Local-Content-Klausel

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Definition

Der Begriff der „Local-Content-Klausel“ beschreibt ein Rahmengesetz. Diese Regelungen geben den Teil eines Gutes an, welcher im Inland gefertigt sein muss.

Einordnung

Bei der „Local-Content Klausel“ handelt es sich um eine staaliche, beziehungsweise gesetzliche Vorgabe, die lokal durch die Regierung oder durch eine Privatwirtschaft vorgegeben wird. Diese dient dazu, den Anteil eines Gutes anzugeben, welcher durch die inländische Produktion des jeweiligen Landes erfüllt sein muss. Demnach ist unter „Local-Content“ die in dem jeweiligen Land geschaffene Wertschöpfung zu verstehen. Die Erfüllung der Auflagen der „Local-Content-Klauseln“ sind wichtige Kriterien für die Produzenten und deren im Inland geschaffenen Erzeugnisse, damit sie anschließend die Erlaubnis bekommen, ihr gefertigtes Gut im Inland verkaufen zu dürfen.

Zur Bestimmung der „Local-Content-Klausel“ gibt es zwei verschiedene Arten. Zum Einen kann die Vorgabe über einen sogenannten physischen Ansatz erfolgen. Dazu wird der physische Ansatz nochmals in den mengenbezogenen Ansatz und in den gewichtsbezogenen Ansatz unterteilt. Eine weitere Möglichkeit zur Bestimmung erfolg über den wertbezogenen Ansatz. Aufgrund dieser beiden Möglichkeiten ist es möglich, die „Local-Content-Klausel“ in Mengeneinheiten, in Wertangaben oder auch in Prozent anzugeben.


Die Formel zur Berechnung des Anteil der lokal entstandenen Wertschöpfung "Local-Content (LC)" lautet:


"Local-Content (LC)" [1] = [%]



Das Haupteinsatzgebiet der „Local-Content- Klauseln“ sind die verschiedenen Entwicklungs- und Schwellenländer unserer Erde. Durch den Einsatz der „Local-Content-Klauseln“ versuchen inländischen Unternehmen der ansässigen Industriebranchen, selbst Zwischenprodukte herzustellen. Ziel war und ist, die Industrie, welche bisher hauptsächlich auf die Endmontage spezilisiert war, durch Expansion auf die Zwischenprodukteherstellung umzustellen.

Anhand dieser Maßnahmen der Entwicklungs- und Schwellenländer, lernten die einzelnen Unternehmen, sich im internationalen Wettbewerb sowie auf den internationalen Märkten zurecht zufinden und sich auf diesen zu behaupten. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass die betroffenen Länder anfangen, aus eigener Kraft Know-How, Innovationen, Technologien, verbesserte Arbeitsschritte und Arbeitsprozesse zu entwickeln. Ebenso wie durch eine Importquote, sind dadurch die einheimischen Teileproduzenten geschützt. Für die Unternehmungen beziehungsweise für die Abnehmer, welche die Zwischenprodukte von einem einheimischen Produzenten beziehen, ergibt sich ein weiterer Effekt. Diese Unternehmen können weiterhin ihre Importmenge der Güter erhöhen. Allerdings muss dazu der inländische Pflichtanteil der eigens produzierten Erzeugnisse gewährleistet sein. Das heißt also, dass sie auch im Inland ihren Konsum von Gütern steigern sollen.

Dadurch wird der Kostenaufwand einer betroffenen Unternehmung verändert. Der geänderte Kostenaufwand lässt sich aus dem Mittel der Preise für die importierten Güter und der hergestellten Güter im Inland ermitteln. Als Konsequenz daraus lässt sich feststellen, dass der totale Import eines Landes nicht beeinflussbar ist. Eine Innovation für die Unternehmungen zur Erfüllung der „Local-Content-Klauseln“ ist im entstehen. Die Erfüllung besteht darin, dass die betroffenen Unternehmen ihre produzierten Güter nicht ausschließlich selber benutzen, sondern diese für den Export bereitstellen.

Zusammensetzung des Produktionspreises unter Verwendung der „Local-Content-Klausel“

Die Zusammensetzung für den Produktionspreis eines Produktes, erfolgt durch den Preis der Importe und dem der inländisch produzierten Erzeugnisse, unter Verwendung der „Local-Content-Klausel“. Der berechenbare Preisunterschied, welcher sich aus der Differenz des Importpreises und des errechneten Produktionspreises ergibt, wird dann an die Endverbraucher weitergegeben.


Local-Content-Klausel = 30 %

Preis des importierten Gutes = 3000 €

Preis der inländischen Herstellung = 6000 €

P = Produktionspreis


P = 70 % x 3000 € + 30 % x 6000 € = 3900 € → Es ergibt sich ein Produktionspreis von 3900 €.


→ Als nächsten Schritt zieht man von dem errechneten Produktionspreis den Importpreis des Gutes ab.


3900 € - 3000 € = 900 € → Diese 900 € werden an den Endverbraucher weitergereicht.

Anwendungsbeispiel der „Local-Content-Klausel“

„Ungarische Busse auf amerikanischen Strassen?“

In den USA fahren Busse, bei denen ein Teil der Produktion in Ungarn stattfand. Das ist ein Anwendungsbeispiel der „Local-Content-Klausel“ in der Automobilbranche. Erste Bussen aus Ungarn fuhren 1995 in den USA. Ein Grund hierfür war, dass man die „Local-Content-Klauseln“ aus dem amerikanischen Gesetz des „Buy American Act“ nutzte. Bei „Amerikanischen“ Erzeugnissen müssen mindestens 51 %, durch die eigene amerikanische Produktion hergestellt worden sein.

Ungarische Investoren nutzten dies und bauten in Amerika eine zweite Produktionsstätte. So kam es dazu, dass in ungarischen Werken ausschließlich die Karossen der Busse, wozu Reifen und Achsen aus Amerika geliefert wurden, produziert wurden. Diese gelangten dann nach Amerika, wo man die Busse fertig stellte. In den amerikanischen Werken der ungarischen Firma bauten sie amerikanische Motoren und Getriebe ein. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, Busse zu bauen, die zu mehr als 51 % aus der amerikanischen Produktion stammen und diese dann in den USA als „amerikanische“ Busse zuverkaufen.[2]

Einzelnachweise

  1. www.iwi.uni-hannover.de/cms/files/doko06/Vortrag_Yang.pdf
  2. Vergleiche: Krugman, Paul R. und Maurice Obstfeld, Maurice, Internationale Wirtschaft: Theorie und Politik der Außenwirtschaft, 7. Aufl., München: Pearson, 2006, Seite 260


Quellen

Literatur

Krugman, Paul R. und Maurice Obstfeld, Maurice, Internationale Wirtschaft: Theorie und Politik der Außenwirtschaft, 7. Aufl., München: Pearson, 2006.


Internet

http://www.triago.ch/lexl.php

http://www.berlinews.de

http://www-classic.uni-graz.at/vwlwww/lehre

http://www.uni-goettingen.de/de/sh/de

http://www.orient.uni-erlangen.de/lehre/HAjaikhuettenrauch.pdf

http://www.iwi.uni-hannover.de/cms/files/doko06/Vortrag_Yang.pdf