Difference between revisions of "Finanzmarktgleichgewicht"

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Ein '''Finanzmarktgleichgewicht''' liegt vor, wenn das Geldmarktgleichgewichtsbedingung erfüllt ist, sowie die auf inländische und ausländische Wertpapiere erwarteten Erträge gleich sind.  
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Ein Finanzmarktgleichgewicht ist das simultanes Gleichgewicht auf dem [http://boersenlexikon.faz.net/geldmark.htm Geldmarkt] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Forex Devisenmarkt].<ref>http://www.ku-eichstaett.de/Fakultaeten/WWF/Lehrstuehle/VWT/Lehre/Veranstaltungen/ifm/HF_sections/content/ifm_feste_wk.pdf</ref>
  
In der Volkswirtschaftslehre wird das Finanzmarktgleichgewicht dem Teilgebiet der Makroökonomie zugeordnet.
 
  
  
== Finanzmarkt ==
 
  
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== Finanzmarktgleichgewichte ==
  
Ein [http://de.wikipedia.org/wiki/Finanzmarkt '''Finanzmarkt'''] ist ein Kapitalhandelsplatz, d. h. auf diesem Markt werden die Investitions- und Sparbedürfnisse jeder einzelnen Person koordiniert. Somit ist ein Finanzmarkt ein spezieller Markt auf dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapital '''Kapital'''] in Form von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wertpapier '''Wertpapieren'''], [http://de.wikipedia.org/wiki/Geld '''Geld'''] und andere [http://de.wikipedia.org/wiki/Finanzkontrakt '''Finanzkontrakte'''] gehandelt wird.<ref>
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Um von einem Gleichgewicht auf dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Finanzmarkt Finanzmarkt] reden zu können, muss ein internes Gleichgewicht auf den inländischen Finanzmärkten vorliegen, sowie auch ein externes Gleichgewicht auf den Devisenmärkten.<ref>http://www.ku-eichstaett.de/Fakultaeten/WWF/Lehrstuehle/VWT/Lehre/Veranstaltungen/makrob/HF_sections/content/6%20Offene%20Oekonomie.pdf</ref>
http://de.wikipedia.org/wiki/Finanzmarkt</ref>
 
  
  
  
== geschlossener und offener Finanzmarkt ==
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=== internes Gleichgewicht  (1.Bedingung)  ===
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Der Geldmarkt muss im Gleichgewicht sein, d.h. [http://www.makroo.de/Das%20keynesianische%20Modell/Der%20Geldmarkt/Das%20Geldangebot.htm Geldangebot] = [http://de.wikipedia.org/wiki/Geldnachfrage Geldnachfrage]. Dabei wird ein geschlossener Finanzmarkt unterstellt. Von einem geschlossenen Finanzmarkt wird gesprochen, wenn der Investor nur in inländische Finanzanlagen investieren kann.
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Das Geldmarktgleichgewicht wird durch die [http://de.wikipedia.org/wiki/LM-Kurve '''LM-Kurve'''] dargestellt. Wobei das „L“ für Liquiditätsnachfrage und das „M“ für Geldangebot steht. Somit lautet die erste Bedingung für das Gleichgewicht auf den Finanzmärkten wie folgt: <math>M/P=YL(i)
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</math>.<ref>Blanchard, O., Illing, G. - Makroökonomie, 4. Auflage, Pearson Studium, (2006) Seite 580
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Dabei stellt M/P das Geldangebot dar und YL(i) die Geldnachfrage in Abhängigkeit vom [http://www.handelswissen.de/data/handelslexikon/buchstabe_r/Realeinkommen.php Realeinkommen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Zinssatz Zinssatz]. Diese Gleichung ist typisch für eine geschlossene Volkswirtschaft, sie kann aber auch in einer offenen Volkswirtschaft solange verwendet werden, wie die reale Geldnachfrage in etwa stabil ist und vorhergesagt werden kann.
  
