Wettbewerbsfähigkeit Österreich 2008

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Die Republik Österreich befindet sich in Mitteleuropa und hat eine Gesamtfläche von 83.858 km². Österreich grenzt an Deutschland, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Italien, Schweiz und Liechtenstein. Das Land besteht aus neun Bundesländern mit Wien als Hauptstadt. Österreichs Einwohnerzahl beträgt 8,2 Mio. Einwohner. Im Dezember 1955 wurde das Land Mitglied der Vereinten Nationen. Am 01.01.1995 trat Österreich der Europäischen Union bei.[1]


Austria-neu.jpg

Einleitung

Internationale Wettbewerbsfähigkeit

IMDS World Competitivenes Yearbook ( = Jahrbuch der Weltwettbewerbsfähigkeiten des Schweizer Managementinstituts IMD ) beschreibt die internationale Wettbewerbsfähigkeit als wirtschaftswissenschaftliches Gebiet, welches sich mit der Analyse von Fakten und Richtlinien beschäftigt, um die Fähigkeit einer Volkswirtschaft zu gestalten. Dies dient der Erschaffung und Erhaltung einer Umgebung, welche die Nutzenbildung von Betrieben und dessen Mitarbeitern stützt.

Die Ökonomen R. Feurer und Kassim Chaharbaghi definieren die Wettbewerbsfähigkeit im Zusammenhang mit der Finanzkraft und den Kundenwerten. Diese bestimmen die Fähigkeit, auf strategische Veränderungen der Konkurrenz zu reagieren, unter Einbeziehung des Potentials der Bürger und fortschreitender Technologien.

Eine weitere Definition des Begriffs lieferte die OECD ( = Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ). Sie interpretiert die internationalen Wettbewerbsfähigkeit als die Fähigkeit der Länder, international konkurrenzfähige Produkte unter fairen Marktbedingungen zu produzieren und gleichzeitig über einen bestimmten Zeitraum das Pro-Kopf-Einkommen und somit den Lebensstandart ihrer Bürger zu steigern.

Bei der Analyse des Begriffes „Internationale Wettbewerbsfähigkeit“ treten große Schwierigkeiten auf, da der Ausdruck durch eine Vielzahl von Definitionen und Konzepten gekennzeichnet ist und es somit keine allgemein gültige Beschreibung gibt.

Die Konzeptionen der internationalen Wettbewerbsfähigkeit

Ability to sell

Dieses außenhandelsorientierte Konzept stammt von Bela Balassa, einem ungarischen Wirtschaftswissenschaftler. Seinem Ansatz ist folgendes zu entnehmen:

  • Die Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft wird ermittelt durch die Summe der Wettbewerbsfähigkeiten aller Unternehmen eines Landes.
  • Konkurrenzfähig ist eine Nation, wenn sie die Fähigkeit besitzt Produkte auf ausländischen Märkten zu verkaufen.
  • Für die Ermittlung der Wettbewerbsposition werden alle Veränderungen der Wettbewerbsfähigkeit im Zeitablauf betrachtet.
  • Durch bestimmte Indikatoren wird sowohl die preisliche, als auch die nicht – preisliche Überlegenheit eines Landes gegenüber der Konkurrenz gemessen.
    Die qualitativen, nicht – preislichen Kriterien werden zum Beispiel durch den Service verglichen. Die quantitative, preisliche Wettbewerbsfähigkeit wird zum Beispiel anhand des Welthandelsanteils oder am Leistungsbilanzsaldo gemessen. [2]


Ability to earn

Bei dieser Auffassung wird die internationale Wettbewerbsfähigkeit als die Fähigkeit angesehen, im internationalen Vergleich ein hohes Pro – Kopf – Realeinkommen und demnach einen steigenden Lebensstandard der Nation zu erzielen.

Als Indikatoren zur Bestimmung der Bedingungen und Ursachen des Wohlstands stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Die Erklärung des Wirtschaftswachstums anhand der Produktivität ( Konzept: ability to productivity gain ).
  • Die Betrachtung des technischen Wissens und im engeren Sinne des gesamten Wissens, was einem Unternehmen zur Verfügung steht.


Ability to adjust

Dieser Ansatz beurteilt die Wettbewerbsfähigkeit anhand der Anpassungsfähigkeit, -geschwindigkeit und –effizienz von Unternehmen einer Nation. Es werden nicht nur die Unternehmen selbst betrachtet, sondern auch der Erfolg und die Reaktion auf Veränderungen von Angebots - und Nachfragebedingungen. Einen Wettbewerbsvorteil erhält das Land, welches sich am schnellsten und effizientesten gegenüber der Konkurrenz entwickelt, verändert und anpasst.

Es ist ist bis heute nicht gelungen einen passenden Indikator zur Beurteilung zu finden.


Ability to attract

Diese Facette beschreibt die Standortattraktivität einer Wirtschaftsregion für Investoren. Der Sieger des internationalen Standortwettbewerbs ist das Land, welches es schafft die größte Menge an Produktionsfaktoren anzuziehen und an sich zu binden.

Als Indikatoren verwendet man alle Standortfaktoren einer Nation. Dies sind beispielsweise die politische Stabilität eines Landes oder das Saldo der ausländischen Direktinvestitionen.

Indikatoren Österreich 2006 Deutschland 2006
BIP pro Einwohner ( in EUR) 31.140 28.012
Inflationsrate (in %) 1,5 1,7
Arbeitslosenquote (in %) 4,8 8,1
ausländische Direktinvestitionen (Mrd. EUR) 63,4 90,8
Exporte (Mio. EUR) 103.742 894.500
Kaufkraft pro Kopf (in Euro) 15100 18094


Einzelaufgaben

Sektorale Leistungsfähigkeit im Außenhandel

Produktklassifikation

Um detaillierte Daten über Leistungsfähigkeit der Länder im Außenhandel zu erhalten, wird die Trade Competitivness Map verwendet. Sie gibt Auskunft über Exporte und Importe sowie den Außenhandelsbeitrag der Länder, der sich aus der Differenz der Exporte und Importe ergibt. Die Trade Competitivness Map ist nach dem sogenannten Harmonisierten System aufgestellt, welches zur Bezeichnung und Codierung von Waren bzw. Produkten dient. Das harmonisierte System klassifiziert hierbei die verschiedenen Wirtschaftssektoren mit einer zweistelligen Kennziffer (HS2) und die Gütergruppen der Sektoren durch eine vierstellige Kennziffer (HS4).

