Wettbewerbsfähigkeit Schweiz 2008

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In der Schweiz leben 7,6 Millionen Menschen auf einer Fläche von 41.285 km². Mit einem Bruttoinlandsprodukt von durchschnittlich 38.000 Euro pro Einwohner und Jahr ist diese Bundesrepublik eines der wirtschaftlich stärksten Länder der Welt. Die Schweiz ist Mitglied der EFTA (European Free Trade Association), des Europarats, der Welthandelsorganisation, der Vereinten Nationen, aber kein Mitglied der Europäischen Union.[1]


Landkarte der Schweiz

Einleitung

Begriff der internationalen Wettbewerbsfähigkeit

Die Internationale Wettbewerbsfähigkeit weist keine einheitliche Definition auf. Ein Grund dafür ist die Auslegungsfähigkeit des Begriffs sowie die differenzierten Meinungen der Fachleute. Laut dem Global Competitiveness Report 2007/2008 belegt die Schweiz im Jahre 2006 den zweiten Platz im internationalen Wettbewerbs.[2] Nur die USA haben besser abgeschnitten.

Heute existieren zahlreiche Ansätze der internationalen Wettbewerbsfähigkeit von Nationen. Die ersten entstanden auf Grundlage der Konzeption der ability to sell (Fähigkeit Produkte abzusetzen) von Balassa. Diese definieren, dass die Wettbewerbsfähigkeit aller Unternehmen eines Landes die Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft ausmachen.

Die ability to sell wird weiterhin durch die Fähigkeit gekennzeichnet mit anderen Nationen zu konkurrieren. Diese wird durch die Zahl der auf ausländischen Märkten abgesetzten Produkte gedeutet. Durch die Beobachtung der Veränderungen der Wettbewerbsfähigkeit im Zeitablauf ermittelt man die Wettbewerbsposition. Die ability to sell deckt nicht alle Faktoren der internationalen Wettbewerbsfähigkeit ab. So findet eine weitere Differenzierung in die ability to earn, ability to adjust und abitity to attract statt.

Die ability to earn beschreibt die Möglichkeit durch Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit ein höheres Realeinkommen zu erwirtschaften und dadurch den Lebensstandard im Land zu erhöhen.

Die Fähigkeit einer Volkswirtschaft sich an andere Volkswirtschaften anzupassen wird als ability to adjust bezeichnet. So soll auf Veränderungen des internationalen Marktes reagiert werden.

Mit der Attraktivität eines Standortes befasst sich der Ansatz zur ability to attract. Dabei wird besonders auf Produktivitätsbedingungen eines Landes eingegangen. Hierbei wird besonders auf steuerliche Indikatoren, Infrastruktur und die politische bzw. rechtliche Stabilität des Landes geachtet.


Dennoch ergeben sich im Ganzen betrachtet für jedes dieser Konzepte gravierende Mängel. Deshalb wird diese Form der Betrachtungsweise von zahlreichen Sachverständigen abgelehnt. Ein dabei angeführter Kritikpunkt sind die zahlreichen und wenig spezifizierten Definitionen. Weiterhin können die Indikatoren der Wettbewerbsfähigkeit nicht uneingeschränkt von der Mikroökonomie auf die Makroökonomie übertragen werden. Das bedeutet, dass die Volkswirtschaft nicht als umfassendes Gebilde betrachtet werden kann.

Trotz allem können diese Ansätze zur Begriffsbestimmung richtungsweisend und aussagekräftig sein.


Kriterien für die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz

Als Kriterium für die internationale Wettbewerbsfähigkeit kann man zunächst die Steuerpolitik nennen. Hervorzuheben ist die gut ausgebaute Infrastruktur, sowie zahlreiche technologische Innovationen und damit verbundene Förderungsprogramme. Diese liegen besonders im Bereich der Bildung, Forschung und Entwicklung. Nach außen trägt die Schweiz ein positives Image, insbesondere durch die niedrige Arbeitslosenquote und Inflationsrate. Somit bietet sie den Einwohnern hohe Lebensqualität.


Indikatoren für die abilities to sell, to earn, to adjust and to attract

Als Indikatoren für die abilities to sell kann man den Leistungsbilanzsaldo als auch den Weltmarktsanteil und die Terms of Trade nennen.

Die abilities to earn kann man anhand des realen Pro-Kopf-Einkommen und der Arbeitsproduktivität messen.

Die Anpassungsfähigkeit, also die abilities to adjust ist kaum anhand von Indikatoren belegbar. Eine Möglichkeit zur ungefähren Einschätzung stellt die Standortqualität dar, auch wenn dadurch nicht alle Faktoren der Anpassung festgemacht werden können.

Der Saldo der Direktinvestitionen und die Arbeitslosenquote eignen sich zur Bestimmung der abilities to attract.[3]


Einzelaufgaben

Sektorale Leistungsfähigkeit im Außenhandel

Zur Beurteilung der Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz auf den Gütermärkten eignet sich der komparative Vorteil. Der Grundgedanke des komparativen Vorteils ist, dass sich ein Land bei der Produktion auf jene Güter spezialisiert bei denen es einen Kostenvorteil gegenüber einem anderen Land besitzt.


Ausfuhrüberschüsse auf Grundlage des HS

Um zu beurteilen in welchen Sektoren die Schweiz einen komparativen Vorteil hat werden zunächst die Ausfuhrüberschüsse betrachtet. Diese werden anhand der Exportmenge abzüglich der Importmenge ermittelt.

Bei der Betrachtung aller Sektoren hat die Schweiz einen Ausfuhrüberschuss von 6.456 Mrd. US $. Das bedeutet, dass die Schweiz mehr importiert als exportiert.

