Internationale Wirtschaftsbeziehungen Frankreichs 2020

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Die folgende Untersuchung bezieht sich auf die Entwicklung im Untersuchungsland im 21. Jahrhundert, also auf den Zeitraum seit 2001 bis heute.

Der offenbarte komparative Vorteil

Dieses Kapitel untersucht die Entwicklung der offenbarten komparativen Vorteile der drei aktuell umsatzstärksten Gütergruppen Frankreichs („Kernreaktoren, Kessel und Maschinen, Apparate und mechanische Geräte; Teile davon (84), „Zugmaschinen, Kraftwagen, Krafträder, Fahrräder und andere nicht schienengebundene Landfahrzeuge, Teile davon und Zubehör (87), „Elektrische Maschinen, Apparate, mechanische Geräte und elektrotechnische Waren, Teile davon; Tonaufnahme oder Tonwiedergabegeräte, Fernseh- Bild- und Tonaufzeichnungsgeräte oder Fernseh- Bild- und Tonwiedergabegeräte, Teile und Zubehör für diese Gerät“ (85) im Vergleich zu dem Rest der Welt von 2001 bis 2019 auf der HS2 Ebene.

Abbildung 1: Die wichtigsten Warengruppen
Abbildung 1.2: Offenbarter komparativer Vorteil der umsatzstärksten Warengruppen

Die Abbildung 1 veranschaulicht die aktuellen Außenhandelsumsätze der angegebenen Gütergruppen. Abbildung 1.2 bildet die offenbarten komparativen Vorteile dieser im Jahre 2019 ab. Ein offenbarter komparativer Vorteil für ein Land bei der Produktion eines Gutes liegt dann vor, wenn die Opportunitätskosten der Produktion dieses Gutes für das betreffende Land geringer sind als für andere Länder.

Abbildung 1.3: Offenbarter komparativer Vorteil der umsatzstärksten HS2-Gütergruppen

Alle analysierten Gütergruppen weisen im Jahre 2019 hohe offenbarte komparative Nachteile auf. Den Daten lässt sich entnehmen, dass die Spezialisierungsnachteile der Gütergruppen mit wachsendem Außenhandelsumsatz abnehmen.

Betrachtet man die offenbarten komparativen Vorteile der Gütergruppen „Zugmaschinen, Kraftwagen […]“ und „Elektrische Maschinen, Apparate […]“ im Gesamtzeitraum (Abbildung 1.3), so wird deutlich, dass diese stetig sinken. Als Grund lässt sich der international zunehmende Wettbewerb und die steigende Lohnkonkurrenz nennen (vgl. Brenke, 2012). Die Finanzkrise ab 2007 wirkte sich ebenfalls stark negativ auf die Spezialisierungsnachteile aus.

Abnehmende Spezialisierungsnachteile lassen sich bis 2012 bei der Gütergruppe „Kernreaktoren, Kessel und Maschinen […]“ nachweisen.

Die Herstellung dieser Gütergruppe ist äußerst kapitalintensiv und benötigt hohes Fachwissen. Somit ist die Produktion für andere Länder mit hohen Opportunitätskosten verbunden. Daher ist es für diese Länder ergiebiger, sich auf weniger kapitalintensive Güter zu spezialisieren.

Der europaweit beschlossene Atomausstieg ist Grund für die steigenden Spezialisierungsnachteile ab 2012.

1.1 Analyse von Gütergruppe 84 (Kernreaktoren, Kessel […])

Abbildung 1.4: Offenbarter komparativer Vorteil der umsatzstärksten Erzeugnisse der Kernreaktoren, etc. sowie deren umsatzstärksten Erzeugnisse

Der folgende Abschnitt untersucht die offenbarten komparativen Vorteile der drei umsatzstärksten Untergruppen (HS4) der Produktgruppe „Kernreaktoren, Kessel, Maschinen, Apparate und mechanische Geräte; Teile davon“ (HS2,84), sowie deren umsatzstärkste Untergruppe auf HS6 Ebene (Abbildung 1.4).

Die drei umsatzstärksten Produktgruppen auf HS4 Ebene lauten „Turbo-Strahltriebwerke, Turbo-Propellertriebwerke und andere Gasturbinen“ (8411), „Automatische Datenverarbeitungsmaschinen und ihre Einheiten; magnetische oder optischer Leser, Maschinen zum Aufzeichnen von Daten auf Datenträger in codierter Form und Maschinen zum Verarbeiten solcher Daten, anderweit weder genannt noch inbegriffen“ (8471) und „Armaturen und ähnliche Apparate für Rohr- oder Schlauchleitungen, Dampfkessel, Sammelbehälter, Wannen oder ähnliche Behälter, einschließlich Druckminderventile und thermostatisch gesteuerte Ventile“ (8481). Deren jeweils umsatzstärksten Untergruppen auf HS6 Ebene sind „Teile von Turbo-Strahltriebwerken oder Turbo-Propellertriebwerken“ (841191), „tragbare automatische Datenverarbeitungsmaschinen mit einem Gewicht von 10 kg oder weniger, mindestens aus einer Zentraleinheit, einer Tastatur und einem Bildschirm bestehend“ (847130), sowie „andere Armaturen und ähnliche Apparate, Sanitärarmaturen, Mischarmaturen, andere Armaturen für Heizkörper von Zentralheizungen, Thermostatventile, andere, Ventile für Reifen oder Luftschläuche, andere, Regelventile, Temperaturregelventile, andere, Schieber, aus Gusseisen, aus Stahl, andere, Ventile, aus Gusseisen, aus Stahl, andere, Kugel-, Kegel- und Zylinderhähne, Klappen, Membranarmaturen, andere“ (848180).

