Wettbewerbsfähigkeit Russlands 2008

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Russlad Karte

Einleitung

Internationale Wettbewerbsfähigkeit beschreibt die Leistung einer Nation Güter zu produzieren und Dienstleistungen anzubieten, die sich auf dem internationalen Markt beweisen müssen. Wettbewerbsfähigkeit muss darauf ausgerichtet sein, einen möglichst hohen und weiterhin steigenden Lebensstandard der Bevölkerung zu erwirtschaften.

Dies ist ein Ansatzpunkt internationale Wettbewerbsfähigkeit zu definieren. Es gibt jedoch eine Vielzahl von Möglichkeiten diesen Begriff abzugrenzen.

Nach Krugman ist die Definition der Wettbewerbsfähigkeit einer Nation problematischer als die einer Unternehmung. Wenn ein Unternehmen nicht mehr in der Lage ist Arbeiter, Lieferanten und Aktionäre usw. zu bezahlen, kann es seine Marktposition nicht mehr aufrechterhalten. Damit ist es nicht mehr wettbewerbsfähig und geht unter. Eine Nation dagegen kann nicht aus dem Geschäftsleben aussteigen. Sie kann nur zufrieden oder unzufrieden über die wirtschaftliche Situation sein. Somit ist das Konzept der Wettbewerbsfähigkeit schwer erfassbar.

W.C.Y. geht darauf ein, welche Indikatoren internationale Wettbewerbsfähigkeit beeinflussen. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit eines Landes wird bestimmt durch die Leistung der inländischen Unternehmen und nicht von der Nation an sich, diese gestaltet lediglich die Umwelt in der die Unternehmen operieren. Die vier wichtigen Faktoren des Wettbewerbs sind politische und unternehmerische Effizienz, Infrastruktur und wirtschaftliche Leistung. Ein Beispiel für wirtschaftliche Leistung ist das der Wohlstand eines Landes die vergangene Leistung widerspiegelt, zu Regierungseffizienz zählt das die Regierung ein soziales Gefüge erstellen sollte, das Fairness, Gleichheit und Gerechtigkeit vertritt, damit die Sicherheit der Bevölkerung garantiert werden kann. Unternehmerische Effizienz ist beispielsweise ein gut entwickelter international integrierter Finanzsektor eines Landes, der die Wettbewerbsfähigkeit unterstützt. Des Weiteren sind unter Infrastruktur auch die guten Bildungsressourcen zu verstehen,die helfen eine wissensbasierte Wirtschaft zu entwickeln. Aber es haben nicht nur diese vier Faktoren Einfluss auf den Wettbewerb, sondern Technologie, Wertesysteme und fundamentale Kräfte spielen eine genau so große Rolle.

Claudia Mitschke unterscheidet vier Fälle, um internationale Wettbewerbsfähigkeit darzustellen. Diese vier sind: „ability to sell“, „ability to earn“, „ability to adjust” und “ability to attract”. Ability to sell ist die Wettbewerbsfähigkeit aller Unternehmen eines Landes und die Fähigkeit die Produkte auf den Auslandsmärkten zu verkaufen. Dabei unterscheidet sie in Preiswettbewerbsfähigkeit und Nichtpreiswettbewerbsfähigeit. Während Preiswettbewerbsfähigkeit die Attraktivität der Güter über den Preis misst, sind für die Nichtpreiswettbewerbsfähigkeit qualitative Indikatoren von entscheidender Bedeutung, wie z.B.: Haltbarkeit oder Service. Ability to earn ist die Fähigkeit ein möglichst hohes Realeinkommen zu erzielen. Mitschke unterscheidet hier in zwei Hauptströmungen: auf der einen Seite Wettbewerbsfähigkeit mittels Produktivität, dessen Indikator die Arbeits- und Kapitalproduktivität ist; und auf der anderen Seite technologische Wettbewerbsfähigkeit, hierfür sind Einkommen pro Kopf und Produktivität pro Arbeitstunde die Indikatoren. Als nächstes geht sie auf die Anpassungsfähigkeit und die interne Wettbewerbsfähigkeit ein, „ability to adjust“. Hierbei werden nicht die Nationen sondern die Unternehmungen als Ganzheit betrachtet, die sich wettbewerbsfähiger machen, in dem sie sich effizienter gegenüber Konkurrenzländern entwickeln und sich veränderten Bedingungen anpassen. Für dieses Konzept gibt es bisher keine geeigneten Indikatoren. Aus diesem Grund greift man auf qualitative Messgrößen wie Faktorausstattung und relative Einkommenspositionen zurück.

