Diskussion:Strategischer Zug

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Rückwertsinduktion, Strategischer Züg - Kirill Shurshev

Guten Abend! ich habe ein Kapitel über "Extensive Game Theory" durchgelesen und die folgende Gliederung erfasst. Ich werde noch mehr Quellen darauf legen und die Gliedeung im Zuge der Arbeit verbessern.

Literatur: Avinash K. Dixit , Susan Skeath , David H. Reiley J, 3 Auflage, 2009: S 362-391

Gliederung 1. Strategischer Zug 2. Klassifikation der strategischen Züge 2.1 Unbedingter Zug mit Beispiel 2.2 Bedingte Züge mit Beispielen a. Drohung b. Versprechen c. Versprechen und Drohung 3. Glaubwürdigkeit von strategischen Zügen 3.1 Unbedingte Züge 3.2 Drohung 3.3 Versprechen 4. Glaubwürdigkeitsgewinnung 4.1 Einschränkung der Handlungsfreiheit a. Automatische Ausführung b. Delegation c. Brennende Brücke d. Unterbrechung der Kommunikation 4.2 Änderung der Auszahlung a. Reputation b. Teamwork c. Irrationalität d. Vertrag e. Politik der äußeresten Risikos 5. Vorgehensweise gegen strategischen Zügen des Gegners

Kommentar zur Gliederung

Hallo, die ausgearbeitete Gliederung sieht inhaltlich gut aus, allerdings scheint sie sehr umpfangreich. Daher ist es fraglich, ob die angesetzten rund 2000 Wörter ausreichen, um jeden Gliederungspunkt zufriedenstellend zu bearbeiten. Ich würde daher eher dazu raten die Gliederung zu kürzen und dafür die übriggebliebenen Punkte genauer auszuarbeiten. Dabei würde ich die ersten Punkte wichtiger als die letzten Punkte einschätzen. Am Ende sollte auch die Kategorisierung nach JEL Klassifikation (wie auf der MGM Spieltheorie" Seite erklärt) sowie die Literatur nicht fehlen. In Anlehnung an deine bereits angefertigte Gliederung könnte eine solche Kürzung beispielsweise so aussehen: 1. Allgemeine Definition des Strategischen Zuges 2. Unbedingter Zug 3. Bedingter Zug 4. Möglichkeiten der Überzeugung des Gegners (z.B. Drohung, Versprechen, Automatische Ausführung etc.) 5. Allgemeines Beispiel (mit Variationen im Bezug auf die erläuterten Gliederungspunkte) 6. Kategorisierung nach JEL Klassifikation 7. Literatur

Diese Gliederung ist nur ein Vorschlag meinerseits. Es ist natürlich auch eine andere Kürzung/Zusammenfassung der Begriffe möglich. Oder wenn Ihnen Ihre Gliederung nicht zu lang erscheint und sie einen plausiblen Plan der Umsetzung haben, können sie das auch weiterverfolgen, da es inhaltlich gepasst hat.

Mein Vorschlag

Ich möchte folgende Gliederung nehmen:

1. 2

Strategischer Zug

1. Allgemeine Definition des Strategischen Zuges 2. Arten von strategischen Zügen 2.1. Unbedingter Zug 2.2. Bedingter Zug 3. Möglichkeiten der Überzeugung des Gegners 4. Allgemeines Beispiel 5. Glaubwürdigkeitsgewinnung 6. Kategorisierung nach JEL Klassifikation 7. Literatur

1.	Allgemeine Definition des Strategischen Zuges

Strategische Züge sind Techniken, mit denen ein Spiel manipuliert werden kann, um ein Ergebnis zu erzielen, das zum eigenen Vorteil verwendet kann.

2.	Unbedingter Zug

Angenommen, es gibt zwei Spieler, A und B. Spieler A ist derjenige, der zuerst einen strategischen Zug macht. Er erklärt: "In dem folgenden Spiel werde ich einen bestimmten Zug „X“ machen". Das bedeutet, dass der zukünftige Zug bedingungslos ist; Spieler A wird den Zug X ausführen, unabhängig davon, was ein anderer Spieler tut. Dieser strategische Zug wird als „Committment“ bzw. Festlegung bezeichnet. Eine solche Aussage, wenn sie glaubwürdig ist, kann das Ergebnis verändern, weil sie die Überzeugungen von B über die Folgen seines Handelns verändert.

3.	Bedingter Zug 

Spieler A kann auch zuerst behaupten: "In dem folgenden Spiel werde ich auf deine Entscheidungen wie folgt reagieren. Wenn du Y1 wählst, werde ich Z1 machen; wenn du Y2 machst, werde ich Z2 machen. Mit anderen Worten, Spieler A kann einen Zug verwenden, der vom Verhalten von B abhängig ist.