Es lässt sich sagen, dass obwohl die untersuchte Gütergruppe der HS2 Ebene fast durchgehend einen offenbarten komparativen Nachteil aufweist, ihre Untergruppen mit Ausnahme von zwei, über den gesamten untersuchten Zeitraum komparative Vorteile zu verzeichnen haben. Die zwei Gütergruppen mit dem komparativen Nachteil sind teil des Datenverarbeitungssegments. Diese Nachteile lassen sich damit erklären, dass Frankreich zu wenig Kapital in die Produktion von Datenverarbeitungsmaschinen investiert hat, und diese somit nicht zu rentablen Konditionen herstellen kann. Die Gütergruppen mit den offenbarten komparativen Vorteilen sind vorwiegend im Turbinenbereich angesiedelt. Mit Airbus hat Frankreich in dieser Branche enormes Kapital und Fachwissen, welches es ihnen ermöglicht diese Produkte zu kontinuierlich vorteilhaften Bedingungen zu produzieren.

1.2 Analyse von Gütergruppe 85 (Elektrische Maschinen, Apparate […])

Abbildung 1.5: Offenbarter komparativer Vorteil der umsatzstärksten elektrischen Maschinen sowie deren umsatzstärksten Erzeugnisse

Im Folgenden wurde untersucht, wie sich der offenbarte komparative Vorteil in der Gütergruppe „Maschinen, Apparate, mechanische Geräte und elektrotechnische Waren sowie Teile davon“ (HS2,85) entwickelt. Die drei umsatzstärksten Unter-Produktgruppen auf HS4-Ebene sind „Elektronische integrierte Schaltungen“ (8542), „Fernsprechapparate, einschließlich Telefone für zellulare Netzwerke oder für andere drahtlose Netzwerke; andere Sende- oder Empfangsgeräte für Töne, Bilder oder andere Daten, einschließlich Apparate für die Kommunikation in einem draht-gebundenen oder drahtlosen Netzwerk“ (8517) und „Elektrische Geräte zum Schließen, Schützen oder Verbinden von elektrischen Stromkreisen, für eine Spannung von 1000V oder weniger“ (8536). Die umsatzstärksten Produktgruppen auf HS6-Ebene sind, „Telefone für zellulare Netzwerke oder für andere drahtlose Netzwerke“ (851712), „Multikomponente Integrierte Schaltungen (MCOs) (854239) und „vorgefertigte Schienenverteilungen für elektrische Leitungen, Verbindungs- und Kontaktelemente für Drähte und Kabel“ (853690) (Abbildung 1.5).

In der Gütergruppe „Elektrische Maschinen, Apparate, mechanische Geräte und elektrotechnische Waren sowie Teile davon“ verzeichnet Frankreich in den meisten Unter-Produktgruppen einen Spezialisierungsvorteil, einzig die beiden Produktgruppen „Telefone für zellulare Netzwerke oder für andere drahtlose Netzwerke“ und „Fernsprechapparate, , einschließlich Telefone für zellulare Netzwerke oder für andere drahtlose Netzwerke; andere Sende- oder Empfangsgeräte für Töne, Bilder oder andere Daten, einschließlich Apparate für die Kommunikation in einem draht-gebundenen oder drahtlosen Netzwerk“ haben einen Spezialisierungsnachteil. Gründe hierfür sind zum einen der wachsende Markt in diesem Segment. Jedoch auch, dass Länder wie beispielsweise China in diesem Segment wesentlich mehr produzieren und exportieren, zu geringeren Kosten und somit gegenüber anderen Ländern einen wesentlich höheren offenbarten komparativen Vorteil in der Produktion haben.

1.3 Analyse von Gütergruppe 87 (Zugmaschinen, Kraftwagen […])

Abbildung 1.6: Offenbarter komparativer Vorteil der umsatzstärksten Zugmaschinen sowie deren umsatzstärksten Erzeugnisse

Der folgende Teil befasst sich mit den offenbarten komparativen Vorteilen der drei umsatzstärksten Unter-Produktgruppen auf der HS4 Ebene der Gütergruppe „Zugmaschinen, Kraftwagen […]“ (87) und jeweils der umsatzstärksten auf der HS6 Ebene (Abbildung 1.6).