Die erste Tabelle gibt eine Auskunft über die drei HS2-Sektoren, die den höchsten Außenhandelsbeitrag zu verzeichnen haben.

Wirtschaftssektor Exportvolumen (USD in Tausend) Importvolumen (USD in Tausend) Außenhandelsbeitrag (X-IM) Weltmarktexportanteil in %
00 Alle Wirtschaftssektoren 134,053,296 134,248,268 -194,972 1,1183
84 Boiler, Kernreaktoren, Ausrüstung, u.s.w. 23,375,509 18,242,505 5,133,004 1,4905
48 Papier und Pappe, Zellstoffartikel, Papier und Pappkartons 4,704,855 2,106,851 2,598,034 3,1893
44 Holz und Holzartikel, Holzkohle 4,544,135 2,353,027 2,191,108 4,1113

Jeder Wirtschaftssektor nach dem HS2-System hat eine große Anzahl von Gütergruppen, die durch eine vierstellige Kennziffer aufgeschlüsselt sind. Die folgenden drei Tabellen zeigen die drei Gütergruppen der vorangegangenen Sektoren, die den höchsten Außenhandelsbeitrag aufweisen.

Tabelle 1 zeigt die drei wesentlichen Gütergruppen des HS2-Sektors 84, in welchem Österreich bezogen auf den globalen Exporthandel Rang 18 belegt. Österreich ist sehr abhängig von diesem Sektor, da bezogen auf alle Sektoren 2006 ein Defizit von -194 Mrd. USD entstand.

Wirtschaftssektor und dessen wichtigste Gütergruppen Exportvolumen (USD in Tausend) Importvolumen (USD in Tausend) Außenhandelsbeitrag (X-IM)
84 Boiler, Kernreaktoren, Ausrüstung, u.s.w. 23,375,509 18,242,505 5,133,004
8407 Motoren, direkteinspritzende Ottomotoren und rutierende Kolben 1,728,028 319,407 1,408,621
8408 Kolbenverbrennungsmotoren mit Kompressionszündung (Diesel oder Halbdieselmotoren 1,802,332 678,090 1,124,242
8477 Maschinen und Apparate für die Verarbeitung von Kautschuk oder Kunststoffen oder für die Herstellung von Waren aus diesem Stoff 1,156,978 292,125 864,853

Eine weitere Tabelle zeigt detaillierte Daten über die drei wichtigsten Gütergruppen des HS2-Sektors 48 (Papier und Pappe, Zellstoffartikel, Papier und Pappkartons). In diesem Sektor belegt Österreich Platz 11 auf der Weltexporthandelsliste.

Wirtschaftssektor und dessen wichtigste Gütergruppen Exportvolumen (USD in Tausend) Importvolumen (USD in Tausend) Außenhandelsbeitrag (X-IM)
48 Papier und Pappe, Zellstoffartikel, Papier und Pappkartons 4,704,855 2,106,851 2,598,034
4810 Papier und Papierkartons, beschichtet mit Kaolin und anderen anorganischen Stoffen 1,366,215 458,208 908,007
4802 Unbeschichtetes Papier zum Beschreiben und Bedrucken 1,091,628 210,259 881,369
4819 Verpackungsbehälter aus Papier und Pappe, Zellstoffwatte, Rohpapierbahnen 571,252 254,238 317,014

Die letzte Tabelle zeigt die wesentlichsten Gütergruppen des Sektors 44, mit welchem Österreich in Bezug auf den gesamten Exporthandel Platz 8 belegt.

Wirtschaftssektor und dessen wichtigste Gütergruppen Exportvolumen (USD in Tausend) Importvolumen (USD in Tausend) Außenhandelsbeitrag (X-IM)
44 Holz und Holzartikel, Holzkohle 4,544,135 2,353,027 2,191,108
4407 geschlagenes, geschältes und der Länge nach geschnittenes Holz 1,608,818 514,375 1,094,443
4418 Tischler- und Schreinerhandwerke 1,168,808 284,454 884,354
4410 Holzspanplatten und gleichartige Holzplatten 583,642 112,382 471,260

Insgesamt kann man sagen, das in allen drei Sektoren die ersten beiden Gütergruppen mit deutlichen Vorsprung dominieren gegenüber den Gütergruppen auf Rang drei. Jedoch hat Österreich mit diesen Gütergruppen auf Rang 3 immernoch einen weitaus größeren Vorteil zu allen anderen Gütergruppen in den Sektoren, wenn man den Außenhandelsbeitrag betrachtet, da diese zu einem großen Teil sogar negative Außenhandelsbeiträge aufweisen.

Die stärksten Außenhandelspartner in den HS2-Sektoren

Die nachstehende Tabelle zeigt die 5 wichtigsten Außenhandelspartner Österreichs in den jeweiligen HS2-Sektoren. Jedoch wird der Rang der Länder hier nicht nach dem Außenhandelsbeitrag (X-IM) bestimmt, sondern durch den gesamten Außenhandelsumsatz, also die Summe von Export und Import zweier Volkswirtschaften.

84 Boiler, Kernreaktoren, Ausrüstung, u.s.w. 48 Papier und Pappe, Zellstoffartikel, Papier und Pappkartons 44 Holz und Holzartikel, Holzkohle
Land Außenhandelsumsatz (USD in Tausend) Land Außenhandelsumsatz (USD in Tausend) Land Außenhandelsumsatz (USD in Tausend)
Deutschland 16,530,521 Deutschland 2,268,463 Deutschland 2,096,573
USA 2,010,018 Italien 600,564 Italien 1,782,641
Italien 2,287,563 Frankreich 378,418 Schweiz 309,380
Schweiz 1,638,898 Schweiz 336,225 Japan 244,732
Spanien 1,038,001 UK 268,641 Frankreich 159,234

Die Tabelle macht sehr deutlich, dass Deutschland in allen drei Sektoren der absolute Spitzenreiter ist, und zwar mit erheblichen Vorsprung zu allen anderen Ländern. Gemessen am gesamten Außenhandelsumsatz Österreichs in den einzelnen Wirtschaftssektoren ist Deutschland im HS2-84 mit 39,72%, im HS2-48 mit 33.30% und im HS2-44 mit 30,4% beteiligt.

