Faktormobilität

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Die Faktormobilität (auch Faktorwanderung genannt) beschreibt die Beweglichkeit von Produktionsfaktoren im Sinne von räumlichen, qualifikatorischen und sektoralen Bewegungen.


Definitionen

In der Literatur findet man unter dem Begriff Faktormobilität unter anderem diese zwei Definitionen:

  • Gabler: „Faktormobilität, die räumliche, qualifikatorische und sektorale Beweglichkeit der Produktionsfaktoren. Faktormobilität ist eine der wesentlichen Voraussetzungen zur Entwicklung einer effizienten Wirtschaftsstruktur, da die Allokationsfunktion des Preises nur bei mobilen Faktoren wirksam werden kann. Erhaltung und Erhöhung der Faktormobilität sind eine der Hauptaufgaben der staatlichen Strukturpolitik. Vgl. auch Arbeitsmobilität „ [1]

Bei dieser Definition wird auf die Allokationsfunktion des Preises der Faktoren eingegangen. Dieser Faktor ist daher von Bedeutung, da die Allokationsfunktion die Richtung anzeigt bzw. determiniert in welche sich der Faktor bewegt. Weiterhin wird die Aufgabe der Strukturpolitik des Staates betont, der einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Faktormobilität beiträgt, in dem er Maßnahmen erlässt wie zum Beispiel den Abbau von Einfuhrhemmnissen (Zölle; GATT Abkommen, Steuern,…). Modelle die zum weiteren Verständnis der Materie grundlegend helfen sind zum einen das Samuelson-Stolper-Theorem, sowie das Heckscher-Ohlin-Modell bzw. Ricardo-Modell.


  • Kyrer: „Faktormobilität ist die Beweglichkeit der Produktionsfaktoren, wie z.B. die Bereitschaft und Fähigkeit von Arbeitnehmern ihren Beruf, Wirtschaftszweig oder Wohnort zu ändern oder von Besitzern von Land und Kapital ihre Ressourcen anderen Verwendungszwecken zu widmen. Man spricht von räumlicher, qualifikatorischer und sektoraler Beweglichkeit der Produktionsfaktoren.„ [2]

Kyrers Definition ist sehr kurz gehalten, wobei die Faktormobilität an Hand von konkreten Produktionsfaktoren wie z.B. dem Faktor Arbeit erläutert wird. Dies vermittelt einen bildhaften Einblick in den Sachverhalt und lässt vereinfacht verstehen worum es geht. (Im Vergleich wären hier auch Ergänzungen/ Verweise zu den verschiedenen Theorien in der weiterführenden Fachliteratur nützlich und Sinnvoll gewesen.)

Begriffserklärung

Der Begriff Faktormobilität setzt sich aus den beiden lateinischen Wörtern Faktor und Mobilität zusammen. Der Wortteil Faktor (lat. Erzeuger, Hersteller, Schaffer, Schöpfer), symbolisiert im volkswirtschaftlichen Sinne die verschiedenen Produktionsfaktoren wie Boden, Arbeit, Kapital, Bildung /Technisches Wissen, (die zur Erzeugung von Gütern in einer Volkswirtschaft eingesetzt werden.) Der zweite Wortteil Mobilität (lat. mobilitas, Beweglichkeit) steht für die Beweglichkeit der Faktoren in räumlicher, qualifikatorischer sowie sektoraler Hinsicht.

Generell gibt es drei klassische Arten von Produktionsfaktoren: Boden, Arbeit und Kapital. Im Hinblick auf die Mobilität der Faktoren ist jedoch der Aspekt Boden zu vernachlässigen, da er keine bewegbare Sache darstellt und somit immobil ist.

