Federal Funds Rate

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Fertig.gif Dieser Artikel wurde durch den Review-Prozess vervollständigt und korrigiert. Der Bearbeiter hat den Artikel zur Bewertung eingereicht. --Michael Groth 21:52, 29. Apr. 2008 (CEST)

Die Federal Funds Rate ist der wichtigste Leitzins der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Zu diesem Zinssatz können sich US-Geschäftsbanken untereinander kurzfristig Geld leihen, um ihren Verpflichtungen gegenüber der Fed nachzukommen. Dies setzt eine geringe Geldeinlage, die so genannte Mindestreserve voraus. Kurzfristig können sich US-Geschäftsbanken somit gegenseitig Kredite geben, um ihren Anteil am Reservesatz bei der Fed zu erfüllen. Die Änderung des Zielszinses ist eine Form der Offenmarktgeschäfte, die der Vorsitzende der FED nutzt, um das Geldangebot der US-Wirtschaft zu steuern.[1]


Vorgehensweise

Mindestreservehaltung

U.S. Banken werden gesetzlich verpflichtet, bestimmte Anteile an Reserven zu halten. Wahlweise können diese als unverzinsliche Geldreserven oder Kassenbestand bei der Fed gehalten werden. Der Anteil der Reserven wird durch die Fed über den Bestand der Anlagegüter und Verbindlichkeiten jedes Kreditinstitutes festgestellt. Üblich sind 10% des Gesamtwertes an Sichteinlagen.

Wenn ein US-Kreditinstitut im normalen Geschäftsverlauf ein Darlehen vergibt, verringert es sein Geld und somit auch ihre Reserve. Wenn dieser Reserveanteil unter den benötigten Mindestreservesatz fällt, muss die Bank ihre Reserven erhöhen, entsprechend den Regelungen der Fed. Die Bank kann sich das erforderliche Kapital von einer anderen Bank leihen, welche einen Reserveüberschuß bei der Fed hat. Der Zinssatz den die leihende Bank der verleihenden Bank zahlt, wird im Interbankengeschäft ausgehandelt. Dieser gewichtete Durchschnitt dieses Zinssatzes für alle Transaktionen zwischen Banken, wird als effektiver Federal Funds Rate bezeichnet.

Der Nominalzins ist ein Ziel, das von den Gouverneuren der Zentralbank gesetzt wird, welches hauptsächlich über Offenmarktgeschäfte erreicht werden soll. Wenn sich die Fed auf einen "ändernden Zinssatz" bezieht, ist damit fast immer der Nominalzins gemeint. Der tatsächliche Federal Funds Rate liegt innerhalb eines Bereiches des Zielzinses, dem die Fed durch die Offenmarktgeschäfte keinen genauen Wert zuordnen kann.

Eine andere Möglichkeit wie sich Banken Kapital leihen können um ihre erforderlichen Mindestreserven aufrechtzuerhalten, besteht darin, dass sie bei der Fed ein Darlehen aufnehmen können. Dieses Darlehen unterliegt der Kontrolle durch die Fed. Dieser Diskontsatz ist normalerweise höher als der Federal Funds Rate. Die Unterschiede zwischen diesen zwei Arten von Darlehen führt häufig zu einem Durcheinander zwischen dem Federal Funds Rate und dem Diskontsatz. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass die Fed keinen genauen Tagesgeldsatz, jedoch einen spezifischen Diskontsatz einstellen kann.

Steuerung des Federal Funds Rate

Das Ziel des Federal Funds Rate wird festgelegt vom Federal Open Market Committee (FOMC). Abhängig von der Tagesordnung und der Wirtschaftslage der Vereinigten Staaten, erhöhen bzw. verringern die FOMC Mitglieder den Zinssatz oder lassen ihn unverändert. Es ist möglich, eine Vorhersage über Markterwartungen der FOMC Entscheidung zu treffen. Dies geschieht bei den Sitzungen der Chicago Board of Trade (Chicago Handelskammer, CBOT). In den Finanzmedien wird über die Wahrscheinlichkeiten der Fed Funds Terminkontrakte berichtet

Anwendungen

Interbankengeschäfte (Geldverleih unter Banken) sind für Kreditinstitute ein einfacher Weg, um schnell Kapital zu beschaffen. Zum Beispiel: Eine Bank will einem Industrieunternehmen ein größeres Darlehen geben, sie hat aber nicht die Zeit um auf Einlagen oder Darlehenszahlungen zu warten. Dann kann sie sich schnell und unproblematisch diese Menge an Kapital von anderen Banken leihen.

Auswirkung von Änderungen des Federal Funds Rate

Steigt der Federal Funds Rate, wird Banken abgeraten Interbankendarlehen aufzunehmen, da es dann "teurer" ist dieses Geld zu beschaffen. Andererseits, fällt der Zinssatz werden die Banken angeregt sich Geld zu leihen. Das "billiger" gewordene Geld soll die Investitions- und Konsumtätigkeit beleben, um so der Wirtschaft zu unterstützen.[2] Eine Zinssenkung kann aber auch preistreibend und somit inflationär wirken. Trotz der kurzfristigen Verfügungsmöglichkeiten, zeigt die Geldpolitik volkswirtschaftlich eher eine mittel- bis langfristige Auswirkung.

Dieser Zinssatz fungiert als regelndes Werkzeug um die freie US-Wirtschaft zu steuern. Die Konsequenz daraus ist, dass eine bestimmte gegenseitige Abhängigkeit mit der Weltwirtschaft existiert.