Die Gütergruppe  „Personenkraftwagen und andere Kraftfahrzeuge, ihrer Beschaffenheit nach hauptsächlich zur Personenbeförderung bestimmt (ausgenommen solche der Position 8702), einschließlich Kombinationskraftwagen und Rennwagen“ (8703) und ihre umsatzstärkste HS6 Gruppe „mit einem Hubraum von mehr als 1000 cm³ bis 1500 cm³“ (870322) weisen zu Anfang einen Spezialisierungsvorteil auf, entwickeln anschließend jedoch einen Spezialisierungsnachteil. Bei „Kraftfahrzeuge[n] für den Transport von Waren“ (8704) und der HS6 Gruppe „mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 5 t oder weniger“

(870421) liegen bis 2010 Spezialisierungsnachteile vor. Ab 2013 entwickeln sich Spezialisierungsvorteile. „Teile und Zubehör für Kraftfahrzeuge der Positionen 8701 bis 8705“ (8708) und die HS6 Gruppe „andere“ (870899) weisen bis 2018 hohe offenbarte komparative Vorteile auf.

Die durch die Finanzkrise 2007 hervorgerufene gesunkene Nachfrage nach Neuwagen führte in Kombination mit der international zunehmenden Lohnkonkurrenz zu einer Erschütterung des Automobilsektors (vgl. Jullien B., 2010). „Personenkraftwagen und andere Kraftfahrzeuge“ sind hiervon stark betroffen, da diese hauptsächlich als Konsumgüter verwendet werden.

Bei der Gütergruppe „Kraftfahrzeuge für den Transport von Waren“ handelt es sich um Produktionsgüter. Eine Tabelle der „The French Automotive Industry“ lässt erkennen, dass die Produktion von „light commercial vehicles“ (dt. Kleintransportern) französischer Gruppen in Frankreich im Vergleich von 2007 und 2018 um 40,8% gestiegen ist. Somit hat Frankreich in dieser Gütergruppe einen Spezialisierungsvorteil entwickelt.

Sichtbare(s) „Teile und Zubehör für Kraftfahrzeuge“ unterliegen häufig einem rechtlichen Schutz nach dem Designrecht oder der Geschmacksmusterverordnung (vgl. Europäisches Parlament, 2007). Ist dies der Fall, können andere Länder entsprechende(s) Teile und Zubehör nicht herstellen und der offenbarte komparative Vorteil Frankreichs steigt.

Kapitalintensität und Vorleistungstiefe

Dieses Kapitel beschäftigt sich mit der Fragestellung, ob der intra-industrielle Handel Frankreichs seit 2001 gemessen am Grubel-Lloyd-Index bei Kraftwagen, deren Herstellung als kapitalintensiv gilt, abnimmt, wenn die Gütergruppen mit 4 und 6 Stellen für PKW betrachtet werden und warum. Außerdem soll untersucht werden was das über die Rolle von komparativen und absoluten Vorteilen beim Aufbau der Lieferketten in dieser Gütergruppe aussagt. Doch welche Bedeutung hat der Intraindustrielle Handel innerhalb einer Volkswirtschaft eigentlich? Der Intraindustrielle Handel ist eine spezielle Form des Außenhandels und bezeichnet den Tausch beziehungsweise Austausch gleichartiger Güter innerhalb einer Industrie von mehreren Volkswirtschaften. Er wird mithilfe des Grubel-Lloyd-Index (GLi) gemessen dieser sagt aus, wie hoch der Anteil des intraindustriellen Handels innerhalb einer spezifischen Industrie zum totalen Handel ist.  Die Formel für den Grubel-Lloyd-Index lautet wie folgt,

