Internationale Finanzbeziehungen Schweiz 2020

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Makroökonomische Basisdaten

Im Folgenden wird die makroökonomische Lage der Schweiz mit Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika, USA, verglichen. Dabei werden insbesondere die Daten des Bruttoinlandsprodukts, der Produktionslücke, der Inflationsrate und der Arbeitslosenquote im Zeitraum von 1992 bis 2019 betrachtet.

Das Bruttoinlandsprodukt spiegelt das Maß für die gesamtwirtschaftliche Produktion wider. Es setzt sich aus der Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche zuzüglich des Saldos von Gütersteuern und – Subventionen zusammen.[1] Die Inflationsrate und die Arbeitslosenquote sind signifikante makroökonomische Variablen, welche die Entwicklung der Wirtschaft verdeutlichen. Dabei wird der anhaltende Anstieg des allgemeinen Preisniveaus als Inflationsrate bezeichnet. Die Arbeitslosenquote ergibt sich hingegen aus der Anzahl der Arbeitslosen geteilt durch die Erwerbspersonen. [2] Als Produktionslücke wird die Abweichung der wirtschaftlichen Entwicklung im Verhältnis zur konjunkturellen Normallage bezeichnet. Dabei ist das Produktionspotenzial ein Maßstab für die gesamtwirtschaftliche Produktionskapazität einer Volkswirtschaft. [3] Ist die Produktionslücke positiv, die Produktion also über dem Produktionspotenzial, so liegt auch eine höhere Inflation vor, welche die Investitionen sowie die Produktion hemmt. Liegt die Produktion dagegen unter dem Niveau des Produktionspotenzials, so ist eine negative Produktionslücke vorhanden. Die Gefahr der negativen Produktionslücke liegt im eventuellen entstehen einer Deflationsspirale.

Ein Zusammenhang dieser vier Variablen ergibt sich bei Betrachtung der Phillipskurve sowie dem okunschen Gesetz. Die Beziehung des Produktionswachstums und der Arbeitslosigkeit wird durch das okunsche Gesetz ausgedrückt. Steigt das Produktionswachstum an, so sinkt die Arbeitslosenquote. Umgedreht steigt die Arbeitslosenquote bei flacherem Produktionswachstum.[4] Zudem führt ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts zu einer geringeren Arbeitslosenquote. Dies ist insbesondere aus der Verteilungsrechnung des BIP ersichtlich, welches unter anderem die Konsumausgaben privater Haushalte enthält. Haben mehr Menschen einen Arbeitsplatz, so können diese auch mehr Geld für Güter und Dienstleistungen ausgeben. Das BIP steigt hierdurch, wohingegen die Arbeitslosenquote sinkt. Die modifizierte Phillipskurve zeigt den Zusammenhang zwischen der Höhe der Arbeitslosenquote und der Veränderung der Inflationsrate. Die Inflationsrate steigt demzufolge bei einer niedrigen Arbeitslosenquote und sinkt, wenn die Arbeitslosenquote steigt. [5]

Werden nun die Grafiken der Schweiz, Deutschlands sowie der Vereinigten Staaten von Amerika betrachtet, so ist ersichtlich, dass diese auch korrelierende Verläufe aufweisen. Ebenso ist ein korrelierender Verlauf der vier Variablen unter den einzelnen Ländern erkennbar.

Abbildung 1 Bruttoinlandsprodukt

Bruttoinlandsprodukt Deutschland, Schweiz, USA

Abbildung 2 Produktionslücke

Produktionslücke Deutschland, Schweiz, USA

Abbildung 3 Inflationsrate

Inflationsrate Deutschland, Schweiz, USA

Die Grafiken der drei Länder weisen für den Zeitraum von 1992 bis 2019 für das BIP, die Produktionslücke und die Inflationsrate ähnliche Verläufe auf, auch wenn es bei der Produktionslücke starke Ausreißer gibt. Ein drastischer Ausreißer aller Werte ist 2009 erkennbar. Dies weist auf die weltweite Finanzkrise hin, welche sich als Immobilienkrise seit 2007 in den Vereinigten Staaten von Amerika, in Folge immer stetiger steigender Immobilienpreise, welche teilweise stagnierten und auch je nach Gebiet gefallen sind entwickelte. Die Kreditzinsen stiegen auch immer weiter an und so konnten viele Kreditnehmer diese Kredite nicht mehr tilgen. Die Kreditrisiken wurden von den Banken in verbrieften Wertpapieren weltweit gehandelt, weswegen durch die Krise 2008 und 2009 globale Auswirkungen annahm. Der Rückgang der Liquidität der Banken in Verbindung mit einer allgemeinen Unsicherheit ließ die vorige Immobilienkrise auch auf andere Bereiche und auch Nicht-Finanzbereiche ausweiten.[6]

Abbildung 4 Arbeitslosenquote

Arbeitslosenquote Deutschland, Schweiz, USA

Bemerkenswert ist, dass die Arbeitslosenquote über den kompletten Zeitverlauf von 1992 bis 2019 in allen drei betrachteten Ländern stark schwankt und kein einheitlicher Trend erkennbar ist. In Deutschland gab es einen starken Ausreißer im Jahr 2005, in den Vereinigten Staaten von Amerika rund um das Jahr 2009. Der starke Anstieg der Arbeitslosigkeit in Deutschland ist mit der Zusammenlegung der Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe zu begründen. Dies führte zu einer Verschiebung in die registrierte Arbeitslosigkeit aus der stillen Reserve und damit zu einem zusätzlichen Arbeitskräfteangebot.[7] Zusätzlich sollte hier erwähnt werden, dass es in den Vereinigten Staaten von Amerika auch keinen Kündigungsschutz für die Arbeitnehmer gibt, was ebenfalls ein Indikator für den schwankenden Verlauf darstellen kann.

Zusammenfassend ist die makroökonomische Lage der drei betrachteten Länder, mit Ausnahme der Resultate aus der Finanzkrise 2008/2009 als nicht allzu schlecht einzustufen. Die Arbeitslosigkeit schwankt mittelmäßig, ist jedoch kein alleiniger Indikator für die Lage einer Volkswirtschaft. Die Arbeitslosigkeit der Schweiz liegt stetig unter der der USA und Deutschlands. Die Inflationsrate ist in einigen Zeiträumen sogar negativ, erholt sich jedoch stetig und liegt größtenteils ebenfalls unter derer der USA und Deutschland.

Länderinformationen des Internationalen Währungsfonds

In dem [8]Artikel IV Excutive Board Cosultation (erschienen am 26.06.2019) wird die wirtschaftliche Performance der Schweiz aus Sicht des Staates, der Unternehmen und der Arbeitnehmer betrachtet. Die folgenden fünf Punkte spiegeln die Wirtschaftliche Situation der Schweiz wider und wurden dementsprechend von uns als am wichtigstem identifiziert.

1. The Swiss economy has performed relatively well during the decade since the global financial crisis, notwithstanding periodic safe-haven pressures.

