Difference between revisions of "Internationale Wirtschaftsbeziehungen Großbritanniens 2020"

From Wiwiwiki.net
Jump to navigationJump to search
 
Line 1: Line 1:
Die folgende Untersuchung bezieht sich auf die Entwicklung im Untersuchungsland im 21. Jahrhundert, also auf den Zeitraum seit 2001 bis heute. (noch ohne Abbildungen)
+
Die folgende Untersuchung bezieht sich auf die Entwicklung im Untersuchungsland im 21. Jahrhundert, also auf den Zeitraum seit 2001 bis heute.
  
 
== Der offenbare komparative Vorteil Großbritanniens ==
 
== Der offenbare komparative Vorteil Großbritanniens ==
 +
[[Datei:Abbildung 1 Die drei umsatzstärksten Warengruppen Großbritanniens, 2019.png|thumbnail|Abbildung 1 Die drei umsatzstärksten Warengruppen Großbritanniens, 2019]]
 
Der Außenhandel ist seit Jahren eine der wichtigsten Formen der internationalen Arbeitsteilung (Büter 2018). Einerseits ermöglichen Importe eine breitere Gütervielfalt, andererseits können sich einzelne Länder spezialisieren und somit gewisse Güter effizienter produzieren als andere Länder. Der Brite David Ricardo entwickelte die Außenhandelstheorie des komparativen Vorteils.  „Ein komparativer Vorteil besteht […], wenn ein Land in der Lage ist, ein bestimmtes Gut zu geringeren Opportunitätskosten herzustellen […]“ (Sauer 2017). Wenn ein Land ein Gut mit geringeren Opportunitätskosten herstellt, hat dies ein Spezialisierungsvorteil gegenüber anderen Ländern. Mit dem offenbarten komparativen Vorteil (RCA) werden die Spezialisierungsvorteile eines Landes messbar gemacht. In dieser Arbeit wird der offenbarte komparative Vorteil Großbritanniens nach Siebert gemessen, wobei nur die vier umsatzstärksten Gütergruppen untersucht werden, um Spezialisierungsvorteile Großbritanniens zu erkennen.
 
Der Außenhandel ist seit Jahren eine der wichtigsten Formen der internationalen Arbeitsteilung (Büter 2018). Einerseits ermöglichen Importe eine breitere Gütervielfalt, andererseits können sich einzelne Länder spezialisieren und somit gewisse Güter effizienter produzieren als andere Länder. Der Brite David Ricardo entwickelte die Außenhandelstheorie des komparativen Vorteils.  „Ein komparativer Vorteil besteht […], wenn ein Land in der Lage ist, ein bestimmtes Gut zu geringeren Opportunitätskosten herzustellen […]“ (Sauer 2017). Wenn ein Land ein Gut mit geringeren Opportunitätskosten herstellt, hat dies ein Spezialisierungsvorteil gegenüber anderen Ländern. Mit dem offenbarten komparativen Vorteil (RCA) werden die Spezialisierungsvorteile eines Landes messbar gemacht. In dieser Arbeit wird der offenbarte komparative Vorteil Großbritanniens nach Siebert gemessen, wobei nur die vier umsatzstärksten Gütergruppen untersucht werden, um Spezialisierungsvorteile Großbritanniens zu erkennen.
 +
[[Datei:Abbildung 2 der offenbarte komparative Vorteil (RCA) der umsatzstärksten Warengruppen Großbritanniens 2001-2019.png|thumbnail|Abbildung 2 der offenbarte komparative Vorteil (RCA) der umsatzstärksten Warengruppen Großbritanniens 2001-2019]]
 +
Abbildung 1 (ITC Trade Map, 2020) zeigt die Gütergruppen Großbritanniens mit den größten Außenhandelsumsatz im Jahr 2019. Die Gruppe der Kernreaktoren verzeichnet den stärksten Außenhandelsumsatz. Danach folgen die Gütergruppen echte Perlen oder Zuchtperlen, Fahrzeuge, und an vierter Position die mineralischen Brennstoffe.
  
Abbildung 1 die drei umsatzstärksten Warengruppen Großbritanniens, 2019
+
[[Datei:Abbildung 3 offenbarter komparativer Vorteil der umsatzstärksten Erzeugnisse der Kernreaktoren, etc. sowie deren umsatzstärksten Erzeugnisse.png|thumbnail|Abbildung 3 offenbarter komparativer Vorteil der umsatzstärksten Erzeugnisse der Kernreaktoren, etc. sowie deren umsatzstärksten Erzeugnisse]]
 
+
Bei der Betrachtung der Gütergruppen von 2001 bis 2019 in Abbildung 2 (ITC Trade Map, 2020) fällt auf, dass Großbritannien bis 2019 einen offenbarten komparativen Vorteil bei der Herstellung von Kernreaktoren und Kesseln hatte, jedoch wurde 2019 der Wert erstmals negativ. In diesem Jahr näherten sich die Importe und Exporte der Gütergruppe an. (International Trade Centre 2020). Die Gütergruppe Fahrzeuge verzeichnete meist einen komparativen Nachteil außer in den Jahren von 2008 bis 2010, was vermutlich auf die Finanzkrise zurückzuführen ist. Weiterhin ist zu sehen, dass der offenbarte komparative Vorteil der Gütergruppe, welche unter anderem Edelmetalle umfasst, stark schwankt. Eine mögliche Ursache dafür sind die  schwankenden Preise der Edelmetalle, z.B. von Gold und Silber. Die Entwicklung des offenbaren komparativen Vorteils der Brennstoffe zeigt einen rapiden Abfall im Jahr 2005. Dieser lässt sich dadurch erklären, dass Großbritannien, trotz einem natürlichen Vorkommen an mineralischen Brennstoffen, in dem betrachteten Zeitraum erstmals mehr Erdöl und Erdgas mehr musste, als es exportierte.
Quelle: eigene Darstellung (ITC Trade Map, 2020)
 
 
 
Abbildung 1 zeigt die Gütergruppen Großbritanniens mit den größten Außenhandelsumsatz im Jahr 2019. Die Gruppe der Kernreaktoren verzeichnet den stärksten Außenhandelsumsatz. Danach folgen die Gütergruppen echte Perlen oder Zuchtperlen, Fahrzeuge, und an vierter Position die mineralischen Brennstoffe.
 
 
 
Abbildung 2 der offenbarte komparative Vorteil (RCA) der umsatzstärksten Warengruppen Großbritanniens 2001-2019
 
 
 
Quelle: eigene Darstellung (ITC Trade Map, 2020)
 
 
 
Bei der Betrachtung der Gütergruppen von 2001 bis 2019 in Abbildung 2 fällt auf, dass Großbritannien bis 2019 einen offenbarten komparativen Vorteil bei der Herstellung von Kernreaktoren und Kesseln hatte, jedoch wurde 2019 der Wert erstmals negativ. In diesem Jahr näherten sich die Importe und Exporte der Gütergruppe an. (International Trade Centre 2020). Die Gütergruppe Fahrzeuge verzeichnete meist einen komparativen Nachteil außer in den Jahren von 2008 bis 2010, was vermutlich auf die Finanzkrise zurückzuführen ist. Weiterhin ist zu sehen, dass der offenbarte komparative Vorteil der Gütergruppe, welche unter anderem Edelmetalle umfasst, stark schwankt. Eine mögliche Ursache dafür sind die  schwankenden Preise der Edelmetalle, z.B. von Gold und Silber. Die Entwicklung des offenbaren komparativen Vorteils der Brennstoffe zeigt einen rapiden Abfall im Jahr 2005. Dieser lässt sich dadurch erklären, dass Großbritannien, trotz einem natürlichen Vorkommen an mineralischen Brennstoffen, in dem betrachteten Zeitraum erstmals mehr Erdöl und Erdgas mehr musste, als es exportierte.
 
 
 
Abbildung 3 offenbarter komparativer Vorteil der umsatzstärksten Erzeugnisse der Kernreaktoren, etc. sowie deren umsatzstärksten Erzeugnisse
 
 
 
Quelle: eigene Darstellung (ITC Trade Map 2020)
 
  
 +
[[Datei:Abbildung 4 offenbarter komparativer Vorteil der umsatzstärksten Erzeugnisse der echten Perlen, etc. sowie deren umsatzstärksten Erzeugnisse.png|thumbnail|Abbildung 4 offenbarter komparativer Vorteil der umsatzstärksten Erzeugnisse der echten Perlen, etc. sowie deren umsatzstärksten Erzeugnisse]]
 
Abbildung 3 zeigt die RCA- Indizes für die Gruppe der Kernreaktoren, Kessel, Maschinen und Apparate im Zeitraum von 2001 bis 2019. Alle hier aufgeführten Gütergruppen weisen einen komparativen Vorteil auf, außer den automatischen Datenverarbeitungsmaschinen. Aufgrund des negativen Verlaufs des Graphen der automatischen Datenverarbeitungsmaschinen, ist zu erkennen, dass Großbritannien in dieser Gütergruppe ein Spezialisierungsnachteil hat. Eine Ursache dafür könnte sein, dass Großbritannien die Herstellung dieser Güter in Länder auslagert, in denen die Produktion günstiger ist. Dagegen hat Großbritannien ein Spezialisierungsvorteil in der Produktion von Ventilen. Den größten offenbarten komparativen Vorteil hat Großbritannien in der Gütergruppe Turbojets, welche zum großen Teil von Rolls Royce produziert werden (Kiani- Kreß 2015).
 
Abbildung 3 zeigt die RCA- Indizes für die Gruppe der Kernreaktoren, Kessel, Maschinen und Apparate im Zeitraum von 2001 bis 2019. Alle hier aufgeführten Gütergruppen weisen einen komparativen Vorteil auf, außer den automatischen Datenverarbeitungsmaschinen. Aufgrund des negativen Verlaufs des Graphen der automatischen Datenverarbeitungsmaschinen, ist zu erkennen, dass Großbritannien in dieser Gütergruppe ein Spezialisierungsnachteil hat. Eine Ursache dafür könnte sein, dass Großbritannien die Herstellung dieser Güter in Länder auslagert, in denen die Produktion günstiger ist. Dagegen hat Großbritannien ein Spezialisierungsvorteil in der Produktion von Ventilen. Den größten offenbarten komparativen Vorteil hat Großbritannien in der Gütergruppe Turbojets, welche zum großen Teil von Rolls Royce produziert werden (Kiani- Kreß 2015).
  
Abbildung 4 offenbarter komparativer Vorteil der umsatzstärksten Erzeugnisse der echten Perlen, etc. sowie deren umsatzstärksten Erzeugnisse
+
[[Datei:Abbildung 5 offenbarter komparativer Vorteil der umsatzstärksten Erzeugnisse der Zugmaschinen, etc. sowie deren umsatzstärksten Erzeugnisse.png|thumbnail|Abbildung 5 offenbarter komparativer Vorteil der umsatzstärksten Erzeugnisse der Zugmaschinen, etc. sowie deren umsatzstärksten Erzeugnisse]]
 
 
Quelle: eigene Darstellung (ITC Trade Map 2020)
 
 
 
 
Der offenbarte komparative Vorteil von der Gütergruppe echte Perlen oder Zuchtperlen und deren umsatzstärksten Untergruppen ist in Abbildung 4 dargestellt. Zu beachten ist, dass sich die grüne und graue Funktion bei diesem Maßstab am Anfang fast überlagert. Außerdem überlagert sich die Gütergruppe Gold mit der dazugehörigen Untergruppe ab 2015. Demnach weist die Untergruppe Gold als Halbzeug den gleichen offenbarten komparativen Vorteil wie Gold auf der HS4- Ebene für die Jahre ab 2015 auf. Im Jahr 2008 sieht man die Auswirkungen der Finanzkrise auf den offenbarten komparativen Vorteil. Gold gilt generell als krisensicher, daher ist anzunehmen, dass sich viele Menschen im Rahmen der Finanzkrise mit Gold absichern wollten (Schulz 2012). Auch im Jahr 2018 merkt man wie die allgemeine Unsicherheit, die auf Grund des Brexits auftrat, auf den Goldpreis wirkte. Großbritannien importierte zunehmend Gold aus der Schweiz aufgrund der allgemeinen Unsicherheit (Zydra 2019) Aber nicht nur der Import, sondern auch der Export spielt eine Rolle für Großbritannien. So ist die Münzprägeanstalt Royal Mint laut Angaben der britischen Regierung der größte Exporteur an Münzen und Medaillen. (United Kingdom Government 2015, 9)
 
Der offenbarte komparative Vorteil von der Gütergruppe echte Perlen oder Zuchtperlen und deren umsatzstärksten Untergruppen ist in Abbildung 4 dargestellt. Zu beachten ist, dass sich die grüne und graue Funktion bei diesem Maßstab am Anfang fast überlagert. Außerdem überlagert sich die Gütergruppe Gold mit der dazugehörigen Untergruppe ab 2015. Demnach weist die Untergruppe Gold als Halbzeug den gleichen offenbarten komparativen Vorteil wie Gold auf der HS4- Ebene für die Jahre ab 2015 auf. Im Jahr 2008 sieht man die Auswirkungen der Finanzkrise auf den offenbarten komparativen Vorteil. Gold gilt generell als krisensicher, daher ist anzunehmen, dass sich viele Menschen im Rahmen der Finanzkrise mit Gold absichern wollten (Schulz 2012). Auch im Jahr 2018 merkt man wie die allgemeine Unsicherheit, die auf Grund des Brexits auftrat, auf den Goldpreis wirkte. Großbritannien importierte zunehmend Gold aus der Schweiz aufgrund der allgemeinen Unsicherheit (Zydra 2019) Aber nicht nur der Import, sondern auch der Export spielt eine Rolle für Großbritannien. So ist die Münzprägeanstalt Royal Mint laut Angaben der britischen Regierung der größte Exporteur an Münzen und Medaillen. (United Kingdom Government 2015, 9)
 
Abbildung 5 offenbarter komparativer Vorteil der umsatzstärksten Erzeugnisse der Zugmaschinen, etc. sowie deren umsatzstärksten Erzeugnisse
 
 
Quelle: eigene Darstellung (ITC Trade Map 2020)
 
  
 
In dieser Abbildung ist die Gütergruppe Fahrzeuge abgebildet. Sie besteht hauptsächlich aus Kraftwagen und Zubehör für Kraftwagen. Auffällig ist, dass die Graphen am Beginn der Datenreihe sich annähern, während diese am Ende stark auseinander geht. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass anfangs der Import und Export in den einzelnen Gütergruppen ähnlich war, doch nun sich stark unterscheidet. Es ist zu erkennen, dass Großbritannien einen Spezialisierungsvorteil bei PKWs aufweist. Eine Ursache dafür könnte sein, dass große Automobilmarken z.B. Nissan und Rolls Royce einen Sitz in Großbritannien haben. Aufgrund dessen exportieren sie Autos. Nichts destotrotz importieren sie auch andere Marken z.B. aus Deutschland (International Trade Centre 2020). Im Gegensatz zu den anderen Gütergruppen wird die Gütergruppe Fahrzeuge sowohl von Privatpersonen als auch von Unternehmen importiert und exportiert. Im Rahmen der Finanzkrise haben vor allem Privatpersonen ihren Konsum verringert. Deswegen ist hier auch die Auswirkung der Finanzkrise am deutlichsten zu sehen, da 2009 alle Graphen Ansteigen.
 