Die Einflussgröße Bildung/Technisches Wissen hat ihren Einzug erst in der jüngeren volkswirtschaftlichen Theorie gefunden, wobei dieser Faktor ebenfalls aus der Betrachtungsweise ausgeschlossen wird, da man davon ausgeht das der Faktor Bildung/Technisches Wissen in dem Individuum Mensch vereint ist. Menschen leisten Arbeit sowohl in körperlicher als auch geistiger Hinsicht, demnach betrachtet man den Faktor Bildung/Technisches Wissen aggregiert als Faktor Arbeit. [3]

Dimensionen der Mobilität

Die Faktormobilität wird, wie bereits eingangs erwähnt, nach drei Dimensionen aufgegliedert:

  • Die räumliche Mobilität bedeutet die Beweglichkeit von Produktionsfaktoren im Sinne vom geographischen Raum (kommunal, regional, national, international)
  • Die qualifikatorische Mobilität beschreibt die Beweglichkeit der Produktionsfaktoren in Richtung der unterschiedlichsten Ansprüche bezogen auf die Qualifikationen. In Worten ausgedrückt: Ein Land das führend im Gebiet der Gen-Technologie agiert, wird dementsprechend qualifizierte Wissenschaftler benötigen und somit anziehen.
  • Die sektorale Mobilität steht für die Beweglichkeit der Produktionsfaktoren hinsichtlich der volkswirtschaftlichen Unterteilung nach den folgenden drei Sektoren (abgeleitet aus der Drei-Sektoren-Hypothese nach C. Clark und J. Fourastié): [4]
1. Primärer Sektor (Rohstoffgewinnung)
2. Sekundärer Sektor (Rohstoffverarbeitung)
3. Tertiärer Sektor (Dienstleistung)

Alternativ kann sektorale Mobilität auch die Bewegung der Produktiondfaktoren in unterschiedlichen Gebieten bedeuten wie z.B. Sektor Wirtschaft, Sektor Forschung, Sektor Freizeit, usw..

Mobilität von Arbeit und Kapital

Generell wird dem Modell der vollständigen Konkurrenz zufolge davon ausgegangen, dass sich die Faktoren Arbeit und Kapital völlig mobil verhalten. Konkret heißt das, dass diese Faktoren bedingt durch die Allokationsfunktion des Preises ihrer rentabelsten Verwendung zusteuern. Ferner ist zu beachten das bedingt durch die Globalisierung und der damit eintretenden wirtschaftlichen Verflechtung sowie dem Abbau politischer Beschränkungen und die weitere Entwicklung von Binnenwirtschaftsräumen (z.B. Europäische Wirtschaftsunion) die Faktormobilität von Arbeit und Kapital erheblich forciert wird.

Mobilität des Faktors Arbeit Speziell

Die Gründe der Mobilität des Faktors Arbeit sind vielschichtig, und können erzwungener Natur sein (z.B. bei politisch Verfolgten, Arbeitslosen) oder freiwilliger Natur (z.B. „Ich möchte ins Ausland“) entspringen. Sehr oft wird der Faktor Arbeit durch bessere Entlohnung angezogen (komparativer Vorteil), um damit verbunden ein höheres Lebensniveau oder bessere soziale Verhältnisse anzustreben. Als weitere Beweggründe könnten eine Vielzahl von Bedürfnissen fungieren, wie zum Beispiel die Affinität zu anderen Ländern und Orten. Die Entscheidung wie mobil ein Mensch und damit der Faktor Arbeit ist hängt demnach ganz individuell von jedem einzelnen ab.

Dennoch ist es notwendig den Faktor Arbeit nicht sich selbst zu überlassen. Vielmehr sollte je nach wirtschaftlicher Situation eines Landes eine Hemmung oder Förderung dieses Faktors in Angriff genommen werden. Somit kommt die Rolle des Staates zum Tragen der mit verschiedenen Instrumenten regulierend eingreift um negative Effekte einer Entwicklung eines Landes zu verhindern bzw. zu dämpfen.

Eine Übersicht der wirtschaftspolitischen Eingriffsmechanismen:

Maßnahmen zur Förderung der Faktormobilität Arbeit: Maßnahmen zur Hemmung der Faktormobilität Arbeit:
- Anwerbung durch höhere Entlohnung
- Bessere Karrierechancen / Weiterbildung
- Günstigere Rahmenarbeits- und Sozialversicherungsverträge
- Leichterer Grundstückserwerb bzw. Schenkung von Grundstücken
- Gewährung von Krediten
- Ungehinderte Ausübung der eigenen Religion
- Bessere Rechte (z.B. Menschenrechte)
- Verbot von Einwanderung von Verbrechern, Kranken, usw.
- Zuwanderungsbeschränkungen hinsichtlich bestimmter
Gesichtspunkte wie die Anzahl der Einwanderer, des Bildungsgrades,
des Vermögens, der Sprach- und Fachkenntnissen, usw.
- Einwanderung auf bestimmte Zeit (Gastarbeit), etc.

