Wettbewerbsfähigkeit Sloweniens 2008

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Fertig.gif Dieser Artikel wurde durch den Review-Prozess vervollständigt und korrigiert. Der Bearbeiter hat den Artikel zur Bewertung eingereicht. --Melanie Plette 14:13, 2. Jun. 2008 (CEST)

Einleitung

Allgemeine Fakten zu Slowenien [Bericht: Mai 2008]

Slowenien.jpg

[1]

Fläche: 20.273 qkm

Einwohner: 2,02 Mio. (30.9.07)

Zusammensetzung der Bevölkerung: Kroaten, Serben und Minderheiten von Ungarn, Montenegriner, Albanern und ethnische Muslime

Bevölkerungsdichte: 98,8 Einw./qkm

Bevölkerungswachstum: 0,6% (Sept. 07/Sept. 06)

Analphabetenrate: 0,30%

Geschäftssprachen: Slowenisch, Deutsch, Englisch, Italienisch

Rohstoffe

agrarisch: Produkte v. Rind, Schwein und Schaf, Getreide, Hopfen, Weintrauben, Obst (Äpfel), Gemüse, Kartoffeln, Zuckerrüben

mineralisch: Bauxit, Blei, Eisen, Zink, Kupfer, Quecksilber, Uran, Lignit

Mitgliedschaft in regionalen Wirtschaftszusammenschlüssen: Europäische Union (2004), UNO (1992)

Währung: Euro (seit 1.1.2007)

Politik: Slowenien gehörte ehemals zu Jugoslawien und erklärte sich 08.10.1991 unabhängig. Slowenien wird durch ein Zweikammerparlament regiert welchem ein Ministerpräsident vorsteht.

Internationale Wettbewerbsfähigkeit

Internationale Wettbewerbsfähigkeit

Grundlegend ist zu sagen, das es keine allgemein gültige Aussage darüber gibt, was internationale Wirtschaftsfähigkeit ist. Es wird nach drei Konzepten unterschieden.

Das erste Konzept bezieht sich auf Unternehmen, aber nicht auf Volkswirtschaften. Ein grundlegender Unterschied zwischen Unternehmen besteht darin, das ein Unternehmen vom Markt verschwinden kann durch z. B. Konkurrenz. Eine Volkswirtschaft steht nicht im Wettbewerb mit einer anderen, jedoch kann sie sich spezialisieren (kostengünstigere Produkte aus dem Ausland importieren und gleichzeitig wichtige Produkte auf den Exportmärkten für ausländische Güter darstellen).

Das zweite Konzept ist ausgerichtet au die „Abilitiy to sell“- Variante. Sie besagt, also die Fähigkeit Produkte im internationalen Wettbewerb abzusetzen. Dabei geht es um den Außenhandel und um die Frage ob ein Unternehmen eine Kostenvorteil und eine Preisvorteil umwandeln kann unter Berücksichtigung der Lohn- und Wechselkursentwicklung.

Das dritte Konzept setzt internationale Wettbewerbsfähigkeit gleich mit der Fähigkeit eines Landes nachhaltig ein hohes Einkommen bzw. einen hohen Lebensstandard zu erzielen. Dabei werden als Indikatoren die Veränderungen der Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner und dessen Zuwachsraten oder die Arbeitslosenquote betrachtet.

Kriterien der Wettbewerbsfähigkeit Sloweniens

Zu den Kriterien der Wettbewerbsfähigkeit Sloweniens gehören vor allem die geographisch gute Lage in Europa, eine gute infrastrukturelle Anbindung (Hafen, Flughäfen, Wege- und Zugnetz...), gute klimatische Bedingungen (stabil), günstige und gut ausgebildete Arbeitskräfte, gute Fördermöglichkeiten für Unternehmen, Kooperationen mit anderen Ländern (z.B. Österreich) und natürlich die Einbindung in die Europäische Union.

Indikatoren der internationalen Wettbewerbsfähigkeit

Ability to sell

„Ability to sell“ beschreibt die Fähigkeit einer Firma oder eines Landes Produkte weltweit zu vertreiben. Dabei hängen die absoluten Preise nicht nur von unternehmensspezifischen Größen ab, sondern auch von gesamtwirtschaftlichen Größen. Dies bedeutet z. B. ob eine Unternehmen aus einem Kostenvorteil einen Preisvorteil im internationalen Wettbewerb erzielt, hängt u. a. von seiner Produktivität, den Wechselkuren, Arbeitskosten sowie von den Infrastrukturen und Steuern des jeweiligen Landes in dem der Preisvorteil realisiert werden soll.

Ability to earn

„Ability to earn“ stellt die Hauptaufgabe eines Wirtschaftens dar, die Erzielung eines hohen Pro-Kopf-Einkommens. Die Messung der „Ability to earn“ erfolgt über die Höhe des realen Pro-Kopf-Einkommen, der Arbeitsproduktivität, die Leistungsfähigkeit von High-Tech-Produkten (z. B. Anzahl von Patenten, Aufwendungen für Forschung und Entwicklung oder Welthandelsanteilen bei Hochtechnologieprodukten)

Ability to adjust

Dies bezeichnet die Anpassungsfähigkeit von Unternehmen der eigenen Volkswirtschaft an andere Volkswirtschaften. Dadurch können Unternehmen eines Landes auf Veränderungen auf internationalen Märkten reagieren. Es wird vorallem auf die Anpassungsgeschwindigkeit und -effizienz geachtet. Den größten Wettbewerbsvorteil hat das Land, das sich am schnellsten und effizientesten entwickelt. Nach einem geeigneten Indikator wird immer noch gesucht.

