungsbilanzdefizit (Defizit) auf. Kreditaufnahme aus anderen Ländern mit überschüssigen Ersparnissen, sodass das Girokonto den Ersparnissen abzüglich der Investitionslücke entspricht.

Die historischen Daten der letzten 20 Jahre zeigen, dass der Leistungsbilanzsaldo Japans weiter ansteigen wird. In den letzten Jahren hat sich der Leistungsbilanzüberschuss trotz des Rückgangs der Ersparnisrate etwas erhöht. Zwischen den Jahren 2001 und 2007 stieg die Leistungsbilanz um 1,9% (von 1,0% auf 2,9%). Im Jahr 2007 erreichte Japans Leistungsbilanzsaldo 212,8 Milliarden US-Dollar. Warum sind die Ersparnisse gesunken und der Leistungsbilanzüberschuss gestiegen?

Dies liegt daran, dass der rasche Rückgang der Ersparnis in Japan und auch die Investitionsquote noch weiter gesunken ist.

Die Leistungsbilanz drückt die Beziehungen zwischen inländischen Ersparnissen und inländischen Investitionen aus. Wenn es einen Leistungsbilanzüberschuss gibt, übersteigen die inländischen Ersparnisse die inländischen Investitionen. Wenn es einer Leistungsbilanzdefizit gibt, übersteigen die inländischen Investitionen die inländischen Ersparnisse. Ein Land wie Japan hat eine Flut von Ersparnissen gegenüber Investitionen gehabt. Diese Einsparungen gingen tendenziell ins Ausland, um rentablere Investitionen zu tätigen. Daher hatte Japan ein Defizit an Kapitalströmen und einen entsprechenden Überschuss auf der Leistungsbilanz. Aus der Grafik ist ersichtlich, dass nicht alle japanischen Ersparnisse in Investitionen umgewandelt werden, was einem Leistungsbilanzüberschuss entspricht.

Durch diese Beziehungen können Sie finden, dass ein Land mit hoher privater oder staatlicher Sparrate entweder hohe private Investitionen oder einen hohen Leistungsbilanzüberschuss hat.

4.Fazit

Investition ist mit Sparen verbunden. Sowohl inländische als auch ausländische Ersparnisse sind Finanzmittel für Investment, aber die meisten inländischen Investments stammen aus inländischen Ersparnissen. Gleichzeitig kann die Beziehung zwischen den Investitionen eines Landes und den Ersparnissen in der Leistungsbilanz seinen Niederschlag finden.

Nachfrage nach inländischer Güterproduktion

Gütermarkt offener Volkswirtschaften

Fragestellung 1

Untersuchen Sie den Zusammenhang zwischen inländischer Nachfrage, Binnennachfrage und Endnachfrage nach inländischer Güterproduktion für Japan und Vergleichen Sie Ihre Ergebnisse mit denen für Deutschland.

Um die Zusammenhänge dieser drei verschiedenen Nachfragen nach inländischer Güterproduktion in Bezug auf Japan darstellen zu können, müssen diese zunächst definiert werden. Die inländische Güternachfrage (DD) beschreibt die Gesamtnachfrage nach in- und ausländisch produzierten Gütern im Inland. Sie wird durch die Addition von Konsum (C), Investitionen (I) und den Staatsausgaben (G) berechnet. In dieser Arbeit werden jedoch für die einzelnen Nachfragefunktionen nur die inländische Güterproduktion und nicht auch noch die ausländische betrachtet. (vgl. wiwiwiki.net, o. J.)

Man kann die inländische Güternachfrage auch mittels der Binnennachfrage errechnen. Hierzu muss diese mit den Importen des Landes addiert werden. (vgl. Sauer, o. J.)

Die Binnennachfrage (AA) hingegen beschreibt die Nachfrage nach Konsum und Investitionsgütern innerhalb eines Binnenmarktes. Diese Nachfrage wird stark durch die Veränderung der Lohnstückkosten des Landes beeinflusst. (vgl. bwl-wissen.net o. J.) Zuletzt muss die Endnachfrage (ZZ) bestimmt werden. Ein Synonym hierfür ist die „Nachfrage nach inländischen Gütern“. Diese ist klar von der inländischen Güternachfrage abzugrenzen. Sie wird auch mittels der Summe aus C+I+G errechnet, jedoch zieht man hier noch die Importnachfrage ab und addiert die Exportnachfrage. (vgl. onpulson.de, 2020)

In der nebenstehenden Abbildung kann man diese verschiedenen Nachfragefunktionen bezogen auf Japan verfolgen. Der betrachtete Zeitraum ist hierbei von 1992 bis 2018.

Vergleich der inländischen Nachfrage, Binnennachfrage und Endnachfrage nach inländischer Güterproduktion mit Deutschland 1992 - 2018

Im ersten Schritt soll der Zusammenhang der drei Nachfragefunktionen bezogen auf Japan dargestellt werden.