Nach dem zweistellig Harmonisierten System (HS2) ist der Sektor mit dem höchsten Ausfuhrüberschuss der Pharmaziesektor mit 13.683 Mrd. US $, gefolgt von dem Sektor der Uhren & Armbanduhren und als dritter Sektor Erhitzer, Maschinen & Atomrektoren. In der nachfolgenden Tabelle werden die Ausfuhrüberschüsse dieser Sektoren nach dem zweistelligen- und vierstelligen Harmonisierten System aufgeschlüsselt. [4]

Industriezweig Exportwert 2006 (in Tsd. US $) Importwert 2006 (in Tsd. US $) Ausfuhrüberschuss 2006 (in Tsd. US $)
HS 2 - 30 - Pharmazeutische Erzeugnisse 27.260.398 13.577.927 13.682.471
HS 4 - 3004 - Medikamentenmischungen 19.347.981 10.728.938 8.619.043
HS 4 - 3002 - Menschliches und tierisches Blut; Antiseren, Impfstoffe, Giftstoffe, Mikroorganismuskulturen 6.958.878 2.428.655 4.530.223
HS 4 - 3006 - Pharmazeutische Güter, speziell sterile Produkte, Blutgruppenbestimmung 432.413 126.324 306.089
HS 2 - 91 - Uhren und Armbanduhren und Teile davon 10.970.656 1.791.528 9.179.128
HS 4 - 9102 - Armband- oder kleine Uhren (andere als 9101) 6.725.584 214.945 6.510.639
HS 4 - 9101 - Armband- oder kleine Uhren, mit Gehäuse von Priorität 3.473.417 427.951 3.045.466
HS 4 - 9108 - Armbanduhrwerk, komplett und montiert 119.468 14.323 105.145
HS 2 - 84 - Kernreaktoren, Kessel, Maschinen, Apparate und mechanische Geräte; Teile davon 22.097.690 15.842.975 6.254.715
HS 4 - 8479 - Maschinen & technische Vorrichtungen mit individueller Funktionalität 1.792.431 679.535 1.112.896
HS 4 - 8456 - Maschinenwerkzeug zur Entfernung von Material durch Laser, Photonleitstrahl, Plasmalichtbogenverfahren 953.759 46.368 907.391
HS 4 - 8411 - Strahlturbinen, Turbopropeller und andere Gasturbinen 1.480.079 631.348 848.731


Wichtige Außenhandelspartner der Schweiz

Zur Feststellung der wichtigsten Außenhandelspartner der Schweiz wird der Außenhandelsumsatz herangezogen. Dabei werden die Einfuhren der Schweiz und die Ausfuhren, die die Schweiz mit anderen Ländern getätigt hat addiert.

Außenhandelspartner in allen Sektoren Export 2006 (in Tsd. US $) Import 2006 (in Tsd. US $) Außenhandelsumsatz 2006 (in Tsd. US $)
Deutschland 29.054.828 44.843.436 73.898.264
Italien 13.050.809 14.931.601 27.982.410
Frankreich 12.700.851 14.133.709 26.834.560
USA 16.379.371 8.732.661 25.112.032

Mit einem Exportanteil von 19,7 % und einen Importanteil von 7,5 % ist Deutschland in allen Sektoren mit deutlichen Abstand der wichtigste Außenhandelspartner der Schweiz vor Italien, Frankreich, der USA und England.

Außenhandelspartner im Sektor 30: Pharmazeutische Erzeugnisse Export 2006 (in Tsd. US $) Import 2006 (in Tsd. US $) Außenhandelsumsatz 2006 (in Tsd. US $)
Deutschland 3.142.715 2.950.951 6.093.666
USA 3.284.115 1.811.951 5.096.066
Italien 2.298.023 2.590.213 4.888.236
Frankreich 2.252.794 1.414.834 3.667.628

Im Pharmaziesektor ist nochmals Deutschland der wichtigste Außenhandelspartner der Schweiz, jedoch mit einem weniger ausgeprägten Abstand zu den anderen Außenhandelspartner wie USA, Italien, Frankreich und Spanien.

Außenhandelspartner im Sektor 91: Uhren und Armbanduhren und Teile davon Export 2006 (in Tsd. US $) Import 2006 (in Tsd. US $) Außenhandelsumsatz 2006 (in Tsd. US $)
USA 1.856.685 79.170 1.935.855
Hong-Kong 1.552.797 192.947 1.745.744
Japan 1.011.660 88.215 1.099.875
Frankreich 656.659 297.451 954.110

Die USA ist im Sektor der Uhren & Armbanduhren der wichtigste Außenhandelspartner der Schweiz vor Hong – Kong, Japan und Frankreich. Auffällig ist, dass der Export mehr als das Doppelte des Imports in diesem Sektor beträgt.

Außenhandelspartner im Sektor 84: Kernreaktoren, Kessel, Maschinen, Apparate und mechanische Geräte; Teile davon Export 2006 (in Tsd. US $) Import 2006 (in Tsd. US $) Außenhandelsumsatz 2006 (in Tsd. US $)
Deutschland 5.480.268 7.222.061 12.702.329
Italien 1.255.096 1.552.954 2.808.050
USA 2.054.981 710.918 2.765.899
Frankreich 1.408.390 983.130 2.391.520


Insgesamt betrachtet ist eine starke Außenhandelsverflechtung der Schweiz mit Deutschland ersichtlich. Nur im Sektor der Uhren & Armbanduhren zählt Deutschland nicht zu dem wichtigsten Außenhandelspartnern, wie auch Italien. Die USA und Frankreich sind in allen Sektoren, als auch in den drei stärksten Sektoren, die wichtigsten Außenhandelspartner der Schweiz. [5]


Zur Erklärung des komparativen Vorteils der Schweiz bieten sich das Gravitationsmodell, das Ricardo-Modell und das Heckscher-Ohlin-Modell an.