Ability to attract

Dies ist ein besonders wichtiges Schlagwort für Investoren, denn es beschreibt die Standortattraktivität eines Landes. Wichtige Indikatoren sind alle Standortfaktoren, die ein Land bieten kann. Dazu gehören politische Stabilität, der Saldo der ausländischen Direktinvestitionen, steuerliche und rechtliche Rahmenbedingungen sowie die Infrastruktur. Am attraktivsten ist das Land, welches die meisten Produktionsfaktoren und Investitionen an sich bindet.

Einzelaufgaben

Sektorale Leistungsfähigkeit im Außenhandel

Ausfuhrüberschuss nach dem Harmonisiertem System (HS)

Die Klärung der sektoralen Leistungsfähigkeit des Außenhandels und des Vorhandenseins eines komparativen Vorteils Sloweniens, verlangt die Untersuchung der Fähigkeit Sloweniens im Vergleich zum Wettbewerb auf den Gütermärkten. Hierbei wird die "Trade Competitiveness Map“ (TCM) zu Hilfe genommen, um an die entsprechenden Daten zu gelangen.

Dazu werden in der TCM als Erstes die absoluten Handelsbilanzüberschüsse (HBÜ) der einzelnen Gütergruppen auf Ebene des zweistelligen Harmonisierten Systems (HS2) untersucht. Dann werden die drei Gütergruppen mit dem höchsten HBÜ herausgefiltert und bei diesen Gütergruppen nach dem vierstelligen Harmonisierten System (HS4) die Güter herausgesucht, mit denen Slowenien den größten HBÜ erzielt. Bei der Bestimmung des HBÜs, bezieht man sich auf den Ausfuhrüberschuss (AFÜ) in den einzelnen Gütergruppen, welcher sich aus der Differenz aus den Exporten eines Gutes und dessen Importen berechnet. Somit zeigt diese Untersuchung an, in welchen Gütergruppen Slowenien einen komparativen Vorteil (weil es günstiger produzieren kann als andere Länder) hat und somit mehr exportiert, als es von diesem Gut importieren muss.[2]

Veranschaulicht sind diese Werte in folgender Tabelle:


4 23 05.jpg

Auffällig ist der Sektor der Pharmazeutischen Produkte (nach HS2), denn in diesem ist es nur die Warengruppe der Medikamenten-Mischungen (nach HS4), welche einen Ausfuhrüberschuss erzielen können.

Außenhandelspartner

Die wichtigsten Außenhandels-Partner im Allgemeinen sind, wie auch aus dem Kreisdiagramm ersichtlich (siehe unten) , mit Abstand Deutschland und dem folgend Italien. Denn macht man deren Bedeutung für den Außenhandel am Umsatz zwischen den Ländern fest (also Einfuhr + Ausfuhr), dann liegen diese weit vorn. An dritter Stelle steht nach dieser Sichtweise Österreich. Dies sind nun die Handelspartner Sloweniens, zwischen denen allgemein am meisten Außenhandel betrieben wird.[3]

Die folgenden beiden Diagramme zeigen anteilig die wichtigsten Handelspartner Sloweniens, gesplittet in Hauptabnehmerländer und Hauptlieferländer:

Hauptabnehmerländer 5.JPG Hauptlieferländer 3.JPG


Betrachtet man nun die jeweils drei wichtigsten Außenhandelspartner in den zu Beginn herausgefilterten 3 Sektoren, die den größten Ausfuhrüberschuss aufweisen, dann ergibt sich folgendes:

Im Sektor der Pharmazeutischen Produkte, sticht Russland (314 Mio. USD), vor Polen (210 Mio. USD) und den Vereinigen Staaten von Amerika (116 Mio. USD)als umsatzstärkster Handelspartner hervor. Auch hier wurde, wie auch schon bei der allgemeinen Betrachtung der Handelspartner, wieder sie Summe aus Ausfuhren und Einfuhren betrachtet:

Partner Pharma.JPG

[Werte in Mio. USD]


Bei der Betrachtung des Sektors der Möbel, Beleuchtung und Fertighäuser (mit dem zweithöchsten Ausfuhrüberschuss)ergeben sich folgende Länder als wichtige Handelspartner (Ausfuhr+Einfuhr): Mit 560 Mill. USD befindet Deutschland wieder auf der Spitzenposition. Dem folgt Italien mit einem Außenhandelsumsatz von 166 Mill.USD und Österreich mit einer Summe von Einfuhren und Ausfuhren von 164 Mill. USD.

Partner Möbel.JPG

[Werte in Mio. USD]


Der letzte der drei Sektoren ist der der elektrischen / elektronischen Geräte / Ausrüstung. In diesem ist wieder Deutschland der wichtigste Außenhandelspartner (Einfuhr+ Ausfuhr = 1291 Mill. USD). Italien ist mit einem Außenhandelsumsatz von 369 Mill. USD der zweitwichtigste Handelspartner in diesem Sektor und an dritter Stelle befindet sich Österreich, mit 300 Mill. USD Außenhandelsumsatz.

Partner Elektro.JPG

[Werte in Mio. USD]

Komparativer Vorteil, geographische Nähe, Produktivität und Ressourcenausstattung Sloweniens

Der Kerngedanke des Komparativen Vorteils ist es, dass ein Land bei der Produktion eines Gutes, geringere Opportunitätskosten (in anderen Gütern ausgedrückt) hat, als dies in anderen Ländern der Fall ist. Somit wird es von diesem Gut mehr exportieren als andere Länder und im Gegenzug Güter, bei deren Produktion anderen Länder einen komparativen Vorteil haben, großteils importieren. Nur auf diese Weise, kann eine Handelsbeziehung zwischen Ländern für jede Seite von Vorteil sein.[4]

Ob und mit wem Slowenien Handel betreibt, hängt neben der Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) größtenteils von der geographischen Nähe der Handelspartner ab. Dies erklärt das Gravitationsmodell sehr gut, welches bei ceteris paribus besagt, dass bei steigendem BIP absolut mehr exportiert sowie importiert wird und dies mit den Ländern, die aufgrund geringerer Entfernung, weniger Transaktionskosten haben.