4.	Möglichkeiten der Überzeugung des Gegners 

Bedingte strategische Schritte haben unterschiedliche Formen, je nachdem, was sie zu erreichen versuchen und wie sie es erreichen wollen: Bedrohung, Versprechen.

Bedrohung: 

Eine Bedrohung ist eine Reaktionsregel, die zu einem schlechten Ergebnis für die anderen Spieler führt, wenn er gegen einen Interessen handelt. Eine Bedrohung beinhaltet die Vorgabe, dass Sie etwas tun werden, wenn man Wünsche noch nicht erfüllt sind, wenn diese Umstände tatsächlich eintreten, wird man es bereuen. („Spieler A erhält eine höhere Auszahlung, wenn B In Konformität mit Wünschen von Spieler A handelt„.) Darüber hinaus in der zweiten Phase des Spiels hat man die Mangel an Freiheit, dass strategischen Wert haben kann. Es ändert die Erwartungen anderer Spieler an zukünftige Reaktionen, und man kann diese Änderung der Erwartungen zu einem Vorteil nutzen. Ein wesentlicher Aspekt einer Drohung ist, dass es für den Behandelnden kostspielig sein sollte, die behandelte Aktion durchzuführen. Wenn die Drohung nicht glaubwürdig ist, wird der Spieler B nicht folgen, was Spieler A gesagt hat.

Versprechung: 

Ein Versprechen ist eine Antwortregel, mit der man den anderen Spielern ein gutes Ergebnis anbieten, wenn man in einer Weise handelt, die eigenen Interessen fördert. Das implizite Versprechen ist automatisch glaubwürdig, wenn die angedrohte Aktion für den Spieler A kostspielig ist.

Bedrohung und Versprechung:

Wenn Bedrohungen und Versprechungen einzeln betrachtet werden, enthielt die explizite Aussage einer Bedrohung eine implizite Klausel eines Versprechens, das automatisch glaubwürdig war, und umgekehrt. Es kann jedoch die Glaubwürdigkeit beider Aspekte in Frage gestellt werden; dann muss der strategische Schritt beide Aspekte explizit machen und beide glaubwürdig machen.

5.	Glaubwürdigkeitsgewinnung

Zwei breite Ansätze für die Glaubwürdigkeit: (1) Die eigene zukünftige Handlungsfreiheit so zu reduzieren, dass man keine andere Wahl hat, als die durch den strategischen Zug vorgegebene Aktion durchzuführen. (2) Die eigenen zukünftigen Auszahlungen so zu verändern, dass es für einen optimal wird, das zu tun, was man in strategischen Zug festlegt.

6.	Allgemeine Beispiele
Unbedingter Zug bzw. Festlegung: 

Drei Frauen müssen sich entscheiden, ob sie zur Schaffung eines öffentlichen Blumengartens in ihrer Straße beitragen wollen; zwei oder mehr Beiträge sind für die Schaffung eines angenehmen Gartens notwendig. Dann verpflichtet sich eine der Frauen, sich nicht unabhängig von den Entscheidungen anderer zu beteiligen, bevor die beiden ihre Entscheidungen treffen. Mit anderen Worten, eine der Frauen ändert das Spiel zu einem Spiel, in dem sie tatsächlich der First Mover ist.

 Unbedingter Zug bzw. Festlegung:

Nehmen wir an, dass wir zwei Spieler mit den Autos fahren entgegen einander. James derjenige ist, der die Möglichkeit hat, einen strategischen Zug zu machen. In der ersten Phase des Spiels muss James entscheiden, ob er eine Kommittent eingehen will. In erster Tabelle ist es zu erkennen, dass er keinen Zug macht. In zweite Phase des Spiels, wo James keinen Zug noch ausgeführt, hat er mehrere Gleichgewichte, und James erhält seine beste Auszahlung nur in einem davon. In zweiter vorliegender Tabelle führt James den strategischen Zug. Hier wird diese Festlegung so interpretiert, dass er seine Handlungsfreiheit so aufgibt, dass Geradeaus die einzige Aktion ist, die James zur Verfügung steht. In dieser Tabelle ist Deans beste Handlung Ausweichen; also gibt das Gleichgewichtsergebnis James seine beste Auszahlung. Abbildung „Unbedingter Zug“

Bedrohung:

Das Kind weigert sich, das Gemüse zu essen, wissend, dass der Elternteil, der nicht bereit ist, das Kind hungrig und unglücklich zu sehen, ihm das Dessert geben wird. Der Elternteil kann dieses Ergebnis jedoch voraussehen und versuchen, es zu ändern, indem er einen ersten Zug macht, indem er sagt; "Kein Dessert, es sei denn, du beendest deine Gemüse". Beispiel für eine Bedrohung: Handelsbeziehungen zwischen den USA und Japan In diesem Beispiel haben beide Länder die Wahl, die eigenen Märkte für die Waren des anderen offen oder geschlossen zu halten. Sie haben unterschiedliche Präferenzen hinsichtlich des Ergebnisses. Für die Vereinigten Staaten ist das beste Ergebnis, wenn beide Märkte offen sind; dies ist zum Teil auf ihr allgemeines Bekenntnis zum Marktsystem und zum Freihandel zurückzuführen. Ebenso ist das schlechteste Ergebnis, wenn beide Märkte geschlossen sind. Von den beiden Ergebnissen, wenn nur ein Markt offen ist, würden die Vereinigten Staaten es vorziehen, wenn ihr eigener Markt offen wäre, weil der japanische Markt kleiner ist und der Verlust des Zugangs zu ihm weniger wichtig ist. Für Japan ist das beste Ergebnis, wenn der US-Markt offen und der eigene geschlossen ist; das schlechteste ist, wenn es umgekehrt ist. Beide Seiten haben dominante Strategien: Japan will den Markt schließen, die USA wollen ihn öffnen. Japan erzielt in diesem Gleichgewicht bereits die besten Ergebnisse und muss daher keine strategischen Schritte unternehmen. Die Vereinigten Staaten können versuchen, eine 4 statt 3 zu bekommen, aber in diesem Fall wird eine gewöhnliche unbedingte Festlegung nicht funktionieren. Die beste Antwort Japans ist, den Markt geschlossen zu halten. Dann machen es die Vereinigten Staaten besser, wenn sie sich verpflichten, ihren eigenen Markt offen zu halten. Die Vereinigten Staaten können eine Drohung aussprechen:" Wir werden unseren Markt schließen, wenn Sie Ihren schließen". Nach der Bedrohung hat nur Japan die Wahlfreiheit. Die Vereinigten Staaten diktieren die Regeln. Wenn Japan seinen Markt geschlossen hält, schließen die Vereinigten Staaten ihren eigenen, und die Vereinigten Staaten bekommen eine 1 und Japan eine 2. Wenn Japan seinen Markt offen hält, dann hat die Drohung der Vereinigten Staaten funktioniert, während Japan eine 3 bekommt. Von diesen beiden Möglichkeiten ist die zweite besser für Japan. Abbildung „Japan - USA Handlungsspiel“

Versprechen:  

Wenn das Kind weiß, dass die Eltern ihm gerne Geschenke machen, kann es erwarten, dass es das Rennrad in naher Zukunft irgendwann trotzdem bekommt - zum Beispiel an einem bevorstehenden Geburtstag. Dann hat das Versprechen des Fahrrads wenig Einfluss auf den Anreiz des Kindes, hart zu lernen. Um das Versprechen des Fahrrads zu haben, hat wenig Wirkung, die versprochene Belohnung muss so kostspielig sein, dass der andere Spieler nicht erwarten würde, dass du diese Belohnung trotzdem überreichst.

Zwei Restaurants, die sich über die Preisgestaltung streiten. Wenn beide versprechen, dass sie mit hohen Preisen spielen werden, dann gewinnen beide. Xaviers Tapas können einen ersten Schritt machen und versprechen, dass er den Preis hoch ansetzt, wenn Yvonnes Bistro das gleiche tut. Wenn einer von ihnen das Versprechen nicht einhält, wird der andere verlieren. Wenn beide den Preis niedrig ansetzen, dann verliert keiner, aber beide verdienen weniger, als sie könnten. Deshalb ist das Versprechen ein Ausweg für beide. Aber Xaviers muss Yvonnes Bistro irgendwie davon überzeugen, dass es der Versuchung nicht nachgeben wird, einen niedrigen Preis zu verlangen, wenn Yvonnes einen hohen Preis verlangt. Xaviers kann die Preisentscheidung in der Hand eines lokalen Managers lassen und Yvonnes die Anweisungen einsehen lassen. Abbildung „Das Preisspiel im Restaurant“

Bedrohung und Versprechen:

Manchmal funktioniert Bedrohung oder Versprechen separat nicht. Zum Beispiel, die USA und China dachten darüber nach, ob sie Maßnahmen ergreifen, um Nordkorea zur Aufgabe seiner Atomwaffenprogramme zu zwingen. Für China ist die beste Option, untätig zu bleiben, um die Kosten für die Maßnahmen zu tragen. Die beste Option für die USA ist es, Maßnahmen zu ergreifen, um die Gefahr eines Atomkrieges zu verringern. Ein unbedingter Zug wird nicht funktionieren, da China auf einen der ersten Schritte der USA mit Untätigkeit reagieren wird. Eine Drohung allein („Wir werden nicht handeln, wenn Sie nicht handeln") funktioniert auch nicht, weil das implizierte Versprechen („Wir werden handeln, wenn Sie handeln") nicht glaubwürdig ist - wenn China handelt, würden die Vereinigten Staaten es vorziehen, sich zurückzuziehen und alles China zu überlassen, um eine größere Auszahlung zu erhalten. Ein Versprechen allein wird nicht funktionieren, weil China weiß, dass die Vereinigten Staaten eingreifen werden, wenn China nicht handelt, ein amerikanisches Versprechen "Wir werden eingreifen, wenn Sie es tun" wird gleichbedeutend mit einer einfachen Verpflichtung zum Eingreifen; dann kann China draußen bleiben und seine beste Auszahlung erhalten. Drohung und Versprechen in diesem Spiel sollten so sein: "Wir werden handeln, wenn, und nur wenn Sie es tun". Abbildung „USA – China politische Tätigkeit“

6. Kategorisierung nach JEL Klassifikation 

C7 - Spieltheorie und Verhandlungstheorie C70 - Allgemein

7. Literatur

1. Avinash K. Dixit , Susan Skeath , David H. Reiley J: Games of Strategy Auflage, 2009: S 362-391 2. Christian Rieck: Spieltheorie: Eine Einführung, Christian Rieck Verlag, Eschborn, 2006, ISBN 3-924043-91-4. 3. Joel Watson: Strategy. An Indroduction to Game Theory. 2. Auflage. W.W. Norton & Company, New York 2008 4. Melvin Dresher: Strategische Spiele, Theorie und Praxis, Verlag Industrielle Organisation, Zürich, 1961. 5. Rieck, Christian: Spieltheorie - Einführung für Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler, 1993, ISBN 978-3-322-87083-4. 6. Siegfried K. Berninghaus, Karl-Martin Ehrhart, Werner Güth : Strategische Spiele. Eine Einführung in die Spieltheorie. Springer-Verlag Berlin Heidelberg New York, Berlin Heidelberg 2002, ISBN 3-540-42803-8.

Kommentar zum Diskussionspunkt "Strategischer Zug"

Ich nehme an, das was Sie hier in die Diskussionsseite unter "Strategischer Zug" geschrieben haben, sollte eigentlich auf die reguläre Seite Ihres Stichworts. Wenn ja, sollten Sie das noch korrekt übertragen.

Verbesserungsansätze

- Der Artikel sollte nochmal Korrektur gelesen werden. (Bereits im 2. Satz fehlt ein Wort)

- Der Gliederungspunkt 2.3 sollte umformuliert werden (z.B. in „Kombination von …“), da die beiden Punkte ja zuvor schon erwähnt werden. Die Punkte bei 4.2-4.4 sollten von den Punkten 2.1-2.3 unterschieden werden können (z.B. durch den Zusatz "Beispiel zu …"). Weiter sollte die Wortwahl bei 4.2 und 2.1 einheitlich sein. Die Relation der Begriffe „unbedingter“ und „bedingungsloser“ Zug sollte erläutert werden und einheitlich verwendet werden.

- Der letzte Satz im Gliederungspunkt 1.2 kann weggelassen werden da es danach ohnehin wiederholt wird. Wenn Arten von bedingten Zügen aufgezählt werden, sollte auch etwas zu den Arten von unbedingten Zügen erwähnt werden.

- Die Überschrift „3.2 Veränderung der Auszahlung“ scheint nicht mehr unter den Punkt 3 „Glaubwürdigkeitsgewinnung“ zu fallen. Daher sollte eine neue Nummer begonnen werden. Grundsätzlich scheint der gesamte Punkt 3.2 etwas zusammenhangslos zu wirken. Dieser Zusammenhang zum Gesamtartikel sollte erläutert werden. Grundsätzlich sind die Erläuterungen mancher Gliederungspunkte zu kurz und daher auch teilweise schwer nachvollziehbar. Diese Erläuterungen sollen also präzisiert werden.

- Es sollte klarer gemacht werden, dass es sich bei den Unterpunkten der Beispiele um unterschiedliche Szenarien handelt und die Abbildungen sollten den entsprechenden Beispielen klarer zugeordnet werden (entweder räumlich oder durch Titel).