Wettbewerbsfähigkeit Maltas 2008

From Wiwiwiki.net
Jump to navigationJump to search
Fertig.gif Dieser Artikel wurde durch den Review-Prozess vervollständigt und korrigiert. Der Bearbeiter hat den Artikel zur Bewertung eingereicht. --RobertWeller 23:43, 1. Jun. 2008 (CEST)

Gruppenaufgabe

Internationale Wettbewerbsfähigkeit

Die internationale Wettbewerbsfähigkeit ist in der Literatur nicht einheitlich bestimmt. Es existiert jedoch ein umfassender Ansatz nach Trabold, welcher auf vier wesentlichen Konzepten beruht. Dabei unterscheidet man zwischen der "ability to sell", "ability to earn", "ability to adjust" und der "ability to attract".

Die sogenannte "ability to sell" nach Balassa beschreibt die Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft als Summe der Wettbewerbsfähigkeit aller Unternehmen der betroffenen Volkswirtschaft. Dabei steht insbesondere die Fähigkeit eigene Produkte auf ausländischen Märkten zu verkaufen im Vordergrund. Teilgebiete zur Bestimmung der Wettbewerbsfähigkeit sind hier die Preiswettbewerbsfähigkeit und die Nichtpreiswettbewerbsfähigkeit. Die Preiswettbewerbsfähigkeit wird durch die Fähigkeit, Produkte zu konkurrenzfähigen Preisen auf dem Weltmarkt anbieten zu können, definiert. Die Indikatoren sind die Preise der Güter bzw. deren Veränderung zwischen verschiedenen Anbietern und der Leistungsbilanzsalden der Volkswirtschaften. Qualitative Merkmale, zum Beispiel die Verarbeitung der Produkte oder die Servicequalität, sind Indikatoren zur Bestimmung der Nichtwettbewerbsfähigkeit.[1]

Einen weiteren Ansatz zur Definition internationaler Wettbewerbsfähigkeit stellt die "ability to earn" dar. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit wird, unter Einbeziehung gesamtwirtschaftlicher Aspekte, als Fähigkeit der Volkswirtschaft definiert, ihren Wohlstand beziehungsweise ihr Realeinkommen zu mehren. Teilgebiete sind hier einerseits eine Definition über die Produktivität der inländischen Unternehmen und zum anderen die Bestimmung der Wettbewerbsfähigkeit über das technische Innovationspotenzial (technologische Wettbewerbsfähigkeit) der Volkswirtschaft. Indikatoren für die Wettbewerbsfähigkeit durch Produktivität sind beispielsweise Arbeits- und Kapitalproduktivität der inländischen Unternehmen. Technologische Wettbewerbsfähigkeit im engeren Sinn stellt die Fähigkeit der Unternehmen dar, technisches Wissen zur Produkt- und Prozesserneuerung zu schaffen. Indikatoren sind zum Beispiel Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie Ausmaß und Qualität von neuen Patenten. Im weiteren Sinn versteht sich diese als das Ausmaß des gesamten Wissens, welches den Unternehmen in der Volkswirtschaft zur Verfügung steht. Die Indikatoren sind das Pro-Kopf-Einkommen und Produktivität pro Arbeitsstunde im sekundären und tertiären Sektor.

Bei der "ability to adjust" wird ebenfalls eine volkswirtschaftlichen Perspektive eingenommen. Entscheidend hierbei ist jedoch, dass sich die Volkswirtschaften nicht in einem statischen, sondern in einem dynamischen Umfeld bewegen, das heißt sie müssen bestmöglich auf Veränderungen reagieren müssen. Es lassen sich daher drei wesentliche Faktoren zum Bestimmen der "ability to adjust" definieren: Unternehmertum, ordnungspolitische Rahmenbedingungen und die Produktionsstruktur. Das Unternehmertum zielt auf die Innovationsfähigkeit der Unternehmer in einer Volkswirtschaft ab. Nur wenn diese es schaffen, ihre Produkte so konkurrenzfähig zu gestalten, dass sie auch auf dem Weltmarkt abgesetzt werden können, kann das Land Erfolg im internationalen Wettbewerb haben. Weiterhin kann der Staat durch geeignete Rahmenbedingungen die Voraussetzungen für den internationalen Erfolg der nationalen Unternehmen schaffen (beispielsweise durch Subventionen, "schlanke" Verwaltung, Bürokratieabbau). Letzlich bezieht sich die Entwicklung der Produktionsstruktur eines Landes auf die stetige Verbesserung der Produktionsprozesse und somit auf das Schaffen von komparativen Produktionsvorteilen. Da noch keine geeigneten Indikatoren zur Messung dieser "ability to adjust" zur Verfügung stehen, beruft man sich in der Regel auf qualitative Messgrößen. Problematisch ist hierbei die Vergleichbarkeit auf internationaler Ebene.[2]

Die "ability to attract" umschreibt die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes einerseits in Bezug auf die Attraktivität und andererseits auf die speziellen Produktionsbedingungen eines Standortes. Die Bestimmung der "ability to attract" erfolgt durch die Ermittlung der Wettbewerbsstärke und der Standortqualität. Die Wettbewerbsstärke eines Landes wird anhand des Saldos der Direktinvestitionen oder der Arbeitslosenrate bestimmt. Erfolgt die Ermittlung der Wettbewerbsfähigkeit nach dem Produktionsbedingungen eines Standortes, so ist dieser Standort individuell auf seine Gegebenheiten zu prüfen. Dabei werden die jeweiligen Vor- und Nachteile eines Untersuchungslandes im Hinblick auf "hard facts", wie beispielsweise Steuerregelungen und auf "soft facts", wie beispielsweise politische Stabilität, gegenübergestellt. [3]

