Benutzer:Kanada 2020 Makro

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Internationale Finanzbeziehungen Kanada 2020

1 Gruppenaufgabe

Bruttoinlandsprodukt

Gross domestic product, 1992-2019

Um die gesamtwirtschaftliche Produktionsaktivität eines Landes zu messen, ist das Bruttoinlandsprodukt (zukünftig auch als BIP abgekürzt) ein wichtiger und bedeutender Faktor. Wir betrachten hierzu die Länder Deutschland, USA und Kanada. In einem Betrachtungszeitraum von 1992 bis 2019. Kanada hat in den Jahren 1992 bis 2000 eine relativ starke Schwankung. Das BIP Kanadas bewegt sich in einer Spanne von 1% bis 5,2%. Deutschland schwankt ebenfalls relativ stark zwischen Werten von -1% bis 2,9%. Die USA hat im Durschnitt den höchsten Wert in dieser Zeitspanne und schwankt nicht so stark wie die anderen beiden Untersuchungsländer. Deutschland hat immer ein geringeres BIP, bis zum Jahr 2000, gegenüber den anderen Untersuchungsländern. Bis auf das Jahr 1992, da besitzt Kanada ein geringeres Bruttoinlandsprodukt. Auffällig ist, dass bei allen drei Ländern das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2001 rapide fällt. Die USA fällt von 4,1% (2000) auf 1% (2001), Kanada von einem BIP von 5,2% (2000) auf 1,8% (2001) und Deutschland von 2,9% (2000) auf 1,7% (2001). Jedoch gibt es einen gravierenden Unterschied, die USA und Kanada erholen sich direkt in den Folgejahren und können ihr Bruttoinlandsprodukt wieder steigern. In Deutschland sinkt das BIP jedoch 2002 (-0,2%) und 2003 (-0,7%) weiter. Eine weitere Besonderheit ist, dass Deutschland 2006 erstmalig das höchste BIP der drei Untersuchungsländern hat, mit einem Wert von 3,8%. In den Jahren 2007-2009 fällt das Bruttoinlandsprodukt aller drei Länder auf ein Rekordtief. USA hat 2009 einen Wert von -2,5%, Kanada von -2,9% und Deutschland den niedrigsten Wert mit -5,7%. Diese starke Auswirkung des Bruttoinlandsproduktes, aller drei Länder, ist durch die Weltwirtschaftskrise von 2007-2009 zu erklären. Umso erstaunlicher ist jedoch, dass Deutschland ein Jahr später, mit 4,2% das höchste BIP gegenüber Kanada (3,1%) und USA (2,6%) hat. In den darauffolgenden Jahren ist wieder eine normale Schwankung der Bruttoinlandsprodukte mit unterschiedlichen Intensitäten zu erkennen. Wobei anzumerken ist, dass Deutschland 2016 und 2017 nicht das niedrigste BIP besitzt wie es sonst normalerweise der Fall war. In den Jahren hat Kanada ein niedrigeres Bruttoinlandsprodukt. In den Jahren 2017-2019 ist bei Deutschland und Kanada ein negativer Trend zu beobachten und dieser negative Trend zeigt auch die USA um ein Jahr versetzt. Deutschland fällt 2019 auf einen Wert von 0,5%, Kanada auf einen Wert von 1,5% und die USA auf einen Wert von 2,3%. Abschließend ist zu sagen, dass die drei Untersuchungsländer ähnliche Entwicklungen aufweisen, jedoch mit unterschiedlichen Intensitäten.

Produktionslücke

Output gab, 1992-2019

Eine Produktionslücke gibt das wieder, was das zu erreichende Ziel war und der aktuelle Stand ist. Beträgt die Lücke 10%, würde das bedeuten, dass das Ziel in Höhe von 5% nicht erreicht wurde, sondern im Umkehrschluss noch 5% weniger produziert wurde, als im Jahr zuvor. Die 5% sind demnach die potential gap. Jedes Jahr kann eine Produktionslücke berechnet werden, wenn diese Produktionslücke addiert und durch die Jahre dividiert wird, ergibt sich das durchschnittliche Niveau der Produktionslücke. Der Graph Deutschlands beginnt bei ungefähr 2,6%, das bedeutet, dass Deutschland seine Produktionslücke gesteigert hat. Die erste Phase von 1996 bis 2000, zeigt für alle drei Länder einen positiv steigenden Graph. Deutschland hat langsam den technischen Fortschritt angewendet und das Internet wurde ausgebaut, diese Automatisierungsprozesse haben in allen drei Ländern zu einem Aufschwung geführt. Auffällig für alle 3 Länder ist das Wirtschaftskrisenjahr von 2007 bis 2010, hier ist bei allen Ländern ein sinkender Verlauf zu verzeichnen. Das Potential von Kanada hatte vor der Weltwirtschaftskrise das Potential von circa 1%, das stellt die Produktionslücke dar, die sie einmal angestrebt und erreicht haben. Im Zeitraum von 2015 bis 2019 ist ein weiterer Aufschwung, bedingt durch die Digitalisierung, zu verzeichnen. Bei Deutschland und Kanada ist es ein leichtes Wachstum, welches gegen Ende abfällt zu sehen. Am stärksten verläuft der Graph der United States, hier beeinflusst die Zinspolitik Amerikas den Anstieg des Graphen (Vgl. Wendt, 2019).

Inflation – durchschnittlicher Verbraucherpreis

Inflation, average consumer prices, 1992-2019

Zu Untersuchen ist, wie sich die Inflationsrate der drei Länder über die Jahre entwickelt. Anfang der 90er Jahre hatte Deutschland, im Gegensatz zu Kanada und da USA eine hohe Inflation. Dies ist zurückzuführen auf die Vereinigung der BRD und der DDR. Die DDR und die BRD hatten zwei unterschiedliche Währungen mit unterschiedlichen Inflationsraten. Die durchschnittlichen Verbraucherpreise waren somit unterschiedlich hoch. Mit der Euroeinführung im Jahre 1999 als Buchgeld und im Jahr 2002 als Bargeld hat sich die Inflationsrate in Deutschland stabilisiert. Auffällig in der Grafik ist allerdings die Finanzkrise im Jahr 2008. Sowohl Deutschland als auch die USA und Kanada erlitten eine schwere Deflation. Besonders hart hat es die USA getroffen mit einer Inflationsrate von bis in den Minusbereich. Die Verbraucher haben Ihr Geld lieber gespart mit der Hoffnung, dass in der Zukunft die Verbraucherpreise billiger werden. Nach der Rezession haben sich die Inflationsraten der Drei Länder erholt, und korrelieren positiv zueinander. Im Großen und Ganzen handelt es sich um sehr stabile Inflationsraten die sich meinst zwischen 0,7% und 2 % bewegen. Die EZB ist der Meinung, dass die optimale Inflationsrate in Europa bei 2% liegen müsste. Diese würde zu einer Preisstabilität führen.