Von einem ''geschlossenen'' Finanzmarkt wird gesprochen, wenn der Investor nur in inländische Finanzanlagen investieren kann. Das Gegenteil zum geschlossenen Finanzmarkt ist der ''offene'' Finanzmarkt. Ein offener Finanzmarkt liegt vor, wenn der Investor bei seiner Investition zwischen in- und ausländischen Anlagen wählen kann d.h. ausländische Wirtschaftssubjekte können inländisches Geld und Inländer können ausländisches Geld halten.<ref>http://www.ku-eichstaett.de/Fakultaeten/WWF/Lehrstuehle/VWT/Lehre/Veranstaltungen/makrob/HF_sections/content/6%20Offene%20Oekonomie.pdf
 
</ref> Weiterhin hat auch der Emittent die Möglichkeit seine Anlagen im In- und Ausland zu platzieren.
 
  
  
  
== internes und externes Finanzmarktgleichgewicht ==
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=== externes Gleichgewicht  (2.Bedingung) ===  
  
Um von einem Gleichgewicht auf dem Finanzmarkt reden zu können, muss ein internes Gleichgewicht auf den inländischen Finanzmärkten( Gleichgewicht auf dem Geldmarkt) vorliegen, sowie auch ein externes Gleichgewicht auf den Devisenmärkten.<ref>http://www.ku-eichstaett.de/Fakultaeten/WWF/Lehrstuehle/VWT/Lehre/Veranstaltungen/makrob/HF_sections/content/6%20Offene%20Oekonomie.pdf</ref>
 
  
Zunächst zu dem ''internen Gleichgewicht''. Das Geldmarktgleichgewicht wird durch die [http://de.wikipedia.org/wiki/LM-Kurve '''LM-Kurve'''] dargestellt. Wobei das „L“ für Liquiditätsnachfrage und das „M“ für Geldangebot steht. Somit lautet die erste Bedingung für das Gleichgewicht auf den Finanzmärkten wie folgt: <math>M/P=YL(i)
 
</math>.<ref>Blanchard, O., Illing, G. - Makroökonomie, 4. Auflage, Pearson Studium, (2006) Seite 580
 
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Dabei stellt M/P das Geldangebot dar und YL(i) die Geldnachfrage in Abhängigkeit vom Realeinkommen und Zinssatz. Diese Gleichung ist typisch für eine geschlossene Volkswirtschaft, sie kann aber auch in einer offenen Volkswirtschaft solange verwendet werden, wie die reale Geldnachfrage in etwa stabil ist und vorhergesagt werden kann.
 