Die reale Wachstumsrate des BIP ist seit dem Beitritt zur Europäischen Union stetig gestiegen und erreichte 2007 5,2% [5] und mit den 3 Haupthandelspartnern Deutschland, Italien und Österreich (oder auch Kroatien) ist die auch Voraussetzung der geringen Distanz erfüllt, denn fast alle grenzen direkt an Slowenien an. Das im Südwesten angrenzende Adrianische Meer und die gute infrastrukturelle Anbindung wirken sich auch positiv auf den Handel Sloweniens aus. Auch die niedrigeren Kosten des Produktionsfaktors Arbeit begünstigen besonders die Produktion von arbeitskraftintensiven Gütern, wie z. B. Teil- und Zwischenprodukten.

Analyse der Außenhandelsstrukturen

strukturelle Analyse

Struktur Analyse[6]

Die Exportstruktur von Slowenien wird in einem Portfoliodiagramm im rechten Bild dargestellt. Hierbei wird gezeigt inwieweit Slowenien relative Wettbewerbsvorteile, gemessen am Anteil der Weltmarktexporte besitzt. Im Gegensatz zur dynamischen Analyse handelt es sich hierbei um eine Zeitpunktbetrachtung des Jahres 2006.

Zum Aufbau der Strukturanalysematrix. Die Matrix ist unterteilt in 4 Dimensionen:

  • Underachievers / schwach im wachsenden Sektor
  • Champions / stark im wachsenden Sektor
  • Achievers in adversity / stark im abnehmenden Sektor
  • Declining industries / schwach im abnehmenden Sektor


dynamische Analyse

Dynamische Analyse[7]

Die Exportdynamik von Slowenien wird in einem Portfoliodiagramm im rechten Bild dargestellt. Sie wird ebenfalls in einer Vier-Felder-Matrix dargestellt. In ihr wird das Weltwachstum der Exporte gemessen und resultierend aufgezeigt, durch was sich die Marktattraktivität des Landes auszeichnet. Im Unterschied zur strukturellen Analyse handelt es sich um eine Zeitraumbetrachtung (Periode 2002-2006).

Zum Aufbau der dynamischen Analyse, auch diese unterteilt sich in 4 Dimensionen:

  • Losers in growing sectors / Verlierer im wachsenden Sektor
  • Winners in growing sectors / Gewinner im wachsenden Sektor
  • Winners in declining sectors / Gewinner im abnehmenden Sektor
  • Losers in declining sectors / Verlierer im abnehmenden Sektor


Der größte Export Sloweniens wurde 2006 im Bereich Maschinen und Equipment festgestellt, direkt gefolgt vom Motor Fahrzeuge und Transportequipment Sektor. Der nächtse Große Export Sektor ist der Metall und Metallpruduktbereich. Deise drei Sektoren sind die Größenten Exportwarenmärket Sloveniens. Es ist jedoch festzustellen das diese sich nicht weit von den anderen Exportsektoren (in ihrer Diemension) entfernt haben. Es gibt somit in diesem Sinne kein Hauptexportstandbein. Die Exportsektoren ähneln sich in iherer Größe und Beschaffenheit. Man kann aber feststellen das sich der Export in den eben genannten Hauptexportsektoren seit 2003 nahzu verdoppelt hat. Wobei sich seit 2003 einiges an der Exportstruktur verändert hat. So war 2003 der Chemiesektor an Platz 2 der Exportstruktur, dieser wurde jedoch von den aufstrebenden Maschinen und vom Motorensektor übertroffen. Wobei hier festgestellt werden muss, dass sich der Chemiesektor nicht merklich verschlechtert hat sonder ehr nahezu gleich geblieben ist. Die neuen drei Hauptexportsektoren haben sich sich nur extrem verbessert (den Export gesteigert). Hier bei ist auch der Fahrzeugsektor ganz besonders aufgefallen, dieser stieg allein um 31,3%. Diese Unterschiede zur Struktur sind sehr gut in der struktur Matrix bzw. in der dynamischen Matrix zu erkennen. Wie man weiter an den beiden Grafiken erkennen kann ist der Markt mit seinen Exportanteilen relativ ausgeglichen. Soll heißen, es gibt nicht die wirklichen Gewinner und Verlierer wie in anderen Staaten der EU. Slowenien stellt sich also mit einem stabilem Export und einem stetigem Wachstum dar.


Triebkräfte und Erklärungsfaktoren

Die Arbeitsproduktivität stieg in den lezten Jahren relativ gleichmäßig an. Dies ist auf hohe Investitionen in die technologische Entwicklung und Infrastruktur zurückzuführen. Lange war die Arbeitsproduktivität in Slowenien aufgrund veralteter Industrieanlagen und fehlender Infarstruktur sehr niedrig. Durch die veralteten Anlagen kam es zu einem hohen Mehraufwand, dieser erforderte einen hohen Personaleinsatz bei zu geringem quantitativem Output. Durch die Europäisierung und dem dadurch entstandenen Wettbewerbsdruck, wird die Wirtschaft unter hohen Transformationskosten nun an den europäischen Standard herangeführt, liegt im Moment auch relativ nah am EU-Durchschnitt. Durch weitere Verbesserungen in der Technologie und in der Infastruktur Sloweniens kann es bald zu seinen europäischen Nachbarn aufholen bzw. sie überholen. Besonders im Hinblick auf die osteuropäischen Staaten.

