Opportunitätskosten

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Fertig.gif Dieser Artikel wurde durch den Review-Prozess vervollständigt und korrigiert. Der Bearbeiter hat den Artikel zur Bewertung eingereicht. --Ina Eranosan 15:38, 25. Apr. 2008 (CEST)

Definition

Opportunitätskosten (engl. opportunity costs), auch Verzichtskosten oder Alternativkosten genannt, sind Kosten, die ein Wirtschaftssubjekt tragen muss, da es eine Alternative wählt und damit auf eine andere verzichtet.



Alternative Definitionen

Opportunitätskosten

... sind Kosten in Verbindung mit Möglichkeiten, die versäumt werden, wenn die Ressourcen eines Unternehmens nicht der Verwendung mit dem höchst möglichen Wert zugeführt werden.[1]

... sind die Kosten eines Gutes oder Faktors, die dem Verlust entsprechen, wenn ein Gut einer bestimmten Verwendung zugeführt wird und damit für den alternativen Einsatz nicht mehr zur Verfügung steht.[2]

... sind in Geld oder Mengen ausgedrückter entgangener Nutzen oder Ertrag, der durch eine alternative Verwendung eines eingesetzten Gutes (Güter) oder Produktionsfaktors erzielbar gewesen wäre. Opportunitätskosten entstehen immer dadurch, dass Ressourcen nur einmal verwendet und nicht gleichzeitig anderen Zwecken zugeführt werden können. Als Opportunitätskosten bezeichnet man die Kosten der alternativen Verwendung eines knappen Faktors. Wer z. B. mit seinem Geld Immobilien erwirbt, kann dieses Geld nicht nochmals in Anleihen anlegen. [3]

Einordnung

Alle Entscheidungen verlangen einen Vergleich von Opportunitätskosten.

Diese Kosten sind von Bedeutung, dass sie, einschließlich der Löhne und Materialkosten, Gelder darstellen, die für andere Dinge nutzbringend ausgegeben werden könnten.[4]

Opportunitätskosten sind von allen Subjekten ständig zu tragen unabhängig von gewählter Alternative. Sie bezeichnen den Wert des entgangenen Gutes oder der entgangenen Dienstleistung. Sie sind keine Kosten in Sinne der Kosten- und Leistungsrechnung, sie sind nur theoretische Kosten, die durch die Verwendung von Produktionsmitteln entstehen. Man geht dabei von der Knappheit der Güter aus.

Opportunitätskosten werden in der VWL in der Form von Transformationskurven (auch Produktionsmöglichkeitskurve genannt) dargestellt.

Anwendungsbeispiele

...Ein wichtiges Beispiel für Opportunitätskosten sind die Kosten für das Studium. Besucht ein Student eine Fachhochschule, so könnte er sich die Gesamtkosten für Studiengebühren, Bücher, Fahrkosten ausrechnen. Zusätzlich müsste er die Opportunitätskosten für das Studium aufgewendete Zeit einbeziehen, die er mit seinem Studium und dem Besuch der Vorlesungen verbringt. Wenn er beispeilsweise eine Ausbildung machen würde, in der er eine Vergütung bekommt, müsste man diese Vergütung in der Aufstellung der Opportunitätskosten berücksichtigen und mit einrechnen.

...Für einen Selbstständiger sind Opportunitätskosten das höchste Gehalt, was er kriegen würde, wenn er ein Angestellter wäre.

...Eine Oma hat mehrere Möglichkeiten ihr Geld aufzubewahren. Sie kann ihr Geld entweder unter der Matratze verstecken oder zur Bank bringen. Im ersten Fall wären Opportunitäskosten ständige Verfügbarkeit des Geldes und im zweiten Fall - Zinsen.

Einzelnnachweise

  1. Robert S. Pindyck/Daniel L. Rubinfeld,Mikroökonomie. 5. Auflage, München (2003), 299-300
  2. Dr. Rainer Fischbach.Volkswirtschaftslehre. 8. Auflage, Oldenburg, 1994
  3. www.wirtschaftslexikon24.
  4. Robert S. Pindyck/Daniel L. Rubinfeld,Mikroökonomie. 5. Auflage, München (2003), 299-300

Literatur

  • Paul R. Krugman/Maurice Obstfeld: Internationale Wirtschaft, Theorie und Politik der Außenwirtschaft, 7. Auflage(2007) 55-56
  • Paul A. Samuelson/William D. Nordhaus: Volkswirtschaftslehre. Übersetzung der 15. Auflage (1998) 156-158.

Weblinks

Siehe auch