Die Standortdiskussion- „ability to attract“, lässt sich unter zwei verschiedenen Gesichtspunkten beurteilen, nämlich Standort als Synonym für internationalen Wettbewerb und auf der anderen Seite die Beurteilung der Wettbewerbsfähigkeit durch Standortfaktoren. Hierfür werden quantitative und qualitative Indikatoren herangezogen, wie zum Beispiel Lohnkosten und Gesudheitsversorgung. Zusammenfassend lässt sich sagen das internationale Wettbewerbsfähigkeit ein sehr weitgreifender Begriff ist, der sich auf unterschiedliche Art und Weise definieren lässt. Ausgangspunkt für unser Länderdossier stellt die zu erst erwähnte Definition dar, die unserer Ansicht nach die Hauptaussagen der Autoren Krugman, Mitschke und Garelli zusammenfassen. Auf diese Sichtweise werden wir uns im Folgenden auf unser Untersuchungsland Russland beziehen.

Russland ist das größte Land der Erde und liegt im nordöstlichen Eurasien. Die Hauptstadt ist Moskau. Die Russische Föderation ist eine der am dynamischsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Die makroökonomischen Daten sind seit Jahren ausgezeichnet: Wirtschaftswachstum, eine weitere finanzielle Konsolidierung, ein Aufstocken der nationalen Reserven und eine extrem positive Handelsbilanz. Als große Hindernisse werden Korruption, Bürokratie und die vermehrte Einflussnahme des Staates auf die Prozesse der freien Marktwirtschaft gesehen. Um die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu bewerten sind bestimmte Kriterien von entscheidender Bedeutung. Diese sind vor allem technische Ausstattung, Infrastruktur und Ressourcen.

Abschließend lässt sich feststellen das die „abilities to adjust“ und „abilities to earn“ in Russland am meisten ausgeprägt sind, wegen der Vielzahl an Ressourcen, der Einkommensentwicklung und des Wirtschaftswachstums.

Bevölkerung 142,1 Mio. 2007
Fläche 16995792 qkm 2007
Bevölkerungsdichte 8,7 Einwohner/qkm 2006
Erwerbslosenquote 7,8% 2004
Bruttonationaleikommen 958418 Mio.US$ 2006
Bruttonationaleikommen je Einwohner 11630 Int $ 2006
BIP 1223735 Mio. US$ 2007
Jährliches BIP-Wachstum (real) 7,0% 2007
Inflationsrate 8,1% 2007
Importe 137728 Mio.US$ 2006
Exporte 301551 Mio. US$ 2006
Saldo der Importe und Exporte 163823 Mio. US$ 2006
PKW-Dichte 167 je 1000 Einwohner 2004
Internet-Nutzer 180 je 1000 Einwohner 2006

Sektorale Leistungsfähigkeit im Außenhandel

Russland verfügt mit über die größten Öl- und Kohlereserven der Welt. Somit spielt für die Russische Förderation der Handel mit diesen Ressourcen eine bedeutende Rolle, da diese die Haupeinkommenmsquellen des Landes sind. Die Höhe des gesamten Exportes beträgt 301.550 Mio.US$ und die des Importes beträgt 137.727 Mio.US$.

Die 3 größten Wirtschaftssektoren

Im HS2 sind die Wirtschaftssektoren mit einer zweistelligen Kennzahl versehen und systematisch angeordnet. Den Höchsten Exportüberschuss erzielt Russland im Sektor 27, also mit Mineralstoffen und Öl. In diesem Sektor ist der Net trade rund elfmal so hoch wie im zweit-, und drittgrößten Sektor. Daraus lässt sich schließen das die russiche Wirtschaft von diesen Ressourcen stark abhängig ist. HS2a.jpg [1]

Die Gütergruppen in den Sektoren

Im HS4 sind die Gütergruppenbdes jeweiligen Sektors mit einer vierstelligen Kennzahl versehen. Im Sektor 27 ist das stärkste Gut Rohöl mit der Kennziffer 2709. Es macht mehr als die Hälfte des Exportüberschusses dieses Sektors aus. Erdöl und Erdgas haben beide ungefähr den gleichen Anteil am Net trade. Im Sektor 99 sind die Waren nicht spezifiziert, d.h. das die Kennzahl 9900 für alle Industrien im Sektor 99 definiert ist. Bei Eisen und Stahl ist die stärkste Gütergruppe die mit der Kennzahl 7207. Sie beinhaltet halbfertige Eisen-,oder nicht metallegierte Stahlprodukte.

HS4.jpg [2]

Aus den Zahlen lässt sich schließen das der wichtigste Faktor für Russland seine Öl-, und Gasreserven sind, denn Waren sowie auch Eisen und Stahl gehören zwar zu den größten Wirtschaftssektoren, machen aber im Vergleich zu Öl und Gas eher weniger aus.