Man kann auf den ersten Blick sehen, dass von 1992 bis 2003 die Endnachfrage und die inländische Nachfrage nahezu parallel monoton gestiegen sind. Dies bedeutet, dass sich die Importnachfrage und die Exportnachfrage immer in einem nahezu gleichen Verhältnis zu einander Verhalten haben. Es gab demnach bei diesen Nachfragen keine außergewöhnlich hohen Schwankungen. Ab diesem Zeitpunkt verhalten sich die Endnachfrage und die inländische Nachfrage immer noch ähnlich zueinander, schneiden sich jedoch des Öfteren bis zum Ende der Untersuchungsreihe im Jahr 2018. Dies lässt darauf schließen, dass sich das Verhältnis von Importnachfrage und Exportnachfrage geändert und diese nicht mehr proportional zueinander verlaufen. Man kann aus dieser Grafik nicht ablesen, in wie weit die beiden Nachfragen schwanken. Die Binnennachfrage verläuft durchweg nahezu parallel mit der inländischen Nachfrage. Dies ist zu erklären, da die Binnennachfragefunktion von der inländischen Nachfragefunktion abhängt und sie durch die Subtraktion mit den Importen errechnet wird. In dem Moment, in dem auch die Endnachfrage aufgrund der Importe verändert, verändert sich auch die Binnennachfrage.

Wenn man sich diese Kurven von Japan vergleichend mit Deutschland ansieht, sticht klar heraus, dass Deutschland durchweg geringere Werte bezüglich dieser Funktionen hat. Bei Deutschland schwanken die Werte der drei Funktionen zwischen 2.250 Mrd. Euro und 4.500 Mrd. Euro. Bei Japan hingegen steigen zum Beispiel bei der Endnachfrage ZZ die Werte bis zu 5.500 Mrd. Euro. Die Verläufe der Kurven, unabhängig von der Höhe der Werte, sind sehr ähnlich und als allgemein monoton steigend zu bezeichnen. Beide Nationen haben im Jahr 2009, aufgrund der weltweiten Finanzkrise einen Einbruch aller drei Nachfragefunktionen zu verzeichnen. Wenn man sich nun die letzten 5 Jahre der Zeitreihe vergleichend ansieht ist zu erkennen, dass Deutschland einen verhältnismäßig starken Zuwachs aller Nachfragen hat, besonders jedoch die inländische Nachfrage (DD) und die Endnachfrage (ZZ).

Fragestellung 2

Welche Schlussfolgerungen lassen sich daraus für die außenwirtschaftliche Strategie Ihres Untersuchungslandes ziehen?

Aus diesen Nachfragefunktionen lässt sich bezüglich der Außenwirtschaft ableiten, dass Japan einerseits auf einen starken Güterexport setzt, da sie nicht nur eine starke inländische Nachfrage (DD), sondern auch eine starke Endnachfrage (ZZ) haben und diese über die Jahre um bis zu 1.500 Mrd. Euro gestiegen ist. Somit steigern sie stark die Produktion von inländischen Gütern und erhöhen zudem ihre Staatsausgaben, um die Produktion weiterhin zu fördern und die heimische Industrie zu stärken. (vgl Sauer, o. J.)

Ein weiterer Effekt neben der natürlichen Ankurbelung der inländischen Produktion ist es, dass hierbei eine negative Handelsbilanz entsteht. Während einer Rezession, wie sie im Jahr 2009 zu sehen ist, können Länder mit einem hohen Handelsbilanzdefizit darauf spekulieren, dass ihre heimische Wirtschaft durch die ausländische Nachfrage angestoßen wird und der Abfall schnell wieder korrigiert werden kann.

Fragestellung 3

Wie unterscheidet sich diese Strategie von der Deutschlands?

Man kann im direkten Vergleich mit Deutschland sehen, dass beide Wirtschaftsnationen durch ihre sich nahezu gleichenden Kurvenverläufe auch eine ähnliche Außenwirtschaftsstrategie fahren. Auch Deutschland setzt auf einen starken internationalen Export der inländischen Güter.

Dies lässt sich durch die Tatsache bestätigen, dass es sich bei Deutschland um die Nr.3 und bei Japan um die Nr.4 in Bezug auf die stärksten Exportländer der Welt handelt. (vgl. Gerginov, 2020) Auch wenn Japan bisher noch höhere Nachfragefunktionen ihrer inländischen Güter hat, hat Deutschland zwischen 1992 und 2018 mit den Werten stärker angezogen.

Fragestellung 4

Wie können Sie das Gütermarktmodell offener Volkswirtschaften für diese Untersuchung einsetzen?