Dieses Statement bedeutet, dass die Schweiz auch während und nach der weltweiten Finanzkrise sehr gut abgeschnitten hat, unabhängig des Drucks der politischen Situation. Grund dafür könnte die Unabhängigkeit der Schweiz sein. Die Schweiz ist nicht auf finanzielle Mittel aus Europa angewiesen, hat eine eigene Währung auch einen sehr guten Kurs. Weiterhin wird in der Schweiz viel selbst produziert und hinterher exportiert, ähnlich wie in Deutschland. Dadurch ist die Schweiz zum großen Teil nicht auf externe finanzielle Hilfe, Produkte oder Güter angewiesen ist. Sie ist weitestgehend unabhängig und selbstständig. Weiterhin hat die Schweiz ein anderes Steuersystem und eine andere Arbeitsmoral durch bessere Lohnzahlungen und auch die Summe der Stattverschuldungen in der Schweiz ist geringer, als die der anderen europäischen Länder. Beispielsweise lag die Staatsverschuldung im Jahr 2017 in der Schweiz lediglich bei 41,80 %, in Deutschland hingegen lag sie 63,90 %. Die höchste Staatverschuldung in der EU hatte im Jahr 2017 Griechenlang mit 181,80%. Die niedrigste Staatverschuldung im Jahr 2017 hatte Luxemburg mit 23 % (vgl. laenderdaten.de). Demnach liegt die Schweiz im oberen Drittel der Staatverschuldungen und ist dementsprechend auch reicher als die meisten anderen Länder in der EU. In dieser Situation gleichen sich finanzielle Probleme besser aus.

2. The authorities consider that assignment of macroeconomic policies should reflect the source of economic weakness.

Es wird davon ausgegangen, dass die makroökonomischen Grundsätze die Quelle der wirtschaftlichen Schwächen der Schweiz erklären. Ein großes Augenmerk wird dabei insbesondere auf den Schweizer Franken als Währungseinheit gelegt. Im letzten Jahrzehnt gab es immer wieder starke wirtschaftliche Bewegungen, welche den Kurs des Franken belasteten. Die Geldpolitik versucht jedoch eine allzu starke Aufwertung zu vermeiden. Begründet wird dies damit, dass bei einer zu starken Aufwertung die Nachfrage des Auslands wegbricht, da die Produkte zu teuer werden. Andererseits würde dies den Import verbessern und damit die reale Kaufkraft im Inland steigern. (Vöpel, 2016, S. 4) Die erlassene Schuldenbremse erlaubt ein konjunkturelles Defizit, sollte das Bruttoinlandsprodukt unter sein eigentliches Potenzial fallen. Ein zusätzlicher Vorteil sind die momentan niedrigen Auslandsschulden, welche einen finanziellen Spielraum ermöglichen, sollte die Nachfrage im Inland zu stark fallen. Dabei würde eine absehbarere Fiskalpolitik jedoch helfen die Geldpolitik zu unterstützen. Öffentliche Ausgaben helfen jedoch nicht den Wechselkurs auszugleichen, sollte es zu einem Schock der Auslandsnachfrage kommen. Trotzdem unterstütze die öffentliche Politik die gesamtwirtschaftliche Nachfrage im Verlauf der letzten zehn Jahre, indem sie 200.000 neue Arbeitsplätze in den Bereichen Bildung, Gesundheit, öffentliche Verwaltung sowie Sozialwesen schuf. Dagegen wurden nur 70.000 Arbeitsplätze in den Bereichen des internationalen Wettbewerbs wie beispielsweise Industrie oder Tourismus verloren.

3. Switzerland’s fiscal position is strong.

Die fiskalische Position der Schweiz ist sehr stark. Fiskalisch bezeichnet den Staat in seiner Funktion als Wirtschaftssubjekt, häufig wird auch von der sogenannten öffentlichen Hand gesprochen. Nach der Einführung der DB Regeln, betrug der gesamtstaatliche Headline-Überschuss, seit Mitte der 2000er Jahre, durch die Bundesregierung und der meisten Kantone, durchschnittlich 0,6 Prozent des BIP um 2003. Als Kantone werden die Bundesländer der Schweiz bezeichnet.Die

gesamtstaatliche Bruttoverschuldung ist in diesem Zeitraum um fast 18 Prozentpunkte auf 41 Prozent des BIP zurückgegangen.

Die Bundesregierung verlangt laut der DB Regel einen strukturellen und konjunkturbereinigten Saldo auf ex ante Basis. Ex ante bezeichnet eine Beurteilung aus früherer Sicht, die sogenannte Ausgangssituation. Bei der Beurteilung kommt es somit darauf an, was vor dem Handeln erkennbar war. Hingegen wird bei der ex post Betrachtung erst die nachträglich erkennbar gewordenen Fakten mitberücksichtigt. Im Falle von Überschreitungen der Ausgaben im Nachhinein, sind in den folgenden Jahren, strukturelle Überschüsse auszugleichen. Jedoch besteht bei der ex post Betrachtung von Unterschreitungen der Ausgaben, keine ähnliche Anforderung von Ausgleich.

Die Haushaltsüberschüsse in den Jahren 2017 und 2018 beliefen sich auf 1,2 Prozent und 1,3 Prozent des BIP. Die Ursache dafür ist zum Teil auf eine außergewöhnliche Erhöhung, der Einnahmen aus Quellensteuern zurückzuführen. Diese erhöhten sich um 1⁄4 Prozentpunkte.

4. Persistent low growth and low inflation, accompanied by very-low interest rates, intensifies financial stability risks.

Das anhaltend niedrige Wachstum und die niedrige Inflation, begleitet von sehr niedrigen Zinssätzen, verstärken die Risiken der Finanzstabilität. Die Preise für Wohnimmobilien in Privatbesitz sind seit 2017 gestiegen, nachdem sie sich aufgrund der in den Jahren 2012 bis 2014 eingeführten strengeren makroprudenzielle Maßnahmen verringert hatten. Die Preise für Mehrfamilienhäuser, die zu Investitionszwecken genutzt werden, sind jedoch nach der Lockerung der Geldpolitik in der Schweiz um 2015 stark gestiegen. Während die Preise, für als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, seitdem leicht gesunken sind, sind die Leerstandsquoten gestiegen, da die Baukosten die Nachfrage übertroffen haben. Trotz einer Wohneigentumsquote von 40 Prozent gehört die Hebelwirkung der privaten Haushalte zu den höchsten in der OECD, und Hypotheken, die 85 Prozent der inländischen Kredite der Banken und mehr als 200 Prozent des BIP ausmachen, steigen jährlich um etwa 5 Prozentpunkte des BIP . Mit Erträgen auf Wohninvestmentimmobilien, die über denen von Staatsanleihen,

Pensionsfonds und Versicherungsunternehmen liegen, haben rund ein Viertel der Unternehmen ihre Ressourcen für den Immobiliensektor bereitgestellt, und sind ein wichtiger Treiber der Immobiliendynamik. Das direkte und indirekte Engagement der privaten Haushalte in Immobilien auf beiden Seiten ihrer Bilanz ist sehr hoch, da sie Eigentum an Immobilien und damit verbundenen Hypotheken besitzen und Ersparnisse bei Bankeinlagen, Pensions- und Versicherungsfahrzeugen sowie Bestände an immobilienbezogenen Aktien und Investmentfonds halten . Eine SNB-Umfrage ergab, dass rund 40 Prozent der neuen Kredite der Banken Hypotheken für als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sind. Diese sind tendenziell riskanter, mit sowohl hohem Beleihungsauslauf als auch niedriger „loan to income“-Merkmale häufiger auftreten. Mit einem langsameren Wachstum der nominalen Einkommen wird die automatische Verschuldungsdynamik weniger als in den vergangenen Jahrzehnten zur passiven Reduzierung sehr hoher Schulden-Einkommens-Verhältnisse beitragen, insbesondere weil die Hypothekenzinsen nicht so stark gesunken sind wie der Leitzins.