BIP pro Kopf im Ländervergleich

Gravitationsmodell

Laut Gravitationsmodell ist für den Außenhandel einerseits ein steigendes Bruttoinlandsprodukt maßgeblich, weil dadurch mehr Güter exportiert und importiert werden können. Andererseits soll die geografische Entfernung zu möglichen Außenhandelspartnern möglichst gering sein.[6]

Das BIP pro Kopf der Schweiz betrug im Jahr 2006 40.899 € und ist damit eindeutig größer als das der wichtigsten Außenhandelspartner. Außerdem ist das BIP der Schweiz auch tendenziell steigend und begünstigt daher den Export und Import der Schweiz[7]

Bei der Schweiz ist erkennbar, dass drei der wichtigsten Außenhandelspartner direkte Nachbarländer der Schweiz sind: Deutschland, Italien sowie Frankreich. Somit wird deutlich, dass die geografische Entfernung bei den Außenhandelsaktivitäten eine große Rolle spielt, da die Kosten der Distanzüberwindung zu den wichtigsten Außenhandelspartnern durch die Nähe gering gehalten werden können.

Anhand dieses Modells kann man sehen, dass die Schweiz einen komparativen Vorteil gegenüber den meisten ihrer wichtigsten Handelspartner hat. Dies resultiert aus dem hohen BIP und der geografischen Nähe zu den den Außenhandelspartnern.


Arbeitsproduktivität im Ländervergleich 2006

Ricardo-Modell

Im Ricardo-Modell wird das Zustandekommen von Außenhandel auf Grundlage der komparativen Vorteile anhand der Arbeitsproduktivität erläutert. Diese entspricht dem quantitativen Einsatz des Produktionsfaktor menschliche Arbeit, der zur Herstellung eines bestimmten Gutes benötigt wird.[8]

Die Arbeitsproduktivität der Schweiz liegt mit 105,8 über dem EU-Durchschnitt von 100. Dennoch sind die Arbeitsproduktivitäten aller wichtigen Außenhandelspartner der Schweiz höher. Dies bedeutet, dass die wichtigsten Außenhandelspartner einen komparativen Vorteil gegenüber der Schweiz haben.[9]





Heckscher-Ohlin-Modell

Das Heckscher-Ohlin-Modell beschreibt den Zusammenhang zwischen der relativen Ausstattung eines Landes mit Produktionsfaktoren und dem internationalen Handel d.h., dass Produkte, die von einem Land mit ausgiebiger Nutzung von reichlich vorhandenen Produktionsfaktoren hergestellt werden, exportiert werden. Im analogen Fall wird importiert.[10] Prinzipiell gilt die Schweiz als rohstoffarm. Deshalb importiert die Schweiz die meisten Rohstoffe und verarbeitet diese weiter[11] [12] In Bezug auf das Heckscher-Ohlin-Modell wird deutlich, dass die Schweiz importieren muss, weil aufgrund der Rohstoffarmut ein hoher Einsatz eines knappen Produktionsfaktors erforderlich wäre. Angesichts der geringen Rohstoffausstattung hat die Schweiz keinen komparativen Vorteil gegenüber ihren wichtigsten Außenhandelspartnern.


Dynamische Analyse der Außenhandelsstruktur

Um ein besseres Bild über den Außenhandel der Schweiz zu erhalten, bietet sich eine Portfolio-Analyse bzgl. der Exportentwicklung an. Diese wird strukturiert und dynamisch vorgenommen, um die Lage der Schweiz auf dem Weltmarkt zu verdeutlichen.

Bei den Analysen werden die 15 meist exportierten Produktgruppen der Schweiz betrachtet.


Dynamische Analyse

Dynamische Portfolioanalyse

Die dynamische Analyse (Exports Dynamic Analysis (Lev.3)) stellt die Steigerung der Weltmarktanteile der Schweiz seit 2002 im Vergleich zum Wachstum der Weltexportrate dar. Die Grafik "Dynamische Portfolioanalyse" veranschaulicht dies und verdeutlicht über eine Referenzblase die Exportmenge in US $. Das durchschnittliche Wachstum der Weltexportrate seit 2002 liegt bei 16,5%. Des weiteren erfolgt eine Einteilung aller Produkte in einen der vier Quadranten: Losers in declining sectors, Losers in growing sectors, Winners in growing sectors und Winners in declining sectors.

Es zeigt sich ein Wachstum der Marktanteile im produzierenden Gewerbe in den Gruppen: andere chemische Produkte (other chemical products), Armbanduhren und Uhren (watches and clocks) sowie bei anderen Nanrungsmitteln (other food products). Diese befinden sich alle im „Winners in declining sectors“ Quadranten. Sie weisen somit eine niedrigere Exportwachstumsrate als der globale Durchschnitt auf, aber einen verstärkten Marktanteil in der Schweiz. Der größte Exportposten fällt auf die anderen chemischen Produkte mit 40.134,84 Millionen US $ (13,32% des Weltexportwachstums). Danach folgt das Segment der Armbanduhren und Uhren mit 8,26%. Die überwiegende Zahl der Produktgruppen befindet sich im „Losers in declining sectors“ Quadranten und weist auf eine Verringerung der Marktanteile hin. Heraus sticht die Produktgruppe der Spezialmaschinen mit einem Marktanteilsverlust von 6,68 %. Im „Losers in growing sectors“ Quadranten befinden sich Edelmetalle und nicht eisenhaltige Metalle (basic precious and non-ferrous metals) sowie Grundchemikalien (basic chemicals) und "Mixed goods". Sie weisen alle ein überdurchschnittliches Wachstum der Exporte seit 2002 auf, aber auch einen Marktanteilsverlust.


Strukturierte Portfolioanalyse

Strukturierte Analyse

Bei der strukturierten Analyse (Exports Structural Analysis (Lev.3)) wird der Weltmarktanteil der Schweiz 2006 (1,41%) dem Wachstum der Weltexportrate seit 2002 gegenübergestellt (siehe Grafik: Strukturierte Portfolioanalyse). Dabei werden vier Quadranten unterschieden: Weak in growing sectors (Underachiever), Weak in declining sectors (Declining industries), Strong in growing sectors (Champions) und Strong in declining sectors (Achievers in adversity).