Auf Malta bezogen sind vor allem die ability to adjust und die ability to attract von Bedeutung, da Malta aufgrund seiner geringen Größe und seiner Randlage innerhalb der EU nicht den Rahmen für große Industrien bieten kann. Die abilitiy to sell und ability to earn nehmen daher in der Betrachtung eine untergeordnete Rolle ein. Malta sollte versuchen sich auf die dynamischen Wettbewerbsgegebenheiten schneller und effizienter als andere Staaten anzupassen.

Einzelaufgaben

Sektorale Leistungsfähigkeit im Außenhandel

Allgemeine Außenhandelsdaten 2006

Exportanteile-Malta.JPG

Alle im Abschnitt "Sektorale Leistungsfähigkeit im Außenhandel" verwendeten Daten sind der Trade Competitivness Map von Intracen entnommen. Aufgrund der unterschiedlichen Kategorisierungen ergeben sich zwangsläuftig Unterschiede zu den Daten der Investment Map.

Außenhandelsdaten Höhe
Exporte 2,78 Mil. US$
Importe 4,26 Mil. US$
Net Trade -1,48 Mrd. US$

Die drei wichtigsten Wirtschaftssektoren

Wichtigsten HS2-Malta.JPG

Unter HS2 ist die Kategorisierung nach dem zweistelligen harmonisierten System bezüglich der jeweiligen Sektoren zu verstehen. Auffallend ist hierbei die dominante Stellung des Sektors 85, welcher allein mehr als dreimal soviel Net Trade erzielt, als Sektor 49 oder 95. Man kann daher sagen, dass Malta sehr stark vom Exportüberschuss dieses Sektors abhängig ist.


Die wichtigsten Gütergruppen innerhalb der Sektoren

Wichtigsten HS4 in 85-Malta.JPG

Die Sektoren gemäß HS2 erfassen jeweils viele verschiedene Gütergruppen, welche wiederum nach dem HS4-System, also vierstellig, klassifiziert sind. So ergeben sich im Sektor 85 folgende bestimmenden Gütergruppen: Überaus dominant ist 8541 - die Halbleiter- und Diodenproduktion. Diese Gütergruppe stellt mit einem Net Trade von ca. 1,3 Milliarden US$ mit weitem Abstand die größte "Einnahmequelle" der maltesischen Wirtschaft dar.


Wichtigsten HS4 in 49-Malta.JPG

Auch hier im Sektor 49 fällt auf, dass es wieder eine bestimmende Produktgruppe (4907) gibt, wobei der Net Trade von 73 Mil. US$ jedoch in Bezug auf den Net Trade der Halbleiter- und Diodenproduktion sehr gering ist.




Wichtigsten HS4 in 95-Malta.JPG

Wie schon im Sektor 85 und 49 fällt auch im Sektor 95 die Dominanz einer Produktgruppe auf. Hierbei handelt es sich um die Sammelposition 9503 "andere Spielzeuge", welche mit einem Net Trade von 68 Mil. US$ zwar weit vor den anderen Produktgruppen des Sektor liegt, aber dennoch im Vergleich mit der Halbleiter- und Diodenproduktion stark abfällt.



Maltas bedeutendste Handelspartner gemessen am Außenhandelsumsatz (Turnover)

Wichtigsten Partner-Malta.JPG

Anders als bei den eindeutigen Verteilungen in Bezug auf den Net Trade der einzelnen Sektoren und Produktgruppen, lässt sich hier kein bestimmender Handelspartner herausfiltern. Maltas Wirtschaft ist demnach nicht nur von einem Handelspartner abhängig.

Bei Betrachtung der einzelnen Sektoren fällt die Dominanz jeweils eines Handelspartners in den Sektoren 49 und 95 auf, wobei im Sektor 85 relative Ausgeglichenheit herrscht.

Wichtigsten Partner HS4.Malta.JPG


Interpretation der offenbarten komparativen Vorteile

RCA-Malta.JPG

Ricardo-Modell

Ricardo verleiht dem komparativen Vorteil zentrale Bedeutung für den Außenhandel. Dieser kann anhand des RCA-Index dargestellt werden. Den Spitzenplatz nimmt Sektor 60 "gestrickte und gehäkelte Stoffe" ein. Dieser Sektor ist bei Betrachtung des absoluten Net Trades der viertstärkste Wirtschaftszweig Maltas. Mit relativ großem Abstand dahinter folgen dicht nacheinander die Sektoren 95 und 49, also der dritt und der zweitgrößte Sektor. Der anhand des absoluten Net Trades dominierende Sektor 85 nimmt gemessen am RCA-Index nur einen der hinteren Plätze ein.