In dieser Abbildung ist die Gütergruppe Fahrzeuge abgebildet. Sie besteht hauptsächlich aus Kraftwagen und Zubehör für Kraftwagen. Auffällig ist, dass die Graphen am Beginn der Datenreihe sich annähern, während diese am Ende stark auseinander geht. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass anfangs der Import und Export in den einzelnen Gütergruppen ähnlich war, doch nun sich stark unterscheidet. Es ist zu erkennen, dass Großbritannien einen Spezialisierungsvorteil bei PKWs aufweist. Eine Ursache dafür könnte sein, dass große Automobilmarken z.B. Nissan und Rolls Royce einen Sitz in Großbritannien haben. Aufgrund dessen exportieren sie Autos. Nichts destotrotz importieren sie auch andere Marken z.B. aus Deutschland (International Trade Centre 2020). Im Gegensatz zu den anderen Gütergruppen wird die Gütergruppe Fahrzeuge sowohl von Privatpersonen als auch von Unternehmen importiert und exportiert. Im Rahmen der Finanzkrise haben vor allem Privatpersonen ihren Konsum verringert. Deswegen ist hier auch die Auswirkung der Finanzkrise am deutlichsten zu sehen, da 2009 alle Graphen Ansteigen.
  
 +
[[Datei:Abbildung 6 offenbarter komparativer Vorteil der umsatzstärksten Erzeugnisse mineralischer Brennstoffe sowie deren umsatzstärksten Erzeugnisse.png|thumbnail|Abbildung 6 offenbarter komparativer Vorteil der umsatzstärksten Erzeugnisse mineralischer Brennstoffe sowie deren umsatzstärksten Erzeugnisse]]
 
Dieser Konsumrückgang führte unter anderem zur Krise der Automobilindustrie zurückführen, welche eine Konsequenz der Finanzkrise im Jahr 2008 ist (Marshall 2009). Außerdem kann man erkennen, dass selbst nach 2009 Großbritannien keinen Spezialisierungsvorteil bei Kraftfahrzeugen für den Transport von Waren aufweist, weswegen zu überdenken ist, ob sich die Produktion von LKWs weiterhin lohnt.
 
Dieser Konsumrückgang führte unter anderem zur Krise der Automobilindustrie zurückführen, welche eine Konsequenz der Finanzkrise im Jahr 2008 ist (Marshall 2009). Außerdem kann man erkennen, dass selbst nach 2009 Großbritannien keinen Spezialisierungsvorteil bei Kraftfahrzeugen für den Transport von Waren aufweist, weswegen zu überdenken ist, ob sich die Produktion von LKWs weiterhin lohnt.
 
Abbildung 6: offenbarter komparativer Vorteil der umsatzstärksten Erzeugnisse mineralischer Brennstoffe sowie deren umsatzstärksten Erzeugnisse
 
 
Quelle: eigene Darstellung (ITC Trade Map 2020)
 
  
 
Abbildung 6 zeigt eine sinkende Tendenz des offenbarten komparativen Vorteil der Gütergruppe mineralischer Brennstoffe. Zu beachten ist, dass sich der Verlauf des der Gütergruppe Erdöl und Öl aus bituminösen Mineralien mit ihrer gleichnamigen Untergruppe überlagert. Eine Ursache für die negative Entwicklung ist, dass die Ressourcen Erdöl und Erdgas weniger gefördert werden. Anhand der erhobenen Daten fällt auf, dass Großbritannien im Jahr 2001 deutlich mehr Erdgas exportierte als importierte. In den folgenden Jahren nahmen die Ressourcen fossiler Brennstoffe ab. Deshalb wurden ab 2004 Erdgas und Erdöl zunehmend importiert. Weiterhin nahm der Import zu, da Erdgas Kohle als Energiequelle verdrängte. (Plickert 2020)
 
Abbildung 6 zeigt eine sinkende Tendenz des offenbarten komparativen Vorteil der Gütergruppe mineralischer Brennstoffe. Zu beachten ist, dass sich der Verlauf des der Gütergruppe Erdöl und Öl aus bituminösen Mineralien mit ihrer gleichnamigen Untergruppe überlagert. Eine Ursache für die negative Entwicklung ist, dass die Ressourcen Erdöl und Erdgas weniger gefördert werden. Anhand der erhobenen Daten fällt auf, dass Großbritannien im Jahr 2001 deutlich mehr Erdgas exportierte als importierte. In den folgenden Jahren nahmen die Ressourcen fossiler Brennstoffe ab. Deshalb wurden ab 2004 Erdgas und Erdöl zunehmend importiert. Weiterhin nahm der Import zu, da Erdgas Kohle als Energiequelle verdrängte. (Plickert 2020)
Line 54: Line 35:
  
 
Zunächst wird festgestellt mit welcher Nation das vereinigte Königreich aktuell den größten Umsatz erreicht. Dieser stellt sich zusammen kombiniert aus Import und Export. Zu betrachten sind die zwei Gütergruppen Textilien und Maschinen.  
 
Zunächst wird festgestellt mit welcher Nation das vereinigte Königreich aktuell den größten Umsatz erreicht. Dieser stellt sich zusammen kombiniert aus Import und Export. Zu betrachten sind die zwei Gütergruppen Textilien und Maschinen.  
 
+
[[Datei:Abbildung 7 Umsatz Textilien.png|thumbnail|Abbildung 7 Umsatz Textilien]]
 
Beginnend werden die Umsätze in der Textilien Branche im Jahr 2019 betrachtet:
 
Beginnend werden die Umsätze in der Textilien Branche im Jahr 2019 betrachtet:
 
Abbildung 7 Umsatz Textilien
 
 
Quelle: eigene Darstellung (ITC Trade Map)
 
  
 
In der Grafik werden die drei stärksten Exporteure neben die drei stärksten Importeure gestellt. Es ist ersichtlich, dass Deutschland der größte Abnehmer britischer Textilien ist, jedoch ergeben sich durch den Kauf chinesischer Produkte ein weitaus größerer Gesamt- Umsatz.
 
In der Grafik werden die drei stärksten Exporteure neben die drei stärksten Importeure gestellt. Es ist ersichtlich, dass Deutschland der größte Abnehmer britischer Textilien ist, jedoch ergeben sich durch den Kauf chinesischer Produkte ein weitaus größerer Gesamt- Umsatz.
Line 66: Line 43:
  
 
Verglichen mit den Umsätzen der stärksten Importeure und Exporteure wird auch hier deutlich ersichtlich, dass China der stärkste Handelspartner ist.
 
Verglichen mit den Umsätzen der stärksten Importeure und Exporteure wird auch hier deutlich ersichtlich, dass China der stärkste Handelspartner ist.
 
+
[[Datei:Abbildung 8 Umsätze Maschinen.png|thumbnail|Abbildung 8 Umsätze Maschinen]]
 
Da nun die Auswahl der umsatzstärksten Handelspartner besteht, muss geprüft werden welcher der stärkste Handelspartner ist, vorausgesetzt es sind stringente Daten der Lohnstückkosten und des Humankapitalindex seit 2001 vorhanden. Dies erfolgt durch die Recherche mit Informationen der OECD-Datenbank und des Penn World Tabels.
 
Da nun die Auswahl der umsatzstärksten Handelspartner besteht, muss geprüft werden welcher der stärkste Handelspartner ist, vorausgesetzt es sind stringente Daten der Lohnstückkosten und des Humankapitalindex seit 2001 vorhanden. Dies erfolgt durch die Recherche mit Informationen der OECD-Datenbank und des Penn World Tabels.
 
Abbildung 8 Umsätze Maschinen
 
 
Quelle: eigene Darstellung (ITC Trade Map 2020)
 
  
 
Bei einer genaueren Betrachtung ist ersichtlich, dass China die Position des stärksten Handelspartners Großbritanniens einnimmt. Jedoch existieren keine Informationen zu den LSK. Dies erfordert die gleiche Recherche nach Daten Bangladeschs. Wobei auch hier nach kurzer Zeit ersichtlich wird, dass keine Informationen aus der Recherche resultieren.
 
Bei einer genaueren Betrachtung ist ersichtlich, dass China die Position des stärksten Handelspartners Großbritanniens einnimmt. Jedoch existieren keine Informationen zu den LSK. Dies erfordert die gleiche Recherche nach Daten Bangladeschs. Wobei auch hier nach kurzer Zeit ersichtlich wird, dass keine Informationen aus der Recherche resultieren.
Line 80: Line 53:
  
 
Daraus ergibt sich der Quotient, der eine Korrelation der Indices erkennen lässt. Ist der Quotient sehr hoch, so ist von einer geringen Korrelation auszugehen. Im Umkehrschluss ist ein niedriger Quotient ein Indiz für einen hohen wirtschaftlichen Austausch.
 
Daraus ergibt sich der Quotient, der eine Korrelation der Indices erkennen lässt. Ist der Quotient sehr hoch, so ist von einer geringen Korrelation auszugehen. Im Umkehrschluss ist ein niedriger Quotient ein Indiz für einen hohen wirtschaftlichen Austausch.
 
+
[[Datei:Abbildung 9 Lohnstückkosten im Vergleich.png|thumbnail|Abbildung 9 Lohnstückkosten im Vergleich]]
 
In der folgenden Graphik werden zunächst die Lohnstückkosten Großbritanniens den deutschen gegenübergestellt.
 
In der folgenden Graphik werden zunächst die Lohnstückkosten Großbritanniens den deutschen gegenübergestellt.
 
Abbildung 9 Lohnstückkosten im Vergleich
 
 
Quelle: eigene Darstellung, OECD Data
 
  
 
Zu sehen ist, dass Großbritannien in den frühen 2000er Jahren durchgehend weitaus höhere Lohnstückkosten hatte als Deutschland. Dies erfolgte durch die Einführung des Mindestlohns im vereinigten Königreich (low pay commision Report, 2006). Mit Beginn der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 änderte sich dies. Die Lohnstückkosten Deutschlands stiegen auf ein abnormes Hoch von 6,5 Punkten und übertrafen die der Briten deutlich. In Relation gesetzt müssen die Arbeitskosten weitaus höher gewesen sein als die Produktivität (vgl. Definition LSK, Einleitung).
 
Zu sehen ist, dass Großbritannien in den frühen 2000er Jahren durchgehend weitaus höhere Lohnstückkosten hatte als Deutschland. Dies erfolgte durch die Einführung des Mindestlohns im vereinigten Königreich (low pay commision Report, 2006). Mit Beginn der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 änderte sich dies. Die Lohnstückkosten Deutschlands stiegen auf ein abnormes Hoch von 6,5 Punkten und übertrafen die der Briten deutlich. In Relation gesetzt müssen die Arbeitskosten weitaus höher gewesen sein als die Produktivität (vgl. Definition LSK, Einleitung).
 
+
[[Datei:Abbildung 10 Humankapitalindex.png|thumbnail|Abbildung 10 Humankapitalindex]]
 
In der folgenden Graphik wird zunächst der HCI Großbritanniens dem deutschen gegenübergestellt.
 
In der folgenden Graphik wird zunächst der HCI Großbritanniens dem deutschen gegenübergestellt.
 
Abbildung 10 Humankapitalindex
 
 
Quelle: eigene Darstellung (Penn World Table 2020)
 
  
 
Abgebildet sind also die Werte für die Qualität des Outputs der beiden Länder. Zu sehen ist, dass Deutschland und Großbritannien eine verhältnismäßig niedrige Diskrepanz in ihrem Know-how haben. Jedoch zeigt der Quotient eine Veränderung des Niveaus auf. Der Wendepunkt ereignete sich im Jahr 2005. Der Trend zeigt ein kontinuierliches Auseinanderdriften beider HCI‘s. Sofern Deutschland keine Änderungen in Hinblick der Bildungsausgaben vornimmt dürfte dies wohl auf weiterhin Bestand haben.
 