Arbeitslosenrate

Unemployment rate, 1992-2019

In Abbildung 4 wird die Arbeitslosenquote in Prozent der gesamten Erwerbsbevölkerung von Kanada, Deutschland und der USA dargestellt. Im Betrachtungszeitraum von 1992 bis 2019. Die Arbeitslosequote von Kanada schwankt in diesem Zeitraum von 11,38% bis 5,79%. Demgegenüber liegen die Werte von Deutschland zwischen 11,01% und 3,21%. Bei der USA bewegt sich die Arbeitslosenquote zwischen 9,61% und 3,78%. Der starke Anstieg der Arbeitslosenquote in Deutschland ab 1992 lässt sich auf die Widervereinigung zurückzuführen, da unzählige Arbeitsplätze verloren gingen. Die Arbeitslosenquote fällt in Kanada und USA bis 2000 kontinuierlich. Ab 2001 steigt die Arbeitslosenquote aufgrund der Finanzkrise in diesem Jahr in allen drei Ländern erneut an. Diese Entwicklung ist in den darauffolgenden Jahren rückläufig. Der Höhepunkt der Arbeitslosenquote liegt in Deutschland im Jahr 2005 bei 11,01%. Dies beruht unter anderem auf den Entscheidungen die im Zusammenhang mit der Arbeitslosen- und Sozialhilfe getroffen wurden. In den Jahren 2009 und 2010 stieg die Arbeitslosenquote minimal an. In Kanada und USA steigt die Arbeitslosenquote 2008 viel stärker als in Deutschland an. Ab 2010 sinkt die Arbeitslosenquote kontinuierlich in allen drei Ländern, aufgrund der positiven Entwicklungen in der Wirtschaft.

2 Gruppenaufgabe

Geldpolitik

Die drei Erhöhungen des Leitzinses im Laufe des Jahres 2018 waren durch den Inflationsdruck gerechtfertigt, der bei den Entscheidungen beobachtet wurde. Der aktuelle Leitzins impliziert einen leicht negativen Realzins, der immer noch weit unter den Schätzungen des neutralen Realzinses von rund 1 Prozent liegt. Die derzeitige akkommodierende Haltung spiegelt das Gleichgewicht der Risiken in Bezug auf den Ausblick, die unter dem Ziel liegende Kerninflation, eine negative und sich vergrößernde Produktionslücke und das verlangsamte Tempo des Lohnwachstums wider. Das Basisszenario sieht eine schrittweise Erhöhung des Leitzinses auf sein neutrales nominales Niveau (rund 3 Prozent) nach 2019 vor, wenn sich die Produktionslücke schließt. Gradualismus ist auch aufgrund der Unsicherheit über die Höhe der Produktionslücke und was vielleicht noch wichtiger ist, des langfristigen neutralen Leitzinses sowohl in Kanada als auch weltweit gerechtfertigt. Wenn Risiken eintreten und sich die Aussichten verschlechtern, sollte dies die Bank of Canada vorbereitet sein, den Leitzins zu senken. (Vgl. International Monetary Fund, 2019, 18)

Makroprudenzielle Politik und Wohnungsversorgung

Die makroprudenzielle Politik von Kanada hat die Risiken der Finanzstabilität wirksam eingedämmt. Die Maßnahmen der Politik führten zu einer Verringerung des Ungleichgewichts bei den Wohnimmobilien und der Frühwarnindikator der Bank für internationales Zahlungsausgleich zeigt, dass die Kreditlücke zwischen Kanada und dem BIP unter 10 Prozent gesunken ist.

Damit die Maßnahmen weiterhin zum Erfolg führen, sollten die Behörden die Wirksamkeit nicht beeinträchtigen. Damit ist zum Beispiel der CMHC-Anreiz gemeint. Hierbei handelt es sich um eine Erstkäuferprämie für Eigenheimbesitzer, diese Prämie führt dazu, dass mehr Kredite aufgenommen werden und sich die Verschuldung erhöht. Weiterhin könnte ein negativer Effekt sein, dass die Hauspreise in aktuell niedrig bewerteten Städten stetig ansteigen.

Um die Bedenken der Erschwinglichkeit auszuräumen, könnte durch die Regierung ein breiteres Wohnungsangebot in Ballungsräumen geschaffen werden, da die Nachfrage nach Mietwohnungen weiterhin das Angebot übersteigt. Trotz der Provinzprogramme für bezahlbare Wohnräume und der Erweiterung der Finanzierungsinitiative Mietbau wurde nur eine begrenzte Anzahl von Einheiten errichtet. Es gibt verschiedene Maßnahmen, die dafür sorgen, dass die Wohnungsversorgung beschleunigt wird. Hierzu zählt zum Beispiel die schnellere Bereitstellung von bebaubarem Land durch die Kommunen.

Die kürzlich erfolgte Einrichtung eines Expertengremiums für die Zukunft und Erschwinglichkeit des Wohnungsangebots ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. (Vgl. International Monetary Fund, 2019, 18-20)

Modernisierung der Finanzstabilitätsstruktur

Die aktuelle Regelung zur Überwachung des Systemrisikos hat funktioniert, es gibt allerdings Gründe für eine Modernisierung der Regelung. Der Finanzminister hat das Mandat, die allgemeine finanzielle Stabilität in Kanada aufrechtzuerhalten. Die Zuständigkeiten für die Überwachung des Systemrisikos verteilen sich auf mehrere Regierungsebenen und den Finanzsektor. Während seit der globalen Finanzkrise im Jahr 2008, Fortschritte bei der Verbesserung der Finanzüberwachung und der regulatorischen Zusammenarbeit erzielt wurden, bleiben wichtige Lücken in der aktuellen Struktur bestehen. Darüber hinaus hat sich der Finanzsektor in den letzten Jahren in Bezug auf neue Engagements und Instrumente, sowie die komplexe Vernetzung schnell weiterentwickelt. Diese Transformation wird sich in Zukunft mit größerer Intensität vertiefen, was auf Fintech-Entwicklungen zurückzuführen ist, die die traditionellen Grenzen des Finanzsektors verwischen. Diese Faktoren erfordern eine Modernisierung der derzeitigen Regelung zur Überwachung des Systemrisikos.

Durch die Nutzung der HOA-Plattform könnten die Behörden innerhalb der Grenzen der derzeitigen Rechtsstruktur arbeiten und müssten lediglich das Mandat der HOA neu definieren und ihre Mitgliedschaft auf alle relevanten Aufsichtsbehörden der Provinzen ausweiten.

Die kanadische Krisenvorsorge sollte weiter gestärkt werden. Es gibt keine einzige Stelle, die die Krisenvorsorge in Kanada überwacht. Das SAC könnte dieses Problem beheben und als Bundeskoordinator mit den Provinzbehörden zusammenarbeiten, um Notfallplan- und Testübungen für das gesamte Finanzsystem durchzuführen. Diese Übungen würden die behördenübergreifende Koordinierung verbessern, klare Kommunikationslinien in Krisensituationen festlegen und mögliche Hindernisse für das Krisenmanagement identifizieren. (Vgl. International Monetary Fund, 2019, 20-22)

Mikroprudentielle Aufsicht und Sicherheitsnetze

Eine wirksame makroprudentielle Aufsicht sollte durch eine stärkere mikroprudentielle Aufsicht und Sicherheitsnetze ergänzt werden. Der Rahmen für die Entschädigung von Inhabern von Bail-In-Schulden sollte weiterentwickelt werden, um die Ergebnissicherheit für Anleger zu erhöhen, falls ein Bail-In ausgelöst wird. Das BOC sollte Notfallpläne für die marktweite Unterstützung weiterentwickeln, insbesondere im Hinblick auf Interventionen auf den Wertpapiermärkten und die Bereitstellung von Liquidität in Fremdwährung. Große öffentliche Pensionsfonds sind zu systemischen Vermögensverwaltern geworden. Ihre Investitions- und Finanzierungsstrategien haben zu einer größeren Hebelwirkung und einem größeren Liquiditätsrisiko geführt, was die Volatilität und den Stress auf den Märkten verstärken könnte. Da die Anwendung von Richtlinien in Zeiten von Stress möglicherweise nicht effektiv funktioniert, sollte die OSFI die Befugnis haben, eigene rechtlich durchsetzbare Vorschriften zu erlassen.

