Indifferenzkurve

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Indifferenzkurve

Definition

Die Indifferenzkurve ist die grafische Darstellung der Verbindungslinie aller Güterbündel, die dem Individuum, gemäß seiner Präferenzen, den gleichen Nutzen stiften.

Einordnung

Annahmen

Nichtsättigung/ Monotonie

Das typische Verhalten von Individuen lässt erkennen, dass für sie mehr von einem Gut immer besser ist als weniger. Das bedeutet, sie ziehen ein Güterbündel, welches eine größere Menge eines Gutes enthält als ein anderes, diesem vor. Demnach kann man sagen, dass eine Indifferenzkurve die sich im Koordinatensystem weiter rechts bzw. weiter oben befindet als eine andere, für das Individuum ein höheren Nutzen stiftet (das heißt ein höheres Nutzenniveau erzielt).[1]

Abb.1 Indifferenzkurvenschar

Transitivität

Zwischen den Güterbündeln ist eine eindeutige Festlegung der Rangfolge möglich. Wie unter Punkt 1.1.1 Nichtsättigung bereits erwähnt, wäre ein Güterbündel auf der Indifferenzkurve I4 wesentlich besser als ein Güterbündel auf I 1 usw. Um die Annahme der Widerspruchsfreiheit zu gewährleisten, ist es nicht möglich, dass sich Indifferenzkurven schneiden. Erklärung: B und A sind beides Güterbündel der Indifferenzkurve I 1. Außerdem ist B besser als C, da es weiter rechts liegt. Auch C liegt auf der gleichen Indifferenzkurve (in diesem Fall auf I 2) wie A, demnach kommt es hier zum Widerspruch, denn B ist somit nicht mehr besser als C.[2]

Abb.1 schneiden von Indifferenzkurven

Vollständigkeit

Ein Konsument ist immer in der Lage über zwei Güterbündel eine Entscheidung zu treffen. Der Grund dafür ist, dass alle Bündel die mindestens gleich gut sind miteinander verglichen und in eine Rangfolge gebracht werden können. Zum Beispiel kann man sagen X ist besser als Y oder Y ist besser als X oder X und Y sind gleich gut( indifferent).[3]

Reflexivität

Jeder Warenkorb (Güterbündel) ist wenigstens genauso gut wie er selbst. [4]

Eigenschaften von Indifferenzkurven

Indifferenzkurven sind aufwärts gekrümmte (konvexe) Kurven, die sich nicht schneiden dürfen. Aufgrund der abnehmenden Grenzrate der Substitution (Wieviel ist der Konsument bereit von einem Gut aufzugeben, um von einem anderen eine Einheit mehr zu bekommen) werden sie nach rechts flacher. Somit stellt die Grenzrate der Substitution den Anstieg der Indifferenzkurve dar. Ziel des Konsumenten ist es immer eine möglichst hohe Indifferenzkurve zu erreichen, denn mehr ist für ihn im Normalfall immer besser als weniger (Nichtsättigung). Da ein Individuum in der Lage ist jedes beliebige Güterbündel zu bewerten, gibt es unendlich viele Indifferenzkurven. Aufgrund einfacherer Veranschaulichung werden meist nur einige in ein Koordinatensystem eingezeichnet (Indifferenzkurvenschar).

Typen von Präferenzordnungen

[5]

Perfekte Substitute

Ein Gut kann durch ein anderes komplett ersetzt werden. Im Beispiel sind Cola und Kaffee für das Individuum perfekte Substitute, da diese Person bei einer Menge von 10 Cola keinen Kaffee mehr benötigt. Eine ausreichende Menge Cola kann den Mangel an Kaffee ausgleichen.

Abb.1 perfekte Substitute

Perfekte Komplemente

Eine Erhöhung des Nutzenniveaus ist nur durch eine konstante Erhöhung beider Güter möglich. Beispiel: Ein Konsument würde im Normalfall nicht einen Linken Handschuh unabhängig von einem Rechten kaufen. Demnach kann sich das Nutzenniveau nur erhöhen wenn man die Menge beider Handschuhe erhöht.

Abb.1 perfekte Komplemente

“Schlecht“ / Ungüter

Ein Konsument lehnt ein „schlechtes“ Gut ab. Gegenüber des anderen Gutes verhält er sich normal, das heißt bei steigender Menge erhöht sich auch das Nutzenniveau. Umso mehr die Menge des Ungutes ansteigt, umso niedriger wird das Nutzenniveau.

Ungut1.jpg

Neutrales Gut

Für das Individuum ist nur die Menge eines Gutes wichtig (im Bsp. Gut 1), die des Anderen (Gut 2) ist für ihn nicht von Bedeutung. Dies würde jedoch dem Prinzip der Nichtsättigung widersprechen.

Neutrales.jpg

Quellen

Literatur

  • Felderer, Homburg: Makroökonomik und neue Makroökonomik, 7. Auflage, Springer Verlag, Berlin 1999
  • Gabler Wirtschaftslexikon: 13. Auflage, Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th Gabler GmbH; Wiesbaden 1992
  • Walter Kortmann: Mikroökonomik, Anwendungsbezogene Grundlagen, 2. Auflage, Physica- Verlag, Heidelberg 1999
  • Robert S. Pindyck, Daniel L. Rubinfeld: Makroökonomie, 5. aktualisierte Auflage, Pearson Studium, München 2003
  • Reiß: Mikroökonomische Theorien, 6. Auflage, Oldenbourg Verlag München Wien, München 2007
  • Paul A. Samuelson, William D. Nordhaus: Volkswirtschaftslehre, Grundlagen der Makro- und Mikroökonomie 1, Bund Verlag, New York 1985
  • Hal R. Varian: Grundzüge der Mikroökonomik, 6. Auflage, Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH, München 2004
  • Paul R. Krugman, Maurice Obstfeld, International economics, Theory and Policy, 6. Auflage, Pearson Education, 2003

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.mikroo.de/hh/g2/hhg2ik.htm
  2. Hal R. Varian: Grundzüge der Mikroökonomik, 6. Auflage, Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH, München 2004, Seite 33 ff.
  3. Hal R. Varian: Grundzüge der Mikroökonomik, 6. Auflage, Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH, München 2004, Seite 33 ff.
  4. Hal R. Varian: Grundzüge der Mikroökonomik, 6. Auflage, Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH, München 2004, Seite 33 ff.
  5. Robert S. Pindyck, Daniel L. Rubinfeld: Makroökonomie, 5. aktualisierte Auflage, Pearson Studium, München 2003, Seite 107 ff.