Die wichtigsten Außenhandelspartner

Der wichtigste Außenhandelspartner für Russland ist die EU,dabei zählen die Niederlande Deutschland und Itlien zu den wichtigsten.In Asien ist China der Haupthandelspartner von Russland.

Länder.jpg [3]

Wie sich feststellen lässt ist im Bereich 27 wieder die Niederlande einer der stärksten Handelspartner mit Exporten in höhe von rund 28,1 Millionen US$, eine so hohe Abnahme an Erdölprodukten erreicht kein anderes Land allein. Im Sektor 99 (Waren) dominiert Weissrussland. Diese Handelsbeziehung zwischen den beiden Ländern lässt sich auf die geografische Nähe zurüchführen. Im Bereich von Eisen und Stahl ist der führende Handelspartner die Türkei, aber es ist zu sehen das sich die USA, Italien und China dicht anschließen. Aus der Verschiedenartigkeit der Handelspartner lässt sich schließen das diese Beziehungen nicht auf geografischer Nähe beruhen. Länderhs2.jpg [4]

Der komparative Vorteil

Der komparative Vorteil kann, nach dem Ricardo- Modell, am RCA-Index gemessen werden. Mit einem RCA Index von 96,96 liegt Sektor 27 an erster Stelle, aber Rang zwei und drei haben sich laut RCAi geändert. Die Güter des Sektors 72 haben einen RCA Index von 46,73 und die des Sektors 99 einen Index von 27,75. Dies zeigt das Eisen Und Stahl einen höheren komparativen Vorteil hat als Waren obwohl der Net trade kleiner ist. Der Komparative Vorteil ist also Unabhängig vom Außenhandelsüberschuss.

Das Gravitationsmodell

Das Gravitationsmodell beruht auf der Annahme das der Handel zwischen zwei Ländern abhängig ist von der Marktgröße und der Entfernung zu den Partnerländern. Russland hat eine gute Lage, denn es befindet sich direkt zwischen Europa und Asien, d.h. das es zu diesen Kontinenten gut Exportieren bzw. von ihnen Importieren kann. Laut Gravitationsmodell verhalten sich die Außenhandelsaktivitäten proportional zum Bruttoinlandprodukt[1] (BIP). Das BIP von 2006 betrug 788 Mrd. Euro und das von 2007 betrug 942 Mrd. Euro,das entspricht einer Steigerung von 19%. Diese Steigrung resultiert aus der Unterstützung des stärsten Handelspartner Russlands, der EU. Allein auas DEutschland erhielt Russland im Jahr 2007 Direktinvestitionen in Höhe von 11,46 Mrd.$. Die EU ist an der Unterstützung Russlands so interessiert, weil es der Hauptlieferant für Energie ist, deswegen besteht auch zwischen Russland und Deutschland ein Abkommen zur Verbesserung der Infrastruktur. Die Russische Förderation verfügt über die zewitgrößten Kohlereserven, ein drittel der Erdgasreserven und über 6,6% der Ölreserven in der Welt. Momentan profitiert dieses Land zwar von den steigenden Ölpreisen, ist aber von dieser Ressource abhängig da die Entwicklung anderer Sektoren durch einige Eiflussfaktoren gehemmt wird. Das größte Hemmnis stellt die noch herrschende staatliche Kontrolle dar.Im Erdölbereich gibt es lediglich 50% private Förderunternehmen und im Erdgasbereich nur 15%. Ausserdem müssten sich die Rechtsvorschriften für den Handel verändern, da diese den reibungslosen Handelsverkehr behindern. Trotzdessen wächst Russland zu einem sehr Wettbewerbsfähigen Land heran.In den nächsten Jahren kann mit einem starken Wirtschaftswachstum gerechnet werden.

Dynamische Analyse der Außenhandelsstruktur

Die dynamische/strukturelle Exportanalyse von Russland wird in einer Vier-Felder-Matrix anhand der Faktoren „Weltexportwachstum“ und „Zunahme des Weltmarktanteils“ dargestellt. Die vier Felder sind wie folgt im Uhrzeigersinn aufgeteilt:“ Winners in growing sectors/ Champions“, “Winners in declining sectors/Achievers in adversity“, „Losers declining sectors/ Declining industries“, „Losers in growing sectors/ Underachievers“. An der Größe der einzelnen Blasen erkennt man wie hoch oder wie niedrig der Umsatz der speziellen Bereichen ausgefallen ist.

