Bretton-Woods-System

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Als Bretton-Woods-System wird das nach dem Zweiten Weltkrieg neu geordnete internationale Währungssystem von festen Wechselkursen bezeichnet, das vom goldhinterlegten US-Dollar als Leitwährung bestimmt war. Die Idee eines Systems fester Wechselkurse ging ursprünglich auf John Maynard Keynes zurück, die tatsächliche Umsetzung folgte jedoch nicht seinem Vorschlag, sondern dem von Harry Dexter White.

Benannt wurde das System nach dem Ort Bretton Woods (New Hampshire)|Bretton Woods im US-Bundesstaat New Hampshire, wo die Finanzminister und Notenbankgouverneure von 44 Staaten der späteren Siegermächte[1] vom 1. bis zum 22. Juli 1944 zur Konferenz von Bretton Woods zusammenkamen und zum Abschluss das Bretton-Woods-Abkommen unterzeichneten. Zur Kontrolle und Durchsetzung des Abkommens wurden in der Folge die Bretton-Woods-Organisationen bzw. -Institutionen Weltbank und Internationaler Währungsfonds (IWF) geschaffen.

Die Bundesrepublik Deutschland trat dem System fester Wechselkurse 1949 bei. Anfang der 1970er Jahre wurde das Bretton-Woods-Abkommen aufgegeben, die Institutionen bestanden jedoch mit teils veränderten Zuständigkeiten fort.

Vorgeschichte

Aufgrund der Entwicklungen des Zweiten Weltkrieges waren die USA zur dominanten Weltmacht geworden, was auch die internationale Währungs- und Finanzpolitik beeinflusste: Waffenverkäufe und Rüstungskredite machten sie zum weltweit größten Gläubiger, während der währungspolitische Hauptkonkurrent Großbritannien zum Schuldner geworden war; 70 Prozent der Goldreserven lagerten in den USA. Noch während des Zweiten Weltkrieges arbeiteten die USA daher an einer Weltwirtschaftsordnung, welche nach Beendigung des Krieges gelten sollte. Fehler wie die Deutsche Inflation 1914 bis 1923, welche den Aufstieg des Nationalsozialismus beförderten, sollten dabei vermieden werden. Auch der Aufbau eines wirtschaftspolitischen Gegengewichts zur aufstrebenden Sowjetunion beeinflusste die Entwicklungen der letzten Kriegsjahre.

Die Planung in Kriegszeiten und ihre Folgen

In Vereinigtes Königreich|Großbritannien gab es nach dem Krieg Planungen für eine internationale Währungsordnung seit 1940, in den Vereinigten Staaten seit 1941. Die Briten verpflichteten sich in der Atlantikcharta vom August 1941 und dem gegenseitigen Beistandsabkommen vom Februar 1942 die Konvertibilität für das Pfund in der Leistungsbilanz wiederherzustellen. Die USA gab die Zusage, die Finanzhilfen zu günstigen Konditionen auszubauen und die Vollbeschäftigung zu respektieren. Als Gegenleistung akzeptierten die Briten den Grundsatz der Nichtdiskriminierung im Handel.

John Maynard Keynes und Harry Dexter White unternahmen den Versuch diese Ziele in Einklang zu bringen. Allerdings rivalisierten ihre Pläne untereinander. 1943 wurde die letzte Fassung veröffentlicht. Diese bildete die Grundlage für die Gemeinsame Erklärung amerikanischer und britischer Experten und für die Artikel des Abkommens des Internationalen Währungsfonds. Die Fassungen von White und Keynes unterschieden sich in den Verpflichtungen, die sie den Gläubigern auferlegten, in der Mobilität des Kapitals sowie in der Flexibilität der Wechselkurse. White wollte eine Welt ohne Kursstützungen und Kontrollen. Keynes hingegen erlaubte den Ländern, ihren Wechselkurs zu ändern und bei Bedarf Handels- sowie Wechselkursrestriktionen anzuwenden, damit Vollbeschäftigung und Zahlungsbilanz in Einklang gebracht werden können. Die Clearing Union von Keynes sah eine umfassende Zahlungsbilanzfinanzierung vor, welche strengen Einschränkungen und Strafzinsen unterlag und maß der Flexibilität der Wechselkurse eine wichtige Rolle zu. Damit wollte er verhindern, dass eine deflatorische Politik im Ausland Länder dazu zwang, Arbeitslosigkeit zu importieren. Die Vereinigten Staaten würden, wenn sie ständig wie in den 1930er Jahren Zahlungsbilanzüberschüsse erwirtschafteten, die gesamten Ziehungsrechte anderer Länder finanzieren müssen. Diese beliefen sich laut Keynes auf 23 Milliarden Dollar. Da die Clearing Union unbegrenzte Verpflichtungen für Gläubiger mit sich bringen würde, waren die Amerikaner gegen den Plan von Keynes. Deshalb begrenzte der White-Plan alle Ziehungsrechte auf 5 Milliarden Dollar und die Verpflichtungen der USA auf 2 Milliarden Dollar.