Die möglichen Folgen dieser wirtschaftspolitischen Eingriffe werden in der folgenden Tabelle gegenübergestellt:

Positiv im Einwanderungsland: Negativ im Einwanderland:
- Die erwartete Inflation oder die erwarteten Gewinne fallen
- Anstieg der Produktivität besonders bei Verbesserungsprozessen (Produktionsmethoden, techn. Neuerungen, usw.)
- Durch Zuwanderung nimmt die Zahl der Nichterwerbsfähigen ab
- Bei erheblichen Arbeitskräftemangel kann Einwanderung übermäßigen Lohn- und damit Preissteigerungen entgegen wirken (Preisstabilitätseffekt)
- Bei Lohndruck, der zu Preisreduktionen führt, ergibt sich ein Preissenkungseffekt
- Einwanderer bringen evtl. Ersparnisse mit (Kapitalübertragungseffekt)
- Import von bisher unbekannten Güter durch Einwanderer (vielfältigeres / preisgünstigeres Güterangebot
- Bei zu viel Einwanderung drohen Verringerung der Arbeitsplätze und dadurch Anstieg der Arbeitslosigkeit
- Zu viele Einwanderer verursachen Lohndruck / Lohndumping
- Sozialfonds decken nicht mehr genügend die Sicherheit der einheimischen Bevölkerung
- Kulturelle Differenzen
- Transfer von Lohn (Kapital) ins Ausland zur Unterstützung der Familienangehörigen
- Einwanderung von Verbrechern, Kranken, feindlichen Gesinnungen
[5]

Folgen der Mobilität des Faktors Arbeit:

  • Es finden Ausgleichsprozesse hinsichtlich des Lohnes statt (Konvergenz der Reallöhne), d.h. Reallöhne steigen im Auswanderungsland und sinken im Einwanderungsland. Der Faktor Arbeit wandert so lange vom Inland ins Ausland ab, bis die Löhne zwischen diesen ausgeglichen sind (Faktorpreisausgleichstheorem (Lerner-Samuelson-Theorem)).
  • Erhöhung der Produktion weltweit, d.h. das Ausland hat einen größeren Zuwachs als die Einbuße im Inland. Demnach wird die niedrigere Produktion im Inland durch die gesteigerte Produktion im Ausland kompensiert.
  • Höhere Gewinne und damit ein größerer Wohlstand für alle, d.h. die Menschen die ins Ausland wandern realisieren höhere Gewinne und die im Inland verblieben, bußen ein wenig ein. (Einige Gruppen werden benachteiligt). Jedoch erfolgt, analog zu Punkt zwei, eine Überkompensation des Verlusts durch höhere Gewinne.

Mobilität des Faktors Kapital

Das Wachstum einer Wirtschaft hängt vom Grad der Arbeitsteilung ab, welcher wiederum kapitalabhängig ist. Dadurch bedingt müsste eine Volkswirtschaft am Import und damit am Zufluss von ausländischem Kapital stark interessiert sein. Hoher Kapitalbedarf besteht oft in unterentwickelten Ländern, da dort der ökonomischen Arbeitsteilung nicht genügend Kapital für Weiterentwicklungen zur Verfügung steht.

Daher kann in solchen Ländern nur ein niedriges Produktions- und Einkommensniveau erreicht werden. Aber gerade dieses niedrige Produktions- und Einkommensniveau stellt unter gewissen Umständen für kapitalreiche Länder einen Anreiz für Investitionen dar, um die jeweiligen Vorteile zu nutzen. Alternative Gründe für die Mobilität von Kapital können sein: Ein günstiger Standort in Bezug auf Rohstoffe, bessere Qualifikationen, geringere Transportkosten und Handelsbarrieren, gesetzliche Rahmenbedingungen (ähnlich wie bei Arbeitsmobilität), usw..

Dennoch muss der Staat (oder die Notenbank) auch hier Maßnahmen zur Reglementierung der Kapitalbewegungen ergreifen, um schädlichen Entwicklungen entgegenzuwirken.