Somit ist fest zu stellen, dass reale Austauschverhältnis zwischen den importierten und exportierten Waren (egl.:terms of trade goods)ist seit 2002 stetig gestiegen. Dieses ist ein Indikator für Wohlstandsmehrung. Das Wachstum dieser Maßzahl ist auf eine Zunahme der Exporte und deren Preise zurückzuführen, was mitunter auf die Angleichung rechtlicher Rahmenbedingungen in der EU zurückzuführen ist. Handelshemnisse wurden gemindert. Dies führt natürlich dazu, dass ausländische Investoren ins Land geholt werden. Viele osteuropäische Staaten besitzen im Vergleich zu ihren westeuropäischen Partnern einen großen Kostenvorteil (besonders Personalkosten) und somit einen höheren Wettbewerbsvorteil. Dieser kann und wird von internationalen so wie regionalen Unternehmen genutzt und bringt der Wirtschaft von Slowenien ein großen Antrieb.

Sektorale Standortattraktivität

In diesem Abschnitt werden die Sektoren aufgezeigt, die für das Ausland besonders attraktiv sind, in Slowenien Direktinvestitionzu tätigen. Als Ausländische Direktinvestitionen sind diejenigen Investitionen bezeichnet, mit denen ein inländischer Investor direkt oder indirekt einen dauerhaften Einfluss auf ein ausländisches Unternehmen gewinnt.[8]. Dem Nehmerland bieten sich hierdurch Chancen, wirtschaftlich aufzuholen und sich in die internationale Arbeitsteilung zu integrieren.

Es gibt viele Gründe, warum ausländische Investoren sich in Slowenien umschauen sollten. Zum einen eröffnet die Hauptstadt Ljubljana als zentraler Knotenpunkt Zugang zu über 450 Mio. potentiellen Kunden in ganz Europa, auch zu den aufstrebenden Märkten des Balkans. Zum anderen sind die gut ausgebildeten Arbeitskräfte, die Mehrsprachigkeit und die Aufgeschlossenheit der Menschen positiv zu bewerten. Wichtige Standortvorteile sind zudem die zentrale Lage, eine sehr gute Infrastruktur, eine gut entwickelte IT-Kommunikations-Infrastruktur, Technologienetze und Platformen, Exzellenz-Zentren und Cluster als Beweis von High-Level-Innovationen, sowie ein großer Adriahafen.[9]

Im folgenden wird ein Blick auf die einzelnen Sektoren geworfen. Wie aus der unten stehenden Grafik zu entnehmen ist, wird verstärkt in sekundären und tertiären Sektor investiert. Vielmehr legt das Ausland Augenmerk auf Investitionen in den tertiären Sektor. Besonders hervorzuheben sind hierbei "Transport, Lagerhaltung und Kommunikation", "Business Activities", "Finanzen", sowie "Groß-und Einzelhandel". Im sekundären Sektor profiliert sich Slowenien im traditionsreichen Fahrzeug- und Fahrzeugteilebau, sowie bei Chemikalien und chemischen Erzeugnissen.

Sektor Investitionsbestand 2006 in Mio. US$ Investitionsbestandsänderung seit 2003 Exporte in Mio. US$ Importe in Mio. US$ Weltmarktanteil
Total 8.922,6 11,9%
Transport, Lagerhaltung und Kommunikation 396,7 25,3%
Business activities 1.410,5 25,2%
Finanzen 1.845,3 21,3%
Fahrzeuge und Transportausrüstung 357,2 31,3% 3.128,8 3.062,1 0,2%
Elektronik und Elektrotechnik 138 10,3% 1.636,8 2.014,2 0,1%
Chemikalien und chemische Produkte 1.191,2 -4,5% 2.866,0 2.725,7 0,2%
Landwirtschaft und Jagd 10,5 63,7% 100,7 450,1 0,0%
Tabelle 1: Übersicht ausländischer Direktinvestitionen in Slowenien (Quelle: ITC auf der Basis von UNCTAD/WTO.[10])

Primärer Sektor

Sloweniens Territorium ist zu 60% mit Wäldern bedeckt, und besitzt somit nach Finnland und Schweden das drittgrößte zusammenhängende Waldökosystem. Obwohl in Landwirtschaft und Jagd jährliche Zuwachsraten ausländischer Direktinvestitionen über 60% zu verzeichnen sind und in Anbetracht der enormen Waldreserven, spielt der primäre Sektor, was die Bemühungen der Regierung angeht, Investitionskapital anzulocken, eine untergeordnete Rolle.

Sekundärer Sektor

Slowenien kann auf eine traditionsreiche Automobilhersteller- und zulieferindustrie zurück blicken. Bereits seit den Anfängen der Herstellung motorisierter Vehikel ist Slowenien mit dabei. Diese Tradition wird bis heute gepflegt: Mit leistungsfähigen, innovativen, kompetenten Arbeitskräften und exzellenten Hochschulbildungsmöglichkeiten im Bereich der Automations- und Elektrotechnik-Ingenieurwissenschaften, sowie Ausbildungsmöglichkeiten in dieser Branche stellt sich Slowenien dem internationalen Wettbewerb. Im Vergleich zu anderen Branchen des sekundären Sektors generiert die Automobilindustrie traumhafte durchschnittliche Investitionszuflüsse iHv. 31,3%.

Weiterhin hat sich in den Jahren nach 2001 im Bereich "Chemie und Pharma" ein im Vergleich zu den anderen Branchen erheblicher Investitionsstock angehäuft. Ebenso im Bereich der "Elektrotechnik und Elektronik" sind durchschnittliche Zuwachsraten iHv. ca. 10% zu verzeichnen. In Abb.2 ist der jeweilige Investitionsbestand der einzelnen Sektoren aufgeführt.