Die Variable i gibt hier immer die zu untersuchende Gütergruppe an. Der GLi wird in der Regel als Zahl oder Prozentsatz angegeben und umfasst einen Wertebereich von 0/0% bis 1/100%. Nimmt der GLi einen Wert von 1/100% an, findet vollständiger intraindustrieller Handel statt. Die Exporte sind gleich der Importe. Beträgt der GLi 0/0%, so findet kein intraindustrieller Handel statt, sondern nur interindustrieller Handel. Im Gegensatz zum intraindustriellen Handel werden beim interindustriellen Handel keine gleichartigen Güter ausgetauscht, sondern es werden unterschiedliche Güter verschiedener Produktgruppen ausgetauscht die entweder exportiert oder importiert werden. Je niedriger also die Differenz zwischen den Exporten und den Importen ist, umso höher ist der GLi und desto wichtiger wird der intraindustrielle Handel. Wieso ist der intraindustrielle Handel für manche Länder jedoch so wichtig? Der intraindustrielle Handel stellt durch den Außenhandel einen größeren Markt für bestimmte Güter dar. Durch diese Vergrößerung können zusätzliche Güter verkauft und so zusätzliche Außenhandelsgewinne erwirtschaftet werden. Wodurch auch mehr produziert werden kann. Aus der größeren Produktionsmenge eines Gutes folgen geringere Durchschnittskosten für dieses Gut. Die gesunkenen Durchschnittskosten bewirken wiederum, dass diese Güter mit einem geringerem Faktoreinsatz produziert werden können. Volkswirtschaften können somit die eigene Produktion bestimmter Güter reduzieren und gleichzeitig ihre Produktvielfalt auf dem heimischen Markt erhöhen oder konstant halten, wenn sie intraindustriellen Handel betreiben. Das wiederum führt zu einer steigenden Produktivität, wodurch ein möglicher komparativer Vorteil entstehen kann. Um nun die Frage zu beantworten ob der intraindustrielle Handel Frankreichs seit 2001 für die Gütergruppe Kraftwagen abnimmt, wenn man die Gütergruppen mit 4 und 6 Stellen für PKW betrachtet, und warum er möglicherweise abnimmt oder auch nicht, geht man wie folgt vor. Zunächst werden die Importe und Exporte Frankreichs seit 2001 auf HS2-Ebene für Kraftwagen mithilfe der ITC Trade Map ermittelt, und anhand dieser Daten dann der GLi für jedes Jahr berechnet. Im nächsten Schritt wird auf der nächsthöheren HS4-Ebene die wichtigste Gütergruppe bestimmt, und davon ebenfalls die Importe und Exporte seit 2001 ermittelt. Für diese wird dann auch wieder für jedes Jahr der GLi berechnet. Im letzten Schritt wiederholt man das ganze wieder für die wichtigste Gütergruppe auf der HS6-Ebene, demnach wieder die nächsthöhere. Die Ergebnisse wurden in einem Liniendiagramm visualisiert, folgendes Ergebnis ermittelt. Betrachtet auf der niedrigsten Stufe im Harmonisierten System, also der HS2-Ebene für die Gütergruppe 87 welche „Zugmaschinen, Kraftwagen, Krafträder, Fahrräder und andere nicht schienengebundene Landfahrzeuge, sowie Teile davon und Zubehör“ umfasst, konnte ermittelt werden das der GLi seit 2001 zwischen einem Wert von 0,86 und 0,98 liegt. Dies ist also ein Zeichen dafür das Frankreich in dieser Gütergruppe einen hohen Anteil an intraindustriellen Handel betreibt. Jedoch fällt auf das der Wert seit 2007, wo der GLi bei 0,94 lag, jedes Jahr weiter sinkt. So steht der GLi für das Jahr 2019 bei 0,84, dennoch bedeutet dieser Wert weiterhin einen hohen Anteil an intraindustriellem Handel in dieser Gütergruppe. Für die nächsthöhere Stufe also die HS4-Ebene welche die Gütergruppe „Personenkraftwagen und andere Kraftfahrzeuge, die ihrer Beschaffenheit nach hauptsächlich zur Personenbeförderung bestimmt sind, einschließlich Kombinationskraftwagen und Rennwagen“ umfasst,  konnte ermittelt werden das der GLi hier unter dem Niveau der HS2-Ebene liegt. Und dass dieser im Jahr 2006 sein Hoch mit 0,96 erreicht, danach sinkt er bis ins Jahr 2019, wo der GLi nur noch 0,76 beträgt. Auf der nächsthöheren HS6-Ebene unterliegt der GLi stärkeren Schwankungen als bei den anderen Ebenen. Bis zum Jahr 2005 liegt der Wert hier bei über 0,9 und somit höher als bei den anderen zuvor untersuchten Ebenen. Ab 2005 sinkt er jedoch, bis er 2009 den niedrigsten Wert mit 0,61 annimmt.

Abbildung 2: Intra-Industrieller Handel Frankreichs für Kraftwagen

Was darauf schließen lässt das der intraindustrielle Handel für Kraftwagen in dieser Zeitspanne stark abnimmt, ein Grund für diese starke Senkung der Kurve kann die Finanzkrise im Jahre 2007/2008 sein. Denn ab 2009 steigt der Wert für den GLi wieder und liegt 2019 mit 0,79 sogar über dem der HS4-Ebene. So kann die Frage ob der intraindustrielle Handel Frankreichs für PKW abnimmt nicht direkt mit ja beantwortet werden, da der intraindustrielle Handel zwar ein wenig abnimmt jedoch ist diese Abnahme sehr gering. Für Frankreich ist er weiterhin ein wichtiger Bestandteil für die Produktion von Kraftwagen, da diese als besonders kapitalintensiv gilt. Das heißt sie ist mit einem hohen Anteil an fixen Kapitalkosten gekennzeichnet. Außerdem unterliegt die Produktion von Kraftwagen erheblichen Skalenerträgen. Was bedeutet das mit steigenden Skalenerträgen die Erzeugungskosten je Produktionseinheit sinken jedoch mit einer steigenden Ausbringungsmenge. Eine Kostenverminderung tritt als Folge der Aufteilung der Fixkosten durch eine höhere Ausbringungsmenge ein, sodass die Durchschnittskosten fallen. Mithilfe des intraindustriellen Handels und der Entstehung externer Skaleneffekte schafft es Frankreich also die Kosten für die Produktion von Kraftwagen zu senken und diese mit geringerem Faktoreinsatz herzustellen was dazu führt das auch die Opportunitätskosten sinken. Mithilfe des intraindustriellen Handels verschafft sich Frankreich somit einen Größenvorteil gegenüber anderen Ländern in dieser Gütergruppe. Nimmt der der intraindustrielle Handel hingegen ab, steigen somit auch wieder die Kosten für die Produktion in dieser Gütergruppe und man müsse mehr Kapital verwenden als davor. Nimmt der intraindustrielle Handel hingegen wieder vermehrt zu, schafft es Frankreich sich auf Dauer einen komparativen Vorteil in dieser Gütergruppe zu erwirtschaften. Um dies jedoch genauer zu untersuchen müsste man diesen komparativen Vorteil für die jeweiligen Gütergruppen ermitteln, so könnte man weitere Aussagen über die Entstehung eines komparativen Vorteiles bei der Produktion von Kraftwagen treffen.