Die stärksten Außenhandelspartner im Bezug auf den gesamten Außenhandelsumsatz (X+IM) Österreichs

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Die nebenstehende Grafik gibt ein wesentliches Bild über die stärksten Außenhandelspartner Österreichs überhaupt. Auch hier wird der Rang der Länder wieder durch den Außenhandelsumsatz berechnet, jedoch werden hier alle Wirtschaftssektoren einbezogen. Es wird ersichtlich, das Deutschland wieder mit einem riesen Vorsprung dominiert.

Die Rolle verschiedener Faktoren im Bezug auf die wichtigsten Außenhandelspartner

Das Gravitationsmodell stellt die Theorie auf, dass die Intensität der Handelsbeziehungen vom BIP, also dem gesamten Produktionsvolumen und von der geographischen Entfernung zwischen den Handelspartnern abhängt, da hemmende bzw. stimulierende Faktoren wie Transport- und Kommunikationskosten eine große Rolle spielen. Besonders deutlich wird dies am Nachbarland Deutschland, welches mit riesen Vorsprung eine Beteiligung von 37,17% am gesamten Auenhandelsumsatz Österreichs hat. Auch Nachbarland Italien ist mit 7,7% ein wichtiger Handelspartner, dicht gefolgt von der USA, Frankreich und der Schweiz. Allerdings wird die Partnerschaft mit der USA durch Luft-und Seeverkehr begünstigt.


Dossiergraphik2.jpg

In einem weiteren Modell, dem Ricardo-Modell, unterscheiden sich Länder nur aufgrund der Arbeitsproduktivität. Österreich verfügt dann über einen komparativen Vorteil, wenn die Arbeitsproduktivität größer ist als beim Handelspartner hinsichtlich der Produktion eines Gutes. Die nebenstehende Grafik zeigt die Arbeitsproduktivität Österreichs und dessen wichtigster Handelspartner. Gemessen wird diese am BIP in KKS (Kaufkraftstandards) je Beschäftigten. Dieses BIP wird relativ zum Durchschnitt der EU ausgedrückt. Die Indexzahlen sind in KKS ausgedrückt. Dies ist eine einheitliche Währung, die Preisniveauunterschiede zwischen Ländern ausgleicht und damit aussagekräftige BIP-Volumenvergleiche erlaubt. Die Indexzahl 100 ist der EU-Durchschnitt.[3]




Analyse der Außenhandelsstruktur

Dynamische und Strukturelle Analayse

Strukturelle Analyse der Exporte [4]

Die österreichische Außenhandelsstuktur wird mit Hilfe einer dynamischen und strukturellen Porfolioanalyse dargestellt. Beide Grafiken basieren auf der Investment Map Level 3. Die strukturelle Analyse ist eine zeitpunktbezogene Betrachtung und bezieht sich auf den relativen Weltmarktanteil Österreichs 2006 im Verhältnis zum Weltexportwachstums seit 2002. Das durchschnittliche Weltexportwachstum liegt bei 16,458 %,der Weltmarktanteil hingegen beläuft sich auf 1,306 %. Die Portfolio-Matrix ist unterteilt in 4 Quadranten:


1. Quadrant 2. Quadrant
weak in growing sectors "Underachievers"
=> schwach in wachsenden Sektoren
strong in growing sectors "Champions"
=> stark in wachsenden Sektoren
3. Quadrant 4. Quadrant
weak in declining sectors "Declining industries"
=> schwach in abnehmenden Sektoren
strong in declining sectors "Achievers in adversity"
=> stark im abnehmenden Sektoren



Die dynamische Analyse hingegen ist eine zeitraumbezogene Betrachtung (2002-2006), die ebensfalls in einem 4-Felder-Matrix präsentiert wird. Sie verdeutlicht die Beziehung zwischen dem Anstieg des globalen Marktanteils und dem Exportwachstums weltweit, seit 2002.

Dynamische Analyse der Exporte [5]
1. Quadrant 2. Quadrant
Losers im growing sectors
=> Verlierer im wachsenden Sektoren
Winners in growing sectors
=> Gewinner im wachsenden Sektoren
3. Quadrant 4. Quadrant
Losers in declining sectors
=> Verlierer im abnehmenden Sektoren
Winners in declining sectors
=> Gewinner im abnehmenden Sektoren


In den nebenstehenden Analysen werden die 20 bedeutesten Gütergruppen Österreichs betrachtet und es ist erkennbar, dass sich die wichstigsten Exporte auf den sekundären und tertiären Markt konzentieren. Besonderes auffallend hierbei ist der Industriezweig Kraftfahrzeugbau im abnehmenden Sektor der „Achievers in adversity“ ( Export von 14124,2 Mio US$ ) mit einem Marktwachstum von 10,88% und einem Marktanteil von 1,97 %, wobei dynamisch gesehen ein weltweiter Anstieg von 10,67 % zu verzeichnen ist. Ebenfalls ein starker Exportbereich ist der Maschinenbau ( special purpose machinery: 7818,42 Mio US$ und general purpose machinery: 9863,58 Mio US$), der sich im gleichen Quadranten befindet. Mit einem Wachstum von 30,72 % und einem Marktanteil von 4,14 %, kann auch diese Branche einen Zuwachs am Weltmarkt von 2,02 % verzeichnen. Grund dafür könnte die gelungene Umsetzung einer Nischenpolitik Österreichs sein mittels Innovationen und technologisch anspruchsvollen Konzepten der Unternehmen [6]. Es läßt sich daraus schließen, dass beide Wirtschaftszweige einen unterdurchschnittlichen Exportwachstum aufweisen bei überdurchschnittlichen Weltmarktanteil. Desweiteren nimmt die Roheisen- und Stahlherstellung im "Champions" Quadranten, d.h. überdurchnittliches Exportwachstum (25,61%) bei überdurchschnittlichen Weltmarktanteil (1,97%) eine relevante Rolle ein, verzeichnete allerdings dynamisch gesehen einen Rückgang von 1,97 % seit 2002, aufgrund branchenspezifischen Schwächen. Einen deutlich erkennbaren und wichtigen Marktanteil (11,21 %) nimmt der tertiäre Markt, sprich die Dienstleistungen ein. Mit einem Anstieg des globalen Marktanteils von 27,75 % gehören die Dienstleistungen (z.B. Tourismus, Finanzdienstleisten, Handel) zu den Gewinner im wachsenden Sektor, was auf seinen sehr dynamischen Welthandelszuwachs schließen lässt.