Tertiärer Sektor

Die Wachstumsbranchen Sloweniens sind eindeutig im Dienstleitsungssektor zu finden. Hier werden mit Abstand die größten Zuwachsraten an ausländischen Investitionen generiert. Besonders hervorzuheben ist an dieser Stelle der Bereich "Transport, Lagerhaltung und Kommunikation". Zwar sammelte sich bis 2006 nur ein Investitionsbestand iHv. 396,7 Mio. an, doch ein stetiges durchschnittliches Wachstum iHv. 25,3% beweist die Attraktivität dieses Sektors. (vgl. Tabelle 1)

Im Bereich "Business Activities" häufte sich in den letzten Jahren mit durchschnittlichen Zuwachsraten von 25,2% ein Investitionsbestand von über 1,4 Mrd. US$ an. Besondere Beachtung gilt hier dem Immobiliensektor. Dieser trägt mit einem durchschnittlichem Wachstum von 60% zum Erfolg bei. Diese Zahlen sind nicht verwunderlich, denn Slowenien als neues Mitglied der EU holt mit großen Schritten auf. Im Jahr 2007 erreichte Slowenien ein BIP-Wachstum von 5,2%[11], dass deutlich über dem EU-Durchschnitt von voraussichtlich 2,8% [12]liegt.

Deutlicher Spitzenreiter im Investitionsbestand ist der Bereich "Finanzen" mit ca. 1,8 Mrd. US$. Hier wächst der Bestand jährlich um 20%.

Zahlen und Fakten nach Branchen in 2006

Branche Unternehmensanzahl Mitarbeiterzahl Einkommen (in EUR) Export (in EUR) Hauptexportmärkte
Automobilindustrie 338 24.000 3,6 Milliarden 2,9 Milliarden Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Großbritannien, USA, Spanien
Chemie- und Pharmaindustrie 650 26.687 4,35 Milliarden 3,11 Milliarden Deutschland, Kroatien, Russland, Polen, Italien, Österreich, Bosnien & Herzegowina
Elektrotechnik und Elektronik 782 36.588 3,7 Milliarden 2,6 Milliarden Deutschland, Italien, Kroatien, Österreich, Frankreich, Russland, Dänemark, Großbritannien
Informations-und Kommunikationstechnologie 1.644 13.495 2,4 Milliarden 330 Millionen Russland, Ukraine, Deutschland, Weißrussland, Kasachstan, Moldawien, Kroatien, Bosnien & Herzegowina, Serbien & Montenegro
Logistik und Distribution 1.694 22.960 2,5 Milliarden 1,1 Milliarden
Metallverarbeitung 1.960 53.391 5,2 Milliarden 3,4 Milliarden Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Kroatien, Holland, Schweiz, Irland
Summe 7.068 177.121 21,75 Milliarden 13,44 Milliarden

Wie aus obenstehender Tabelle zu entnehmen ist, sind über 170.000 Menschen in den Wachstumsbrachen Sloweniens beschäftigt. Das macht einen Anteil an der Gesamtbevölkerung von 8% aus, die ca. 73% des gesamten Bruttoinlandprodukts (Stand 2006: 29,86 Mrd.[13]) erwirtschaften.

Komperativer Vorteil

Er besagt, dass ein Handel immer dann lohnenswert ist, wenn die zwei Vertragsparteien unterschiedliche Kostenstrukturen haben. Jede Vertragspartei sollte sich dann auf die Produktion desjenigen Gutes konzentrieren, welche es relativ zum anderen Vertragspartner günstiger produzieren kann.[14]

Wie bereits oben aufgezeigt, weist Slowenien eine Vielzahl von Branchen auf, die Investitionskapital stetig anlocken. Im Folgenden werden die Standortvorteile im Einzelnen aufgeschlüsselt:


Qualitativ hochwertige Infrastruktur

Eine herausragende Bedeutung hat sicherlich die "Logistik, Distribution und Lagerhaltung". Slowenien weist alle Attribute auf, die vonnöten sind, als Logistik-Knotenpunkt zu gelten. Vor allem die ausgezeichnete geografische Lage mit traditionellen Handels- und Transportwegen machen dieses Land so attraktiv. Den Adriahafen von Koper kann man für asiatische Güter als Tor zu Europa bezeichnen. Die Lieferzeiten nach Europa sind hier um 7-10 Tage kürzer, als über die Anlieferung nordeuropäischer Häfen. Es werden weitere Investitionen getätigt, um seinen Status als Umschlagplatz für den europäischen Binnenmarkt zu stärken.

Die Haupstadt Ljubljana liegt an der Kreuzung des 5. (Barcelona-Kiew) und 10. (Salzburg-Thessaloniki) paneuropäischen Transportkorridors für Straßen- und Schienenverkehr. Als zentraler Anlaufpunkt (ähnlich wie Paris) bietet sie Unternhmen von hier aus die Möglichkeit, Märkte angrenzender Länder zu erobern. Eine moderne Transportinfrastruktur, sowie vollständig ausgerüstete Logistikzentren mit umfassenden Referenzen bieten Investoren optimale Bedingungen.

Wie aus Abb.3 zu sehen ist, nähert sich die Produktivität der Dienstleistungsbranche an Deutschland an.


qualifizierte Wirtschaftsverbindungen zu Nachbarmärkten

Slowenien besitzt ausgezeichnete, schon traditionelle Wirtschaftsbeziehungen zu seinen Nachbarländern. Ein Fünftel des Gesamtexportes wird zur Zeit mit den Ländern dieser Region erwirtschaftet. Slowenien unterstützt und fördert, insbesondere auch während der EU-Präsidentschaft im ersten Halbjahr 2008, die Balkanländer, die sich für eine EU-Beitritt beworben haben.

Beachtlich ist das Engagement von Österreich und der Schweiz, ebenfalls Nachbarländer Sloweniens, die mit 32% bzw. 14% mit ADIs beteiligt sind.(Abb.1) Hier findet wohl das Gravitationsmodell Anwendung.


qualifizierte Mitarbeiter

Die Slowener besitzen außerordentlich gute Sprachkenntnisse (zwei oder mehr Sprachen) und rangieren im Vergleich zu europäischen Ländern auf den oberen Plätzen. Gute Computerkenntnisse, ihr Fleiß, ihre Zuverlässigkeit und ihre Betriebstreue sind vorhanden. Der kontinierliche Anstieg der Beschäftigtenzahlen im Dienstleistungssektor zu Lasten der Landwirtschaft, des Bergbaus und der verarbeitenden Industrien zeigen die Richtung, in die sich das Land bewegen will, an. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist das Brutto-Lohnniveau, wie in Abb.4 am Beispiel des Automobilsektors zu sehen ist, relativ niedrig. Gut ausgebildete Hochschulabsolventen und Arbeitskräfte vergrößern das Humankapital kontinuierlich.


