Dumping

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Die Strategie des Dumping (engl.:abladen) umfasst die Vergabe von unterschiedlichen Preisen für unterschiedliche Kunden.

Einführung und Definition

Der länderüberschreitende Austausch von Gütern nimmt immer mehr an Bedeutung zu. Wirtschaftssubjekte eines Landes haben verschiedene Gründe, internationale Handelsbeziehungen einzugehen:

- Bereicherung des Güterangebotes, welches im Inland nicht zur Verfügung steht, beispielsweise auf Grund fehlender Produktionsfaktoren

- Kostenvorteile, vor allem im Bereich der Beschaffung und bei Produktionskosten (Verlagerung ins Ausland)

- Ausbau von Marktanteilen und Erweiterung des Nachfragepotentials

Dumping ist eine häufig angewendete Strategie des internationalen Handels, bei der für gleiche Güter unterschiedliche Preise verlangt werden. Dies wird auch als Preisdifferenzierung oder Preisdiskriminierung bezeichnet. Unternehmen legen auf den Exportmärkten Preise für ihre Waren fest, die weit unter dem durchschnittlichen Marktpreis des jeweiligen Landes und üblicherweise sogar unter den Herstellungskosten liegen. Die Güter werden im Ausland billiger verkauft als auf den inländischen Märkten. Die umgekehrte Variante ist zwar möglich, wird aber selten durchgeführt.

Voraussetzungen

Realisierbar ist diese räumliche Preisdifferenzierung allerdings nur unter folgenden zwei Bedingungen:

1. Die Unternehmen müssen sich auf einem Markt mit unvollkommenen Wettbewerb befinden. Dies bedeutet, dass die Anbieter ein gewisses Maß an Kontrolle über den Preis ihrer Produkte haben. Damit soll verhindert werden, dass die Inlandspreise durch Konkurrenzdruck an die Auslandspreise angepasst werden.

2. Die zweite Voraussetzung beinhaltet die Segmentierung der Märkte, das heißt, dass Inland muss vom Ausland abgeschottet sein. Dies wird unter anderem durch staatlich protektionistische Maßnahmen ( z.B.: Zölle) erreicht. Diese Bedingung soll als Einschränkung dienen. Zum einen wird ein Zulauf ausländischer Anbieter in das Inland vermieden und zum anderen, dass die Inländer für den Export gedachte Güter kaufen können.

Wenn beide Voraussetzungen erfüllt sind, kann Dumping unter monopolistischen Bedingungen die gewinnbringendste Möglichkeit für Unternehmen sein.

Beispiel

Anhand eines Beispiels lässt sich die gewinnmaximierende Wirkung des Dumping noch einmal verdeutlichen. Betrachtet werden soll ein Unternehmen, welches im Inland und im Ausland ein bestimmtes Gut verkauft. Im Inland erhält es 50 Euro pro Mengeneinheit; da im Inland 2.000 Einheiten des Gutes abgesetzt werden, macht es Umsatz in Höhe von 100.000 Euro. Im Ausland verkauft das Unternehmen 200 Einheiten zu je 30 Euro. Der Umsatz beträgt 6.000 Euro. Normalerweise lässt sich vermuten, dass das Unternehmen auf Grund des höheren Preises eine Absatzsteigerung im Inland bevorzugen würde. Ausgehend davon, dass eine zusätzlich abgesetzte Einheit im Inland und im Ausland eine Preissenkung von 0,02 Euro fordert, bedeutet dies für das Inland, dass sich dadurch ein Erlöszuwachs von 49,98 Euro pro abgesetzter Einheit ergibt. Die Einnahmen reduzieren sich allerdings um 40 Euro pro Einheit (2.000 Einheiten*0,02 Euro). Dadurch sinkt der Grenzerlös auf 9,98 Euro (49,98 Euro - 40 Euro). Im Ausland sieht dies anders aus. Der Erlöszuwachs von 29,98 Euro wäre zwar geringer als im Inland, dafür muss das Ausland mit einer Einnahmenreduktion von 4 Euro (200 Einheiten*0,02 Euro) und einem Grenzerlös von 25,98 Euro (29,98 Euro - 4 Euro) pro Einheit auf weniger verzichten. Dieses Beispiel verdeutlicht, dass eine Absatzsteigerung im Ausland auf Grund des höheren Grenzerlöses sinnvoller sein kann, auch wenn das Gut zu einem geringeren Preis, als im Inland verkauft wird.