Die ungleiche Verhandlungsmacht der Amerikaner und der Briten fand sich im Kompromiss der Gemeinsamen Erklärung und in den Artikeln des Abkommens wieder. Der Bedarf an flexiblen Wechselkursen ist umso größer, je knapper die Finanzierung ist. Die Briten wollten flexible Wechselkurse, die Amerikaner dahingegen feste Wechselkurse. Der Kompromiss brachte „feste, flexible Wechselkurse“, also Stufenflexibilität. Die Länder mussten ihre Währung in Gold oder in Gold konvertierbaren Währung (Dollar) festlegen. Ihr Wechselkurs durfte nur um ein Prozent von diesem Wert nach unten oder oben schwanken. Das Abkommen erlaubte die Beibehaltung von Kontrollen des internationalen Kapitalverkehrs. Da die Briten auch weiterhin auf einer Begrenzung des Finanzierungsvolumens beharrten, wurden die Amerikaner gezwungen, auf die Forderung der Briten nach flexiblen Wechselkursen einzugehen und die Beibehaltung der Devisenbewirtschaftung hinzunehmen. Durch die Dollarknappheit wurden die bescheidenen Quoten und die Ziehungsrechte des Abkommens aber fast bedeutungslos. Das wurde bereits sichtbar, bevor der IWF 1947 seine Tätigkeit aufnahm.

Nach dem Krieg hatte Europa nur begrenzt Möglichkeiten, Güter für den Export herzustellen. Auf der anderen Seite hatte es einen großen Bedarf an Investitionsgütern, Nahrungsmitteln und anderen Waren aus den USA. Das Handelsdefizit des Nachkriegseuropas belief sich 1947 beispielsweise auf 7,5 Milliarden Dollar. Im Rahmen des Marshallplans brachten die Vereinigten Staaten circa 13 Milliarden Dollar an zwischenstaatlicher Hilfe für die Finanzierung der Defizite in Europa zwischen 1948 und 1951 auf. Das war allerdings mehr als das Sechsfache der maximalen Verpflichtung nach den Artikeln des Abkommens und mehr als das Vierfache der Ziehungsrechte, welche zugunsten von Europa eingerichtet wurden. Das System von Paritäten erwies sich als unbrauchbar, obwohl die Unterstützung die übertraf, welche in den Artikeln des Abkommens geregelt wurden. Importkontrollen konnten trotz alledem nicht abgeschafft werden. White und Keynes unterschätzten die Schäden, die die japanische und die europäische Volkswirtschaften erlitten hatten und damit auch die Kosten des Wiederaufbaus. Sie vertrauten darauf, dass der internationale Handel alle Wunden heilen werde. Dies verstärkte die Fehleinschätzung von Keynes und White noch.

Das System von Bretton Woods

Teilnehmer der Bretton Woods Konferenz

Die Vertreter der 44 Nationen trafen sich am 1. Juli im Mount Washington Hotel. Folgende Regierungen waren vertreten: Australien, Belgien, Bolivien, Brasilien, Chile, China, Costa Rica, Kanada, Kolumbien, Kuba, Tschechoslowakei, Dominikanische Republik, Ecuador, Ägypten, El Salvador, Äthiopien, Frankreich, Griechenland, Guatemala, Haiti, Honduras, Island, Indien, Iran, Irak, Liberia, Luxemburg, Mexiko, Niederlande, Neuseeland, Nicaragua, Norwegen, Panama, Paraguay, Peru, Philippinen, Polen, Südafrika, UdSSR, Vereinigtes Königreich, Vereinigte Staaten, Uruguay, Venezuela und Jugoslawien. [2]

Ziele

Die Wiederherstellung Europas als Wirtschaftszentrum und als wichtiger Handelspartner der USA war Kern der Konferenz von Bretton Woods.[3] Das Abkommen von Bretton-Woods verfolgte dafür vor allem ein Ziel: Die Wechselkurse zwischen den Währungen sollten stabilisiert werden, sodass der Welthandel ohne Probleme und Handelsbarrieren vonstatten gehen konnte und es keine Schwierigkeiten bei Zahlungsvorgängen gab. Dies wiederum sollte die Wirtschaft soweit stimulieren, dass es vermehrt zu Handel und Investitionen kommen konnte. Zur Erreichung dieses Ziels sollten spezielle Organe eingerichtet werden.

Vorschläge

Auf der Konferenz wurde das Joint Statement by Experts on the Establishment of an International Monetary Fund diskutiert, welches ein Kompromissvorschlag aus den zuvor diskutierten beiden Plänen für ein Weltwährungssystem war, nämlich

  • der Plan des Engländers John Maynard Keynes
  • und der Plan des Amerikaners Harry Dexter White.[4]

Im Keynes-Plan sollte der internationale Zahlungsverkehr über eine neu einzurichtende Verrechnungsstelle, die International Clearing Union (ICU), abgewickelt werden. Sie sah vor, mit einem unabhängingen, internationalen und virtuellen Zahlungsmittel Bancor die Abrechnung im Zahlungsverkehr zwischen den Zentralbanken zu übernehmen. Der Wert des Bancor sollte in Gold definiert werden und die Mitgliedsstaaten ihre Währung gegenüber dem Bancor fixieren. Das Ziel der ICU bestand im Ausgleich der Leistungsbilanzen der Mitgliedsländer auf Basis stabiler Wechselkurse.