Dynamische Analyse der Exporte


Dynamische Analyse

Für die dynamische Analyse sind 20 Sektoren relevant, die am meisten exportiert werden. Daraus wird ersichtlich, dass die Produkte der Primärindustrie am häufigsten ins Ausland verkauft werden. Fast zwei Drittel der russischen Exporte entfallen allein auf Öl und Gas bzw. deren Produkte, daneben stehen Metalle und Holz. Diese Exportgüter belegen, dass die Russische Föderation über reichlich vorhandene natürliche Ressourcen verfügt. Ein Fünftel der weltweit nachgewiesenen Goldreserven liegt im russischen Boden. Russland ist der größte Nickelproduzent der Welt und liegt auf Rang fünf bei der Kupferproduktion. Berücksichtigt man nicht nur die Reserven, d.h. den Anteil an Rohstoffen, dessen Förderung heute technisch möglich ist, sondern auch die noch nicht erschließbaren Rohstoffbestände, kann Russland als rohstoffreichstes Land der Erde gelten. Zu den Losers in dem wachsenden Sektor gehören „Kupferkathoden und unbearbeitete Kathoden“ als auch „unbearbeiteter Nickel“. In dem Exportzweig "Kupferkathoden" beobachtet man eine rückläufige Entwicklung der Marktanteile um 19,25%, bei Nickelexport ist der Rückgang des Markanteils um 6,05%. Diese Produktionarten wachsen nicht so schnell im Vergleich zu dem Wachstum der Weltnachfrage. Im Bereich "Losers in declining markets", das heißt,dass der Exportanteil gleichzeitig mit Weltnachfrage abnimmt, es liegen keine Exportgüter vor.


Strukturelle Analyse der Exporte

Strukturelle Analyse

Bei der strukturellen Exportanalyse sind Weltmarktwachstum seit 2002 und die Zunahme des Weltmarktanteils seit 2006 entscheidende Erfolgsfaktoren. Der durchschnittliche Weltmarktanteil Russlands beträgt 1,878% und das durchschnittliche Weltexportwachstum macht 16,458% aus. Dabei weisen die Felder, Underachievers und Declining industries, keine Exportzweige auf. Im Championsbereich, in welchem der Exportanteil gleichzeitig mit dem Marktwachstum zunimmt, sind die am meisten exportierte Güter konzentriert (Erdöl, Aluminium usw.). Der Marktanteil von Erdöl um 10,41% und von Aluminium um 18,77% ist im Vergleich zu 2005 gewachsen. Nur wenige Produktgruppen befinden sich im " Achievers in adversity", das sind nämlich "unbearbeitete Diamanten" (diamonds non industrial unworked) mit 5,5%, "Wheat nes and meslin" mit 7,59% und anschließend " Bauholz" mit 9,48% Zuwachs. In dem Bereich steigen die Exporte trotz der sinkende Marktnachfrage.






Für das Jahr 2006 war die bedeutende Vergrößerung des Importes und die Stabilisierung des Exportes charakteristisch. Das Wachstum des Exportes war mit der dauernden Erhöhung der Preise auf die wichtigsten Rohstoffgruppen, besonders durch Engpässe und "Knappheit" auf das Erdöl in der ganzen Welt verbunden. Die Lieferungen des natürlichen Gases im Jahr 2006 haben, im Vergleich zur ähnlichen Periode des vorigen Jahres, auf 5,3%, der Erdölprodukte - auf 11,3%, einschließlich des Benzins – auf 12,2%, des Dieselbrennstoffes – auf 7,7%, Schmieröle – auf 13,6% zugenommen. Im Jahr 2006 wurde der Exportanteil der Metalle und deren Erzeugnisse verringert und beträgt damit 13,1%. Im Jahr 2006 betrug der Import in Russland 167 Mld US-Dollar und hat damit im Vergleich zu 2005 um 39,3% zugenommen. Der Grund dafür ist das Wachstum der Einfuhr von Autos,technischen Anlagen und Maschinen der mit den steigenden Bedürfnissen sich entwickelnder Wirtschaft verbunden ist. Die neue Reformen in der Zoll-Politik spielen dabei auch eine große Rolle. Die Ein- und Ausfuhr ist so problemlos wie nie geworden.

Import vs Export flows




Im Jahr 2006 hat der Export Russlands 302,0 Mlrd US-Dollar gebildet und ist im Vergleich zu 2005 um 25,1% gestiegen. Im Januar 2008 betrug der Außenhandelsumsatz Russlands nach Angaben der Russlandsbank 49,8 Mlrd. US-Dollar (zum Vergleich 149,6% Januar 2007), darunter Exporte - 34,0 Mlrd. US-Dollar (157,9%), Importe- 15,8 Mlrd. US-Dollar (134,3%). Der russische Export wird weiterhin durch die Lieferung der Rohstoffe dominiert. Die Tendenz zur Entwicklung einer leistungsfähigen Volkswirtschaft ist jedoch eindeutig.

