Wettbewerbsfähigkeit Lettland 2008

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Lettland


Internationale Wettbewerbsfähigkeit

Lettland liegt mit seinen 2,3Mio. Einwohnern und einer Größe von 64597km² zwischen seinen Nachbarländern Estland und Litauen. Sein Außenhandel ist charakterisiert durch einen Importüberschuss, welcher nahezu völlig auf Europa ausgerichtet ist. Lettlands größter Handelspartner ist Deutschland mit Importen und Exporten von 2,37Mio.US$ dicht gefolgt von seinem Nachbar Litauen mit Exporten von 14,6%, Importen von 13% und insgesamt 2,35Mio.US$.

Literaturansätze

Bis zum heutigen Zeitpunkt gibt es keine eindeutige Definition für die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Viele Experten haben sich zwar intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt, jedoch sind sie zu unterschiedlichen Auffassungen gelangt. Diese lassen sich allerdings nicht vereinen, da sie auf differenzierten Grundlagen basieren.

Die ersten außenhandelsorientierten Ansätze hinsichtlich internationaler Wettbewerbsfähigkeit entstanden in den 60er Jahren. In den darauffolgenden Jahren entstanden die folgenden Abgrenzungen:

1. "Ability to sell"

Dieser Begriff trifft Aussagen über die Wettbewerbsfähigkeit einer Nation, welche der Wettbewerbsfähigkeit aller Unternehmen eines Landes entspricht. Des Weiteren wird die Konkurrenzfähigkeit einer Nation interpretiert als die Fähigkeit, Produkte auf den Auslandsmärkten zu verkaufen. Außerdem erfolgt die Wettbewerbsposition nicht zeitpunktorientiert sondern vergleicht die Veränderung der Wettbewerbsfähigkeit im Zeitablauf. Der Begriff untergliedert sich in Preiswettbewerbsfähigkeit und Nicht-Preiswettbewerbsfähigkeit. Preiswettbewerbsfähigkeit misst die Attraktivtät der Güter über den Preis, während die Nicht-Preiswettbewerbsfähigkeit vor allem die qualitativen Kriterien (Haltbarkeit, Service etc.) nutzt.

2. "Ability to attract"

Im Rahmen der Standortdiskussion wird hier zwischen zwei Meinungen unterschieden. Einerseits der Attraktivität des Wirtschaftsstandortes und andererseits der Standortfaktoren, wie zum Beispiel Infrastruktur und Produktionsbedingungen.

3. "Ability to earn"

Hier wird definiert, dass die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Nationen als die Fähigkeit beschrieben wird, ein möglichst hohes Realeinkommen zu erzielen. Damit soll ein möglichst hoher und weiterhin steigender Lebensstandard der Bevölkerung realisiert werden. [s.232 artikel]

4. "Ability to adjust"

Grundlegend werden hier die gleichen Auffassungen wie beim „Ability to earn“-Konzept vertreten. Es beschreibt die Fähigkeit eines Landes, sich dynamisch veränderten Wettbewerbsbedingungen anzupassen und sich somit schnell und effizient zu entwickeln.

Eigene Interpretation

Internationale Wettbewerbsfähigkeit ist die Fähigkeit eines Landes im internationalen Handel einen Wettbewerbsvorteil zu erarbeiten bzw. langfristig zu halten oder mindestens mit den Mitbewerbern aufgrund geeigneter Mittel und Gegebenheiten zu konkurrieren. Dazu zählen viele Faktoren wie natürliche Ressourcen, Infrastruktur, Bildungsniveau der Bevölkerung sowie die Entwicklungsmöglichkeiten eines Landes.

Lettland im internationalen Wettbewerb

Lettlands größter Wettbewerbsvorteil liegt in der natürlichen Ressourcenausstattung. Etwa 44% der Gesamtfläche besteht aus Wäldern. Somit zählt Holz mit 22,6% zum Hauptexportprodukt des Landes. Des Weiteren stehen Eisen und Stahl an zweiter Stelle der Exporte, gefolgt von mineralischen Flüssigkeiten, wie z.B. Öl.

Sektorale Leistungsfähigkeit im Außenhandel

Analyse der wichtigsten Sektoren

Um die sektorale Leistungsfähigkeit Lettlands zu prüfen ist es zunächst erforderlich die Waren zu bestimmen, mit denen Lettland den größten Ausfuhrüberschuss erzielt.

Warengüter werden hierbei durch das harmonisierte System (kurz HS) beschrieben. Es dient der Einteilung aller Güter in Gruppen. Je nach Detailierungsgrad gibt es z.B. HS2 und HS4. HS2 bedeutet, dass die Waren durch einen zweistelligen Code umschrieben werden und daher grob eingeteilt sind. HS4 hingegeben beschreibt die Waren mit einem vierstelligen Code, was eine genauere Definition der Waren zulässt.

