Internationales Gleichgewicht

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Definition

Unter dem internationalen Gleichgewicht versteht man, zusammenfassend ausgedrückt, eine ausgeglichene Außenhandelspolitik.

Weltnachfrage = Weltangebot

In der Literatur wird dieser Zusammenhang auch unter der Bezeichnung des Weltgleichgewichtes diskutiert.


Definition

allgemeine Begriffserklärungen / Einführung

Das allgemeine Gleichgewicht

Um sich mit dem internationalen Gleichgewicht zu befassen, sollte zunächst der Begriff des marktwirtschaftlichen Gleichgewichtes umrissen werden.

Per Definitionen befindet sich ein Markt genau dann im Gleichgewicht, wenn die angebotene und die nachgefragte Menge eines Produktes - zu je einem bestimmten Preis - übereinstimmen. Bei jeder Verschiebung von Angebots- oder Nachfragekurve , d.h. bei jeder Veränderung von Angebot und Nachfrage, stellen sich andere Gleichgewichte bei je anderen Preisen ein.

Siehe auch unter Gütermarktgleichgewicht.

Voraussetzung hierfür ist eine freie Preisbildung und eine Vielzahl an Anbietern.

Abb.1 das Marktgleichgewicht

Export und Import

Export bezeichnet die Lieferung inländischer Produkte in das Ausland. In der Regel exportiert ein Land dann, wenn ein Produktionsüberschuss vorliegt und der inländische Markt gesättigt ist. Voraussetzung hierfür ist ein gewinnbringender Absatz.

Unter Import versteht man die Einfuhr ausländischer Produkte in das Inland. Ein Land importiert ein Produkt dann, wenn in der eigenen Volkswirtschaft ein Produktionsdefizit vorliegt und eine inländische Nachfrage besteht.

Das internationale Gleichgewicht

Modellannahmen

Zur Veranschaulichung soll zunächst angenommen werden, dass es nur zwei Länder gibt: das Inland und das Ausland. Diese konsumieren und produzieren beide das Produkt Weizen. Weiterhin soll in unserem Modell ein Unterschied zwischen den Preisen des Produktes Weizen im Inland und im Ausland bestehen, da erst in solchen Situationen ein Außenhandel zustande kommt.

Ermittlung des internationalen Gleichgewichts

Um zwischen diesen beiden Ländern das internationale Gleichgewicht zu ermitteln und darzustellen, müssen im ersten Schritt zunächst zwei Kurven definiert werden:

1. Die Importnachfragekurve ist die nachgefragte Menge der Inlandskonsumenten, welche über das
bereitgestellte Angebot hinausgeht.

2. Die Exportangebotskurve ist der Überschuss, den das Ausland produziert hat und den die
Auslandskonsumenten nicht mehr nachfragen.

Im zweiten Schritt müssen diese jeweiligen Kurven festgelegt werden.

Dies erhält man, indem die jeweiligen Preis-Mengen-Verhältnisse der Anbieter und Nachfrager in einem Graphen ermittelt werden.

Befindet sich der Markt im Gleichgewicht, bedeutet dies, dass keine Mengen des Produktes importiert werden. Es besteht kein Nachfrageüberschuss im Inland. Wäre das Angebot im Inland nun aber größer als die Nachfrage, würden die Produzenten ihr Importverhalten eindämmen.

Abb.2a Ermittlung der Importnachfragekurve

Die Importnachfragekurve ist also durch einen fallenden Verlauf gekennzeichnet. Denn wenn der Preis des Produktes Weizen steigt, verringert sich die nachgefragte Menge und die Inlandsproduzenten importieren keinen Weizen mehr. Sie produzieren nun auf Lager.

Im Gegensatz dazu weist die Exportangebotskurve einen steigenden Verlauf auf, da mit steigenden Preisen die Nachfrage der Auslandskonsumenten sinkt und so mehr exportiert werden kann.

Abb.2b Ermittlung der Exportangebotskurve

Befindet sich der Markt im Gleichgewicht, bedeutet dies, dass - analog zum Importnachfrageverhalten - keine Mengen des Produktes exportiert werden, da kein Angebotsüberschuss vorliegt. Die über das Gleichgewicht hinaus ansteigende Exportangebotskurve bedeutet dagegen, dass mehr Mengen des Produktes hergestellt, als nachgefragt werden. Es liegt ein Angebotsüberschuss vor. Das Land kann nun mehr exportieren.

Hierzu Abbildung 2b.

Im dritten und entscheidenden Schritt soll nun die Importnachfrage des Inlandes dem Exportangebot des Auslandes gegenübergestellt werden. Es gilt:

Importnachfrage			     =  Exportangebot

Dies bedeutet auch:

Inlandsnachfrage – Inlandsangebot    = Auslandsangebot – Auslandsnachfrage

Durch Umstellen erhält man:

Inlandsnachfrage + Auslandsnachfrage = Inlandsangebot + Auslandsangebot

Und schließlich anders formuliert:

Weltnachfrage			     = Weltangebot
Abb.3 internationales Gleichgewicht

Fazit

Das internationale Gleichgewicht liegt also genau da, wo sich die Importnachfragekurve und Exportangebotskurve kreuzen.

Dies bedeutet, dass die Weizenmenge, welche das Inland einführen möchte, mit der Menge übereinstimmen muss, welche das Ausland ausführen will.

Ist die Menge der Importnachfrage höher als das Exportangebot, erhöhen die Auslandsproduzenten den Preis und so auch ihr Angebot, gleichzeitig aber verringern die Auslandskonsumenten ihre Nachfrage und somit steigt die Menge des Exportangebots.

verwandte Themen

Handelsgleichgewicht, Tauschkurve, Importnachfragekurve, Exportangebotskurve

Quellen

1. Zweifel, Heller: Internationaler Handel, 3. Aufl., 1997, Heidelberg

2. Krugman, Obstfeld: Internationale Wirtschaft: Theorie und Politik der Außenwirtschaft, 7. Aufl., 2006, München