Abgebildet sind also die Werte für die Qualität des Outputs der beiden Länder. Zu sehen ist, dass Deutschland und Großbritannien eine verhältnismäßig niedrige Diskrepanz in ihrem Know-how haben. Jedoch zeigt der Quotient eine Veränderung des Niveaus auf. Der Wendepunkt ereignete sich im Jahr 2005. Der Trend zeigt ein kontinuierliches Auseinanderdriften beider HCI‘s. Sofern Deutschland keine Änderungen in Hinblick der Bildungsausgaben vornimmt dürfte dies wohl auf weiterhin Bestand haben.
Line 104: Line 69:
  
 
Um nun genauer betrachten zu dürfen, inwieweit Deutschland und Großbritannien einen solchen Vorteil für sich ausnutzen können, werden nun alle Kennzahlen gegenübergestellt.
 
Um nun genauer betrachten zu dürfen, inwieweit Deutschland und Großbritannien einen solchen Vorteil für sich ausnutzen können, werden nun alle Kennzahlen gegenübergestellt.
 
+
[[Datei:Abbildung 11 Lohnstückkosten und Textil - RCA Großbritanniens mit Deutschland als Handelspartner.png|thumbnail|Abbildung 11 Lohnstückkosten und Textil - RCA Großbritanniens mit Deutschland als Handelspartner]]
 
Zunächst wird nun die Zeitreihe des Lohnstückkostenkoeffizienten den Textil-RCA für die Jahre seit 2001 gegenübergestellt.
 
Zunächst wird nun die Zeitreihe des Lohnstückkostenkoeffizienten den Textil-RCA für die Jahre seit 2001 gegenübergestellt.
 
Abbildung 11 Lohnstückkosten und Textil - RCA Großbritanniens mit Deutschland als Handelspartner
 
 
Quelle: eigene Darstellung, OECD
 
  
 
Insgesamt lässt sich erkennen, dass die LSK und der RCA nur geringe Auswirkungen aufeinander haben. Dennoch lässt sich erschließen, dass eine Senkung der LSK sich positiv auf den RCA auswirken könnten. Kaum merklich, dennoch ersichtlich.
 
Insgesamt lässt sich erkennen, dass die LSK und der RCA nur geringe Auswirkungen aufeinander haben. Dennoch lässt sich erschließen, dass eine Senkung der LSK sich positiv auf den RCA auswirken könnten. Kaum merklich, dennoch ersichtlich.
  
 
Letzten Endes wird nun die Zeitreihe des Humankapitalindex dem Maschinen-RCA für die Jahre 2001-2017 gegenübergestellt.
 
Letzten Endes wird nun die Zeitreihe des Humankapitalindex dem Maschinen-RCA für die Jahre 2001-2017 gegenübergestellt.
 
+
[[Datei:Abbildung 12 Humankapitalindex.png|thumbnail|Abbildung 12 Humankapitalindex]]
Abbildung 12 Humankapitalindex
 
 
 
Quelle: eigene Darstellung, OECD, Penn World Table
 
  
 
Die dauerhafte Senkung des HCI-Koeffizienten hat zur Folge, dass die Korrelation in dem RCA-Tief von 2009 einen starken Ausbruch aufweist. Im Falle, dass nun der HCI-Koeffizient zwischen Deutschland und Großbritannien <1 ausfällt, dies sich positiv auf den RCA auswirkt. Dies bedeutet, dass das vereinigte Königreich einen stärkeren HCI aufweist als Deutschland. Demzufolge zeigt sich eine besonders hohe Importanz eines guten HCI, sollte der RCA stark sinken.
 
Die dauerhafte Senkung des HCI-Koeffizienten hat zur Folge, dass die Korrelation in dem RCA-Tief von 2009 einen starken Ausbruch aufweist. Im Falle, dass nun der HCI-Koeffizient zwischen Deutschland und Großbritannien <1 ausfällt, dies sich positiv auf den RCA auswirkt. Dies bedeutet, dass das vereinigte Königreich einen stärkeren HCI aufweist als Deutschland. Demzufolge zeigt sich eine besonders hohe Importanz eines guten HCI, sollte der RCA stark sinken.
Line 139: Line 97:
  
 
Formel 1 zeigt den Grubel-Lloyd-Index. E<sub>i</sub> repräsentiert die Exporte der Produktkategorie i und Z<sub>i</sub> die Importe der Produktkategorie i. Wenn B<sub>i</sub> = 1, dann findet kein interindustrieller Handel statt, sondern nur intraindustrieller Handel. Umgekehrt bei B<sub>i</sub> = 0 gibt es ausschließlich interindustriellen Handel. Der Wert des Index liegt zwischen 0 und 1 (Reinert 2012, 54).
 
Formel 1 zeigt den Grubel-Lloyd-Index. E<sub>i</sub> repräsentiert die Exporte der Produktkategorie i und Z<sub>i</sub> die Importe der Produktkategorie i. Wenn B<sub>i</sub> = 1, dann findet kein interindustrieller Handel statt, sondern nur intraindustrieller Handel. Umgekehrt bei B<sub>i</sub> = 0 gibt es ausschließlich interindustriellen Handel. Der Wert des Index liegt zwischen 0 und 1 (Reinert 2012, 54).
 
+
[[Datei:Abbildung 13 Grubel-Lloyd-Index Kraftwagen inklusive Zubehör Großbritannien.png|thumbnail|Abbildung 13 Grubel-Lloyd-Index Kraftwagen inklusive Zubehör Großbritannien]]
 
Der erste Schritt war eine Erhebung der Export- und Importdaten (über ITC Trade Map) für Großbritannien und dem Rest der Welt auf HS2 Ebene für Kraftwagen (HS 87). Die Daten wurden in britischen Pfund für die Jahre 2001 bis 2019 heruntergeladen. Dabei wurde für jedes einzelne Jahr der Grubel-Lloyd-Index errechnet. Beim nächsten Schritt wurde die Analyse auf die vierstellige Ebene für Kraftwagen inklusive Zubehör erweitert. Dabei wurde jene Kategorie ausgewählt, die die höchsten Export- und Importzahlen in britischen Pfund aufwiesen. Es wurde die Kategorie 8703 “Motor cars and other motor vehicles principally designed for the transport of persons, incl. ...” ermittelt (Trade Map 2020b). Für diese Kategorie wurden wiederum alle Daten heruntergeladen und der Grubel-Lloyd-Index für die 2001 bis 2019 errechnet. Schließlich wurde noch das gleiche Verfahren für die sechsstellige Ebene verwendet. Es wurde jene Kategorie ausgewählt, die die höchsten absoluten Export- und Importzahlen in Pfund zum Rest der Welt aufwies. Die Daten wurden heruntergeladen und der Grubel-Lloyd Index für jedes Jahr ermittelt. Die Produktkategorie bei der sechsstelligen Ebene lautet: 870322 Motor cars and other motor vehicles principally designed for the transport of persons, incl.  
 
Der erste Schritt war eine Erhebung der Export- und Importdaten (über ITC Trade Map) für Großbritannien und dem Rest der Welt auf HS2 Ebene für Kraftwagen (HS 87). Die Daten wurden in britischen Pfund für die Jahre 2001 bis 2019 heruntergeladen. Dabei wurde für jedes einzelne Jahr der Grubel-Lloyd-Index errechnet. Beim nächsten Schritt wurde die Analyse auf die vierstellige Ebene für Kraftwagen inklusive Zubehör erweitert. Dabei wurde jene Kategorie ausgewählt, die die höchsten Export- und Importzahlen in britischen Pfund aufwiesen. Es wurde die Kategorie 8703 “Motor cars and other motor vehicles principally designed for the transport of persons, incl. ...” ermittelt (Trade Map 2020b). Für diese Kategorie wurden wiederum alle Daten heruntergeladen und der Grubel-Lloyd-Index für die 2001 bis 2019 errechnet. Schließlich wurde noch das gleiche Verfahren für die sechsstellige Ebene verwendet. Es wurde jene Kategorie ausgewählt, die die höchsten absoluten Export- und Importzahlen in Pfund zum Rest der Welt aufwies. Die Daten wurden heruntergeladen und der Grubel-Lloyd Index für jedes Jahr ermittelt. Die Produktkategorie bei der sechsstelligen Ebene lautet: 870322 Motor cars and other motor vehicles principally designed for the transport of persons, incl.  
 
+
[[Datei:Abbildung 14 Grubel-Lloyd-Index für die Kategorie 8703 Motorkraftfahrzeuge für den Transport von Personen Großbritannien.png|thumbnail|Abbildung 14 Grubel-Lloyd-Index für die Kategorie 8703 Motorkraftfahrzeuge für den Transport von Personen Großbritannien]]
Abbildung 13 Grubel- Lloyd- Index: Kraftwagen inklusive Zubehör Großbritannien
+
Abbildung 13 zeigt den Grubel-Lloyd-Index für Kraftwagen inklusive Zubehör (HS 87) für Großbritannien. Der Index zeigt einen klaren Aufwärtstrend beim Index. Im Jahr 2019 war der intraindustrielle Handel mit 80,53 sehr stark ausgeprägt. Großbritannien hat in dieser Kategorie ein hohes Handelsbilanzdefizit und ist somit Nettoimporteur bei Fahrzeugen inklusive Zubehör. Der intraindustrielle Handel bedeutet, dass weder Großbritannien noch der Rest der Welt einen komparativen Kostenvorteil bei der Produktion von Kraftwagen inklusive Zubehör aufgewiesen hat.
 
+
[[Datei:Abbildung 15 Grubel-Lloyd-Index für die Kategorie 870322 Autos und andere Motorkraftfahrzeuge zum Personentransport.png|thumbnail|Abbildung 15 Grubel-Lloyd-Index für die Kategorie 870322 Autos und andere Motorkraftfahrzeuge zum Personentransport]]
Quelle: eigene Darstellung (ITC Trade Map 2020)
+
Abbildung 14 zeigt die vierstellige Produktkategorie Motorkraftfahrzeuge speziell zum Transport von Personen. Bei dieser Kategorie ist der Aufwärtstrend ähnlich stark ausgeprägt wie in Abbildung 1. Mit 93,6 zeigt der Index schon fast maximalen intraindustriellen Handel an. Das heißt weder Großbritannien noch der Rest der Welt haben einen komparativen Kostenvorteil bei Motorkraftfahrzeugen für den Personentransport.
 
 
Abbildung 1 zeigt den Grubel-Lloyd-Index für Kraftwagen inklusive Zubehör (HS 87) für Großbritannien. Der Index zeigt einen klaren Aufwärtstrend beim Index. Im Jahr 2019 war der intraindustrielle Handel mit 80,53 sehr stark ausgeprägt. Großbritannien hat in dieser Kategorie ein hohes Handelsbilanzdefizit und ist somit Nettoimporteur bei Fahrzeugen inklusive Zubehör. Der intraindustrielle Handel bedeutet, dass weder Großbritannien noch der Rest der Welt einen komparativen Kostenvorteil bei der Produktion von Kraftwagen inklusive Zubehör aufgewiesen hat.
 
 
 
Abbildung 14 Grubel-Lloyd-Index für die Kategorie 8703 Motorkraftfahrzeuge für den Transport von Personen Großbritannien
 
 
 
Quelle: eigene Darstellung (ITC Trade Map 2020)
 
 
 
Abbildung 2 zeigt die vierstellige Produktkategorie Motorkraftfahrzeuge speziell zum Transport von Personen. Bei dieser Kategorie ist der Aufwärtstrend ähnlich stark ausgeprägt wie in Abbildung 1. Mit 93,6 zeigt der Index schon fast maximalen intraindustriellen Handel an. Das heißt weder Großbritannien noch der Rest der Welt haben einen komparativen Kostenvorteil bei Motorkraftfahrzeugen für den Personentransport.
 
 
 
Abbildung 15 Grubel-Lloyd-Index für die Kategorie 870322 Autos und andere Motorkraftfahrzeuge zum Personentransport
 
 
 
Quelle: eigene Darstellung (ITC Trade Map 2020)
 
  
 
Anders als bei der zweistelligen und vierstelligen Kategorie ist aber der Trend bei der sechsstelligen Kategorie. Dieser geht von 2005 bis 2013 stark nach unten. Das heißt die Tendenz geht weg vom intraindustriellen Handel hin zum interindustriellen Handel. Im Jahr 2005 lag der Grubel-Lloyd-Index noch bei 73,1, während er 2013 nur mehr bei 26,79 lag. Die Entwicklung danach ist noch beeindruckender. Der Index steigt bis 2019 wieder auf 75,88.
 
Anders als bei der zweistelligen und vierstelligen Kategorie ist aber der Trend bei der sechsstelligen Kategorie. Dieser geht von 2005 bis 2013 stark nach unten. Das heißt die Tendenz geht weg vom intraindustriellen Handel hin zum interindustriellen Handel. Im Jahr 2005 lag der Grubel-Lloyd-Index noch bei 73,1, während er 2013 nur mehr bei 26,79 lag. Die Entwicklung danach ist noch beeindruckender. Der Index steigt bis 2019 wieder auf 75,88.
Line 170: Line 116:
  
 
Eine Veränderung der Terms of Trade wirkt sich wiederum auf die Wohlfahrt eines Landes aus. Die Wohlfahrt eines Landes stellt den Gewinn bzw. den Nutzen der Produzenten oder Konsumenten dar. Diese wird anhand der Konsumentenrente und der Produzentenrente errechnet und gibt somit die Gesamtrente eines Staats wieder (Sauer 2015). Ein Anstieg der Terms of Trade führt zu einer Erhöhung der Wohlfahrt, bei einem Abstieg der Terms of Trade verringert sie sich. Jedoch ist zu beachten, dass die Wohlfahrt eines Landes infolge von veränderter Austauschbedingungen nicht tiefer als auf den Stand ohne Außenhandel sinken kann (Krugman et al. 2019, 184).
 