Es besteht Spielraum für eine weitere Harmonisierung der Regulierungsrahmen der Provinzen, um die Risiken einer verstreuten Aufsicht über die Wertpapiermärkte zu überwinden. Dies könnte durch das Cooperative Capital Markets Regulatory System geschehen, das die Wertpapiermärkte in den teilnehmenden Provinzen überwachen und eine systemische Risikoüberwachung und -minderung für die kanadischen Wertpapiermärkte durchführen würde.

Während das Gesamtkapital angemessen ist, sind höhere Risikogewichte für Hypothekenkredite zusammen mit Maßnahmen zur Erhöhung der risikobasierten Differenzierung bei der Preisgestaltung von Hypotheken wünschenswert. (Vgl. International Monetary Fund, 2019, 22-23)

Handelsdiversifikation und langfristiges Wachstum

Kanada muss die Produktivität steigern, um das langfristige Wachstum anzukurbeln. Das Investitionswachstum in den letzten zwei Jahrzehnten reichte nicht aus, um die Produktivitätslücke gegenüber den USA zu schließen, und das derzeitige Produktivitätswachstum wird nicht ausreichen, um das BIP-Wachstum mit zunehmendem Alter der Bevölkerung aufrechtzuerhalten. Neu gezeichnete Handelsabkommen haben die Unsicherheit verringert, und Kanada führt internationale Anstrengungen zur Verbesserung des multilateralen Handelssystems an.

Das USMCA enthält mehrere neue Bestimmungen, die von zentraler Bedeutung sind, darunter höhere Anforderungen an den regionalen Wert und den Arbeitsgehalt von Fahrzeugen und Autoteilen, strengere Vorschriften für Textilien und Bekleidung, eine stärkere Liberalisierung des Agrarhandels und neue Handelserleichterungsmaßnahmen.

Über den internationalen Handel hinaus bieten sich erhebliche Möglichkeiten für Produktivitätssteigerungen durch den Abbau innerstaatlicher Handelshemmnisse zwischen den Provinzen.

Abbau von Handels-, Geschäfts- und Versicherungshemmnissen würden der Wirtschaft am meisten zugutekommen. Interne Handelshemmnisse sind ein langjähriges Problem, und es sind nichts weniger als nachhaltige und konzertierte gemeinsame Anstrengungen erforderlich, um Hindernisse abzubauen, die kanadische Unternehmen daran hindern, unter gleichen Wettbewerbsbedingungen zu konkurrieren und sich zu vergrößern. Strukturreformen können dazu beitragen, interne Handelshemmnisse abzubauen. Bemühungen zur Förderung von Infrastrukturinvestitionen sind zu begrüßen. Ein detaillierterer strategischer Plan ist erforderlich, um Infrastrukturprojekte zu bevorzugen, die dem langfristigen nationalen Interesse am besten dienen. (Vgl. International Monetary Fund, 2019, 23-28)

Zahlungsbilanz und Auslandsvermögen

In diesem Kapitel wird der Zusammenhang von Investitionen und Ersparnis für Kanada ab 2001 untersucht. Darüber hinaus, wird die Abhängigkeit der inländischen Investitionsnachfrage von der ausländischen Ersparnis herausgearbeitet und die Bedeutung der Leistungsbilanz in diesem Kontext dargestellt.

Die Zahlungsbilanz umfasst alle wirtschaftlichen Transaktionen einer Volkswirtschaft und dem Rest der Welt. Es werden die Zahlungseingänge und Zahlungsausgänge für Inland und Ausland verzeichnet. (Vgl. Krugmann et al., 2019, 443) Die Zahlungsbilanz stellt einen wichtigen Indikator für die Verflechtung zwischen Inland und Ausland dar. Hierbei setzt sich die Zahlungsbilanz aus verschieden Teilbilanzen zusammen. Die wesentlichen Schwerpunkte bilden auf der Aktivseite, die Leistungsbilanz und auf der Passivseite, die Kapitalbilanz. Die Zahlungsbilanz muss immer ausgeglichen sein, da sie auf dem Grundsatz der doppelten Buchführung beruht. Abbildung 4 veranschaulicht Die Elemente der Leistungsbilanz. Sie setzt sich zusammen auf Handelsbilanz, Dienstleistungsbilanz, Saldo der Primär- und Sekundäreinkommen, Außenbeitrag zum Bruttonationaleinkommen und Außenbeitrag zum Bruttoinlandsprodukt zusammen. (Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung, 2016)

Kanada: Bestandteile der Leistungsbilanz, 2001-2019
Kanada: Leistungsbilanz, Kapitalbilanz, Bilanz der Vermögenseinkommen, 2001-2019

Die Abbildung 5 zeigt, dass Kanada bis 2008 ein Leistungsbilanzüberschuss hat. Ab 2009 liegt ein Leistungsbilanzdefizit vor und fällt sehr stark bis zum Jahr 2012 herab. Diese Veränderung lässt sich auf die Finanzkrise zurückzuführen.

Die Leistungsbilanz und Kapitalbilanz verlaufen ähnlich, d. h., dass Kanada bis 2008 ein Nettokapitalexport eingeht. Wenn die Exporte größer sind als die Importe handelt es sich um einen Leistungsbilanzüberschuss. Des Weiteren liegt ein Leistungsbilanzüberschuss vor, wenn die inländischen Ersparnisse die inländischen Investitionen übersteigen. Demgegenüber spricht man von einem Leistungsbilanzdefizit, wenn die Investitionen innerhalb einer Volkswirtschaft die Ersparnisse innerhalb der Volkswirtschaft übersteigen. Übersteigen die Importe die Exporte spricht man von einem Leistungsbilanzdefizit.

Das heißt, wenn Kanada mehr importiert als exportiert, wird mehr von Ausländern gekauft. Das daraus resultierende Leistungsbilanzdefizit ab dem Jahr 2009, muss unter anderem durch eine Kreditaufnahme finanziert werden. Dies stellt auch die Leistungsbilanz dar, da sich Kanada in diesem Fall die Differenz von Ausländern leiht und somit auch die Nettoauslandsverschuldung steigt. Folglich verringert sich das Saldo der Primäreinkommen. (Vgl. Krugmann et al., 2019, 436-437)

Bei der Leistungsbilanz unterscheidet man zwischen Credit und Debit. Credit stellt jede Transaktion dar, bei der Einnahmen aus dem Ausland erzielt werden. Debit ist jede Transaktion, bei der eine Zahlung an Ausländer erfolgt. (Vgl. Krugmann et al., 2019, 456)

Dies beinhaltet in diesem Kontext auch die Nettokreditvergabe von Kanada an eine andere Volkswirtschaft. (Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung, 2016)

Die Leistungsbilanz von einer Volkswirtschaft entspricht der Summe der privaten Ersparnis und der staatlichen Ersparnis, abzüglich der privaten Investitionen innerhalb der Volkswirtschaft. (Vgl. Blanchard et al, 2017, 556)

Die inländische Ersparnis ist abhängig vom Bruttonationaleinkommen. (Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung, 2017). Ersparnisse kann Kanada in inländischen und ausländischen Investitionen verwenden. Kanada kann durch die Ansammlung von Kapital oder durch einen Erwerb von Auslandsvermögen die Ersparnisse erhöhen. Damit können die Investitionen und die Kreditaufnahme im Ausland zeitlich unabhängig voneinander gesteigert werden, dabei werden jedoch die jeweiligen Ersparnisse nicht verändert. Kanada kann im Modell der offenen Volkswirtschaft Kredite aufnehmen oder vergeben. Dies erhöht zum einen die Inlandsinvestitionen, da importierte Güter eine Ansammlung von Kapital darstellen. Das Leistungsbilanzdefizit wächst um den gleichen Betrag und am Sparen muss sich nichts ändern. (Vgl. Krugman et al, 2019, 439)

Für die Ersparnisse einer Volkswirtschaft gibt es drei Verwendungszwecke. Zum einen die Investitionstätigkeiten der Volkswirtschaft, die Staatsausgaben, wenn sich der Staat aufgrund zu geringer Steuereinnahmen verschulden muss und die Finanzierung der Leistungsbilanz und damit die Finanzierung einer exportorientierten Volkswirtschaft.