Das Gütermarktmodell offener Volkswirtschaften oder auch anders, der offene Gütermarkt bezeichnet die Gesamtanzahl aller Märkte auf denen Dienstleistungen und Waren gehandelt werden. Offene Gütermärkte ermöglichen den Konsumenten von Waren und Dienstleistungen die Wahl zwischen inländischen, aber auch ausländischen Gütern. Hingegen haben die Anbieter dieser Waren und Dienstleistungen die Möglichkeit die Güter im Inland und im Ausland anzubieten. Somit setzt ein offener Gütermarkt den Grundbaustein für die Globalisierung der Weltwirtschaft. (wiwiwiki.net, o. J.)

Japan nutzt diese Chance des globalen Gütervertriebes sehr stark aus, wie man zum Beispiel an dem stark steigenden Kurvenverlauf der Endnachfrage zwischen 1992 und 2018 sehen kann. Diese Nation bietet auf vielen Märkten an und generiert somit auch eine hohe Nachfrage im In- und Ausland für die heimisch produzierten Güter. Auch die Stellung von Japan in der Weltwirtschaft als starkes Exportland verdeutlicht dies erneut und zeigt eine hohe Nachfrage nach den japanischen Gütern.

Gütermarktmultiplikator im Vergleich zu Deutschland

Einfluss von Importen auf den Gütermarktmultiplikator Japans im Vergleich zu Deutschland

In diesem Kapitel wird der Einfluss von Importen auf den Gütermarktmultiplikator der Volkswirtschaft Japans untersucht. Weitergehend werden deren Auswirkungen auf die Wirksamkeit fiskalpolitischer Maßnahmen zur Stabilisierung von Nachfrage, Produktion und Beschäftigung analysiert und mit den jeweiligen Auswirkungen in Deutschland verglichen. Hierfür ist es zunächst notwendig, die Zusammensetzung des Gütermarktmultiplikators und dessen Bedeutung zu erläutern. Unterstützt wird dies durch eine Grafik, welche die Importentwicklung in den Jahren von 2000 bis 2017 aufzeigt. Anschließend wird der Vergleich mit Deutschland vorgenommen, inklusive der Auswirkungen der fiskalpolitischen Maßnahmen, bevor schließlich ein Fazit gezogen werden kann.

Die Basis für die weitere Analyse, stellt dabei die Formel für die gesamtwirtschaftliche Produktion Y im Gütermarktgleichgewicht dar. Dabei ist jedoch zwischen einer geschlossenen und einer offenen Volkswirtschaft zu unterscheiden. Eine offene Volkswirtschaft wird dabei durch wirtschaftliche Vorgänge mit anderen Ländern definiert, was bedeutet, dass eine offene Volkswirtschaft Handelsbeziehungen mit anderen Volkswirtschaften unterhalten muss. (Pollert et al. 2016) Da Japan sowohl Import als auch Export betreibt, ist hier von folgender Grundformel auszugehen:

Y = C + I + G – IM + X

Die inländische Produktion (Y) hängt damit sowohl vom Konsum (C) als auch von den Investitionen (I) und den Staatsausgaben (G) ab. Zusätzlich werden die Importe Japans (IM) abgezogen und die Exporte (X) hinzugerechnet. Anhand dieser Gleichung ist es nun möglich, die Effekte der fiskalpolitischen Maßnahmen Japans zum einen auf die inländische Produktion und zum anderen auf die Handelsbilanz zu berechnen.

Im nächsten Schritt wird die Formel um die jeweiligen Gleichungen für die Parameter C, I, G, IM und X ersetzt und wiederum nach der inländischen Produktion umgestellt. Dabei wird die Bewegung des realen Wechselkurses außenvor gelassen, er wird zur Vereinfachung daher auf 𝜀 = 1 gesetzt (Blanchard, Illing 2009, Seite 587-588):

Inländische Produktion.png


Der Fokus dieser Ausarbeitung liegt dabei auf dem ersten Term, dem Multiplikator. Dieser stellt den Gütermarktmultiplikator dar, wobei c1 für die Konsumneigung und d1 für die Investitionsneigung steht. Die Variable im1 stellt währenddessen die marginale Importneigung dar, welche angibt, „in welchem Ausmaß die Importnachfrage eines Landes bei einer Zunahme des Bruttoinlandprodukts (BIP) um eine marginale Einheit zunimmt.“ (Gabler Verlag, 2018) An Hand dieser Gleichung des Multiplikators wäre es nun zum Beispiel möglich, die Auswirkungen von Veränderungen der autonomen Ausgaben zu beschreiben. Die autonomen Ausgaben werden dabei durch die Summe des zweiten Terms der Gleichung, dem Multiplikand, dargestellt.