Arbeitsproduktivität-Malta.JPG

Weiterhin können die komparativen Vorteil anhand der Arbeitsproduktivitäten dargestellt werden. Trotz der sehr hohen RCA-Werte in einigen Sektoren liegt Malta bezogen auf die Arbeitsproduktivität unterhalb des EU-Mittelwert, sowie auch deutlich unter den Werten der wichtigsten Handelspartner. Diese weisen also ggü. Malta einen komparativen Vorteil bezogen auf die Produktivität auf.




BIP-pro-kopf-Malta.JPG

Schlussendlich führt auch eine höhere wirtschaftliche Leistung pro Kopf zu einem verstärkten Außenhandel. Das BIP pro Kopf ist demnach ein wichtiger Indikator für die Produktivität eines Landes. Auch hier zeigt sich, dass Malta deutlich unter dem Niveau der Handelspartner liegt.




Das Gravitationsmodell

Ausgehend von der Formel zum Berechnen des Gravitationsmodells ergibt sich, dass der Außenhandelsumsatz zwischen zwei Ländern maßgeblich durch deren BIP (+) sowie deren Entfernungen zueinander (-) bestimmt wird. Malta als sehr kleines und bevölkerungsarmes Land hat demnach einen geringen Außenhandelsumsatz. Auch seine ungünstige Lage, zentral im Mittelmeer ohne direkte Nachbarn und als südlicher "Außenposten" der EU, sowie das Nichtvorhandensein von nennenswerten Rohstoffvorkommen verschlechtern die Handelsmöglichkeiten. Handel über den Landweg ist aufgrund der besonderen Lage gar nicht möglich. Malta ist daher auf die Schifffahrt und den Warenverkehr per Flugzeug angewiesen. Umso bemerkenswerter ist jedoch der sehr hohe RCA-Wert in den Sektoren 60, sowie 95 und 49. Die drei wichtigsten Handelspartner Maltas weisen alle ein, um ein Vielfaches, höheres BIP auf. Großbritannien und Deutschland liegen in etwa gleich weit entfernt von Malta, wobei hingegen Frankreich, durch seine Mittelmeerküste im Süden, näher an Malta liegt. Auch der Handelsweg per Schiff ist somit bezogen auf Frankreich kürzer. Alle drei Staaten sind, wie auch Malta, Mitglieder der EU zusätzliche Transaktionskosten fallen daher nicht an.


Heckscher-Ohlin-Modell

Heckscher-ohlin-Malta.JPG

Gemessen am Heckscher-Ohlin-Modell würde Malta genau in den Sektoren exportieren, in denen es die benötigten Produktionsfaktoren in ausreichendem Maße besitzt und diese effektiv zum Einsatz bringen kann. Anderenfalls würde importiert werden. Der Quotient aus Boden und Arbeitskraft ist in Malta am rel. geringsten, d.h. dass Malta auch eher in arbeitsintensiven Sektoren exportiert.

Analyse der Außenhandelsstruktur

Wichtigste Exportzweige
Wichtigste Importzweige

Die wichtigsten Export- und Importgüter bzw. Sektoren Maltas werden durch die beiden nebenstehenden Grafiken dargestellt.[4]


Strukturelle und dynamische Analyse der Außenhandelsstruktur

Export mit FDI
Export Strukturell


Zur Analyse wird i.d.R. eine Darstellung von 15 Sektoren verwendet. Bereits für maltesische Verhältnisse geringe Mengen würden im Welthandel nicht bemerkt werden. Auch einer Verzerrung der Analyse durch geringste Mengen wird dadurch vorgebeugt. Mehr als 15 Sektoren werden nur bei Alleinstellungsmerkmalen eines Sektors in einem Portfolioquadranten betrachtet. Angaben ohne Level beziehen sich auf Lev.3.

In Lev.2 (hierzu Exporte mit FDI) sind die oben aufgeführten Hauptexportzweige erkennbar (zwischen Champions und Achievers in adversity: Elektroindustrie mit 1560.16 Mill. USD- Achivers in adversity: Hotel- und Restaurantgewerbe, andere kommerzielle Dienstleistungen, Verkehrsdienstleistungen, Kunststoffindustrie, Medienbereich- Declining industries: Bekleidungsindustrie, Lebensmittel-Tabakindustrie, Fahrzeug- und Maschinenbau, chemische Industrie).

Die strukturelle Exportanalyse (Lev.3) stellt den Weltmarktanteil Maltas bezogen auf das Jahr 2006 dem Weltexportwachstum seit 2002 gegenüber. Das durchschnittliche Weltexportwachstum seit 2002 beträgt 16,458% und der durchschnittliche Weltmarktanteil Maltas bezogen auf alle Produkte 0,031%. Zunächst fällt die wertmäßig überragende Bedeutung des Exports von elektronischen Ventilen, Elektronenröhren und anderen elektronischen Bauteilen auf ("nur" 0,25% Weltmarktanteil bei Volumen von 1323,84 Mill. USD). Strukturell gesehen bewegt er sich zwischen den Champions (über Weltdurchschnitt wachsender Export bei überdurchschnittlichen Marktanteil) und den Achievers in adversity (unterdurchschnittliches Exportwachstum bei überdurchschnittlichen Marktanteil). In HS6 liegt der Halbleitersektor (1316,4 Mill. USD, Weltmarktanteil 24,86%!) als überragender Teil der Elektronikindustrie branchenmäßig aber unter dem durchschnittlichen Weltexportwachstum.