Internationale Tauschbedingungen des Rohstoffhandels

Das folgende Kapitel untersucht die Zusammenhänge zwischen den Terms of Trade Frankreichs sowie den IMF-Preisindices für Erdöl, Erdgas und Kohle.

Ziel ist es einen Bezug herzustellen zwischen den Preisänderungen der drei Fossilen Brennstoffe und der Entwicklung der realen Austauschverhältnisse von Import- und Exportgütern, um somit eine Aussage über die Wohlstandsentwicklung Frankreichs tätigen zu können. Durch Verwendung der verschiedenen Terms of Trade Konzepte werden die Einflussfaktoren für das Austauschverhältnis zwischen Import und Exportgütern bestimmt. Beispielsweise das Wirtschaftswachstum Frankreichs, Konsumeffekte oder auch Änderungen der Importnachfrage. Hierfür werden zunächst sämtliche relevanten Daten auf Basis der OECD-Datenbank und des IMF World Economic Outlooks zusammengetragen. Im Anschluss bestimmen wir die Korrelation zwischen den einzelnen Preisindices und den Terms of Trade, um abschließend eine qualifizierte Interpretation der Ergebnisse abgeben zu können.

Die Terms of Trade sind eine volkswirtschaftliche Maßzahl zur Bestimmung der realen Austauschverhältnisse von Import- und Exportgütern eines Landes. Hierfür wird ein repräsentativer Warenkorb zugrunde gelegt. Anhand dieses Warenkorbes wird untersucht, wie sich das Verhältnis von importierten Waren zu exportierten Waren in einem bestimmten Zeitraum verändert. Die Formel für die Terms of Trade lautet

wobei:

 für die Terms of Trade,

 für das Exportpreisniveau und

 für das Importpreisniveau steht.

Abbildung 4: Brennstoffpreisindices sowie reale Austauschverhältnisse

Anhand dieser Formel können bereits einige für diese Aufgabe relevante Aussagen getroffen werden. Sollten beispielsweise die Terms of Trade steigen bedeutet dies, dass entweder das Preisniveau der Importgüter gesunken oder das Preisniveau der Exportgüter gestiegen ist. Da es sich bei den untersuchten Gütern um Rohstoffe handelt, welche nicht bzw. nicht in großen Mengen natürlich in Frankreich zu finden sind, handelt es sich um Güter, die nach Frankreich importiert werden. Daher konzentriert sich diese Arbeit auf den Zusammenhang zwischen der Preisentwicklung der Importgüter Rohöl, Erdgas und Kohle, sowie der Veränderung der Terms of Trade.

In Abbildung 4 zu finden sind die jährlichen Terms of Trade Frankreichs aus den Jahren 2001 bis 2019, sowie sämtliche Preisindices für die drei fossilen Brennstoffe desselben Zeitraums. Die Daten der Terms of Trade stammen aus der OECD-Datenbank. Die OECD ist eine internationale Organisation mit weltweit 37 Mitgliedsstaaten, welche sich mit den globalen Wohlstandsverhältnissen beschäftigt. Daten für die Preisindices stammen aus dem IMF World Economic Outlook. Die IMF ist eine 1949 gegründete Organisation mit insgesamt 197 Mitgliedsstaaten, deren Hauptaufgabe die Stabilisierung des globalen Währungssystems darstellt.

Bei genauerer Betrachtung der Terms of Trade lässt sich erkennen, dass diese seit Beginn des 21. Jahrhunderts relativ starken Schwankungen unterliegen. Es ist weder ein langfristig sinkender noch steigender Trend zu erkennen. Der erste Datenpunkt der Terms of Trade aus dem Jahr 2001 liegt bei einem Wert von 97,6 und damit sehr nahe bei dem Mittelwert der betrachteten Periode von 97,7. Im Jahr 2019 liegt der Wert für die Terms of Trade Frankreichs bei 99,4. Bei Verwendung der Formel für die realen Austauschverhältnisse würde dies bedeuten, dass das Verhältnis von Exportgütern zu Importgütern bei 99,4 % liegt. Folglich importierte Frankreich im Jahr 2019 mehr Güter als sie exportierten. Ein weiterer möglicher Grund liegt nicht etwa in der Menge der exportierten bzw. importierten Güter, da diese auf kurze Zeit nur sehr schwer skalierbar sind, sondern in deren Preis. So ist es wahrscheinlicher, dass die Menge an Import- und Exportgütern gleichgeblieben ist und sich lediglich deren Preise geändert haben. Für das Beispiel aus dem Jahr 2019 würde dies bedeuten, dass entweder die Preise der Importgüter schneller bzw. stärker gestiegen sein müssen als die Preise der Exportgüter, oder dass die Preise der Exportgüter schneller bzw. stärker gesunken sind, als die der Importgüter und in beiden Fällen der Wert der Exportgüter lediglich 99,4 % der Importgüter entspricht.