Erklärungsfaktoren und Triebkräfte

Die Arbeitsproduktivität definiert die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft und liefert zudem eine Aussage über die internationale Wettbewerbsfähigkeit eines Landes [7]. Betrachtet man den linken Graph, stellt man fest, dass ein stetiger Produktivitätszuwachs von 2002 bis 2006 zu verzeichnen ist. Mit einer Gesamterwerbsquote von 71,9 % [8] liegt Österreich damit über dem EU-Wert und bestätigt somit seine Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich.

Der rechte Graph zeigt die realen Austauschverhältnisse ( Terms of Trade ) 2002-2006. Es wird ersichtlich das die TOT bis 2003 sanken, bis 2004 wieder einen Anstieg aufwiesen, jedoch bis 2006 wieder stetig abnahmen. Ursachen hierfür liegen in den Importgüter- und Exportgüterpreisentwicklungen. Steigen die Einfuhrpreise stärker als die Ausfuhrpreise erhalten wir eine fallende Kurve. Gleiches gilt im Umkehrschluss für das ansteigen der Kurve.

Arbeitsproduktivität [9]
reale Austauschverhältnisse [10]


Sektorale Standortattraktivität

ADI

Die ausländischen Direktinvestitionen (ADI) (foreign direct investments, FDI) sind Kapitalinvestitionen eines ausländischen Investors im Inland, um Einfluß auf die inländische Unternehmen bzw. Sektoren nehmen zu können. Dies geschieht meistens durch Errichtungen von Betriebsstätten, Gründungen von Tochterunternehmen, Übernahmen von inländischen Unternehmen oder Beteiligungen, wodurch die Unternehmenspolitik entscheidend beeinflusset werden kann. Motive für die Tätigung einer solchen ausländischen Direktinvestition können Steuervergünstigungen, niedrigere Lohnkosten oder geringe Umweltschutzauflagen des Inlandes sein. Weitere Motive sind die Umgehung von Handelshemmnissen, Sicherung bzw. Erschließung von Rohstoffquellen und Absatzmärkte. Somit sind die ausländischen Direktinvestition ein guter Indikator der internationalen Wettbewerbsfähigkeit eines Landes.[11]

ADI sind auch ein wichtiges Meßinstrument in Hinblick auf die Globalisierung. Sie zeigen die Verflechtungen der Volkswirtschaften untereinander,d.h. ob direkte, stabile oder langjährige Verflechtungen vorliegen.[12]

Die nachfolgende Tabelle weist auf, welche 3 Sektoren in Österreich den größten absoluten Zufluß an ADI 2005 haben. Somit lässt sich erkennen, dass die Finanzdienstleistungen mit 3,9 Mrd. US$, die Geschäftsaktivitäten mit 3,7 Mrd. US$ und der Groß- und Einzelhandel mit 2,2 Mrd. US$ an der Spitze der absoluten ADI Zuflüsse stehen.

Sektoren absolute ADI 2005 in Mio US$ relative ADI 2005 Investitionen je Einwohner in US$ Investitionsbestand in Mio US$
Total 9,044.7 100 1,107 69,453.7
Finanzdienstleistungen 3,970.8 43,9% 486 7,443.9
Geschäftsaktivitäten 3,784.3 41,8% 463 31,345.8
Groß- und Einzelhandel 2,206.1 24,4% 270 12,732.5
Tabelle 1: Sektoren mit der stärksten Anziehungskraft auf ADI in Österreich (Quelle:http://www.investmentmap.org/invmap/prioritySector_fdi.aspx?prg=0)


Die Betrachtung nach den Investitionsbeständen zeigt eine neue Reihenfolge, somit liegen die Geschäftsaktivitäten mit 31,3 Mrd. US$ an der Spitze, gefolgt von dem Groß- und Einzelhandel mit 12,7 Mrd. US$ und die Finanzdienstleistungen nur mit 7,4 Mrd. US$. Bei den relativen ADI ist das Verhältnis der ADI eines Sektors zum gesamten Zufluß an ausländischen Kapital gemeint.

Trotz der fast übermäßigen Spitzenposition des Tertiären Sektors (die 3 größten Sektoren siehe Tabelle 1), ist ein Blick auf den sekundären Sektor und primären Sektor nicht zu vernachlässigen. In Tabelle 2 zeigt sich, dass es zwar noch Zuflüsse von ADI in den drei attraktivsten Sekundärsektoren gibt, aber es eher gegen Null tendiert, was sehr gut an den relativen ADI zu erkennen ist. In Tabelle 3 wird noch deutlicher, dass in Österreich kaum noch ausländische Direktinvestitionen im Primärsektor zu verzeichnen sind. Im Gegenteil, es sind eher Abflüsse als Zuflüsse zu registrieren.