Dies sind nach HS2 System:

Sektoren nach HS2 US$ in Tausend
Holz, Holzartikel sowie Kohle 1.037.465
Fleisch, Fisch- & Seenahrung 99.779
Eisen und Stahl 76.716

(alle nachfolgenden Tabellenwerte in Tausend US Dollar)

Sektor Holz nach HS4 Exportüberschuss des Gutes in Sektor in Tausend Absoluter Exportanteil des Gutes im Sektor
Zugeschnittenes Holz 467.106 US$ 41,51%
Feuerholz, zurecht gesägte Stücke 144.652 US$ 11,41%
Sperr- & Verschalungsholz & ähnlich laminiertes Holz 125.821 US$ 10,32%
Roh holz 80.050 US$ 11,5%
Sektor Fleisch, Fisch, Seenahrung nach HS4 Exportüberschuss des Gutes im Sektor in Tausend Absoluter Exportanteil des Gutes im Sektor
Fertiger Fisch / Kaviar 100.953 US$ 86,3%
Sektor Eisen und Stahl nach HS4 Exportüberschuss des Gutes im Sektor in Tausend Absoluter Exportanteil des Gutes im Sektor
Barren, Stabeisen 289.901 US$ 59,12%
Eisenhaltiger Müll & Abfall, wiedereingeschmolzener Abfall / Stahlbarren 33.273 US$ 16,23%

Bewertung der Sektoren

Sektor Holz

Der Export an Holz(-Artikeln) und Kohle, welcher insgesamt 1.322.590US$ beträgt, nimmt somit zu 22,4% am Gesamtexport Lettlands teil und stellt den wichtigsten Ausfuhrsektor dar. Des Weiteren ist der Exportüberschuss mehr als 10 mal so hoch wie der des zweiter Sektors. Da 29000km², also 44,89% der Gesamtfläche Lettlands, Waldgebiete sind, ist dies nicht verwunderlich. [1] Hier offenbart sich ein großer komperativer Vorteil Lettlands. Der RCA-Index liegt für den gesamten Sektor bei 64,5 und bei Feuerholz sogar bei 92, was den komperativen Vorteil bei diesem Gut verdeutlicht.

Sektor Fleisch, Fisch und Seenahrung

Weit entfernt von den Exportüberschüssen von Holz liegt an 2. Stelle der Fleisch / Seenahrungssektor. Als an der Ostsee gelegenes Land hat Lettland natürlich einen großen geographischen Vorteil um effektiv Fischerei zu betreiben. Dies äußert sich auch am RCA Index, welcher für den gesamten Sektor bei 63,9 und für Fisch/Kaviar sogar bei 84,1 liegt.

Sektor Eisen und Stahl

Eisen- und Stahlwaren sind der drittgrößte Ausfuhrüberschusssektor Lettlands. Er ist zu 9,33% am Gesamtexport des Landes beteiligt. Der für den komparativen Vorteil wichtigste Untersektor sind Eisenbarren und Eisenstangen. Wie oben an der Tabelle zu erkennen, besitzt er den größten Ausfuhrüberschuss und einen RCA-Index von 80,5. Insgesamt besitzt der Sektor jedoch nur einen RCA-Index von 7,5, was aufgrund der vielen Importe insbesondere bei Flachrolleisen mit einer Länge über 60cm zu erklären ist.

Aussenhandelspartner

Generell betreibt Lettland den größten Handel mit seinem Nachbarland Litauen. Dies erklärt sich durch die geringe geographische Distanz, aufgrund derer die generellen Exportkosten (insbesondere Transportkosten) sehr gering ausfallen. Nach Litauen folgt der zweit größte Handelspartner: Deutschland. Welche Produkte hier exportiert werden, wird in der sektoralen Prüfung genauer untersucht. An dritter Stelle folg Estland, das ebenso wie Litauen aufgrund der Nähe zu Lettland Handelsvorteile hinsichtlich der Transportkosten bringt.

Folgender Tabelle kann man die wichtigsten Außenhandelspartner entnehmen:

Handelspartner Importe Exporte EX - IM
Weltweit 5.302.745 8.770.450 -3467.705
Litauen 558.303 1.180.890 -622.587
Estland 553.514 682.051 -128.537
Deutschland 525.491 1.194.927 -669.436
Großbritannien 521.238 155.893 365.345
Russland 440.226 781.196 -340.970

Deutlich zu erkennen ist, dass Lettland nur mit Großbritannien einen Exportüberschuss erwirtschaftet. Mit allen anderen Handelspartnern hat es einen Importüberschuss. Aus Russland wird größtenteils Gas importiert.

Die oben abgebildete Tabelle listet allerdings nur die größten Handelsländer Lettlands auf. Allerdings sollten Polen und die Schweiz als weitere wichtige Handelspartner erwähnt werden. Zu diesen beiden Ländern exportiert Lettland Mineralöle etc. und erreicht damit einen RCA Index von 100 für die Schweiz (~69Mio.US$ Export) und 97,6 für Polen! (~176Mio.US$ Export)

Außenhandelspartner nach Sektoren aufgegliedert

Sektor Holz
Handelspartner Exporte Importe
Großbritannien 371.521 996
Schweden 227.052 3.761
Deutschland 122.959 21.324

Großbritannien ist durch seinen großen Import von Holz einer der wichtigsten Handelspartner Lettlands. Allgemein betrachtet importiert Großbritannien rund 5,7Mrd.US$ an Holz aus der ganzen Welt und hat einen Importüberschuss von rund 5Mrd.US$. Da in Großbrittanien lediglich 9% der Landesfläche aus Wald bestehen reicht die eigene Holzproduktion nicht aus. Schweden ist zweitgrößter Abnehmer gefolgt von Deutschland.

In Deutschland werden jährlich etwa 60Mio.m³ Holz benötigt, allerdings nur 20-30Mio.m³ selbst produziert. Daher ist ein Import nötig, um den Holzbedarf decken zu können.