Eine Veränderung der Terms of Trade wirkt sich wiederum auf die Wohlfahrt eines Landes aus. Die Wohlfahrt eines Landes stellt den Gewinn bzw. den Nutzen der Produzenten oder Konsumenten dar. Diese wird anhand der Konsumentenrente und der Produzentenrente errechnet und gibt somit die Gesamtrente eines Staats wieder (Sauer 2015). Ein Anstieg der Terms of Trade führt zu einer Erhöhung der Wohlfahrt, bei einem Abstieg der Terms of Trade verringert sie sich. Jedoch ist zu beachten, dass die Wohlfahrt eines Landes infolge von veränderter Austauschbedingungen nicht tiefer als auf den Stand ohne Außenhandel sinken kann (Krugman et al. 2019, 184).
 
+
[[Datei:Abbildung 16 Brennstoffpreisindices sowie reale Austauschverhältnisse Großbritanniens.png|thumbnail|Abbildung 16 Brennstoffpreisindices sowie reale Austauschverhältnisse Großbritanniens]]
 
Der Preisindex zeigt die Entwicklung von ausgewählten Preisen auf. Es gibt an, wie sich die Preise der Güter verändert haben. Mit Hilfe des Preisindex lassen sich Aussagen zur Höhe von Inflationen oder Deflationen in einem volkswirtschaftlichen Bereich ausdrücken (Bundeszentrale für politische Bildung 2016).
 
Der Preisindex zeigt die Entwicklung von ausgewählten Preisen auf. Es gibt an, wie sich die Preise der Güter verändert haben. Mit Hilfe des Preisindex lassen sich Aussagen zur Höhe von Inflationen oder Deflationen in einem volkswirtschaftlichen Bereich ausdrücken (Bundeszentrale für politische Bildung 2016).
 
Abbildung 16 Brennstoffpreisindices sowie reale Austauschverhältnisse Großbritanniens
 
 
Quelle: eigene Darstellung (ITC Trade Mape, OECD)
 
  
 
Abbildung 16 zeigt den Zusammenhang zwischen den Terms of Trade und den Rohstoffpreisindices von Großbritannien auf. Hierbei ist zu erkennen, dass die Terms of Trade zu jedem der aufgeführten Rohstoffe eine schwache Korrelation aufweist. Der Korrelationswert für Kohle ist  mit
 
Abbildung 16 zeigt den Zusammenhang zwischen den Terms of Trade und den Rohstoffpreisindices von Großbritannien auf. Hierbei ist zu erkennen, dass die Terms of Trade zu jedem der aufgeführten Rohstoffe eine schwache Korrelation aufweist. Der Korrelationswert für Kohle ist  mit
Line 194: Line 136:
  
 
== Zusammenhang zwischen dem Kohlendioxidausstoß und den fossilen Brennstoffen in Großbritannien ==
 
== Zusammenhang zwischen dem Kohlendioxidausstoß und den fossilen Brennstoffen in Großbritannien ==
 +
[[Datei:Abbildung 17 Ein- und Ausfuhren mineralischer Brennstoffe, sowie der ökologische Fußabdruck Großbritanniens, 2001-2019.png|thumbnail|Abbildung 17 Ein- und Ausfuhren mineralischer Brennstoffe, sowie der ökologische Fußabdruck Großbritanniens, 2001-2019]]
 
Fossile Energieträger sind die meistgenutzte Energieversorgungsquelle weltweit. Bei ihrer Verbrennung wird Kohlenstoffdioxid, ein Treibhausgas, in die Atmosphäre abgegeben. Die übermäßige Emission von Treibhausgasen ist eine Ursache des Klimawandels, welchem Regierungen weltweit mit Klimazielen entgegenwirken wollen. Im Folgenden wird der Zusammenhang zwischen dem Kohlenstoff-Anteil am ökologischen Fußabdruck und den preisbereinigten Ein- und Ausfuhren der Gütergruppe der mineralischen Brennstoffe untersucht. Um die Stärke des Zusammenhangs quantitativ darzustellen, wird dieser mit dem Korrelationskoeffizient nach Pearson berechnet und anschließend unter Beachtung des Heckscher- Ohlin Theorem ausgewertet. Die Bundeszentrale für politische Bildung definiert den ökologischen Fußabdruck als die biologisch produktive Land- und Wasserfläche, die ein Individuum, eine Bevölkerung oder eine Aktivität benötigt, um alle konsumierten Ressourcen zu produzieren und die anfallenden Abfälle zu absorbieren. In die Berechnung fließt auch die Kohlenstoffdioxid- Absorption mit ein. (Bundeszentrale für politische Bildung 2017).
 
Fossile Energieträger sind die meistgenutzte Energieversorgungsquelle weltweit. Bei ihrer Verbrennung wird Kohlenstoffdioxid, ein Treibhausgas, in die Atmosphäre abgegeben. Die übermäßige Emission von Treibhausgasen ist eine Ursache des Klimawandels, welchem Regierungen weltweit mit Klimazielen entgegenwirken wollen. Im Folgenden wird der Zusammenhang zwischen dem Kohlenstoff-Anteil am ökologischen Fußabdruck und den preisbereinigten Ein- und Ausfuhren der Gütergruppe der mineralischen Brennstoffe untersucht. Um die Stärke des Zusammenhangs quantitativ darzustellen, wird dieser mit dem Korrelationskoeffizient nach Pearson berechnet und anschließend unter Beachtung des Heckscher- Ohlin Theorem ausgewertet. Die Bundeszentrale für politische Bildung definiert den ökologischen Fußabdruck als die biologisch produktive Land- und Wasserfläche, die ein Individuum, eine Bevölkerung oder eine Aktivität benötigt, um alle konsumierten Ressourcen zu produzieren und die anfallenden Abfälle zu absorbieren. In die Berechnung fließt auch die Kohlenstoffdioxid- Absorption mit ein. (Bundeszentrale für politische Bildung 2017).
 
Abbildung 17 Ein- und Ausfuhren mineralischer Brennstoffe, sowie der ökologische Fußabdruck Großbritanniens, 2001-2019
 
 
Quelle: eigene Darstellung (ITC Trade Map 2020)
 
  
 
Abbildung 17 stellt die preisbereinigten Ein- und Ausfuhren fossiler Energieträger im Zeitraum von 2001 bis 2016 dar. Für diesen Zeitraum wird auch der Kohlenstoffdioxidanteil des ökologischen Fußabdrucks von Großbritannien betrachtet. Es ist deutlich erkennbar, dass die Ein – und Ausfuhren von Braunkohle fast null betragen. Obwohl Kohle Großbritannien zur führenden Industrienation machte, ist der Handel mit Kohle heutzutage gering, weil die Bedeutung von Kohle als Energiequelle abnimmt. Großbritannien will bis 2025 aus der Kohle aussteigen und diese unter anderem mit Erdgas ersetzen (Boeing 2018). Damit gewinnt Erdgas zunehmend an Bedeutung, womit auch der steigende Verlauf der Gütergruppe Erdgas erklärt werden kann (Hecking 2017). Infolgedessen nehmen die Ein- und Ausfuhren von Steinkohle seit 2009 ab. Ab 2009 ist auch ein abnehmender Trend beim ökologischen Fußabdruck beobachtbar. Demzufolge könnte ein enger Zusammenhang zwischen den Ein- und Ausfuhren der Kohle und dem ökologischen Fußabdruck bestehen. Weitere Ursachen für den Rückgang der (Braun)-Kohle ist das Einführen eines Kohlenstoffdioxidmindestpreis (Mau 2019) und die Verbesserung der Energieeffizienz durch Einsatz kohlenstoffärmeren Brennstoffen (United Kingdom Government 2016)
 
Abbildung 17 stellt die preisbereinigten Ein- und Ausfuhren fossiler Energieträger im Zeitraum von 2001 bis 2016 dar. Für diesen Zeitraum wird auch der Kohlenstoffdioxidanteil des ökologischen Fußabdrucks von Großbritannien betrachtet. Es ist deutlich erkennbar, dass die Ein – und Ausfuhren von Braunkohle fast null betragen. Obwohl Kohle Großbritannien zur führenden Industrienation machte, ist der Handel mit Kohle heutzutage gering, weil die Bedeutung von Kohle als Energiequelle abnimmt. Großbritannien will bis 2025 aus der Kohle aussteigen und diese unter anderem mit Erdgas ersetzen (Boeing 2018). Damit gewinnt Erdgas zunehmend an Bedeutung, womit auch der steigende Verlauf der Gütergruppe Erdgas erklärt werden kann (Hecking 2017). Infolgedessen nehmen die Ein- und Ausfuhren von Steinkohle seit 2009 ab. Ab 2009 ist auch ein abnehmender Trend beim ökologischen Fußabdruck beobachtbar. Demzufolge könnte ein enger Zusammenhang zwischen den Ein- und Ausfuhren der Kohle und dem ökologischen Fußabdruck bestehen. Weitere Ursachen für den Rückgang der (Braun)-Kohle ist das Einführen eines Kohlenstoffdioxidmindestpreis (Mau 2019) und die Verbesserung der Energieeffizienz durch Einsatz kohlenstoffärmeren Brennstoffen (United Kingdom Government 2016)

Latest revision as of 09:30, 2 August 2020

Die folgende Untersuchung bezieht sich auf die Entwicklung im Untersuchungsland im 21. Jahrhundert, also auf den Zeitraum seit 2001 bis heute.

Der offenbare komparative Vorteil Großbritanniens

Abbildung 1 Die drei umsatzstärksten Warengruppen Großbritanniens, 2019

Der Außenhandel ist seit Jahren eine der wichtigsten Formen der internationalen Arbeitsteilung (Büter 2018). Einerseits ermöglichen Importe eine breitere Gütervielfalt, andererseits können sich einzelne Länder spezialisieren und somit gewisse Güter effizienter produzieren als andere Länder. Der Brite David Ricardo entwickelte die Außenhandelstheorie des komparativen Vorteils.  „Ein komparativer Vorteil besteht […], wenn ein Land in der Lage ist, ein bestimmtes Gut zu geringeren Opportunitätskosten herzustellen […]“ (Sauer 2017). Wenn ein Land ein Gut mit geringeren Opportunitätskosten herstellt, hat dies ein Spezialisierungsvorteil gegenüber anderen Ländern. Mit dem offenbarten komparativen Vorteil (RCA) werden die Spezialisierungsvorteile eines Landes messbar gemacht. In dieser Arbeit wird der offenbarte komparative Vorteil Großbritanniens nach Siebert gemessen, wobei nur die vier umsatzstärksten Gütergruppen untersucht werden, um Spezialisierungsvorteile Großbritanniens zu erkennen.

Abbildung 2 der offenbarte komparative Vorteil (RCA) der umsatzstärksten Warengruppen Großbritanniens 2001-2019

Abbildung 1 (ITC Trade Map, 2020) zeigt die Gütergruppen Großbritanniens mit den größten Außenhandelsumsatz im Jahr 2019. Die Gruppe der Kernreaktoren verzeichnet den stärksten Außenhandelsumsatz. Danach folgen die Gütergruppen echte Perlen oder Zuchtperlen, Fahrzeuge, und an vierter Position die mineralischen Brennstoffe.

Abbildung 3 offenbarter komparativer Vorteil der umsatzstärksten Erzeugnisse der Kernreaktoren, etc. sowie deren umsatzstärksten Erzeugnisse

Bei der Betrachtung der Gütergruppen von 2001 bis 2019 in Abbildung 2 (ITC Trade Map, 2020) fällt auf, dass Großbritannien bis 2019 einen offenbarten komparativen Vorteil bei der Herstellung von Kernreaktoren und Kesseln hatte, jedoch wurde 2019 der Wert erstmals negativ. In diesem Jahr näherten sich die Importe und Exporte der Gütergruppe an. (International Trade Centre 2020). Die Gütergruppe Fahrzeuge verzeichnete meist einen komparativen Nachteil außer in den Jahren von 2008 bis 2010, was vermutlich auf die Finanzkrise zurückzuführen ist. Weiterhin ist zu sehen, dass der offenbarte komparative Vorteil der Gütergruppe, welche unter anderem Edelmetalle umfasst, stark schwankt. Eine mögliche Ursache dafür sind die  schwankenden Preise der Edelmetalle, z.B. von Gold und Silber. Die Entwicklung des offenbaren komparativen Vorteils der Brennstoffe zeigt einen rapiden Abfall im Jahr 2005. Dieser lässt sich dadurch erklären, dass Großbritannien, trotz einem natürlichen Vorkommen an mineralischen Brennstoffen, in dem betrachteten Zeitraum erstmals mehr Erdöl und Erdgas mehr musste, als es exportierte.