Die meisten Produktgruppen liegen nahe dem Schnittpunkt der Quadranten. Ebenso wie in der dynamischen Analyse stellt die Gruppe der anderen chemischen Produkte mit einem Marktanteil von 6,6 % die größte Exportblase dar. Diese Produkte liegen im „Strong in declining sectors“ Quadranten mit 13,32% Exportwachstum. Ausnahmen vom allgemeinen Wachstumstrend sind das Segment für Armbanduhren und Uhren mit dem größten Marktanteil (40,99%) und Edelmetalle sowie nicht eisenhaltige Metalle (Weltmarktanteil 1,2%, Weltexportwachstum 31,79%).

Aus diesen Analysen ist ersichtlich, dass Armbanduhren und Uhren eine stabile Exportgruppe bilden und als Schweizer Traditionsprodukte weiterhin gute Verkaufsprognosen haben. Das Segment der anderen chemischen Produkte stellt ebenfalls ein solides Standbein für die Schweizer Wirtschaft dar, da in diesem Bereich die größten Exporteinnahmen erzielt werden.[13]


Terms of trade

Erklärungsfaktoren und Triebkräfte

Bei der Betrachtung der Terms of Trade (reale Austauschverhältnisse), die von 2002 bis 2006 durchgeführt wurde, erkennt man laut Grafik einen Anstieg bis 2003. Anschließend fällt die Kurve bis 2004 schwach ab, danach bis 2006 verstärkt. Dies liegt daran, dass die Preise der Importgüter schneller gestiegen sind als die der Exportgüter.

Zur Bewertung der Ressourcenausstattung (Arbeit, Boden, Kapital) ist vor allem auf die arbeitsfähige Bevölkerung (15 bis 64 Jahre) der Schweiz einzugehen. Diese Gruppe umfasste 2006 5.091.280 Personen. Seitdem ist ihre Zahl stetig gewachsen. Von diesen Personen sind 4.459.570 Personen erwerbstätig, wobei ihre Zahl kontinuierlich steigt.[14]

Die Arbeitskräfte weisen eine hohe Produktivität auf, da pro Einwohner ein hohes Arbeitsvolumen in der Wirtschaft nachgefragt wird. Somit weist die Schweiz hervorragende Erwerbszahlen auf, die die positive Stellung des Landes in der Weltwirtschaft widerspiegeln. Dies beweist die geringe Abwanderungsquote und die Zahl ausgebildeter Fachkräfte. Der hohe Bildungsstand der Schweizer spiegelt sich in der durchschnittlichen Ausbildungsdauer wieder, die sich im ständigen Wachstum befindet (2005 16,9 Jahre, 89 % mit Abschluss der Sekundarstufe II). Daher ist die Schweiz im europäischen Vergleich sehr erfolgreich. Dies wird ebenfalls durch ihre zentrale Lage in Europa und neutrale Politik begünstigt.[15]


Sektorale Standortattraktivität

Die attraktivsten Industriezweige für Ausländische Direktinvestitionen

Wie attraktiv eine Volkswirtschaft und deren Sektoren für Investoren ist, lässt sich aus den jährlichen ausländischen Direktinvestitionen (ADI) ableiten. Sie werden als ein Indikator für das Ausmaß der Tätigkeit ausländischer Unternehmen in einem Land verwendet und erlauben es verschiedene Volkswirtschaften im Hinblick auf dieses Merkmal zu vergleichen.

Die Industriezweige mit ausländischem Direktinvestitionsüberschuss der Schweiz im Jahr 2006 waren Chemie, Elektronik, Groß- und Einzelhandel sowie Metallverarbeitung. Die jedoch mit Abstand stärkste Anziehungskraft für ausländische Direktinvestitionen hatte das Finanzwesen.

Industriezweig Absolute ausländische Investitionen 2006 (in Mio. US $) relativer Anteil an Gesamt-ADI 2006 Investitionen je Einwohner (in US $) Investitionsbestand 2006 (in Mio. US $)
Finanzwesen (Finance) 22.469,9 78,6 % 3.020 138.747,3
chemische Produkte (Chemicals and chemical products) 3.768,6 13,2 % 506 18.804,6
Elektronik und elektronisches Zubehör (Electrical and electronic equipment) 1.176,9 4,1 % 158 10.216,5
Groß- und Einzelhandel (Wholesale and retail trade) 780,4 2,7 % 105 28.741,3
Metall und Metallprodukte (Metal and metal products) 385,1 1,3 % 52 5.605,6

Im Jahr 2006 dominierte der Bereich Finanzwesen die ausländischen Direktinvestitionen der Schweiz. Allein diese Branche hatte einen Zufluss in Höhe von 22.469,9 Millionen US $ und damit einen Anteil von 85,51 % an den gesamten ausländischen Direktinvestitionen in die Schweizer Volkswirtschaft.

Die produzierenden Gewerbe Chemie (14,3 %) und Elektronik (4,5 %) folgen mit klarem Abstand. Die restlichen beiden Industriezweige mit Investitionsüberschuss, Groß- und Einzelhandel sowie die Metallverarbeitung, haben beide einen Anteil von deutlich unter fünf Prozent an den gesamten ausländischen Direktinvestitionen und spielen somit nur eine verschwindende Rolle.


Industriezweige mit komparativen Vor- und Nachteilen

Ein Land verfügt bei der Herstellung eines Gutes dann über einen komparativen Vorteil, wenn die Opportunitätskosten für dessen Produktion, ausgedrückt in anderen Gütern, in diesem Land niedriger sind als in einem anderen Land.[16] Falls aber die Opportunitätskosten für die Produktion eines Gutes im eigenen Land höher liegen als im Ausland, liegt ein komparativer Nachteil vor.

