Technologische Effizienz

From Wiwiwiki.net
Jump to navigationJump to search
Fertig.gif Dieser Artikel wurde durch den Review-Prozess vervollständigt und korrigiert. Der Bearbeiter hat den Artikel zur Bewertung eingereicht. --Susanbaeumler 13:31, 28. Apr. 2008 (CEST)

Die technologische Effizienz wird massgeblich durch die Produktionsfunktion gekennzeichnet. Diese beschreibt nach der outputorientierten Form, auch genannt das Maximumprinzip, welche Menge an Inputs x1,x2,...,xn man benötigt um eine maximale Outputmenge y zu erzeugen. Nach der inputorientierten Form (ökonomisches Prinzip) versucht man eine gegebene Outputmenge mit möglichst geringem Inputeinsatz zu erzeugen.

Technologie und Technik

"Die Technologie an sich beschreibt alle Verfahren zur Produktion und Distribution von Waren und Dienstleistungen. Sie wird häufig verwechselt oder aus Einfachheit mit dem Begriff der Technik gleichgestellt." [1]

Unter Technik[[1]] jedoch versteht man die Anwendungen einer Methode oder eines bestimmten Prinzips, die eine gewisse ergebnisorientierte Wirkung erzielen. Wohingegen Technologie die Anwendung der verfügbaren Technik beschreibt und eher prozessorientiert ist. Sie setzt Grenzen im Umgang mit der Technik und verwendet physikalische, technische und chemische Verfahren.

Weiterhin muss man an dieser Stelle 2 Ansätze unterscheiden, den "technology-push"-Ansatz, indem zuerst ein bestimmtes Verfahren entwickelt wird und später erst die Anwendung und der Nutzen gesucht werden. Anders hingegen ist es bei dem "technolgy-pull"-Ansatz. Bei dieser Methode wird ein bestimmtes Verfahren genau nach den menschlichen Bedürfnissen entwickelt.

Geschichte

Der Begriff Technologie als solcher wurde bereits 1777 von Johann Beckmann[[2]] im deutschen Sprachraum geprägt und in seinem Werk "Technologie als Wissenschaft" näher erläutert. Seither gab es viele Neu- und Weiterentwicklungen in diesem Bereich. Heute bestehen viele Unterschiede im Wissensstand über einzelne Verfahren und Techniken in den unterschiedlichen Regionen der Erde. Industrienationen wie USA, Deutschland, China u.a. haben durch ihre wirtschaftliche Entwicklung und Lage und der Konkurrenz der Unternehmen untereinander einen wesentlichen Vorteil in der Verfügbarkeit von Technologien gegenüber Entwicklungs- und Dritte Welt-Ländern.

Im Laufe der Geschichte fand ein starker technologischer Fortschritt statt, der eng mit dem gesellschaftlichen Wandel verbunden ist. Es wurden immer wieder neue Verfahren entwickelt, die alte ersetzten. Somit entstanden Beziehungen zwischen den einzelnen Prozessen.

Prozessbeziehungen:

  • 1: neue Prozesse erzeugen mit gleichen Faktoren die gleiche Ausbringungsmenge wie alte Prozesse, mit teilweise geringerem Faktoreinsatz: technisch effizient
  • 2: neuer Prozess, gleiche Faktoren, gleiche Ausbringungsmenge, benötigen teilweise mehr teilweise weniger Faktoreinsatz: nicht direkt technisch effizient, situationsbedingt, d.h. je nachdem welcher Faktor (Arbeit, Kapital) mehr zur Verfügung steht, dies ist keine rein technische sondern eine ökonomische Entscheidung
  • 3: neuer Prozess verarbeitet Produkte und Faktoren die erst neu entdeckt wurden

Produktion

Der Begriff Produktion[[3]] an sich ist sehr allgemein und beschreibt jegliche Veränderung von Gütern in sachlicher, zeitlicher und räumlicher Hinsicht. Aus ökonomischer Sicht bezeichnet man alle Prozesse bei denen ein Gut in ein andersartiges Produkt umgewandelt wird. Dabei können die Güter materiell oder immateriell (z.B. Dienstleistungen) sein.

Produktionsprozesse

Die Betrachtung der Produktionsprozesse bezeiht sich hauptsachlich auf die herkömmliche Art der Herstellung.