Abbildung 4 offenbarter komparativer Vorteil der umsatzstärksten Erzeugnisse der echten Perlen, etc. sowie deren umsatzstärksten Erzeugnisse

Abbildung 3 zeigt die RCA- Indizes für die Gruppe der Kernreaktoren, Kessel, Maschinen und Apparate im Zeitraum von 2001 bis 2019. Alle hier aufgeführten Gütergruppen weisen einen komparativen Vorteil auf, außer den automatischen Datenverarbeitungsmaschinen. Aufgrund des negativen Verlaufs des Graphen der automatischen Datenverarbeitungsmaschinen, ist zu erkennen, dass Großbritannien in dieser Gütergruppe ein Spezialisierungsnachteil hat. Eine Ursache dafür könnte sein, dass Großbritannien die Herstellung dieser Güter in Länder auslagert, in denen die Produktion günstiger ist. Dagegen hat Großbritannien ein Spezialisierungsvorteil in der Produktion von Ventilen. Den größten offenbarten komparativen Vorteil hat Großbritannien in der Gütergruppe Turbojets, welche zum großen Teil von Rolls Royce produziert werden (Kiani- Kreß 2015).

Abbildung 5 offenbarter komparativer Vorteil der umsatzstärksten Erzeugnisse der Zugmaschinen, etc. sowie deren umsatzstärksten Erzeugnisse

Der offenbarte komparative Vorteil von der Gütergruppe echte Perlen oder Zuchtperlen und deren umsatzstärksten Untergruppen ist in Abbildung 4 dargestellt. Zu beachten ist, dass sich die grüne und graue Funktion bei diesem Maßstab am Anfang fast überlagert. Außerdem überlagert sich die Gütergruppe Gold mit der dazugehörigen Untergruppe ab 2015. Demnach weist die Untergruppe Gold als Halbzeug den gleichen offenbarten komparativen Vorteil wie Gold auf der HS4- Ebene für die Jahre ab 2015 auf. Im Jahr 2008 sieht man die Auswirkungen der Finanzkrise auf den offenbarten komparativen Vorteil. Gold gilt generell als krisensicher, daher ist anzunehmen, dass sich viele Menschen im Rahmen der Finanzkrise mit Gold absichern wollten (Schulz 2012). Auch im Jahr 2018 merkt man wie die allgemeine Unsicherheit, die auf Grund des Brexits auftrat, auf den Goldpreis wirkte. Großbritannien importierte zunehmend Gold aus der Schweiz aufgrund der allgemeinen Unsicherheit (Zydra 2019) Aber nicht nur der Import, sondern auch der Export spielt eine Rolle für Großbritannien. So ist die Münzprägeanstalt Royal Mint laut Angaben der britischen Regierung der größte Exporteur an Münzen und Medaillen. (United Kingdom Government 2015, 9)

In dieser Abbildung ist die Gütergruppe Fahrzeuge abgebildet. Sie besteht hauptsächlich aus Kraftwagen und Zubehör für Kraftwagen. Auffällig ist, dass die Graphen am Beginn der Datenreihe sich annähern, während diese am Ende stark auseinander geht. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass anfangs der Import und Export in den einzelnen Gütergruppen ähnlich war, doch nun sich stark unterscheidet. Es ist zu erkennen, dass Großbritannien einen Spezialisierungsvorteil bei PKWs aufweist. Eine Ursache dafür könnte sein, dass große Automobilmarken z.B. Nissan und Rolls Royce einen Sitz in Großbritannien haben. Aufgrund dessen exportieren sie Autos. Nichts destotrotz importieren sie auch andere Marken z.B. aus Deutschland (International Trade Centre 2020). Im Gegensatz zu den anderen Gütergruppen wird die Gütergruppe Fahrzeuge sowohl von Privatpersonen als auch von Unternehmen importiert und exportiert. Im Rahmen der Finanzkrise haben vor allem Privatpersonen ihren Konsum verringert. Deswegen ist hier auch die Auswirkung der Finanzkrise am deutlichsten zu sehen, da 2009 alle Graphen Ansteigen.

Abbildung 6 offenbarter komparativer Vorteil der umsatzstärksten Erzeugnisse mineralischer Brennstoffe sowie deren umsatzstärksten Erzeugnisse

Dieser Konsumrückgang führte unter anderem zur Krise der Automobilindustrie zurückführen, welche eine Konsequenz der Finanzkrise im Jahr 2008 ist (Marshall 2009). Außerdem kann man erkennen, dass selbst nach 2009 Großbritannien keinen Spezialisierungsvorteil bei Kraftfahrzeugen für den Transport von Waren aufweist, weswegen zu überdenken ist, ob sich die Produktion von LKWs weiterhin lohnt.

Abbildung 6 zeigt eine sinkende Tendenz des offenbarten komparativen Vorteil der Gütergruppe mineralischer Brennstoffe. Zu beachten ist, dass sich der Verlauf des der Gütergruppe Erdöl und Öl aus bituminösen Mineralien mit ihrer gleichnamigen Untergruppe überlagert. Eine Ursache für die negative Entwicklung ist, dass die Ressourcen Erdöl und Erdgas weniger gefördert werden. Anhand der erhobenen Daten fällt auf, dass Großbritannien im Jahr 2001 deutlich mehr Erdgas exportierte als importierte. In den folgenden Jahren nahmen die Ressourcen fossiler Brennstoffe ab. Deshalb wurden ab 2004 Erdgas und Erdöl zunehmend importiert. Weiterhin nahm der Import zu, da Erdgas Kohle als Energiequelle verdrängte. (Plickert 2020)

Zusammenfassend kann man sagen, dass Kernreaktoren und Zugmaschinen einen gleichmäßigen Verlauf vorweisen. Wohingegen die Gütergruppen der echten Perlen oder Zuchtperlen großen Schwankungen ausgesetzt sind. Am Diagramm der fossilen Brennstoffe ist erkennbar, dass erneuerbare Energien wichtig für die Zukunft sind, da die natürlichen Vorkommen an fossilen Brennstoffen nur endlich sind. Trotz der näheren Betrachtung der einzelnen Untergruppen  sind diese aus unserer Sicht nicht spezifisch genug, um eine direkte Aussage zu den realen wirtschaftlichen Verhältnisse im Zusammenhang mit dem offenbarten komparativen Vorteil Großbritanniens treffen zu können. Aussagen bezüglich der Zukunft können anhand der Daten nicht getroffen werden, da sich für Großbritannien auf Grund des Brexits einige Änderungen im Außenhandel ergeben werden. So kann vermutet werden, dass höhere Zölle beim Import und Export anfallen werden. Somit wäre es interessant, den offenbarten komparativen Vorteil während ihrer Mitgliedschaft in der EU und nach dem Ausstieg aus der EU zu vergleichen.

Relativer Lohn, Humankapital und komparativer Vorteil

In der Aufgabe zwei des Länderdossiers soll der Zusammenhang zwischen dem offenbarten komparativen Vorteil (RCA), bezogen auf die Lohnstückkosten (LSK) und dem Humankapitalindex (HCI), dargestellt werden. Die beiden Kennzahlen sind wichtige numerisch dargestellte Indices, um besser verstehen zu können, welche Unterschiede zu einem komparativen Vorteil führen können. Hierfür werden einige Daten normiert.

"Die Lohnstückkosten werden oft als ein breites Maß für die (internationale) Preiswettbewerbsfähigkeit angesehen.  Sie sind definiert als die durchschnittlichen Arbeitskosten pro produzierte Produktionseinheit. Sie können als das Verhältnis des gesamten Arbeitsentgelts pro Arbeitsstunde zum Output pro Arbeitsstunde (Arbeitsproduktivität) ausgedrückt werden. Dieser Indikator wird in Form von prozentualen Veränderungen und Indizes gemessen" (OECD 2020).

Der Humankapitalindex spiegelt mehrere Faktoren wider. Diese bestehen aus der Lebenserwartung, Bildungsstand und der Lebensqualität der Einwohner (Sauer, 2020).

Um eine einheitliche Darstellung ermöglichen zu können werden alle monetären Darstellungen, Rechnungen und Vergleiche in amerikanischen Dollar dargestellt. Diese sind als jeweils tausend US-Dollar zu sehen.

Zunächst wird festgestellt mit welcher Nation das vereinigte Königreich aktuell den größten Umsatz erreicht. Dieser stellt sich zusammen kombiniert aus Import und Export. Zu betrachten sind die zwei Gütergruppen Textilien und Maschinen.

Abbildung 7 Umsatz Textilien

Beginnend werden die Umsätze in der Textilien Branche im Jahr 2019 betrachtet:

In der Grafik werden die drei stärksten Exporteure neben die drei stärksten Importeure gestellt. Es ist ersichtlich, dass Deutschland der größte Abnehmer britischer Textilien ist, jedoch ergeben sich durch den Kauf chinesischer Produkte ein weitaus größerer Gesamt- Umsatz.

In der zweiten Graphik wird der Absatzmarkt für Maschinen betrachtet.

Verglichen mit den Umsätzen der stärksten Importeure und Exporteure wird auch hier deutlich ersichtlich, dass China der stärkste Handelspartner ist.

Abbildung 8 Umsätze Maschinen

Da nun die Auswahl der umsatzstärksten Handelspartner besteht, muss geprüft werden welcher der stärkste Handelspartner ist, vorausgesetzt es sind stringente Daten der Lohnstückkosten und des Humankapitalindex seit 2001 vorhanden. Dies erfolgt durch die Recherche mit Informationen der OECD-Datenbank und des Penn World Tabels.

Bei einer genaueren Betrachtung ist ersichtlich, dass China die Position des stärksten Handelspartners Großbritanniens einnimmt. Jedoch existieren keine Informationen zu den LSK. Dies erfordert die gleiche Recherche nach Daten Bangladeschs. Wobei auch hier nach kurzer Zeit ersichtlich wird, dass keine Informationen aus der Recherche resultieren.

Als dritt stärkster Handelspartner tritt nun Deutschland in Erscheinung. Die Daten der OECD ergeben eine Basis jährlich eingetragener LSK, seit 1992.

Im nächsten Schritt werden die deutschen Lohnstückkosten, bzw. der Humankapitalindex, den britischen gegenübergestellt. Hierzu setzen wir das Jahr 0 der Betrachtung auf 2001. Die daraus ergebenen Jahreswerte werden anschließend durcheinander dividiert:

Daraus ergibt sich der Quotient, der eine Korrelation der Indices erkennen lässt. Ist der Quotient sehr hoch, so ist von einer geringen Korrelation auszugehen. Im Umkehrschluss ist ein niedriger Quotient ein Indiz für einen hohen wirtschaftlichen Austausch.

Abbildung 9 Lohnstückkosten im Vergleich

In der folgenden Graphik werden zunächst die Lohnstückkosten Großbritanniens den deutschen gegenübergestellt.

Zu sehen ist, dass Großbritannien in den frühen 2000er Jahren durchgehend weitaus höhere Lohnstückkosten hatte als Deutschland. Dies erfolgte durch die Einführung des Mindestlohns im vereinigten Königreich (low pay commision Report, 2006). Mit Beginn der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 änderte sich dies. Die Lohnstückkosten Deutschlands stiegen auf ein abnormes Hoch von 6,5 Punkten und übertrafen die der Briten deutlich. In Relation gesetzt müssen die Arbeitskosten weitaus höher gewesen sein als die Produktivität (vgl. Definition LSK, Einleitung).

Abbildung 10 Humankapitalindex

In der folgenden Graphik wird zunächst der HCI Großbritanniens dem deutschen gegenübergestellt.

Abgebildet sind also die Werte für die Qualität des Outputs der beiden Länder. Zu sehen ist, dass Deutschland und Großbritannien eine verhältnismäßig niedrige Diskrepanz in ihrem Know-how haben. Jedoch zeigt der Quotient eine Veränderung des Niveaus auf. Der Wendepunkt ereignete sich im Jahr 2005. Der Trend zeigt ein kontinuierliches Auseinanderdriften beider HCI‘s. Sofern Deutschland keine Änderungen in Hinblick der Bildungsausgaben vornimmt dürfte dies wohl auf weiterhin Bestand haben.

Da nun ersichtlich ist, welche Gütergruppen, Indices und Handelspartner das Hauptaugenmerk erhalten, werden nun der relativ komparative Vorteil der Gütergruppen den LSK und HCI gegenübergestellt. „Bei einem System des vollkommen freien Handels wendet natürlich jedes Land sein Kapital und seine Arbeit solchen Zweigen zu, die jedem am vorteilhaftesten sind. Dieses Verfolgen des individuellen Vorteils ist bewundernswert mit dem allgemeinen Wohl des Ganzen verbunden. (David Ricardo, 1817)“. Der RCA nach Ricardo wird wie folgt berechnet:

(Umsatz Gütergruppe Land A / ∑ Umsatz Land A) /

(Umsatz Gütergruppe Land B / ∑ Umsatz Land B)

Um nun genauer betrachten zu dürfen, inwieweit Deutschland und Großbritannien einen solchen Vorteil für sich ausnutzen können, werden nun alle Kennzahlen gegenübergestellt.

Abbildung 11 Lohnstückkosten und Textil - RCA Großbritanniens mit Deutschland als Handelspartner

Zunächst wird nun die Zeitreihe des Lohnstückkostenkoeffizienten den Textil-RCA für die Jahre seit 2001 gegenübergestellt.

Insgesamt lässt sich erkennen, dass die LSK und der RCA nur geringe Auswirkungen aufeinander haben. Dennoch lässt sich erschließen, dass eine Senkung der LSK sich positiv auf den RCA auswirken könnten. Kaum merklich, dennoch ersichtlich.

Letzten Endes wird nun die Zeitreihe des Humankapitalindex dem Maschinen-RCA für die Jahre 2001-2017 gegenübergestellt.

Abbildung 12 Humankapitalindex

Die dauerhafte Senkung des HCI-Koeffizienten hat zur Folge, dass die Korrelation in dem RCA-Tief von 2009 einen starken Ausbruch aufweist. Im Falle, dass nun der HCI-Koeffizient zwischen Deutschland und Großbritannien <1 ausfällt, dies sich positiv auf den RCA auswirkt. Dies bedeutet, dass das vereinigte Königreich einen stärkeren HCI aufweist als Deutschland. Demzufolge zeigt sich eine besonders hohe Importanz eines guten HCI, sollte der RCA stark sinken.