Kanada: Leistungsbilanz, Ersparnis und Investition, 2001-2019

Die Abbildung 7 zeigt, dass für Kanada die Investitionsquote bis 2009 unterhalb der Sparquote liegt. Ab 2009 liegt somit die Investitionsquote dauerhaft über der Sparquote, dabei beträgt der Abstand bis 2018 kontinuierlich circa 2-3%. Bis 2008 liegt die Sparquote über der Investitionsquote. Die Differenz wird ab diesem Zeitpunkt nicht mehr durch ausländische Sparer finanziert, sondern folglich durch die inländischen Sparer. Die Ersparnisse werden nicht mehr vollständig investiert, sondern wandern in die Leistungsbilanz. Des Weiteren spart Kanada, womit die Staatsverschuldung sinkt. Ab 2009 werden die Investitionen aus dem Sparerbereich finanziert. Die daraus resultierende Differenz muss aus der Leistungsbilanz finanziert werden, d. h., dass ausländische Sparer diese Differenz finanziell getragen haben.

Bis 2009 wurden keine ausländischen Spareinlagen benötigt, somit war Kanada unabhängig gegenüber ausländischen Sparern. Dies stellt ein Nachteil für inländische Sparer dar. Ab 2009 ist die Investitionsquote nur im geringen Maße von ausländischen Sparern abhängig, die die Differenz zwischen Spar- und Investitionsquote finanzieren. Die Steigerung der Leistungsbilanz ab 2015 beruht auf der Steigerung der inländischen Sparneigung im Vergleich zur Investitionsquote.

Eine Erhöhung der ausländischen Nachfrage hat einen Anstieg der Exporte zur Folge. Dies führt zu einer Steigerung der inländischen Produktion, da die Nachfrage nach inländischen Gütern höher ist. Des Weiteren steigen somit die Nettoexporte und durch die Steigerung der Produktion wird auch mehr importiert. Daraus resultiert eine Verbesserung der Leistungsbilanz, weil in diesem Fall die Steigerung der Exporte höher ist als die Steigerung der Importe.

Bei der Volkswirtschaft von Kanada hängt die Nachfrage nach inländischen Gütern von der inländischen Nachfrage und von der Nachfrage nach Importen und Exporten ab. Importe vermindern die Nachfrage von inländischen Gütern. Die inländische Nachfrage steigt mit dem Einkommen. Die Importe steigen ebenfalls mit dem Einkommen.Exporte erhöhen die Nachfragen nach inländischen Gütern. Hierbei sind sie abhängig vom ausländischen Einkommen.Nachdem die Einfuhrnachfrage die Steigerung der Nachfrage nach inländischen Gütern vermindert hat, muss man die Ausfuhrnachfrage addieren um die Nachfrage nach inländischen Gütern zu erhalten. Eine Erhöhung der ausländischen Nachfrage führt folglich zu einem Anstieg der Exporte, d. h. Steigerung der inländischen Produktion und eine Verbesserung der Leistungsbilanz. (Vgl. Blanchard et al, 2017, 561)

Eine Erhöhung der Investition zeigt sich in einer Erhöhung der privaten Ersparnis, staatlichen Ersparnis oder in einer Verschlechterung der Leistungsbilanz. Eine Erhöhung des Leistungsbilanzdefizits zeigt sich in einer Erhöhung der privaten Ersparnis, einer Reduzierung der Investitionen oder in einer Verschlechterung der Leistungsbilanz. Eine hohe Sparrate ist auf ein hohes Niveau privater Investitionen oder einem hohen Leistungsbilanzüberschuss zurückzuführen. (Vgl. Blanchard et al, 2017, 556)

Wenn Ersparnisse im Ausland angelegt werden, erhöht sich das Nettoauslandsvermögen der Inländer. Andersherum gilt, Kredite die im Ausland aufgenommen werden, zu einer Reduzierung des Nettoauslandsvermögens der Inländer führen.

Inländische Nachfrage, Binnennachfrage und Endnachfrage nach inländischer Güterproduktion

Der nordamerikanische Staat Kanada ist ein wohlhabendes und rohstoffreiches Land. Einen hohen Anteil des Reichtums von Kanada machen die natürlichen Ressourcen und deren Ausbeutung aus, so ist das Land unter anderem durch die Produktion von Zink, Uran und Kadmium weltweit führend. Auch der Dienstleistungssektor ist ein großer Wirtschaftsbereich Kanadas (Pradel 2016).

In diesem Kapitel soll der Zusammenhang zwischen inländischer Nachfrage, Binnennachfrage und Endnachfrage nach inländischer Güterproduktion für Kanada untersucht und die Ergebnisse mit Deutschland verglichen werden.

Beim Untersuchungsland Kanada ist die Binnennachfrage im Untersuchungszeitraum stringent gewachsen. Im Zeitraum der Weltwirtschaftskrise, von 2007-2009, gab es eine leichte Abkühlung die global gesehen, als normal zu bewerten ist. Die inländische Nachfrage verzeichnete im betrachteten Zeitraum ebenfalls einen positiven Verlauf, welcher sich mit dem der Binnennachfrage vergleichen lässt. Zu guter Letzt findet die Endnachfrage nach inländischen Gütern Beachtung. Diese hat fast einen deckungsgleichen Verlauf, wie die inländische Nachfrage. Der Unterscheid zwischen diesen beiden Produktionsfaktoren, liegt in der ausländischen Güterproduktion. Wenn man jetzt Kanada mit Deutschland vergleicht, sieht man in erster Linie nur marginal, also geringfügige, Unterschiede. Vom Grundgerüst her, sind diese Länder gut zu vergleichen, da sie vom Steigungsgrad der Graphen, als auch von der Abhängigkeit dieser, ähnlich sind. Wenn man die einzelnen Parameter miteinander vergleicht, stellt man fest, dass sich die Binnennachfrage in Kanada schneller positiv entwickelt als in Deutschland, da die Gerade flacher verläuft. Ähnlich verhält es sich bei der inländischen und Endnachfrage. Im Übrigen sind die Zuwachsraten in Kanada am Anfang steiler. Nach Beginn der Weltwirtschaftskrise sind beide Länder nahezu gleich bezüglich der Zuwachsraten. Der gravierende Unterscheid liegt bei den Umsätzen. Deutschland ist in dem Zusammenhang viel produktiver, was sich zum einen anhand der Zahlen vermuten lässt und zum anderen an der Struktur beider Länder ergibt. Deutschland ist eine Industrienation und betreibt viel Handel, sowie Import und Export. Kanada ist im Vergleich zu Deutschland, als Güternation zu betrachten, da dieses Land bezogen auf die Binnennachfrage, weniger fortschrittlicher ist (Stolze 1965). Ein weiterer Faktor, weshalb die Binnennachfrage Kanadas geringer ist, lässt sich anhand des BIP nachvollziehen. Deutschland lebt grundsätzlich vom Import und Export, so lag die Exportquote im Jahr 2019 bei 48% (Henrich, 2020.) . Beim Untersuchungsland Kanada sind es lediglich 3% des BIP . Umso mehr ein Land importiert und exportiert, desto höher ist die Binnennachfrage, die hohe Binnennachfrage zeigt sich an der Parallelität der Graphen, hieraus lässt sich ein hoher Umsatz ablesen. Ein Einflussfaktor auf die Binnennachfrage stellt die Arbeitslosenquote dar. Unter der Binnennachfrage ist die Nachfrage an Gütern am Markt zu verstehen. Die inländische Nachfrage bezieht sich auf die Nachfrage im Land. Die Endnachfrage ist die Nachfrage, welche sich aus der Binnennachfrage und der inländischen Nachfrage ergibt.

