Direktinvestitionen

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Unter Direktinvestitionen (engl. Foreign Direct Investment) wird die Anlage von Vermögen in fremden Wirtschaftsgebieten zur Schaffung dauerhafter Wirtschaftsbeziehungen verstanden.[1]


Definition und Einordnung

Der Begriff „Direktinvestitionen“ wird auch häufig als Synonym für Auslandsinvestitionen genutzt.[2]

Direktinvestitionen unterscheiden sich durch die nachhaltige unternehmerische Einflussmöglichkeit von Portfoliobeteiligungen. Bei Portfoliobeteiligungen steht der Kauf von Wertpapieren im Vordergrund.[3] Dabei spricht man ab 25 % Anteilsbeteiligung und 20 % der Stimmrechtbeteiligung nicht mehr von einer Portfolioinvestition, sondern von einer Direktinvestition.[4]


Motive für Direktinvestitionen

Laut der DIHK-Umfrage im Frühjahr 2007 – Auslandsinvestitionen[5] nannten die Unternehmen folgende Gründe für ihren Kapitaleinsatz im Ausland:

  1. Verbesserung des Vertriebs- und Kundendienstes (40 % der Befragten)
  2. Markterschließung (31 %)
  3. Kostenersparnis (29%)

Weitere Motive für Direktinvestitionen können sein[6]:


Formen von Direktinvestitionen im Hinblick auf die Internationalisierungsstrategie

Welche Strategien möglich sind beziehungsweise von Unternehmen genutzt werden sind folgend aufgelistet:

  • Export
  • Lizenzierung
  • Franchising
  • Zweigniederlassung (also der Bau von Betriebsstätten)
  • Joint Venture
  • 100%-iges Tochterunternehmen
  • dauerhaftes Darlehen an ausländische Unternehmen
  • Kapital und Anlagen dem ausländischen Unternehmen zur Verfügung stellen


Vor- und Nachteile

Hier geht es um die Vor- und Nachteile, die in den Entwicklungsländern entstehen, wenn sich ein Unternehmen aus einem Industrieland in der sogenannten Dritten Welt mit Investitionen positioniert.


Vorteile

Endres setzte sich mit dieser "Problematik" auseinander und stellte eine Reihenfolge mit den Vorteilen für die Entwicklungsländer auf.[7]

  1. Auslandinvestitionen verbessern durch den Kapitaltransfer die Zahlungsbilanzstruktur der Entwicklungsländer,
  2. Durch die Direktinvestitionen erfolgt ein Transfer vom technischen und kaufmännischen know how in das Entwicklungsland,
  3. Schaffung von Arbeitsplätzen sowohl im Ausland als auch im Inland,
  4. Verbesserung der Infrastruktur im Entwicklungsland,
  5. Erhöhung der Wertschöpfung führt zur Verbesserung der Marktversorgung (gleiche oder bessere Qualität zu einem geringeren Preis).


Nachteile

Als Nachteile für die Entwicklungsländer sind hier zu nennen[8]:

  • Negative Beeinflussung von Entscheidungsträgern in den Entwicklungsländern,
  • Negative Entwicklungseffekte, da Unternehmen (nur) gewinnorientiert handeln,
  • Ausbeutung der Arbeitskraft, ohne dabei den Wohlstand zu erhöhen.


Einzelnachweise

  1. [Vgl. Jörn Altmann, Außenwirtschaft für Unternehmen, 1993, S. 71.]
  2. [Vgl. Wolfgang Jahrreiß, Zur Theorie der Direktinvestitionen im Ausland, 1994, S. 25.]
  3. [Vgl. Dieter Endres, Direktinvestitionen in Entwicklungsländern, 1986, S. 19.]
  4. [Vgl. Clement/Terlau, Grundlagen der angewandten Makroökonomie, 2002, S. 61; Jörn Altmann, Außenwirtschaft für Unternehmen, 1993, S. 720; Vgl. auch: Bestandserhebung über Direktinvestitionen April 2007, Statistische Sonderveröffentlichung 10 der Deutschen Bundesbank, S. 65 (siehe Weblink).]
  5. [1]
  6. [Vgl. Dieter Endres, Direktinvestitionen in Entwicklungsländern, 1986, S. 35.]
  7. [Vgl. Dieter Endres, Direktinvestitionen in Entwicklungsländern, 1986, S. 22.]
  8. [Vgl. Dieter Endres, Direktinvestitionen in Entwicklungsländern, 1986, S. 23.]


Weblinks

http://www.dihk.de/inhalt/download/auslandsinvestitionen_07.pdf


Literaturverzeichnis

  • Jörn Altmann, Außenwirtschaft für Unternehmen, Gustav Fischer Verlag, Stuttgart/Jena 1993
  • Reiner Clement / Wiltrud Terlau, Grundlagen der angewandten Makroökonomie, 2. Auflage, Verlag Franz Vahlen, München 2002
  • Dieter Endres, Direktinvestitionen in Entwicklungsländern, C.H. Beck´sches Verlagshandbuch, München 1986
  • Wolfgang Jahrreiß, Zur Theorie der Direktinvestitionen im Ausland, Duncker und Humblot, Berlin 1994