Sektorale Standortsattraktivität

Ausländische Direktinvestitionen

Ausländische Direktinvestitionen sind eine Kategorie internationaler Investitionen, die die Absicht erkennen lassen, in einem in einer anderen Volkswirtschaft tätigen Unternehmen einen dauerhaften Anteil zu erwerben. Die Direktinvestitionen sind für die Wirtschaft mehr förderlich als alle anderen: Sie führen zu einem Anstieg der Industrie und werden langfristig die Inflation zügeln.

Industriezweig Absolute ausländische

Investitionen 2006 (in m US$)

Investitionsbestand

2006 (in m US$)

Investitionen je

Einwohner (in US$)

Weltrangliste
Petrolium 4,313.0 15,536.0 30,5 1
Primärsektor 4,715.0 16,804.0 33,3 5
Sekundärsektor 2,602.0 26,189.0 18,4 17
Geschäftsaktivitäten 3,210.0 8,871.0 22,7 16
Finanzen 1,502.0 5,493.0 10,62 27
Groß- und Einzelhandel 840.0 4,490.0 5,94 23
Tertiärsektor 6,361.0 24,894.0 45 24
Insgesamt (Waren & Dienstleistungen) 13,678.0 67,887.0 96,7 20


[5]

Ausländische Direktinvestitionen in Russland fassen eine Reihe von Aktivitäten um, von der natürlichen Ressourcen in den primären Sektor durch Herstellung bestimmter Operationen (wie zum Beispiel Coca-Cola-US $ 501 Millionen-Investition in Nahrungsmitteln und Getränken) bis zu Dienstleistungen (wie zum Beispiel die US $ 1,3 Milliarden Immobilien-und Handels-Projekt in St. Petersburg durch die Ostsee Pearl of China)[6]

Mit einem Zufluss von 4,313 Mio. US$ und einem Bestand an Investitionen von 15,536 Mio. US$ stellt der Sektor "Petrolium" mit Abstand den attraktivsten Sektor für ausländische Direktinvestitionen dar. Dieser Bereich liegt auf dem ersten Platz für Exporte im Weltmarkt. Die weitere Sektoren wie "Geschäftsaktivitäten" mit 3,210 Mio.US$, "Finanzen" mit 1,502 Mio. US$ und "Groß- und Einzelhandel" mit 840 Mio. US$ weisen einen geringeren Anteil an ADI.

ADI in Russland.jpg

Russlands ADI 2006 im Sektor "Petrolium" sind im Vergleich zu 2005 um 400 Mio. US$ gestigen und im Sektor "Geschäftstaktivitäten" haben sich verdreifacht. Nur im Bereich "Groß- und Einzelhandel" sind sie von 1,05 Mrd. US$ im Jahr 2003 auf 840 Mio. US$ zurükgegangen. Das könnte daran liegen, dass Russische Föderation von Jahr zu Jahr attraktiver für ausländische Direktinvestitionen wird.

Der komparative Vorteil / Nachteil

Ein Land verfügt bei der Herstellung eines Gutes dann einen komparariven Vorteil, wenn die Opportunitätskosten für dessen Produktion, ausgedrückt in anderen Gütern, in diesem Land niedriger sind als in anderen Ländern.[7] Wenn die Exporte größer sind als Importe, spricht man über einen komparativen Vorteil und es entsteht ein Außenhandelsüberschuß. Falls sich ein Außenhandelsdefizit ergibt, handelt es sich um einen komparativen Nachteil. Aus folgender Tabelle ist es ersichtlich, dass bei den Sektoren Mineralbrennstoffe, Öle, Distilationsprodukte, Waren,die nirgendwo angegeben sind, Eisen und Stahl, Aluminium liegt ein komparativer Vorteil vor. Die größten Außenhandelsdefizite liegen in der Maschinerie, Fahrzeugsindustrie außer Eisenbahn-, Straßenbahnindustrie und elektrischen und elektronischen Ausrüstung vor und somit entsteht ein komparativer Nachteil.

Industriezweig Exporte US$m Importe US$m Außenhandelsergebnis US$m Gütergruppen-Außenhandels-

Koeffizient in %

Mineralbrennstoffe, Öle, Distilationsprodukte, usw. 190,010.725 1,827.271 188,183.454 98,1
Waren (nicht spezifiziert) 25,145.439 7,357.217 17,788.222 54,7
Eisen und Stahl 17,847.351 3,579.945 14,267.406 66,6
Aluminium 7,601.585 666.039 6,935.546 83,9
Boilers, Maschinerie: Kernreaktoren, usw. 4,947.376 21,863.211 -16,915.835 -63,1
Fahrzeuge, außer Eisenbahn, Straßenbahn 2,427.044 18,670.454 -16,243.410 -77,0
Elektrische und elektronische Ausrüstung 2,421.158 14,861.980 -12,440.822 -72.0