Sekundärsektoren absolute ADI 2005 in Mio US$ relative ADI 2005 Investitionen je Einwohner in US$ Investitionsbestand in Mio US$
Total 9,044.7 100 1,107 69,453.7
Elektronik 181.6 2,0% 22 1,561.9
Chemikalien, chemische Produkte 161.7 1,8% 20 3,363.3
Gummi- und Plastikprodukte 29.9 0,3% 4 532.0
Tabelle 2: Sekundärsektoren mit der stärksten Anziehungskraft auf ADI in Österreich (Quelle:http://www.investmentmap.org/invmap/prioritySector_fdi.aspx?prg=0)


Primärsektoren absolute ADI 2005 in Mio US$ relative ADI 2005 Investitionen je Einwohner in US$ Investitionsbestand in Mio US$
Total 9,044.7 100 1,107 69,453.7
Bergbau und Steinbruch 10.0 0,1% 1 245.4
Landwirtschaft und Jagd -16.2 -0,17% -2 27.1
Öl, Erdöl, Benzin -19.9 -0,2% -2 210.0
Tabelle 3: Primärsektoren mit der stärksten Anziehungskraft auf ADI in Österreich (Quelle:http://www.investmentmap.org/invmap/prioritySector_fdi.aspx?prg=0)
Entwickung der Sektoren.jpg



Auf der rechten Grafik ist erkennbar das der tertiäre Sektor seit 2004 enorm gewachsen ist, wobei der primäre Sektor fast gleich geblieben ist, dies ist eine deutliche Aussage das sich das Industrieland Österreich in den letzten Jahren mehr in Richtung Handels- und Dienstleistungsunternehmen entwickelt hat und Landwirtschaft und Bergbau über die Jahre stagniert. Der Sekundärsektor dagegen ist seit 2003 stetig gefallen was ein Indiz dafür ist, das der Industriesektor in Österreich durch den tertiären Sektor viel an ADI verloren hat, folglich gewinnt der Tertiärsektor in Österreich immer mehr an Attraktivität für ausländische Investoren.

Die Rolle des komparativen Vorteils

Der komparative Vorteil (lat. vergleichen) besagt nach der Außenhandelstheorie von David Ricardo folgendes, wenn 2 Länder untereinander Handel betreiben werden beide Länder reicher, da jedes Land auf bestimmte Güter und Dienstleistungen spezialisiert ist und diese zu geringsten Opportunitätskosten herstellen kann. Somit wird nur in dem Sektor ausländische Direktinvestitionen getätigt der auch eine komparativen Vorteil vorzuweisen hat, genauer gesagt hat dieses Land dann besser Möglichkeiten Ressourcen zu nutzen um diese bestimmten Güter und Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen..[13] Exportiert also ein Land mehr in einem Sektor als es importiert, dann hat es in diesem Sektor einen Außenhandelsüberschuß, welcher ein ganz eindeutiges Merkmal dafür ist, das ein komparativer Vorteil vorhanden ist, der wiederum ausländische Investitionen anzieht. Falls aber mehr importiert als exportiert wird, liegt ein Außenhandelsdefizit vor, dieser zeigt das der Sektor einen komparativen Nachteil hat und somit nicht attraktiv für ausländische Investoren ist.

Folgende Tabelle zeigt, das Österreich vor allen in den verarbeiteten Industrie, Holz sowie Zellstoff Verarbeitungen eine komparativen Vorteil vorweist.

Sektoren Exporte in Tsd. US$ 2006 Importe in Tsd. US$ 2006 Außenhandelsüberschuß in Tsd. US$ Außenhandels-Koeffizient
Kessel, Maschinen, Kernreaktoren, etc. 23,375,509 18,242,505 5,133,004 12,3%
Papier & Pappe, Waren aus Zellstoff 4,704,885 2,106,851 2,598,054 38,1%
Holz und Holzwaren, Holzkohle 4,544,135 2,353,027 2,191,108 31,8%
Tabelle 4: Sektoren mit Außenhandelsüberschüssen in Österreich 2006(Quelle:http://www.intracen.org/appli1/TradeCom/RS_TP_CI.aspx?RP=040&YR=2006)


Tabelle 4 zeigt auf, das in Österreich Erdöl, Bekleidung und org. Chemie einen komparativen Nachteil haben, folglich werden in diese Sektoren keine ausländischen Investitionen getätigt, was auch an Defizit deutlich zu sehen ist.

Sektoren Exporte in Tsd. US$ 2006 Importe in Tsd. US$ 2006 Außenhandelsdefizit in Tsd. US$ Außenhandels-Koeffizient
mineralische Brennstoffe, Öl, etc. 7,064,856 18,476,241 11,411,385 -44,7%
Bekleidung und Zubehör, nicht gestricktes oder gehäkeltes 1,011,238 2,318,549 1,307,309 -39,3%
organische Chemikalien 1,365,843 2,393,142 1,027,299 -37,3%
Tabelle 4: Sektoren mit Außenhandelsdefiziten in Österreich 2006 (Quelle:http://www.intracen.org/appli1/TradeCom/RS_TP_CI.aspx?RP=040&YR=2006)

Die Rolle der Importsubstitution

Importsubstitutionen bedeutet, dass Importgüter durch selbst produzierte Güter ersetzt werden und somit die eigene Wirtschaft gestärkt wird.[14] Aber es bringt auch Nachteile, z.B. das anfangs viel Geld investiert werden muss, obwohl es durch Importe viel günstiger wäre, zumindest in der Anfangszeit. Ein anderer Nachteil ist, das die ADI zurückgehen wenn das Ausland selber produziert und nicht mehr in inländische Sektoren investiert, dies hat negative Folgen auf diese Sektoren im Inland und auch auf die gesamte Wirtschaft des Landes. In Österreich sind keine Importsubstitutionen vorhanden, das dies auch meistens bei Entwicklungsländern angewandt wird.

Analyse der ausländischen Direktinvestitionen im Untersuchungland

Ausländische Direktinvestitionen

Direktinvestitionen (foreign direct investment = FDI) sind grenzüberschreitende Investitionen, die ein Investor tätigt, um sich langfristig an einem ausländischen Unternehmen zu beteiligen und auf dessen Geschäftspolitik Einfluss zu nehmen. Dieser Einfluss besteht bei einer Beteiligung von 10% des Kapitals des Direktinvestitionunternehmens.
Es gibt zwei Arten von FDI, die aktiven FDI und die passiven FDI. Die aktiven (outward investment) beschreiben Investitionen österreichischer Investoren im Ausland (z.B.: Beteiligungen), die passiven (inward investment) beschreiben Investitionen von ausländischen Investoren in Österreich (z.b.: Joint Venture, Outsourcing).
Wir betrachten im Folgenden die passiven FDI Österreichs.