Inländische Nachfrage, Binnennachfrage und Endnachfrage in Kanada und Deutschland, 1991-2020
Inländische Nachfrage, Binnennachfrage und Endnachfrage in Deutschland, 1991- 2021

Dieser Abschnitt beschäftigt sich mit der Frage, welche Schlussfolgerungen sich daraus für die außenwirtschaftliche Strategie Kanadas ziehen lassen.

Die außenwirtschaftliche Strategie, welche in Kanada herrscht, ist grundsätzlich positiv zu bewerten. Anhand der Grafik wird deutlich, dass die jeweilige Nachfrage, bis auf den Einbruch in der Wirtschaftskrise, steigt. Somit lässt sich sagen, dass die außenwirtschaftliche Strategie für Kanada, nicht von großer Bedeutung ist, da dieses Land viel selbst produziert. Der Mittelwert der Abgaben beträgt in Kanada etwa 18-19% und in Deutschland 40-45%, somit lässt sich begründen, dass die außenwirtschaftliche Strategie für Kanada nicht von großer Bedeutung ist (Statista, 2020.).

Dieser Abschnitt behandelt die Fragestellung, wie sich die außenwirtschaftliche Strategie für Kanada von der in Deutschland unterscheidet. Die Graphen DD und ZZ der jeweiligen Nachfrage sind steigend, jedoch etwas flacher steigend. Somit ist das Steigungsmaß für Deutschland geringer, da die Graphen flacher verlaufen. Dennoch lässt sich die außenwirtschaftliche Strategie Deutschlands ebenfalls positiv bewerten. Begründen lässt sich das, mit dem nahezu gleichen Import und Export. Unabhängig von den Graphen verfolgt Deutschland grundsätzlich eine andere außenwirtschaftliche Strategie als Kanada, da sie mit zahlreichen Ländern wirtschaftliche Beziehungen führen. Deutschland pflegt beispielsweise ein sehr gutes wirtschaftliches Verhältnis zu China. Das deutsche Unternehmen Daimler liegt zu 5% in den Händen des chinesischen Großinvestors Li Shufu, sein Ziel ist das voranbringen der Digitalisierung und deshalb beteiligt er sich in Kooperationen, welche die Elektromobilität fördern (Ankenbrand u. a. 2018) Damit lässt sich wiederum die hohe Binnennachfrage Deutschlands begründen. Ein weiterer Faktor, der die unterschiedliche Strategie von Deutschland rechtfertigt, sind die deutlich höheren Umsatzzahlen an der Achse der Binnennachfrage. So beginnt die Achse der Binnennachfrage, hervorgehend aus Abbildung 2, für Deutschland bei ungefähr über 2200 Milliarden Euro, wohingegen die Achse Kanadas erst bei ungefähr 1000 Milliarden Euro anfängt. Aus diesen Zahlen geht hervor, dass Deutschland eine Industrienation ist. Schlussfolgernd liegt darin, der auf die außenwirtschaftliche Strategie bezogene Unterschied zu Kanada.

Abschließend soll geklärt werden wie das Gütermarktmodell offener Volkswirtschaften für diese Untersuchung eingesetzt werden kann.

Das Gütermarktmodell offener Volkswirtschaften bedeutet, dass die Länder Deutschland und Kanada, nicht als Einzelfall zu betrachten sind, sondern als offene Volkswirtschaft, weltweit, anzusehen sind. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass das Gütermarktmodell für beide Länder anwendbar ist, da in beiden Ländern Angebot und Nachfrage aufeinandertreffen. Fälle, in denen dieses Modell nicht angewendet werden kann, sind Länder ohne Angebot und Nachfrage, sowie beispielsweise wie dem Jemen, Katar oder die Elfenbeinküste- diese Länder sind zwar Volkswirtschaften, allerdings zeichnen sie sich durch eine herrschende Diktatur aus (Göbel, 2010). Charakterisierend für eine Diktatur ist, dass der freie Handel nicht bzw. nur schwer möglich ist. Korruptionen stehen eng in Verbindung mit Diktaturen, so könnte beispielsweise der Diktator umstrittene Tauschgeschäfte veranlassen, zu Lasten der Bevölkerung und des Landes (WDR 2016). Der Diktator gibt dem Land vor wie viel Geld es für ein Gut nehmen soll. Folglich ist das Gütermarktmodell offener Volkswirtschaften nur dann anwendbar, wenn die Länder offene Volkswirtschaften und keine Diktatur sind. Für das Untersuchungsland Kanada ist das Gütermarktmodell offener Volkswirtschaften anwendbar, weil dieses Land eine offene Volkswirtschaft ist. Kanada hat keine vom Staat vorgegebenen Markthemmnisse und somit keine Beschränkungen, die den Handel betreffen. In Deutschland ist die offene Volkswirtschaft stärker ausgeprägt als in Kanada, demnach ist die Anwendung des Gütermarktes offener Volkswirtschaften einfacher nachzuvollziehen. Demgemäß ist das Gütermarktmodell offener Volkswirtschaften für beide Länder anwendbar.

Das globale Finanzsystem

Im nachfolgenden Abschnitt wird der Zusammenhang zwischen den kumulierten Salden der Leistungsbilanzen mit dem Netto-Auslandsvermögensstatus von Kanada mit Hilfe eines Diagramms aufgezeigt und erläutert. Weiterhin wird die Korrelation zwischen den kumulierten Salden der Leistungsbilanz und dem Netto-Auslandsvermögensstatus nach Pearson angegeben und mögliche Gründe für die Abweichungen dargelegt. Zuletzt werden anhand der Ergebnisse mögliche Unterschiede zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten von Amerika aufgezeigt.

„Unter dem Begriff Leistungsbilanz wird auf der volkswirtschaftlichen Ebene die Zusammenfassung und die statische Gegenüberstellung aller Waren und Dienstleistungen verstanden, die in das Ausland exportiert beziehungsweise aus dem Ausland importiert wurden.“ (sevDesk, [online]) Die Leistungsbilanz eines Landes ergibt sich aus den vier Elementen: Handelsbilanz, Dienstleistungsbilanz, Saldo der Primäreinkommen und Saldo der Sekundäreinkommen (Sauer, 2019, [online]).

„Das Netto-Auslandsvermögen eines Landes ist die Differenz zwischen den Forderungen der Inländer gegenüber dem Ausland und den Forderungen der Ausländer gegenüber dem Inland.“ (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, 2019, [online])

Netto-Auslandsvermögen und kumulierte Leistungsbilanz von Kanada

In dem obenstehenden Diagramm werden die kumulierten Salden der Leistungsbilanz (Rot) und das Netto-Auslandsvermögen (Blau) von Kanada dargestellt. Das kumulierte Saldo ist die Ausaddierung aller Leistungsbilanzen für die Jahre 1980 bis 2018.