  
Das ''externe Finanzmarktgleichgewicht'' setzt sich aus der Arbitagefreiheit inländischer und ausländischer Geldmarktanlagen zusammen. Daher wird die zweite Bedingung ([http://de.wikipedia.org/wiki/Arbitrage '''Arbitrage''']) für das Finanzmarktgleichgewicht so formuliert, dass der erwartete Ertrag auf in- und ausländische Finanzanlagen gleich sein muss. <ref>Blanchard, O., Illing, G. - Makroökonomie, 4. Auflage, Pearson Studium, (2006) Seite 581
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[[Bild:Zinsparitätenbeziehung.jpg|thumb|200px|Ein steigender inländischer Zinssatz führt zu einem ansteigenden Wechselkurs.]]
</ref> Somit lautet die zweite Bedingung: <math>(1+i_t)=(1+i_t^*)E_t/E^e_t+1</math>.
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Damit gibt die rechte Seite der Formel den Bruttobetrag der Inlandsanlage an, da <math>i_t</math> der Zinssatz für die inländische Währung ist. Die linke Seite der Formel gibt den Bruttobetrag der Anlage im Ausland an, dabei stellt <math>i_t^*</math> den Zinsatz der auf ausländische Anlagen gewährt wird dar.
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Um diese zweite Bedingung zu erfüllen, muss ein offener Finanzmarkt vorliegen. Von einem offenen Finanzmarkt spricht man, wenn der Investor bei seiner [http://www.industrie-lexikon.de/lexikon/investition.htm Investition] zwischen in- und ausländischen Anlagen wählen kann d.h. ausländische Wirtschaftssubjekte können inländisches Geld und Inländer können ausländisches Geld halten.<ref>http://www.ku-eichstaett.de/Fakultaeten/WWF/Lehrstuehle/VWT/Lehre/Veranstaltungen/makrob/HF_sections/content/6%20Offene%20Oekonomie.pdf</ref>  Weiterhin hat auch der Emittent die Möglichkeit seine Anlagen im In- und Ausland zu platzieren. Das externe Finanzmarktgleichgewicht setzt sich aus der Arbitagefreiheit inländischer und ausländischer Geldmarktanlagen zusammen. Daher wird die zweite Bedingung ([http://de.wikipedia.org/wiki/Arbitrage '''Arbitrage''']) für das Finanzmarktgleichgewicht so formuliert, dass der erwartete Ertrag auf in- und ausländische Finanzanlagen gleich sein muss.
Das Auflösen nach <math>E_t</math> liefert folgende neue Gleichungsbedingung: <math>E=(1+i/1+i^*)* \bar E^e</math>.<ref>Blanchard, O., Illing, G. - Makroökonomie, 4. Auflage, Pearson Studium, (2006) Seite 581
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</ref>  Dabei wird die Zeitkomponente t vernachlässigt und der Wechselkurs Ē als konstant gesehen. Somit gibt diese Gleichung den aktuellen Wechselkurs in Abhängigkeit des zu erwarteten Zinssatzes an. Somit kann man sagen, dass die inländische Währung unmittelbar aufgewertet wird, wenn der inländische Zinssatz i steigt und umgekehrt sinkt der Wert für die inländische Währung, wenn der ausländische Zinssatz i* ansteigt. Steigt der erwartete zukünftige Wechselkurs <math>\bar E^e</math> bei gegebenen Zinssatz an, so schlägt sich das bereits im In- und Ausland in einer Aufwertung nieder.<ref>Blanchard, O., Illing, G. - Makroökonomie, 4. Auflage, Pearson Studium, (2006) Seite 581
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Somit lautet die zweite Bedingung: <math>(1+i_t)=(1+i_t^*)E_t/E^e_t+1</math>
</ref>  In der realen Welt spielt dieser Zusammenhang zwischen inländischem Zinssatz und Wechselkurs eine entscheidende Rolle.
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Damit gibt die rechte Seite der Formel den Bruttobetrag der Inlandsanlage an, da <math>i_t</math> der [http://de.wikipedia.org/wiki/Zinssatz Zinssatz] für die inländische Währung ist. Die linke Seite der Formel gibt den Bruttobetrag der Anlage im Ausland an, dabei stellt <math>i_t^*</math> den Zinsatz der auf ausländische Anlagen gewährt wird dar.
  
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Das Auflösen nach <math>E_t</math> liefert folgende neue Gleichungsbedingung:<math>E=(1+i/1+i^*)* \bar E^e</math>.<ref>Blanchard, O., Illing, G. - Makroökonomie, 4. Auflage, Pearson Studium, (2006) Seite 581
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[[Bild:Zinsparitätenbeziehung.jpg]]
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Dabei wird die Zeitkomponente t vernachlässigt und der [http://de.wikipedia.org/wiki/Wechselkurs Wechselkurs] Ē als konstant gesehen. Somit gibt diese Gleichung den aktuellen Wechselkurs in Abhängigkeit des zu erwarteten Zinssatzes an. Somit kann man sagen, dass die inländische Währung unmittelbar aufgewertet wird, wenn der inländische Zinssatz i steigt und umgekehrt sinkt der Wert für die inländische Währung, wenn der ausländische Zinssatz <math>i^*</math> ansteigt. Steigt der erwartete zukünftige Wechselkurs <math>\bar E^e</math> bei gegebenen Zinssatz an, so schlägt
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sich das bereits im In- und Ausland in einer Aufwertung nieder.<ref>Blanchard, O., Illing, G. - Makroökonomie, 4. Auflage, Pearson Studium, (2006) Seite 581</ref> In der realen Welt spielt dieser Zusammenhang zwischen inländischem Zinssatz und Wechselkurs eine entscheidende Rolle.
  