Sektor Fleisch, Fisch und Seenahrung
Handelspartner Exporte Importe
Estland 30.072 8.095
Russland 26.760 37
USA 15.183 542

Lettland produziert in diesem Sektor sehr viel Dosenfisch. Darunter das populärste Produkt: "Riga sprats".[2] Daher eignen sich diese Produkte auch zum Export in entfernte Ländert wie den USA, die nach Russland an dritter Stelle der Hauptabnehmer stehen. Estland ist in diesem Sektor der größte Importeur von Fischwaren aus Lettland. Aufgrund der geringen Entfernung zu Lettland und der damit verbundenen niedrigen Transportzeit, die vor allem bei schnell verderblichen Waren wie frischem Fisch wichtig ist.


Sektor Eisen und Stahl
Handelspartner Exporte Importe
Litauen 83.290 40.789
Estland 50.228 48.808
Deutschland 49.456 16.669

Wie zu erkennen ist, vollzieht sich der größte Teil des Handels mit Litauen und Estland, welche, wie schon in der vorherigen Analye dargestellt, die wichtigesten Außenhandelspartner Lettlands sind. Alledings steht Deutschland an dritter Stelle der Importeure. Dies vor allem, da die deutsche Automobilindustrie (VW, BMW) viele ihrer Teile über lettische Zulieferer bezieht.[3]

Dynamische Analyse der Außenhandelsstruktur

Allgemeine Analyse

Die Export- und Importstruktur Lettlands ist im starken Maße von der Herstellung bzw. Weiterverarbeitung von „Holz und Holzprodukten“, „Metall und Metallprodukten“ sowie von dem Bereich „Lebensmittel, Getränke und Genussmittel“ geprägt.

Exporte

In Lettland wurden mit einem Gesamtvolumen von 1164,5 Mio.US$ im Jahr 2006 vorwiegend „Holz und Holzprodukte“ exportiert, die Importe hingegen hatten einen Wert von 436,5 Mio.US$. Im Rahmen der „Metall und Metallprodukte“ wurden überwiegend Eisen und Stahl exportiert bzw. importiert. Weitere wichtige Exportzweige Lettlands waren „Transportdienstleistungen“ mit 1447,6 Mio.US$, „andere kommerzielle Dienstleistungen“ mit 679,2 Mio.US$ sowie „Lebensmittel, Getränke und Genussmittel“ mit 635,6 Mio.US$. Zu den Schlusslichtern des Exports hingegen zählen „Erdöl“ mit 2,3 Mio.US$, „Gemischte Waren“ mit 7,6 Mio.US$ und die „Herausgabe von Medien“ (Zeitschriften, Bücher, Musik) mit 29,4 Mio.US$.

Importe

Zu den bedeutendsten Importgrößen in Lettland gehören „Fahrzeuge und anderes Transport-Equipment“ mit einem Wert von 1469,5 Mio.US$, gefolgt von „Maschinenanlagen und Ausrüstungen“ mit 1173,2 Mio.US$ und „Koks, Erdölprodukten und Kernbrennstoffen“ mit 1117,4 Mio.US$. Die Schlusslichter auf der Importseite stellen „Gewinnung und Bergbau“ (Rohstoffe wie Erze) mit 52,9 Mio.US$ und „Recycling“ mit 79,3 Mio.US$ dar.

Lettland (Export vs. Import 2006).JPG

Strukturelle Analyse

Bei der strukturellen Exportanalyse (Exports – Structural Analysis (Lev.3)) wird der Weltmarktanteil Lettlands bezogen auf das Jahr 2006 dem Weltexportwachstum seit 2002 gegenübergestellt.

Seit 2002 beträgt dabei das durchschnittliche Weltexportwachstum 16,5%. Der durchschnittliche Weltmarktanteil Lettlands, bezogen auf alle Produkte, hat einen Wert von 0,059%.

Als erstes fällt der wertmäßig überragende Bereich des Exports von „Holz und Holzprodukten" (Sawmilling and planing of wood) auf. Obwohl Lettland in diesem Bereich nur 1,6% Weltmarktanteil besitzt, macht er ein Volumen von 644,8 Mio.US$ aus.

Strukturell gesehen befindet sich der Export von „Holz und Holzprodukten“ in dem Bereich „Achievers in adversity“, wobei es sich hier um unterdurchschnittliches Exportwachstum bei überdurchschnittlichem Marktanteil handelt.

Im Quadranten der Champions befinden sich die Exportzweige „Fertigung von Eisen und Stahl“ (Manufacture of basic iron and steel) mit einem Weltmarktanteil von 0,14% und einem Exportvolumen von 498,51 Mio.US$ und der Zweig „Nicht spezifizierter Recycling Produkte“ (Unspecified recycling (trade)) mit 0,23% Weltmarktanteil und einem Exportvolumen von 154,44 Mio.US$.

Im Bereich der Underachievers (überdurchschnittliches Exportwachstum bei unterdurchschnittlichem Marktanteil) sind mit einem Exportwert von 239,28 Mio.US$ nur die „Herstellung und Veredelung von Ölprodukten“ (Manufacture of refined petroleum products) vorhanden.

Im Quadranten der Declining industries sind „Spezialmaschinen- und Fahrzeugbau“, die „Bekleidungsindustrie“, sowie die „Herstellung von anderen chemischen Produkten“ zu finden. Diese weisen unterdurchschnittliches Exportwachstum bei unterdurchschnittlichem Marktanteil auf.

Die Bereiche „Holz und Holzprodukte“, die „Getränkeindustrie“, Teile der „Lebensmittelindustrie“ und die „Kunststoffindustrie“ sind im Feld der Achievers in adversity zu finden, da sie ein unterdurchschnittliches Exportwachstum bei überdurchschnittlichem Marktanteil aufweisen.