Im Quadranten der Champions sind keine Exportzweige vorhanden. Im Bereich der Underachievers (überdurchschnittliches Exportwachstum bei unterdurchschnittlichen Marktanteil) sind mit einem sehr geringen Exportwert nur die Herstellung und Veredelung von Ölprodukten vorhanden. Declining industries (unterdurchschnittliches Exportwachstum bei unterdurchschnittlichen Marktanteil) sind der Spezialmaschinen- und Fahrzeugbau, die Bekleidungsindustrie, Teile der Lebensmittelindustrie sowie die Herstellung von anderen chemischen Produkten (zweitgrößter Exportsektor im Portfolio mit 151,76 Mill. USD). Im Quadranten der Achievers in adversity sind das Verlagswesen, die Herstellung von elektronischen und medizinischen Geräten, Teile der Lebensmittelindustrie und die Kunststoffindustrie zu finden. In HS6 kommen hier noch die Spielzeugindustrie und die Briefmarken- und Banknotenherstellung hinzu. Durchschnitt ist in HS6 die Medikamentenherstellung.
Zusammenfassend besteht mit der Herstellung von elektronischen Komponenten eine für Malta marktanteilsmäßig starke, aber unter Wachstumsgesichtspunkten allenfalls nur durchschnittliche, Exportkonzentration. Champions fehlen und bis auf die Elektronikindustrie kommen allenfalls das Verlagswesen und die Herstellung medizinischer und elektronischer Geräte bezogen auf Markanteil und Exportwachstum in Gesamtbetrachtung in die Nähe des Durchschnittes.

Export Dynamisch

Im Rahmen der dynamischen Analyse wird das Expotwachstum seit 2002 der relativen Steigerung bzw. Verringerung des Marktanteils von Malta seit 2002 bezogen auf den jeweiligen Sektor gegenübergestellt. Auffallend ist hier, dass die vorgenannte Elektroindustrie als mengenmäßig weitaus stärkster Exportzweig um 12,49% seit 2002 geschrumpft ist, wobei die Halbleitersektor in HS6 nur 4,99% verlor. Weitere Losers in Declining sectors sind die Textilindustrie (relativer Weltmarktanteil -34,34%), die Herstellung von anderen Lebensmitteln, die allgemeine verarbeitende Industrie (Manufacturing n.e.c.) der Spezialmaschinenbau, Teile der Kunststoffindustrie sowie knapp die Herstellung von elektrischen Geräten. Zu den Winners in Declining sectors gehören das Verlagswesen, das Fischereiwesen, der Fahrzeugbau, knapp die Herstellung von medizinischen Geräten, mit einem beträchtlichen Wachstum am relativen Weltmarktanteil von 60,4% aber einem Exportwachstum knapp unter Durchschnitt (13,32%) die chemische Industrie und in HS6 der Briefmarken-Banknotensektor (relativer Weltmarkanteil +2356.65%!). Einen knappen Champion gibt es nur in HS6 mit der Medikamentenherstellung (relativer Weltmarktanteil +131,74%).

Eine Export vs FDI-Inflow Analyse ist nicht möglich, da die Daten zu den ausländischen FDI's im Graph fehlen.

Arbeitsproduktivität
Terms of Trade


Die Entwicklung der Arbeitsproduktivität (Grafik links, für Malta seit 2003 steigend) ist im Ricardo-Modell entscheidend, ebenso wie die Ressourcenausstattung im Heckscher-Ohlin-Modell. Auch die Entwicklung der Terms of Trade als Austauschverhältnisse (Grafik rechts, für Malta bis 2004 wechselnd, dann steigend) ist für den Handel und die Einkommensverteilung von großer Bedeutung. Für eine Würdigung fehlen in allen Modellen die Daten zu den wichtigsten Handelspartnern bezogen auf die wichtigsten Wirtschaftszweige Maltas (aus AMECO nicht entnehmbar), da es sich dabei um relative Betrachtungen handelt. Auch hat Malta eine Vielzahl an Handelspartnern und die o.g. Modelle gehen jeweils nur von zwei Ländern aus.

Sektorale Standortattraktivität

Definition von Direktinvestition

Direktinvestition ( eng.:Foreign Direct Investment)werden laut Definition als finanzielle Aktivitäten im Ausland bezeichnet und gelten als Anzeiger der Globalisierung. Investiert wird meist in bereits bestehende Unternehmen (Beteiligung), aber auch in Fusionen, Neugründungen und Joint Ventures um sich einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil zu sichern. Verfolgt werden hierbei meist die Grundsätze der Wettbewerbsfähigkeit, Steigerung der Marktanteile sowie der Gewinnmaximierung. Weitere Motive für Direktinvestitionen werden in der Aufgabe „Analyse der ausländischen Direktinvestitionen im Untersuchungsland“ aufgezeigt.

Warum Malta als Standort?

Die Entscheidung der Standortwahl ist für Unternehmen überlebenswichtig. Jedoch ist der geeignete Standort von Branche zu Branche unterschiedlich und von bestimmten Faktoren abhängig:

  • Infrastruktur
  • Arbeitsmarkt
  • Absatzmarkt &
  • Staat

(Dies sind nur einige Kriterien zur geeigneten Standortwahl.)