Die Auswirkungen eines übertreffenden HCI geben Großbritannien gegenüber einem so starken Exporteur wie Deutschland dennoch einen besonderen Vorteil. Dies bewegt nun zur Annahme, dass die Insulaner bei gleichbleibender Investition in die Bildung ihren Vorteil nur weiter ausbauen können. Die Annahme die Lohnstückkosten zu senken könnte sich zwar ebenso positiv auf den RCA auswirken, allerdings zeigt sich eher, dass das Festhalten am starken Bildungsweg besser positioniert als die bloße Kostensenkung. Der RCA hat eine wohl höhere Auswirkung auf die LSK, als es für die Bildung der Fall ist. Diesen komparativen Vorteil kann, und sollte, Großbritannien für sich zu nutzen wissen. Demzufolge kann man aus rein volkswirtschaftlichen Aspekten einen Austritt der Briten aus der europäischen Union wohl verstehen, jedoch auch nur bezogen auf die oben abgebildeten Gütergruppen.

Kapitalleistungsintensität und Vorleistungstiefe

Die Frage lautet, ob der Grubel-Lloyd-Index (GLI) für Kraftwagen (HS 87) in Großbritannien seit 2001 abgenommen hat. Die Herstellung von Kraftwagen ist sehr kapitalintensiv. Dabei sollen auch die Gütergruppen mit 4 und 6 Stellen für PKW betrachtet werden. Wenn Sie abnehmen, dann weshalb?

Die folgenden Begriffe spielen für die Arbeit eine Rolle: komparative Kostenvorteile, interindustrieller Handel und intraindustrieller Handel. Diese Begriffe sollen zunächst definiert werden. Für die Interpretation ist der Grubel-Lloyd-Index entscheidend. Auch dieser Index soll definiert werden. Anschließend erfolgt die Interpretation auf Basis dieser Begrifflichkeiten.

Die relativen Preis- und Kostenvorteile wurden von David Ricardo entdeckt. Letzterer war ein klassischer englischer Ökonom der von 1772 bis 1823 lebte. Sein Hauptwerk war „On the principals of political economy and taxation” (Kurz 2008, 120-123). Absolute Kostenvorteile hat ein Land, wenn es einen bestimmten Output (zum Beispiel Fahrzeuge) günstiger produzieren kann, als andere Länder. Ein Grund dafür könnten bessere Produktionsbedingungen oder eine bessere Produktivität in dem jeweiligen Land sein. Häufig wird das Beispiel des Weines verwendet. Wein gedeiht speziell in südlichen Ländern wie zum Beispiel Portugal sehr gut, und Portugal hat damit einen absoluten Kostenvorteil gegenüber Norwegen beim Gut Wein. Bei den relativen Kostenvorteilen geht es um das Verhältnis der Kosten von zwei verschiedenen Produkten aus zwei verschiedenen Ländern. Wenn man zwei Produzenten von zwei Gütern aus zwei verschiedenen Ländern miteinander vergleicht, dann kann es sein, dass ein Produzent bei beiden Gütern einen absoluten Kostenvorteil hat. In diesem Fall würde es sich für die beiden Produzenten lohnen, wenn sich einer auf die Produktion von einem Gut konzentriert (Homann/Suchanek 2005, 132). Das Land, dass bei beiden Gütern einen absoluten Kostenvorteil hat, wird sich auf die Produktion jenes Gutes spezialisieren, wo es den größeren absoluten Vorteil hat. Das heißt es wird nur mehr dieses Produkt produzieren. Das andere Land produziert das andere Gut. Beide Länder haben damit einen relativen Kostenvorteil bei jeweils einem Gut. Der Handel führt für beide Länder zu einer Erhöhung des Wohlstandes (Samuelson/Nordhaus 2010, 342-344).

Beim interindustriellen Handel hat ein Land einen komparativen Kostenvorteil gegenüber dem Rest der Welt. Zum Beispiel tauscht Deutschland mit dem Rest der Welt Kraftwagen gegen bestimmte Lebensmittel. Deutschland hat bei der kapitalintensiven Produktion von Kraftwagen (inklusive Zubehör) einen komparativen Kostenvorteil und importiert die arbeitsintensiveren Lebensmittel die vom Ausland produziert werden (Krugman/Obstfeld 2009, 185).

Intraindustrieller Handel bedeutet, dass sowohl Deutschland als auch der Rest der Welt die kapitalintensive Produktion von Fahrzeugen betreibt. Frankreich importiert beispielsweise deutsche Autos und Deutschland importiert französische Autos (Siebert 2000, 121). Das heißt kein Land hat einen komparativen Kostenvorteil. Trotzdem stellen die unterschiedlichen Länder unterschiedliche Produkte her, selbst wenn es beim Verhältnis zwischen Arbeit und Kapital keinen Unterschied zwischen den Ländern gibt. Der Grund dafür ist im Vorhandensein von Skalenerträgen zu finden. Die Vorteile steigender Skalenerträge führen dazu, dass sich jedes Land auf die Produktion von bestimmten Produkten konzentriert, wo steigende Skalenerträge vorhanden sind. Damit könnten Skalenerträge eine Ursache für den

Die Studie von Grubel und Lloyd (1975) war die erste wichtige Studie zum intraindustriellen Handel. Diese beiden Autoren entwickelten den berühmten Grubel-Lloyd-Index. Der Index zeigt die Bedeutung des intraindustriellen Handels in einer Volkswirtschaft an.

Bi = [ 1 - | | ]  *100                      (1)

Formel 1 zeigt den Grubel-Lloyd-Index. Ei repräsentiert die Exporte der Produktkategorie i und Zi die Importe der Produktkategorie i. Wenn Bi = 1, dann findet kein interindustrieller Handel statt, sondern nur intraindustrieller Handel. Umgekehrt bei Bi = 0 gibt es ausschließlich interindustriellen Handel. Der Wert des Index liegt zwischen 0 und 1 (Reinert 2012, 54).

Abbildung 13 Grubel-Lloyd-Index Kraftwagen inklusive Zubehör Großbritannien

Der erste Schritt war eine Erhebung der Export- und Importdaten (über ITC Trade Map) für Großbritannien und dem Rest der Welt auf HS2 Ebene für Kraftwagen (HS 87). Die Daten wurden in britischen Pfund für die Jahre 2001 bis 2019 heruntergeladen. Dabei wurde für jedes einzelne Jahr der Grubel-Lloyd-Index errechnet. Beim nächsten Schritt wurde die Analyse auf die vierstellige Ebene für Kraftwagen inklusive Zubehör erweitert. Dabei wurde jene Kategorie ausgewählt, die die höchsten Export- und Importzahlen in britischen Pfund aufwiesen. Es wurde die Kategorie 8703 “Motor cars and other motor vehicles principally designed for the transport of persons, incl. ...” ermittelt (Trade Map 2020b). Für diese Kategorie wurden wiederum alle Daten heruntergeladen und der Grubel-Lloyd-Index für die 2001 bis 2019 errechnet. Schließlich wurde noch das gleiche Verfahren für die sechsstellige Ebene verwendet. Es wurde jene Kategorie ausgewählt, die die höchsten absoluten Export- und Importzahlen in Pfund zum Rest der Welt aufwies. Die Daten wurden heruntergeladen und der Grubel-Lloyd Index für jedes Jahr ermittelt. Die Produktkategorie bei der sechsstelligen Ebene lautet: 870322 Motor cars and other motor vehicles principally designed for the transport of persons, incl.

Abbildung 14 Grubel-Lloyd-Index für die Kategorie 8703 Motorkraftfahrzeuge für den Transport von Personen Großbritannien

Abbildung 13 zeigt den Grubel-Lloyd-Index für Kraftwagen inklusive Zubehör (HS 87) für Großbritannien. Der Index zeigt einen klaren Aufwärtstrend beim Index. Im Jahr 2019 war der intraindustrielle Handel mit 80,53 sehr stark ausgeprägt. Großbritannien hat in dieser Kategorie ein hohes Handelsbilanzdefizit und ist somit Nettoimporteur bei Fahrzeugen inklusive Zubehör. Der intraindustrielle Handel bedeutet, dass weder Großbritannien noch der Rest der Welt einen komparativen Kostenvorteil bei der Produktion von Kraftwagen inklusive Zubehör aufgewiesen hat.

Abbildung 15 Grubel-Lloyd-Index für die Kategorie 870322 Autos und andere Motorkraftfahrzeuge zum Personentransport

Abbildung 14 zeigt die vierstellige Produktkategorie Motorkraftfahrzeuge speziell zum Transport von Personen. Bei dieser Kategorie ist der Aufwärtstrend ähnlich stark ausgeprägt wie in Abbildung 1. Mit 93,6 zeigt der Index schon fast maximalen intraindustriellen Handel an. Das heißt weder Großbritannien noch der Rest der Welt haben einen komparativen Kostenvorteil bei Motorkraftfahrzeugen für den Personentransport.

Anders als bei der zweistelligen und vierstelligen Kategorie ist aber der Trend bei der sechsstelligen Kategorie. Dieser geht von 2005 bis 2013 stark nach unten. Das heißt die Tendenz geht weg vom intraindustriellen Handel hin zum interindustriellen Handel. Im Jahr 2005 lag der Grubel-Lloyd-Index noch bei 73,1, während er 2013 nur mehr bei 26,79 lag. Die Entwicklung danach ist noch beeindruckender. Der Index steigt bis 2019 wieder auf 75,88.

Auffallend ist bei allen drei Abbildungen der Trend nach oben. Der Index lag 2019 bei allen Ebenen wesentlich höher als 2001. Damit gab es eine Entwicklung in Richtung intraindustriellen Handel. Die Frage ist nun, warum der Trend so stark in Richtung intraindustriellen Handel ging? Es gibt eine Studie von Head/Mayer (2018) über die Entwicklung des komparativen Kostenvorteils in 23 Ländern. Es wurde dabei festgestellt, dass es zu einer Auslagerung der Produktion in Niedriglohnländer kam. Die Autoren sehen zwei Gründe warum in Niedriglohnländer ausgelagert wird. Erstens, die Fertigungskosten werden mithilfe eines triadischen Schwerkraftmodells berechnet und dieses spricht für die Auslagerung der Produktion. Zweitens, es gibt ein Modell, dass die komparativen Kostenvorteile modelliert. Es geht dabei um die Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital. Die Frage dabei ist, in welchem Ausmaß die Hochlohnländer diese Faktoren zur Verfügung haben. Die Modelle zeigen, dass eine Auslagerung in Niedriglohnländer Sinn macht. These ist, dass genau dieser Trend in Richtung Produktionsauslagerung für den Anstieg beim Grubel-Lloyd-Index in Großbritannien verantwortlich ist. Die Auslagerung führt dazu, dass kein Land bei der Auto- und Motorkraftwagenproduktion einen komparativen Vorteil hat.

Es wurde der Grubel-Lloyd-Index für Großbritannien für Fahrzeuge inklusive Zubehör analysiert. Bei allen untersuchten Ebenen zeigte sich, dass der Trend beim Grubel-Lloyd-Index nach oben geht. Im Jahr 2019 lag der Index in allen beobachteten Fällen über den Level von 2001. Der Index lag 2019 auch in allen Fällen weit über 50, bei der zweistelligen und vierstelligen Ebenen sogar über 80. Das bedeutet bei den Fahrzeugen gibt es keine komparativen Kostenvorteile zwischen Großbritannien und dem Rest der Welt (intraindustrieller Handel). Interessant sind dabei die Gründe für diesen Anstieg des Index. These: Es gibt eine Studie aus dem Jahr 2018. Diese zeigt, dass es eine Auslagerung der Produktion in Richtung Niedriglohnländer gibt. Die komparativen Kostenvorteile der Hochlohnländer bei der Produktion von Fahrzeugen sind damit praktisch verschwunden. Dieser Grund sollte auch für das Beispiel gelten.

Internationale Tauschbedingungen des Rohstoffhandels in Großbritannien

Der Rohstoffhandel ist seit Jahren weltweit ein zentrales wirtschaftliches Thema, welches nicht nur Länder betrifft, die ein großes Rohstoffvorkommen besitzen und aus diesem Grund in der Lage sind Rohstoffe zu exportieren, sondern auch Länder, welche auf den Import von Rohstoffen angewiesen sind, da sie selbst keine nennenswerten Vorkommen aufweisen. Aus diesem Grund sind die Entwicklungen der Rohstoffpreise in Bezug auf die außenwirtschaftliche Lage sowohl für Exporteure als auch für Importeure von Bedeutung. Im folgenden Kapitel soll explizit auf die Terms of Trade  Großbritanniens im Zusammenhang mit den Preisänderungen für die Rohstoffe Erdöl, Erdgas und Kohle eingegangen werden. Bei den Terms of Trade handelt es sich um das reale Austauschverhältnis eines Landes (Bundeszentrale für politische Bildung 2017). Um eine mögliche Korrelation untersuchen zu können, werden die Daten der Jahre 2001-2019 betrachtet.

