Außenpreis

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Definition

Als Außenpreis (= Externer Preis, Weltmarktpreis) bezeichnet man den Preis eines Handelsgutes, der sich auf dem Weltmarkt bildet beziehungsweise der auf dem Weltmarkt vorherrscht. Genauer formt er sich als relativer Preis aus dem Zusammenwirken von relativem Angebot und relativer Nachfrage der Güter im Gleichgewicht des Weltmarktes. Der Weltmarkt ist dabei die Gesamtheit der Märkte, an denen international gehandelte Güter ausgetauscht werden.

Alternative Definition

Weiter kann der Außenpreis auch als der Preis definiert werden, zu dem ein Einzelanbieter ein spezifisches Produkt international anbietet. Bezeichnend für Exportnationen eines Gutes ist vor allem, dass der Preis des Gutes im Inland (=Binnenpreis, Inlandspreis) häufig unter dem Außenpreis liegt. Im umgekehrten Fall wird eine Nation zum Importland, wenn der Außenpreis niedriger als der Binnenpreis ist. Für den Fall, dass der Anbieter das Weltmonopol für ein Handelsgut hat, setzt er folglich auch den Weltmarktpreis dafür fest.


Ermittlung

Der Außenpreis eines Gutes lässt sich ermitteln durch:

  • Einsichtnahme in ausländische Konkurrenzofferten
  • Analysen des Marktes/der Märkte
  • Aufstellen von Preisspiegeln der Auslandsmärkte bzw. internationaler Warenbörsen


Einordnung/ Bedeutung

Bedeutend ist der Weltmarktpreis vor allem für die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes oder eines Anbieters. Der Außenpreis eines Gutes hat direkten Einfluss auf die Terms of Trade eines Landes, die dessen Austauschverhältnis von exportierten und importierten Gütern angeben. Staatliche Maßnahmen, wie Importzölle und Exportsubventionen, werden zwar zur Einkommensverteilung, zur Förderung von bestimmten Industriezweigen oder zum Ausgleich der Zahlungsbilanz eingeführt. Als Nebeneffekt wirken sie sich jedoch auch auf den Handel und folglich auf die Terms of Trade des Landes aus. Ob sich Zölle und Subventionen auf die Preise eines Gutes auswirken, hängt davon ab, ob das Gut im Inland oder auf dem Weltmarkt verkauft wird. Die Einführung eines Importzolls bewirkt, dass importierte Güter im Inland teurer werden als im Ausland. Umgekehrt bringen Exportsubventionen den Anbietern Exportanreize und erhöhen den Preis exportierter Güter im Inland. Dies hat Auswirkungen auf relatives Angebot, relative Nachfrage, die Terms of Trade und schließlich den Weltmarkt. Daraus ergibt sich, dass durch oben genannte staatliche Eingriffe die „Kluft“ zwischen Binnenpreisen und Außenpreisen immer größer wird. Weiterhin zeigt sich durch den Vergleich von Außen- und Binnenpreis vor Aufnahme von Außenhandel auch, ob ein Land einen komparativen Vorteil hat.

Anwendungsbeispiel

Das Land "Isoland" produziert Stahl. Fraglich ist nun, ob Isoland bei der Stahlproduktion einen komparativen Vorteil hat. Der Binnenpreis spiegelt die Opportunitätskosten der Stahlproduktion, dieser verrät uns, auf wie viel ein Isoländer für eine Einheit Stahl verzichten muss. Wenn der Binnenpreis niedrig ist, sind die Kosten der Stahlproduktion in Isoland niedrig und folglich hat Isoland einen komparativen Vorteil bei der Stahlproduktion im Vergleich zur restlichen Welt. Im Gegensatz dazu hat Isoland einen komparativen Nachteil, wenn der Inlandspreis und somit die Kosten der Stahlproduktion in Isoland hoch sind.[1]


Quellen

Literaturquellen

  • Mankiw, Grundzüge der Volkswirtschaftslehre, 3. Auflage
  • P. Krugman, M. Obstfeld; Internationale Wirtschaft, 7. Auflage, München u.a., 2006
  • H. Siebert, Außenwirtschaft, 6. Auflage, Stuttgart u.a., 1994

Einzelnachweise

  1. , Grundzüge der Volkswirtschaft, Mankiw, 3. Aufl., S.195

Weblinks