[8]

Importsubstitution

Wenn ein Land trotz eines komparativen Nachteils die Güter im Inland produziert, um Devisen zu sparen und das Wachstum auf mehr Industriezweige auszudehnen[9] oder um nicht die gesamte Menge von Gütern zu importieren, geht es um Importsubstitution. Einen neuen Markt braucht sie nicht dazu, da er schon existiert. Hier zum beispiel in Bereichen der Kernreaktoren, Fahrzeuge- und im Sektor elektrischen und elektronischen Ausrüstung wird in Russland trotz einen negativen Außenhandelsüberschuß weiter produziert.


Das gesamte Investitionsklima von Russland ist wegen der hohen Inflation, eines eintauchenden BIP, eines nicht stabilen Wechselkurses, einer unsicheren gesetzlichen und politischen Umgebung, und des launischen Erlass und der Erfüllung der Steuer und Durchführungsregime nicht robust gewesen. Dennoch sagen Experten voraus, dass die Verbesserung in jenen Bedingungen eine starke Zunahme in der Auslandstätigkeit bringen wird.[10] Der Umfang der ausländischen Direktinvestitionen in Russlands Wirtschaft wird in diesem Jahr 35 Milliarden Dollar erreichen, prognostiziert das Finanzministerium.[11]

Analyse der ausländischen Direktinvestitionen in Russland

Die Definition der ausländischen Direktinvestitionen [Direktinvestition] lässt sich durch die UNCTAD[UNCTAD] erweitern. Demnach sind die FDIs ( englisch: foreign direct investment ) gekennzeichnet durch die finanzielle Beteiligung eines Investors an dem ausländischem Unternehmen. Es wird zwischen aktiven (Direktinvestitionen des Inlands im Ausland) und passiven Direktinvestitionen unterschieden ( ausländische Direktinvestitionen im Inland).

Hauptmotive der Direktinvestitionen

  • market-seeking: Das Motiv der absatzorientierten Direktinvestitionen zielt darauf ab, neue Märkte zu erschließen oder die bestehende Position gegen neue Wettbewerber zu verteidigen, um den Absatz des Unternehmens zu steigern. Laut UNCTAD wird dieses Motiv mit 51% in einer Befragung als das wichtigste angesehen.
  • efficiency-seeking: Bei der effizienzorientierten Strategie wird der Skalenvorteil ( vgl. Modell des unvollkommenden Wettbewerbs) genutzt und ist so auf die Effizienzsteigerung gerichtet. Dabei unterscheidet man zwischen verkaufs- und produktorientierten Netzwerken.
  • resource-seeking: Das beschaffungsorientierte Motiv zielt vor allem auf stark wachsende Volkswirtschaften ab, die sich auf die Nutzung von natürlichen Ressourcen konzentrieren. Ziel ist die Versorgung mit Rohstoffen für das Inland. Ein wichtiger Ansatz ist hier das Heckscher-Ohlin Modell [Heckscher-Ohlin Theorem] .
  • created-asset-seeking: Dieses Motiv ist wertsteigerungsorientiert durch die Nutzung strategischer Ressourcen des Auslands. Mithilfe der Investitionen ist ein Zugang zu technologischen Wissen möglich,welches wiederum zur eigenen Produktivitätssteigerung genutzt werden kann( vgl. Heckscher-Ohlin Modell).

Bezug zu Russland

Nach Angaben der UNCTAD flossen im Jahr 2006 ausländische Direktinvestionen in Höhe von 43 Milliarden US Dollar nach Russland. Dies ist doppelt so viel wie im Jahr 2005 und die Tendenz ist weiterhin steigend. [12] Der Anteil der Direktinvestitionen beträgt 2, 8% am BIP. Somit ist Russland ein attraktives Ziel für ausländische Investoren geworden. Wichtige Investoren sind Zypern, Niederlande, USA sowie Deutschland, Frankreich und Großbritanien.

Investiert wird in die verarbeitende Industrie, Berg- und Maschinenbau, Finanzsektor und die Automobilindustrie.


