Skaleneffekt

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Fertig.gif Dieser Artikel wurde durch den Review-Prozess vervollständigt und korrigiert. Der Bearbeiter hat den Artikel zur Bewertung eingereicht. --Alexander Schmidt 14:00, 28. Apr. 2008 (CEST)


Definition

Externe Skaleneffekte entstehen dann, wenn die Durchschnittskosten der gesamten Produktionsmenge einer Branche (Sektor) durch Synergieeffekte innerhalb dieser Brache gesenkt werden können. Hierbei ist die Größe des einzelnen Unternehmens im Vergleich zu internen Skaleneffekten nicht unbedingt maßgeblich. Das einzelne Unternehmen kann Kostenersparnisse aus den Synergieeffekten der gesamten Branche erzielen.

Auffällig ist, dass externe Skaleneffekte dann enstehen, wenn sich eine Branche räumlich konzentriert. Auf diese Weise treten die Synergieeffekte besonders hervor.


Gründe für Synergieeffekte

Eine räumliche Konzentration des Sektors, sowie eine zunehmende Größe ermöglichen die Existenz von spezialisierter Vorleistungs- und Investitionsgüterindustrie. Die Vorleistungsgüter und Investitionsgüter verbilligen sich, aufgrund von steigenden Skalenerträgen und zunehmenden Grenzproduktivitäten, je stärker das Branchencluster wächst.

Eine Grundvoraussetzung für Wachstum in hoch innovativen Branchen ist Wissen. Der Wissens- und Technologietransfer nimmt mit wachsendem Sektor zu.

Ein Branchencluster konzentriert das nötige Know-How.

Einordnung

Externe und interne Skaleneffekte bezeichnet man als "economies of scale" oder "steigende Skalenerträge". Steigende Skalenerträge bedeuten sinkende Erzeugungskosten je Produktionseinheit mit steigender Ausbringungsmenge. Eine Kostenverminderung (Degression) tritt als Folge der Aufteilung der Fixkosten auf einen wachsenden Ausstoß auf, sodass die Durchschnittskosten fallen.[1]


Anwendungsbeispiel[2]

Zwei Länder produzieren jeweils unter identischen Produktionsbedingungen zwei vergleichbare Güter, Kartoffeln und Mais. In beiden Sektoren werden externe Skaleneffekte unterstellt. Die Sektoren produzieren also mit steigenden Grenzproduktivitäten bzw. zunehmenden Skalenerträgen. Jedes Land hat seine eigene Nachfragepräferenz bezüglich der produzierten Güter. Daraus resultieren in beiden Ländern unterschiedliche Preise für vergleichbare Produkte. In Land 1 ist die Nachfrage nach Kartoffeln höher als in Land 2 und in Land 2 ist die Nachfrage nach Mais höher als in Land 1. Daher sind im Land 1 die Kartoffeln und im Land 2 der Mais relativ billiger als im jeweils anderen Land.

Beide Länder beginnen nun die produzierten Güter zu handeln. Die relativ billigeren Kartoffeln aus Land 1 finden Abnehmer aus Land 2. Gleiches geschieht mit dem relativ billigeren Mais aus Land 2, der seine Abnehmer im Land 1 findet. Nach Aufnahme des Außenhandels verbilligen sich Mais für Land 1 und Kartoffeln für Land 2 relativ. Die Kartoffelproduzenten aus Land 1 und die Maisproduzenten aus Land 2 erreichen ein relativ höheres Preisniveau auf dem Absatzmarkt. Dies schafft Anreize, die Produktion der Kartoffeln in Land 1 und des Mais in Land 2 zu erhöhen. Wegen steigender Grenzproduktivitäten ist es daher sinnvoll, dass Land 1 alle Ressourcen in die Produktion von Kartoffeln steckt. Eine Bündelung der Ressourcen auf die Maisproduktion in Land 2 ist die logische Konsequenz. Diese Spezialisierung findet seine Ursache in den verschiedenen Nachfragepräferenzen beider Länder. Der Markt und somit der Absatz für die Kartoffelproduzenten aus Land 1 und für die Maisproduzenten aus Land 2 vergrößert sich nach Aufnahme des Außenhandels, da sie ihre Produkte im jeweils anderen Land preiswerter anbieten können als der heimische Produzent.