Der White-Plan bezog sich im Gegensatz zum Keynes-Plan nicht auf eine internationale Verrechnungsstellte mit Buchgeld, sondern auf einen Fonds, in den die Mitgliedsländer zu festgelegten Quoten einzahlen sollten, um später Kredite vergeben zu können. Der White-Plan basierte ebenfalls auf dem System fester Wechselkurse.[5]

Die unterschiedlichen Vorstellungen in den beiden Plänen lassen sich durch unterschiedliche Ausgangslagen erklären. Die Briten waren durch die Kriegsfolgen in eine ausgeprägte Schuldnerposition mit starkem Handelsdefizit geraten. Daher waren sie an einem supranationalen Währungssystem, das durch keine nationale Währung dominiert war, interessiert. Auf die Amerikaner als Gläubigernation traf genau das Gegenteil zu.

Inhalt des Bretton-Woods-Vertrages

Zum Teil des Bretton-Woods-Abkommens wurde der „White Plan“. In dessen Kern stand die US-Währung, zu der alle anderen Währungen ein fixes Wechselverhältnis hatten. Des Weiteren wurde das Tauschverhältnis zwischen Dollar und einer Unze Gold festgelegt. Dieser Kurs belief sich auf 35 Dollar je Unze Feingold, dabei entsprach eine Unze 31,104 Gramm Gold. Für die entstandene Gleichstellung zwischen Dollar und Unze hatte sich die Federal Reserve Bank of New York (FED), die US-Zentralbank, freiwillig verpflichtet, diese durch Goldkäufe beziehungsweise –verkäufe zu sichern, das heißt den Dollar zu dem Kurs (35 Dollar je Unze) zu kaufen oder zu verkaufen. Durch die Orientierung der Währungskurse am US-Dollar konnte der Goldpreis für einen längeren Zeitraum festgelegt werden. Mit dem System war die FED verpflichtet, die Dollarreserven jedes Mitgliedslandes zum vereinbarten Kurs in Gold umzutauschen.

Die Zentralbanken der Mitgliedsstaaten hatten sich mit Abschluss des Vertrages von Bretton-Woods am 22. Juli 1944 dazu verpflichtet, durch Eingriffe auf den Devisenmärkten die Kurse ihrer Währungen in festgelegten Grenzen zu halten. Das hieß, sobald einer der Wechselkurse nicht mehr dem realen Austauschverhältnis entsprach, mussten sie Devisenkäufe beziehungsweise –verkäufe durchführen, um das Verhältnis wieder herzustellen. Dieser Devisenhandel musste jedoch nicht zum realen, sondern zum vorher festgelegten Austauschverhältnis erfolgen. Devisengeschäfte waren hauptsächlich Käufe und Verkäufe von einheimischen Währungen der jeweiligen Länder gegen den US-Dollar. Die Zentralbanken sollten mit ihrer Geldpolitik und den damit verbundenen finanzpolitischen Maßnahmen die Wechselkurse innerhalb einer Bandbreite von einem Prozent stabilisieren.[1][6]

Institutionen

Die Organe zur Organisation, Durchführung und Unterstützung des Abkommens waren die Weltbank beziehungsweise die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD) sowie der Internationale Währungsfonds (IWF). Der IWF hatte dabei die Aufgabe, das Bretton-Woods-System zu überwachen und zu unterstützen, indem er finanzielle Beihilfe aus den Kapitalbeiträgen seiner Mitgliedsstaaten vergab. Die Beihilfe galt dabei den Mitgliedsländern, die in Devisennot geraten waren, in Form von Kreditvergabe bei vorübergehenden Zahlungsbilanzproblemen beziehungsweise -ungleichgewichten, verbunden mit schwerwiegenden Spar- und Stabilisierungsauflagen für das beliehene Land. Dieser Funktion als lender of last resort musste der IWF während der ersten Jahre jedoch kaum nachkommen. IWF und IBRD sorgten dafür, dass das Bretton-Woods-System reibungslos funktionierte und keine Probleme bei der Durchführung auftraten. Heutige Aufgabe dieser Organe ist die Vergabe von Krediten für Entwicklungsländer und für währungsschwache Länder.

Gold-Dollar-Standard

Ein fester Preis für das Gold war die Grundregel des Goldstandards. Es gab ein festes Verhältnis für jede Währung zu einer bestimmten Menge Gold. Gold deckte die Währungen und man konnte sie jederzeit in Gold einlösen. Die Währungsreserven der Staaten bestanden ausschließlich aus Gold. Es bestand völlig freie Einfuhr und Ausfuhr auf internationaler Ebene. Somit sorgte Gold für Disziplin in einer Volkswirtschaft. Die Staatsausgaben wurden limitiert. Gold war somit eine Währung, die von den Bürgern international anerkannt war und welche ihren Wert hielt. Sobald ein Zahlungsbilanzdefizit entsteht, fließt automatisch Gold aus dem Land. Somit stand für den internen Geldumlauf weniger Gold zur Verfügung. Als Folge dessen kommen die Preise unter Kontrolle oder sinken gar. Die Zahlungsbilanz verbessert sich, da die Exporte wieder konkurrenzfähiger werden. Strömt dahingegen Gold ins Land, handelt es sich um einen Zahlungsbilanzüberschuss. Dann kann die Wirtschaft expandieren. Undenkbar waren Abwertungen und Aufwertungen. Das System stabilisierte sich automatisch.