Rahmenbedingungen

Für eine allgemeine Produktion benötigt man Inputs, die auch als Produktionsfaktoren[[4]] bezeichnet werden. Hierzu zählen:

  • Arbeit: z.B. qualifizierte Arbeitskräfte, ungelernte Arbeitskräfte, unternehmerische Arbeit der Führungskräfte
  • Kapital: Finanzkapital (Geld um ein Unternehmen aufrecht zu erhalten) und physisches Kapital (hergestellte Produkte wie z.B. Gebäude, Maschinen und Lagerbestände)
  • Rohstoffe: z.B. Stahl, Kunststoff, Elektrizität und Wasser
  • Boden bzw. Raum
  • Zeit

Zu dem muss man erwähnen das kurzfristig meist nur eine begrenzte Zahl an Inputs zur Verfügung steht, wohingegen langfristig die Produktionsfaktoren variieren können. Weiterhin sind bei der Betrachtung der Produktionsprozesse die äußeren Faktoren zu berücksichtigen. Hierzu zählen:

  • Wettbewerbsintensität
  • Industriezweig
  • Standortbedingungen
  • unternehmensspezifische Charakteristika wie: Größe, Rechtsform (Eigentümerstruktur z.B. öffentliche oder private Unternehmen)

Zur Vereinfachung und besseren Darstellung wird im Allgemeinen jedoch die Betrachtung der externen Faktoren außer acht gelassen und die Inputs werden auf Arbeit und Kapital beschränkt. Zudem wird angenommen, dass Input und Output Stromgrößen[[5]] sind. Aus diesen Annahmen heraus lässt sich eine Produktionsfunktion ableiten, die sich wie folgt darstellt:

Produktionsfunktion

y = x (K,L)

Abb. 1 Produktionsfunktionen

Diese Abbildung ist eine schematische Darstellung der Produktionsfunktion[[6]], woran erkennbar ist, dass Produktionsprozess 1 kapital- und Produktionsprozess 2 arbeitsintensiver ist.

Abb.2 Produktionsfunktion

Eine Produktionsfunktion gibt an, welche Möglichkeiten es gibt einen bestimmten Output zu erzeugen mit verschiedenen Verhältnissen der Inputs, so das keine Resourcen verschwendet werden. An Bild 2 lässt sich erkennen, dass Punkt A technologisch ineffizient ist, da es möglich wäre mit der selben Menge an Inputs ein größere Menge Output zu erzeugen. Punkt B ist demnach technologisch effizient, da alle Punkte auf der Funktion technologische Effizienz darstellen. Daraus leitet sich ab, dass Punkt C ebenfalls ineffizient ist, zudem liegt C außerhalb der Produktionsmöglichkeitenmenge und ist demnach nicht realisierbar. Weiterhin ist ersichtlich, dass mit steigendem Faktoreinsatz auch die Produktionsmenge zunimmt. Wenn es jedoch zu einem technischen Fortschritt kommen sollte, dann wird es möglich sein, mit dem selben Input eine größere Menge Output zu erzeugen.

  • Beispiel:

5000 Arbeitskräfte (Faktor Arbeit) erwirtschaften mit einem Investitionsvolumen von 1,5 Mrd. (Faktor Kapital) maximal 250000 PKW pro Jahr. Ebenso wäre es möglich mit 7000 Arbeitskräften 250000 PKW pro Jahr zu erwirtschaften doch dies wäre ineffizient und eine Ressourcenverschwendung des Faktors Arbeit.

Isoquante

Eine andere Darstellungsweise der technologischen Effizienz ist mit Hilfe von Isoquanten möglich. Diese geben sämtliche Möglichkeiten an, wie ich mit verschiedenen Inputkombis die gleiche Outputmenge produzieren kann.

  • Beispiele für mögliche Isoquante:
Abb. 3 Isoquante

Bei Kurve 1 ist eine Substitution der Inputs nicht möglich, diese Funktion ist eigentlich nur in Punkt A technisch effizient. Bei Kurve 2 ist die Faktorsubstitution nur im beschränkten Umfang möglich. Bei Kurve 3 sind die Inputfaktoren komplett ersetzbar. Trotzdem muss man der Vollständigkeit halber sagen , dass z.B. der weitgehende Ersatz von Arbeit durch höheres Kapital dennoch immer einen Mindesteinsatz an Arbeit erfordert.

Diese eben erläuterten Isoquante kann man zu einer Isoquantenschar zusammenfassen, welche wiederum die Produktionsfunktion eines Unternehmens darstellen.

Quelle

Literatur

  • Franzke, Anton; Grundlagen der Volkswirtschaftslehre (2004); 2.Auflage; Schäffer-Poeschel Verlag Stuttgart
  • Kortmann, Walter; Mikroökonomik Anwendungsbezogene Grundlagen (2002); 2.Auflage; Physica-Verlag Heidelberg
  • Lancaster, Kelvin; Moderne Mikroökonomie (1987); 3.Auflage; Campus Verlag Frankfurt/Main New York
  • Stobbe, Alfred; Mikroökonomik (1991); 2.Auflage; Springer
  • Rubinfeld, Daniel L.; Pindyck, Robert S.; Mikroökonomie (2003); 5.Auflage; Verlag Pearson Studium
  • Varian, Hal R.; Grundzüge der Mikroökonomik (2001); 5.Auflage; R.Oldenburg Verlag Münschen Wien

Weblinks

Einzelnachweise