Zusammenfassend besteht mit der Herstellung von „Holz und Holzprodukten“ eine für Lettlands marktanteilsmäßig starke, aber unter Wachstumsgesichtspunkten, nur durchschnittliche Exportkonzentration.

Als Champions treten die „Fertigung von Eisen und Stahl“ und der Zweig „Nicht spezifizierter Recycling Produkte“ auf. Allerdings bewegen sich die beiden Industriezweige bezogen auf den Markanteil und das Exportwachstum leider nur in der Nähe des Durchschnittes.

Portfolio Lettland Structural.JPG

Dynamische Analyse

Wie bei der strukturellen fällt auch bei der dynamischen Analyse der Export von „Holz und Holzprodukten“ als größter Teil aus. Allerdings befinden sich diese in dem Bereich Losers in declining sectors, d.h. sie haben sowohl ein geringes Exportwachstum als auch einen geringen Marktanteil.

Weiterhin sind in diesem Abschnitt Bereiche wie die „Möbelproduktion“ (Manufacture of furniture) und die „Herstellung von Kleidung“ (Manufacture of wearing apparel) zu finden.

Im Bereich der Winners in growing sectors, befinden sich die Zweige „Nicht spezifizierte Recycling Produkte“ (Unspecified recycling (trade)) und die „Herstellung und Veredelung von Ölprodukten“ (Manufacture of refined petroleum products).

In dem Quadranten der Winners in declining sectors befindet sich der größte Anteil an Lettlands Exportprodukten. Dieser Bereich zeichnet sich durch ein geringes Exportwachstum aber durch einen wachsenden Marktanteil aus. Hier findet man z.B. die „Getränkeherstellung“ (Manufacture of beverages), die „Herstellung von Molkereiprodukten“ (Manufacture of dairy products) und die „Produktion von Fahrzeugen“ (Manufacture of motor vehicles).

Portfolio Lettland Dynamic.JPG

Arbeitsproduktivität Vs. reale Austauschverhältnis

Arbeitsproduktivität Lettland
Terms of Trade Lettland



Die Charts "Labour share in total factor productivity" und "Terms of trade goods and services" beziehen sich auf den Zeitraum von 2002 bis 2006.

Es ist klar ersichtlich, dass die Arbeitsproduktivität Lettlands seit dem Jahr 2002 kontinuierlich zugenommen hat. Im Bereich der Terms of Trade hingegen sieht man, dass es einen Zuwachs bis zum Ende des Jahres 2003 gab. Danach musste Lettland bis zum Jahr 2006 einen leichten Rückgang in diesem Segment verbuchen, was darauf zurückzuführen ist, dass Güter des Imports preislich schneller gestiegen sind als die Preise für Exportgüter.

Sektorale Standortattraktivität

Lettland besteht aus drei Wirtschaftssektoren:

  • Dienstleistung
  • Industrie
  • Landwirtschaft

Die Dienstleistungen haben mit 74,8% den größten Anteil am BIP (Stand 2006). Die wichtigsten Dienstleistungsbranchen sind die Bereiche der Telekommunikation, Immobilien und der Handel. Der Industriesektor hat einen Anteil von 21,5% am BIP (Stand 2006). Hierzu zählen insbesondere die Holzwirtschaft, Nahrungsmittelindustrie, Textilindustrie, Elektrogeräte und Maschinenbau. Der Wirtschaftssektor Landwirtschaft verzeichnet einen 3,7%igen Anteil am BIP (Stand 2006).[4] Landwirtschaftlich genutzt wird in etwa ein Viertel der Gesamtfläche. Hier wird hauptsächlich Milch- und Viehwirtschaft betrieben.

ausländische Direktinvestitionen

Eine ausländische Direktinvestition (engl. Foreign Direct Investment, FDI) ist die finanzielle Beteiligung eines Investors (Direktinvestor, Muttergesellschaft) an einem Unternehmen in einem anderen Land (Direktinvestitionsunternehmen, Tochtergesellschaft).[4]

Durch die geografische Lage und die günstigen Rahmenbedingungen ist Lettland ein beliebtes Ziel hinsichtlich ausländischer Direktinvestitionen. Günstige Rahmenbedingungen liegen in dem Sinne vor, dass laut Gesetz über ausländische Investitionen in Lettland die in- und ausländischen Investoren gleichgestellt sind. Weiterhin sind für ausländische Investitionen keine speziellen Genehmigungen erforderlich, außer im Bank- und Versicherungsbereich. Hinsichtlich der Auswahl der Geschäftstätigkeit liegen keine Beschränkungen vor.

Die Liste der ausländischen Investoren wird von Schweden angeführt, gefolgt von Estland, Deutschland und Dänemark. Wichtigste Zielbranchen ausländischer Investoren ist das Finanzwesen. Der Investitionsbestand der gesamten ausländischen Direktinvestitionen betrug im Jahr 2006 7,476.1Mio.US$. Dies ist ein Anstieg um rund 52% im Vergleich zum Jahr 2005 mit 4,929.2Mio.US$. Lettland hatte im Jahr 2006 Platz 78 von insgesamt 207 Ländern der Weltrangliste für ausländische Direktinvestitionen mit einem Investitionszufluss von 1,663.4Mio.US$. Im Vergleich zum Jahr 2005 mit 706.7Mio.US$ ist es um einen Platz gestiegen. Den größten Zufluss an ausländischen Direktinvestitionen (ADI) haben die Sektoren Finanzwesen, geschäftliche Aktivitäten, Groß- und Einzelhandel und ein nicht bestimmbarer Industriezweig. Wobei das Finanzwesen mit 627.6Mio.US$ deutlich an erster Stelle steht. Hauptinvestoren im Jahr 2006 waren Estland mit 280.8 Mio.US$(16,8%) und Schweden mit 204.4 Mio.US$ (12,3%).