Motive für Direktinvestitionen

Um die Direktinvestitionsströme zu kategorisieren gibt es folgende Motive, welche zur Verdeutlichung von Wettbewerbsvorteilen (competitive Advantage) dienen.

1. absatzorientierte Motive (market-seeking)

  • Wachstumsorientierte Strategie um den Absatz der Unternehmung zu erweitern
  • Abhängigkeit des Handels von der Marktgröße und Entfernung der Partnerländer
  • vorwiegende Nutzung von Ländern, die sich im Industrialisierungsprozess befinden
  • Analyse durch das Gravitationsmodell


2. effizientsorientierte Motive (efficiency-seeking)

  • bezieht sich auf Strategien zur Senkung der Produktionskosten durch Realisierung eines komperativen Vorteils oder durch Fixkostendegression
  • höhere Profitabelität
  • Einteilung in verkaufsorientierte und produktorientierte Netzwerke
  • Analyse durch das Ricardo-Modell


3. beschaffungsorientierte Motive (ressource-seeking)

  • Konzentration auf dem primären Sektor
  • Sicherung der eigenen Rohstoffversorgung
  • wichtig für stark wachstumsorientierte Nationen
  • Analyse durch das Heckscher-Ohlin-Modell


4. wertsteigerungsorientierte Motive (created-asset-seeking)

  • taktische Investition (z.B.: in neue Technologie)
  • höhere Produktivität
  • meist in Kooperation mit anderen Fremdunternehmen, z.B. durch Gründung von Gemeinschafsunternehmen oder Unternehmensfusionen
  • mögliche Analyse über Heckscher-Ohlin-Modell


Industrie passive (inward)
Direktinvestitionen
in Mio. US$ 2005
aktive (outward)
Direktinvestitionen
in Mio. US$ 2005
Total
9,044.7
10,023.4
DI1.JPG
DI2.JPG

Daten, Fakten, Motive zu passiven Direktinvestitionen in Österreich

Österreich ist ein hochentwickeltes Industrieland mit großem Dienstleistungsanteil, was dieses Land für ausländische
Unternehmen interessant macht. Zudem investieren aber auch viele österr. Unternehmen im Ausland, somit kommt es zu einem relativ ausgeglichenen Verhältnis von passiven und aktiven Investitionsströmen.
Von den 9,0044.7 Mio.US$ passiven FDI kommt der Großanteil aus Deutschland (44.3%), Italien (30.3%) und Belgien (11.3%).
Auf den tertiären Sektor (Dienstleistungssektor) entfallen 78.8% aller passiven FDI, auf den Sekundärmarkt entfallen 20.5% und auf den Primärmarkt nur 0.7%. Die Entwicklung der passiven FDI zeigt einen schwankenden Verlauf auf relativ hohem Niveau mit zuletzt wieder steigenden Tendenz. Dies zeigt eine hohe Attraktivität Österreichs für ausländische Investoren.

Die absatzorientierten Motive werden durch die Investitionen aus den Nachbarländern (Deutschland, Italien, Belgien) verdeutlicht. Österreich hat hier eine günstige Lage in Mitten dieser Industrieländer. Das Gravitationsmodell beschreibt hier die Abhängigkeit der Entfernung der Partnerländer. Wobei die fehlende Sprachbarriere ebenfalls ein Faktor für deutsche FDI ist.

Ein mögliches effizienzorientierte Motiv für Investoren ist das 2005 veränderte Außensteuerrecht, welches Investitionen vom Ausland ins Inland anregen soll. Zudem ist speziell für Deutschland ein niedriger Körperschaftssteuersatz von 25%, eine vorteilhafte Gruppenbesteuerung und ein Verzicht auf die Gewerbesteuer, interessant. Dies sind Gründe für einen komparativen Vorteil, der in das Ricardo-Modell einfließt.


Beschaffungorientierte Motive beziehen sich auf den Primärmarkt Österreichs, wie die Rohstoff- und Energiegewinnung. Auf dem Sektor der Rohstoff- und Energiegewinnung verfügt die Alpenrepublik über reiche Ressourcen, doch macht eine stetig expandierende Industrie in zunehmendem Maße ergänzende Importe erforderlich. Somit ist Österreich auf diesem Sektor uninteressant für das Ausland. Mit einem Anteil des Primärmarktes von 0,7% ist dieses Motiv zu vernachlässigen.


Das wertsteigerungsorientierte Motiv ist wohl der überzeugendste Grund für ausländische Investoren, welches zu vielen strategischen Investitionen führt. Besonders die passiven FDI im Finanzdienstleistungs- und Geschäftsaktivitätenbereich schlagen deutlich zu Buche. Beide Bereiche gehören in den tertiären Sektor (Dienstleistungssektor), welcher 78,8% der passiven FDI ausmacht. Als Beispiel wurden 2007 die Eigentumsrechte an der Bank Austria von der deutschen HypoVereinsbank mittelbar an die italienische Unicredit übertragen, somit kommt es zu strategischen FDI aus Italien.[15] Zudem unterstützt die stabile politische und wirtschaftliche Lage die Investitionsentscheidungen. Aus hohem Investitionszufluss resultiert viel Kapital, was in das Heckscher-Ohlin-Modell mit einfließt, um die Investition und das Motiv zu bewerten.


Sektoraler Wettbewerb um ausländische Direktinvestitionen

Um innerhalb des sektoralen Wettbewerbs die meisten ausländischen Direktinvestoren anziehen zu können, müssen die Länder attraktive Investitionsbedingungen vorweisen.