Der Zusammenhang der Leistungsbilanz und dem Netto-Auslandsvermögen besteht darin, dass das Ergebnis der Leistungsbilanz das Netto-Auslandsvermögen beeinflusst. Wenn sich der Wert der Leistungsbilanz im positiven Bereich bewegt, steigt das Netto-Auslandsvermögen um den positiven Wert der Leistungsbilanz. Genannt wird dies auch der „Leistungsbilanz Überschuss“ (sevDesk, [online]). Weiterhin gibt es ein „Leistungsbilanz Defizit“ (sevDesk, [online]). In diesem Fall ist der Wert der Leistungsbilanz im negativen Bereich und somit sinkt das Netto-Auslandsvermögen gleichermaßen. Die Leitungsbilanz sollte im optimalsten Falle bei einem Wert um 0 liegen. Dies würde bedeuten, dass die Exporte des Landes mit den Importen übereinstimmen.

Anhand der Grafik wird allerdings deutlich, dass dies bei Kanada nicht zutrifft. Die kumulierte Leistungsbilanz bewegt sich fast ausschließlich im negativen Bereich und beeinfluss das Netto-Auslandsvermögen deutlich. Um die Korrelation der beiden Graphen aufzuzeigen wird der Pearson-Korrelationskoeffizientangewandt. Der Korrelationskoeffizient nach Pearson gibt an, in welchen linearen Zusammenhang die ausgewählten Daten zu einander stehen. Demnach gilt: Wert > 0 ist gleich positiver linearer Zusammenhang, Wert = 0 ist gleich kein linearer Zusammenhang und Wert < 0 ist gleich negativer linearer Zusammenhang.

Die Grafik zeigt einen deutlichen Umschwung der Graphen ab dem Jahr 2012 an. In Kanada gibt es von 1980 bis 2012 eine mittelstarke positive Korrelation von 0,48 der beiden Graphen. Sie zeigen demnach einen fast angepassten Verlauf zueinander. Ab dem Jahr 2012 bis 2018 sinkt der Wert der Korrelation allerdings deutlich auf -0,96 und somit entsteht eine fast perfekte negative Korrelation.  Die Abweichung könnte sich aus dem starken Wachstums des Vermögens ergeben, denn Kanada gehört aktuell zu den wohlhabendsten Ländern der Welt. Gemessen an dem realen Bruttoinlandsprodukt liegt Kanada mit seiner freien Marktwirtschaft aktuell auf Platz elf weltweit (Kanada.eu, [online]). Diese Stärke resultiert aus den hohen Anteil an natürlichen Ressourcen, die das Land besitzt. „Der Bergbau spielt in Kanada aufgrund des Rohstoffreichtums eine große und bedeutende wirtschaftliche Rolle. Kanada ist bei der Produktion von Zink, Uran, Kaliumcarbonat, Kadmium, Schwefel und Nickel weltweit führend.“ (Alfred Pradel, 2016, [online]). Der daraus entstehende Außenhandel macht in Kanada den größten Teil der Wirtschaft aus. Dennoch wird laut der negativen Leistungsbilanz mehr importiert als exportiert. Ein möglicher Grund für den starken Import könnte darin liegen, dass das erwirtschaftete Geld aus dem Handel mit Ressourcen in den Ausbau der eigenen Wirtschaft reinvestiert wird und somit neue Wirtschaftszweige wie zum Beispiel die Automobil- oder Flugzeugbranche erschlossen werden können. Der wichtigste Handelspartner von Kanada stellen die Vereinigten Staaten von Amerika dar. Die Rohstoffe werden größtenteils im unverarbeiteten Zustand an die Vereinigten Staaten von Amerika exportiert.

Im Vergleich zu dem Auslandsvermögen und der Leistungsbilanz der Vereinigten Staaten von Amerika ist zu erkennen, dass die die Vereinigten Staaten von Amerika deutlich mehr importieren als exportieren. Die Leistungsbilanz sinkt im betrachteten Zeitraum bis auf rund - 12 Billionen Dollar ab, ebenso sinkt das Netto-Auslandvermögen. Anders als bei Kanada zeigt der Verlauf der beiden Graphen einen fast angepassten Verlauf über die betrachteten Jahre hinweg, hier liegt dementsprechend eine hohe Korrelation vor. Eine der größten Unterschied, zwischen den die Vereinigten Staaten von Amerika und Kanada liegt darin, dass die die Vereinigten Staaten von Amerika durch die hohe Anzahl an Importen deutliche Schulden verursacht und im Gegenzug kaum Vermögen aufgebaut haben. Weiterhin ist zu erkennen, dass die Finanzkrise im Jahr 2008 in den die Vereinigten Staaten von Amerika eindeutige Auswirkungen zeigt, allerdings in Kanada zu einem kleinen Aufschwung geführt hat. Die Finanzkrise begann im Jahre 2007 als Immobilienkrise auf dem Subprime-Markt in den Vereinigten Staaten von Amerika und hat zu einer Rezession der gesamten Weltwirtschaft im Jahre 2008 geführt (Bundeszentrale für politische Bildung, 2017, [online]).„Das reale Bruttoinlandsprodukt der ökonomisch entwickelten Staaten ist nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IMF - International Monetary Fund) im Jahr 2009 zum ersten Mal seit dem zweiten Weltkrieg geschrumpft und zwar um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr“ (Bundeszentrale für politische Bildung, 2017, [online]). Die Vereinigten Staaten von Amerika waren demnach besonders von der Finanzkrise betroffen, welches sich im Netto-Auslandsvermögen wiederspiegelt. Der kleine Aufschwung von Kanada ist den natürlichen Ressourcen des Landes zuzuschreiben, denn diese sind für die Produktion von vielen verschiedenen Produkten unabkömmlich und werden dementsprechend kontinuierlich exportiert.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass sich Kanada aktuell in einer sehr guten wirtschaftlichen Position, vor allem gegenüber den die Vereinigten Staaten von Amerika befindet. Hierbei ist allerdings zu bemerken, dass dies größtenteils nur auf den hohen Anteil an natürlichen Ressourcen zurückzuführen ist. Dennoch sorgt Kanada für einen stetig wachsenden Ausbau der Wirtschaft beziehungsweise der Infrastruktur. Für die die Vereinigten Staaten von Amerika werden die stetig wachsenden Schulden zunehmend problematisch, denn die Schulden sind ehr konsumtiv orientiert und dienen nicht zum Ausbau der Wirtschaft oder Infrastruktur.

Auslandsvermögen und Vermögenseinkommen

In diesem Kapitel soll geklärt werden, in welchem Ausmaß ein Zusammenhang zwischen der Entwicklung des Auslandsvermögensstatus und dem Saldo der Vermögenseinkommen aus Direktinvestitionen Kanadas zu beobachten ist. Hierfür ist es wichtig zu untersuchen, ob die beiden Größen miteinander korrelieren. Die Daten beziehen wir aus der International Monetary Fund Datenbank. Im Anschluss vergleichen wir die Ergebnisse Kanadas mit den Werten Deutschlands und werden daraus Schlussfolgerungen ziehen.

Der Auslandsvermögensstatus ist die Differenz zwischen Auslandsvermögen und Auslandsschulden. Er gibt folglich an, wieviel Vermögen ein Land im Ausland besitzt und stellt dem gegenüber, wie viele Werte das Ausland im eigenen Land besitzt. (vgl. Krugman et al 2019, S. 437-438) Ist der Wert positiv, besitzt das Land mehr Vermögen im Ausland, als das Ausland Vermögen im eigenen Land innehat. Die Summe aller Nettoauslandsvermögen der Länder ist immer genau null.

Die Direktinvestitionen sind ein Bestandteil des Auslandvermögensstatus und eine Form der Auslandsinvestition. Ein Land exportiert hierfür Kapital ins Ausland mit dem Ziel, dort Betriebstätten oder Tochterunternehmen zu erwerben, sich an Unternehmen zu beteiligen oder Unternehmen zu erwerben und somit einen Einfluss in die Unternehmenspolitik zu haben.