  
Ein steigender inländischer Zinssatz führt zu einem ansteigenden Wechselkurs.
 
  
 
== Beispiel aus . Blanchard, O., Illing, G. Makroökonomie <ref>Blanchard, O., Illing, G. - Makroökonomie, 4. Auflage, Pearson Studium, (2006) Seite 581/582
 
== Beispiel aus . Blanchard, O., Illing, G. Makroökonomie <ref>Blanchard, O., Illing, G. - Makroökonomie, 4. Auflage, Pearson Studium, (2006) Seite 581/582
 
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Der aktuelle und zukünftige erwartete Wechselkurs ist gleich 1, d.h<math> E</math> = <math>E^e</math>=1(1$=1€).Weiterhin beträgt der Zinssatz für deutsche sowohl auch für amerikanische Wertpapiere 5%, somit ist <math>i</math> = <math>i^*</math>. Folglich ist die Arbitage Bedingung erfüllt, da die erwarteten Renditen für beide Wertpapiere gleich hoch sind.
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Der aktuelle und zukünftige erwartete Wechselkurs ist gleich 1, d.h. <math> E</math> = <math>E^e</math>=1(1$=1€).Weiterhin beträgt der Zinssatz für deutsche sowohl auch für amerikanische Wertpapiere 5%, somit ist <math>i</math> = <math>i^*</math>. Folglich ist die Arbitage Bedingung erfüllt, da die erwarteten Renditen für beide Wertpapiere gleich hoch sind.
 
Die Finanzmärkte rechnen nun damit, dass der Euro im nächsten Jahr um 10% aufwertet, d.h.<math>\bar E^e</math> = 1,1 $/€. Ändert sich hierbei der Wechselkurs für deutsche Wertpapiere nicht, wären die deutschen Wertpapiere deutlich attraktiver als die amerikanischen. Denn bei amerikanischen Anleihen muss mit einem Wertverlust von 10% gerechnet werden. Die Anlange würde in Euro berechnet, trotz der Verzinsung, eine negative Rendite von 5% (= 5% Zinse n – 10% Wertverlust) bringen. Daher wollen alle Anleger von amerikanischen Wertpapieren in deutsche wechseln. Dazu müssen sie erst ihre amerikanischen Wertpapiere gegen Dollar, diese dann wiederum für Euros verkaufen und schließlich können sie nun mit den Euro deutsche Wertpapiere kaufen. Durch den Verkauf Doller gegen Euro, wird der Euro sofort um 10% aufgewertet  
 
Die Finanzmärkte rechnen nun damit, dass der Euro im nächsten Jahr um 10% aufwertet, d.h.<math>\bar E^e</math> = 1,1 $/€. Ändert sich hierbei der Wechselkurs für deutsche Wertpapiere nicht, wären die deutschen Wertpapiere deutlich attraktiver als die amerikanischen. Denn bei amerikanischen Anleihen muss mit einem Wertverlust von 10% gerechnet werden. Die Anlange würde in Euro berechnet, trotz der Verzinsung, eine negative Rendite von 5% (= 5% Zinse n – 10% Wertverlust) bringen. Daher wollen alle Anleger von amerikanischen Wertpapieren in deutsche wechseln. Dazu müssen sie erst ihre amerikanischen Wertpapiere gegen Dollar, diese dann wiederum für Euros verkaufen und schließlich können sie nun mit den Euro deutsche Wertpapiere kaufen. Durch den Verkauf Doller gegen Euro, wird der Euro sofort um 10% aufgewertet  
 
<math>E = (1,05)/(1,05)* \bar E^e=1,1</math>. Somit ist das Gleichgewicht auf den Finanz- und Devisenmärkten wieder hergestellt, d. h die Arbitragebedingung ist erfüllt.
 