Industriezweig Einfluss der ausländischen Direktinvestitionen ausländische Direktinvestitionen in % Investitionsbestand Investitionen pro Kopf
Finanzwesen 627.6 38.4 1,799.8 273
geschäftliche Aktivitäten 312.3 18.8 1,387.7 136
Groß- und Einzelhandel 185 11.1 980.2 80
untergeordneter Industriezweig 76.9 4.6 keine Angabe 33
  • alle Angaben von 2006 in Mio.US$

komparativer Vorteil und Faktorsubstitution

Ein Land verfügt bei der Herstellung eines Gutes dann über einen komparativen Vorteil, wenn die Opportunitätskosten für dessen Produktion, ausgedrückt in anderen Gütern, in diesem Land niedriger sind als in einem anderen Land.[4]


Aus der Tabelle kann entnommen werden, dass Lettland in den Bereichen Transportdienst sowie Holz und Holzprodukte einen Außenhandelsüberschuss aufweist, das heißt die Exporte sind größer als die Importe. Hier kann man von einem komparativen Vorteil sprechen, weil ein hoher Exportüberschuss vorliegt. Transportdienste wurden 2006 an die ganze Welt in Höhe von 1,447.6Mio.US$ exportiert. Größter Käufer für Holz und Holzprodukte war Großbritannien mit 306.1Mio.US$ (26,3%).

Faktorsubstitution bezeichnet in der Wirtschaftswissenschaft das Austauschen von Produktionsfaktoren. Ziel der Faktorsubstitution ist es, nach dem ökonomischen Prinzip die gegebenen Produktionsfaktoren so zu kombinieren, dass der maximale Output erreicht wird (Maximumprinzip) oder nach dem Minimumprinzip die gegebene Ausbringungsmenge mit dem minimalen Einsatz von Inputfaktoren zu erstellen.[4]

Die größten Außenhandelsdefizite liegen in den Industriezweigen Kraftfahrzeuge und andere Transportmittel, Maschinen und Anlagen sowie Koks, Ölprodukte und Brennstoffe vor. Wobei Kraftfahrzeuge und andere Transportmittel den höchsten Importüberschuss mit -1,128.6Mio.US$ von allen Industriezweigen besitzt. Kraftfahrzeuge und andere Transportmittel sowie Maschinen und Anlagen werden haupsächlich aus Deutschland importiert. Das Nachbarland Litauen ist Hauptimporteur im Bereich Koks, Ölprodukte und Brennstoffe mit einem Anteil von 37,2%.

Industriezweig Außenhandelssaldo Gütergruppen-Außenhandels-Koeffizient
Transportdienst 797 38%
Holz und Holzprodukte 728 45%
andere wirtschaftliche Dienstleistungen 94.2 7%
Forstwirtschaft und Fischerei 85.1 31%
Kraftfahrzeuge und andere Transportmittel -1,128.6 -62 %
Maschinen und Anlagen -924.2 -65 %
Koks, Ölprodukte und Brennstoffe -877.7 -65%
  • alle Angaben von 2006 in Mio.US$

Bei den Sektoren Finanzwesen, geschäftliche Aktivitäten, Groß- und Einzelhandel und ein nicht bestimmbarer Industriezweig kann nicht gesagt werden, ob Lettland einen komparativen Vor- oder Nachteil hat, weil diese Sektoren weder importiert noch exportiert werden.

Insgesamt lässt sich sagen, dass Lettland ein sehr hohes Leistungsbilanzdefizit aufweist. Im Jahr 2005 war das Defizit noch bei -4,44Mio.US$ und im Jahr 2006 schon bei -6,92Mio.US$.[4]

Analyse der ausländischen Direktinvestitionen in Lettland

Unter einer ausländischen Direktinvestition(ADI) versteht man eine Vermögensanlage im Ausland durch eine natürliche oder eine juristische Person.

In der Wirtschaft unterscheidet man vier unterschiedliche Motive dieser Investitionen.

Motive

market-seeking

Zum einen das absatzorientierte Motiv. Ziel ist es die Erschließung neuer Märkte und durch den Bau von Vertriebs- oder Produktionsniederlassungen einen besseren Absatz vor Ort zu erreichen.

Mittelpunkt ist die Präsenz vor Ort, da die bei dem Export entstehenden Kommunikations- und Transportkosten entfallen. Doch auch eine größere Nähe zu den Kunden ist gegeben. Die Unternehmen streben einen möglichen Zugang zu den Nachbarländern an, denn der Zugang auf den mexikanischen Markt ist für die Tochtergesellschaft in den USA leichter als aus Deutschland.

efficiency-seeking

Das effizienzorientierte Motiv zielt durch Standorte im Ausland und Spezialisierungen der Wertkette auf Kostenvorteile ab, welche innerhalb des Landes nicht oder nur unter erschwerten Umständen möglich sind.

resource-seeking

Bei dem beschaffungsorientierten Motiv steht die Sicherung der eigenen Rohstoffquellen im Vordergrund.

Die Unternehmen hoffen auf einen Zugang zu bestimmten Ressourcen, besonders auf den der knappen Güter, wie Rohstoffe, qualifiziertes Personal oder auch günstiges Kapital.