Malta hat seit den Siebziger Jahren einen hohen Anteil an ausländischen Direktinvestitionen, viele deutsche Unternehmen produzieren hier aufgrund des Steuervorteils für den Export. Als bekanntestes Beispiel ist der Spielzeughersteller Playmobil zu nennen. Mit dem Beitritt in die Europäische Union fiel dieser Vorteil weg, allerdings gilt Malta zwecks Förderprogramme der Europäischen Union weiterhin als attraktiver Wirtschaftsstandort. Ein positiver Nachwirkung (Spillover-Effekt) von ausländischen Direktinvestitionen sind:

  • Schaffung neuer, gutbezahlter Arbeitsplätze
  • ein höheres Steueraufkommen für den Staat als auch
  • ein höherer Wohlstand der Nation.


Foreign Direct Investment in Malta

Seit 2000 hat sich der Bestand an ausländischen Direktinvestitionen verdreifacht. Den größten Zuwachs gab es in den Jahren 2005 & 2006. Der Bestand an ausländischen Direktinvestitionen erhöhte sich hier um 25,5 %, wobei sich hier erstmals der Beitritt in die Europäische Union bemerkbar macht. Die Sektoren mit der stärksten Anziehungskraft an ausländischen Direktinvestitionen sind das Finanzwesen, Transportwesen & Unternehmenstätigkeit. Im Bereich Finanzwesen gab es seit dem Beitritt Maltas in die Europäische Union einen Zuwachs von 65 Prozent.


Industriezweig Inward Flows 2006
(in m US$)
Investitionen je Einwohner
(in US$)
Inward stock 2006
(in m US$)
Finanzwesen 1109,3 2745 n.v.
Transport-, Lager- & Kommunikationswesen 446,3 1104 n.v.
nicht spezifiziertes aus 2 Sektor 82,9 205 n.v.
Unternehmenstätigkeit 66,7 165 n.v.
Total 1794,9 4442 16069

[5]

Der offenbarte komparative Vorteil

Ein komparativer Vorteil besteht, wenn mehr Güter exportiert als importiert werden. Betrachten wir beim Untersuchungsland Malta die geografische Lage Maltas (Gravitationsmodell), ist durch Malta als Inselstaat die Größe eingeschränkt und deren Ausstattung an natürlichen Ressourcen auch. Dieser Zusammenhang erklärt grob wieso Malta mehr Waren importieren muss und folglich einen negativen Außenhandelssaldo hat. Analysiert man diesen Umstand genauer, so erkennt man, dass dies nicht in allen Sektoren so ist. Hervorzuheben sind die Sektoren Recycling, Gastronomie, Medienwirtschaft sowie Transportdienstleistung, die eine positiven Außenhandelssaldo und somit einen komparativen Vorteil aufweisen. Das heißt, dass sich mit dem Sektor Gastronomie und Transportdienstleistung zwei der Hauptarbeitsgeber Maltas in der Spitzengruppepositionieren konnten. Deutliche Defizite und somit einen komparativen Nachteil weist Malta in den Industriezweigen nichtmetallische Mineralien, Landwirtschaft & Jagdwesen sowie Bergbau und Steinbruch auf. Der Nachteil in den Sektoren Bergbau sowie nichtmetallischer Mineralien ist auf die karge Ressourcenausstattung Maltas zurückzuführen. Im Sektor Landwirtschaft & Jagdwesen ist das Klima wie auch die Bodenbeschaffenheit zu nennen.

Industriezweig Außenhandelssaldo in %
Recycling 99
Gastronomie 44
Medienwirtschaft 40
Transportdienstleistung 15
Forstwirtschaft & Fischerei 07
elektronische Ausrüstung 06
Industriezweig Außenhandelssaldo in %
nichtmetallische Mineralien -87
Landwirtschaft & Jagdwesen -92
Bergbau & Steinbruch -100

Importsubstitutionen

Importsubstitution ist entwicklungspolitischer Protektionismus um unterentwickelte Sektoren im Inland gezielt zu fördern. Hierbei werden Importgüter durch im Inland produzierte Güter ersetzt. Mit der finanziellen Förderung der eigenen Industriezweige gehen meist Handelshemmnisse wie Zölle oder Produktionsvorschriften einher. Durch den bestehenden Protektionismus werden wiederum die ausländischen Direktinvestitionen angeregt, welche die Unternehmen tätigen um sich gegenüber der Konkurrenz einen Wettbewerbsvorteil zu sichern.

Analyse der ausländischen Direktinvestitionen im Untersuchungsland

Direktinvestitionen im Untersuchungsland Malta

Direktinvestitionen (engl. foreign direct investment) werden nicht vorwiegend von Malta selbst getätigt, sondern es werden die Investitionstätigkeiten inländischer und ausländischer Unternehmen herangezogen. Zu unterscheiden sind aktive und passive Direktinvestitionen. Aktive (engl. outward investment) bezeichnen Investitionen vom Inland ins Ausland, das heißt inländische Unternehmen investieren im Ausland beispielsweise in Form von Beteiligungen an anderen Unternehmen. Bei passiven Direktinvestitionen (engl. inward Investment) werden Investitionen von ausländischen Unternehmungen im Inland vorgenommen zum Beispiel durch Joint Venture oder durch Outsourcing. Die Höhe dieser Investitionen werden durch die Motive der jeweiligen Unternehmung bestimmt.