<math>E = (1,05)/(1,05)* \bar E^e=1,1</math>. Somit ist das Gleichgewicht auf den Finanz- und Devisenmärkten wieder hergestellt, d. h die Arbitragebedingung ist erfüllt.
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[http://de.wikipedia.org/wiki/LM-Kurve Wikipedia LM Kurve]
 
[http://de.wikipedia.org/wiki/LM-Kurve Wikipedia LM Kurve]
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[http://www.ku-eichstaett.de/Fakultaeten/WWF/Lehrstuehle/VWT/Lehre/Veranstaltungen/ifm/HF_sections/content/ifm_feste_wk.pdf Finanzmarktgleichgewicht]
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== Wikipedia ==
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* Seite „Finanzmarktgleichgewicht“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 15. März 2019, 06:50 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Finanzmarktgleichgewicht&oldid=186597693 (Abgerufen: 21. Oktober 2019, 19:02 UTC)
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== Kategorien ==
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[[Kategorie:A Allgemeine Wirtschaftswissenschaften und Volkswirtschaftslehre]]
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[[Kategorie:E Makroökonomie]]
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[[Kategorie:F Internationale Wirtschaft]]
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[[Kategorie:G1 – Finanzmärkte]]

Latest revision as of 21:05, 21 October 2019

Fertig.gif Dieser Artikel wurde durch den Review-Prozess vervollständigt und korrigiert. Der Bearbeiter hat den Artikel zur Bewertung eingereicht. --Korinaraschdorf 19:16, 29. Apr. 2008 (CEST)

Ein Finanzmarktgleichgewicht ist das simultanes Gleichgewicht auf dem Geldmarkt und Devisenmarkt.[1]



Finanzmarktgleichgewichte

Um von einem Gleichgewicht auf dem Finanzmarkt reden zu können, muss ein internes Gleichgewicht auf den inländischen Finanzmärkten vorliegen, sowie auch ein externes Gleichgewicht auf den Devisenmärkten.[2]


internes Gleichgewicht (1.Bedingung)

Der Geldmarkt muss im Gleichgewicht sein, d.h. Geldangebot = Geldnachfrage. Dabei wird ein geschlossener Finanzmarkt unterstellt. Von einem geschlossenen Finanzmarkt wird gesprochen, wenn der Investor nur in inländische Finanzanlagen investieren kann. Das Geldmarktgleichgewicht wird durch die LM-Kurve dargestellt. Wobei das „L“ für Liquiditätsnachfrage und das „M“ für Geldangebot steht. Somit lautet die erste Bedingung für das Gleichgewicht auf den Finanzmärkten wie folgt: .[3] Dabei stellt M/P das Geldangebot dar und YL(i) die Geldnachfrage in Abhängigkeit vom Realeinkommen und Zinssatz. Diese Gleichung ist typisch für eine geschlossene Volkswirtschaft, sie kann aber auch in einer offenen Volkswirtschaft solange verwendet werden, wie die reale Geldnachfrage in etwa stabil ist und vorhergesagt werden kann.



externes Gleichgewicht (2.Bedingung)

Ein steigender inländischer Zinssatz führt zu einem ansteigenden Wechselkurs.

Um diese zweite Bedingung zu erfüllen, muss ein offener Finanzmarkt vorliegen. Von einem offenen Finanzmarkt spricht man, wenn der Investor bei seiner Investition zwischen in- und ausländischen Anlagen wählen kann d.h. ausländische Wirtschaftssubjekte können inländisches Geld und Inländer können ausländisches Geld halten.[4] Weiterhin hat auch der Emittent die Möglichkeit seine Anlagen im In- und Ausland zu platzieren. Das externe Finanzmarktgleichgewicht setzt sich aus der Arbitagefreiheit inländischer und ausländischer Geldmarktanlagen zusammen. Daher wird die zweite Bedingung (Arbitrage) für das Finanzmarktgleichgewicht so formuliert, dass der erwartete Ertrag auf in- und ausländische Finanzanlagen gleich sein muss.

Somit lautet die zweite Bedingung:

Damit gibt die rechte Seite der Formel den Bruttobetrag der Inlandsanlage an, da der Zinssatz für die inländische Währung ist. Die linke Seite der Formel gibt den Bruttobetrag der Anlage im Ausland an, dabei stellt den Zinsatz der auf ausländische Anlagen gewährt wird dar.