Die Güterversorgung beider Länder verbessert sich aufgrund steigender Skalenerträge im Zuge der Spezialisierung erheblich. Auf welche Güter sich die Länder nach Aufnahme des Außenhandels spezialisieren, legen die Nachfrager mit ihrem Konsumverhalten fest.

Eine einmal erfolgte Spezialisierung wird meist für lange Zeit beibehalten. Der spezialisierte Sektor genießt Spezialisierungsvorteile und generiert somit extrem hohe Markteintrittskosten.

Spezialisierung

Das Beispiel zeigt, dass relative Produktionsvorteile auf externen Skaleneffekten beruhen. Die Produktionsmenge erhöht sich, nachdem beide Länder Handel treiben, sodass sich die Durchschnittskosten im Spezialisierungssektor verringern. Wohlgemerkt können externe Skaleneffekte auch dann auftreten, wenn viele Unternehmen den Sektor angehören. Es kann also durchaus starker Wettbewerb auf den nationalen Markt herrschen. International ensteht durch die Spezialisierung und räumlichen Konzentration ein Wettbewerbsvorteil. Es enstehen Markteintrittsbarrieren für mögliche neue Konkurrenten, die in den Markt eintreten wollen.

Für neue Wettbewerber (Land 2) zeichnet sich folgendes Szenario ab:[3]

Die Grafik zeigt die weltweite Nachfrage ADj nach einem Gut j. In der Ausgangssituation herrscht im Punkt A ein internationales Marktgleichgewicht vor. Land 2 kann jede vergleichbare Produktionsmenge, aufgrund relativ geringer Arbeitskosten, günstiger herstellen als das Spezialisierungsland. Obwohl die Stückkosten von Land 2 geringer sind, kann es dennoch erst ab der Menge xj1 ohne Verluste produzieren. Das Spezialisierungsland baut mithilfe der economies of scale marktbeherrschende Stellung aus und erschwert somit den Zugang zum Markt.


Bild.jpg
ADj Nachfrage nach einem Gut j
cj1 Stückkosten des Gutes im Spezialisierungslandes
cj2 Stückkosten in Land 2
xj Produktions- und Nachfragemenge


Fazit

  • Economies of scale ermöglichen durch Außenhandel eine Spezialisierung verschiedener Sektoren, die sich räumlich konzentrieren.
  • Spezialisierte Sektoren errichten Markteintrittsbarrieren aufgrund ihrer marktbeherrschenden Stellung unter der Ausnutzung steigender Skalenerträge.

Einzelnachweise

  1. www.wirtschaftslexikon.de
  2. vgl. Dieckheuer (2001): Internationale Wirtschaftsbeziehungen , 5. Auflage, Oldenburg, S.119f.
  3. vgl. Dieckheuer (2001): Internationale Wirtschaftsbeziehungen , 5. Auflage, Oldenburg, S.121f.

Literatur

  • Paul R. Krugman/Maurice Obstfeld: Internationale Wirtschaft, Theorie und Politik der Außenwirtschaft, 7. Auflage (2007)
  • Paul A. Samuelson/William D. Nordhaus]: Volkswirtschaftslehre. 15. Auflage (1998)
  • G. Dieckheuer: Internationale Wirtschaftsbeziehungen , 5. Auflage (2001), Oldenburg
  • Prof. Dr. Th. Sauer: Internationale Wirtschaftsbeziehungen, FH Jena - FB BW - VWL III, Kapitel 6

Weblinks

http://www.wirtschaftslexikon.de

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