Motive von Direktinvestitionen

Motive helfen bei der Gestaltung der Strategien und dienen zur Herausbildung von Wettbewerbsvorteilen (engl. competitive Advantage).

1. Absatzorientierte Motive (engl. market-seeking)

  • Wachstumsorientierte Strategie um den Absatz der Unternehmung zu erweitern
  • vorwiegende Einbeziehung von Ländern, die sich im Industrialisierungsprozess befinden

2. Effizienzorientierte Motive (engl. efficiency-seeking)

  • richtet sich auf die Herausbildung von low-cost Strategien
  • Einteilung in verkaufsorientierte und produktorientierte Netzwerke

3. Beschaffungsorientierte Motive (engl. ressource-seeking)

  • Konzentration auf den primären Sektor
  • wichtig für stark wachstumsorientierte Nationen

4. Wertsteigerungsorientierte Motive (engl. created-asset-seeking)

  • Verbindung mit anderen Motiven
  • meist in Kooperation mit anderen Fremdunternehmen

Motive, Daten und Fakten rund um Malta

Inward investment flow
Industrie aktive (outward) Direktinvestitionen in US$ Millarden 2006 passive (inward) Direktinvestitionen in US$ Millarden 2006
Finanzen
7,8
1.109,9
Transport, Lager und Kommunikation
-8,9
446,3
sonstige Industrien
3,0
82,9
Geschäftsaktivitaten
10,1
66,7
Distributionsmöglichkeiten Maltas

Aus der Tabelle ist zu erkennen, dass die Investitionen von ausländischen Unternehmungen in Malta weit über den Investitionen der inländischen Unternehmungen im Ausland liegen. Der Grund für diese ungleiche Verteilung besteht darin, dass es mittlerweile nicht nur mehr ausländische Unternehmungen in Malta gibt als einheimische Unternehmen, sondern auch dass der Kapitaleinsatz bedeutend höher ist. Die Grafik Inward investment flow soll den Trend der wachsenden Investitionen ausländischer Investoren zeigen, demzufolge werden die Investitionstätigkeiten innerhalb einer Dekade betrachtet. Trotz eines saisonalen Verlaufs, ist eine wachsende Tendenz zu erkennen, die das Interesse der Investoren an Investitionen in Malta bestätigt. Zu den größten Direktinvestoren gehören Deutschland und Italien[6], hier zu nennen ist ein besonderes Beispiel für Großinvestitionen im Raum Malta, das Joint Venture der Lufthansa AG mit der Malta Air.[7] Durch die starke Vertretung der passiven Direktinvestitionen in Malta spielen auch vorwiegend die Investitionsmotive dieser Unternehmungen eine Rolle. Market-seeking und efficiency-seeking sind die größten und wichtigsten Motive, welche die Entscheidungen über die Investition in die Wirtschaftsregion Malta beeinflussen. Malta bietet durch seine günstige geographische Lage eine optimale Distributionsplattform, um den Absatzmarkt der umliegenden Wachstumsregionen zu erreichen und zu bedienen. Die Entfernungen zu den jeweiligen Wirtschaftszentren sind aufgrund der zentralen Lage Maltas im Wesentlichen gleich. Wie bereits in Aufgabe 1 (#Das Gravitationsmodell als Erklärungsansatz) festgestellt wurde, sind die Transportkosten für Ex- und Importe höher als in anderen umliegenden Wirtschaftsregionen, deren Transportsituation vorteilhalfter ist. Da im Gravitationsmodell die Transportkosten maßgeblich für die Entfernung stehen, wurde ein geringes Außenhandelsniveau unterstellt. Betrachtet man Exporte von 1.560,2 US$ Milliarden 2006 und Importe von 1.382,1 US$ Milliarden 2006 im Bereich Hochtechnologie stellt man fest, dass dies dem Gravitationsmodell widerspricht. Ursache hierfür ist, dass das Gravitationsmodell nicht ausreichend Variablen heranzieht. Demzufolge ist eine Erweiterung auf außenhandelsstimulierende und -hemmende Faktoren notwendig. Der Widerspruch des Modells zu der empirischen Analyse folgt aus einer Vielzahl von außenhandelsstimulierenden Faktoren. Multilaterale Handelsabkommen, liberalisierte Märkte und Abbau von Zollbeschränkungen, wie unter andrem der Beitritt Maltas zur EU 2004, sind hier beispielhaft zu nennen. Aber auch Ähnlichkeiten und politische Ordnungen zwischen den Ländern beeinflussen den Außenhandel[8] . Ein weiterer Effekt des großen Handelsaufkommens ist nicht nur die Erschließung anderer Absatzmärkte, sondern auch ein wachsender Aufbau neuer Absatzmärkte innerhalb der eigenen Region. Das Motiv efficiency-seeking ergibt sich aus vielen Rahmenbedingungen Maltas. Die zahlreichen Steuerbegünstigungen und Förderprogramme für Unternehmer sowie günstige Mieten unterstützen hier die Bildung eines Kostenvorteils, aber auch gute Rahmenbedingungen reduzieren und vereinfachen den bürokratischen Aufwand. Ein wichtiger Punkt ist, dass sich in Malta noch ein weiterer Kostenblock stark senken lässt. Die Personalkosten Maltas sind auf einem relativ niedrigen Niveau, was aber aufgrund des preiswerteren Lebensstandards keinen Armutseffekt bewirkt. [9] Des Weiteren kann durch eine genauere Betrachtung des Personals noch ein weiteres Motiv abgeleitet werden, das moderne created-asset-seeking. Grundlage hierfür ist, dass sich die Qualität nicht in der relativ geringen Bezahlung widerspiegelt, da ein gut entwickeltes und ausgebautes Bildungswesen stetig hochqualifiziertes Personal ausbildet. Durch diesen Fakt wird ein enormes Wertsteigerungspotenzial geschaffen, was für viele Unternehmungen eine attraktive Chance ist, sich innovatives und produktives Personal mit geringen Kosten zu beschaffen. Der Investitionstrend in Humankapital lässt sich auch in der obigen Tabelle wieder finden, da die extrem hohen Investitionsausgaben hauptsächlich in arbeitsintensiven Branchen stattfanden. Die Konzentration auf diese Branchen führt zwangsläufig zu einer Spezialisierung Maltas im tertiären Sektor, aber auch zu einem Rückgang der anderen Sektoren Vgl. Heckscher-Ohlin-Modell, Rybzinski-Effekt. Ressource-seeking spielt keine große Rolle, weil sich dieses Motiv erstens im Wesentlichen auf Unternehmungen im primären Bereich konzentriert und zweitens ist Malta zwar ein wirtschaftlich wachsendes Land, jedoch nicht stark genug um einen Mangel an benötigten Ressourcen aufweisen zu können.