Netto-Auslandsvermögen, 1980-2019

In Abbildung 11 sind die Bestandteile des Auslandsvermögens Kanadas graphisch dargestellt. Die Graphen stellen die Nettowerte der Direktinvestitionen, Wertpapieranlagen und den übrigen Kapitalanlagen dar. Der Auslandsvermögensstatus gibt die Differenz zwischen den Forderungen einer Volkswirtschaft gegenüber dem Ausland und den Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland wieder. Ist das Ergebnis negativ, sind die Verbindlichkeiten höher als die Forderungen aus der jeweiligen Kapitalanlage.

1980 starten alle drei Kapitalanlagen im negativen Bereich. Die Direktinvestitionen bei einem Wert von -30.402 Millionen US-Dollar, die Wertpapieranlagen bei -54.308 Millionen US-Dollar und die übrigen Kapitalanlagen bei -12.530 Millionen US-Dollar, während die Direktinvestitionen und die übrigen Kapitalanlagen fast identisch entlang der 0 verlaufen. Hingegen sinken die Wertpapieranlagen weiter ab und haben einen konstanten Verlauf. In den Jahren darauf steigen die Direktinvestitionen bis auf 117.658 Millionen US-Dollar an und verlaufen dann konstant auf diesem Niveau, die übrigen Kapitalanlagen bleiben auf einem konstanten Niveau nahe der 0, jedoch knapp im negativen Bereich. Die Wertpapieranlagen bewegen sich bis 2007 deutlich im negativen Bereich, 1995 erreicht es den bis dahin niedrigsten Wert von -254.176 Millionen US-Dollar. 2007 kommt es zu einer Besonderheit, dort sind alle drei Graphen ungefähr im selben Bereich und liegen fast exakt auf einem Punkt. Diese Auswirkungen sind zu beobachten und lassen sich durch die beginnende Weltwirtschaftskrise erklären. Im Anschluss dieses Ereignisses verlaufen die Graphen unterschiedlich. Die Direktinvestitionen steigen erst langsam bis 2012. In den darauffolgenden Jahren steigen sie signifikant stark an, bis heute. Der Graph für die übrigen Kapitalanlagen steigt allmählich an bis 2012 und sinkt anschließend, bis zum heutigen Zeitpunkt, gleichmäßig ab. Die Wertpapieranlagen hingegen fallen stark ab bis 2012 und erreichen da ihren absoluten Tiefpunkt, steigen anschließend jedoch rapide an und erreichen 2019, zum ersten Mal, einen positiven Wert und stehen erstmals über den übrigen Kapitalanlagen. Der Anstieg der Direktinvestitionen und Wertpapieranlagen lässt sich mit der zunehmenden Globalisierung erklären und zeigt auf, dass es Kanada wirtschaftlich gut geht. (Krugman et al, 2019, S. 793)

Auslandsvermögen und Vermögenseinkommen aus Direktinvestitionen Kanada

In Abbildung 12 sind die Direktinvestitionen und das Einkommen ausden Direktinvestitionen abgebildet. Die Direktinvestitionen verlaufen in den Jahren von 2000-2006 leicht schwankend im positiven Bereich zwischen 117.000 Millionen US-Dollar und 53.000 Millionen US-Dollar. Zu Beginn der Weltwirtschaftskrise im Jahr 2007 fallen die Netto Direktinvestitionen mit -81.407 Millionen US-Dollar, auf ihren Tiefpunkt, Sind jedoch ab 2008 wieder leicht im positiven Bereich und bleiben bis 2012 relativ konstant. Ab 2012 steigen die Netto Direktinvestitionen Kanadas signifikant an und erreichen 2019 einen Spitzenwert von 615.387 Millionen US-Dollar.

Ähnlich wie bei den Direktinvestitionen schwanken die Werte von 2000-2005 leicht, jedoch im Bereich von -10.269 und -4.858 Millionen US-Dollar. 2006 wird erstmalig ein positives Einkommen aus Direktinvestitionen generiert. In den Jahren 2007 und 2008 fallen die Werte im Zuge der Weltwirtschaftskrise in den negativen Bereich -963 Millionen US-Dollar (2007) und -7.760 Millionen US-Dollar (2008). Der Wert von 2008 ist seit 2001 das schlechteste Ergebnis der Netto-Einkommen aus Direktinvestitionen Kanadas. 2009 steigt der Wert auf -1.620 Millionen US-Dollar an und verläuft bis 2014 relativ konstant auf diesem Niveau. Erst ab dem Jahr 2015 steigt die Kurve signifikant in den positiven Bereich und wächst seitdem immer weiter bis 2019. Da erreichen die Einkommen aus Direktinvestitionen einen Höchstwert von 22.474 Millionen US-Dollar.

Auffällig ist, dass das Einkommen aus Direktinvestitionen um ein Jahr verzögert reagiert im Gegensatz zu den Netto-Direktinvestitionen. Das bedeutet, wenn die Netto Direktinvestitionen steigen, steigt auch das Einkommen aus Direktinvestitionen. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass das Einkommen aus Direktinvestitionen ist von den Direktinvestitionen abhängig. Um diese Vermutung auch wissenschaftlich zu belegen, wirddie Korrelation der beiden Größen gebildet. Die Korrelation für das Einkommen aus Direktinvestitionen und die Netto Direktinvestitionen, hat den Wert 0,9085. Das bedeutet, dass diese beiden Größen sehr stark positiv miteinander korrelieren und meine vorher getroffene Annahme bestätigen.

Netto-Rendite von internationalen Direktinvestitionen

In Abbildung 13 sehen wir die Werte der Netto-Rendite ausländischer Direktinvestitionen für Kanada im Zeitraum von 2000 bis 2019. Diese Werte errechnen sich aus dem Netto-Einkommen der Direktinvestitionen, dividiert durch die Netto-Direktinvestitionen. Der Graph verläuft bis 2005 schwankend im negativen Bereich. 2006 und 2007 ist die Rendite leicht positiv, fällt aber im Zuge der Weltwirtschaftskrise, auf ein Rekord-Tief von -31,33%. Ab 2015 befindet sich die Rendite im positiven Bereich und steigt seitdem leicht stetig an. Auffällig ist die gezackte Form der Kurve. Nach einem Jahr des Anstiegs fällt der Wert im darauffolgenden Jahr wieder. Diese Zick Zack Form endet 2013, da die Kurve bis 2019 stetig steigt. Jedoch ist die durchschnittliche Netto-Rendite der ausländischen Direktinvestitionen negativ und hat einen Wert von -5,71 Prozent.

Vergleicht man die Netto-Direktinvestitionen Kanadas mit den Werten Deutschlands, wird klar ersichtlich, dass Deutschland seit 2003 deutlich mehr investiert als Kanada. Daher ist das Einkommen aus Direktinvestitionen Deutschlands in der Summe auch deutlich höher als das Einkommen Kanadas. Dies bestätigt auch die zuvor benannte starke Korrelation der beiden Werte. Deutschland hat eine deutlich höhere Netto-Rendite von internationalen Direktinvestitionen. Mit 8,78 Prozent liegt der Wert Deutschlands deutlich über dem Wert Kanadas von -5,71 Prozent.  Es gibt jedoch auch eine Gemeinsamkeit der beiden Länder. Die Kurven beider Länder steigen in den letzten Jahren stetig an. Dies ist ebenfalls bei den Bestandteilen des Auslandsvermögens auffällig. Auch hier ist der Trend positiv, bei den Direktinvestitionen, Wertpapieren und übrigen Kapitalanlagen. Einzig die übrigen Kapitalanlagen Kanadas sinken in den letzten Jahren. Ansonsten ist bei beiden Ländern ein positiver Trend erkennbar. Jedoch hat Deutschland auch hier, ebenfalls in der Summe, ein deutlich höheres Netto-Auslandsvermögen als Kanada.