Die Ermittlung des komparativen Vorteils der Schweiz erfolgt über die Auswertung des Schweizer Außenhandels. Dazu werden in den einzelnen Sektoren die Importe von den Exporten abgezogen. Ein Exportüberschuss der Schweiz in einem bestimmten Sektor deutet auf einen komparativen Vorteil hin. Im Umkehrschluss lässt sich aus einem Importüberschuss folgern, dass die Schweiz dort einen komparativen Nachteil hat.

Industriezweig Exporte 2006 (in Tsd. US $) Importe 2006 (in Tsd. US $) Außenhandelsüberschuß 2006 (in Tsd. US $) Außenhandelsüberschuß 2006
Pharmazeutische Erzeugnisse 27.260.398 13.577.927 13.682.471 50,19 %
Uhren und Armbanduhren und Teile davon 10.970.656 1.791.528 9.179.128 83,67 %
Erhitzer/ Kessel, Maschinen, Atomreaktoren etc. 22.097.690 15.842.975 6.254.715 28,30 %
organische Chemieerzeugnisse 13.985.109 8.037.264 5.947.845 42,52 %
Optik, Medizintechnik, Phototechnik 10.566.044 4.946.427 5.619.617 53,18 %

Besonders bei aufwendigen und kapitalintensiven Gütern hat die Schweiz deutliche Außenhandelsüberschüsse. Vor allem in der Pharmaindustrie sowie in der Uhrenherstellung liegt ein komparativer Vorteil vor. Des weiteren hat die Schweiz jeweils in den Bereichen Anlagenbau, Chemie, Optik und Medizintechnik einen komparativen Vorteil gegenüber dem Ausland.


Industriezweig Exporte 2006 (in Tsd. US $) Importe 2006 (in Tsd. US $) Außenhandelsdefizit 2006 (in Tsd. US $) Außenhandelsdefizit 2006
Automobilindustrie 1.846.301 9.413.168 7.566.867 80,38 %
mineralische Brennstoffe, Öl etc. 3.750.462 11.237.381 7.486.919 66,62 %
Perlen, Edelsteine, Münzen 8.610.215 11.222.262 2.612.047 23,27 %
Möbel, Lampen etc. 848.767 3.092.232 2.243.465 72,55 %
Eisen und Stahlerzeugung 1.226.607 2.787.452 1.560.845 55,99 %

Die komparativen Nachteile der Schweiz ergeben sich zumeist aus dem Mangel natürlicher Rohstoffe, wie zum Beispiel Öl, Eisen, Stahl, Edelsteine oder auch Perlen. Auf der anderen Seite kommt der - für gewisse Industriezweige der zu kleine - Heimatmarkt zum tragen. Mit lediglich knapp 7,6 Millionen Einwohnern bietet die Schweiz zum Beispiel keinen ausreichenden Absatzmarkt für die Herausbildung einer eigenen Automobilindustrie.


Einfluss von Importsubstitution auf die ausländischen Direktinvestitionen

Wenn ein Land in einem bestimmten Industriezweig einen komparativen Nachteil hat und in diesem Sektor dennoch Güter produziert geschieht dies meist aus der Motivation heraus, bei diesem Gut nicht ausschließlich auf Importe angewiesen zu sein. In einem solchem Fall spricht man in der Volkswirtschaftslehre von Importsubstitution.

Im Falle der Schweiz gibt keine ausländischen Direktinvestitionsüberschüsse in Industriezweigen, welche einen komparativen Nachteil aufweisen. Bei der Schweiz ist somit keine Importsubstitution festzustellen.


Analyse der ausländischen Direktinvestitionen

Als Direktinvestition wird jede Auslandsinvestition bezeichnet, die es zum Ziel hat im Ausland unternehmerisch tätig zu werden oder entscheidenden Einfluss zu nehmen. Von einer ausländischen Direktinvestition (ADI) spricht man, wenn die Beteiligung mindestens 10% des Stammkapitals oder der Stimmrechte ausmacht. Man unterscheidet zwischen aktive Direktinvestitionen (Direktinvestitionen des Inlandes im Ausland) und passive Direktinvestitionen (ausländische Direktinvestitionen im Inland). In den weiteren Ausführungen werden ausschließlich die passiven Investitionen betrachtet.


Motive für Direktinvestitionen

Die häufigsten Motive für ausländische Direktinvestitionen sind:[17]

  • Beschaffungsorientierte Motive (resource-seeking) zur Sicherung der eigenen Rohstoffversorgung.
  • Absatzorientierte Motive (market-seeking) zur Steigerung des Absatzes z.B. durch ein neues Werk.
  • Effizienzorientierte Motive (efficiency-seeking) zur Senkung der Produktionskosten z.B. durch billigere Arbeitskräfte.
  • Strategische Motive (stategic-asset-seeking bzw. created-asset-seeking) zur Erreichung eines strategischen Zieles, z.B. zum Global Player zu werden.
  • Produktionsorientierte Motive (production-seeking) zur Verlagerung der Produktion in Richtung der Absatzgebiete und dadurch zur Verringerung der Transportwege und -kosten.
  • Umweltorientierte Motive zur Erhaltung der Umwelt im Inland, da Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe aus dem Ausland bezogen werden. Dies betrifft besonders den Chemiesektor.


Ausländische Direktinvestionen in die Schweiz

Industriezweig Absolute ausländische Investitionen 2006 (in Mio. US $)
Finanzwesen (Finance) 22.469,9
chemische Produkte (Chemicals and chemical products) 3.768,6
Elektronik und elektronisches Zubehör (Electrical and electronic equipment) 1.176,9
Groß- und Einzelhandel (Wholesale and retail trade) 780,4
Metall und Metallprodukte (Metal and metal products) 385,1


Verteilung der ausländischen Direktinvestitionen auf die Sektoren
Sektor Absolute ausländische Investitionen 2006 (in Mio. US $)
Total 26,275.1
Dienstleistungs Sektor (Tertiary) 21,154.4
Verabeitender Sektor (Secondary) 5,120.8
Landwitschaft und Bergbau (Primary) n.a.