Zielsektoren der ausländischen Direktinvestitionen

Für ausländische Investoren ist das market-seeking Motiv in Russland von großer Bedeutung. In den letzten Jahren war ein schnelles Marktwachstum erkennbar. Außerdem ist die Marktgröße von Bedeutung, da das Motiv durch die Größe laut Gravitationsmodell [Gravitationsmodell ] verstärkt wird. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten der Direktinvestitionen. Ein Beispiel ist die Werksverlegung von VW im Jahr 2006, um die sich bietenden Marktchancen zu nutzen.[13] Die Infrastruktur ist jedoch noch ausbaufähig, gerade in den Bereichen Logistik, Sraßen und Häfen. Unter den Effizienzmotiven spielen die gut ausgebildeten Arbeitskräfte - im Vergleich zu den moderaten Lohnkosten -eine wichtige Rolle. Des Weiteren liegt die wirtschaftliche Konzentration Russlands in dem Energiesektor. Die created-asset-seeking Motive sind in der Russischen Förderation von keiner großen Bedeutung, da es wenige Hochtechnologienzentren gibt und somit nicht attraktiv für ausländische Investoren ist. Für Russland ist wichtig, dass das Ausland die Technologie durch die Investition mitbringt. Das wichtigste Motiv für ausländische Direktinvestionen ist resource-seeking. Russland ist eines der größten Energieproduzenten der Welt. Die Attraktivität liegt hier in den natürlichen Ressourcen. Die Volkswirtschaft hat mehr als ein Drittel der Erdgasreserven weltweit, die zweitgrößten Kohlereserven und es werden 13% der Weltölreserven vermutet. In den Energiesektor, vor allem in die Verarbeitung, wird am meisten investiert, um die Versorgung der natürlichen Rohstoffe zu sichern. Deutschland ist hier ein wichtiger Partner.


Die russische Politik ist ein entscheidender Fakor, dass sich ausländische Investoren zurückhalten. Trotz Verbesserung der Investitionsbedingungen ist eine staatliche Kontrolle vordergründig und führt zu Verunsicherungen der Direktinvestoren. Des Weiteren ist die Rechtssicherheit gering, kleine und mittelständische Unternehmen werden kaum gefördert und es fehlt an Transparenz. Die Hälfte der Direktinvestitionen sind in Form von Krediten der ansässigen Miteigentümer ausgegeben, die Russland zurückzahlen muss.


In den kommenden Jahren werden die ausländischen Direktinvestitionen weiterhin zunehmen, da Russland an Attraktivität gewinnt. Das wichtigste Motiv wird resource-seeking bleiben aufgrund der Rohstoffe. Wenn Russland die Unsicherheiten im rechtlich- politischem System ausräumen kann, wird es in der Lage sein, noch mehr Investoren zu überzeugen, um so auch die anderen Motive zu stärken.

Sektoraler Wettbewerb um Ausländische Direktinvestitionen

Auf Russland entfiel 2006 fast die Hälfte aller ausländischen Direktinvestitionen, die in diesem Zeitraum in die Länder der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten ( [GUS] ) und Südosteuropas insgesamt flossen.Der Anteil ausländischer Direktinvestitionen am Bruttoinlandsprodukt, eine wichtige Kennziffer, die die Bedeutung ausländischer Investments gewichtet, ist aber 2006 gegenüber den vorangegangenen Jahren deutlich gestiegen. Diese Quote liegt nun bei ca. 2,8%. In anderen Ländern, wie in der VR China oder in Polen (2005: ca. 3,1%) und selbst in Kasachstan (2005: rd. 3,0 %), liegt diese jedoch nach wie vor höher.[14] Welche Sektoren in Russland die größten Standortattraktivitäten besitzen veranschaulicht die nun folgende Tabelle. Die Werte aus der [Investment Map] von 2006 zeigen in welchen Sektoren Russland die meisten ausländischen Direktinvestitionen (ADI) sichern konnte. Hier wird deutlich, dass Russland insbesondere im Sektor Energie, vor allem Erdöl, die höchste Standortattraktivität hat. Danach folgen die Sektoren Finanzen und Groß- und Einzelhandel.

Sektor Investitionszugang (in Mio. US$) Investitionsbestand (in Mio. US$)
Erdöl 4.313 15.536
Finanzwesen 1.502 5.493
Groß- und Außenhandel 840 4.450


Sektor Erdöl

Die höchste Stabdortattraktivität hat Russland im Bereich der Energiewirtschaft, hier insbesondere Erdgas und Erdöl. Russland ist weltweit größter Exporteur von Erdgas und steht bei Erdöl auf Platz zwei.

Die ausländischen Direktinvestitionen im Bereich Erdöl beliefen sich auf 4313 Mio. US $ und einem Investitionsbestand von 15.536 Mio. US $. Damit steht Russland im internationalen Vergleich auf Platz eins. Ihm folgen die USA und Norwegen mit einem um fast die Hälfte geringerem Investitionszugang. Grund für die gute Lage im Sektor Energie ist die Marktgröße Russlands und die riesige Reserve an Bodenschätzen. Russland hat 34 Prozent der globalen Erdgasvorräte und 13 Prozent der erkundeten Ölreserven. Diese Faktoren sind sektoraler Natur, dass sich dadurch auszeichnet, dass sie nur Einfluss auf diesen Sektor haben. Faktoren allgemeiner Natur wirken sich auf alle Wirtschaftssektoren aus.