Finanzkrisen im globalen Kontext

Auslandsvermögen netto USA zum BIP

In den vergangenen Jahren wurde oft über die Finanzprobleme der südeuropäischen Staaten debattiert.

Allerdings wurde oft übersehen, dass andere, wirtschaftlich starke Länder, wie die USA, in einer viel ernsteren finanziellen Krise stecken.

Das vorliegende Länderdossier beschäftigt sich mit der Recherche zum Thema Finanzkrisen im globalen Kontext.

Abbildung 14 stellt drei Graphen dar, welche das Auslandsvermögen der USA zum BIP veranschaulichen.Der blaue Graph schildert die Forderungen der USA aus den Auslandsinvestitionen gegenüber anderen Staaten.Dagegen zeigt der grüne Graph die Verbindlichkeiten anderer Staaten gegenüber der USA aus den Auslandsinvestitionen.Die Differenz der beiden Graphen wird durch den gelben Graphen abgebildet.Drei Zeitspannen sind dabei besonders ausfällig. (Vgl. „International Monetary Fund“ 2020)

Die erste auffällige Zeitspanne verläuft bis kurz vor der Jahrtausendwende.Die nächste auffällige Zeitspanne wird in der Grafik ab dem Zeitraum bis ca. 2003 deutlich. Ebenso auffällig ist der Zeitraum ab 2003 bis ca. 2007 und der Zeitraum ab 2007 bis in die Gegenwart.

Zunächst stiegen die Forderungen und Verbindlichkeiten bis ca. 1995 stetig an.Grund dafür ist die Antwort auf die Stagflation, nämlich die angebotsorientierte Wirtschaftspolitik.Unterbelastete Produktionsfaktoren und hohe Arbeitslosigkeit waren einige der Gründe für die schwache Wirtschaft in den 70er Jahren.

Die Politiker waren gezwungen ihre Wirtschaftspolitik angebotsorientiert zu fokussieren.Durch die Senkung der Kosten für die Unternehmen ist die Investitionsbereitschaft gestiegen. (Vgl Thomas Sauer Internationale Finanzen, o. J., 23)

Seit Mitte der 90er Jahren hat die USA einen Leistungsbilanzfehlbetrag. („International Monetary Fund“ 2020). Der Leistungsbilanzsaldo (NX) und die Investitionen (I) mussten jedoch aus inländischen Ersparnissen (S bzw. T-G) getragen werden. Es gab somit einen hohen Bedarf an Kapital. Die dazugehörige Gleichung lautet NX+I= S + (T-G).

Es wird nun deutlich, dass die USA ab 1989 zu einem Nettoschuldner bezüglich des Auslandvermögens wurden, da zu diesem Zeitpunkt die Auslandsvermögen die Verbindlichkeiten der Forderungen überstiegen, deren Effekt ab 1997 sichtbar verstärkt wurde.

Die Ursache dafür ist eine reale Aufwertung des US-Dollars, die zu einem Handelsbilanzdefizit geführt hat. US-amerikanische Güter wurden für ausländische Staaten teurer und führte dazu, dass die Wettbewerbsfähigkeit der USA sich dramatisch verschlechterte. Dementsprechend gingen die Forderungen zurück. Seit der Jahrtausendwende nimmt die Investitionsbereitschaft ab. Besonders auffällig sind hier die Forderungen der USA.

Trotz der sich anschließenden Dollarabwertung gegenüber wichtigen Industrieländern, hat sich die Handelsbilanz bis zum Ende des Jahrzehnts in der Tendenz weiter verschlechtert. (Welsch 2010)

Ursachen dafür sind zum einen der steigende Rohölpreis, der dafür sorgte, dass die Importkosten stiegen. („Report for Selected Country Groups and Subjects“ 2020). Zum anderen nahmen die US-Exporte gegenüber den Importen wenig zu.

Erdöl-Staaten mit einem Kapitalüberschuss wie Saudi-Arabien finanzierten den Kapitalbedarf der USA durch Investitionen. Ebenso China, das massiv an US-Staatsanleihen kaufte.Dieses erhöhte Angebot an Krediten bei US-Banken führte zu nachlässigen Kreditvergaben für Immobilieninvestitionen.Weiterhin führte die stimulierte Immobiliennachfrage zu einer Spekulationsblase, welche 2007 platzte und ab 2009 eine Rezession verursachte.

Auslandsvermögen netto Kanada zum BIP

Auffällig ist, dass die Verbindlichkeiten aus Investitionen den Forderungen bis zum Jahr 2000 übersteigen. Dies hat zur Folge, dass Kanada bis zum Jahr 2000 mehr Kapital importiert als exportiert hat. Kanada war zu dieser Zeit eine Importnation.Eine weitere Auffälligkeit ist, dass die Investitionsex- und importe von 2007 bis 2009 identisch zurückgingen.Ab dem Jahr 2013 begann Kanada mehr im Ausland zu investieren als Kapital zu importieren.

Zunächst erkennt man, dass die Forderungen ab 1995 stärker als die Verbindlichkeiten anstiegen. Dies kann damit begründet werden, dass die Forderungen aus den Investitionen gestiegen sind, während der BIP konstant blieb, aber auch zeitweilig abgenommen hat.

Kanadas gegenwärtiger Exporthandel von Rohöl beträgt etwa 20%. („OEC - Kanada (CAN) Exporte, Importe, und Trade Partners“ 2020).

Das Bruttoinlandsprodukt und die Rohölpreise korrelieren stark negativ zueinander.

Seit 1995 war der Rohölpreis niedrig, während die Forderungen aus den Investitionen stiegen. Das erklärt den starken Anstieg ab 1995 bis zum Jahr 2000.

Haupthandelspartner Kanadas sind die Vereinigten Staaten mit einer Anteilnahem von über 70% der Exporte. Während dem Immobilienboom wollten Banken weltweit daran teilhaben, um Zinsen zu erhalten, ebenso Kanada.Die Immobilienblase platzte und Großbanken wie Lehman Brothers gingen bankrott.

Folglich ist zu erkennen, dass die Finanzkrise ab 2007 die Forderungen bzw. Verbindlichkeiten aus den Investitionen zurückgedrängt hat.Banken aus aller Welt blieben auf Ihre vergebenen Kredite sitzen, da die Schuldner Ihre Kredite nicht mehr tilgen konnten.

Die Entwicklung der weltweiten Finanzkrise lässt sich am TED SPREAD für das Kreditrisiko ablesen.Der TED SPREAD misst welchen Zinsaufschlag Banken am amerikanischen Geldmarkt zahlen müssen, um sich kurzfristig Dollar von anderen Instituten zu besorgen.

Er schoss 2008 in die Höhe und zwang Banken einen Zinsaufschlag am amerikanischen Geldmarkt für kurzfristige Kredite zu zahlen.Die Investitionsbereitschaft wurde gehemmt.Nach der Rezession erholte sich die kanadische Wirtschaft allmählich, was wieder auf die steigenden Rohölpreise zurückzuführen ist.Ab dem Jahr 2014 überstiegen die kanadischen Investitionen die der Ausländischen.Einerseits liegt es daran, dass der Rohölpreis massiv gesunken ist, welches den BIP stürzte und andererseits nahmen die Investitionen weiterhin zu.

Das erklärt wie oben auch den rasanten Anstieg der Forderungen aus Investitionen.

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