Außenwert

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Unter dem Begriff Außenwert versteht man jene Menge ausländischer Währungseinheiten, die für eine Einheit der inländischen Währung erhältlich sind, beispielsweise 1,60 US – Dollar für 1,00 Euro (Tageskurs vom 23.04.2008). Des Weiteren ist der reale Außenwert einer Währung ein Synonym für den realen multilateralen Wechselkurs.

Berechnung

Die Berechnung des Außenwertes erfolgt mit dem Durchschnitt von den Exportanteilen und Importanteilen, da es schwierig ist, den Exportwechselkurs und den Importwechselkurs gemeinsam zu verfolgen.

Kurz: Außenwert = (Exportanteil + Importanteil) / 2

Ein Beispiel hierzu:

   12 % der deutschen Exporte gehen in die USA und 10 % der deutschen Importe stammen aus den USA.
   Dies bedeutet also:  (12 % + 10 %) / 2 = 11 %
   In Worten:  Der Dollar erhält ein Gewicht von 11 %, der Außenwert beträgt 11 (immer als 
   Indexzahl angegeben).

Kaufkraft

Der Außenwert gibt des Weiteren die reale Kaufkraft der inländischen Währungseinheit im Ausland an. Angenommen man tauscht 2000 Euro in US – Dollar um und kann damit in den USA mehr Güter kaufen als mit den 2000 Euro in Deutschland, so ist der Außenwert des Euro in den USA höher als der Binnenwert.

Sind Außenwert und Binnenwert identisch, spricht man von Kaufkraftparität.

Steigt der Außenwert einer Währung, erhält man für eine inländische Währungseinheit mehr ausländische Währungseinheiten. Sinkt der Außenwert einer Währung, erhält man für eine inländische Währungseinheit weniger ausländische Währungseinheiten.

Handel

Seit der Einführung des Euro im Januar 1999 berücksichtigt die Europäische Zentralbank bei der Berechnung des Außenwerts nur noch den Handel mit den Staaten außerhalb der Europäischen Währungsunion. Dadurch verändert sich das Gewicht der Währungseinheiten. Der Außenwert des Britischen Pfund, des Dollar, des Schweizer Franken und des Japanischen Yen erhöht sich. Der externe Güterhandel der Währungsunion mit den Ländern dieser Währungen nimmt zu. Der Außenwert des Euro hat keine Bedeutung für seinen Wert innerhalb der Währungsunion. Eine niedrige Bewertung des Euro im Verhältnis zum US – Dollar kann ihre Gründe in der boomenden US – Konjunktur haben. Sie erlaubt aber keine Rückschlüsse auf die Inflationsrate, welche in der Währungsunion ungeachtet der immens gestiegenen Preise für Rohölimporte nach wie vor auf einem im historischen Vergleich sehr niedrigen Niveau ist.

~ der DM

Der Außenwert der DM zwischen 1975 und 1995

Betrachtet wird der reale Außenwert der DM von 1975 bis 1995.

In der Abbildung ist die Entwicklung des Außenwerts zu sehen, dem durchschnittlichen Preis deutscher Güter relativ zum durchschnittlichen Preis ausländischer Güter. Wie bereits im ersten Abschnitt erwähnt, ist der Außenwert eine Indexzahl, sein Niveau ist demnach willkürlich. In diesem Fall ist der Wert für das erste Quartal 1999 gleich 1 gesetzt.

Anfang der 80er Jahre kam es zu einem erheblichen Rückgang des Außenwertes. Verglichen mit ausländischen Gütern waren inländische Güter sehr viel günstiger. Dies bedeutet, dass man damals für deutsche Güter immer weniger im Ausland kaufen konnte. Zwischen 1985 und 1995 wendete sich das Blatt. Der Außenwert der DM erhöhte sich wieder. Betrachtet man aber den gesamten Zeitraum, sind deutsche Güter im Ausland günstiger geworden.

Literatur

  • Olivier Blanchard und Gerhard Illing: Makroökonomie. 4., aktualisierte und erw. Aufl., [Nachdr.]. – München [u.a.]: Pearson Studium, 2007, ISBN 978-3-8273-7209-3

Weblinks