Ziel ist die Ausnutzung der einzelnen Kostenunterschiede. Unternehmen investieren primär im Ausland, da die Produktionsfaktoren (Arbeit, Boden, Kapital) günstiger sind als im Inland.

Da die Entwicklungskosten im Gastland günstiger sind, wird Software meist in den ausländischen Tochtergesellschaften entwickelt. Ein weiterer Anreiz ist die Ausnutzung der direkten und indirekten staatlichen Förderungen bei Investitionen im Gastland.

created asset-seeking

Mittelpunkt in diesem Motiv ist die Erreichung eines strategischen Ziels.

Die Firmen erhoffen sich die Integration in das dortige Informations- und Kommunikationsnetzwerk. Dies ist besonders vorteilhaft in dem Bereich Forschung und Entwicklung. Damit verbunden ist das Ziel weltweit die Marktanteile zu steigern oder diese zu halten.

Direktinvestitionsströme Lettlands

Die Summe der ADIs Lettlands belief sich im Jahr 2006 auf 7,5Mrd.US$. Schweden belegte mit Gesamtinvestitionen von 1,1Mrd.US$ (15%) den ersten Rang vor Estland(16,6%), Deutschland(11,1%)und Dänemark(8,3%).

Lettland besitzt eine Vielzahl an Sektoren in welchen die ausländischen Direktinvestoren finanzieren. Um einen Einblick über die Motive der Direktinvestitionsströme der Länder zu erlangen, werden im Folgenden vier Sektoren analysiert.

In dem Finanzsektor verzeichnet das Land mit 1,8Mrd.US$ den höchsten Investitionsstrom aus dem Ausland. 32,5% investieren davon Estland und Schweden. Gründe liegen in der geringen Entfernung. Anzunehmen ist nach dem Gravitationsmodell, dass die Ziele beider Länder auf dem absatzorientierten Motiv beruhen.

Möglicherweise ist Lettlands Bankwesen attraktiv, zum einen kann der Zinssatz für Kapitalanlagen höher liegen oder die lettische Währung stabiler sein als im Heimatland. Dies schließt auf eine kostengünstige Kapitalbeschaffung hin und laut Definition verfolgen dann diese Länder das efficiency-seeking Motiv.

In dem Sektor Elektrizität, Gas und Wasser belegt Deutschland mit 56% aller ADIs in dem Bereich die erste Position. Gründe sind die Ressourcen Lettlands, welche in Deutschland nicht existieren oder nur in knapper Form vorhanden sind. Deutschland verfolgt ausgehend von dem Heckscher-Ohlin-Modell das Motiv des resource-seeking, da Lettland einen Vorteil in Form von Rohstoffen besitzt.

Auf dem zweiten Rang mit 43,4% befindet sich Russland, dies ist flächenmäßig größer als Lettland und es stellt sich die Frage, warum sie in Lettland investieren. Es lässt sich anhand der geringen Entfernung vermuten, dass Russland das absatzorientierte Motiv verfolgt.

Doch auch ein strategisches Motiv kann im Mittelpunkt stehen. Ein Grund kann der Ausbau ihrer Oligopolstellung in Osteuropa sein. Statistiken belegen, dass sich das Rohstoffvorkommen in den nächsten 25 Jahren in Richtung Osteuropa verschiebt.

Niederlande investiert in Lettland besonders in den Bereich Transport, Lagerhaltung und Verkehrsnetze. Sie finanzieren 30,1% der gesamten Investitionen in diesem Sektor. Lettland hat einen komparativen Vorteil, dies belegen auch die Zahlen des Exports.

Der Bereich des Transportwesens liegt mit 1,3Mrd.US$ auf dem ersten Rang. Dies beruht in der Tatsache, dass Lettland günstiges Arbeitspersonal vorweisen kann. Niederlande verfolgt nach dem Ricardo-Modell ein effizienzorientiertes Motiv. Anders bei Dänemark(27,4%), Schweden(11,8%) und Russland(11,5%), diese steuern das absatzorientierte Motiv an, da eine geringe Entfernung zwischen den Ländern und Lettland besteht.

Die Waldfläche Lettlands beträgt 2,9 Mio.Hektar, doch die ADIs belaufen sich nur auf 0,03Mrd.US$.

Doch der Holzexport ist nach dem Transportwesen eines mit 1,2Mrd.US$ der größten Exporteinnahmen Lettlands. Großbritannien und Deutschland sind die zwei mächtigsten Importländer, da ihre Waldressourcen dieses Volumen an Holz nicht hergeben.

Gründe für die niedrigen ADIs können in einer möglichen Verstaatlichung der Wälder liegen, Anhaltspunkte findet man in der Gründung der staatlichen Aktiengesellschaft Staatswald Lettlands. Woraufhin der Eintritt in diesen Sektor erschwert ist.

Abb.1 die Sektoren
die ADI Länder


Sektoraler Wettbewerb um ausländische Direktinvestitionen

Es stellt sich die Frage ob die Wirtschaftsregion Lettland für Investoren attraktiv ist und unter welchen Bedingungen dieser Standort gewählt wird.

Hier werden folgende Sektoren in den Wettbewerbsländern Litauen, Estland und Polen genauer betrachtet:

  • Finanzen
  • Elektrizität, Gas und Wasser
  • Transport, Lagerung und Kommunikation.
Finanzen

In diesem Sektor werden laut Investment Map am meisten ausländische Direktinvestitionen(ADI) getätigt, nämlich 627,6Mio.US$ im Jahr 2006. Diese kommen mit 37% hauptsächlich von dem Nachbarstaat Estland. Weitere größere Investoren sind Schweden (13,1%) und Malta (11,1%), aber auch der andere Nachbar Litauen investiert mit 0,9% in den Finanzsektor Lettlands.