Analyse der ausländischen Direktinvestition im Untersuchungsland

Allgemeines

Direktinvestitionen (engl. Foreign Direct Investment, FDI) sind ein wichtiger Indikator für die Globalisierung eines Landes. Dieser Indikator zeigt wichtige Verflechtungen zwischen Globalisierung und der Volkswirtschaft auf. Mit Hilfe des Indikator lassen sich weltweit Vergleiche über die jeweilige Wettbewerbsfähigkeit und den Stand der Globalisierung eines Landes ermitteln. Das nominale Bruttoinlandsprodukt (BIP) gilt als häufigst verwendete Maß bei der Ermittlung der Direktinvestitionsstatistik. Der Indikator spiegelt die Zuflüsse, Bestände oder Einkommen aus Direktinvestitionen wieder. Für längerfristige Betrachtungen eignet sich besonders der Kapitalbestand in Prozent des BIP.

Definition FDI Stock

Für Beteiligungen und Töchterfirmen, entspricht der FDI stock dem Wert der Anteile ihres Kapitals und ihrer Reserven (inklusive der einbehaltenen Gewinne) die der Muttergesellschaft zugeordnet werden können, dies entspricht den kompletten Gesamtenvermögenswerten minus der gesamten Verbindlichkeiten) plus der Netteverschuldung der Beteiligungen und Tochterfirmen an die Muttergesellschaft. Für Industriezweige es der Wert der Anlagevermögen und der Werte vom aktuellen Umlaufvermögen und Investitionen, exklusive der fälligen Beträge der Muttergesellschaft minus Verbindlichkeiten gegenüber Dritten.

Definition FDI Flow

Für Beteiligungen und Töchterfirmen, beinhaltet der FDI- Fluss die Nettoumsätze der Anteile und Krediten (inklusive nichtmonetärer Aquisitationen von Maschinen und Anlagen, Fertigungsrechten usw.) an die Muttergesellschaft plus der Muttergesellschaftsanteile der Re-Investitionen der Beteiligungen plus der gesamten netto firmeninternen Kredite (kurz- und langfristig) die von der Muttergesellschaft zur Verfügung gestellt werden.


Entwicklung des Direktinvestitionsflusses von Slowenien

 

Jahr

Wirtschaft

Slowenien

1988

0,4

1989

3

1990

4,3

1991

64,9

1992

111

1993

112,6

1994

116,7

1995

150,5

1996

173,5

1997

334,2

1998

215,5

1999

106,6

2000

135,9

2001

370

2002

1636,4

2003

333,2

2004

827,2

2005

495,7

2006

363,1

Werte sind in US-Dollar der

aktuellen Preise in Millionen

Motive für Direktinvestitionen

Market-Seeking

Unter dem Market-Seeking ( Absatzstrategie) versteht man alle Motive, die zur Steigerung oder Sicherung der eigenen Rohstoffquellen in Frage kommen. Dies bedeutet, dass Entwicklungsländer neue Märkte oder Lieferanten erschließen um Ihre eigenen Rohstoffe zu schützen oder neue Rohstoffquellen zu erschließen. Die Motive können in der selben Branche je nach Land unterschiedlich sein.

Efficiency-Seeking

Unter Efficiency-Seeking (Effizienzstrategie) versteht man alle Motive, die zur Senkung der Produktionskosten führen. Dies bedeutet, das Direktinvestitionen zum Beispiel in Unternehmen eines Landes fließen in dem zahlreiche billige Arbeitskräften verfügbar sind, Massenproduktion möglich ist und niedrige Steuern erhoben werden. Dabei kann in die Käufer und Anbietermacht unterschieden werden. Auf der Anbieterseite sind es z. B. Motive wie die Reduktion von Transportkosten durch Cluster-Bildung. Dies bedeutet, dass sich Industriezweige und deren Zulieferer an einem Ort ansiedeln um Transportkosten zu sparen und einen reibungslosen Produktionsablauf zu garantieren. Diese Cluster-Bildung ist vor allem in der Automobil- und Elektronikindustrie anzufinden. Auf der Nachfrageseite besteht meist nur eine geringe Zahlungsbereitschaft für Güter der Massenherstellung und somit, bleibt den Anbietern keine andere Wahl als sich in Billiglohnländern anzusiedeln bzw. Cluster (Netzwerke) zu bilden.

Ressources-Seeking

Ressource-Seeking beinhaltet alle Motive, die zur Sicherung der eigenen Rohstoffquellen beitragen. Dabei ist zu unterschieden, ob es sich um ein Entwicklungs- oder eine Industrieland handelt. Bei Entwicklungsländern bedeutet die Sicherung der eigenen Rohstoffquellen ein schnelles Wachstum der eigenen Wirtschaft. Industrieländer streben im Gegensatz zu den Entwicklungsländern nicht nach der Erhaltung der Rohstoffquellen, sondern streben nach effizienter beschaffbaren Rohstoffen als denen im eigenen Land. Das rasche Wachstum der Entwicklungsländer führt zur Verteuerung der Rohstoffpreise. Auf Grund der Sicherung von Rohstoffen kommt es gerade in Entwicklungsländern bzw. zwischen ihnen zu Kriegen, Ethnischen Unruhen und anderen Auseinandersetzungen (Embargos, Sanktionen).