Die Ermittlung der Terms of Trade erfolgt, indem die Exportwerte eines Landes in das Verhältnis zu den Importwerten gesetzt werden. Steigen die realen Tauschverhältnisse, verbessert sich die außenwirtschaftliche Lage. Ein Grund für steigende Austauschverhältnisse könnte hierbei beispielsweise eine Preiserhöhung der eigenen Exportgüter oder eine Preissenkung der Importgüter sein. Eine Steigerung der Terms of Trade ist für die außenwirtschaftliche Lage vorteilhaft, da die Fähigkeit erhöht wird mit dem gleichen Exportvolumen mehr Güter zu importieren. Bei einem sinkenden Wert der Terms of Trade hingegen tritt eine Verschlechterung ein. Es können somit weniger Importgüter mit dem gleichen Exportvolumen eingeführt werden (Bundeszentrale für politische Bildung 2017). Ein weiterer Grund für die Verschlechterung der Terms of Trade kann auch eine Änderung des Wechselkurses sein, welcher eine Abwertung der inländischen Währung zur Folge hat (Sauer 2009)

Eine Veränderung der Terms of Trade wirkt sich wiederum auf die Wohlfahrt eines Landes aus. Die Wohlfahrt eines Landes stellt den Gewinn bzw. den Nutzen der Produzenten oder Konsumenten dar. Diese wird anhand der Konsumentenrente und der Produzentenrente errechnet und gibt somit die Gesamtrente eines Staats wieder (Sauer 2015). Ein Anstieg der Terms of Trade führt zu einer Erhöhung der Wohlfahrt, bei einem Abstieg der Terms of Trade verringert sie sich. Jedoch ist zu beachten, dass die Wohlfahrt eines Landes infolge von veränderter Austauschbedingungen nicht tiefer als auf den Stand ohne Außenhandel sinken kann (Krugman et al. 2019, 184).

Abbildung 16 Brennstoffpreisindices sowie reale Austauschverhältnisse Großbritanniens

Der Preisindex zeigt die Entwicklung von ausgewählten Preisen auf. Es gibt an, wie sich die Preise der Güter verändert haben. Mit Hilfe des Preisindex lassen sich Aussagen zur Höhe von Inflationen oder Deflationen in einem volkswirtschaftlichen Bereich ausdrücken (Bundeszentrale für politische Bildung 2016).

Abbildung 16 zeigt den Zusammenhang zwischen den Terms of Trade und den Rohstoffpreisindices von Großbritannien auf. Hierbei ist zu erkennen, dass die Terms of Trade zu jedem der aufgeführten Rohstoffe eine schwache Korrelation aufweist. Der Korrelationswert für Kohle ist  mit

-0,135 am niedrigsten. Danach folgt Erdöl mit einer Korrelation von -0,268 und Erdgas mit einem Wert von -0,475. Des Weiteren fällt auf, dass sich alle dargestellten Werte im negativen Bereich befinden. Dies bedeutet, dass ein negativer Zusammenhang zwischen den Terms of Trade und den Rohstoffpreisindices vorliegt. Vereinfacht ausgedrückt heißt das, dass die Terms of Trade von Großbritannien sinken, wenn die Preisindices für Rohstoffe steigen.

Diese negative Korrelation lässt sich dadurch erklären, dass Großbritannien mit der Zeit immer weniger Rohstoffe wie Erdöl, Erdgas und Kohle exportierten, da ihre Ressourcen an Rohstoffen abnahmen bzw. keine starke Förderung von Rohstoffen betrieben wurde. Aus diesem Grund muss Großbritannien einen Teil ihres Rohstoffverbrauchs mit dem Import aus anderen Ländern decken (Hünsken). Das bedeutet, dass eine Erhöhung der Rohstoffpreise, also eine Preissteigerung ihrer Importgüter, eine negative Auswirkung auf ihre außenwirtschaftliche Lage hat. In Folge dessen werden die realen Austauschverhältnisse dieses Landes vermindert. Bei sinkenden Rohstoffpreisen kommt es hingegen zu einer Verbesserung der Terms of Trade, da sie dadurch in der Lage sind zu einem günstigeren Preis zu importieren.

Betrachtet man die Werte von Erdöl im Zusammenhang mit den Terms of Trade genauer fällt auf, dass von 2001 bis 2005 eine positive Korrelation von 0,701 vorliegt. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass Großbritannien bis 2005 selbst einen großen Anteil an Erdöl exportierte, was zur Folge hatte, dass sie von steigenden Ölpreisen wirtschaftlich profitiert haben. Im Ergebnis führte dies zu einer Steigerung der Terms of Trade. Seit 2005 muss Großbritannien selbst Erdöl importieren, weshalb sie nicht mehr von steigenden Erdölpreisen profitieren. Daraus ergibt sich eine negative Korrelation. Da Erdöl für Großbritannien zu einem ihrer größten Exportgüter gehörte, ist dieser Abfall in ihren Terms of Trade deutlich zu erkennen (Wagenknecht 2005).

Des Weiteren versucht Großbritannien den Anteil an Kohle, welcher zur Stromversorgung beitragen soll, kontinuierlich zu senken. 2017 gab es in Großbritannien erstmals einen kohlefreien Tag seit 1882. Der Anteil von Kohlestrom lag 2019 bei gerade einmal 2%, wohingegen er zu Höchstzeiten 75% vorweisen konnte (Först 2020). Ein Grund für die Senkung ihres Kohleverbrauches liegt nicht nur an der Tatsache, dass eine immer größer werdende Nachfrage nach erneuerbaren Energien besteht, sondern auch die Einführung eines CO2-Mindestpreises, welcher die Kohlenutzung deutlich verteuerte (Zastiral 2019). Eine sinkende Nachfrage an Kohle seitens Großbritannien wird eines der Gründe sein, weshalb nur eine sehr geringe Korrelation zu verzeichnen ist.

Betrachtet man Großbritannien in Verbindung mit Erdgas näher, fällt auf, dass diese von den drei betrachteten Rohstoffen die größte negative Korrelation aufweist. Das liegt daran, dass die beiden Werte Export und Import eine deutlich größere Differenz im Gegensatz zu den anderen betrachteten Rohstoffen aufweist. Ein weiterer Faktor dafür ist, dass Großbritannien durch die CO2-Bepreisung den Umstieg von Kohle auf Erdgas attraktiver machte. In Folge dessen kam es zu einer größer werdenden Nachfrage an Erdgas, da der Einsatz dieses Rohstoffs für Stromerzeugende Unternehmen lukrativer wurde (Boeing 2018).

Abschließend lässt sich anhand der erhobenen Daten sagen, dass ein Zusammenhang zwischen den Terms of Trade und den Preisindices vorliegt. Die Korrelation der zu untersuchenden Werte war hierbei relativ schwach ausgeprägt und befand sich im negativen Bereich. Dadurch ist zu erkennen, dass Großbritannien nur schwach von den Preisindices der Rohstoffe Erdöl, Erdgas und Kohle abhängig ist. Dies lässt sich zum einen durch die sinkende Nachfrage an Kohle erklären, zum anderen auch dadurch, dass Großbritannien nicht ausschließlich auf den Import oder den Export von Rohstoffen angewiesen ist, da sie selbst Rohstoffvorkommen besitzen.

Insgesamt profitiert Großbritannien nicht von steigenden Rohstoffpreisen. Allerdings haben Preisschwankungen auch keine große Auswirkung auf ihre realen Tauschbedingungen, da ihr Export/Import Verhältnis in Bezug auf diese Rohstoffe relativ ausgeglichen ist.

Zusammenhang zwischen dem Kohlendioxidausstoß und den fossilen Brennstoffen in Großbritannien

Abbildung 17 Ein- und Ausfuhren mineralischer Brennstoffe, sowie der ökologische Fußabdruck Großbritanniens, 2001-2019

Fossile Energieträger sind die meistgenutzte Energieversorgungsquelle weltweit. Bei ihrer Verbrennung wird Kohlenstoffdioxid, ein Treibhausgas, in die Atmosphäre abgegeben. Die übermäßige Emission von Treibhausgasen ist eine Ursache des Klimawandels, welchem Regierungen weltweit mit Klimazielen entgegenwirken wollen. Im Folgenden wird der Zusammenhang zwischen dem Kohlenstoff-Anteil am ökologischen Fußabdruck und den preisbereinigten Ein- und Ausfuhren der Gütergruppe der mineralischen Brennstoffe untersucht. Um die Stärke des Zusammenhangs quantitativ darzustellen, wird dieser mit dem Korrelationskoeffizient nach Pearson berechnet und anschließend unter Beachtung des Heckscher- Ohlin Theorem ausgewertet. Die Bundeszentrale für politische Bildung definiert den ökologischen Fußabdruck als die biologisch produktive Land- und Wasserfläche, die ein Individuum, eine Bevölkerung oder eine Aktivität benötigt, um alle konsumierten Ressourcen zu produzieren und die anfallenden Abfälle zu absorbieren. In die Berechnung fließt auch die Kohlenstoffdioxid- Absorption mit ein. (Bundeszentrale für politische Bildung 2017).

Abbildung 17 stellt die preisbereinigten Ein- und Ausfuhren fossiler Energieträger im Zeitraum von 2001 bis 2016 dar. Für diesen Zeitraum wird auch der Kohlenstoffdioxidanteil des ökologischen Fußabdrucks von Großbritannien betrachtet. Es ist deutlich erkennbar, dass die Ein – und Ausfuhren von Braunkohle fast null betragen. Obwohl Kohle Großbritannien zur führenden Industrienation machte, ist der Handel mit Kohle heutzutage gering, weil die Bedeutung von Kohle als Energiequelle abnimmt. Großbritannien will bis 2025 aus der Kohle aussteigen und diese unter anderem mit Erdgas ersetzen (Boeing 2018). Damit gewinnt Erdgas zunehmend an Bedeutung, womit auch der steigende Verlauf der Gütergruppe Erdgas erklärt werden kann (Hecking 2017). Infolgedessen nehmen die Ein- und Ausfuhren von Steinkohle seit 2009 ab. Ab 2009 ist auch ein abnehmender Trend beim ökologischen Fußabdruck beobachtbar. Demzufolge könnte ein enger Zusammenhang zwischen den Ein- und Ausfuhren der Kohle und dem ökologischen Fußabdruck bestehen. Weitere Ursachen für den Rückgang der (Braun)-Kohle ist das Einführen eines Kohlenstoffdioxidmindestpreis (Mau 2019) und die Verbesserung der Energieeffizienz durch Einsatz kohlenstoffärmeren Brennstoffen (United Kingdom Government 2016)

Aus dem Diagramm geht hervor, dass Erdöl eine wichtige Ressource für Großbritannien ist. Eine mögliche Ursache dafür ist, dass sowohl Erdöl als auch Erdgas in Großbritannien gefördert wird (Triebe 2019). Den Anstieg im Jahr 2012 kann man auf die UK Fuel Crisis zurückführen, bei welcher im Rahmen von Panikkäufen die Nachfrage nach Erdöl stark anstieg (Smith und Ray 2012). Generell sieht man, dass bei den fossilen Energieträgern eine sinkende Tendenz besteht. Eine mögliche Ursache dafür, sind die Klimaziele, die den Fokus auf erneuerbare Energien legen (Wanner 2019).

Unter Beachtung des Heckscher- Ohlin- Theorems liegt die Annahme nah, dass Faktorreichtum vorliegt. Nach Heckscher und Ohlin ist der einzige Grund für Außenhandel die unterschiedliche Ressourcenausstattung der Staaten.

Klassischer Weise werden bei Heckscher und Ohlin nur die beiden Produktionsfaktoren Kapital und Arbeit betrachtet. Im Rahmen dieser Aufgabe wird nun auch Energie, zusätzlich zu den klassischen Produktionsfaktoren der Volkswirtschaftslehre, als Produktionsfaktor betrachtet. Gemäß Heckscher und Ohlin liegt Faktorreichtum vor, wenn ein Produkt (Faktor) in einem Land besonders stark vorhanden ist. Dabei werden Länder, die relativ viel von einem Produktionsfaktor besitzen, Güter exportieren, die diesen Produktionsfaktor intensiv nutzen (Krugman et al. 2019 ,148-55)  

Um zu untersuchen, ob diese Theorie für Großbritannien zutrifft, betrachtet man die am meisten- exportierten Güter. Folgende Güter werden am meisten exportiert: Maschinen (mechanische und elektrische), echte Perlen oder Zuchtperlen, Fahrzeug- und Fahrzeugteile, fossile Brennstoffe und pharmazeutische Produkte (International Trade Centre 2020). Man kann davon ausgehen, dass die Herstellung der Maschinen sehr energieintensiv ist und damit der Produktionsfaktor Energie intensiv genutzt wird. Bei dem Export von fossilen Brennstoffen wird der Faktor selbst exportiert. Auch für die Entwicklung pharmazeutischer Produkte ist Erdöl von großer Bedeutung (Rachow 2002). Der Export der Gütergruppe echte Perlen oder Zuchtperlen ist nicht auf den Faktorreichtum zurückzuführen. Demzufolge sind vier der fünf wichtigsten Exportgüter vom Faktor Energie abhängig, sodass die Annahme von Heckscher und Ohlin bestätigt werden kann. Allerdings ist zu erwähnen, dass die Briten die gleichen Gütergruppen, die sie exportieren auch importieren, dennoch nicht im gleichen Verhältnis. So importieren sie auch fossile Brennstoffe, da die eigenen Ressourcen inzwischen erschöpft sind. Vor allem bei der Erdgasversorgung, als meistgenutzte Energiequelle, ist Großbritannien auf Importe angewiesen.  (United Kingdom Government 2016, 9-12). Weitere Gründe für den Import und Export gleicher Gütergruppen könnten sein, dass Großbritannien Güter importiert, diese dann weiterverarbeitet und anschließend exportiert oder unterschiedliche Präferenzen der Konsumenten.

