Gesamtnachfrage

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Fertig.gif Dieser Artikel wurde durch den Review-Prozess vervollständigt und korrigiert. Der Bearbeiter hat den Artikel zur Bewertung eingereicht. --Alexander Heise 10:56, 30. Apr. 2008 (CEST)

Die Gesamtnachfrage oder auch aggregierte Nachfrage beschreibt, wie sich eine Veränderung des Preisniveaus auf die Produktion auswirkt. Man erhält sie aus den Gleichgewichtsbedingungen der Güter- und Geldmärkte.[1]

Alternative Definitionen

"Die aggregierte Nachfrage zeigt die Kombinationen von Preisniveaus und Outputniveaus, bei denen sich die Güter- und Assetmärkte in einem simultanen Gleichgewicht befinden."[2]

"Die Gesamtnachfrage beschreibt den Umfang der Produktion, den die Wirtschaftssubjekte bereit sind, bei unterschiedlichen Preisniveaus zu absorbieren."[3]

Einordnung und Verlinkung

Durch Zusammenbringen der Funktion der aggregierten Nachfrage und des aggregierten Angebots, können wir die Produktion und das Preisniveau in gesamtwirtschaftlichen Gleichgewicht bestimmen. Das erwartete Preisniveau ist für das Gleichgewicht von besonderer Bedeutung. Die Lage der aggregierten Angebotskurve wird durch das erwartete Preisniveau bestimmt. In der kurzen Frist betrachten wir es als gegeben, aber in der mittleren Frist kann es sich verändern. Das führt zu einer Verschiebung der aggregierten Angebotskurve und so des Gleichgewichts.[4]

Anwendung

Die aggregierte Nachfragefunktion wird abgeleitet, aus den Gleichgewichtsbedingungen für die Güter- und Geldmärkte. Diese Gleichgewichtsbedingungen ergeben sich aus dem IS-LM-Modell. Ein Gleichgewicht auf dem Gütermarkt stellt sich ein, wenn die Produktion der Güternachfrage entspricht. Dieser Zusammenhang wird durch die IS-Kurve beschrieben.

Gütermarkt:

YP = Produktion

C = Konsum

Y = Einkommen

T = Steuern

I = Investitionsnachfrage

i = Zinssatz

G = Staatsausgaben


Die Güternachfrage setzt sich zusammen aus den Konsumausgaben der privaten Haushalte, den Investitionsausgaben und den Konsumausgaben des Staates. C ist der Konsum der privaten Haushalte, der vom verfügbaren Einkommen abhängt(Einkommen Y minus Steuerzahlungen T). I die Investitionsausgaben sind abhängig vom verfügbaren Einkommen und dem Zinssatz. G sind die Konsumausgaben des Staates. Das bedeutet dass, bei einem Anstieg der Steuern oder des Zinssatzes, es zu einer Verringerung der Produktion kommt. Ein Anstieg des Einkommens oder steigen der Staatsausgaben oder ansteigen der Investitionsnachfrage, endet in einer Erhöhung der Produktion.


Ein Gleichgewicht auf den Geld- und Finanzmärkten stellt sich ein, wenn das Geldangebot und die Geldnachfrage übereinstimmen. Dieser Zusammenhang wird durch die LM-Kurve beschrieben.

Geldmarkt:

M = nominale Geldmenge

P = Preisniveau

M/P = reale Geldmenge

Y = Einkommen

L(i) = Funktion Zinssatz


Auf der linken Seite der Gleichung steht die reale Geldmenge. Ein Anstieg des Preisniveaus oder eine Verringerung der nominalen Geldmenge, reduzieren die reale Geldmenge.