Created-Asset-Seeking

Created-Asset-Seeking beinhaltet alle Motive, die gegen Ausbeutung von Know-How, Wissens- und Bildungskenntnissen sind. Jeder Produzent will mit seinem Produkt die Alleinstellung auf dem Markt anstreben, der Führende in einer Technologie sein oder einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen erwirken.

Kategorisierung der Direktinvestitionsströme in Slowenien

Kategoriesierte Motive von ausländischen Investoren in Slowenien

Für ausländische Investoren bieten sich in Slowenien vielfältige Möglichkeiten um die Absatzstrategie (Market-Seeking) und gleichzeitig die Efficiency-Seeking-Strategie umzusetzen. Slowenien verfügt über Handelsverbindungen zu Nicht-EU-Staaten und ermöglicht somit ausländischen Investoren die Erschließung neuer Märkte um ihren Produkte und Dienstleistungen abzusetzen. Des weiteren verfügt Slowenien über gut ausgebildete Fachkräfte, Technologie und Know-how und ermöglicht somit eine günstigere Produktion, was zu einem Kostenvorteil für Unternehmen ist. Diese vorhandenen Vorteile machen Slowenien für ausländische Investoren interessant. Die nebenstehende Tabelle zeigt in Prozentsätzen die Wichtigkeit der einzelnen Motive für ausländischen Investoren.[15]

Sektoraler Wettbewerb um ausländische Direktinvestiotionen

Im Jahr 2002 belief sich der Bestand der ausländischen Direktinvestitionen (FDI) auf rund EURO 1.848 Mio. Mit einem Anteil von über 30% ist Österreich der bedeutendste Investor in Slowenien gefolgt von der Schweiz und Deutschland mit rund 11%. Der Zufluss an ausländischen Direktinvestitionen entwickelt sich seit 2002 sehr dynamisch. Der Gesamtbetrag an ausländischen Direktinvestitionen in Slowenien belief sich per Ende 2005 auf knapp EUR 6 Mrd. Die wichtigsten Investoren sind Österreich (28.9%), die Schweiz (16.3%, EUR 972 Mio.), die Niederlande (10.6%) und Frankreich (8.7%). Slowenische Auslandsinvestitionen gingen bisher vorwiegend nach Kroatien (EUR 789 Mio.), in die Niederlande (EUR 571 Mio.) und Serbien-Montenegro (EUR 501 Mio.).

Nach Wirtschaftstätigkeit ist die Produktion der größte Empfänger von ausländischen Direktinvestitionen mit 44,3% gefolgt von den Dienstleistungen mit 34% und dem Handel mit 14,5%.

2004 lagen vor allem die Finanzdienstleistungen mit 1022 Mio. € an erster Stelle der ausländischen Direktinvestitionen, gefolgt von chemischen Produkten mit 993 Mio. € und dem Handel mit 490 Mio. €.


Slowenien ist eines der am weitesten fortgeschrittenen Länder der neuen EU-Mitgliedstaaten Zentral- und Osteuropas. In Slowenien begann der Transitionsprozess direkt nach der Loslösung vom früheren Jugoslawien im Jahre 1991 und ohne die für Staaten der Region typische Depressionsphase nach der Auflösung des kommunistischen Regimes. Seither verzeichnet die slowenische Wirtschaft robuste Wachstumsraten. Charakteristisch für die kleine, offene und weitgehend vom Handel mit der Europäischen Union abhängige slowenische Volkswirtschaft ist die starke Entwicklung des Dienstleistungssektors (60% des BNE) sowie der Industrie (36%), während die Landwirtschaft (4%) nur eine untergeordnete Rolle spielt. Während zwei Drittel der slowenischen Exporte in die EU gehen, stammen über 80% der Importe aus dieser Region, wobei Deutschland und Italien die Haupthandelspartner sind. Unter den Transitionsländern spielt einzig der Handel zwischen Slowenien und dem Nachbarstaat Kroatien eine bedeutende Rolle. Zunehmend wichtiger für die slowenische Exportwirtschaft werden die Märkte im bisherigen Serbien und Montenegro sowie Bosnien und Herzegowina, wo unterdessen auch hohe Direktinvestitionen getätigt werden. Im September 2006 hat die Regierung eine Steuerreform angekündigt. Der maximale Einkommenssteuersatz für Private soll von 50% auf 41%, die Unternehmenssteuer von 25% auf 23% im Jahr 2007 und progressiv auf 20% im Jahr 2010 gesenkt werden. Aufgrund dieser bevorstehenden Steuerreformen besitzt Slowenien im Vergleich zu anderen Ländern eine hohe Standortattraktivität.


Der Handel zwischen der Schweiz und Slowenien entwickelt sich seit dem Jahr 2000 positiv. Die Jahre 2006 und 2007 erlebten einen kleinen Boom der schweizerischen Ausfuhren nach Slowenien. Die hohen Direktinvestitionen der Schweiz sind vor allem aufgrund von Wirtschaftsabkommen zu begründen. Diese sind:

1. Freihandelsabkommen mit der Schweiz seit 01. Mai 2004 2. Bilaterale Abkommen Schweiz - EU von 1999 und 2004 3. Investitionsschutzabkommen 4. Doppelbesteuerungsabkommen

Die Schweizerische Präsenz hat sich auch 2005 weiter entwickelt. Insgesamt sind heute über 110 Firmen aus der Schweiz in Slowenien vertreten, welche Direktinvestitionen in der Höhe von EUR 1 Mrd. tätigten, wobei der Löwenanteil auf Novartis entfällt (Übernahme LEK in 2002). Die wichtigsten Schweizer Direktinvestoren in Slowenien sind: 3M, ABB, Alcan, Eternit, Novartis.

Für Slowenien stellen ausländische Direktinvestitionen eine wichtige Quelle für Kapital dar, was wiederum für ein Land den Zugang zu modernsten Technologien bedeutet. Der Staat arbeitet konsequent an der Attraktivität des Steuersystems, der Nationalen Gesetzgebung und an Netzwerken für Unternehmen und Investoren.