5. Swiss wages are considerably higher than in neighboring regions.

Dieser Punkt handelt von den Schweizer Löhnen und deren angrenzenden Regionen. Die Löhne in der Schweiz sind deutlich höher als in den Nachbarregionen. Im Jahr 2002 wurde des EU-Arbeitsmarkt geöffnet. Diese Situation führte zu einem deutlichen Anstieg der ausländischen Arbeitskräfte. Ein Drittel der schweizer Arbeitskräfte bestehen aus ausländischen Arbeitern. Trotz dessen bestehen grenzüberschreitende Lohnunterschiede in der Schweiz und in dem letzten Jahrzehnt ist die Beschäftigung stark gestiegen, die Lohnverteilung war dennoch stabil. Die Arbeitsplätze gehören zu den höchsten in den OEC (The Observatory of Economic Complexity), da fast die Hälfte der Schweizer Arbeitsplätze einem moderaten oder hohen Automatisierungsrisiken ausgesetzt sind. 2016 wurde mittels einer Volksabstimmung ein universelles Grundeinkommen abgelehnt. Das Grundeinkommen sollte für jedem Erwachsenen CHF 2.500 pro Monat betragen. Die Schweiz besteht aus 26 Kantonen, welche die Gliedstaaten der schweizerischen Eidgenossenschaft sind und diese werden in 7

Großregionen eingeteilt. Die Zentralschweiz, einer der 7 Großregionen, ist die bestbezahlteste Region in der Schweiz mit einem BIP pro Kopf von über 90.000 US Dollar. Das angrenzende Bundesland Baden-Württemberg in Deutschland hat dagegen nur ein BIP pro Kopf zwischen 30.000 und 40.000 US Dollar. Die Region Bourgogne- Franche-Comtè in Frankreich hat das niedrigste BIP pro Kopf von den angrenzenden Regionen der Schweiz unter 30.000 US-Dollar.

Investition, Ersparnis und Leistungsbilanz

Das folgende Kapitel befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen der inländischen Nachfrage, der Binnennachfrage und der Endnachfrage inländischer Güterproduktion für das Land Schweiz im Vergleich zum Herkunftsland Deutschland. Um den Zusammenhang der verschiedenen Nachfragarten näher und ausführlicher beschreiben zu können, müssen zunächst die Begrifflichkeiten genauer erläutert werden. „Die inländische Güternachfrage beschreibt die Gesamtnachfrage nach in- und ausländischen Gütern im Inland. Folglich entfällt ein Teil der Nachfrage auf Güter aus dem Ausland, die Importe. Unter Gütern werden hier sowohl Waren als auch Dienstleistungen subsumiert.“ [9] Die inländische Nachfrage wird weiterhin von dem Konsum, den Investitionen und den Staatsausgaben beeinflusst und bestimmt. In der volkswirtschaftlichen Gleichung steht der Buchstabe C für den Konsum, I für die Investitionen und G für die Staatsausgaben. Daraus ergibt sich folgende Gleichung: Inländische Nachfrage (D)= C + I + G. Neben dieser Gleichung ist es ebenfalls möglich, die inländische Nachfrage (D) mit Hilfe der Binnennachfrage zu errechnen. Dafür muss diese mit den Importen des Landes addiert werden und es ergibt sich die Gleichung D = Binnennachfrage (AA)  + Importe. In der mathematischen Gleichung steht AA für die Binnennachfrage. Sie bezeichnet die Nachfrage nach Gütern auf inländischen Märkten durch inländische Käufer.[10] Weiterhin wird die Binnennachfrage von der Veränderung der Lohnstückkosten des beobachteten Landes beeinflusst. Auch die Endnachfrage (ZZ) muss definiert werden. Sie wird auch als „Nachfrage nach inländischen Gütern“ bezeichnet und sollte klar von der inländischen Güternachfrage abgegrenzt werden. Die Endnachfrage errechnet sich mit folgender Gleichung: Konsum (C) + Investition (I) + Staatsausgaben (G). In dieser Gleichung wird jedoch der Export von Dienstleistungen und Sachgütern mit hinzugezählt.[11]

In der folgenden Abbildung sind die Entwicklung und der Zusammenhang der inländischen Nachfrage, der Binnennachfrage und der Endnachfrage nach der inländischen Güterproduktion zwischen dem Herkunftsland Deutschland und dem Land Schweiz von 1992 bis 2018 graphisch dargestellt. Die Daten zur Erstellung der Graphiken sind von der European Commission entnommen. Weiterhin mussten zur Vergleichbarkeit der Schweizer Franken in Euro umgerechnet werden. Der Umrechnungskurs für einen Euro betrug zum Zeitpunkt der Erstellung der Graphik 0,95 Schweizer Franken

Abbildung 5: Vergleich der inländischen Nachfrage, Binnennachfrage und Endnachfrage nach inländischer Güterproduktion zwischen Deutschland und der Schweiz.[12]

Vergleich der Binnenachfrage, inländischen Nachfrage und Endnachfrage nach inländischer Güterproduktion zwischen Deutschland und der Schweiz
Vergleich der Binnenachfrage, inländischen Nachfrage und Endnachfrage nach inländischer Güterproduktion zwischen Deutschland und der Schweiz

Auffällig ist zunächst, dass sowohl die inländische Nachfrage als auch die Binnennachfrage und die Endnachfrage parallel stetig wachsen. Dementsprechend sind Import- und Exportnachfragenachfrage ungefähr im gleichen Verhältnis zueinander. Die Binnennachfrage verläuft parallel zur inländischen Nachfrage in der Schweiz und auch in Deutschland. Ein Grund dafür ist, dass die Binnennachfrage von der inländischen Nachfragefunktion abhängt, da die inländische Nachfrage durch Addition von Binnennachfrage mit den Importen errechnet wird. Stellt man die Gleichung um, wird dementsprechend wird die Binnennachfrage errechnet, indem man die Importe von der inländischen Nachfrage abzieht. Ändert sich die Endnachfrage aufgrund der Importe, so ändert sich demnach auch die Binnennachfrage. Weiterhin zu erkennen ist, dass in allen Graphen keine auffällig großen Schwankungen stattgefunden haben. Lediglich im Jahr 2009 sinken alle Nachfragekurven in Deutschland. Dies ist auf die weltweite Finanzkrise zurückzuführen. Vergleicht man die Kurven des Landes Deutschland, mit den Kurven der Schweiz, ist deutlich zu erkennen, dass die Kurven von Deutschland sich in einem höheren Bereich befinden. Die Nachfrage in Deutschland ist demnach höher als in der Schweiz. Bei dem Untersuchungsland Deutschland schwanken die Werte der Graphen zwischen 2.250 Mrd. Euro und 4.500 Mrd. Euro. Bei der Schweiz liegen diese Zahlen deutlich geringer. Sie bewegen sich dort in etwa zwischen 400 Mrd. Euro und 990 Mrd. Euro. Weiterhin ist das Wachstum der Schweiz deutlich langsamer, als das Wachstum von Deutschland. Während die Gesamtnachfrage von 1992 bis 2018 in Deutschland um knapp 2.000 Mrd. Euro steigt, steigt die Gesamtnachfrage in der Schweiz lediglich um 440 Mrd. Euro. Weiterhin steigt in Deutschland, besonders in den letzten 5 Jahren, die inländische Nachfrage (DD) und die Endnachfrage (ZZ) verhältnismäßig stark an. Ein Grund dafür, könnte ein Aufschwung in der deutschen Wirtschaft sein.