3 Arten von Kapitalbewegungen

Kapitalbewegung durch intertemporalen komparativen Vorteil

Voraussetzung hierbei ist, dass ein Land einen komparativen Vorteil bei der Produktion von gegenwärtigem Konsum, und ein anderes Land einen komparativen Vorteil bei der Produktion von zukünftigem Konsum besitzt.

Gesetzt der Fall ein Land konsumiert nicht seine gesamte laufende Produktion, und der Überschuss fließt in Form von Investitionen wieder in die Produktion zurück. Dann gilt, je mehr Investitionen eine Volkswirtschaft heute vornimmt, desto mehr wird sie in Zukunft produzieren und konsumieren können. Um die Investitionen zu intensivieren, muss eine Volkswirtschaft daher Ressourcen freisetzen, in dem sie weniger konsumiert. Demnach müssen gegenwärtiger und zukünftiger Konsum einander abgewogen werden.

Ein Land mit einem komparativem Vorteil bei der Produktion von zukünftigen Konsumgütern hätte, solange es keine internationale Kreditvergabe gäbe, einen niedrigen relativen Preis für zukünftigen Konsum, das schlussendlich einen hohen Realzins gleich kommt. Dieser hohe Realzins entspricht einem hohen Kapitalertrag, d.h. einem hohen Ertrag aus der Umlenkung von Ressourcen aus der Produktion von gegenwärtigen Konsumgütern in die Produktion von (zukünftigen Konsum) Kapitalgütern, Bauarbeiten und andere wirtschaftliche Aktivitäten, welche die Produktion von zukünftigen Konsumgütern dieses Landes verbessern.

Demnach werden die Länder die einen komparativen Vorteil bei der Produktion von gegenwärtigem Konsum vorweisen können, Kredite auf dem internationalen Kreditmarkt anbieten. Länder die wiederum einen komparativen Vorteil bei der Produktion von zukünftigen Konsum haben, werden Kredite und damit produktive Investitionsmöglichkeiten nachfragen.

Wenn Investitionen von Hochlohnländern in Niedriglohnländer getätigt werden, besteht die Gefahr, dass verringerte Kapitalrücklagen für einen Aufbau eines Kapitalstocks vorhanden sind. Das bedeutet, dass für jeden Arbeiter im Hochlohnland weniger Kapital pro Kopf zur Verfügung steht, und damit die Lohnrate niedriger sein wird als vor der Kapitalbewegung. Möglich ist, dass das Realeinkommen als Ganzes (Realeinkommen + Erträge aus dem investierten Kapital im Ausland) höher ausfallen könnte. Dennoch wird es einigen Arbeitern schlechter gehen als zuvor, nur die Kapitalseite würde profitieren.“ [6]

Kapitalbewegung durch internationale Direktinvestition

Als internationale Direktinvestition bezeichnet man ein Unternehmen das in einem fremden Land durch Kapitalinvestitionen (auch andere Ressourcen) eine Niederlassung gründet oder erweitert. Besonderes Merkmal ist, dass der Ressourcentransfer oft mit der Übernahme von Kontrolle einhergeht. Es entstehen nicht nur finanzielle Verpflichtungen gegenüber dem Mutterkonzern, sondern die Niederlassung wird auch teil der Organisationsstruktur. [7]


Kapitalbewegung durch das multinationale Unternehmen

Ein Unternehmen in den USA gilt gemäß der Statistik der USA als ausländisch kontrolliert, wenn ein im Ausland sitzendendes multinationales Unternehmen 10 Prozent oder mehr der Aktien hält. Dagegen gilt ein Unternehmen in den USA als multinational wenn es ein ausländisches Unternehmen durch die Höhe seiner Anteile an diesem kontrollieren kann. Multinationale Unternehmen agieren oft als Kreditnehmer oder Debitoren. Sie investieren in ihre ausländischen Niederlassungen in der Hoffnung, dass zukünftige Rückzahlungen den Mutterkonzern versorgen.“ [8]