Auf nationaler Ebene wurden im Dezember 2002 Richtlinien für die Standortattraktivität von Slowenien erlassen:


Ausländische Investoren dürfen sich in allen Wirtschaftsbereichen frei engagieren, ausgenommen davon ist die Militärindustrie. Es kann in jeder Form in solwenischen Unternehmen investiert werden, ob als Teilhaberschaft, als Neugründung oder Übernahme. Es gibt keine Eintrittsbarrieren mehr, daher sind auch für Ausländer alle Rechtsformen bei Unternehmen möglich. EU-Staatsbürger bzw. juristische Personen sind hinsichtlich Grund- und Immobilienerwerb slowenischen Staatsbürgern gleichgestellt. Insofern ist auch der Erwerb von Firmeneigentum kein Problem. Dadurch dass Slowenien Mitglied der EU ist, sichert sich das Land viele Vorteile aufgrund des vereinfachten Waren- und Güterverkehrs, der vereinfachten Zollbestimmungen und des Zahlungsverkehrs. Diesen Vorteil haben die Mitbewerber um ausländische Direktinvestitionen oftmals nicht, da sie nicht Mitglied der EU sind. Durch die sehr freizügigen Gesetze von Slowenien und den überaus aufgeschlossenen Kurs der Regierung gegenüber ausländischen Investoren kann und konnte sich Slowenien gegenüber seinen Konkurrenten wie zum Beispiel Serbien und Montenegro sowie Bosnien und Herzegowina an die Spitze dieser Länder stellen. Sie haben sich seit dem EU- Beitritt einen großen Vorsprung bei Investitionen erarbeitet und damit auch einen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen.

Fazit

Slowenien ist die wohlhabendste der ehemaligen jugoslawischen Republiken und eines der wettbewerbsfähigsten Neu-Beitrittsländer der Europäischen Union und kann im Kontext der osteuropäischen Transitionsländer als kleines Wirtschaftswunder bezeichnet werden. Auch von historischen Rückschlägen, wie den wirtschaftlichen Folgen des Bürgerkrieges (das BIP ging 1991 um 15% und 1992 um weitere 10% zurück) hat es sich trotz Mangels an Bodenschätzen und einem niedrigen Selbstversorgungsgrad wieder nach oben gearbeitet. Eine makroökonomische Stabilität, das Wachstum des BIP auf relativ hohem Niveau, ein geringes Budgetdefizit, ein hoher Ausbildungsstand der Bevölkerung und steigende Arbeitsproduktivität sind einige der Stärken Sloweniens. [16] Die Staatsverschuldung Sloweniens liegt bei gerade mal 30 Prozent und das Wirtschaftswachstum lag 2007 bei geschätzten 4,6 Prozent. Neben den geringen Arbeitskosten erreicht Slowenien auch eine niedrige Arbeitslosigkeit, welche bei knapp sechs Prozent liegt. [17] Dies sind alles Indikatoren, welche zeigen, dass Slowenien auf dem richtigen Weg ist und welche es für andere Länder und natürlich auch Handelspartner durchaus attraktiv machen. Auch die EU-Mitgliedschaft ist eine Entwicklung, welche die wirtschaftlichen Beziehungen, insbesondere den Außenhandel, vorangetrieben hat. Im ersten vollen Jahr der EU-Zugehörigkeit konnte Slowenien seine Ausfuhren in die anderen Mitgliedstaaten überproportional um 13,9% ausweiten. [18]


Es besticht außerdem durch seine zentrale Lage in Europa und der damit verbunden infrastrukturellen Anbindung zu den west- als auch zu den osteuropäischen Ländern, sowie durch die Vorteile einer Seefracht-Anbindung durch das angrenzende Adrianische Meer. Dieses ist, unter anderen, auch ein Grund, warum Slowenien als florierende Tourismusregion immer stärker im Gespräch ist. Nicht zuletzt wegen dem immer besser werdenden Ruf der slowenischen Weine und dem Fassettenreichtum des Landes.

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. https://www.bfai.de/ext/anlagen/PubAnlage_4628.pdf
  2. http://www.intracen.org/countries/
  3. https://www.bfai.de/ext/anlagen/PubAnlage_4628.pdf
  4. R.Pindyck, D.Rubinfeld; Mikroökonomie, 5. Auflage, München u.a., 2006, S. 819
  5. http://www.indexmundi.com/de/slowenien/bruttoinlandsprodukt_(bip)_reale_wachstumsrate.html
  6. http://www.investmentmap.org/invmap/en/index.aspx?prg=0/
  7. http://www.investmentmap.org/invmap/en/index.aspx?prg=0/
  8. http://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/download/ziffer/z469_479j04.pdf S.365
  9. http://www.investslovenia.org/weshalb_slowenien/
  10. http://www.intracen.org/countries
  11. http://www.indexmundi.com/de/slowenien/bruttoinlandsprodukt_(bip)_reale_wachstumsrate.html
  12. http://www.indexmundi.com/de/slowenien/bruttoinlandsprodukt_(bip)_reale_wachstumsrate.html
  13. http://www.investslovenia.org/facts_and_figures/macroeconomic/secure_docs/2007010913074540/
  14. http://www.vernunft-schweiz.ch/glossar/248/Komparativer+Vorteil+.html
  15. http://www.oecd.org/dataoecd/28/14/1831975.pdf
  16. http://www.excite.de/reise/reisefuehrer/europa/slowenien/Wirtschaftsprofil
  17. http://www.zeit.de/2008/01/Slowenien?page=all
  18. https://www.bfai.de/DE/Content/__SharedDocs/Links-Einzeldokumente-Datenbanken/fachdokument,templateId=renderSE.html?fIdent=MKT20060403112449&source=Google&sourcetype=SE