Sektoraler Wettbewerb um ausländische Direktinvestitionen

Ausländische Direktinvestionen (ADI) in Malta erfolgten 2006 mit 1.794 Millionen US Dollar. Damit fand eine Erhöhung gegenüber dem Vorjahr um 60 Prozent statt. Die durchschnittliche Veränderung des Zugangsstroms der ausländischen Mittel betrug seit 2003 25,5 Prozent. Malta belegte bei dem Vergleich der absoluten Werte der ADI des Jahres 2006 den 22. Platz der 27 europäischen Staaten. Betrachtet man die Verteilung pro Kopf, so belegte Malta 2006 mit einem Wert von 4.442 US Dollar pro Einwohner den dritten Platz in der EU-Zone. Der Bestand an ausländischem Kapital betrug 2006 6.494 Millionen US Dollar, dies entsprach einem Zuwachs von ca. 51 Prozent gegenüber 2005.

Bei der Wahl der attraktivsten Sektoren erfolgte eine Untersuchung nach den Zugängen der ADI im Jahr 2006. Demnach ergaben sich die folgenden Sektoren:

  • Finanzaktivitäten
  • Transport, Lagerung und Kommunikation
  • nicht näher spezifizierte sekundäre Sektoren (darunter auch: Elektrizität, Gas, Wasser, Konstruktion sowie Großhandel)
  • Geschäftstätigkeiten (darunter auch: Hotels und Restaurants)

Für die einzelnen Sektoren existierten unterschiedliche Wettbewerber. Diese Wettbewerbsbeziehungen sollen nun im einzelnen nach der absoluten und nach der pro Kopf Verteilung untersucht werden. Weiterhin erfolgt die Betrachtung, ob die Unterschiede, die zwischen den Ländern liegen, sektoraler oder allgemeiner Art sind.

Unter sektoralen Faktoren versteht man spezifische Begebenheiten innerhalb eines Wirtschaftssektors, beispielsweise bestimmte Richtlinien innerhalb einer Branche.

Beispielsweise Gesetze, Korruptionslevel und politische Stabilität zählen zu den Gesamtgegebenheiten eines Landes, welche die allgemeinen Faktoren definieren.

Sektor Finanzaktivitäten

ADI erfolgten in Malta größtenteils in dem Finanzsektor, so im Jahr 2006 absolut mit 1.109,3 Millionen US Dollar, damit belegte Malta in der Betrachtung der EU-Staaten den 15. Rang, wobei Großbritannien als führendes Land in dieser Betrachtung galt. Gemessen an der pro Kopf Verteilung der ADI 2006 lag Malta mit einen Wert von 2.745 US Dollar je Einwohner in diesem Bereich auf dem ersten Rang, gefolgt von Estland.


Finance-malta5.jpg


Die Erklärung für diesen hohen Wert in der pro Kopf Verteilung, gemessen am Gesamtwert der ADI in Malta, ist unter anderem der EU-Beitritt Maltas 2004 und ein hohes Potenzial an Vermögens- und Anlagenberatung auf Malta zu nennen. Daher kann in diesem Bereich von sektoralen Standortfaktoren ausgegangen werden, da dies nur auf den Finanzsektor zutrifft. Der maltesische Finanzsektor beschäftigt vier Prozent der Arbeitnehmer Maltas und erwirtschaftet weiterhin 14 Prozent des BIP. [10]

Sektor Transport, Lagerung und Kommunikation

Der zweitgrößte Zuflusssektor Maltas in Hinblick auf die ausländischen Direktinvestionen 2006, war der Sektor Transport, Lagerung und Kommunikation. Dieser Sektor verzeichnete 2006 einen Zufluss von 446,3 Millionen US Dollar, was einem pro Kopf Zufluss von 1.104 Dollar je Einwohner entsprach. Der größte Wettbewerber Maltas war in dieser Betrachtung Großbritannien, sowohl in der absoluten, als auch in der pro Kopf Betrachtung. Grund für diese Unterschiede ist unter anderem die große Entfernung Maltas zu wichtigen europäischen Handelsstaaten wie, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden. Diese Faktoren sind daher allgemeiner Art.