Welche Schlussfolgerungen lassen sich daraus für die außenwirtschaftliche Strategie Ihres Untersuchungslandes ziehen?

Da der Anstieg der Funktionen sehr gering ist, lassen sich aus den Nachfragefunktionen nur wenig bis kaum aussagekräftige Angaben für die Außenwirtschaft ableiten. Allerdings ist zu erkennen, dass in der Schweiz die Endnachfrage (ZZ) parallel zur inländischen Nachfrage (DD) steigt. Es ist dementsprechend davon auszugehen, dass die Staatsausgaben erhöht wurden und so die Schweizer Wirtschaft und Industrie gestärkt wurde.  Wird die Produktion angekurbelt, so entsteht weiterhin eine negative Handelsbilanz. In einer Finanzkrise, wie zum Beispiel im Jahr 2009, wird die inländische Wirtschaft durch die ausländische Nachfrage angeregt und so können Defizite wieder ausgeglichen werden.

Wie unterscheidet sich diese Strategie von der Deutschlands?

Vergleicht man die Schweiz und Deutschland miteinander, finden sich kaum Unterschiede. Beide Länder haben eine ausgeprägte Wirtschaft, eine ähnliche Kultur und Mentalität und haben ebenfalls einen ähnlichen Technologie- und Entwicklungsstand. Demnach gibt es keine großen Besonderheiten, die in der interkulturellen Wirtschaftskommunikation zwischen Deutschland und der Schweiz zu beachten sind. Allerdings fährt Deutschland eine offensivere Strategie bezüglich ihrer Außenwirtschaft. Deshalb sind die Werte der Nachfragefunktionen von Deutschland  auch höher, als die der Schweiz.

Wie können Sie das Gütermarktmodell offener Volkswirtschaften für diese Untersuchung einsetzen?

Der offene Gütermarkt bzw. das Gütermarktmodell offener Volkswirtschaften besteht aus der Gesamtzahl aller Märkte, auf denen mit Gütern, Waren und Dienstleistungen gehandelt wird. Durch sie können sich Konsumenten zwischen inländischen und ausländischen Waren und Dienstleistungen entscheiden. Weiterhin können Firmen und Unternehmen ihre Güter nicht nur im eigenen Land, sondern auch im Ausland anbieten. Dementsprechend kann ein offener Gütermarkt wie ein den Grundbaustein für die Globalisierung der Weltwirtschaft gesehen werden.[13]

 Der Gütermultiplikator im Vergleich zu Deutschland

Der Gütermarktmultiplikator ist ein wichtiges Element in der Volkswirtschaft, da er die Wirkung nachfragerhöhte Staatsausgaben auf das Volkseinkommen angibt. [14] Zu untersuchend gilt in diesem Kapitel, welchen Einfluss die Importe auf den Gütermarktmultiplikator haben und wie sich die Wirksamkeit der fiskalpolitischen Maßnahmen zur Stabilisierung von Nachfrage, Produktion und Beschäftigung dadurch verändert. Um einen Bezug zur Praxis herzustellen wird die Volkswirtschaft der Schweiz mit Deutschland verglichen.Sowohl die Schweiz als auch Deutschland haben eine offene Volkswirtschaft und durch die Handelsverflechtungen ist der Gütermarktmultiplikator kleiner als in einer geschlossenen Volkswirtschaft. Das ist darauf zurückzuführen, dass ein Teil der Nachfrage in die Importnachfrage fließt. [15]

In der folgenden Betrachtung wird zur Vereinfachung und zur Vergleichbarkeit der Volkswirtschaften eine Kaufkraftparität vorausgesetzt. Folglich werden die Bewegungen des realen Wechselkurses (e) vernachlässigt:

                                                          e = 1

Die Voraussetzung für einen Gütermarkt im Gleichgewicht ist, das die inländische Produktion (Y) der Nachfrage der Inländischen Güter (Z) entspricht:

                                                          Y = Z

Die Annahme, dass die Zusammenhänge in der Gleichung linear sind, dient der klaren Betrachtung der Effekte. Unter Berücksichtigung des Konsums (C) der Investitionen (I), der Staatsausgaben (G) der Importe (IM) und der Exporte (X) in der Nachfrage nach inländischen Gütern erhalten wir folgende Gleichung:

                                              Y = C + I + G – IM + X

Diese Gleichung wird um die Parameter (c0, c1, d0, d1, d2) und den realen Zinssatz (r) erweitert. Für die Importe ist festzuhalten, dass sie sich proportional zur inländischen Produktion verhalten, sowie die Exporte sich proportional zur ausländischen Produktion (Y*) verhalten. Dementsprechend werden die Importe und Exporte in der Gleichung mit den Parametern (im1, x1) multipliziert mit der jeweiligen Produktion (Y, Y*) ergänzt. Der Focus liegt an dieser Stelle auf den Importen und mit im1 wird die marginale Importneigung dargestellt. Im Ergebnis erhalten wir das Verhältnis der Produktion zum Multiplikator (Term in der eckigen Klammer) multipliziert mit den autonomen Ausgaben (Term in der runden Klammer):    

Verhältnis der Produktion zum Multiplikator (Term in der eckigen Klammer) multipliziert mit den autonomen Ausgaben (Term in der runden Klammer)
Verhältnis der Produktion zum Multiplikator (Term in der eckigen Klammer) multipliziert mit den autonomen Ausgaben (Term in der runden Klammer)

               

Mit dieser Gleichung wird aufgezeigt, welche Effekte der Multiplikator auf die Produktion hat und eine Analyse der Importe möglich ist. Die negative marginale Importneigung verdeutlicht, dass ein Teil der zusätzlichen Nachfrage auf die ausländlichen Güter fällt. [16] 

Anhand der Gleichung können die Auswirkungen auf die Nachfrage, Produktion und Beschäftigung abgeleitet werden. Zur Veranschaulichung werden in der folgenden Abbildung die Importe als Funktion der Einkommen in der Schweiz von 1950 – 2017 dargestellt.