Die Wirtschaft der Schweiz zählt zu einer der stabilsten Volkswirtschaften weltweit und belegt damit erstmals den 1. Platz 2006 und den 4. Platz 2007 bei der Internationalen Wettbewerbsfähigkeit des World Economic Forum (WEF). [18]

Gründe für die Attraktivität der Schweiz bezogen auf absatzorientierte Motive (market-seeking), in Hinblick auf das Gravitationsmodell, sind vor allem in der guten geographischen Lage in Mitten von Industrieländern, wie Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich, begründet. 53,9% der totalen ADI’s entstammen aus diesen Ländern, was die These belegt. Mittels absatzorientierter Motive und dem Gravitationsmodell sind die hohen ADI’s im Bereich „Groß- und Einzelhandel“ erklärbar. Durch Ansiedlung zentraler Lager in der Schweiz können auch die Randgebiete der angrenzenden Länder mitversorgt, d.h. eine Absatzsteigerung aus der bestehenden Logistikstruktur vollzogen werden. Die Standortentscheidung für die Distributionsorganisation und ggf. auch für Produktionsstandorte (was allerdings eher den produktionsorientierten Motiven (production-seeking) zuzurechnen ist) sollte unter dem Minimierungskalkül der Transportwege und -kosten getroffen werden.

Hauptkapitalgeber finden sich vor allem im Dienstleistungssektor mit seinem Finanz- und Handelsplatz. Möglicherweise ist das Schweizer Bankwesen interresant, wegen seinen zahlreichen steuerlichen Erleichterungen und/oder der Zinssatz für Kapitalanlagen könnte höher sein. Das deutet auf eine effiziente Kapitalbeschaffung der Investoren hin, was sich wiederum auf effizienzorientierte Motive (efficiency-seeking) zurückführen lässt. Darin könnte ein komparativer Vorteil, bezogen auf das Ricardo-Modell, zu sehen sein.

Die beschaffungsorientierten Motive (resource-seeking) sind für multinationale Unternehmen uninteressant, denn die Schweiz ist rohstoffarm. Abgebaut wird lediglich Kies, Kalkstein, Ton, Granit und Salz. Von Kohle, Uran und Erdöl sind nur Spuren gefunden wurden. Mehrere Minen, die Eisenerz, Asphalt, Kupfer oder Gold lieferten, wurden wegen mangelnder Rentabilität mittlerweile geschlossen. Das würde, bezogen auf das Heckscher-Ohlin-Modell, bedeuten, dass die Schweiz in diesem Bereich einen Nachteil (Rohstoffarmut) besitzt und selbst aktive Direktinvestitionen tätigen müsste, um beschaffungsorientierte Motive zu verfolgen. Daher zieht der primäre Sektor keine Investoren an.

Die mit Abstand höchsten ADI’s im Finanzwesen könnten sich mittels strategischer Motive (stategic-asset-seeking bzw. created-asset-seeking) erklären lassen. Die politische und wirtschaftliche Stabilität sowie das Schweizer Bankgeheimnis entsprechen dem Kundenwunsch nach sicheren und vertraulichen Geldanlagen. Von den durch Schweizer Banken verwalteten Geldanlagen entfallen mehr als 50% auf ausländische Anleger. Es liegt deshalb der Verdacht nahe, dass der Sektor Finanzen in der Schweiz Rahmenbedingungen vorfindet, die es ermöglichen strategische Ziele zu realisieren, die im restlichen Europa nicht möglich sind. Durch die hohen ADI’s im Finanzsektor ist die Schweiz relativ gut mit Kapital ausgestattet, was im Sinne des Heckscher-Ohlin-Modells, für die Ansiedlung kapitalintensiver Produktionsprozesse sprechen würde. Dieser Aspekt kann auch zur Erklärung der hohen ADI’s im Sektor „Chemicals and chemical products“ herangezogen werden. Zwecks Erklärung der hohen ADI’s in diesem Sektor können ebenfalls die extrem hohen F&E-Aufwendungen in diesem Bereich angeführt werden, die in hochproduktiven Mitarbeitern und einem Innovationsvorsprung (strategisches Ziel: Qualitätsführerschaft) münden.


Sektoraler Wettbewerb um ausländische Direktinvestitionen

Mehrere Faktoren haben zur derzeitigen Standortattraktivität der Schweiz beigetragen. Unter anderem die Verfügbarkeit und Qualität von Flächen, die Verfügbarkeit hoch qualifizierter Arbeitskräfte, die Besteuerung juristischer Personen, Infrastruktur, die Flexibilität des Arbeitsmarktes und der Zugang zu dem in Universitäten und Forschungseinrichtungen produzierten Wissen. Daneben spielen auch die so genannten weichen Standortfaktoren (z.B. das Image der Stadt oder die Qualität der öffentlichen Verwaltung) sowie personenbezogene Faktoren (z.B. die Wohn- und Freizeitqualität) eine wichtige Rolle, die mehrheitlich Hochqualifizierten und sehr mobilen Arbeitskräfte anzuziehen und in der Region zu halten.


Die Zuflüsse für ausländische Direktinvestitionen (ADI) in der Schweiz betrugen im Jahr 2006 26.275,1 Mio US $. Im Gegensatz zum Vorjahr (-1.543,4 Mio. US $) stiegen die ADI somit um 27.818,5 Mio. US $. Die durchschnittlichen, jährlichen Veränderungen des Bestandes der ADI seit 2003 betrugen 10,3 Prozent. Bezogen auf den absoluten Werten der ADI des Jahres 2006 belegte die Schweiz somit den 11. Platz im Vergleich zum Rest der Welt. Wenn man die Verteilung der ADI pro Kopf betrachtet, so kommt man zu dem Ergebnis das die Schweiz mit einem Wert von 3.531 US $ den 11. Platz von allen Ländern belegte. Im Jahre 2006 wird der Bestand an ausländischen Direktinvestitionen mit 218.016,3 Mio. US $ beziffert.

