Effizienzverlust

From Wiwiwiki.net
Jump to navigationJump to search

Definition

Unter einem Effizienzverlust (auch Wohlfahrtsverlust, Ineffizienz, excess burden, Harberger Dreieck) versteht man in diesem Zusammenhang den durch eine Marktstörung im Vergleich zur Situation vollkommener Konkurrenz verursachten Verlust an Konsumenten- und Produzentenrente. Die Ursache für den Verlust an Effizienz ist jeweils, dass die gehandelte (= produzierte) Menge von der pareto-optimalen Menge abweicht, die sich auf einem vollkommenen Konkurrenzmarkt im Gleichgewicht einstellt.




Alternative Definition

Einbuße der Konsumentenrente oder der Produzentenrente infolge eines Abweichens der Preise von den Grenzkosten. Wenn beispielsweise ein Monopolist seinen Preis anhebt, ist der Wert der geminderten Konsumentenbefriedigung größer als der Gewinn der Monopolisten in Form des Erlöses. Die Differenz stellt den der Gesellschaft aus der Existenz des Monopols entstehenden Effizienzverlust dar.[1]

Einordnung

In der Volkswirtschaftslehre wird Effizienzverlust negativ gewertet, infolge des Verlustes der Wirtschaftlichkeit und damit verbundenen Verzögerung der wirtschaftlichen Entwicklung. Da man den Effizienzverlust (zumindest theoretisch) wertmäßig berechnen kann, können die Kosten von Markteingriffen wie Steuern, Höchstpreisen, Zöllen oder Marktversagen (z. B. aufgrund von monopolistischen Strukturen oder externen Effekten) berechnet werden.[2]

Anwendungsbeispiele

Effizienzverlust durch Monopol

Effizienzverluste ergeben sich auch in der Privatwirtschaft durch Monopole, da die Verbraucher in einer Monopolsitutation dazu gezwungen sind, Preise zu zahlen, die über den Konkurrenzpreisen liegen.



Die Fläche B+C stellt eine echte Zunahme der Rente dar - diese Fläche misst die Bewertung des zusätzlich erzeugten Outputs durch die Konsumenten und den Produzent.


Die Fläche B+C wird als Effizienzverlust aufgrund des Monopols bezeichnet.[3]















Effizienzverlust bei Steuern

Die Besteuerung eines Gutes typischerweise den von den Konsumenten bezahlten Preis erhöhen, und jenen Preis, den die Anbieter erhalten, senken wird. Das stellt für die Anbieter und Nachfrager Kosten dar, vom Standpunkt des Ökonomen sind die wahren Kosten der Steuer jedoch die Reduktion der Ausbringung. Das führt zum Effizienzverlust.


Effizienzverlust bei Steuern.jpg


A+B Verlust an Konsumentenrente


C+D Verlust an Produzentenrente


A+C Gewinn an Steuereinnahmen


B+D Effizienzverlust bzw. Zusatzlast der Steuern[4]








Effizienzverlust bei Zöllen

Die Einführung eines Zolles hat drei Folgewirkungen. Sie regt zu einer ineffizienten Inlandsproduktion an. Sie zwingt die Konsumenten zu einer unökonomischen Einschränkung ihrer Käufe des mit dem Zoll belegten Gutes, und sie steigert die Einnahmen des Staates. Nur die beiden ersten Wirkungen bedeuten zwangsläufig einen Effizienzverlust für die Volkswirtschaft.[5]



Dreieck A sind Kosten des Effizienzverlustes


Dreieck B ist die verminderte Konsumentenrente


Fläche C entspricht den Zolleinnahmen des Staates










Fazit

Ökonomisch betrachtet stellt der Effizienzverlust eine Minderung der Erlöse, Erschwerung der Entwicklung und einen Verlust der Wirtschaftlichkeit dar.


Einzelnachweise

  1. Paul A. Samuelson/William D. Nordhaus, "Volkswirtschaftlehre" Band 2, 8. Auflage, Köln (1987) 736
  2. www.de.wikipedia.org
  3. Prof. Hal R. Varian, "Grundzüge der Mikroökonomik" 7. Auflage, München/Wien (2007) 509
  4. Prof. Hal R. Varian, "Grundzüge der Mikroökonomik" 7. Auflage, München/Wien (2007) 356
  5. Paul A. Samuelson/William D. Nordhaus, "Volkswirtschaftlehre" Band 2, 8. Auflage, Köln (1987) 679


Literatur

  • Thomas E. Copeland/J. Fred Weston/Kuldeep Shastri, "Finanzierungstheorie und Unternehmenspolitik", 4.Auflage, München (2008)
  • Paul A. Samuelson/William D. Nordhaus, "Volkswirtschaftlehre" Band 2, 8. Auflage, Köln (1987)
  • Prof. Hal R. Varian, "Grundzüge der Mikroökonomik" 7. Auflage, München/Wien (2007)


Weblinks