Abbildung 6: Importe als Funktion der Einkommen: Schweiz 1950 - 2017, MCHF

Importe als Funktion der Einkommen Schweiz, 1950-2017, MCHF

Bei den Importen handelt sich um den Kauf von ausländischen Waren und Dienstleistungen. Dabei werden sowohl einheimische Konsumenten, Unternehmen also auch staatliche Institutionen betrachtet.[17]Die negative Steigung der Funktion verdeutlicht, dass mit steigenden Einkommen die Importe ansteigen. Bei genauer Betrachtung der Werte beider Länder ist festzustellen, dass Deutschland ein deutlich höheres Einkommen hat und die Steigung einen geringeren negativen Wert aufweist. Die Schweiz hat demzufolge geringer Investitionen dafür aber auch ein geringeres Einkommen.  In beiden Volkswirtschaften verändert sich die Einkommenshöhe proportional zu den Importen. Die lineare Funktion ist jedoch unabhängig von den Jahren. In dem Zeitraum zwischen 1950 und 2017 ist das Einkommen immer wieder angestiegen beziehungsweise gefallen und die Importe haben sich entsprechend des Multiplikators verändert. Die Importe haben jedoch nicht nur eine Auswirkung auf das Einkommen, sondern auch auf die Handelsbilanz. Der Bezug von Waren ausländischer Konsumenten und Unternehmen wird als Warenhandel in der Handelsbilanz erfasst. [18]Ein Bestandteil, der dabei nicht unberücksichtigt werden soll, sind die Staatausgaben. Denn die Entscheidungen über die Höhe der Steuern und die Ausgaben des Staates ergeben zusammen die Fiskalpolitik. Die Importe als Funktionen der Einkommen lassen Rückschlüsse auf die Fiskalpolitik ziehen. Die Maßnahmen des Staates haben somit eine Wechselwirkung zum Einkommen und folglich auch auf die Importe. Der Vergleich zwischen er größeren Volkswirtschaft Deutschland mit der Schweiz zeigt, dass ein Land umso unabhängiger ist je größer es ist. Das größere Land ist damit nicht auf die Importe angewiesen und sie sind infolgedessen geringer. Das Ganze ist jedoch im Verhältnis zum Einkommen zu betrachten. Führt der Staat eine expansive Fiskalpolitik erhöht entweder die Staatsausgaben oder senkt die Steuern. Diese Maßnahmen haben immer Auswirkung auf die Nachfrage, Produktion und Beschäftigung. Gerät eine Volkswirtschaft aus dem Gleichgewicht, greift der Staat mit fiskalpolitischen Maßnahmen ein. Werden diese finanzpolitischen Maßnahmen ergriffen erhöht sich die Produktion, dass wiederrum führt zu einer höheren Beschäftigungsquote und durch den Anstieg der Einkünfte der privaten Haushalte erhöht sich auch die Nachfrage. Im ersten Teil des Kapitels wurde der Gütermarktmultiplikator hergeleitet, wird der Multiplikator mit den Veränderungen der Staatsausgaben multipliziert ergibt sich der Anstieg der Produktion:

Formel Veränderung Staatsausgaben


Aus dem Anstieg der Produktion folgt auch ein Anstieg der Importe. Damit wird der Einfluss der Importe auf den Gütermarktmultiplikator nachgewiesen. Dieser wiederum hat eine Auswirkung auf die Wirksamkeit der fiskalpolitischen Maßnahmen. Die Intensität dieser Auswirkungen sind abhängig von der Größe der Volkswirtschaft und ob es sich um eine geschlossene Volkswirtschaft oder eine Handelsverflechtung handelt.

Der Vergleich zwischen der Schweiz und Deutschland zeigt, dass beide Volkswirtschaften sehr unterschiedliche Zielkonflikte aufweisen. Für die Schweiz, als das kleinere Land, hat der Anstieg der Staatsausgaben eine deutlich kleinere Auswirkung auf die Produktion, die Verschlechterung der Handelsbilanz ist jedoch groß, dies entspricht der Hälfte der Staatsausgaben. Für die einkommensstärkere Volkswirtschaft in Deutschland verhält es sich entgegengesetzt. Die Wirkung der Staatsausgaben die Produktion ist höher und die Verschlechterung der Handelsbilanz ist kleiner. Dadurch ist es in der Schweiz schwieriger Fiskalpolitik einzusetzen, um die Produktion zu beeinflussen als in Deutschland. [19]

Zusammenfassend betrachtet ist es für die Schweiz schwieriger fiskalpolitischen Maßnahmen umzusetzen. Denn die Auswirkungen auf die Produktion und damit auch auf die Beschäftigtenquote und auf die Nachfrage sind geringer. Zurückzuführen ist das auf die Ermittlung der Produktion durch Betrachtung des Konsums, der Staatsausgaben, der Investitionen sowie die Importe und Exporte. Damit verändern sich die Importe in Abhängigkeit zur Produktion und auch des Einkommens.  

Auslandsvermögen und Leistungsbilanz

Nachfolgend wird untersucht, ob es zwischen der Leistungsbilanz und dem Netto-Auslandsvermögensstatus der Schweiz Zusammenhänge gibt. Dabei wird ein Diagramm zur Visualisierung und besserem Verständnis einbezogen. Anschließend erfolgt ein Vergleich mit den Vereinigten Staaten von Amerika (USA), um Unterschiede und gegebenenfalls auch Gemeinsamkeiten zwischen diesen beiden Volkswirtschaften darzulegen.

Die Leistungsbilanz setzt sich aus den vier Elementen Warenhandel, Dienstleistungen, Primäreinkommen und Sekundäreinkommen zusammen. [20] Sie drückt also den Wert aus, welchen Importe und Exporte von Gütern zusammengerechnet für ein Land ergeben. Ist dieser im positiven Bereich, die Forderungen gegenüber dem Ausland also höher als die Verbindlichkeiten, so liegt ein Leistungsbilanzüberschuss vor. Ein Leistungsbilanzdefizit entsteht hingegen dadurch, dass die Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland höher sind als die Forderungen. [21]

Der Netto-Auslandsvermögensstatus spiegelt die Forderungen und Verbindlichkeiten des Landes gegenüber dem Rest der Welt wider. [22] Dabei werden die Auslandsvermögen und Auslandsschulden saldiert, wodurch ersichtlich wird ob das Land Nettogläubiger oder Nettoschuldner ist. Ein Nettogläubiger ist jedes Land, welches ein positives Saldo aufweist. Dementsprechend ist jedes Land mit einem negativen Saldo ein Nettoschuldner. [23] Zudem erhöht ein Leistungsbilanzüberschuss das Nettoauslandsvermögen der Inländer, ein Zusammenhang ist also erkennbar. [24]

Das nachfolgend abgebildete Diagramm veranschaulicht die kumulierte Leistungsbilanz und den Netto-Auslandsvermögensstatus der Schweiz von 1980 bis 2018. Die Daten für die Leistungsbilanz werden kumuliert ausgedrückt, da sie im Einzelnen nur die Unterschiede zum Vorjahr aufweisen, mithilfe der Kumulation jedoch eine langfristige Entwicklung dargelegt werden kann.

Abbildung 7: Leistungsbilanz und Nettoauslandsvermögen Schweiz [25]

Leistungsbilanz und Nettoauslandsvermögen der Schweiz

Zur Ermittlung der Korrelation wird der Pearson-Korrelationskoeffizient verwendet. Dieser nimmt Werte zwischen eins bis minus eins an. Desto näher der Wert an eins liegt, desto stärker ist die Korrelation. Ein Wert rund um null zeigt, dass es keine Korrelation gibt. Eine negative Korrelation weist auf eine negative, also gegenläufige Korrelation, hin. Der Pearson-Korrelationskoeffizient zeigt für die beiden Graphen einen Wert von 0,94, also fast 1 an, was eine starke Korrelation verdeutlicht.