Wie bereits erwähnt liegt ein möglicher Grund für die Veränderung der Terms of Trade in der Preisentwicklung der Importgüter. Deshalb untersucht diese Arbeit im folgenden Abschnitt die Korrelation zwischen der Entwicklung der Preisindices für nach Frankreich importierter fossiler Brennstoffe mit der Veränderung der Terms of Trade. Für die Berechnung der Korrelation wird der Korrelationskoeffizient nach Pearson und Bravais zugrunde gelegt. Dessen Formel lautet wie folgt,

und setzt die Kovarianz zweier Variablen x und y ins Verhältnis zum Produkt der Standardabweichung von x und y zur Bestimmung eines linearen Zusammenhangs dieser Variablen. Dabei bewegt sich der Korrelationskoeffizient in einem Bereich von -1 bis 1, wobei -1 für eine perfekte negative Korrelation steht und 1 für eine perfekte positive Korrelation. Dies bedeutet beispielsweise, dass wenn sich bei einer perfekten positiven Korrelation der x-Wert um 1 erhöht, sich auch der y-Wert um 1 erhöht. Dementsprechend bei einer negativen Korrelation genau entgegengesetzt. Bei einer Korrelation von ca. 0 liegt keine lineare Korrelation der Variablen vor. Beim Einsetzen der in Abbildung 4 enthaltenen Werte für Preisindices und Terms of Trade ergeben sich folgende Korrelationen. Zur vereinfachten Darstellung seien die Terms of Trade als x und die Preisindizes von Rohöl, Erdgas und Kohle als ,  und  angegeben.

Alle Variablen weisen also eine negative lineare Korrelation auf, wobei deren Ausprägung stark variiert. Die Korrelation zwischen den Terms of Trade und Rohöl liegt bei einem Wert von -0,74, hierbei spricht man von einer mittelstarken Korrelation. In Worten bedeutet dies, dass bei einer Steigerung des Rohölpreises um 1 gleichzeitig die Terms of Trade Frankreichs im Schnitt um 0,74 abnehmen. Dieser Zusammenhang ist bei Betrachtung der Erdgaspreise sogar noch signifikanter, hier liegt eine starke negative Korrelation von -0,81 vor. In Bezug auf die vorhin erläuterte Formel für die Terms of Trade lassen sich einige Schlussfolgerungen aus den berechneten Daten ziehen. Zunächst einmal lässt sich sagen, dass die Terms of Trade Frankreichs sich verringern, sollte einer der untersuchten Preisindices steigen. Die Erklärung dafür ist, dass die Importpreise steigen, falls die Preisindices höhere Preise aufweisen sollten, da diese Preise nicht unmittelbar auf die Exportgüter übertragen werden können, sinkt wiederum ihr Wert im Verhältnis zu dem der importierten Rohstoffe. Ferner führen steigende Importpreise dazu, dass nur die nötigsten Rohstoffe gekauft werden, und somit auch nur eine geringere Menge exportiert werden kann. Eine nicht so starke Korrelation zwischen Kohle und den Terms of Trade lässt sich möglicherweise darauf zurückführen, dass Kohle vergleichsweise kein essenzieller Rohstoff mehr ist. Ursache hierfür könnte der bereits 2015 in Frankreich beschlossene Ausstieg aus der Kohleenergie bis 2023 sein.

Fazit

Mithilfe der Pearson-Bravais Korrelation wurde versucht den Zusammenhang der Rohstoff-Preisindices und der Terms of Trade quantitativ zu untersuchen, wobei die Erkenntnis gewonnen werden konnte, dass die Preisindizes für Rohöl, Erdgas und Kohle negativ mit den Terms of Trade Frankreichs korrelieren. Steigende Preise würden dauerhaft zu einem großen Wohlstandsverlust für Frankreich führen, sollte man keine Möglichkeit finden die höheren Importpreise ebenfalls auf die Exportgüter zu übertragen oder alternative Brennstoffe zu verwenden.

Jedoch sind weitere Untersuchungen nötig um tiefergehende Aussagen zum Zusammenhang tätigen zu können.

Faktorinhalt und ökologischer Fußabdruck

Einleitung

Gegenstand vorliegender Aufgabe ist die Ermittlung der preisbereinigten Summe der Ein- und Ausfuhren von Erdöl, Erdgas, Braunkohle und Steinkohle und ein methodisch anschließender Vergleich mit dem Kohlenstoff-Anteil am ökologischen Fußabdruck von Frankreich um mögliche Korrelationen erkennen und interpretieren zu können.

