Effektivzoll

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Begriffserläuterung


Unter Effektivzol, auch der Schutzeffekt der Zölle, die effektive Protektion oder der effektive Protektionssatz genannt, versteht man die reale zollbedingte Änderung der inländischen Wertschöpfung durch die Einführung eines nominalen Zolles. Mit ihm misst man die reale Zollbelastung für das Ausland und den realen Zollschutz für das Inland.“ [1]


Alternative Erläuterung


Der Effektivzoll zeig an, in welchem Ausmaß die heimische Industrie effektiv vor ausländischer Konkurrenz geschützt wird. Er gibt an, um wie viel die Wertschöpfung einer Industrie diejenige Wertschöpfung übersteigt, die unter Freihandelsbedingungen erbracht würde.“ [2]

Auswirkung und Ziele


Eine optimale Schutzwirkung wird durch die Kombination von höhen Zöllen auf Konkurrenzprodukte und Niedriegzöllen auf Rohstoffe und Vorprodukte erreicht. Eine hohe Ertragswirkung dagegen durch die umgekehrte Kombination. Grundsätzlich schützen also niedrige bzw. keine Zölle auf Rohstoffe die eigene Wettbewerbsposition und stellen kein besonderes Entgegenkommen gegenüber rohstoffexportierenden Exportländer dar. Entscheidend für die effektive Protektion einer Industrie ist daher die gesamte Zollstruktur nicht allein die Zollbelastung auf das Endprodukt.

Hauptziele des Effektivzolles

  • Eine günstige Gestaltung der Tauschverhältnisse für das eigene Land.
  • Schutz von inländischen Produktionszweigen vor Importkonkurrenz.
  • Minderung des Preisdrucks auf das inländische Faktorangebot. Dieser entsteht durch die Verbilligung der Endprodukte, die wiederum durch die aufgrund der durch Importe entstandener Konkurrenz, hervorgerufen wird.

Auswirkungen auf das Inland

Auswirkungen auf das Ausland

  • Produktionsverminderung
  • Verbrauchsausdehnung
  • Wohlfahrtsumverteilung (Umverteilung von Produzenten auf Konsumenten)“ [3]

Erläuterung an einer Grafik

Wenn ein Land klein ist, kann ein von ihm erhobener Zoll den Auslandpreis seines Importgutes nicht senken. Infolgedessen steigt der Importpreis von nach und die nachgefragte Importmenge sinkt von auf

Effektivzoll.jpg
Staffelung von Zollsätzen über Produktionstufen:
  • Daten für ein Beispiel; Wertschöpfung
Importpreis Rohjute 80€/ME, = ; 0
Importpreis Jutegarn 150€/ME, = ; 70€/ME
Importpreis Jutestoff 200€/ME, = ; 50€/ME
  • Zoll bei Import von Jutegarn ; somit % der Wertschöpfung der Jutpinnerei als Effektivzoll. Effektiver Zollschutz mehr als doppelt so hoch wie der nominale Zoll.
  • Zoll bei Import von Jutestoff ; somit kann ein deutscher Unternehmer, der Jutegarn zu importiert, Kosten in Höhe von maximal haben. Diese liegen um über den maximal möglichen des ausländischen Produzenten; somit % der Wertschöpfung als Effektivzoll.

Die Gründe für die Erhebung von Effektivzöllen

  • Ertragsargument
  • Schutzargument
  • Schutz etablierter Wirtschaftssektoren
  • Verhinderung bzw. Verlangsamung von Strukturwandel
  • Schutz junger Wirtschaftszweige (Erziehungszollargument)
  • Beschäfftigung- und Einkommenssteigerung
  • Erhöhung der inländischen Wohlfahrt (Optimalzolltheorie)“ [4]

Einzelnachweise



Quellen


Literatur

  • Krugman,P. R./Obstfeld,M.: Internationale Wirtschaft - Theorie und Politik der Außenwirtschaft, 7. Auflage, Pearson Studium 2006
  • Wilfried J.Ethier: Moderne Außenwirtschaftstheorie, 4. Auflage, R.Oldenbourg Verlag München Wien 1997
  • Dr. Axel Sell: Einführung in die internationalen Wirtschaftsbeziehungen, 2., aktualisierte und erweiterte Auflage, R.Oldenbourg Verlag München Wien 2003
  • Bender,D.:Außenhandel, 2. Auflage, Vahlens Kompendium der Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik München 1984

Weblinks