Gegen Ende des Zeiten Weltkrieges wurde der Gold-Dollar-Standard eingeführt. In den 70er Jahren resultierte daraus eine Inflation. Zu beachten ist, dass man nach dem Ersten Weltkrieg vom Goldstandard zum Gold-Devisen-Standard mit Pfund und Dollar überging und nach dem Zweiten Weltkrieg zum Gold-Dollar-Standard. Das Pfund hatte seine frühere Bedeutung verloren. Neben dem Gold gab es nur noch den Dollar als gültige Reservewährung. Dies war ein Zeichen der zunehmenden wirtschaftlichen Macht der USA.[7]

Gold blieb der Kernpunkt des Systems. Alle Zentralbanken waren anderen Zentralbanken gegenüber verpflichtet, Währung gegen Gold zu einem festen Kurs von 35 Dollar pro Feinunze einzutauschen. Als Überwachungsinstanz wurde der Internationale Währungsfonds (IWF) einberufen. Dieser sollte das Funktionieren des Systems gewährleisten. Solang die Welt den Dollar als genauso gut wie Gold betrachtete und die USA eine disziplinierte Geldpolitik betrieb ging die Vormachtstellung der USA, eine Reservewährung selbst zu erzeugen gut. Das Vertrauen in die Härte des Dollars begann zu schwinden, als die USA im Zuge von Johnsons „New Society“-Programm und mit großen Defiziten des Vietnamkrieges begann über ihre Verhältnisse zu leben und durch das Produzieren von Dollars die weltweite Inflation weiter anheizte. Die US-Goldreserven wurden von den Dollarreserven aller nichtamerikanischen Zentralbanken überschritten. So gesehen war die USA also bankrott. Frankreich beschwor eine politische Krise herauf, als sie die USA aufforderten, die französischen Dollarreserven auch nach Frankreich zu liefern und nicht nur in Gold umzutauschen. Letztendlich konnte Frankreich diese Krise zu ihrem Gunsten entscheiden. Gold hatte anscheinend den US-Dollar besiegt. Der Mythos des starken US-Dollars war Geschichte. Der damalige US-Präsident Richard Nixon stoppte am 15. August 1971 die Austauschbarkeit von Dollar in Gold. Damit hatte die endgültige Demonetisierung des Goldes begonnen. 1976 empfahl der Internationale Währungsfonds seinen Mitgliedern die Aufhebung der Goldbindung der Währungen.[8]

Auswirkungen

Die Auswirkungen des Bretton-Woods-Abkommens hatten verschiedene Ausprägungen. Europa erlebte in den 1950er und 1960er Jahren ein „Wirtschaftswunder“. Das Produktionsniveau knüpfte an das der Vorkriegszeit an. Hingegen verschlechterte sich zunehmend die Beziehung zwischen der Sowjetunion und den anderen Siegermächten, da diese nicht dem Abkommen beitreten wollte.[3] Das Bretton-Woods-System brachte den USA den Vorteil, bezüglich ihrer Geld- und Währungspolitik selbständig zu sein.[1] Das System soll für die Entwicklungsländer nachteilig gewesen sein.[9]

Krise und Zusammenbruch

Das Scheitern des Wechselkurssystems des Internationalen Währungsfonds

Die Zentralbanken der beteiligten Länder hielten die notwendigen Verhaltensregeln für ein System fester Wechselkurse nicht ein und trugen so zum Scheitern des Wechselkurssystems des IWF bei. Bei einer vollen Konvertibilität der Währungen erlauben feste Wechselkurse keine autonome Wirtschaftspolitik der beteiligten Länder. Manche Länder neigen aufgrund unterschiedlicher Geld- und Fiskalpolitik zu Defiziten, während andere wiederum permanente Überschusspostionen aufweisen. Eine Korrektur war nur über die Anpassung der Wechselkurse bzw. durch kaum durchzusetzende wirtschaftspolitische Maßnahmen möglich. Außerdem kam hinzu, dass die USA nicht zu stabilitätsorientierter und international konformer Wirtschafts- und Finanzpolitik gezwungen war, da sie ihre Defizite in eigener Währung ausgleichen konnte.[10]

Systemmängel der Währungsordnung von Bretton Woods

Das Währungssystem von Bretton Woods trug dazu bei, dass in Folge der großen Weltwirtschaftskrise und des Zweiten Weltkrieges entstandene weltweite Währungschaos aufzulösen. In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg leistete die grundlegende Neuordnung des Weltwährungssystems einen großen Beitrag zur Stabilisierung des internationalen Kapitalverkehrs und des internationalen Handels.

Allerdings besaß das System einige Mängel, welche im Laufe der Zeit immer mehr deutlich wurden und letztendlich zur Auflösung des Systems führten. Insbesondere das Fehlen von Mechanismen der Zahlungsbilanzanpassung, die Dominanz des US-Dollars, die Divergenz struktureller weltwirtschaftlicher Entwicklungen und die grundlegenden Probleme eines Systems fester Wechselkurse gehörten zu den Mängeln.

Im System von Bretton Woods waren keine Deckungsvorschriften für den Geldumlauf vorgesehen. Das machte den wesentlichen Unterschied zum System der Goldwährung. Im System von Bretton Woods gab es keinen Geldmengen-Preis-Mechanismus, welcher eine Beseitigung von Zahlungsbilanzungleichgewichten herbeiführen konnte. Die Länder konnten eine Geldpolitik ohne Rücksicht auf ihre Währungsreserven betreiben. Zur Bekämpfung nationaler Beschäftigungsprobleme betrieben viele Länder daher eine expansive Geldpolitik. Die Schaffung und Ausweitung von Zahlungsbilanzdefiziten sowie Inflation waren die Folge.