Diese starke Korrelation ist bis etwa 2010 offenkundig, da die Graphen dort recht nah aneinander verlaufen, wobei beide Graphen kontinuierlich steigen. Dies bedeutet, dass zu jeder Zeit ein positives Nettoauslandsvermögen vorlag, auch wenn dieser Graph stärkere Schwankungen aufweist als die kumulierte Leistungsbilanz, die Schweiz also immer Gläubiger im Ausland war und sich nicht verschuldete. Weiterhin ist der Grafik zu entnehmen, dass die Schweiz für immer größere Summen als Gläubiger auftrat und dies fortwährend, es kann also nicht einem bestimmten Ereignis zugerechnet werden. Ein Hinweis auf die positiv verlaufenden Graphen ist, dass immer mehr Güter exportiert wurden und in dieser Folge die Leistungsbilanz steigt, wodurch auch das Nettoauslandsvermögen ähnlich stark steigt, denn diese beiden Werte hängen, wie oben bereits erklärt, zusammen.

Die Schweizerische Nationalbank erklärt den fortwährenden Überschuss der Leistungsbilanz mit einer unterbewerteten Währung. Dieser Leistungsbilanzüberschuss kann demnach nur ausgeglichen werden, wenn die Währung der Schweiz aufgewertet wird, woraufhin die Nettoexporte rückläufig wären. Jedoch ist das Ziel der Schweizerischen Nationalbank keine Aufwertung des Franken, da dieser in der Vergangenheit teilweise schon zu hoch bewertet wurde. Begründet wird dies damit, dass es sonst zu einer Rezession kommen würde und so auch die globale Nachfrage nach Gütern beeinträchtigt werden würde, was sich wiederum nachteilig auf andere Länder auswirkt. Wertet die Schweiz ihre eigene Währung auf, so werden die für den Export bestimmten Güter für die ausländischen Abnehmer schlichtweg zu teuer. Weiterhin sind viele multinationale Unternehmen in der Schweiz ansässig. Investieren diese dann ihre Gewinne wieder, so werden jene komplett der Schweiz zugeschrieben, auch wenn sie im Ausland investiert werden. Zudem wird die Aufwertung des Geldes nicht beachtet, sodass der Leistungsbilanzsaldo zu hoch ausgewiesen wird. So nimmt insgesamt das Netto-Auslandsvermögen nicht konstant zu, auch wenn es fortwährend Leistungsbilanzüberschüsse gibt. [26]

Die Abbildung der USA, welche der Aufgabenstellung zu entnehmen ist, zeigt ebenso die Verläufe der Leistungsbilanz sowie des Nettoauslandsvermögensstatus im Zeitraum von 1980 bis 2018.

Der Graph der Leistungsbilanz weist ab 1989 durchweg negative Werte auf, mit fast 12 Billionen US-Dollar im Jahr 2018. Der Nettoauslandsvermögensstatus verläuft ebenso hauptsächlich im negativen Bereich, welcher 2018 fast 9,5 Billionen US-Dollar beträgt. Weiterhin ist erkennbar, dass der Verlauf des Nettoauslandsvermögens an den der Leistungsbilanz angepasst ist, ähnlich wie bei der Schweiz sind jedoch Ausreißer zu sehen. Somit ist eine starke Korrelation gegeben. Dies verdeutlicht, dass die USA ab Ende der achtziger Jahre mehr Handelswaren und Dienstleistungen importieren als sie exportieren, sie sind also Schuldner gegenüber dem Rest der Welt.

Ab Anfang der 2000er Jahre schlägt der Nettoauslandsvermögensstatus stark aus, mit einem Angleichen an die Leistungsbilanz ab 2010. Dies ist auf die weltweite Finanzkrise 2008 zurückzuführen, woraufhin ein starker Einbruch in den meisten Wirtschaftsbereichen folgte. Dies sorgt auch für den starken Trend der weiteren Defizite. Marktanteile wurden insbesondere an China und Deutschland verloren, wodurch auch die Beschäftigung einzelner Sektoren in der eigenen Wirtschaftsbranche schrumpfte. Für die Vereinigten Staaten von Amerika ist dieses dauerhafte Defizit der Leistungsbilanz und Nettoauslandsvermögensstatus langfristig problematisch. Dies ergibt sich daraus, dass das Defizitland, hier die USA, Probleme bezüglich ihrer Fähigkeit im Wettbewerb haben, was am Wechselkurs liegen kann. Eine einfache Lösung für dieses Problem wäre eine Abwertung des US-Dollars. Dazu wird es jedoch voraussichtlich nicht kommen, denn der US-Dollar ist die Währung, welche weltweit anerkannt wird und die Gefahr durch eine Abwertung und den damit verbundenen Folgen ist zu hoch. [27] Eine mögliche Abwertung wirkt sich also nicht nur innerhalb des eigenen Landes negativ auf die Leistungsbilanz aus, sondern am Beispiel der USA auch auf die Leistungsbilanzen vieler anderer Länder auf der Welt.

Die Unterschiede zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Schweiz sind also sehr gravierend und offensichtlich. Die Schweiz weist fortwährend positive Datenreihen auf, wohingegen die Vereinigten Staaten von Amerika im überwiegend negativen Bereich der Leistungsbilanz und des Nettoauslandsvermögens sind. Eine große Gemeinsamkeit lässt sich aus den Schwierigkeiten der Währungen erkennen. Beide Länder können nicht ohne weitere, globale, Folgen ihre Landeswährung Aufwerten oder Abwerten, sodass die Währung einen nahezu gleichbleibenden Einfluss auf die Länder hat.

Auslandsvermögen und Vermögenseinkommen

Zu untersuchen ist also der Zusammenhang zwischen der Entwicklung des Auslandsvermögensstatus und dem Saldo der Vermögenseinkommen aus Direktinvestitionen der Schweiz.

Zu Beginn werden einige Schlüsselbegriffe erläutert.