Österreich entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten zu einem der zukunftsorientiertesten und wettbewerbsfreundlichsten Wirtschaftsstandorte und rangiert bei der Standortwahl ausländischer Investoren weit oben. Dennoch befinden sich viele Wettbewerber mit vergleichbaren Voraussetzungen in greifbarer Nähe. Um diese feststellen zu können, müssen die attraktivsten Industriesektoren Österreichs ausfindig gemacht werden.

Laut der „Investment Map“, einem Marktanalysewerkzeug, betrug der Zufluss an ausländischen Direktinvestitionen ( kurz: ADI ) im Jahr 2005 in Österreich 9,044.7 Mio. US$. Der Investitionsbestand belief sich auf 69,453.7 Mio. US$, zirka 13,6% mehr als im vorangegangenen Zeitraum seit 2003. [16]

Die drei stärksten, aussichtsreichsten Anziehungspunkte des Standortes Österreich befanden sich in den Sektoren Finanzen, Geschäftsaktivitäten und Handel.

stärkste Sektoren Österreichs
2005 <br\>
Zuflüsse ausländischer Direktinvestitionen 2005
(in Mio. US$) <br\>
Investitionsbestand 2005
(in Mio. USD) <br\>
Jährliche Durchschnittsänderung seit 2003
(in %) <br\>
Finanzen 3,970.8 7,443.9 -0.4
Geschäftsaktivitäten 3,784.3 31,345.8 24.8
Handel 2,206.1 12,732.5 3.4

[17]

Sektor Finanzen

Die meisten Zuflüsse an ADI in Höhe von 3,970.8 Mio. US$ erreichte Österreich durch den Sektor Finanzen. Damit liegt das Land im Vergleich zur Konkurrenz auf dem 14. Platz.

Standortvorteile Österreichs sind das unternehmerfreundliche Steuersystem mit einer Körperschaftssteuer von 25%, das günstige Steuermodell für Privatstiftungen, die niedrige Unternehmensbesteuerung, die akzeptable Einkommenssteuer und der Verzicht auf Vermögens- und Gewerbesteuern.

Als stärkster Konkurrent zeigte sich die USA mit Zuflüssen von 41,408.0 Mio. US$.

Länder Zuflüsse ausländischer Direktinvestitionen (in Mio. US$) Jahr Rang im sektoralen Wettbewerb
USA 41,408.0 2006 1
Das Vereinigte Königreich 23,853.4 2006 2
Schweiz 22,469.9 2006 3
... ... ...
Österreich 3,970.8 2005 14

[18]

Sektor Geschäftsaktivitäten

Geschäftsaktivitäten umfassen Immobilien und Forschung. Hier belegte Österreich den 13. Platz. Die ausländischen Investitionszuflüsse beliefen sich auf 3,784.3 Mio. US$. Die jährliche Durchschnittsänderung des Investitionsbestandes zeigt, dass Österreich mit 24,8% auf dem Vormarsch zur Weltspitze ist.

Der Vorsprung liegt in den hochqualifizierten Arbeitskräften, erstklassiger Forschung, geschäftsfreundlicher Umgebung, geringen Zutrittsbarrieren, wie günstige Lizenzgebühren und schneller, unbürokratischer Abwicklung der Lizenzvergabe, in der ausgezeichneten Infrastruktur, den relativ günstigen Büromieten und in der starken Kompetenz zu den Märkten von Mittel– und Osteuropa.

Zahlreiche Unternehmen wie beispielsweise IBM, Siemens oder Coca Cola nutzen diese Vorteile zur Entwicklung neuer Technologie oder Produktion von High – End – Produkten.

Den ersten Rang im internationalen Wettbewerb belegte Frankreich.

Länder Zuflüsse ausländischer Direktinvestitionen (in Mio. US$) Jahr Rang im sektoralen Wettbewerb
Frankreich 21,565.8 2006 1
USA 19,615.0 2006 2
Hong Kong ( SAR China ) 18,679.6 2006 3
... ... ...
Österreich 3,784.3 2005 13

[19]

Sektor Handel

Mit dem Handel erreichte Österreich Zuflüsse von 2,206.1 Mio. US$ und belegte damit Platz 11.

Durch die Ostöffnung der EU fielen die Grenzkontrollen, Grenzwartezeiten, Grenzformalitäten weg und neue Absatzgebiete konnten erschlossen werden. Einen weiteren Standortvorteil brachte die Einführung des Euros. Handelsunternehmen erleichterte er den Ein- und Verkauf im Ausland und für ausländische Konkurrenten eröffneten sich neue Marktchancen im Inland. Die starken Kaufkraftströme sind beispielsweise auf die hohe Bevölkerungszahl zurückzuführen.

Die USA findet sich auch in diesem Sektor als stärkster Konkurrent Österreichs wieder.

Länder Zuflüsse ausländischer Direktinvestitionen (in Mio. US$) Jahr Rang im sektoralen Wettbewerb
USA 24,600.0 2006 1
Das Vereinigte Königreich 13,820.0 2006 2
Hong Kong ( SAR China ) 9,397.7 2006 3
... ... ...
Österreich 2,206.1 2005 11

[20]

Wettbewerbsvorteile der stärksten Konkurrenten

Um die Wettbewerbsbeziehungen in den attraktivsten Bereichen Österreichs zu analysieren, müssen zunächst die Gründe für die starke Konkurrenz in allgemeine und sektorale Faktoren gegliedert werden. Allgemeine Faktoren spiegeln sich in den Bedingungen innerhalb eines Landes wieder, wie z. B. die Arbeitsmarktlage oder staatliche Vergünstigungen. Sektorale Faktoren beziehen sich auf die landesspezifischen unterschiedlichen Anteile einzelner Wirtschaftssektoren, wie z. B. Ressourcen oder Infrastruktur.