Immer mehr Länder gerieten in eine Situation anhaltender Zahlungsbilanzungleichgewichte welche letztlich als fundamental eingestuft wurden. Nationale Währungen wurden bei anhaltenden Zahlungsbilanzdefiziten autonom abgewertet. Dahingegen wurden Währungen in Ländern mit Zahlungsbilanzüberschüssen aufgewertet. Daher erwies sich ein System mit festen Wechselkursen als nicht durchsetzbar.[11]

Der Zusammenbruch 1973

Die USA arbeiteten noch während des Zweiten Weltkrieges an der Weltwirtschaftsordnung für die Zeit nach dem Ende des Krieges. Die Fehler, die nach dem Ersten Weltkrieg gemacht wurden, sollten dabei unbedingt vermieden werden. Europa befand sich in einem schlimmen Zustand nach dem Ende des schlimmsten Krieges der Geschichte im Mai 1945. Die zugrunde gerichtete Wirtschaft sorgen in Deutschland und Österreich, wie auch in Polen, der Sowjetunion, Jugoslawien und vielen anderen Ländern für eine hohe Armut in der Bevölkerung.

Zu diesem Zeitpunkt war die USA die unangefochten führende Weltmacht. Die Regierung versuchte eine für sie vorteilhafte Nachkriegsentwicklung zu erreichen. Die ehemaligen europäischen Kolonien sollten durch die Entkolonialisierung für die amerikanische Wirtschaft erschlossen werden und durch ein Weltwährungssystem auf Dollarbasis sollte die amerikanische Stellung in der Welt weiter gestärkt werden. Bereits 1942, als die USA die Militär- und Finanzhilfe für Großbritannien an die Aufhebung der bis dahin gültigen speziellen Handels- und Zollregelungen mit den Staaten des britischen Empires knüpfte, gelang ein erster Schritt in diese Richtung. Wenn es im Interesse der USA stand und dadurch nicht der Einfluss der Sowjetunion gestärkt wurde, setze die USA im Verlauf des Krieges und während späterer Wiederaufbauhilfen die Unterstützung antikolonialer Befreiungsbewegungen fort. Der 1944 gegründete Internationale Währungsfonds und die festgelegten Beschlüsse der Bretton-Woods-Konferenz halfen der USA dabei. Diese Beschlüsse hatten entscheidende Auswirkungen auf den Wiederaufbau Europas. Da die Sowjetunion ihre Teilnahme verweigerte führte dies letztendlich zum Kalten Krieg.

Da Russland den Beitritt zu dem System verweigerte, kam es zur Spaltung Europas. Die Sowjetunion lehnte die Hilfen aus dem Marshallplan, welcher 1947 umfangreiche Hilfen für die europäischen Völker vorsah, kategorisch ab und erwartete dies auch von den anderen Ostblockstaaten. Dies trennte die ehemaligen Verbündeten nur noch weiter voneinander ab. Endgültig in Blöcke geteilt war Europa dann nach der Gründung der NATO und des Warschauer Pakts.

Der Westen schaffte es unter der dominierenden Rolle der USA schnell wieder, an die Produktion des Vorkriegsniveaus anzuknüpfen. Bald darauf übertraf es diese sogar. Trotz des Wirtschaftswunders in den 50er und 60er Jahren bauten sich neue Probleme auf. Diese basierten vor allem auf den festen Wechselkursen, welche im Bretoon-Woods-System vereinbart waren.

Durch ständige Defizite in der amerikanischen Zahlungsbilanz, welche aus dem Kapitalexport herrührten, hatten sich Ende der 50er Jahre hohe Dollarbestände im Ausland angesammelt, welche die amerikanischen Goldreserven bei weitem überstiegen. Die im Bretton-Woods-System vorgesehene Goldeinlösepflicht bestand somit also nur noch auf dem Papier. Zu einer kurzen Schieflage des Systems kam es bereits Anfang der 60er Jahre als sich der Basispreis des Londoner Goldmarktes, der Goldpreis von 35 US-Dollar je Feinunze, nicht mehr halten ließ. Da die Diskrepanz zwischen Angebots- und Nachfrageentwicklung weiterhin fortbestand, konnte auch die Gründung eines Goldpools der großen Notenbanken ab Oktober 1961, welcher den freien Goldpreis auf der Höhe des amtlichen Preises zu halten versuchte, nur eine kurzfristige Lösung schaffen. Das Vertrauen in den Dollar wurde durch die zunehmende Instabilität der hohen Auslandsreserven belastet. Und das obwohl die Einlösepflicht im Jahr 1968 von Dollar in Gold auf die Zentralbanken der Mitgliedsstaaten beschränkt wurde und kein Staat allein aus politischen Gründen den Umtausch der eigenen Dollarreserven in Gold gefordert hätte. Ende der 60er Jahre war die USA aufgrund der Wirtschaftskonjunktur, welche durch den Vietnamkrieg angeheizt wurde, einer erhöhten Inflation unterworfen. Gegenüber dem US-Dollar war vor allem die D-Mark stark unterbewertet.