Finanzen (Zuflüsse in Mio.US$) 2006 2005 2004 Rand aller Länder
Lettland 627,6 326,9 306,9 31
Litauen 276,9 225,4 73,7 39
Estland 984,4 2458,7 197,7 26
Polen 2091,5 3129,8 2292,8 19


Die Zuflussgrößen der jeweiligen untersuchten Länder von 2004 bis 2006 sind in der Tabelle dargestellt. Polen verzeichnet starke Schwankungen, trotzdem bekommt es die meisten ADIs und liegt somit auf Rang 19 im weltweiten Ländervergleich. Auch Estland verzeichnet starke Schwankungen im Bezug auf Investitionen im Finanzsektor und trotz eines starken Rückgangs vom Jahr 2005 zu 2006 liegt es weltweit immer noch auf Platz 26. In den lettischen Finanzsektor fließen von Jahr zu Jahr mehr ADIs und somit steigt Lettland im Vergleich zum Vorjahr. Auch Litauen verzeichnet starke Investitionssteigerungen wenn es auch in Bezug auf seine Nachbarländer zurücksteht. Lettland ist noch in der wirtschaftlichen Entwicklungsphase, es gibt mehr erwerbstätige Personen und die Löhne steigen. Den Menschen steht somit mehr Kapital zur Verfügung, das sie gewinnbringend anlegen wollen. Hierhin besteht der Grund warum viele Länder bzw. ausländische Unternehmen investieren. Sie sehen Chancen der Umsatzsteigerung und der Erschließung neuer Absatzmärkte.

Elektrizität, Gas und Wasser

Der Sektor Energie ist mit insgesamt 15,7Mio.US$ ein weiterer wichtiger Bereich für ADIs. Hier ist der Hauptinvestor Russland mit 62,5%, dicht gefolgt von Deutschland mit 37,5%.

Elektrizität, Gas und Wasser (Zuflüsse in Mio.US$) 2006 2005 2004 Rang alle Länder
Lettland 15,7 79 17,4 27
Litauen 22 380,1 94 24
Estland 39,3 17,4 -5,2 22
Polen 95,2 238,7 779,9 16

Polen ist 2006 mit ADIs von 95,2Mio.US$ trotz eines sehr starken Rückgangs immer noch auf Rang 16 im weltweiten Ländervergleich. Dies lässt vermuten, dass der Energiesektor weitestgehend aufgebaut und ausgeschöpft ist, so dass Unternehmen keine Investitionsvorteile mehr sehen. In Estland hingegen lohnen sich Investitionen noch, was an den steigenden ADI-Zahlen erkennbar ist. Ein Grund hierfür kann auch die Förderung des Staates von 90% sein. Litauen und Lettland weisen zwar über die Jahre starke Schwankungen auf, liegen aber 2006 knapp hinter den anderen Ländern.

Transport, Lagerung und Kommunikation;

Dieser Sektor platziert sich im Jahr 2006 an fünfter Stelle der wichtigsten Industriebereiche Lettlands. Wettbewerbsländer investieren hier mit insgesamt 65,8Mio.US$. Hauptinvestor sind die Niederlande mit 37,1% dicht gefolgt von Litauen mit 31,2%.

Transport, Lagerung und Kommunikation (Zuflüsse in Mio.US$) 2006 2005 2004 Rang alle Länder
Lettland 65,8 -36 49,1 32
Litauen 97 22,7 15,3 29
Estland 139 -0,4 25,6 27
Polen 1107,2 -418 2212,8 12

Trotz sehr starker Schwankungen und Abgänge von Investitionen im Jahr 2005 liegt Polen immer noch auf Rang 12 im Ländervergleich. Estland, Litauen und Lettland liegen im Schnitt nur 2,5 Ränge auseinander, trotzdem sind deutliche Unterschiede erkennbar. Litauen ist in dieser Betrachtung das einzige Land, in das kontinuierlich steigende Investitionen fließen. Die anderen Länder weisen jeweils starke Schwankungen auf. Allerdings werden Investitionen in den Straßenbau in Estland ebenso gefördert wie Energie und Wasser und auch in Lettland werden Anschlüsse an das Verkehrsnetz mit bis zu 1.120,82Mio.US$ vom Staat gefördert. Somit ergibt trotz Schwankungen ein steigender Trend.

(ITC International Trade Centre (May 2007), Investment Map)


allgemeine und sektorale Faktoren

Allgemeine Faktoren sind zum Beispiel Gesetze und Arbeitskräfte, also alle Faktoren, die in jedem Industriebereich und für jedes Land grundlegende Vorgaben sind. Lettland, Litauen und Estland haben für inländische und ausländische Unternehmensgründer nahezu die gleichen gesetzlichen Bestimmungen. Diese sind zum Beispiel:

  • Förderungen durch den Staat in Form von Subventionen und Steuervorteilen
  • stabile politische Systeme
  • ähnliche Personalkosten, sowie ein steigendes Einkommen der Bevölkerung
  • eine allgemein gute und einfache Gesetzeslage für ausländische Investoren