Der Auslandsvermögensstatus wird von der Deutschen Bundesbank erhoben. Er dient zur detaillierteren Aufschlüsselung der außenwirtschaftlichen Analyse. Abgebildet wird durch diesen der Umfang und die Struktur der finanziellen Forderungen und Verbindlichkeiten eines Landes gegenüber dem Ausland ab. Ebenfalls enthalten sind auch Daten über die Bestände an Direktinvestitionen. Diese Statistik weist die Bestandsgrößen aus.[28]

Unter Vermögenseinkommen wird das Einkommen verstanden, welches im wirtschaftlichen Sinne von materiellen, immateriellen und finanziellen Vermögenswerten aus Eigen- und Fremdnutzen zufließt. Es beschreibt die Einkommensströme, die von Dritten als Entgelt für die Nutzung finanzieller Vermögensteile, Grund und Boden oder Rechte dem Eigentümer zu Gute kommen.[29]

Die Daten zu den Direktinvestitionen sind Bestandteil der Zahlungsbilanz. Sie werden dem Auslandsvermögensstatus entnommen. Unter Direktinvestitionen fallen Transaktionen mit einem hohen unternehmerischen Engagement. Direktinvestitionen können z.B. sein: Anlagen in Grundbesitz, Kauf oder Bau von Produktionsanlagen, Finanz- und Handelskredite oder reinvestierte Gewinne. Neben den Direktinvestitionen gibt es auch die Wertpapieranlagen, welche eher der Ertragserzielung dienen und übrige Kapitalanlagen, die alle zusammen den Auslandsvermögensstatus bilden.[30]

Abbildung 1 – Auslandsvermögensstatus der Schweiz[31]

Auslandsvermögensstatus der Schweiz.jpg

In Abbildung 1 wird der Auslandsvermögensstatus der Schweiz im Zeitraum von 2005 bis 2019 dargestellt. Unterteilt ist dieser in die Direktinvestitionen, die Wertpapieranlagen und übrige Kapitalanlagen. Zu erkennen ist, dass der gesamte Auslandsvermögensstatus kontinuierlich steigt. Die Direktinvestitionen bilden dabei den größten Posten. 2005 liegt der Gesamtwert für das Auslandsvermögen aus diesen Kategorien bei 2.048.091 Mio. USD. 2019 hat sich dieser Wert mehr als verdoppelt und liegt bei 4.492.824 Mio. USD. Auffällig ist, dass die größte Steigerung aus dem Posten der Direktinvestitionen kommt. Dort ist das Vermögen von 2005 bis 2019 um 300% angestiegen! Die Schweiz hat demnach in den letzten Jahren einen hohen Wert auf Direktinvestitionen im Ausland gelegt.

Die Wertpapieranlagen verlaufen vergleichsweise milder, mit einer knappen Verdopplung des Wertes. Die übrigen Kapitalanlagen bleiben überwiegend stabil, dennoch haben auch sie eine leichte Steigerung aufzuweisen.

Abbildung 2 – Direktinvestitionen und Einkommen aus diesen der Schweiz[32]

Direktinvestitionen und Einkommen aus diesen der Schweiz.jpg

In Abbildung 2 sind noch einmal die Direktinvestitionen im Ausland abgebildet. Diesmal im Vergleich zu zum Einkommen aus eben diesen Investitionen. Beide Werte sind Nettoangaben. Das Einkommen aus Direktinvestitionen wird in der Leistungsbilanz unter Primäreinkommen verbucht und beinhaltet die thesaurierten Gewinne.[33] Man erkennt, dass das Einkommen eine höhere Volatilität aufweist (Schwankung um den Mittelwert), als es die getätigten Investitionen an sich tun. Dennoch ist auch dieser Wert von 62.800 Mio. USD auf 99.233 Mio. USD um 50% gestiegen. Im Jahr 2005 war der Ertrag relativ gesehen am höchsten. Dort wiesen die Direktinvestitionen eine Rendite von 13% aus. Ein starker Einbruch des Einkommens ist im Jahr 2008 zu verzeichnen. Dieser ist wahrscheinlich auf die Weltwirtschaftskrise zurückzuführen, die in diesem Zeitraum seinen Höhepunkt hatte.

Auslandsvermögensstatus und Saldo der Vermögenseinkommen aus Direktinvestitionen - Wie stark ist die Korrelation zwischen diesen beiden Größen?

Die Korrelation zwischen diesen beiden Größen kann man mit dem Pearson-Korrelationskoeffizienten bestimmen. In diesem Fall beträgt der Zusammenhang der Entwicklung des Auslandsvermögens und des Einkommens aus Direktinvestitionen 0,72. Sie korrelieren demnach mittelstark bis stark miteinander.

Welche Aussagen lassen sich daraus ableiten?

Das bedeutet, wenn das Netto-Auslandsvermögen steigen, steigt auch das Einkommen aus den Direktinvestitionen. Das liegt in dem Fall auch daran, dass ein Großteil des Auslandsvermögens aus Direktinvestitionen besteht. Die Schweiz hat somit einen durchweg gesunden Leistungsbilanzüberschuss. Dieser ergibt sich aus den anhaltenden positiven Einkommen.[34]  

Wie hoch ist die durchschnittliche Netto-Rendite von internationalen Direktinvestitionen Ihres Untersuchungslandes?

Abbildung 3 – Durchschnittliche Netto-Rendite aus Direktinvestitionen der Schweiz & Deutschland[31][32]

Durchschnittliche Netto-Rendite aus Direktinvestitionen der Schweiz & Deutschland.jpg

Die Netto-Rendite ergibt sich in diesem Fall aus dem Wert für das Netto-Einkommen aus Direktinvestitionen dividiert durch die Netto-Direktinvestitionen an sich (Rendite = Gewinn/Kapital). Sie stellt den realen Kapitalzuwachs dar. Zwischen 2005 und 2019 liegt die durchschnittliche Nettorendite von internationalen Direktinvestitionen der Schweiz bei 5%. Der höchste Wert entspricht 13% im Jahr 2005, der niedrigste 1% im Jahr 2008.

Vergleichen Sie Ihre Ergebnisse mit den Ergebnissen für Deutschland:

Für Deutschland beträgt die durchschnittliche Nettorendite 5%, also 1%-Punkt weniger als für die Schweiz. Bei Ausreißer bereinigter Betrachtung liegen beide Länder jedoch gleich auf. Seit 2012 sind die Werte bei beiden Ländern relativ konstant und liegen um die 5% pro Jahr.

Welche Schlussfolgerungen lassen sich daraus ziehen?

Beide Länder haben seit der Weltwirtschaftskrise von 2008 einen ähnlich stabilen Verlauf. Sie sind kontinuierlich positiv, liegen also immer im grünen Bereich. Beide Länder haben über die Jahre starke Investitionen ins Ausland getätigt. Sie sind beide starke Exportländer, sind sehr zuverlässig und haben eine gute Infrastruktur. Abschließend lässt sich sagen, dass die Schweiz sowie Deutschland stabile Volkswirtschaften sind.

Finanzkrisen im globalen Kontext

Im folgenden Kapitel wird die Entwicklung der Auslandsaktiva – und passiva der USA, sowie der Schweiz, im Zeitraum 1983 bis 2018, betrachtet. Es wird die Fragestellung behandelt, welche Besonderheiten dabei auffällig waren, mit welchen wirtschaftlichen Ereignissen diese zusammenfallen, sowie was sich daraus schließen lässt.

Abbildung 11: Auslandsvermögen der USA, Aktiva und Passiva, zum BIP USA

https://www.wiwiwiki.net/index.php/Datei:Auslandsverm%C3%B6genUSA.jpg
Abbildung 11: Auslandsvermögen der USA, Aktiva und Passiva, zum BIP USA [35]

Im Zeitraum von 1980 bis 2018 sind die Aktiva, sowie die Passiva der USA fast kontinuierlich gestiegen. Dabei stehen die Forderungen für Aktiva und Verbindlichkeiten für Passiva. In der Grafik wird deutlich, dass ab 1994 die Verbindlichkeiten der USA stets höher waren als die Forderungen.