Das System fester Wechselkurse zeigte somit ab Mitte der 60er Jahre immer größere Schwachstellen. Die unterschiedlich schnell wachsende Volkswirtschaft der verschiedenen Länder war Grund dafür. Eine Anpassung der Wechselkurse wurde aufgrund differenzierter Wirtschaftspolitik und unterschiedlicher Produktionsfortschritte nötig. Dies wurde aber so lang wie möglich hinausgezögert. Daher kam es trotz einer staatlichen Aufsicht und einer Genehmigungspflicht für den Devisenhandel, welcher in vielen Ländern vorhanden war, im Vorfeld in Richtung der zu erwartenden Auf- bzw. Abwärtsbewegungen immer öfter zu spekulativen Kapitalbewegungen. Seit Mitte der 60er Jahre traten solche Spekulationskrisen immer häufiger auf.

Die Währungen Großbritanniens, Neuseelands, Israels, Dänemarks und Spaniens wurden Ende 1967 abgewertet. 1968 wurde über eine Aufwertung der Mark gegenüber dem Dollar spekuliert. Indem die Bundesregierung am 19. November 1968 steuerliche Maßnahmen zur Verringerung des deutschen Außenhandelsüberschussen in die Wege leitete und die Aufwertung der Mark vorerst verschob, versuchte sie die Stabilität des internationalen Währungssystems zu retten. Exporte wurden zudem steuerlich um vier Prozent belastet, Importe dafür um vier Prozent entlastet.

Die Meinungen innerhalb der Regierung waren geteilt, als im Frühjahr 1969 erneut eine Aufwertung der D-Mark zur Debatte stand. Die Aufwertung der D-Mark wurde von der SPD durch Wirtschaftsminister Schiller befürwortet, CSU-Finanzminister Franz-Josef Strauß war dagegen. Eine 8,5-prozentige Aufwertung wurde am 24. Oktober 1969 durch die sozialliberale Regierung unter Willy Brandt dennoch beschlossen. Der Wechselkurs sank dadurch von 4 D-Mark je Dollar auf 3,66 D-Mark je Dollar.

Die bis dahin gültigen Kapitalverkehrskontrollen wurden im Jahr 1970 durch die USA, Kanada, Deutschland und die Schweiz endgültig aufgegeben. Durch den teuren Militärapparat und der immer stärker werden Ökonomie zum Beispiel in Japan und Deutschland, geriet die USA immer mehr in Zugzwang. Der Dollar wurde immer weiter unter Druck gesetzt, da insbesondere der Kapitalzufluss nach Westdeutschland nicht abriss. Die Freigabe des DM-Wechselkurses wurde durch die Bundesregierung im Mai 1971 beschlossen. Die Folge war, dass der Dollar in den folgenden Wochen einen Einbruch um 9,3 Prozent auf 3,32 D-Mark je Dollar erlebte.

Obwohl die Bundesbank die Zinsen kontinuierlich senkte wollte der spekulative Geldfluss in die Bundesrepublik Deutschland nicht zur Ruhe kommen. Die Bundesregierung versuchte daher durch verschiedene administrative Tätigkeiten weitere Barrieren aufzubauen. Um der drohenden Inflation zu entgehen beschloss die Bundesregierung am 17. Februar erneut ein Stabilitätsprogramm zur Dämpfung der Konjunktur.

Vom 2. Bis 19. März wurden die Devisenbörsen in vielen Ländern Europas erneut geschlossen, da das System von Bretton Woods endgültig zusammenzubrechen drohte. Den endgültigen Ausstieg aus dem System fester Wechselkurse beschlossen zwischen dem 11. und 14. März 1973 mehrere europäische Länder. Zum Dollar-Floating gingen zu erst die Schweiz und Großbritannien über.[12]

Damit brach das System fester Wechselkurse zusammen. Im Jahre 1973 wurde das Bretton-Woods-System außer Kraft gesetzt. Außer den Ostblockstaaten und China waren bis 1973 fast alle Länder der Erde beteiligt. Nach der Beendigung des Bretton-Woods-Abkommens wurden in den meisten Ländern die Wechselkurse freigegeben. Der IWF und die IBRD blieben bis heute bestehen.[1]

Trilemma des Wechselkursregimes

Nach dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems gab es starke Wechselkursschwankungen. Diese hängen eng mit der Entwicklung des internationalen Kapitalverkehrs zusammen. Der internationale Kapitalverkehr ist seit Anfang der 70er Jahre und in den 90er Jahren stärker gestiegen als der Welthandel und die Weltproduktion. Die nationalen Güter- und Kapitalmärkte wurden immer mehr international miteinander verflochten. Das Schlagwort Globalisierung der Weltwirtschaft kommt in den 90er Jahren auf. Das überproportionale starke Wachstum des internationalen Kapitalverkehrs ist das charakteristische Merkmal der Globalisierung. Die weitgehende Abschaffung von behördlichen Reglementierungen des internationalen Kapitalverkehrs ist eine wesentliche Ursache für diese Entwicklung. Der Vorteil eines freien internationalen Kapitalverkehrs ist, dass eine weltweit effiziente Allokation des Produktionsfaktors Kapital möglich ist. Ein Nachteil dieser Liberalisierung ist die zunehmende Abhängigkeit der eng miteinander verbundenen Volkswirtschaften. Die Geldpolitik bei freiem internationalem Kapitalverkehr und festen Wechselkursen wird der Geldpolitik mit dem Ziel des Zahlungsbilanzausgleichs untergeordnet. Das heißt, dass die Geldpolitik als Instrument der Wirtschaftspolitik nicht mehr zur Erreichung interner Ziele zur Verfügung steht. Das Trilemma der Währungspolitik bezeichnet eine Unvereinbarkeit der 3 Ziele der Währungspolitik (autonome Geldpolitik, fester Wechselkurs, freier internationaler Kapitalverkehr). Entscheidet man sich für ein Ziel können die zwei anderen Ziele nicht beide verwirklicht werden.