Aufgrund des stetig steigenden Kohlendioxid-Ausstoßes ist es von großer Relevanz, selbigen im Kontext der modernen Welt, in der vorliegenden Aufgabe Frankreich, zu analysieren. Die Ergebnisse dieser Analyse können unter anderem dazu dienen, emissionsverringernde Maßnahmen zu identifizieren und umzusetzen. Anhand der Summe der Ein- und Ausfuhren der fossilen Brennstoffe lässt sich das jeweilige Handelsvolumen erkennen, das anschließend durch den Brennstoffpreisindex dividiert wird, um die preisbereinigten Werte zu erhalten.

Die Entwicklung des berechneten Handelsvolumens der fossilen Brennstoffe könnte in Korrelation mit der Entwicklung des Kohlenstoff-Anteils am ökologischen Fußabdruck Frankreichs stehen. In der Abbildung 5 ist der preisbereinigte Außenhandelsumsatz der Brennstoffe und der Kohlenstoff-Anteil am ökologischen Fußabdruck dargestellt.

Um eine methodisch korrekt berechnete Korrelation bestimmen zu können, wird der Korrelationskoeffizient nach Pearson herangezogen.

Abbildung 5: Ein- und Ausfuhren mineraler Brennstoffe sowie ökologischer Fußabdruck

Es wurde die Korrelation von 16 Datenpaaren der Jahre 2001-2016 zwischen dem Handelsvolumen der jeweiligen fossilen Brennstoffe und dem Kohlenstoff-Anteil am ökologischen Fußabdruck berechnet gemäß den Daten der ITC Trade Map und dem Global Footprint Network.

Erdöl und Öl aus bituminösen Mineralien, roh

Die Korrelation beträgt nach Pearson r=0,84. Dies deutet auf einen starken, linear steigenden Zusammenhang zwischen dem preisbereinigten Handelsvolumen von Erdöl und dem Kohlenstoff-Anteil am ökologischen Fußabdruck hin.

Den Daten der ITC Trade Map lässt sich entnehmen, dass Frankreich den Großteil des Erdöls im Handelsvolumen aus anderen Ländern importiert und nur ein sehr geringer Anteil exportiert wird. Daraus lässt sich wiederum schließen, dass Frankreich auf den Import von Erdöl angewiesen ist (vgl. Löhr, 2018).

Die Russische Föderation ist eines der Länder aus denen Frankreich einen Großteil seines Erdöls importiert (ITC Trade Map). Das Erdöl wird unter anderem unter Verwendung der Drushba-Pipeline exportiert (Bundeszentrale für politische Bildung, 2009).

Diese Pipeline endet allerdings in Deutschland und erreicht Frankreich nicht direkt. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass das Erdöl, welches nach Frankreich importiert wird (und entweder in einem weiteren Land raffiniert wurde oder unmittelbar in Frankreich raffiniert wird) über den Schiffs- oder Landweg nach Frankreich gelangt. Sowohl bei der Nutzung des Schiffswegs mithilfe von Öltankern, als auch des Landwegs mit Zügen oder sogar Lastkraftwagen werden Motoren für den Transport des Erdöls verwendet. Diese stoßen unausweichlich einen Teil ihrer Emissionen auf französischem Staatsgebiet aus und erhöhen den Kohlenstoff-Anteil am ökologischen Fußabdruck im Zusammenhang mit dem Import von Erdöl.

Zudem ist Erdöl ein essentieller Rohstoff für Industrienationen (vgl. Behr et al., 2016). Erdöl wird unter anderem für die Produktion von Plastik und in der Pharmazie benötigt. Mithilfe der ITC Trade Map lässt sich erkennen, dass Frankreich sehr hohe Exportmengen von pharmazeutischen Produkten und Produkten aus Plastik aufweist.

Somit ist die starke Korrelation mit dem Transport des Erdöls und der industriellen Nutzung zu erklären. In Frankreich liegt kein Faktorreichtum an Erdöl vor, daher muss Frankreich dieses Gut importieren. Gemäß dem Heckscher-Ohlin-Theorem kann somit festgestellt werden, dass Frankreich als kapitalintensives Land das Erdöl aus relativ arbeitsintensiven Ländern wie bspw. Russland importiert. Es ist für Frankreich effizienter und günstiger, das Erdöl aus anderen Ländern zu importieren, bei denen Faktorreichtum an Erdöl besteht, um damit kapitalintensivere Güter herstellen und exportieren zu können.

Erdgas und andere gasförmige Kohlenwasserstoffe

Die Korrelation zwischen dem Handelsvolumen von Erdgas und dem Kohlenstoff-Anteil am ökologischen Fußabdruck beträgt r=-0,07. Es ist somit keine Korrelation zwischen den Variablen festzustellen.

Erdgas ist der fossile Energieträger mit den geringsten spezifischen CO2-Emissionen (Landesamt für Umwelt Brandenburg, 2020). Ebenso lässt sich aus den Daten der ITC Trade Map schließen, dass Frankreich bedeutend mehr Erdgas importiert als exportiert. Erdgas wird ebenfalls in der Industrie genutzt, das Handelsvolumen ist allerdings wesentlich geringer als bei dem Erdöl.