Maßnahmen zur Förderung der Faktormobilität Kapital: Maßnahmen zur Hemmung der Faktormobilität Kapital:
- Anwerbung durch höhere Entlohnung
- Gewährung von Bürgschaften und Garantien zur Verringerung/Aufhebung von Risiken
- Günstigere Umrechnungskurse für Kapitalexporte und eine Wechselkursgarantie für Kapitalimporte
- Bevorzugungen bei der Börsenzulassung, wenn der Kapitalimporteur sich die Mittel durch Begebung einer Anleihe in der Währung des Exportlandes beschafft hat
- Steuerliche Vergünstigungen im Kapitalexport-/importland z.B. durch Steuerbefreiung für Auslandsinvestitionen, Ermäßigung der Kapitalertragssteuer, Doppelbesteuerungsabkommen
- Rendite- und Zinsgarantien sowie Zinssubventionen im Kapitalexport/-importland
- Verbot-/Genehmigungspflicht für Kapitalexporte und Importe
- Gründer von Banken/Versicherungen, Unternehmungen müssen Inländer sein
- Stimmrechtsbeschränkung bei ausländischen Aktionären
- Kein Transfer von Zinsen und Gewinnen ins Ausland
- Importiertes Kapital darf nicht ins Ausland zurückgeholt werden
- Keine Verzinsung von Ausländerkonten bzw. Negativverzinsung
- Banken haben für Ausländerkonten zusätzlich eine Mindestreserve abzuführen
Positive Folgen im Import-/Exportland: Negative Folgen im Import-/Exportland:
- Hervorrufen eines Wachstums-/Beschäftigungseffektes im Ausland durch Kreditaufnahme
- Schaffung eines neuen Absatzmarktes durch Kreditvergabe des Exportlandes
- Große Wahrscheinlichkeit der Steigerung des Exportes durch Kreditgewährung
- Verbesserung der Marktversorgung und des Marktangebotes
- Verringerung der Zahl der nichterwerbsfähigen Personen im Investitionsland
- Umgehung von restriktiver Handelspolitik im eigenen Land
- Realisierung von höheren Gewinnchancen als im eigenen Land
- Bessere Vernetzung im Sinne von Globalisierung
- Wenn aus einem rezessiven Land zu viel Kapital langfristig exportiert wird, könnte dies eine Kapitalknappheit in den Konjunkturphasen Aufschwung/Boom zur Folge haben
- Starke Kapitalimporte können zu einer wirtschaftlichen/politischen Abhängigkeit führen
- Konkurrenz zwischen fremden und heimischen Unternehmen
- Allgemeine Kapitalrisiken im Ausland z.B. Währungs-, Transfer-, Bonitätsrisiken, usw.
- Bei zu starkem Kapitalexport kann sich ein Zahlungsbilanzdefizit deflatorisch auf die Binnenwirtschaft auswirken
- Bei zu starken Kapitalimport kann sich ein Zahlungsbilanzüberschuss, und bei nicht entsprechenden Güterangebot eine inflatorische Wirkung einstellen
[9]

Abschließende Betrachtungen

1. Substitutive Beziehung zwischen Güterwanderung und Faktormobilität: Wären die Produktionsfaktoren völlig mobil, könnten sie an diejenigen Stellen wandern, wo sie am meisten gebraucht würden und das größte Grenzprodukt zu erzielen ist. Da die Produktionsfaktoren wandern, werden Güterbewegungen nicht notwendig. Sind die Produktionsfaktoren dagegen völlig immobil, werden die Güter sich bewegen, weil jedes Land dann die Güter exportieren wird, bei denen sie einen komparativen Vorteil besitzen. Demnach kann Faktormobilität die Güterwanderung ersetzen, und Güterwanderung die Faktormobilität. Der Faktorpreisausgleich (Effizienz der Produktion) ist entscheidend dafür, ob die Güter oder die Faktoren mobil sind. Bei gegebnem Handel brauchen die Faktoren nicht zu wandern.

2. Substitutive Beziehung zwischen Arbeit und Kapital: Wenn Kapital mobil ist und durch geringe Lohnkosten angezogen wird, hat dies zur Folge, dass durch die zusätzliche Kapitalbildung die Nachfrage nach Arbeitskräften ansteigt. Der Faktor Arbeit erzielt dadurch eine höhere Entlohnung. Wenn das Kapital mobil ist und wandert, müssen die Menschen nicht wandern. Wenn das Kapital nicht mobil ist, wandern die Arbeiter in Richtung Kapital, hin zur höheren Entlohnung.