Unter sektoralen Faktoren versteht man Vorgaben, die nur in einem bestimmten Industriebereich von Bedeutung sind. Hierzu zählen beispielsweise bestimmte Richtlinien im Baugewerbe (Straßen müssen eine bestimmte Breite haben, Häuser dürfen eine bestimmte Stockwerkzahl nicht überschreiten). Im Energiesektor könnten dies Einschränkungen im Bau von Windkraftanlagen sein oder Gesetzmäßigkeiten zum Schutz der Bevölkerung beim Bau von Gaswerken. Auf die sektoralen Faktoren in den untersuchten Sektoren wurde jeweils schon eingegangen. Polen steht in diesen Untersuchungen außer Konkurrenz. Es ist das größte der drei Länder, wirtschaftlich schon am weitesten entwickelt und auch der EU eher beigetreten. Damit soll eine kurze Begründung für die bessere Platzierung im allgemeinen Ländervergleich gegeben sein. Lettland steht zwar seinen Nachbarländern in der wirtschaftlichen Entwicklung etwas hinterher, allerdings holt es zunehmend auf. Die Arbeitslosenquote sinkt, die Personalkosten sind gering, die Umsätze in dem verarbeitenden Gewerbe steigen und die reale Wachstumsrate stieg von 2004 bis 2006 um 2,8% auf 10,2%.[5] Dies sind sicher nicht die einzigen Gründe für ausländische Unternehmen weiter zu investieren. Folglich hat Lettland eine hohe Standortattraktivität.

Fazit

"Ability to sell"

Den größten Wettbewerbsvorteil erlangt Lettland durch seine natürlichen Ressourcen. Die Sektoren der Forstwirtschaft, sowie Eisen- und Stahlprodukte stellen die Exportstärksten Bereiche dar. Hochentwickelte Güter, wie Elektronik oder Autos werden dagegen kaum produziert und exportiert. Hier hat Lettland einen Wettbwerbsnachteil und muss somit diese Güter importieren. Durch einen Vergleich von Export und Import ergibt sich ein Importüberschuss in Höhe von 5,5Mrd.US$. Dies zeigt deutlich, dass Lettland klare Defizite in der "Ability to sell" hat, da eine Konzentration auf die Produktion und den Handel von Rohstoffen wie Holz und Metall keine klaren Vorteile im internationalen Handel hat.


"Ability to attract"

Derzeit sind von insgesamt 73.000km Strasse weniger als die Hälfte asphaltiert, wodurch sich keine ausgeprägte Infrastruktur ergibt. Allerdings werden durch Förderungsprogramme des Staates ausländische Investoren angezogen um diesen Nachteil auszugleichen. Die vergleichsweise niedrigen Personalkosten sind für Unternehmen ein weiterer Anreiz Niederlassungen zu eröffnen. Dies sind nur zwei der Punkte warum Lettland eine gute Standortattraktivität hat, auch wenn es im internationalen Vergleich keine Spitzenposition belegt. Mit einem ansteigenden Wirtschaftswachstum von 10,2% zeigt Lettland sein wirtschaftliches Potenzial, wobei weiterhin mit einem starken Wachstum zu rechnen ist.


Lettlands Position in den letzten Jahren

Lettland schaffte es durch ein stetiges Wirtschaftswachstum in den letzten Jahren keine nennenswerten wirtschaftlichen Verluste hinnehmen zu müssen. Die Anzahl der Exporte und Lieferungen in die Europäische Union nahm durch niedrige lettische Preise stetig zu, was zu einem konstanten Wachstum Lettlands führte. Seit 1999 steigt das BIP kontinuierlich an. Die großen Sektoren Lettlands verzeichneten daher einen großen Zuwachs.

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Prognose

Lettlands Wirtschaft befindet sich derzeit in einem starken Aufwärtstrend, welcher auch die nächsten Jahre anhalten wird. Das BIP steigt seit Jahren stark an und verzeichnete 2006 einen Zuwachs von 18% und 2007 von 15%.[6] Dieser Trend wird auch in den nächsten Jahren nicht einreißen, was einerseits auf die kommende Einführung des Euro und andererseits auf die starke Ausrichtung an der Europäischen Union zurück zu führen ist. Durch die vergleichsweise niedrigen Preise beliefert Lettland inzwischen wesentliche Bereiche der deutschen Automobilindustrie und exportiert im großen Stil Holz in die Europäische Union. Ausserdem produzieren viele Firmen in Nischen und sind daher weniger von weltwirtschaftlichen Konjunkturschwankungen betroffen.

Quellen

Einzelnachweise

  1. http://www.lvm.lv/deu/unsere_wlder/
  2. http://www.seafooddatabase.com/latvia.html
  3. http://www.intec-online.net/fileadmin/contentpool/downloads/lettland/2004/Lettland_Metall_Elektro_2004.pdf
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 http://de.encarta.msn.com/fact_631504798/Lettland.html Cite error: Invalid <ref> tag; name "" defined multiple times with different content Cite error: Invalid <ref> tag; name "" defined multiple times with different content Cite error: Invalid <ref> tag; name "" defined multiple times with different content Cite error: Invalid <ref> tag; name "" defined multiple times with different content
  5. http://www.indexmundi.com/de/lettland/bruttoinlandsprodukt_(bip)_reale_wachstumsrate.html
  6. http://www.indexmundi.com/de/lettland/bruttoinlandsprodukt_(bip).html

Weblinks

Literatur

  • M.Kutschker,S.Schmid,"internationales Management", Oldenbourg, 2006, ISBN: 3-486-58001-9
Fertig.gif Dieser Artikel wurde durch den Review-Prozess vervollständigt und korrigiert. Der Bearbeiter hat den Artikel zur Bewertung eingereicht. --Julia greif 11:17, 2. Jun. 2008 (CEST)