USA

Allgemeine Faktoren:

Der größte Vorteil Amerikas ist die Gesamtfläche des Landes von 9.629.091 km². In den USA leben Zirka 301,1 Mio. Menschen. Aufgrund höherer Geburtenzahlen und Migration wächst die Zahl jährlich um 1,2%. Die Zahl der Erwerbstätigen beläuft sich auf 153,1 Mio. ( inklusive Arbeitslose ). [21]


Sektorale Faktoren:

Das BIP beläuft sich auf 46.000 US$ pro Kopf. Jährlich wird zirka ein Fünftel des Welteinkommens erwirtschaftet. Weiterhin zeichnet sich das Land durch hohes Rohstoffvorkommen, Exportvolumen, unternehmerische Initiative, gut ausgebildete Infrastruktur, hohes Einkommensniveau, Mindestlöhne von 5,15 US$ pro Stunde, dem schwachen Dollar und dem freien Handel aus. [22]

Frankreich

Allgemeine Faktoren:

Frankreich liegt auf Platz 5 der größten Exportstaaten weltweit und ist Mitglied in zahlreichen Organisationen. Weiterhin verfügt das Land über ein hervorragendes internationales Verkehrsnetz, mit Paris als zentralen Knotenpunkt.

Sektorale Faktoren:

Frankreich bietet ein breites Grundstücksangebot, ausgezeichnete Finanzierungen, gut ausgebautes Transportnetz, staatliche Beihilfen für beschäftigungsschwache Gebiete, Steuererleichterungen, qualifizierte Arbeitskräfte und hohe Technologien. Das Börsenparkett ist ein weiterer Anziehungspunkt für ausländische Direktinvestoren.[23]


Der Industriestandort Österreich befindet sich innerhalb des sektoralen Wettbewerbs auf dem Weg zur Spitze. Das Land ist sehr gut positioniert. Es ist die Nation mit den meisten, als auch teilweise längsten Außengrenzen und zeichnet somit seit Jahrzehnten, als Verkehrsknotenpunkt, die höchsten Produktivitätszuwächse in Europa auf. Viele internationale Unternehmen sehen im Standort Österreich ein ideales Sprungbrett in die osteuropäischen Regionen und Märkte.


Schlussteil

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Die Prognose für Österreich wird von der WIFO (Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung) in den folgenden Jahren sehr positiv bewertet, auch wenn ein "Wachstumsknick" durch die gedämpfte Dynamik der EU und auf den Weltmärkten erwartet wird. Obwohl durch die internationale Finanzkrise, den hohen Euro und den stetig steigenden Energiekosten, eine gesamte Schwächung der Märkte vorliegt, zeigt sich der Wachstumsmotor Export und auch die Investitionen 2007 unbeeindruckt. Für 2008 prognostiziert das WIFO dagegen einen merklichen Wachstumsrückgang auf 2,2%. Gefolgt vom Jahr 2009, wo es eine weitere Abnahme der Wachstums auf 2,0% geben wird. Gründe hierfür sind die oben genannten Risiken die weiter ansteigen und eine Verschlechterung der internationalen Rahmenbedingungen. Diese Schwächung würde sich dann vom Export auf die heimischen Investitionen übertragen. Das Klima der ausländischen Investitionen ist vorteilhaft im internationalen Vergleich und Österreich gilt weiterhin als ein attraktiver Wirtschaftsstandort.[24]






Quellen

Literatur

  • Paul R. Krugmann/Maurice Obstfeld: Internationale Wirtschaft "Theorie und Politik der Außenwirtschaft", 7. Auglage, Pearson Studium 2006

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/01-Laender/Oesterreich.html
  2. http://www-1.mtk.ut.ee/varska/2000/Mitschke.pdf, S. 230 - 232
  3. http://epp.eurostat.ec.europa.eu/portal/page?_pageid=1996,39140985&_dad=portal&_schema=PORTAL&screen=detailref&language=de&product=EU_strind&root=EU_strind/strind/ecobac/eb021
  4. http://www.investmentmap.org/invmap/en/chart/BubbleChart.aspx?country=AUT&year=0&scrh=770&scrw=1280 (31.05.2008; 16:15)
  5. http://www.investmentmap.org/invmap/en/chart/BubbleChart.aspx?country=AUT&year=0&scrh=770&scrw=1280(31.05.2008; 16:13)
  6. http://www.bankaustria.at/informationspdfs/Standort_Oesterreich_final.pdf
  7. http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsproduktivit%C3%A4t
  8. http://wko.at/statistik/eu/europa-erwerbsquoten.pdf
  9. http://ec.europa.eu/economy_finance/indicators/annual_macro_economic_database/ameco_applet.htm (31.05.2008; 18:17)
  10. http://ec.europa.eu/economy_finance/indicators/annual_macro_economic_database/ameco_applet.htm (31.05.2008; 18:20)
  11. http://de.encarta.msn.com/encyclopedia_1201539599/Ausl%C3%A4ndische_Direktinvestitionen.html
  12. http://de.wikipedia.org/wiki/Direktinvestitionen
  13. http://de.wikipedia.org/wiki/Komparativer_Vorteil
  14. http://de.wikipedia.org/wiki/Importsubstitutionspolitik
  15. http://www.oenb.at/de/stat_melders/presse/Aussenwirtschaft/Direktinvestitionen/2008/pa_di_20080514_direktinvestitionen_trotzen_finanzmarktturbulenzen.jsp
  16. http://www.investmentmap.org/invmap/en/competitorCountry.aspx?prg=0
  17. http://www.investmentmap.org/invmap/en/prioritySector.aspx?prg=0 (Abgerufen: 30. Mai. 2008, 14:42)
  18. http://www.investmentmap.org/invmap/en/competitorCountry.aspx?prg=0(Abgerufen: 30. Mai. 2008, 10:35)
  19. http://www.investmentmap.org/invmap/en/competitorCountry.aspx?prg=0 (Abgerufen: 30. Mai. 2008, 10:41)
  20. http://www.investmentmap.org/invmap/en/competitorCountry.aspx?prg=0 (Abgerufen: 30. Mai. 2008, 10:45)
  21. http://www.ipicture.de/daten/land_usa.html
  22. http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/UsaVereinigteStaaten/Wirtschaft.html#t2
  23. http://www.hlbi.com/dbifiles/dbi_pdf/DBFranceGER.pdf
  24. https://www.bfai.de/ext/anlagen/PubAnlage_4181.pdf