Zu Beginn der 1990er Jahre gab es wichtige Fortschritte neuer Technologien, genauer gesagt dem Internet. Im Jahr 1999 erreichten die Forderungen und die Verbindlichkeiten erstmals ihren Höhepunkt. Jedoch sanken diese in den folgenden zwei Jahren und ein deutlicher Einbruch ist im Jahr 2002 zu erkennen. Dieser Einbruch ist auf die Folgen der Dotcom-Blase zurück zu führen. Es handelte sich dabei um eine Spekulationsblase. Anfang der 2000er Jahre stand im Zentrum der Dotcom-Blase der neue Markt, auch New Economy, der Internet-Technologie. Mit Aufkommen des neuen Marktes kamen ab 1995 immer mehr junge Internet-Unternehmen auf. Dies hatte zur Folge, dass viele dieser erst kurz zuvor gegründeten Unternehmen an die Börse gingen. Für den Großteil dieser Unternehmen, war das primäre Ziel, ein schnelles Wachstum und hohe Umsatz- und Gewinnerwartungen. Jedoch wurden diese Erwartungen nicht erfüllt und es kam im März 2000 an der Börse zu starken Kurseinbrüchen. [36]

In der Grafik ist deutlich zu erkennen, dass der Absturz des neuen Marktes Mitte 2002 seinen Tiefstand erreichte. Um die USA nicht in eine Finanzkrise zu stürzen, druckte die Zentralbank seit 2001 immer mehr Geld, somit sanken die Zinsen.[37] Ziel war es dabei, dass auch Personen mit geringem Einkommen, Immobilienkredite aufnahmen.  Dieser Anstieg ist in Grafik im Zeitraum 2003 bis 2007 deutlich zu sehen.[38] Im Jahr 2008 folgte dann die Finanzkrise. Der Leitzins wurde angehoben und viele Kreditnehmer konnten ihre Hypotheken nicht mehr zurückzahlen und mussten ihre Häuser wiederverkaufen. Zu Beginn dieser Zeit boomten noch die Immobilienpreise. Jedoch änderte sich dies, als immer mehr Schuldner ihre Häuser wiederverkaufen mussten. Die Immobilienpreise sanken im ganzen Land. Die Kredite konnten nicht abbezahlt werden und die Banken bekamen ihr verliehenes Geld nicht mehr zurück. Es folgte ein Banken-Crash auf den anderen.[39] In der Grafik ist ersichtlich, dass die Forderungen der USA sanken, wohingegen die Verbindlichkeiten stiegen. Das Nettoauslandsvermögen der USA ist im Zeitraum von 1980 bis 2018 gesunken.

Das sogenannte Nettoauslandsvermögen bezeichnet die Differenz eines Landes zwischen den Forderungen der Inländer gegenüber dem Ausland, sowie den Forderungen der Ausländer gegenüber dem Inland.[40] In den Jahren 1980 bis 1988 waren die Forderungen der USA höher als die Verbindlichkeiten, somit befand sich das Nettoauslandsvermögen in dieser Zeit noch im positiven Bereich. Ab 1989 sank das Nettoauslandsvermögen stetig, im Jahr 2018 erreichte es seinen Tiefpunkt mit -47 %.  Die USA weisen ein Leistungsbilanzdefizit aus. Dies deutet daraufhin, dass die USA mehr importiert als expotiert. Somit wird das Auslandsvermögen abgebaut und es wird sich im Ausland verschuldet.[41]

Abbildung 12: Auslandsvermögen der Schweiz, Aktiva und Passiva, zum BIP der Schweiz

Auslandsvermögen, Aktiva und Passiva, zum BIP der Schweiz [42]

Die Forderungen sowie die Verbindlichkeiten der Schweiz sind im Zeitraum von 1983 bis 2018 angestiegen. Im Jahr 1983 lagen die Verbindlichkeiten bei 160 % und im Jahr 2018 bei 721 %. Im Vergleich dazu lagen die Forderungen 1983 bei 98 % und stiegen bis 2018 auf 595 % an. Die Wirtschaft der Schweiz ist eine der stabilsten weltweit. In der Grafik ist deutlich zu sehen, dass sich die Forderungen und Verbindlichkeiten der Schweiz in dem angegebenen Zeitraum fast ausschließlich parallel zueinander entwickelt haben. Auch wird deutlich, dass die Forderungen der Schweiz stets höher waren als die Verbindlichkeiten. Das Nettoauslandsvermögen lag anfangs bei 63 %. Dies steigerte sich bis zum Jahr 2018 auf das doppelte, 126 %. Der Höhepunkt wurde 2010 erreicht. Da die Forderungen im angegebenen Zeitraum höher waren als die Verbindlichkeiten, befand das Nettoauslandsvermögen sich stets im positiven Bereich. Die Schweiz weist im Gegensatz zu den USA einen Überschuss in der Leistungsbilanz auf. Grund dafür ist, dass das Land mehr produziert hat, als es selbst an eigenen oder fremden Gütern nachgefragt hat. Somit hat die Schweiz im Zeitraum von 1983 bis 2018 ein Auslandsvermögen gebildet und sich nicht verschuldet.

Bereits nach dem zweiten Weltkrieg legte die Schweiz ihren Fokus in der wirtschaftlichen Entwicklung auf den Dienstleistungsbereich. Im Vergleich zu den Nachbarstaaten gab es eine niedrige Steuerbelastung, politische Stabilität und die Stabilität der Währung machte die Schweiz für in- sowie auch ausländische Kapitalanlagen zu einem attraktiven Ort. Es wurde ein Bankgeheimnis geschaffen, welches als zusätzlicher Magnet diente. Als inflationssicher erwiesen sich die Anlagen in Schweizerfranken. Somit wurde der Zustrom von Kapital begünstigt. Die Bilanzsumme der Bankinstitute stieg enorm an und die Bankniederlassungen vermehrten sich. 1998 fusionierten Bankgesellschaft und Bankverein zur UBS, die damals zweitgrößte Bank der Welt. Unter dem ausländischen Kapital der Schweizer Banken befanden sich viele unversteuerte Gelder. Dies hatte zur Folge, dass nach 2000 der Druck durch die USA und der europäischen Staaten zunahm. Es wurde gefordert, dass Bankgeheimnis zu lockern und bei konkreten Anfragen ausländischer Steuerbehörden Auskunft zu erteilen. Wie in der Grafik deutlich wird, gab es 2008 Schweiz einen Einbruch. Durch die Weltwirtschaftskrise kam auch die UBS in große Schwierigkeiten. Sie benötigte stattliche Unterstützung. Anhand der USA wurde deutlich, dass auch in der Schweiz der Konkurs einer Großbank eine wirtschaftliche Katastrophe hätte auslösen können.[43]

2011 wurden in der Schweiz die Auswirkungen der Verschuldungskrise deutlich. Es ist eine deutliche Verlangsamung des Wachstums in den wichtigsten Exportmärkten zu sehen. Dies ist auf die schwache Nachfrage in einigen Teilen Europas, sowie den Wechselkurs, die das Wachstum drücken, zurückzuführen.[44] Das sich das Wachstum spürbar verlangsamt hat, ist in den Folgejahren in der Grafik zu sehen.

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