Mit den erwähnten Ergebnissen kommen wir zu dem Entschluss dass die attraktivsten Sektoren, beurteilt nach den Zuflüssen der ADI im Jahr 2006, folgende sind:

  • Finanzen
  • Chemikalien und chemische Produkte
  • Elektronik und elektrische Produkte
  • Groß- und Einzelhandel
  • Metall und metallische Produkte


Die absoluten ADI für die Schweiz:[19]

Industriezweig Absolute ADI 2006 (in Mio. US $) Absolute ADI 2005 (in Mio. US $) Absolute ADI 2004 (in Mio. US $) Absolute ADI 2003 (in Mio. US $) Absolute ADI 2002 (in Mio. US $) Absolute ADI 2001 (in Mio. US $) Absolute ADI 2000 (in Mio. US $)
Finanzwesen 22.469,9 -5.160,4 -3.569,7 7.583,7 4.575,1 5.794,6 5.743,3
Chemikalien und chemische Produkte 3.768,6 766,8 2.046,6 1.872,6 131,5 164,4 1.846,8
Elektronik und elektronisches Zubehör 1.176,9 -153,8 229,8 1.450,5 169,5 -1.443,1 1.918,0
Groß- und Einzelhandel 780,4 743,6 1.425,5 3.273,9 1.042,1 338,9 1.321,0
Metall und Metallprodukte 385,1 -98,1 340,5 1.334,4 105,7 -23,3 4.732,2

Betrachten wir nun die Wettbewerber in den jeweiligen Sektoren. Es gibt verschiedene Wettbewerber, die in den folgenden Abschnitten näher analysiert werden. Zudem differenzieren wir ob die Unterschiede zwischen der Schweiz und den Wettbewerbern eher allgemeiner oder sektoraler Natur sind.

Allgemeine Faktoren: sie geben die Umstände eines Landes wieder (Landesgröße, politische Stabilität oder Bildungsgrad)

Sektorale Faktoren: sie geben die gezielten Zustände eines Wirtschaftssektors wieder (Ressourcen, Relief oder Infrastruktur)


Sektor Finanzen

Der Finanzsektor ist der mit Abstand größte Sektor der Schweiz in Bezug auf die ADI. Im Jahr 2006 betrugen die Zuflüsse an ADI 22.469,9 Mio. US $, damit belegte die Schweiz im Vergleich zum Rest der Welt den 3. Rang. Die Größten Mitbewerber in diesem Sektor für die Schweiz in der absoluten Betrachtung sind die USA, Großbritannien als führende Länder und Deutschland hinter der Schweiz.


Die Konkurrenten:

Wettbewerber Absolute ADI 2006 (in Mio. US $) Rang
USA 41.408,0 1
Großbritanien 23.853,4 2
Schweiz 22.469,9 3
Deutschland 14.646,9 4

Im Jahr 2006 betragen die ausländischen Direktinvestitionen pro Kopf der Schweiz 3.020 US $. In diesem Bereich steht die Schweiz auf dem 2. Rang, hinter Island und gefolgt von Malta.


Sektor Chemikalien und chemische Produkte

Der Sektor Chemikalien und chemische Produkte der Schweiz bezifferte seinen Zufluss in Hinblick auf die ADI 2006 mit 3.768,6 Mio. US $. Die Schweiz belegte in diesem Bereich den 6. Rang und die stärksten Mitbewerber sind die USA, Deutschland und Irland.


Die Konkurrenten:

Wettbewerber Absolute ADI 2006 (in Mio. US $) Rang
USA 25.985,0 1
Deutschland 8.820,3 2
Irland 8.169,0 3
Schweiz 3.768,6 6

Der Zufluss der ADI pro Kopf beträgt im Jahr 2006 506 US $. In diesem Bereich ist die Schweiz auf dem 2. Rang und Irland und Island sind die größten Mitbewerber.


Sektor Elektronik und elektrische Produkte

Ein weiterer Sektor mit hoher Standortattraktivität für ausländische Investoren ist der Sektor Elektrische- und elektronische Ausrüstung. In diesem Bereich konnte die Schweiz ein Zufluss an ADI 2006 in Höhe von 1.176,9 Mio. US $ erreichen. Dies hat zur Folge, dass die Zuflüsse pro Kopf einem Wert von 158 US $ entsprechen. Die wichtigsten Wettbewerber in diesem Sektor sind USA, China und Israel für die absolute Betrachtung. Die Schweiz belegt hier den 5. Rang. In der pro Kopf Betrachtung belegt die Schweiz den 3. Rang und hat als direkten Mitbewerber Israel und Irland.


Die Konkurrenten:

Wettbewerber Absolute ADI 2006 (in Mio. US $) Rang
USA 15.476,0 1
China 8.164,7 2
Israel 3.659,2 3
Schweiz 1.176,9 24


Sektor Groß- und Einzelhandel

Weiterhin ist der Sektor für Groß- und Einzelhandel zu nennen. In diesem Bereich hatte die Schweiz im Jahr 2006 absolute ADI in Höhe von 780,4 Mio. US $. Dies hat zur Folge, dass die Zuflüsse pro Kopf einem Wert von 105 US $ entsprechen. Die wichtigsten Wettbewerber in diesem Sektor sind USA, Großbritannien und Hong Kong für die absolute Betrachtung. Die Schweiz belegt hier den 24. Rang. In der pro Kopf Betrachtung belegt die Schweiz den 15. Rang und hat als direkten Mitbewerber Singapur und Hong Kong.