Im Bretton-Woods-System gab es feste Wechselkurse. Die Mitgliedstaaten verloren durch die Liberalisierung des internationalen Kapitalverkehrs immer mehr die Möglichkeit, eine autonome Geldpolitik zu betreiben. Der feste Wechselkurs der D-Mark gegenüber dem Dollar bedeutete für die BRD zum Beispiel, dass am Devisenmarkt durch die Bundesbank die starke Aufwertungstendenz der D-Mark immer wieder durch Dollarkäufe gebremst werden musste. Dies führte zu einer importierten Inflation, welche den nationalen Stabilitätsvorstellungen widersprach. Anfang der 70er Jahre ging man zu flexiblen Wechselkursen über und beendete somit die Interventionen.[13]

Reformansätze

Bereits vor 1973 führten Ökonomen Argumente zugunsten flexibler Wechselkurse an. Sie gaben an, dass bei der makroökonomischen Steuerung der Volkswirtschaft flexible Kurse die geldpolitische Autonomie der Entscheidungsträger erhöhen würden. Sie würden die Asymmetrien des Bretton-Woods-Systems beseitigen. Auch würden flexible Wechselkurse die fundamentalen Zahlungsbilanzungleichgewichte verringern. Feste Wechselkurse bewirkten Änderungen der Paritäten und ermöglichten spekulative Angriffe. Kritiker der flexiblen Wechselkurse fürchteten, dass diese Exzesse der Geld- und Fiskalpolitik begünstigen. Flexible Wechselkurse würden einer destabilisierenden Spekulation unterworfen und sie würden die Ungewissheit hinsichtlich ihrer Entwicklung den Außenhandel und die internationale Investition beeinträchtigen. Außerdem seien die Volkswirtschaften nicht bereit, bei der Formulierung ihrer Fiskal- und Geldpolitik auf die Einflussnahme auf den Wechselkurs zu verzichten. Der Meinung der Kritiker nach würden flexible Wechselkurse ein eigenständiges Objekt in der makroökonomischen Politik abgeben.

Die Erfahrungen mit flexiblen Wechselkursen bestätigen weder die Meinung der Befürworter noch die der Gegner in vollem Umfang. Klar ist jedoch, dass ohne internationale wirtschaftspolitische Zusammenarbeit kein Wechselkurssystem gut funktioniert. Kein Wechselkurssysteme funktioniert, wenn einzelne Länder im Alleingang handeln und nur eigene Interessen verfolgen. Das Bretton-Woods-System funktionierte, bis die USA einseitig eine übermäßig expansive Politik einleiteten. Wenn es den Ländern nicht gelingt, gemeinsame makroökonomische Probleme in koordinierter Weise anzugehen, führt auch das System flexibler Wechselkurse zu Problemen.

Für eine Reform des internationalen Währungssystems gibt es heute folgende Vorschläge:

  • ein Zielzonensystem für den Dollar
  • Wiederherstellung fester Kurse
  • Einführung einer einheitlichen Weltwährung

Es ist aber nicht mit der Umsetzung einer dieser Vorschläge zu rechnen, da die Nationen nicht gewillt scheinen, auf ihre geldpolitische Autonomie zu verzichten, welche ihnen durch flexible Wechselkurse geschaffen wird.

In der näheren Zukunft ist wohl nicht mit einschneidenden Beschränkungen der Wechselkursflexibilität der wichtigsten Währungen zu rechnen. Zu einem reibungslosen Funktionieren der flexiblen Wechselkurse sollte eine engere Abstimmung zwischen den politischen Entscheidungsträgern auf internationaler Ebene beitragen.[14]

Das Weltwährungssystem heute

Die heutige Weltwährungsordnung ist eine Mischung aus einem System mit fixen und mit flexiblen Wechselkursen. Denn flexible Wechselkurse ließen eine weitaus höhere Divergenz der Inflationsraten einzelner Länder zu. Dies bewirkt jedoch auch auch, dass Länder mit hoher Inflation eine schwache Währung haben. Flexible Wechselkurse legten auch eine weitaus große Volatilität an den Tag als Befürworter erwartet hätten. Jedoch wären auch alle Versuche die Wechselkurse zu fixieren unglaubwürdig und kurzlebig. Innerhalb Europas haben sich die EU-Länder zum Europäischen Währungssystem (EWS) zusammengeschlossen. Dieses Währungssystem weist unter anderem gewisse Spannbreiten fixierter Wechselkurssysteme auf. Zwischen den Ländern der EWS und Nichtmitgliedsländern wie zum Beispiel Japan und den USA, besteht ein sich frei bewegendes Wechselkurssystem. Auf den internationalen Devisenmärkten in London, New York, Tokio und Frankfurt passen sich in diesem Wechselkurssystem die einzelnen Währungen den Gegebenheiten von Angebot und Nachfrage an.[15]