Land Investitionszugang (in Mio. US$) Investitionsbestand (in Mio. US$)
Russland 4.313 15.536
USA 2.924 17.642
Norwegen 2.780,4 k.A.

Sektor Finanzwesen

Der Finanzsektor gerät immer mehr ins Visier ausländischer Banken und Versicherungen. Der geplante Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation (WTO), der voraussichtlich Ende 2007/Anfang 2008 Wirklichkeit werden wird, dürfte diesen Trend noch beschleunigen. Obwohl der Bereich Finanzen in Russland an zweiter Stelle bei ausländischen Direktinvestition steht, schneidet das Land im internationalen Vergleich ehr schlecht ab. Hier landet die russische Förderation auf Platz 27, während die USA, Großbritannien uns die Schweiz die vordersten Plätze in diesem Sektor einnehmen. Die Faktoren, die einen Rückstand in diesem Bereich begründen, sind allgemeiner Natur. So schafft es die russische Regierung nicht die nötigen Rahmenbedingungen für Investoren zu schaffen. Korruption, fehlende Transparenz im Rechtssystem, eine komplizierte Bürokratie und die geringe Leistungsfähigkeit des russischen Bankensystems sind die größten Schwierigkeiten, die sich potentiellen Investitionen in den Weg stellen.[15]

Land Investitionszugang (in Mio. US$) Investitionsbestand (in Mio. US$)
USA 41.408 486.834
Großbritannien 23.853,4 252.281
Schweiz 22.469,9 138.747,3
Russland 1.502 5.493

Sektor Groß- und Einzelhandel

Im Bereich Groß- und Einzelhandel besetzt Russland gerade mal den 23 Platz der Investment Map. Der große Rückstand in diesem Sektor begründet sich durch Faktoren ganz allgemeiner Natur. Gründe sind vor allem gigantischen Modernisierungsbedarf der russischen Wirtschaft und die Notwendigkeit, die marode Infrastruktur (Strom, Straßen, Häfen) zu verbessern. Auch in diesem Bereich wirken Korruption, Transparenz im Rechtssystem und eine komplizierte Bürokratie auf mögliche Investoren sehr abschreckend.

Land Investitionszugang (in Mio. US$) Investitionsbestand (in Mio. US$)
USA 24.600 284.925
Großbritannien 13.820 117.126,4
Hong Kong (SAR China) 9.397,7 80.069,5
Russland 840 4.490

Fazit

Russland befindet sich in der Rangliste der World Competitiveness im Jahr 2007 auf Platz 43. [16] Die Stärken im Bereich „ability to sell“ Russlands liegen im Energiesektor, hier insbesondere Erdöl und Erdgas. Auf diesem Gebiet liegt die Russische Förderation auf den führenden Rängen des Exportes. Ein Defizit hat die russische Wirtschaft im Bereich der Fertigerzeugnisse, da diese zum größten Teil noch importiert werden. Die Volkswirtschaft hat einen Vorteil im Rahmen der „ability to attract“ aufgrund der Marktgröße. In einer Studie, von 2006 über die Standortattraktivität belegte die Föderation Platz 6. Das Pro- Kopf- Einkommen beträgt derzeit 33 Prozent. Nachteil ist, dass das Gesundheitssystem nicht den Standards von den osteuropäischen Ländern entspricht. Dennoch steht Russland vor einer großen Entwicklung. So soll in den nächsten fünf Jahren der Anteil Russland an der Weltwirtschaft auf 3 Prozent ansteigen. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf soll bis 2015 auf mindestens 21 000 US Dollar steigen. Außerdem wird der Export wachsen. Die Direktinvestitionen werden vorrausichtlich bis 2020 3,5 Prozent des BIP betragen. Durch das Wirtschaftswachstum steigert sich der Wohlstand. Dennoch wird die Spanne zwischen Armut und Reichtum immer größer. Außerdem werden Korruption, Bürokratie und die vermehrte Einflussnahme des Staates das Wirtschaftswachstum hemmen. Ebenso müssen die Gesetz- und Rechtsstruktur verbessert werden, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu stärken. Abschließend kann man sagen, dass Russland es schaffen könnte eine der führenden Weltmärkte zu werden, wenn sie ihre Defizite ausräumen und ihre Chancen wahrnehemen.


Einzelnachweise

Quellen

Weblinks

Literatur

Gesamtzeichen (inkl. Tabellen): 35.542

Tabellen: 2.235

Gesamtzeichen (ohne Tabellen) : 33.307

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