Transport-malta5.jpg


nicht näher spezifizierte sekundäre Sektoren

Der Sektor "nicht näher spezifizierte sekundäre Sektoren" umfasst verschiedene einzelne Sektoren wie Elektrizität, Gas, Wasser, Konstruktion sowie Großhandel. In diesem Bereich betrug der Zufluss an ADI 2006 82,9 Millionen Dollar, dies entsprach einem Zufluss von 205 Dollar pro Kopf. Der wichtigste Wettbewerber in diesem Sammelsektor ist Frankreich. Da die Einwohnerzahl in Malta gering war, erfolgte kein bedeutender Zufluss an ADI in diesem Sektor. Demnach handelt es sich um einen allgemeinen Faktor.


Unspec-malta5.jpg


Sektor Geschäftstätigkeiten

In dem Sektor Geschäftstätigkeiten befinden sich unter anderem die Investitionen für Hotels und Restaurants. Obwohl auf Malta der Tourismus eine übergeordnete Rolle spielte und ca. 74 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt des Landes beitrug[11], fielen ausländische Direktinvestitionen in diesem Sektor eher gering aus. So ergaben sich für 2006 Zuflüsse von 66,7 Millionen Euro, dies entsprach einem Anteil von 165 Dollar pro Kopf. Damit belegte Malta eine untergeordnete Rolle in der ADI Verteilung innerhalb der Eurozone. Frankreich (absolute Verteilung) und Belgien (pro Kopf Verteilung) waren die wichtigsten Wettbewerber.


Business-malta5.jpg

Fazit

Für Malta ergeben sich bezogen auf den Ansatz "ability to sell" einige Punkte für die Komponente Preiswettbewerbsfähigkeit. Durch die unter efficiency-seeking genannten Vorteile gehören Unternehmen aus Malta im internationalen Vergleich mit zu dem günstigsten Anbietern. Jedoch liegt der Preis noch weit über den des billigsten Anbieters im internationalen Wettbewerb. In Malta überwiegen qualitative Vorteile mit denen Unternehmen im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig sind. Eine hohe Standortattraktivität Maltas zeigt sich durch zwei wesentliche volkswirtschaftliche Indikatoren, die geringe Arbeitslosigkeit von 5,8% (Dezember 2007) und die relativ hohen Zuflüsse an ausländischen Direktinvestitionen. Aus dem Ansatz "ability to attract" ergeben sich noch die Standortfaktoren als weitere Komponenten zur Messung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Die qualitativen und quantitativen Standfaktoren unterliegen hierbei der Betrachtung der jeweiligen Unternehmung z.B. anhand von geringer Lohnkosten oder eines gut ausgebauten Bildungswesens. Im tertiären Sektor Finanzen und im Bereich Hochtechnologie liegen Maltas große Stärken seit den letzten Jahren. Durch gut ausgebildete und relativ günstige Arbeiter steht Malta ganz oben in der Halbleiterindustrie als internationaler Anbieter. Die Spezialisierung in den genannten Bereichen führte Malta weit weg von den Branchen aus den primären und sekundären Sektoren. Aus den Portfoliografiken ist zu erkennen, dass die Hauptindustrien zwar noch wachsen, aber schon lange nicht mehr zu den Cash Cows Maltas gehören. Damit befindet sich Malta in den nächsten Jahren in einer gefährlichen absinkenden Wettbewerbsposition, da die Entwicklungen neuer Stars und Cash Cows nicht ausreichend gefördert und entwickelt wurde. In den nächsten Jahren wird sich dieser Vorteil zu den Konkurrenten immer mehr verkleinern, da immer mehr Anbieter auf den Markt dringen. Aber auch ein Anstieg des allgemeinen Lohnniveaus in Malta, bedingt durch eine immer größer werdende Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer, wird zu einer stetigen Reduzierung des Kostenvorteils beitragen. Die Herstellung und Dosierung von Medikamenten, sowie das Ankaufen, Verarbeiten und Verkaufen von Mineralöl könnte sich zur Zukunftsindustrie für Malta entwickeln. Die Investitionen in diese Bereichen würden Malta zu einem zweiten Standbein verhelfen, aber auch die Position Maltas im Weltmarkt als Transitland festigen.

Einzelnachweise

  1. Claudia Mitschke: Konzeptionen zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit
  2. Claudia Mitschke: Konzeptionen zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit
  3. Claudia Mitschke: Konzeptionen zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit
  4. http://www.investmentmap.org
  5. [[1]]International Trade Centre
  6. Auswärtige Amt: Wirtschaftsdatenblatt Malta
  7. Lufthansa Technik: Lufthansa
  8. Institut für Statistik und Ökonometrie Johannes Gutenberg-Universität:[2]
  9. Bundesagentur für Arbeit: Arbeiten in Malta
  10. Bundesagentur für Außenwirtschaft: [3]
  11. Focus: [4]

Weblinks

http://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/download/ziffer/z454_459j04.pdf

CIA World Fact Book

Direktinvestitionen 4 Managers