Die jeweiligen Wechselkurse der 1992 in der Europäischen Union eingeführten Europäischen Verrechnungseinheit (ECU) wurden ab 1999 fixiert. Seit dem Jahr 2002 ersetzte der Euro als ECU-Nachfolger die Landeswährungen von derzeit 17 Staaten. Die beteiligten Volkswirtschaften mussten Grundzüge einer gemeinsamer Geldpolitik vereinbaren. Allerdings sind die wirtschaftlichen Bedingungen in den einzelnen Ländern ungleich. Das eine Land kann einen Aufschwung verzeichnen, ein anderes zur selben Zeit aber einen Abschwung. In diesem Fall möchte man das Zinsniveau in dem einen Land erhöhen, in dem anderen aber senken. Viele Europäer möchten dann eine einheitliche Geldpolitik für alle. 56 % der Deutschen möchten laut einer Umfrage im Jahr 2005 die D-Mark zurück.[16]

Heute lassen sich drei Erkenntnisse und Schlussfolgerungen aufstellen:

1. Bei Währungen, die heute noch eng an den Dollar gebunden sind, kommen Ab- und Aufwertungen häufiger vor, als in der Zeit von 1944 bis 1971. Der allgemeine Trend auf dem Markt bestimmt die Auf- oder Abwertung einer Währung. In den westlichen Ländern ändern sich die meisten Wechselkurse von Tag zu Tag.

2. Um den Wechselkurs zu beeinflussen, intervenieren einige Zentralbanken auf den internationalen Devisenmärkten. Die ist meist als Hilfsmittel gedacht, um vorübergehende Schwankungen der Wechselkurse zu glätten. Um den allgemeinen Trend in der Entwicklung des Wechselkurses einer Währung zu beeinflussen, greifen Zentralbanken teilweise auch ein. Um zu verhindern, dass ihre Währung abgewertet wird, kaufen Länder mit einem Defizit in der Handelsbilanz ihre eigene Währung. Andere Länder, die einen Überschuss aufweisen, verkaufen ihre Währung, damit sie nicht aufgewertet wird. Die meisten Währungen schwanken nicht völlig frei, obwohl es nur wenige feste Wechselkurse gibt. Man bezeichnet Interventionen von Zentralbanken, die das Ziel haben den Wechselkurs zu beeinflussen, als schmutziges oder gemanagtes Floaten.

3. Als internationales Zahlungsmittel spielt Gold heute kaum noch eine Rolle.[17]

Literatur

  • Diane Elson: People, Development and International Financial Institutions: An Interpretation of the Bretton Woods System im Review of African Political Economy, Bd. 21 Nr. 62 (Dez., 1994), S. 511-524.
  • John Williamson: On the System in Bretton Woods in The American Economic Review, Bd. 75 Nr. 2, Papers and Proceedings of the Ninety-Seventh Annual Meeting of the American Economic Association (Mai, 1985), S. 74-79.
  • Barry Eichengreen: Desequilibrios globales y las lecciones de Bretton Woods in Desarrollo Económico, Bd. 44 Nr. 176 (Jan. - März, 2005), S. 619-644.
  • Graham Bird: Changing Partners: Perspectives and Policies of the Bretton Woods Institutions in Third World Quarterly, Bd. 15 Nr. 3 (Sep., 1994), S. 483-503.

Weblinks

Belege

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Vgl. Glossar-Eintrag des Bundesfinanzministeriums
  2. Bretton-Woods-Conference web.worldbank.org, abgerufen am: 27. November 2010
  3. 3,0 3,1 Vgl. Der Zusammenbruch des Bretton Woods-Systems 1973.
  4. Michael D. Bordo: A Retrospective on the Bretton Woods System: Lessons for International Monetary Reform, National Bureau of Economic Research Project Reports, S. 32., 1993, ISBN 0226065871
  5. Vgl. Manfred Borchert: Aussenwirtschaftslehre: Theorie und Politik, Deutschland 2001, S. 427.
  6. Vgl. Börsenlexikon.
  7. So funktioniert der Goldstandard und die verhängnisvollen Beschlüsse von Bretton Woods 1944 www.dolphin-economics.de, abgerufen am: 27. November 2010
  8. Was geschah nach dem Ende des Zeiten Weltkrieges www.goldseiten.de, abgerufen am: 27. November 2010
  9. So C. Schoder, S. Pirklbauer, Die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Schieflagen aus dreißig Jahren neoliberaler Finanzmärkte, in: Attac (Hg.), Crash statt Cash, Wien, OGBVerlag, 2008, S. 15 (22): "problematische Seiten - vor allem für Entwicklungsländer"
  10. Das Scheitern des Wechselkurssystems der IWF webcache.googleusercontent.com, abgerufen am: 28. November 2010
  11. Vgl. Dieckheuer "Internationale Wirtschaftsbeziehungen" S. 271f.
  12. Der Zusammenbruch des Bretton Woods Systems zeitenwende.ch, abgerufen am: 1. Dezember 2010
  13. Vgl. Cezanne: Allgemeine Volkswirtschafstslehre, 2005, S. 644-647.
  14. Vgl. Krugmann: Internationale Wirtschaft, 2006, S. 696-698.
  15. Vgl. Hanusch: Volkswirtschaftslehre 1, 2002, S. 483-484.
  16. Vgl. Krugmann: Volkswirtschaftslehre, 2010, S. 1130
  17. Vgl. Hanusch: Volkswirtschaftslehre 1, 2002, S. 483-484.