Indem die Fed einen höheren Diskontsatz einstellt, werden Banken entmutigt sich Geld von der Fed zu leihen. Dennoch behält sie sich als letzte Möglichkeit vor Geld auszugeben.

Beispiel

Im folgenden Beispiel wird der Zusammenhang zwischen dem Federal Funds Rate und der Auswirkung Wirtschaft näher erklärt.

Wenn sich der Zinssatz erhöht wird sich der Umsatz der Unternehmen, durch einen Rückgang des Konsumverhaltens, verringern. Diese Auswirkung ist nicht sofort bemerkbar. Vielmehr ist sie ein schleichender Prozess, der erst nach ca. 1 bis 1,5 Jahren sein maximales Ausmaß erreicht. Daraus lässt sich ableiten, dass die Unternehmen durch die Umsatzeinbusen ihre Produktion zurückfahren müssen. Diese Reduzierung der Produktion geschieht langsamer, so dass sie sich erst nach ca. 2 Jahren bemerkbar macht. Durch den Rückgang der Produktion verringert sich auch die Beschäftigung, welche sich widerspiegelt in einer Erhöhung der Arbeitslosenquote.[3].

Man sieht am folgenden Beispiel das die Geldpolitik eine Wirkung auf die Wirtschaftssubjekte hat. Man sieht aber auch, dass dies ein kurz- bis mittelfristiger Prozess ist.

Vergleich mit dem LIBOR

Obwohl der London Interbank Offered Rate (London-Interbankbriefkurs, LIBOR) und der Federal Funds Rate die gleiche Funktion haben, d.h. Interbankendarlehen, sind sie in einigen Punkten verschieden:

  • Federal Funds Rate ist ein Leitzins, der durch das FOMC festgesetzt wird und die US-Geldpolitik regelt
  • LIBOR wird berechnet aus den üblichen Zinssätzen von Kreditinstituten
  • Federal Funds Rate wird erzielt durch Geschäfte auf dem "Domestik Trade Desk" in der "Federal Reserve Bank of New York" (Zentralbank von New York), die hauptsächlich mit inländischen Sicherheiten handelt (US-Fiskus und Bundesämter Sicherheiten)[4]
  • LIBOR kann, muss aber nicht verwendet werden, um Geschäftsbedingungen abzuleiten. Er steht nicht im Vorfeld fest, was aber nicht bedeutet, dass er keinen makroökonomischen Hintergrund hat.[5]

Vorhersagen durch den Markt

Eine Änderung des Federal Funds Rate hat Einfluss auf den Wert des Dollars und die Menge an ausgegebenen Darlehen. Dies wiederum hat Auswirkungen auf neue Wirtschaftsaktivitäten (z.B. Unternehmensinvestitionen). Die Preise der Optionskontrakte, der so genannten "fed funds futures", (gehandelt am Chicago Board of Trade) können verwendet werden, um auf die Erwartungen des Marktes, der zukünftigen Fed-politischen Kurswechsel, zu schließen. Solche implizierten Wahrscheinlichkeiten werden durch die Cleveland Fed veröffentlicht.

Aktuelle Änderungen und historischer Zinsverlauf

  • Am 22.Januar 2008 hat die Fed den Leitzins von 4,25% um 75 Basispunkte auf 3,5% gesenkt.[6]. Die Senkung wurde durchgesetzt durch einen verschlechterten wirtschaftlichen Ausblick und einem zunehmenden konjunkturellen Abwärtsrisiko.
  • Am 30.Januar 2008 senkte die Fed den Leitzins um 50 Basispunkte von 3,5% auf 3,0%.[6] Das FOMC will damit ein moderates Wachstum fördern und die konjunkturellen Abwärtsrisiken mildern."
  • Am 18.März 2008 senkte die Fed den Leitzins um 75 Basispunkte von 3,0% auf 2,25%.[6] Hiermit soll die von der Hypothekenkrise verunsicherte US-Wirtschaft mit billigerem Geld versorgt und der drohenden Rezession entgegengewirkt werden.[7]

Historischer Verlauf des Federal Funds Rate

Historischer Zinsverlauf des effective Federal Funds Rate








Einzelnachweise

  1. www.finanzen.net - Definition: Federal funds rate(Abgerufen: 16. April 2008, 18:31 MEZ)
  2. Fed funds rate; Bankrate.com (Abgerufen: 16. April 2008, 18:31 MEZ)
  3. Blanchard, Olivier; Illing, Gerhard (2006) „Makroökonomie“, 4. aktualisierte und erweiterte Auflage, München: Pearson Studium, Seite 162f
  4. www.federalreserve.gov - Open Market Operations in the 1990s(Abgerufen: 16. April 2008, 23:12 MEZ)
  5. British Bankers' Association - Libor(Abgerufen: 16. April 2008, 23:12 MEZ)
  6. 6,0 6,1 6,2 [http://www.newyorkfed.org/ New York Federal Reserve Branch - Historical Changes of the Target Federal Funds and Discount Rates](Abgerufen: 16. April 2008, 18:41 MEZ)
  7. www.SüdOstSchweiz.ch - Text Archiv: Federal Funds Rate(Abgerufen: 25. April 2008, 00:02 MEZ)

Literaturnachweise

  • Blanchard, Olivier; Illing, Gerhard (2006) Makroökonomie. 4., aktualisierte Auflage. München: Pearson Studium