Nachfolgend wird der Zusammenhang von den oben genannten fossilen Brennstoffen und dem ökologischen Fußabdruck betrachtet (International Trade Centre 2020; Global Footprint Network 2020). Dafür wurde der Korrelationskoeffizient nach Pearson berechnet. Ein Wert von -1 gibt einen starken linearen negativen Zusammenhang an. Ist der Korrelationskoeffizient gleich 0, so besteht kein linearer Zusammenhang und nimmt dieser 1 an, dann gibt es einen starken linearen positiven Zusammenhang.  

Der Korrelationskoeffizient von Steinkohle und dem Kohlenstoffanteil beträgt r= 0,84. Damit ist ein starker linearer Zusammenhang gegeben, welcher positiv ist. Diese Korrelation ist einfach nachzuvollziehen, weil zur Energiegewinnung die Steinkohle verbrannt wird und dabei Kohlenstoffdioxid in großen Mengen freigesetzt wird. Darüber hinaus wird durch den Transport der Steinkohle viel Kohlenstoffdioxid freigesetzt.

Zwischen Braunkohle und dem Kohlenstoffdioxidanteil des ökologischen Fußabdrucks, liegt kein linearer Zusammenhang vor, da der Korrelationskoeffizient mit r= -0,064 zu gering ist, um solch eine Aussage zu treffen. Aus naturwissenschaftlicher Sicht müsste hier ein positiver Zusammenhang vorliegen, da bei der Verbrennung von Braunkohle sich zwar weniger Kohlenstoffdioxid entwickelt als bei Braunkohle, aber diese auch einen geringeren Brennwert hat, wodurch eine schlechtere Energieeffizienz gegeben ist. (Lübbert 2007).

Der Pearson-Korrelationskoeffizient für Erdöl ist r=0,307. Damit ist lediglich ein schwacher positiver Zusammenhang zwischen Erdöl und Kohlenstoffdioxid gegeben. Erdöl wird durch Pipelines befördert. Durch diese Transportmethode entfallen Kohlenstoffdioxidemissionen für den Transport. Das gleiche gilt auch für Erdgas.

Mit r=-0,77 liegt ein starker negativer Zusammenhang zwischen Kohlenstoffdioxid und dem Erdgas vor, welcher aus biochemischer Sicht nicht realistisch ist. Möglich Erklärungen für diesen Korrelationskoeffizienten sind,  die Konzentration des Kohlenstoffdioxids, welches beim Verbrennen vom Erdgas entsteht, geringer ist als die Kohlenstoffdioxidkonzentration bei Kohle, sowie die Abhängigkeit der Kohlenstoffdioxidproduktion vom genutzten Kraftwerkstypen (Lübbert 2007). So gibt es Kraftwerke, die bei der Verbrennung 50 % weniger Kohlenstoffdioxid ausstoßen als Kohlekraftwerke (o.V. 2018).

Abschließend kann festgestellt werden, dass das Heckscher- Ohlin- Theorem für einen Großteil Großbritanniens gültig ist. Die Ergebnisse von dem Pearson- Korrelationskoeffizient sind nicht immer aus naturwissenschaftlicher Sicht nachvollziehbar, allerdings muss man dafür beachten, wie welche Daten gemessen werden und die wirtschaftlichen Zusammenhänge. Die vorausgehende Analyse des Zusammenhangs des ökologischen Fußabdrucks und der Ein- und Ausfuhren der fossilen Brennstoffe zeigte, dass Großbritannien auf einen guten Weg ist eine Vorreiterrolle im Rahmen des Klimawandels einzunehmen, allerdings setzten sie noch stark auf Kernkraft (United Kingdom Government 2016). Zukünftige wissenschaftliche Arbeiten zu diesem Thema sollten untersuchen, ob Verzerrungen der Daten vorliegen, beispielsweise durch eine Auslagerung der Produktion in andere Länder, sodass diese Kohlenstoffdioxidemissionen nicht in dem ökologischen Fußabdruck Großbritanniens einfließen.

Literaturverzeichnis

Boeing, Nils (2018): Der Koxit steht kurz bevor, in: Zeit online, erreichbar unter: https://www.zeit.de/zeit-wissen/2018/02/grossbritannien-kohleausstieg-energie-co2

Bundeszentrale für politische Bildung (2016): Preisindex, URL: https://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/lexikon-der-wirtschaft/20317/preisindex vom 23.07.2020

Bundeszentrale für politische Bildung (2017): ökologischer Fußabdruck und Biokapazität, URL: https://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/globalisierung/255298/oekologischer-fussabdruck-und-biokapazitaet vom 20.06.2020.

Bundeszentrale für politische Bildung (2017): Reale Austauschverhältnisse (Terms of Trade)- Index (2000 = 100), 1980 bis 2015, URL: https://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/globalisierung/52667/terms-of-trade vom 13.06.2020

Büter, Clemens (2018): Außenhandel, URL: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/aussenhandel-31660/version-255213 vom 22.06.2020

Chairmans Forewords (2005): Seite V

Chapman, James und Ray Massey (2012): The great Easter get nowhere: RAC warns that petrol panic buying risks millions of drivers not being able to fill their tanks for holiday break; in: Daily Mail, erreichbar unter: https://www.dailymail.co.uk/news/article-2121984/Petrol-strike-Fuel-crisis-panic-buying-puts-Easter-holiday-drivers-greater-risk-shortages.html#ixzz1qblGBMjs

Farchy, Jack (2013): UK gold exports surge tenfold this year; in: Financial Times, erreichbar unter: https://www.ft.com/content/876af37c-08dd-11e3-ad07-00144feabdc0

Finke, Björn (2014): Alltagsauto für Millionäre; in: Süddeutsche Zeitung erreichbar unter https://www.sueddeutsche.de/auto/rolls-royce-alltagsauto-fuer-millionaere-1.1976217

Först, Manuel (2020): In Großbritannien ist der Abschied von der Kohle nahe, URL: https://www.energiezukunft.eu/wirtschaft/in-grossbritannien-ist-der-abschied-von-der-kohle-nahe/ vom 23.06.2020

Global Footprint Network (2020): Daten ökologischer Fußabdruck, URL: http://data.footprintnetwork.org/#/countryTrends?cn=79&type=BCtot,EFCtot vom 15.06.2020

Grubel, Herbert G., Lloyd, Peter J. (1975): Intra-Industry Trade: The Theory and Measurement of International Trade; in Differentiated Products, New York: Wiley

Head, Keith, Mayer, Thierry (2018): Misfits in the car industry: Offshore assembly decisions at the variety level, CEPR Discussion Papers 12940

Hecking, Claus (2017): Die Briten brauchen keine Kohle, Energiewende in England; in: Spiegel, erreichbar unter: https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/energiewende-grossbritannien-braucht-keinen-kohlestrom-mehr-a-1144368.html

Homann, Karl, Suchanek, Andreas (2005): Ökonomik: Eine Einführung, 2. Auflage, Tübingen: Mohr Siebeck

Hüsken, Sonja (o.J.): Die 5 wichtigsten Exportprodukte Großbritanniens, URL: https://www.gevestor.de/details/die-5-wichtigsten-exportprodukte-grossbritanniens-722477.html vom 23.06.2020

International Trade Centre (o.J.): Trade Map, erreichbar unter: https://www.trademap.org/Index.aspx?nvpm=1%7c%7c%7c%7c%7c%7c%7c%7c%7c%7c%7c%7c%7c%7c%7c%7c%7c vom 22.06.2020

Kiani-Kreß, Rüdiger (2015): das Geschäftsmodell der Triebwerksherstelller wankt; in: Wirtschaftswoche, erreichbar unter: https://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/flugzeugbau-das-geschaeftsmodell-der-triebwerkshersteller-wankt/11617140.html

Krugman, Paul R., Obstfeld Maurice, und Marc J, Melitz, (2019): Internationale Wirtschaft. Theorie und Politik der Außenwirtschaft. wi - Wirtschaft. 11. Auflage, München: Pearson

Krugman, Paul R., Obstfeld, Maurice (2009): Internationale Wirtschaft: Theorie und Politik der Aussenwirtschaft, 8. Auflage, München: Pearson Studium

Kurz, Heinz D, (2008): David Ricardo (1772-1823); in: Kurz, Heinz D. (Hrsg.): Klassiker des ökonomischen Denkens Band 1: Von Adam Smith bis Alfred Marshall. München: Verlag Beck, S. 120-140

Lübbert, Daniel (2007): CO2-Bilanzen verschiedener Energieträger im Vergleich. Zur Klimafreundlichkeit von fossilen Energien, Kernenergie und erneuerbaren Energien; in: Deutscher Bundestag WD 8 - 056/2007, erreichbar unter: https://www.bundestag.de/resource/blob/406432/70f77c4c170d9048d88dcc3071b7721c/wd-8-056-07-pdf-data.pdf

Marshall, Tristian (2009): Carmakers in crisis, URL: http://news.bbc.co.uk/2/hi/business/8089635.stm vom 22.06.2020

Mau, Katharina (2019): Funktioniert der CO2-Preis? in: Zeit online, erreichbar unter https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-08/co2-preis-steuerreform-zertifikatehandel-klimaschutz-laenderueberblick

o.V. (2016): Wie wichtig der Handel mit Großbritannien ist. In den vorstehenden Brexit- Verhandlungen geht es auch un den Handel; in:  Frankfurter Allgemeine erreichbar unter https://stellenmarkt.faz.net/karriere-lounge/markt/wie-wichtig-der-handel-mit-grossbritannien-ist/

o.V. (2018) 3 Big Myths about natural gas and our climate, URL: https://climaterealityproject.org/blog/3-big-myths-about-natural-gas-and-our-climate vom 25.06.2020

o.V. (2019): Nissan streicht Produktion in Großbritannien, URL: https://www.n-tv.de/wirtschaft/Nissan-streicht-Produktion-in-Grossbritannien-article20840862.html vom 19.06.2020

OECD (2020): Unit labour costs (indicator). doi: 10.1787/37d9d925-en vom 17.06.2020

Rachow, Regine (2002): Vom Erdöl zum Medikament. Ein neuer Katalysator vereinfacht die Produktion von Aminen für chemische und pharmazeutische Produkte, URL: https://www.deutschlandfunk.de/vom-erdoel-zum-medikament.676.de.html?dram:article_id=19893 vom 22.06.2020

Reinert, Kenneth A. (2012): An introduction to international economics, New perspectives on the world economy, New York: Cambridge University Press

Samuelson, Paul A., Nordhaus, William D. (2010): Economics, Nineteenth Edition, New York: McGraw-Hill

Sauer, Thomas (2009): Terms of trade, URL: https://www.wiwiwiki.net/index.php/Terms_of_trade#cite_note-10 vom 23.06.2020

Sauer, Thomas (2015): Handelsgleichgewicht, URL: https://www.wiwiwiki.net/index.php/Handelsgleichgewicht vom 22.06.2020

Sauer, Thomas (2017): Komparativer Vorteil, URL https://www.wiwiwiki.net/index.php/Komparativer_Vorteil vom 27.06.2020

Sauer, Thomas (2020): Offenbarter komparativer Vorteil, URL: https://www.wiwiwiki.net/index.php/Offenbarter_komparativer_Vorteil vom 22.06.2020

Schulz, Bettina (2012): Goldpreis in der Finanzkrise verdoppelt; in: Frankfurter Allgemeine, erreichbar unter https://www.faz.net/aktuell/finanzen/devisen-rohstoffe/edelmetalle-goldpreis-in-der-finanzkrise-verdoppelt-12001908.html

Siebert, Horst (2000): Außenwirtschaft, 7. Auflage, Stuttgart: Lucius & Lucius

The Climate Reality Project (2018): 3 Big Myths about Natural Gas and our Climate, URL: https://climaterealityproject.org/blog/3-big-myths-about-natural-gas-and-our-climate vom 22.06.2020

Triebe, Benjamin (2019) Die Nordsee verteidigt ihr letztes Erdöl; in: Neue Züricher Zeitung erreichbar unter: https://www.nzz.ch/wirtschaft/die-nordsee-verteidigt-ihr-letztes-erdoel-ld.1495327?reduced=true

United Kingdom, Government (2015): Royal Mint Trading Fund: Annual Report and Accounts 2014-15, London erreichbar unter: https://www.gov.uk/government/publications/royal-mint-trading-fund-annual-report-and-accounts-2014-to-2015

United Kingdom, Government (2016): UK Energy in brief 2016, o.O., erreichbar unter: https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/540135/UK_Energy_in_Brief_2016_FINAL.pdf

Wagenknecht, Eberhardt (o.J.): Erausisches Magazin, URL: https://www.eurasischesmagazin.de/artikel/Den-Briten-geht-das-Oel-aus-das-Ende-des-Aufschwungs-scheint-gekommen/20040910 vom 22.06.2020

Wanner, Claudia (2019): Das neue Klimagesetz macht Großbritannien zum globalen grünen Anführer, URL: https://www.welt.de/wirtschaft/article195162365/Klimaschutz-Grossbritannien-will-Emissionen-auf-null-reduzieren.html vom 22.06.2020

Zastiral, Sascha (2019): Mit Kohle gegen Kohle in  Wirtschaftswoche, erreichbar unter: https://www.wiwo.de/my/politik/deutschland/grossbritannien-mit-kohle-gegen-kohle/24050496.html?ticket=ST-119329-jkEQIenQoZQKxffnNo0c-ap6 vom 22.06.2020 Zydra, Markus (2019): Briten horten Gold, URL: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/edelmetalle-briten-horten-gold-1.4608875 vom 22.06.2020