Es liegt kein Zusammenhang zwischen dem preisbereinigten Handelsvolumen von Erdgas und dem Kohlenstoff-Anteil am ökologischen Fußabdruck vor aufgrund von dem im Vergleich geringeren CO2-Ausstoß und dem geringeren Handelsvolumen des Erdgases.

Braunkohle, auch agglomeriert, ausgenommen Gagat (Jett)

Die Korrelation zwischen dem Handelsvolumen von Braunkohle und dem Kohlenstoff-Anteil am ökologischen Fußabdruck beträgt r=-0,48. Es lässt sich somit kein signifikanter Zusammenhang erkennen.

Das Handelsvolumen von Braunkohle in Frankreich ist im gesamten betrachteten Zeitraum äußerst gering (ITC Trade Map). Weltweit und auch in Frankreich hat Braunkohle als Energielieferant stark an Bedeutung verloren (Umweltbundesamt, 2017). Es sollte daher nicht davon ausgegangen werden, dass sofern das Handelsvolumen der Braunkohle leicht sinkt oder steigt, der Kohlenstoff-Anteil am ökologischen Fußabdruck ebenfalls sinkt oder steigt. Aufgrund der multifaktoriellen Errechnung des Kohlenstoff-Anteils am ökologischen Fußabdruck und der starken Beeinflussung durch andere Variablen lassen sich keine belastbaren Rückschlüsse auf den ohnehin geringen Einfluss der Braunkohle finden.

Außerdem ist an der Geschichte Frankreichs ein Wandel in der Stromerzeugung von Stein- oder Braunkohle zu der Kernkraftenergie und anschließend zu erneuerbaren Energien zu verzeichnen (Percebois, 2008). Der durch Kohle erzeugte Anteil betrug im Jahre 2007 lediglich 4,2% (Energiebilanz Frankreichs in Percebois,2008).

Es ist somit aufgrund der abnehmenden Bedeutung von Braunkohle in der Stromerzeugung und durch den Wandel der Stromerzeugung kein Zusammenhang festzustellen.

Steinkohle; Steinkohlenbriketts und ähnliche aus Steinkohle gewonnene feste Brennstoffe

Eine mittelstarke, linear steigende Korrelation mit einem Korrelationskoeffizienten von r=0,47 liegt vor.

Frankreich importiert hohe Mengen an Steinkohle, exportiert jedoch nur einen verschwindend geringen Anteil (ITC Trade Map). Allgemein betrachtet weist die Energieerzeugung mithilfe von Kohle die höchsten CO2-Emissionen der o.g. fossilen Brennstoffe auf (Landesamt für Umwelt Brandenburg, 2020). Steinkohle wird ebenfalls in der Industrie genutzt, beispielsweise für die Wärmeerzeugung. Wie oben bereits erwähnt, wird allerdings nur noch ein geringer Anteil des Stroms durch Kohle erzeugt.

Die mittelstarke Korrelation ist somit mit der untergeordneten Bedeutung von Steinkohle als Energielieferant in Frankreich zu erklären. Da nichtsdestotrotz Steinkohle importiert und auch industriell genutzt wird lässt sich eine mittelstarke Auswirkung auf den Kohlenstoff-Anteil am ökologischen Fußabdruck deutlich nachweisen.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass bei den industriell genutzten fossilen Brennstoffen wie beispielsweise Erdöl eine hohe Korrelation zwischen dem Handelsvolumen und dem Kohlenstoff-Anteil am ökologischen Fußabdruck vorliegt. Diese werden für die Produktion in Frankreich benötigt um andere, häufig kapitalintensive Güter herzustellen. Daher ist es effektiver, die benötigten Brennstoffe aus arbeitsintensiven Ländern zu importieren bei denen Faktorreichtum besteht (vgl. Heckscher-Ohlin-Theorem). Den vom Global Footprint Network erhobenen Daten lässt sich eine starke Diskrepanz zwischen dem ökologischen Fußabdruck und der Biokapazität Frankreichs entnehmen. Dieses Phänomen wird als ökologisches Defizit bezeichnet und liegt im beschriebenen Fall in einer besonders starken Ausprägung vor. Grundlage weiterer Forschung und Untersuchungen sollten dementsprechend nachhaltige Ansätze zur Minimierung des ökologischen Defizits sein.

Literaturverzeichnis

Arno Behr, David W. Agar, Jakob Jörissen, Andreas J. Vorholt, Einführung in die Technische Chemie (2016).

Brenke, Karl, „Industrielle Entwicklung: Deutschland und Frankreich driften auseinander.“. https://www.econstor.eu/bitstream/10419/67579/1/731433173.pdf (letzter Zugriff: 26. Juni 2020).

Bundeszentrale für politische Bildung, „Energiepolitik: Abhängigkeiten und Pipelines -Öl.“. https://www.bpb.de/internationales/europa/europaeische-union/42881/grafik-energie-oel (letzter Zugriff: 26. Juni 2020).

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Europäisches Parlament, „Designschutz für sichtbare Ersatzteile soll in fünf Jahren entfallen.“. https://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//NONSGML+IM-PRESS+20071211IPR14794+0+DOC+PDF+V0//DE&language=DE (letzter Zugriff: 26. Juni 2020).

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