Die Konkurrenten:

Wettbewerber Absolute ADI 2006 (in Mio. US $) Rang
USA 24.600,0 1
Großbritannien 13.820,0 2
Hong Kong 9.397,7 3
Schweiz 780,4 5


Die Gründe für die Unterschiede zwischen der Schweiz und den Wettbewerbern sind meist allgemeiner Natur und auf die Stabilität der Politik und der Währung zurückzuführen. Auch die Steuer Richtlinien spielen eine große Rolle. Die Außnahme ist die gute Infrastruktur des Landes, welche zu den sektoralen Faktoren zählt.[20]


Fazit

Ability to sell

Die Fähigkeit Produkte abzusetzen (ability to sell) zeigt sich in der Schweiz anhand der Terms of Trade, in der Hinsicht, dass die Exportpreise im Vergleich zu den Importpreisen sinken und dieser Trend auch in Zukunft zu erwarten ist. Auch der Weltmarktanteil steigt nur in wenigen Produktgruppen an. Aber bei diesen wachsenden Sektoren ist auch weiterhin mit einem Anstieg zu rechnen.


Ability to attract

Kaum ein anderes Land verkörpert Standortattraktivität (ability to attract) wie die Schweiz. Die höchsten ADI's weist der Finanzsektor auf. Ursachen für die hohe aktuelle und zukünftige Attraktivität dieses Sektors liegen in der stabilen Währung (Preisniveaustabilität des Schweizer Franken) und der effizienten Finanzmarktstruktur begründet. Die zweitgrößten ADI's weist der verarbeitende Sektor Chemie auf, wo die Schweiz auf Grund eines der weltweit größten Forschungsbudgets einen Wissensvorsprung realisieren konnte. Deshalb ist die Schweiz ein beliebter Investitionsstandort. [21]

Somit wurden die größten Erfolge im Wettbewerb um ADI's der Schweiz in den Sektoren Finanzwesen, Chemie sowie in der Elektroindustrie realisiert. Hingegen war bei Transport, Lager und Kommunikation ein Defizit in Höhe von 1646,8 Mio. US $ zu verzeichnen. [22] Eine Belastung und somit Misserfolg im internationalen Wettbewerb stellen die sinkenden Exportpreise dar.


Prognose

Derzeit belegt die Schweiz im Bericht zur weltweiten Wettbewerbsfähigkeit 2008 aktuell den 4. Platz.[23] Da sie relativ rohstoffarm ist und sich die Wirtschaft auf hochqualifizierte Arbeit stützt, hat sie sich auf die Produktion von hochtechnisierten und kapitalintensiven Gütern ausgerichtet. Somit wird sie sich weiter auf wertintensive Produkte im Technologie- und im Dienstleistungsbereich spezialisieren.

Mit innovativen Spezialangeboten konnte sich die Schweiz bisher weltweit einen exzellenten Ruf aufbauen und wird noch in Zukunft davon profitieren können. Die stabilen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen, die sehr gut entwickelte Infrastruktur, die hochqualifizierten Arbeitskräfte und die weitsichtige Ausrichtung auf Forschung und Entwicklung werden solides Wachstum garantieren. Deshalb werden auch in Zukunft konstant hohe ausländische Direktinvestitionen zu erwarten sein.

Der mit Abstand wichtigste Außenhandelspartner für die Schweiz ist Deutschland. Dennoch wäre es noch förderlicher für den Außenhandel, wenn die Schweiz der EU beitreten würde. Dadurch würden Zollschranken aufgehoben und die Schweiz könnte von den Vorteilen des europäischen Binnenmarktes profitieren. Wiederum müsste sich bei einem EU-Beitritt die Schweiz politischen und wirtschaftlichen Restriktionen der EU-Gesetzgebung unterwerfen. Dies hätte auch wiederum für die Schweiz einen zu erwartenden negativen Einfluss auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit und andere gesellschaftliche Aspekte.


Quellen

Literatur


Einzelnachweise

  1. Auswärtiges Amt http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/01-Laender/Schweiz.html
  2. siehe Global Competitiveness Index 2007-2008 http://www.gcr.weforum.org/
  3. Claudia Mitschke ab S.230 bis 238 http://www-1.mtk.ut.ee/varska/2000/Mitschke.pdf
  4. http://www.intracen.org/countries/
  5. http://www.trademap.org/Country_SelProductCountry_TS.aspx
  6. http://www.wiwiwiki.net/index.php?title=Gravitationsmodell
  7. http://ec.europa.eu/economy_finance/indicators/annual_macro_economic_database/ameco_applet.htm
  8. http://www.wiwiwiki.net/index.php?title=Ricardo-Modell
  9. http://www.wko.at/statistik/eu/europa-arbeitsproduktivitaet.pdf
  10. http://www.wiwiwiki.net/index.php?title=Heckscher-Ohlin-Modell
  11. http://www.switzerland.com/de.cfm/schweiz/wirtschaft
  12. http://www.swissworld.org/de/
  13. Investment Map http://www.investmentmap.org/invmap/en/prioritySector.aspx?prg=0
  14. AMECO http://209.85.129.104/search?q=cache:nb3JqcjCI5cJ:www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/15/22/press.Document.100616.pdf+oecd+schweiz,+Ausbildungsdauer&hl=de&ct=clnk&cd=1&gl=de)
  15. OECD http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/15/22/press.Document.100616.pdf
  16. P. Krugman, M. Obstfeld; Internationale Wirtschaft, 7. Auflage, München u.a., 2006, S. 39
  17. siehe Direktinvestition http://de.wikipedia.org/wiki/Direktinvestition, 2008
  18. Swissworld, 2008 http://www.swissworld.org/de/wirtschaft/wettbewerbsfaehigkeit/
  19. http://www.investmentmap.org/invmap/en/TimeSeries_Industry_fdi.aspx?prg=0
  20. http://www.investmentmap.org/invmap/en/competitorCountry_fdi.aspx?prg=0
  21. vgl. Switzerland, 2008: http://www.switzerland.com/de.cfm/schweiz/wirtschaft
  22. http://www.investmentmap.org/invmap/en/competitorCountry_fdi.aspx?prg=0
  23. http://www.imd.ch/research/publications/wcy/upload/scoreboard.pdf


Weblinks


Gesamtzeichen (inkl. Tabellen): 49.135

Gesamtzeichen (exkl. Tabellen): 34.471

Zeichen Tabellen: 14.664