Herleitung der aggregierten Nachfragekurve

Die Abbildung „Herleitung der aggregierten Nachfragekurve“ zeigt in (a) die IS-Kurve und die LM-Kurve. In (b) zeigt sie die AD-Kurve(aggregierte Nachfragekurve). Wir sehen hier, dass die IS-Kurve fallend verläuft, da ein Anstieg des Zinssatzes eine Reduktion der Produktion auslösen würde. Die LM-Kurve verläuft steigend, weil eine Zunahme der Produktion die Geldnachfrage erhöht, so dass der Zinssatz steigen muss, um ein Gleichgewicht auf dem Geldmarkt wieder herzustellen. Im Schnittpunkt von IS- und LM-Kurve befinden sich alle Märkte im Gleichgewicht. Der Anstieg des Preisniveaus von P auf P´ führt dazu, dass die reale Geldmenge sinkt, weil die nominale Geldmenge konstant ist. Wegen der konstanten Produktion, führt eine Verringerung der realen Geldmenge zu einem Anstieg des Zinssatzes. Dieses wird in der Abbildung durch eine Verschiebung der LM-Kurve nach links dargestellt(von LM auf LM´). Dies löst einen Zinsanstieg aus, das führt zu einer Verringerung der Investitionsnachfrage und zu einem Rückgang der Güternachfrage und der Produktion. Das neue Gleichgewicht stellt sich bei Punkt A´ ein, der Zinssatz ist von i auf i´ gestiegen und die Produktion fällt von Y auf Y´. Die Abbildung verdeutlicht in (b) die Entstehung der AD-Kurve. Sie ist negativ geneigt und beschreibt, dass ein Anstieg des Preisniveaus die Produktion sinken lässt und umgekehrt. Jeder Veränderung einer Variable, die entweder die IS-Kurve oder LM-Kurve verschiebt, führt auch zu einer Verschiebung der aggregierten Nachfragekurve.[5]


Der Zusammenhang zwischen Produktion und Preisniveau wird durch die aggregierte Nachfragefunktion beschrieben. Dabei handelt es sich um einen negativen Zusammenhang, der durch den fallenden Verlauf der AD-Kurve beschrieben wird. Die formelmäßig wie folgt angegeben wird. Aggregierte Nachfragefunktion:

Y = Produktion

M/P = reale Geldmenge

G = Staatsausgaben

T = Steuern


Aus dieser Gleichung geht hervor, dass die Produktion positiv von der realen Geldmenge und den Konsumausgaben des Staates abhängt und negativ von den Steuern.

Einzelnachweise

  1. Quelle: Blanchard, Olivier; Illing, Gerhard (2004), Makroökonomie, 3. aktualisierte Auflage. München: Pearson Studium, ISBN 3-8273-7051-5, S. 209
  2. Quelle: Dornbusch, Rüdiger; Fischer, Stanley (1995), Makroökonomik, 6. Auflage, München: R. Oldenbourg Verlag, ISBN 3-486-22800-5, S. 227
  3. Quelle: Wachtel, Paul: Makroökonomik - Von der Theorie zur Praxis. R. Oldenbourg Verlag, München, Wien 1994, ISBN 3-486-22540-5, S. 151
  4. Quelle: Blanchard, Olivier; Illing, Gerhard (2004), Makroökonomie, 3. aktualisierte Auflage. München: Pearson Studium, ISBN 3-8273-7051-5, S. 213
  5. Quelle: Blanchard, Olivier; Illing, Gerhard (2004), Makroökonomie, 3. aktualisierte Auflage. München: Pearson Studium, ISBN 3-8273-7051-5, S. 210-212

Literatur

  • Blanchard, Olivier; Illing, Gerhard (2004), Makroökonomie, 3. aktualisierte Auflage. München: Pearson Studium, ISBN 3-8273-7051-5
  • Dornbusch, Rüdiger; Fischer, Stanley (1995), Makroökonomik, 6. Auflage, München: R. Oldenbourg Verlag, ISBN 3-486-22800-5
  • Wachtel, Paul: Makroökonomik - Von der Theorie zur Praxis. R. Oldenbourg Verlag, München, Wien 1994, ISBN 3-486-22540-5.

Wikipedia

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