3. Komplementäre Beziehung zwischen Güterbewegung und Faktormobilität: Wenn ein Land einen komparativen Vorteil in der Produktion/Export eines Gutes besitzt, zieht dies weitere Produktionsfaktoren an. Dadurch wird der komparative Vorteil weiter ausgebaut und die Produktion des Gutes wird weiter verbessert.

4. Komplementäre Beziehung zwischen Güterbewegung und Faktormobilität als Polarisation: Wenn der komparative Vorteil bei der Produktion eines Gutes in einem Land, durch die weitere Zuwanderung von Produktionsfaktoren verstärkt wird, kann das zu einer Polarisation in der Weltwirtschaft führen (Polarisationstheoretische Hypothese nach G. Myrdal). Das heißt, es bilden sich spezielle Ballungsräume für die Produktion eines Gutes heraus, auch wenn einige Faktoren immobil wären, würden die mobilen zu den immobilen Faktoren wandern. Als Beispiel fungiert hier der Produktions- und Forschungsstandort für Computerhochtechnologie „Silicon Valley“ in San Fancisco. [10]

Einzelnachweise

  1. Gabler-Wirtschafts-Lexikon. 1993. 13. vollst. überarb. Auflage, ungekürzte Wiedergabe der Orig. Ausgabe 1992. Gabler Verlag. Wiesbaden
  2. Kyrer, A. (2001). Wirtschaftslexikon (4. Aufl.). München: Verlag Oldenbourg
  3. Beuermann, G., Produktionsfaktoren, in: Kern, W. et al. (1996), Handwörterbuch der Produktionswirtschaft (2. Aufl.), Stuttgart: Schäffer-Poeschel
  4. Drei-Sektoren-Hypothese
  5. Dahl, D. (1993). Volkswirtschaftslehre: Lehrbuch der Volkswirtschaftstheorie und Volkswirtschaftspolitik (7.überarb. Aufl.). Wiesbaden: Gabler
  6. Krugmann, P. , Obstfeld, M. (2006). Internationale Wirtschaft. Theorie und Politik der Außenwirtschaft (7. akt. Aufl.). München: Pearson Studium
  7. Krugmann, P. , Obstfeld, M. (2006). Internationale Wirtschaft. Theorie und Politik der Außenwirtschaft (7. akt. Aufl.). München: Pearson Studium
  8. Krugmann, P. , Obstfeld, M. (2006). Internationale Wirtschaft. Theorie und Politik der Außenwirtschaft (7. akt. Aufl.). München: Pearson Studium
  9. Dahl, D. (1993). Volkswirtschaftslehre: Lehrbuch der Volkswirtschaftstheorie und Volkswirtschaftspolitik (7.überarb. Aufl.). Wiesbaden: Gabler
  10. Siebert, H. (2000). Außenwirtschaft (7. Aufl.). Stuttgart: Lucius & Lucius

Literaturverzeichnis

  • Beuermann, G., Produktionsfaktoren, in: Kern, W. et al. (1996), Handwörterbuch der Produktionswirtschaft (2. Aufl.), Stuttgart: Schäffer-Poeschel
  • Dahl, D. (1993). Volkswirtschaftslehre: Lehrbuch der Volkswirtschaftstheorie und Volkswirtschaftspolitik (7.überarb. Aufl.). Wiesbaden: Gabler
  • Gabler-Wirtschafts-Lexikon. 1993. 13. vollst. überarb. Auflage, ungekürzte Wiedergabe der Orig. Ausgabe 1992. Gabler Verlag. Wiesbaden
  • Geigant, Haslinger, Sobotka, Westphal (1994). Lexikon der Volkswirtschaftslehre (6. Auflage). Landsberg am Lech: Verlag Moderne Industrie
  • Siebert, H. (2000). Außenwirtschaft (7. Aufl.). Stuttgart: Lucius & Lucius
  • Mytzek, R. & Schönemann, K. (2004). Transparenz von Bildungsabschlüssen in Europa. Berlin: edition sigma
  • Krugmann, P. , Obstfeld, M. (2006). Internationale Wirtschaft. Theorie und Politik der Außenwirtschaft (7. akt. Aufl.). München: Pearson Studium
  • Kyrer, A. (2001). Wirtschaftslexikon (4. Aufl.). München: Verlag Oldenbourg

Weblinks


--Andreas Schindler 14.45, 28. Apr. 2008 (CEST)