Politische Argumente für Freihandel

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Obwohl es logisch scheint, dass Produkte aus dem Ausland des Unternehmen des eigenen Landes schwerer machen, entspricht dies nie der Wahrheit. Vielmehr ergänzen sich mehrere Länder gegenseitig, indem sich jedes auf bestimmte Produkte spezialisiert. Diese Erkenntnis macht jede Art von Handelshemmnissen überflüssig. Dennoch kann man behaupten, dass es kein Land auf der Welt gibt, welches einen absoluten Freihandel mit einem anderen Land betreibt. Deshalb muss mit Hilfe von politischen Argumenten ein Weg gefunden werden, so "frei" wie möglich handeln zu können.


1. Begriffserläuterungen

Politisches Argument

Argument Allgemein

„Ein Argument (lateinisch „Beweisgrund, Beweismittel“) ist eine Aussage oder eine Folge von Aussagen, die zur Begründung oder zur Widerlegung einer Behauptung (These), angeführt wird.“ [1]

Politisches Argument

Politische Argumente werden in den demokratischen Ländern benötigt, um Interessen bestimmter regierenden Gruppierungen, wie z.B. Parteien, zu belegen und durch Diskussionen andere von der eigenen Meinung zu überzeugen. Ihre Aufgabe besteht darin, anderen eine andere Sicht auf Sachverhalten näher zu bringen, um somit Vorschläge zu erarbeiten, die der Gesellschaft am meisten Nutzen bringt.

Freihandel

Allgemein

bezeichnet den grenzüberschreitenden Warenaustausch zwischen verschiedenen Ländern ohne politische Einschränkungen, wie beispielsweise Zöllen oder Handelsbeschränkungen.


Alternative Erläuterung

1. „Internationaler Güterhandel, der frei von jeglicher handelspolitischer Beeinflussung ist.“[2]

2. „Organisationsform internationaler Handelsbeziehungen ohne künstliche Handelsrestriktionen (wie Zölle, Kontingente) bzw. außenhandelspolitische Interventionen.“[3]


2. Abgrenzung

Diese Argumente finden im Rahmen der Weltwirtschaftspolitik statt und hängen eng mit der Frage im Zusammenhang, wie viel man dem Markt selbst zumuten kann. Also ob er in der Lage ist, sich selbst zu regulieren. Gerade im 21. Jahrhundert, in den Zeiten der Globalisierung und dem Wachstum der östlichen Märkte, gewinnt die Frage, wie stark man auf den Außenhandel Einfluss nehmen soll, immer mehr an Bedeutung.


3. Klassischer Grundgedanke

David Ricardo (1772-1823) erklärte in seinem Hauptwerk „On the Principles of Political Economy and Taxation“, dass sich der Güteraustausch zwischen zwei Ländern auch für alle Beteiligten lohnt, obwohl nur einer Absolute Kostenvorteile hat. Dieses Phänomen ist auch als Ricardo-Modell(oder Ricardo-Theorem) bekannt. Dieser Grundgedanke empfiehlt es jeder Volkswirtschaft, sich auf die Produkte zu spezialisieren, bei deren Produktion sie einen komparativen Kostenvorteil gegenüber anderen Ländern haben. Jede Beeinflussung des freien Handels würde somit zu einer unnatürlichen Verzerrung dieser Vorteile führen, da z.B. Importzölle den Kostenvorteil anderer Länder senken würden oder Exportsubventionen die eigenen erhöht.


4. Argumente

Wirtschaftliche Argumente

1. Von dem unregulierten Handel profitieren alle beteiligten Länder Gleichermaßen, weil die vorhandenen Ressourcen der einzelnen Länder optimal auf die Fähigkeiten der beteiligten verteilt werden

2. Protektionismus bringt meist nur Vorteile für einzelne Interessengemeinschaften und nicht für die gesamte Gesellschaft

3. Durch die Spezialisierung der Länder entstehen Kostenvorteile, das heißt Global gesehen entsteht eine höhere Produktivität (durch bessere Skalenerträge)

Diplomatische Argumente

1. Durch die komplexeren Handelsnetzwerke kommt es zwischen den Ländern zu größeren Abhängigkeiten, was wiederum zu mehr Frieden führt. Zum Beispiel hätte ein Land, das in der Produktion von Fertigungsmaschinen Kostenvorteile hat und deshalb seine Nahrungsmittel hauptsächlich importiert, wenig Interesse mit nahrungsmittelspezialisierten Ländern in Konflikt zu kommen.

2. Der Freihandel ist aber auch ein Instrument um diplomatische Forderungen gegenüber anderen Ländern durchzusetzen.

Soziale Argumente

1. Durch geöffnete Märkte steigt das inländische Angebot. Somit entsteht ein größerer Preiskampf, von dem die Verbraucher profitieren.

2. Aufgrund des freien Handels steigt auch die Nachfrage nach Produkten. Dies fordert eine höhere Produktion, was wiederum zu mehr Beschäftigung führt.


Einzelnachweise

1. Aus Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Argument

2. Gabler Wirtschafts-Lexikon, 16.Auflage, Gabler Verlag, 2005

3. Gabler Wirtschafts-Lexikon, 13.Auflage, Gabler Verlag, 1993

Literatur

1. Paul R. Krugman/Maurice Obstfeld: Internationale Wirtschaft, 7. Auflage(2007) S. 279ff 2. Frank Lehmann: Wirtschaft, 3. Auflage (2006) S. 246-250 3. Helmut Wagner, Einführung in die Weltwirtschafspolitik,1991 S. 29f

Internetquellen

1. http://www.weltpolitik.net

  1. Aus Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Argument
  2. Gabler Wirtschafts-Lexikon, 16.Auflage, Gabler Verlag, 2005
  3. Gabler Wirtschafts-Lexikon, 13.Auflage, Gabler Verlag, 1993