Ausprägungen

Inwieweit sich der Inlandspreis vom Auslandpreis unterscheidet, hängt von der Preiselastizität der inländischen Nachfrage ab. Der Differenzbetrag wird umso größer, je geringer die inländische Preiselastizität ist. Das heißt, dass die Nachfrager im Inland auf eine Preisänderung nur geringfügig reagieren. Die Nachfrage erhöht oder verringert sich kaum auf Grund fehlender Substitutionsgüter. Die Strategie des Dumping ist also nicht sinnvoll, wenn die Preiselastizität im Ausland und im Inland gleich ist, da somit kein zusätzlicher Gewinn erwirtschaftet wird.

Gründe für Dumping

Unternehmen orientieren sich an internationalen Handelsbeziehungen vorrangig dann, wenn sie dadurch Vorteile, d.h. Gewinne erzielen können. Durch Dumping, als eine Strategie des Außenhandels, versuchen Anbieter ausländische Märkte zu erschließen, um sich Marktanteile zu verschaffen und neue Nachfrager zu gewinnen. Ein weiteres Ziel besteht im Umkehrschluss darin, die ausländische Konkurrenz zu verdrängen. Um diese Marktmacht zu erreichen, nehmen Unternehmen sogar kurzfristigen wirtschaftlichen Verlust in Kauf. Sie hoffen, durch Dumping längerfristig positive Effekte erzielen zu können, sowie auf eine kurzfristige Erhöhung der Rentabilität oder des Cash Flows.

Kritik

In den Kreisen der Handelspolitik wird über Dumping sehr häufig debattiert. Es wird oft als unlauteres Verhalten oder unlauteren Wettbewerb bezeichnet. So wird z.B. auch in den USA gegen diese Außenhandelsstrategie vorgegangen. Gegen Unternehmen, die Dumping zu Lasten der US- Märkte anwenden, werden Strafzölle entrichtet. Dies bedeutet beispielsweise, dass ein „Anti-Dumping-Zoll“ erhoben wird. Berechnet wird der Differenzbetrag zwischen dem tatsächlichen Preis und dem Dumpingpreis (Importpreis). Allerdings muss die International Trade Commission erst prüfen, ob die Unternehmen auf den US-Märkten durch Dumping wirklich geschädigt wurden. Unter ökonomischen Gesichtspunkten wird dieses Thema nicht negativ betrachtet. Es gilt als ganz normale Geschäftsstrategie, die für das vom Dumping betroffene Land sogar wohlstandsfördernd wirken kann. Weiterhin lässt sich ein positiver Effekt auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit verzeichnen, da sich der steigende Konkurrenzdruck auf Seiten des betroffenen Landes positiv auf die Förderung von Produktivität und Produktinnovation im Ausland auswirken kann.

Quellennachweise

Literaturnachweise:

Dr. Dieckheuer, Gustav, Internationale Wirtschaftsbeziehungen, 3. Auflage, R. Oldenbourg Verlag München Wien

Krugmann, Paul R., Obstfeld, Maurice, Internationale Wirtschaft. Theorie und Politik der Außenwirtschaft, 7. Auflage, Pearson Studium

Weblinks:

http://www.wirtschaftslexikon24.net/d/dumping/dumping.htm

http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/finanzen/index,page=1087708.html

http://lexikon-meyers.de/meyers/Dumping