Das Auflösen nach liefert folgende neue Gleichungsbedingung:.[5]

Dabei wird die Zeitkomponente t vernachlässigt und der Wechselkurs Ē als konstant gesehen. Somit gibt diese Gleichung den aktuellen Wechselkurs in Abhängigkeit des zu erwarteten Zinssatzes an. Somit kann man sagen, dass die inländische Währung unmittelbar aufgewertet wird, wenn der inländische Zinssatz i steigt und umgekehrt sinkt der Wert für die inländische Währung, wenn der ausländische Zinssatz ansteigt. Steigt der erwartete zukünftige Wechselkurs bei gegebenen Zinssatz an, so schlägt sich das bereits im In- und Ausland in einer Aufwertung nieder.[6] In der realen Welt spielt dieser Zusammenhang zwischen inländischem Zinssatz und Wechselkurs eine entscheidende Rolle.


Beispiel aus . Blanchard, O., Illing, G. Makroökonomie [7]

Der aktuelle und zukünftige erwartete Wechselkurs ist gleich 1, d.h. = =1(1$=1€).Weiterhin beträgt der Zinssatz für deutsche sowohl auch für amerikanische Wertpapiere 5%, somit ist = . Folglich ist die Arbitage Bedingung erfüllt, da die erwarteten Renditen für beide Wertpapiere gleich hoch sind. Die Finanzmärkte rechnen nun damit, dass der Euro im nächsten Jahr um 10% aufwertet, d.h. = 1,1 $/€. Ändert sich hierbei der Wechselkurs für deutsche Wertpapiere nicht, wären die deutschen Wertpapiere deutlich attraktiver als die amerikanischen. Denn bei amerikanischen Anleihen muss mit einem Wertverlust von 10% gerechnet werden. Die Anlange würde in Euro berechnet, trotz der Verzinsung, eine negative Rendite von 5% (= 5% Zinse n – 10% Wertverlust) bringen. Daher wollen alle Anleger von amerikanischen Wertpapieren in deutsche wechseln. Dazu müssen sie erst ihre amerikanischen Wertpapiere gegen Dollar, diese dann wiederum für Euros verkaufen und schließlich können sie nun mit den Euro deutsche Wertpapiere kaufen. Durch den Verkauf Doller gegen Euro, wird der Euro sofort um 10% aufgewertet . Somit ist das Gleichgewicht auf den Finanz- und Devisenmärkten wieder hergestellt, d. h die Arbitragebedingung ist erfüllt.


Einzelnachweise

  1. http://www.ku-eichstaett.de/Fakultaeten/WWF/Lehrstuehle/VWT/Lehre/Veranstaltungen/ifm/HF_sections/content/ifm_feste_wk.pdf
  2. http://www.ku-eichstaett.de/Fakultaeten/WWF/Lehrstuehle/VWT/Lehre/Veranstaltungen/makrob/HF_sections/content/6%20Offene%20Oekonomie.pdf
  3. Blanchard, O., Illing, G. - Makroökonomie, 4. Auflage, Pearson Studium, (2006) Seite 580
  4. http://www.ku-eichstaett.de/Fakultaeten/WWF/Lehrstuehle/VWT/Lehre/Veranstaltungen/makrob/HF_sections/content/6%20Offene%20Oekonomie.pdf
  5. Blanchard, O., Illing, G. - Makroökonomie, 4. Auflage, Pearson Studium, (2006) Seite 581
  6. Blanchard, O., Illing, G. - Makroökonomie, 4. Auflage, Pearson Studium, (2006) Seite 581
  7. Blanchard, O., Illing, G. - Makroökonomie, 4. Auflage, Pearson Studium, (2006) Seite 581/582


Literatur

• Blanchard, O., Illing, G. - Makroökonomie, 4. Auflage, Pearson Studium, (2006)

• Trautmann, S. - Investitionen, Springer (2006)


Web-Links

Wikipedia die freie Enzyklopädie

Finanzmarktgleichgewicht

Wikipedia LM Kurve

Finanzmarktgleichgewicht

Wikipedia


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