Zunächst werden jedoch die Auswirkungen der Importe auf den Gütermarktmultiplikator analysiert. Dafür müssen diese ins Verhältnis zum Einkommen gesetzt werden.

Importe in Relation zum Einkommen in Japan 2000 - 2017

Die Grafik zeigt eine tendenziell negative Steigung der Importfunktion (m = -0,3862), auch wenn die einzelnen Werte erkennbar streuen. Die negative Trendlinie lässt dennoch erkennen, dass Japan bei steigendem Einkommen, mehr Güter und Dienstleistungen importiert. Damit nimmt auch die marginale Importneigung Japans zu. Die wichtigsten Importgüter für Japan stellen dabei mineralische Brennstoffe, elektronische Geräte wie Audiogeräte und Fernseher und mechanische Geräte wie beispielsweise Kernreaktoren dar (ITC 2020).

Vergleicht man diese Werte mit denen der Volkswirtschaft Deutschland (Werte von 1950-2017, m=0,5878), fällt auf, dass Deutschland gegenüber Japan, eine weitaus höhere Importquote aufweist, trotz weniger Einkommen. Dies ist mit der geografischen Lage Japans zu erklären. Diese ist meist zu weit entfernt von anderen großen Volkswirtschaften und deren Gütermärkten. Weiterhin ist durch die im Vergleich stärkere negative Steigung der Trendlinie Deutschlands zu erkennen, dass dort eine größere Korrelation zwischen Importen und Einkommen besteht.

Ein wichtiger Punkt in der Analyse, stellen die fiskalpolitischen Maßnahmen dar. Hierzu zählen „alle Maßnahmen des Staates, mit denen über die Veränderung der öffentlichen Einnahmen und öffentlichen Ausgaben die konjunkturelle Entwicklung gelenkt werden soll.“ (Pollert et al. 2016) Dabei ist die expansive Fiskalpolitik (Erhöhung der Staatsaufgaben oder Senkung der Steuern) von der kontraktiven Fiskalpolitik (Senkung der Staatsausgaben und Erhöhung der Steuern) zu unterscheiden. Im Folgenden werden dabei die Staatsausgaben näher betrachtet.

Erhöht eine Volkswirtschaft ihre Staatsausgaben zum Beispiel in Form von Subventionen (expansive Fiskalpolitik), so steigert dies die inländische Produktion. Dies führt im Inland dementsprechend zu einem höheren Personalbedarf und lässt dadurch die Arbeitslosenquote sinken. Gleichzeitig entsteht jedoch auch ein Handelsbilanzdefizit. Dies ist durch eine erhöhte Güternachfrage im Inland zu erklären, bei der auch ausländische (Importe) und nicht nur inländische Güter nachgefragt werden. (Sauer o.J. b) Somit steigt, in einer offenen Volkswirtschaft, durch eine expansive Fiskalpolitik nicht nur die inländische, sondern auch die ausländische Produktion.

Dieser Vorgang ist anhand des Gütermarktmultiplikators sehr einfach zu berechnen:

Gütermarktmultiplikator


Dabei stellt ΔG die Erhöhung der Staatsausgaben dar, welche mit dem Multiplikator verrechnet werden. Betrachtet man dafür eine große Volkswirtschaft, wie es sowohl in Japan als auch in Deutschland der Fall ist, fällt die Steigerung der Produktion deutlich höher als das Handelsbilanzdefizit aus. Würde es sich hier wiederum um ein kleines Land handeln, wäre der umgekehrte Effekt zu verzeichnen. (Blanchard, Illing 2009, S. 589)

Dies führt dazu, dass es in größeren Volkswirtschaften durchaus möglich ist, die Produktion des Landes durch fiskalpolitische Maßnahmen zu beeinflussen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass „je offener die Volkswirtschaft ist, desto kleiner ist die Wirkung der Fiskalpolitik auf die Produktion und desto größer ist die Wirkung auf die Handelsbilanz.“ (Blanchard, Illing 2009, Seite 589)

Wie schon bereits beschrieben, ist die Handelsquote in Deutschland weitaus höher als die in Japan. Somit ist festzuhalten, dass aufgrund der Größe beider Länder, durchaus eine Beeinflussung der Produktion durch fiskalpolitische Maßnahmen vorliegen kann, diese in Japan jedoch um einiges höher ausfallen würde. Parallel zu einer erhöhten Produktion im Inland, käme es dementsprechend auch zu einer höheren Beschäftigungsquote. Zusammenfassend ist damit zu sagen, dass Japan mit steigendem Einkommen mehr Güter importiert, auch wenn die Importquote gegenüber Deutschland deutlich geringer ist. Über eine Erhöhung von Staatsausgaben, wird die inländische Nachfrage erhöht und somit auch die inländische Produktion ausgeweitet. Damit geht auch eine Stabilisierung der Beschäftigung einher.